cPanel FTP Konto erstellen: Anleitung mit FileZilla und FTPS

Was ist ein cPanel FTP Konto und wofür brauchen Sie es?
Ein cPanel FTP Konto ist ein eigener Benutzername mit eigenem Passwort, mit dem Sie über ein Programm wie FileZilla Dateien in einen bestimmten Ordner Ihres Hostingkontos hochladen und herunterladen. So geben Sie einem Entwickler, einer Designerin oder Ihrem eigenen Laptop Zugriff auf genau ein Verzeichnis, ohne Ihr Hauptpasswort für cPanel weiterzugeben.
In diesem Leitfaden gehen wir die Oberfläche FTP Accounts in cPanel Schritt für Schritt durch. Danach behandeln wir die Verbindung mit FileZilla, verschlüsselte Verbindungen, typische Fehlercodes und die wichtigsten Sicherheitsregeln. Wir sind ein Team für digitales Marketing und Webentwicklung, kein Hostinganbieter. Deshalb stützen wir alle Bezeichnungen und Einstellungen auf die offizielle Dokumentation von cPanel.
Außerdem ziehen wir in jedem Abschnitt eine ehrliche Grenze. Beim Shared Hosting gehören FTP Serversoftware, Portbereiche und Firewall Ihrem Hostinganbieter, nicht Ihnen. Sie selbst legen also das Konto an, richten das Programm ein und verwalten den Zugriff. Braucht eine Lösung eine Servereinstellung, ist eine Anfrage beim Support der schnellste Weg.
Welche Entscheidungen sollten Sie vor dem Anlegen treffen?
Ein FTP Konto anzulegen dauert etwa eine Minute. Allerdings kann ein falsches Verzeichnis oder ein Konto ohne Enddatum Monate später Ärger machen. Daher empfehlen wir, diese Fragen zu klären, bevor Sie das Formular ausfüllen:
- Wer nutzt das Konto: Sie selbst, ein Entwickler oder ein automatisches Backup Werkzeug?
- In welchem Ordner arbeitet die Person: auf der ganzen Website, nur im Theme Ordner oder in einer Subdomain?
- Wie lange dauert der Zugriff: ein einmaliger Umzug oder laufende Wartung?
- Unterstützt Ihr Anbieter verschlüsseltes FTP (FTPS), und haben Sie SSH Zugang?
- Wer löscht das Konto nach dem Ende der Arbeit, und an welchem Datum prüfen Sie das?
Konkret bestimmen Ihre Antworten die Felder Verzeichnis und Kontingent. Zum Beispiel braucht ein Entwickler, der nur ein Plugin aktualisiert, kein Stammverzeichnis. Ein Team, das die ganze Website umzieht, braucht dagegen mehr Zugriff. Halten Sie den Zeitraum dann kurz und schließen Sie das Konto, sobald die Arbeit erledigt ist.
Zum Schluss: Erstellen Sie vor dem Start eine aktuelle Sicherung. Eine Datei im falschen Ordner kann eine bestehende Datei überschreiben. Falls Sie noch keine Routine haben, lesen Sie zunächst unseren Beitrag zur Backup Strategie für Websites.
Wie erstellen Sie ein cPanel FTP Konto Schritt für Schritt?
Laut der offiziellen cPanel Dokumentation zu FTP Accounts finden Sie die Oberfläche im Bereich Dateien (Files). Das Aussehen hängt zudem von Theme und Sprache ab. Die Reihenfolge bleibt allerdings gleich:
- Melden Sie sich bei cPanel an und tippen Sie "FTP" in das Suchfeld, oder klicken Sie im Bereich Dateien auf FTP Konten.
- Geben Sie im Feld Anmelden (Log In) einen Benutzernamen ein. Wählen Sie einen kurzen Namen, der die Aufgabe beschreibt, etwa "theme" oder "umzug".
- Wählen Sie dann im Menü Domain die passende Domain. Der Benutzername bildet zusammen mit dieser Domain den vollständigen Anmeldenamen.
- Füllen Sie danach die Passwortfelder aus. Mit der Schaltfläche Password Generator lassen Sie sich auf Wunsch ein starkes Passwort erzeugen.
- Prüfen Sie das Feld Verzeichnis (Directory). cPanel füllt es automatisch aus; passen Sie den Pfad an die Aufgabe an.
- Tragen Sie im Feld Kontingent (Quota) ein Limit ein, oder wählen Sie Unbegrenzt (Unlimited).
- Klicken Sie schließlich auf FTP Konto erstellen (Create FTP Account). Das neue Konto erscheint danach in der Liste unten auf der Seite.
Neben dem neuen Konto sehen Sie außerdem einen Link zur Konfiguration eines FTP Programms. Laut offizieller Dokumentation bietet cPanel dort für einige Programme fertige Konfigurationsdateien zum Download an. In der Praxis ist die manuelle Eingabe aber oft verständlicher. Deshalb zeigen wir das weiter unten am Beispiel FileZilla.
Was bedeuten die Felder in der Oberfläche FTP Accounts?
Jedes Feld im Formular legt fest, worauf das Konto zugreifen darf. Deshalb lohnt es sich, die Wirkung jedes Feldes zu kennen, statt es nur schnell auszufüllen. Die folgende Tabelle fasst sie zusammen:
| Feld | Was es bestimmt | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Anmelden (Log In) | Den Benutzernamen des Kontos | Der vollständige Login besteht aus Benutzername und Domain (Form: user@example.com). |
| Domain | Die Domain, zu der das Konto gehört | Bei mehreren Websites prüfen Sie die Auswahl genau. |
| Passwort (Password) | Das Anmeldepasswort | Achten Sie auf eine starke Bewertung und nutzen Sie es nirgendwo sonst. |
| Verzeichnis (Directory) | Den obersten Ordner, den das Konto sieht | Das Konto kann diesen Ordner nicht verlassen; laut Dokumentation auch nicht über symbolische Links. |
| Kontingent (Quota) | Den nutzbaren Speicherplatz | Laut Dokumentation greifen Kontingente auf Servern mit ProFTPD nicht. |
Vor allem auf ein Feld in der Tabelle kommt es an: das Verzeichnis. Laut aktueller Dokumentation füllt cPanel es mit einem neuen Ordnerpfad unter public_html, abgeleitet aus Domain und Benutzername. Das heißt: Ändern Sie nichts, landet das Konto in einem leeren Unterordner. Sieht die Person nach dem Login keine Websitedateien, prüfen Sie also zuerst dieses Feld.
Zudem sorgt das Format des Benutzernamens oft für Verwirrung. Tippen Sie im Programm nur "theme" ein, scheitert die Anmeldung. Auf den meisten cPanel Servern brauchen Sie daher den vollständigen Namen, etwa "theme@example.com".
Worin unterscheidet sich das Haupt FTP Konto von einem zusätzlichen Konto?
In cPanel sehen Sie zwei Arten von FTP Konten: besondere Konten, die automatisch existieren, und Konten, die Sie selbst anlegen. Laut offizieller Dokumentation können Sie die besonderen Konten weder ändern noch löschen. Eines davon ist das Haupt FTP Konto mit Ihrem cPanel Benutzernamen. Das andere ist das Protokollkonto, über das Sie rohe Zugriffsprotokolle herunterladen.
| Merkmal | Haupt FTP Konto | Zusätzliches cPanel FTP Konto |
|---|---|---|
| Wer legt es an? | cPanel, automatisch | Sie, in der Oberfläche FTP Accounts |
| Zugriffsbereich | Alle Dateien des Kontos, auch außerhalb von public_html | Nur das gewählte Verzeichnis und darunter |
| Passwort | Ihr cPanel Hauptpasswort | Ein eigenes Passwort |
| Löschbar? | Nein | Ja, jederzeit |
| Für wen? | Für niemanden außer Ihnen | Für Dritte, für befristete Arbeiten |
Kurz gesagt ist das Hauptkonto ein Schlüsselbund für alle Türen im Haus. Weil sein Passwort zugleich Ihr cPanel Login ist, erreicht jede Person damit auch Ihre E-Mail Postfächer, Datenbanken und Domaineinstellungen. Deshalb legen Sie für externe Personen immer ein zusätzliches Konto an.
Ein zusätzliches Konto ist dagegen der Schlüssel für einen einzigen Raum. Nach dem Ende der Arbeit nehmen Sie diesen Schlüssel einfach zurück, indem Sie das Konto löschen. Das ist somit viel leichter, als Ihr Hauptpasswort zu ändern.
Wie wählen Sie Verzeichnis und Kontingent richtig?
Wählen Sie beim Verzeichnis den engsten Ordner, mit dem die Aufgabe noch funktioniert. Dieses Prinzip heißt geringstmögliche Rechte, und es gilt für FTP genauso wie für alles andere. Eine Designerin, die nur Theme Dateien einer WordPress Website bearbeitet, bekommt also den Theme Ordner. Ein Team für den kompletten Umzug bekommt dagegen public_html.
Typische Varianten sehen so aus:
- public_html: alle Dateien der Hauptwebsite. Das passt für Umzüge oder allgemeine Wartung, ist aber ein breiter Zugriff.
- Ein Unterordner in public_html: genug für ein Plugin, ein Theme oder eine Kampagnenseite.
- Der Ordner einer Addon Domain: Für eine zweite Website im selben cPanel Konto wählen Sie deren Ordner.
- Ein eigener Upload Ordner: Muss ein Kunde nur Dateien ablegen, nutzen Sie einen Ordner ohne Websitedateien.
Ein Kontingent soll verhindern, dass ein unkontrollierter Upload den Speicher des ganzen Kontos füllt. Wer nur Theme Dateien hochlädt, braucht zum Beispiel keinen unbegrenzten Speicher. Denken Sie außerdem daran: Das Limit Ihres Hostingpakets bleibt immer die Obergrenze.
Beachten Sie zudem den Hinweis der Dokumentation: Läuft auf Ihrem Server ProFTPD, hat das Feld Kontingent keine Wirkung. Wissen Sie nicht, welcher FTP Server läuft, fragen Sie Ihren Anbieter.
Wie verbinden Sie FileZilla mit einem cPanel FTP Konto?
FileZilla ist ein kostenloses und weit verbreitetes FTP Programm für Windows, macOS und Linux. Wir empfehlen den Servermanager statt der Leiste für die Schnellverbindung, denn nur dort wählen Sie die Verschlüsselung ausdrücklich aus. So gehen Sie vor:
- Öffnen Sie im Menü Datei den Servermanager und klicken Sie auf Neuer Server.
- Lassen Sie als Protokoll "FTP - File Transfer Protocol" stehen.
- Tragen Sie im Feld Server die FTP Adresse ein, die Ihr Anbieter nennt. Konkret ist das oft Ihre Domain oder ftp.example.com.
- Geben Sie als Port 21 ein, oder lassen Sie das Feld leer.
- Wählen Sie bei Verschlüsselung die Option "Explizites FTP über TLS erforderlich" (Require explicit FTP over TLS).
- Stellen Sie die Verbindungsart auf "Normal" und tragen Sie den vollständigen Anmeldenamen und das Passwort ein.
- Klicken Sie auf Verbinden und lesen Sie das Zertifikatsfenster, das beim ersten Mal erscheint.
Die Einstellungen im Überblick:
Protokoll : FTP
Server : ftp.example.com
Port : 21
Verschlüsselung : Require explicit FTP over TLS
Verbindungsart : Normal
Benutzer : theme@example.com
Passwort : (das Passwort aus cPanel)Nach dem Verbinden zeigt der rechte Bereich nur das Verzeichnis, das Sie dem Konto zugewiesen haben. Fehlen die erwarteten Dateien, liegt das Problem also nicht an der Verbindung, sondern an der Verzeichniseinstellung.
Was ist der Unterschied zwischen FTP, FTPS und SFTP?
Die drei Abkürzungen sehen ähnlich aus, unterscheiden sich bei der Sicherheit aber stark. Klassisches FTP ist ein altes Protokoll aus RFC 959 und überträgt Benutzername und Passwort im Klartext. FTPS verschlüsselt dagegen dasselbe FTP mit TLS, das heißt, die Zugangsdaten bleiben geschützt. SFTP ist trotz des Namens kein FTP, sondern ein eigenes Verfahren, das über SSH läuft.
| Verfahren | Verschlüsselung | Standardport | Wer nutzt es in cPanel? |
|---|---|---|---|
| FTP | Keine, Passwort im Klartext | 21 | Die Option, die Sie meiden sollten |
| FTPS (explizites TLS) | TLS für Steuer und Datenkanal | 21 (Wechsel per AUTH TLS) | Auch zusätzliche Konten, wenn der Server es anbietet |
| SFTP | Gesamte Sitzung über SSH | 22 (Anbieter kann ihn ändern) | Der cPanel Kontoinhaber mit SSH Zugang |
Die Firewall Dokumentation von cPanel empfiehlt statt FTP das sicherere SFTP über SSH. Allerdings setzt SFTP einen SSH Zugang voraus. Viele Shared Hosting Pakete haben SSH ausgeschaltet oder schalten es nur auf Anfrage frei. Zudem sind zusätzliche FTP Konten meist keine SSH Benutzer; SFTP nutzen Sie also in der Regel mit dem cPanel Hauptbenutzer.
Die praktische Reihenfolge lautet daher: Mit SSH Zugang und für eigene Arbeit nehmen Sie SFTP. Für begrenzten Zugriff durch Dritte nehmen Sie dann FTPS mit explizitem TLS. Unverschlüsseltes FTP nutzen Sie nur, wenn nichts anderes geht, und nur kurz. Wie Sie SSH selbst absichern, zeigt unser Beitrag zu Swap Datei und SSH Absicherung.
Warum explizites TLS, und was tun bei einer Zertifikatswarnung?
Bei explizitem TLS verbindet sich das Programm mit dem Standardport 21 und schaltet die Sitzung dann mit dem Befehl AUTH TLS auf Verschlüsselung um. RFC 4217 beschreibt dieses Verfahren, und die meisten aktuellen FTP Server unterstützen es. Implizites TLS ist dagegen ein älterer Ansatz, bei dem die Verbindung von Anfang an verschlüsselt startet und einen eigenen Port braucht.
Die Standardeinstellung von FileZilla nutzt explizites TLS nur, wenn es verfügbar ist. Bietet der Server kein TLS, fällt diese Option still auf eine unverschlüsselte Sitzung zurück. Deshalb empfehlen wir die Option "erforderlich". Fehlt TLS auf dem Server, verweigert FileZilla dann die Verbindung, und Sie bemerken das Problem sofort.
Auf der Serverseite entscheidet Ihr Anbieter. In der WHM Oberfläche FTP Server Configuration gibt es für Server mit Pure-FTPd die TLS Werte "Disabled", "Optional", "Required (Command)" und "Required (Command/Data)". Im Shared Hosting ändern Sie das folglich nicht selbst. Sie können nur nachfragen, ob TLS aktiv ist.
Zunächst zeigt FileZilla beim ersten Verbinden ein Zertifikatsfenster. Im Shared Hosting gehört das Zertifikat oft zum Hostnamen des Servers und nicht zu Ihrer Domain. Daher kann eine Warnung wegen eines abweichenden Namens erscheinen. Die Lösung: Tragen Sie im Feld Server den Hostnamen ein, den Ihr Anbieter nennt. Sind Sie unsicher, fragen Sie vor dem Bestätigen beim Support nach. Das Zertifikat Ihrer eigenen Domain prüfen Sie mit unserem SSL Check.
Was sind passiver und aktiver Modus, und welchen wählen Sie?
FTP arbeitet mit zwei getrennten Verbindungen. Zunächst laufen Befehle über die Steuerverbindung auf Port 21. Verzeichnislisten und Dateien fließen dagegen über eine eigene Datenverbindung. Aktiver und passiver Modus legen fest, welche Seite diese Datenverbindung öffnet.
- Im aktiven Modus baut der Server eine Verbindung zurück zu einem Port auf, den das Programm nennt. Router und Firewalls zu Hause oder im Büro blockieren diese eingehende Verbindung häufig.
- Im passiven Modus öffnet das Programm selbst die Verbindung zu einem Port, den der Server nennt. Deshalb funktioniert er hinter NAT meist problemlos.
In der Praxis wählen Sie also den passiven Modus, und FileZilla nutzt ihn standardmäßig. Die Einstellung finden Sie unter Bearbeiten, Einstellungen, Verbindung und FTP. Im Servermanager legen Sie den Modus außerdem pro Server im Reiter Übertragungseinstellungen fest.
Der passive Modus hat allerdings eine Bedingung. Der Portbereich, den der Server für passive Verbindungen nutzt, muss in der Serverfirewall offen sein. Diesen Bereich legt der Serveradministrator fest. Klappt der Login, erscheint aber keine Dateiliste, liegt die Ursache daher meist genau dort, und die Lösung liegt bei Ihrem Anbieter.
Zudem können Router und Firewalls bei einer verschlüsselten Sitzung die FTP Befehle nicht mitlesen. Manche Hilfsfunktionen von Netzwerkgeräten, die bei unverschlüsseltem FTP helfen, wirken unter TLS also nicht. Das ist normal, also kein Grund zur Sorge. Die richtige Lösung ist nicht, die Verschlüsselung abzuschalten, sondern den passiven Modus auf dem Server sauber einzurichten.
Warum erscheint der Fehler 530, und wie beheben Sie ihn?
530 ist der Antwortcode, den RFC 959 als "Not logged in" festlegt. Der Server hat also mit Ihren Zugangsdaten keine Sitzung zugelassen. Dieser Fehler kommt fast immer von der Seite des Programms, deshalb prüfen Sie zuerst Ihre eigenen Angaben.
Häufige Ursachen in der sinnvollen Prüfreihenfolge:
- Der Benutzername ist unvollständig. Für zusätzliche Konten nutzen Sie den vollen Login wie "theme@example.com", nicht nur "theme".
- Beim Einfügen des Passworts ist ein Fehler passiert. Schon ein Leerzeichen am Anfang oder Ende stört; tippen Sie es zur Probe von Hand.
- Das Konto gehört zu einer anderen Domain. Prüfen Sie dann den vollständigen Namen in der Liste der FTP Konten.
- Sie haben das Passwort kürzlich geändert, aber FileZilla nutzt noch das alte. Aktualisieren Sie deshalb den Eintrag im Servermanager.
- Der Server verlangt Verschlüsselung, Sie versuchen es aber unverschlüsselt. Prüfen Sie die Einstellung zur Verschlüsselung.
Hilft das nicht, setzen Sie das Passwort in cPanel über Passwort ändern (Change Password) neu und versuchen Sie es erneut. Klappt der Login dann immer noch nicht, hat der Server Ihre IP Adresse nach zu vielen Fehlversuchen eventuell gesperrt. Darum geht es im Abschnitt zur Firewall weiter unten.
Wie lösen Sie Zeitüberschreitungen und Fehler bei der Verzeichnisliste?
Eine Zeitüberschreitung tritt in zwei Formen auf, und die Unterscheidung beschleunigt die Lösung. Im ersten Fall erreicht das Programm den Server also gar nicht. Im zweiten Fall klappt der Login, aber FileZilla meldet, dass es die Verzeichnisliste nicht abrufen konnte.
Wenn Sie gar keine Verbindung bekommen, prüfen Sie zunächst Folgendes:
- Kontrollieren Sie die Serveradresse. Ob die DNS Einträge Ihrer Domain auf den richtigen Server zeigen, sehen Sie mit unserer DNS Abfrage.
- Testen Sie ein anderes Netz. Klappt es zum Beispiel über den Hotspot Ihres Telefons, liegt das Problem wahrscheinlich an der Firewall im Büro.
- Verbinden Sie sich testweise direkt mit der IP Adresse des Servers. Nach einer frischen DNS Änderung bringt das schnell Klarheit.
Klappt der Login, aber die Liste bleibt leer, liegt das Problem meist an der Datenverbindung. Prüfen Sie zuerst, ob der passive Modus aktiv ist. Versuchen Sie es dann erneut, ohne die Verschlüsselung zu ändern. Bleibt der Fehler, schicken Sie Ihrem Anbieter die Uhrzeit des Versuchs und die Zeilen aus dem Nachrichtenprotokoll von FileZilla.
In RFC 959 bedeutet Code 425, dass sich die Datenverbindung nicht öffnen ließ. Code 421 heißt dagegen, dass der Dienst nicht verfügbar ist und der Server die Steuerverbindung schließt. Wenn Sie diese Codes in Ihre Supportanfrage schreiben, findet Ihr Anbieter die Ursache schneller.
Was tun, wenn eine Firewall die FTP Verbindung blockiert?
Eine Firewall kann an drei Stellen stören: auf Ihrem Rechner, in Ihrem lokalen Netz oder auf dem Server. Am schnellsten finden Sie die Stelle, indem Sie sich mit denselben Einstellungen aus einem anderen Netz verbinden.
Sicherheitssoftware auf Ihrem Rechner blockiert vielleicht ausgehende Verbindungen von FileZilla. Dann erlauben Sie FileZilla in deren Einstellungen. In Firmennetzen ist ausgehender FTP Verkehr manchmal bewusst gesperrt. In diesem Fall sprechen Sie mit Ihrer IT Abteilung.
Auf dem Server sind zwei Mechanismen verbreitet. Auf cPanel Servern kann ein Schutz namens cPHulk IP Adressen nach wiederholten Fehlversuchen vorübergehend sperren. Manche Server nutzen zudem eine Firewall wie CSF, die Ähnliches leistet; mehr dazu in unserem Leitfaden zur CSF Firewall. In beiden Fällen hebt allerdings nur der Serveradministrator die Sperre auf.
Nennen Sie in Ihrer Anfrage Ihre öffentliche IP Adresse, die Sie mit unserer IP Abfrage herausfinden. Ergänzen Sie außerdem die Uhrzeit des Fehlers und den vollständigen Namen des FTP Kontos. Verwalten Sie einen eigenen VPS, öffnen Sie in der Firewall Port 21 und den passiven Portbereich. Trotzdem gilt: Testen Sie keine unbekannte Regel auf einem Liveserver, sondern überlassen Sie das einer erfahrenen Administratorin oder einem erfahrenen Administrator.
Welche Regeln schützen ein cPanel FTP Konto?
Ein FTP Konto gibt direkten Schreibzugriff auf Ihre Websitedateien. Ein übernommenes Konto kann zu schädlichen Uploads oder einer defekten Website führen. Deshalb empfehlen wir, diese Regeln zur Gewohnheit zu machen:
- Nutzen Sie für jedes Konto ein eigenes, langes Passwort. Unser Passwortgenerator reicht dafür aus.
- Legen Sie außerdem für jede Person ein eigenes Konto an. Teilen sich mehrere Personen ein Konto, sehen Sie nicht, wer was getan hat.
- Begrenzen Sie das Verzeichnis auf den engsten passenden Ordner. Das Stammverzeichnis vergeben Sie nur, wenn es wirklich nötig ist.
- Meiden Sie unverschlüsseltes FTP; nutzen Sie FTPS mit explizitem TLS oder SFTP.
- Löschen Sie das Konto nach dem Ende der Arbeit. Konten ohne Enddatum sind Türen, an die sich niemand mehr erinnert.
- Lassen Sie Passwörter nicht im Klartext in E-Mail Nachrichten oder Chats liegen; nutzen Sie stattdessen einen Passwortmanager.
- Schalten Sie anonymes FTP nicht ein. Auch die WHM Dokumentation warnt, dass anonymes FTP die Serversicherheit gefährdet.
Allerdings sind diese Regeln nur ein Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts. Zu Risiken auf Anwendungsebene lesen Sie unseren Beitrag zu den OWASP Top 10. Wie Konten auf einem Shared Server voneinander getrennt bleiben, erklärt unser Artikel zu CageFS und Kontoisolierung.
Wie geben Sie einer Agentur oder einem Entwickler befristeten Zugriff?
Bei der Arbeit mit externen Teams soll die Aufgabe erledigt werden, ohne das Risiko unnötig zu erhöhen. Das cPanel Hauptpasswort weiterzugeben wirkt bequem, öffnet aber auch E-Mail, Datenbanken und Domaineinstellungen. Daher ist ein zusätzliches FTP Konto fast immer die bessere Wahl.
Wenn wir in Webprojekten Zugriff bei Kunden anfragen, empfehlen wir ebenfalls diesen Ablauf:
- Legen Sie ein eigenes Konto an, dessen Name die Aufgabe oder das Team zeigt.
- Begrenzen Sie das Verzeichnis auf den Ordner, den die Aufgabe braucht.
- Übermitteln Sie Benutzername und Passwort auf getrennten Wegen, etwa den Namen per E-Mail und das Passwort telefonisch.
- Tragen Sie das Enddatum der Arbeit in Ihren Kalender ein.
- Löschen Sie das Konto nach dem Ende der Arbeit, oder ändern Sie zumindest das Passwort.
- Sichern Sie die Änderungen, bevor Sie etwas löschen.
Führen Sie außerdem eine Liste, wer welchen Zugriff hat. Für Agenturen mit vielen Kundenkonten beschreibt unser Leitfaden zu cPanel Reseller Hosting ein anderes Modell. Wenn Sie Design oder Entwicklung Ihrer Website an uns abgeben möchten, planen wir den Zugriff in unserem Webdesign Service nach denselben Grundsätzen.
Wie löschen Sie ein FTP Konto oder ändern Passwort und Kontingent?
In der Liste unten in der Oberfläche FTP Accounts sehen Sie neben jedem Konto die Verwaltungsoptionen. Laut offizieller Dokumentation ändern Sie Passwort und Kontingent unabhängig voneinander.
Für ein neues Passwort klicken Sie in der Zeile des Kontos auf Passwort ändern, geben das neue Passwort zweimal ein und speichern. Für ein neues Limit nutzen Sie Kontingent ändern und tragen den neuen Wert ein oder wählen Unbegrenzt. Die Änderung gilt dann ab der nächsten Verbindung.
Beim Löschen ist mehr Vorsicht nötig, denn cPanel bietet zwei verschiedene Optionen:
- Delete Account: entfernt nur das FTP Konto und lässt die Dateien unberührt.
- Delete Account and Files: entfernt das Konto zusammen mit den Dateien in seinem Verzeichnis.
Ist das Verzeichnis des Kontos public_html, kann die zweite Option Ihre ganze Website entfernen. Beim Entfernen befristeter Konten genügt daher fast immer die erste Option. Sollen auch die Dateien weg, erstellen Sie zuerst eine Sicherung und prüfen Sie, dass nichts anderes in dem Ordner liegt.
Schließlich zeigen die besonderen Konten in dieser Liste keine Option zum Löschen. Da das Passwort des Hauptkontos Ihrem cPanel Passwort entspricht, ändern Sie es nur über das Passwort des Hostingkontos selbst.
Wann sollten Sie statt FTP etwas anderes nutzen?
FTP ist nicht für jede Aufgabe das beste Werkzeug. Für kleine Änderungen an wenigen Dateien reicht der Dateimanager (File Manager) in cPanel oft aus, und Sie brauchen kein zusätzliches Konto. Größere Dateimengen oder regelmäßige Uploads erledigen Sie dagegen bequemer mit einem Programm.
Teams, die Code schreiben, fahren dagegen mit Versionskontrolle sicherer, denn jede Änderung bleibt nachvollziehbar. Verfolgen Sie Änderungen mit Git und spielen Sie sie kontrolliert auf den Server, dann sehen Sie, welche Datei sich wann geändert hat. Die Grundlagen zeigt unsere Anleitung zu Git und GitHub.
Eine kurze Orientierung:
- Eine einzelne Datei korrigieren: Dateimanager in cPanel.
- Begrenzter Ordnerzugriff für Externe: zusätzliches FTP Konto mit FTPS.
- Volle Kontrolle über den eigenen Server: SSH und SFTP.
- Laufende Entwicklung im Team: Bereitstellung über Git.
So nutzen Sie FTP nur dort, wo es wirklich passt, und unter Kontrolle. Zudem sinkt mit jedem überflüssigen Konto, das Sie vermeiden, das Risiko vergessener Zugänge.
Wann überlassen Sie die Aufgabe besser Ihrem Hostinganbieter?
Ein FTP Konto anlegen, das Passwort ändern und das Programm einrichten: Das sind Ihre Aufgaben. Manche Probleme kann allerdings nur jemand mit Administratorzugriff auf den Server lösen. Wer diese Grenze kennt, spart sich somit stundenlanges Ausprobieren.
In diesen Fällen empfehlen wir, direkt eine Supportanfrage zu stellen:
- Sie erreichen den Server trotz korrekter Daten aus mehreren Netzen nicht.
- Der Login klappt, aber mit keiner Einstellung erscheint eine Liste; das deutet meist auf den passiven Portbereich hin.
- Der Server bietet kein TLS an, Sie möchten aber verschlüsselt arbeiten.
- Sie vermuten, dass der Server Ihre IP Adresse gesperrt hat.
- Sie möchten für SFTP einen SSH Zugang erhalten.
Betreiben Sie einen eigenen VPS, nehmen Sie diese Einstellungen selbst vor. Trotzdem birgt eine Änderung der Firewall auf dem Server eines laufenden Onlineshops echte Risiken. Für solche Aufgaben ist ein Anbieter mit verwaltetem Service oft die wirtschaftlichere Wahl. Bei der Auswahl hilft zum Beispiel unser Leitfaden zum Auswählen von Webhosting.
Kurze Checkliste für Ihr cPanel FTP Konto
Wenn Sie den ganzen Leitfaden in einer Liste möchten, folgen Sie beim Anlegen und Schließen eines cPanel FTP Kontos dieser Reihenfolge. Teilen Sie die Liste außerdem mit Ihrem Team, damit alle denselben Ablauf nutzen:
- Erstellen Sie eine aktuelle Sicherung der Website.
- Legen Sie fest, wer das Konto nutzt, für welchen Ordner und wie lange.
- Erstellen Sie das Konto in der Oberfläche FTP Accounts mit Benutzername, Domain, starkem Passwort, engem Verzeichnis und passendem Kontingent.
- Verbinden Sie sich in FileZilla über den Servermanager mit erforderlichem expliziten TLS, Port 21 und passivem Modus.
- Bei einem Fehler prüfen Sie zuerst den vollständigen Benutzernamen, dann das Passwort, danach Netz und passiven Modus.
- Übermitteln Sie die Zugangsdaten auf getrennten Wegen und notieren Sie das Enddatum.
- Entfernen Sie das Konto am Ende mit Delete Account, nicht mit Delete Account and Files.
Kurz gesagt: Ein gut verwaltetes FTP Konto ermöglicht die Arbeit, ohne Ihre Website offen stehen zu lassen. Ein vergessenes Konto birgt dagegen noch Jahre später ein Risiko. Deshalb gehört das Schließen für uns genauso zum Prozess wie das Anlegen.



