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Was ist cPanel? Einsteigerleitfaden für die Verwaltung Ihrer Website

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Was ist cPanel und wofür brauchen Sie es bei Ihrer Website?

cPanel ist ein grafisches Control Panel, mit dem Sie ein Webhosting Konto im Browser verwalten. In einer Oberfläche steuern Sie Dateien, E-Mail Postfächer, Datenbanken, Domains, SSL Zertifikate, Backups, geplante Aufgaben und die PHP Version. Sie erledigen also die laufende Pflege Ihrer Website ohne Kommandozeile.

Wenn Sie Shared Hosting buchen, enthält die Willkommensmail meist eine cPanel Adresse, einen Benutzernamen und ein Passwort. Ab diesem Moment läuft der größte Teil der technischen Arbeit an Ihrer Website über dieses Panel. Deshalb lohnt sich die Frage, was cPanel eigentlich kann, nicht nur für Entwickler, sondern auch für Websitebetreiber.

Wir sind ein Team für digitales Marketing und Webentwicklung, kein Hostinganbieter. Daher stützen wir die Menünamen und Abläufe in diesem Leitfaden auf die offizielle Dokumentation von cPanel und CloudLinux. Ihr Anbieter kann das Panel allerdings anders einrichten, einzelne Werkzeuge ausblenden oder umbenennen. Fehlt bei Ihnen ein Bereich, fragen Sie zunächst Ihren Anbieter.

Welche Aufgaben erledigen Sie in cPanel selbst?

cPanel verwaltet das Hostingkonto, das Ihnen zugeteilt ist, nicht den ganzen Server. Das heißt, Sie steuern alles in Ihrem eigenen Bereich, ändern aber keine globalen Servereinstellungen. Diese Trennung schützt zudem die anderen Konten, die sich beim Shared Hosting dieselbe Maschine teilen.

Diese Aufgaben nutzen Sie im Alltag am häufigsten:

  • Dateiverwaltung: Dateien hochladen, bearbeiten, komprimieren und Berechtigungen prüfen.
  • E-Mail: Postfächer für Ihre Domain anlegen sowie Weiterleitungen und Abwesenheitsnotizen einrichten.
  • Datenbanken: MySQL oder MariaDB Datenbanken und Benutzer anlegen, dann Tabellen in phpMyAdmin ansehen.
  • Domains: zusätzliche Domains und Subdomains hinzufügen und DNS Einträge bearbeiten.
  • Sicherheit: den SSL Status überwachen, die Zwei Faktor Authentifizierung aktivieren und IP Adressen sperren.
  • Backups: das ganze Konto oder Teile davon sichern und Teilsicherungen zurückspielen.
  • Geplante Aufgaben: Befehle mit Cron Jobs zu festen Zeiten ausführen.
  • Softwareeinstellungen: die PHP Version pro Domain wählen und PHP Einstellungen anpassen.

Ein Beispiel: Wenn das Kontaktformular einer WordPress Website keine Mails mehr verschickt, prüfen Sie einen Teil der Ursachen selbst im E-Mail Bereich und im DNS Bereich. Andererseits gehören serverweite Mailregeln in die Verantwortung Ihres Anbieters.

Was ist der Unterschied zwischen cPanel und WHM?

cPanel arbeitet auf Kontoebene, WHM (WebHost Manager) dagegen auf Serverebene. Laut der offiziellen cPanel Dokumentation müssen Sie entweder der Root Benutzer sein oder Reseller Rechte besitzen, um sich bei WHM anzumelden. Kurz gesagt ist WHM die Ebene darüber, die viele cPanel Konten anlegt und verwaltet.

MerkmalcPanelWHM
Für wen?Inhaber eines einzelnen HostingkontosServeradministrator (Root) oder Reseller
UmfangEigene Dateien, Postfächer und DatenbankenAlle Konten, Pakete und Servereinstellungen
Standardport für die Anmeldung2083 (HTTPS)2087 (HTTPS)
Vollständiges Backup zurückspielenNicht automatischJa
Zwei Faktor AuthentifizierungNutzer aktiviert sie im eigenen KontoAdmin schaltet die Funktion serverweit frei
Typische NutzerWebsitebetreiber, Agentur, EntwicklerHostinganbieter, VPS Betreiber, Reseller

Nutzen Sie Shared Hosting, haben Sie sehr wahrscheinlich nur Zugriff auf cPanel. Haben Sie cPanel auf Ihrem eigenen VPS installiert oder ein Resellerpaket gebucht, steht Ihnen auch WHM zur Verfügung. Was das Resellermodell für Agenturen bedeutet, erklären wir in unserem Leitfaden zu cPanel Reseller Hosting.

In der Praxis klärt eine Frage die Trennung: Betrifft die Aufgabe nur Ihr Konto oder alle Konten auf dem Server? Im ersten Fall reicht cPanel. Im zweiten Fall brauchen Sie WHM oder die Hilfe Ihres Anbieters. Zum Beispiel erhöhen Sie das Kontingent Ihres eigenen Postfachs, ändern aber nicht das serverweite Versandlimit.

Wie melden Sie sich bei cPanel an?

Die offizielle cPanel Dokumentation nennt Port 2083 für cPanel, 2087 für WHM und 2096 für Webmail, und alle drei nutzen HTTPS. Deshalb geben Sie im Browser meist eine Adresse in dieser Form ein:

https://example.com:2083
https://example.com:2087
https://example.com:2096

Viele Anbieter ersparen Ihnen die Portnummern und bieten stattdessen im Kundenbereich eine Anmeldung per Klick an. Vergleichen Sie Ihre Adresse mit der cPanel Dokumentation zur Anmeldung und mit Ihrer Willkommensmail.

Manche Büronetze und Firmenfirewalls sperren diese Ports. Lädt die Anmeldeseite nicht, testen Sie zunächst ein anderes Netz und wenden Sie sich dann an Ihren Anbieter. Lassen Sie außerdem Ihre Zugangsdaten nicht als Klartext in einer Mail liegen; ändern Sie das Passwort bei der ersten Anmeldung und speichern Sie es in einem Passwortmanager.

Prüfen Sie nach der Anmeldung zudem im Benutzermenü die Sprache der Oberfläche und Ihre Kontaktdaten. Das Panel kann an diese Adresse Warnungen schicken, etwa wenn Ihr Speicherkontingent voll ist. Eine veraltete Adresse führt also dazu, dass Sie wichtige Hinweise verpassen.

Welche Bereiche zeigt die Startseite von cPanel?

Das aktuelle Theme der cPanel Oberfläche heißt Jupiter, und die Startseite gruppiert die Werkzeuge unter Überschriften. Ihr Anbieter kann einzelne Werkzeuge abschalten, dennoch ähnelt das Grundgerüst in den meisten Konten diesem Aufbau.

  • Files (Dateien): File Manager, Backup, Backup Wizard, Disk Usage, FTP Accounts.
  • Databases (Datenbanken): phpMyAdmin, MySQL Databases, MySQL Database Wizard.
  • Domains: Domains, Redirects, Zone Editor.
  • Email (E-Mail): Email Accounts, Forwarders, Autoresponders, Spam Filters.
  • Metrics (Statistiken): Visitors, Errors, Bandwidth und Statistiken wie Awstats.
  • Security (Sicherheit): SSL/TLS Status, Two Factor Authentication, IP Blocker.
  • Software: MultiPHP Manager, MultiPHP INI Editor und je nach Anbieter WP Toolkit.
  • Advanced (Erweitert): Cron Jobs und Terminal, sofern Ihr Anbieter es freischaltet.

Am schnellsten kommen Sie über das Suchfeld oben ans Ziel. Tippen Sie zum Beispiel "cron" ein, landen Sie direkt bei den geplanten Aufgaben. Im Statistikbereich neben den Werkzeugen sehen Sie außerdem Ihre Paketgrenzen, etwa Speicherverbrauch, Anzahl der Postfächer und Anzahl der Datenbanken.

Wofür nutzen Sie den File Manager und worauf sollten Sie achten?

Konkret verwalten Sie mit dem File Manager Ihre Dateien im Browser, ganz ohne FTP Programm. Die Dateien Ihrer Hauptwebsite liegen in den meisten Konten im Ordner public_html. Zusätzliche Domains verweisen außerdem auf eigene Ordner, und welcher Ordner zu welcher Domain gehört, zeigt Ihnen der Bereich Domains.

In der Praxis ist das Werkzeug bequem, verzeiht aber keine Fehler. Deshalb empfehlen wir diese Gewohnheiten:

  • Kopieren Sie eine Datei, bevor Sie sie bearbeiten; sichern Sie etwa die .htaccess unter anderem Namen im selben Ordner.
  • Aktivieren Sie in den Einstellungen "Show Hidden Files", damit Sie versteckte Dateien wie .htaccess sehen.
  • Vergeben Sie nie aus Bequemlichkeit die Rechte 777; nutzen Sie die Rechte, die Ihr Anbieter empfiehlt.
  • Laden Sie große Datenmengen als ZIP Archiv hoch und entpacken Sie es im Panel; das geht schneller als einzelne Dateien.

Zeigt Ihre Website nach einer Änderung eine weiße Seite oder einen Fehler 500, machen Sie die letzte Änderung rückgängig. Danach prüfen Sie das Fehlerprotokoll, bevor Sie etwas anderes versuchen.

Wie legen Sie in cPanel ein geschäftliches E-Mail Postfach an?

Im Bereich Email Accounts klicken Sie auf "Create", wählen die Domain und legen Benutzernamen und Passwort fest. Auf Wunsch setzen Sie zudem ein Kontingent für das Postfach. Danach melden Sie sich über Webmail an oder richten das Postfach mit den Angaben unter "Connect Devices" in Outlook oder auf dem Smartphone ein.

Ein Punkt geht dabei oft unter: Mit dem Postfach allein ist es nicht getan. Damit Ihre Mails nicht im Spam landen, brauchen Sie korrekte SPF, DKIM und DMARC Einträge. cPanel zeigt deren Status im Bereich zur Zustellbarkeit an. Die Hintergründe erklären wir in unserem Beitrag zur E-Mail mit eigener Domain.

Liegt Ihre Domainmail dagegen bei einem externen Dienst wie Google Workspace oder Microsoft 365, sorgt ein gleichnamiges Postfach in cPanel für Verwirrung. Denn der Server versucht unter Umständen, interne Mails an diese Adresse im eigenen Postfach abzulegen. Prüfen Sie in diesem Fall die MX Einstellungen gemeinsam mit Ihrem Anbieter.

Was bietet Ihnen der Bereich Datenbanken?

Die meisten dynamischen Websites, konkret CMS Systeme, speichern ihre Inhalte in einer Datenbank. In cPanel führt Sie der MySQL Database Wizard durch drei Schritte. Zunächst legen Sie die Datenbank an, dann einen Benutzer, und schließlich geben Sie diesem Benutzer Rechte auf die Datenbank. Beim Shared Hosting steht Ihr Kontoname meist als Präfix vor Datenbank und Benutzername.

Mit phpMyAdmin sehen Sie zudem Tabellen ein, führen Abfragen aus und exportieren Daten. Allerdings bricht der Import großer Datenbanken im Browser gern wegen Zeitüberschreitung ab. Bitten Sie dann Ihren Anbieter um Hilfe oder nutzen Sie die offiziellen Kommandozeilenwerkzeuge, sofern Sie Shell Zugriff haben.

Aus Sicherheitsgründen legen Sie für jede Website einen eigenen Datenbankbenutzer an und vergeben nur die nötigen Rechte. So greift eine Lücke in einer Website nicht direkt auf die Daten einer anderen Website im selben Konto durch.

Achten Sie außerdem auf die Verbindungsdaten. In den meisten Shared Hosting Paketen verbindet sich Ihre Website über localhost mit der Datenbank. Brauchen Sie eine Fernverbindung, erlauben Sie im Bereich Remote Database Access nur die IP Adresse, die Sie tatsächlich benötigen. Ein offener Zugang macht Ihre Datenbank ohne Grund aus dem Internet erreichbar.

Wo verwalten Sie Domains und DNS Einträge in cPanel?

Zunächst listet der Bereich Domains Ihre Hauptdomain, zusätzliche Domains und Subdomains an einer Stelle auf. Fügen Sie eine neue Domain hinzu, weist das Panel ihr einen eigenen Stammordner zu. Legen Sie eine Subdomain wie blog.example.com an, bestimmen Sie dafür ebenfalls einen eigenen Ordner.

Im Zone Editor bearbeiten Sie die DNS Einträge Ihrer Domain. Allerdings wirkt das nur, wenn die Nameserver Ihrer Domain auf dieses Hosting zeigen. Liegt Ihr DNS woanders, zum Beispiel bei Cloudflare, erreichen Änderungen in cPanel die Außenwelt nie. Was ein Eintrag tatsächlich zurückgibt, prüfen Sie mit unserer DNS Abfrage.

Kurz gesagt: Beantworten Sie vor jeder Änderung die Frage "Wo liegt mein DNS?". Diese einfache Prüfung verhindert, dass Mails oder Website stundenlang ausfallen.

Wie prüfen Sie SSL Zertifikate in cPanel?

Viele Anbieter nutzen die Funktion AutoSSL von cPanel, um kostenlose domainvalidierte Zertifikate (DV) automatisch zu installieren und zu erneuern. Diese Funktion steuert allerdings Ihr Anbieter auf dem Server. Sie selbst sehen im Bereich SSL/TLS Status unter Security, welche Domains geschützt sind, welche Zertifikate bald ablaufen und wo AutoSSL auf Probleme stößt.

Kann AutoSSL eine Domain nicht validieren, liegt das meist am DNS, also beginnen Sie dort. Die Domain zeigt vielleicht auf einen anderen Server, oder der Eintrag einer Subdomain fehlt. Beachten Sie außerdem: Ein installiertes Zertifikat bedeutet noch nicht, dass jede Seite über HTTPS lädt. Weiterleitungen und Warnungen zu gemischten Inhalten prüfen Sie separat.

Wie Ihr Zertifikat von außen aussieht, testen Sie mit unserem SSL Check. Warum HTTPS unverzichtbar ist, erklären wir im Beitrag Was ist ein SSL Zertifikat.

Wie viel Schutz bieten Ihnen cPanel Backups?

Zunächst sichern Sie mit dem Backup Wizard das ganze Konto oder einzelne Teile. Die Teilsicherungen umfassen das Home Verzeichnis, die MySQL Datenbanken sowie E-Mail Weiterleitungen und Filter. Ein vollständiges Backup packt dagegen das gesamte Konto in ein Archiv.

Allerdings gibt es hier eine wichtige Grenze. Die cPanel Dokumentation zum Backup Wizard stellt klar, dass Sie ein vollständiges Backup in cPanel nicht automatisch zurückspielen können; diese Funktion gibt es nur in WHM. Für die Wiederherstellung eines Vollbackups brauchen Sie also Ihren Anbieter. Teilsicherungen spielen Sie dagegen selbst im Panel zurück.

Verlassen Sie sich deshalb nie auf eine einzige Backupquelle. Erst das automatische Backup des Anbieters, eine heruntergeladene Kopie und ein Archiv an einem anderen Ort ergeben zusammen echten Schutz. Wo und wie oft Sie Backups aufbewahren, beschreiben wir in unserer Backup Strategie für Websites. Schließlich gilt: Testen Sie die Wiederherstellung ab und zu, statt nur Sicherungen anzulegen.

Wo finden Sie Cron Jobs und die PHP Version?

Im Bereich Cron Jobs führen Sie Befehle automatisch zu festen Zeiten aus. Zum Beispiel planen Sie damit den Lagerabgleich eines Shop Plugins oder ein Berichtsskript für die Nacht. Die Zeitfelder folgen dem üblichen Cron Format: Minute, Stunde, Tag des Monats, Monat und Wochentag.

# Läuft jeden Tag um 03:00 Uhr (Beispiel)
0 3 * * * php /home/benutzername/public_html/aufgabe.php

Der vollständige Pfad zur PHP Binärdatei unterscheidet sich von Server zu Server. Lesen Sie daher die Dokumentation Ihres Anbieters, bevor Sie den Befehl eintragen. Vermeiden Sie außerdem Aufgaben, die jede Minute laufen, denn beim Shared Hosting stoßen sie schnell an Prozessgrenzen.

Die PHP Version wählen Sie pro Domain im MultiPHP Manager unter Software. Läuft auf dem Server CloudLinux, bietet Ihr Anbieter stattdessen eventuell den PHP Selector an. Beide Wege samt Checkliste vor dem Wechsel erklären wir in unserer Anleitung PHP Version in cPanel ändern, deshalb wiederholen wir sie hier nicht.

Wie behalten Sie Fehler und Traffic in cPanel im Blick?

Konkret zeigt Ihnen der Bereich Metrics, wie sich Ihre Website auf dem Server verhält. Unter Errors finden Sie die letzten Einträge des Fehlerprotokolls; eine fehlende Datei oder ein Rechteproblem hinterlässt dort Spuren. Visitors zeigt die letzten Zugriffe, Bandwidth Ihr monatliches Datenvolumen.

Diese Daten ersetzen keine Marketinganalyse, sind aber für die technische Diagnose wertvoll. Ist die Website etwa nach einer Kampagne langsamer geworden, schauen Sie zunächst im Bereich Resource Usage nach Grenzüberschreitungen. Dann suchen Sie im Fehlerprotokoll nach wiederkehrenden Warnungen, und schließlich messen Sie die Ladezeit mit einem separaten Werkzeug.

Die serverseitigen Ursachen für langsame Ladezeiten haben wir im Beitrag Warum ist meine Website langsam zusammengestellt. Kurz gesagt zeigt Ihnen cPanel das Symptom; die eigentliche Ursache finden Sie erst, wenn Sie diese Befunde zusammen mit Ladezeittests lesen.

Worauf achten Sie beim Umzug in ein anderes cPanel Konto?

Beim Wechsel des Anbieters haben Sie zwei Wege. Erstens: Nutzen beide Anbieter cPanel, bitten Sie den neuen Anbieter um eine vollständige Kontoübertragung. Dieser Vorgang läuft in WHM und überträgt in der Regel Postfächer, Datenbanken und die DNS Zone gemeinsam. Zweitens: Sie ziehen Dateien, Datenbank und Postfächer von Hand um.

Egal, welchen Weg Sie wählen, wir empfehlen diese Reihenfolge:

  1. Erstellen Sie vor dem Umzug ein aktuelles Vollbackup und zusätzlich einen Datenbankexport im alten Konto.
  2. Senken Sie den TTL Wert Ihrer DNS Einträge einige Zeit vor dem Umzugstag, damit sich die Änderung schneller verbreitet.
  3. Ändern Sie die Nameserver erst, wenn Sie die Website im neuen Konto getestet haben.
  4. Prüfen Sie nach dem Wechsel Postfächer, SSL Status und Cron Jobs einzeln.
  5. Lassen Sie das alte Konto noch einige Tage bestehen, als Puffer für verspätete Mails und vergessene Dateien.

Ein Umzug ist zudem der heikelste Moment im Leben einer Website. Planen Sie ihn bei einem laufenden Onlineshop deshalb in eine ruhige Stunde und nutzen Sie, wenn möglich, die Umzugshilfe Ihres Anbieters.

Welche 10 Aufgaben sollten Einsteiger in cPanel zuerst erledigen?

Wenn Sie ein neues Hostingkonto eröffnen, schließen Sie zuerst die grundlegenden Sicherheitsschritte und Aufräumarbeiten ab. Diese Reihenfolge nutzt unser Team bei neuen Projekten:

  1. Ändern Sie das Passwort aus der Willkommensmail und wählen Sie ein starkes Passwort.
  2. Aktivieren Sie die Zwei Faktor Authentifizierung im Bereich Two Factor Authentication.
  3. Hinterlegen Sie unter Contact Information eine aktuelle Adresse, denn dorthin gehen die Warnungen des Panels.
  4. Prüfen Sie im Bereich SSL/TLS Status, ob jede Domain ein Zertifikat hat.
  5. Kontrollieren Sie im MultiPHP Manager, ob Ihre Website auf einer unterstützten PHP Version läuft.
  6. Legen Sie Ihre geschäftlichen Postfächer an und beheben Sie Warnungen im Bereich zur Zustellbarkeit.
  7. Erstellen Sie Ihr erstes Backup und laden Sie es auf Ihren Rechner oder einen separaten Speicher herunter.
  8. Löschen Sie ungenutzte FTP Konten, alte Subdomains und Testinstallationen.
  9. Lernen Sie Ihre Paketgrenzen über die Anzeigen zu Speicher und Ressourcen kennen.
  10. Legen Sie fest, wer Zugriff erhält; statt das Passwort weiterzugeben, richten Sie bei Bedarf eigene FTP oder Mailkonten ein.

Diese Liste kostet Sie also etwa eine Stunde. Dafür spart sie Ihnen im Ernstfall, etwa bei einer Kontoübernahme oder einem Datenverlust, womöglich Tage.

Wie schützen Sie Ihr cPanel Konto?

Vor allem ist Ihr cPanel Konto der Schlüssel zu Ihrer Website. Wer es übernimmt, erreicht Dateien, Datenbank und Postfächer auf einen Schlag. Denken Sie Sicherheit deshalb in mehreren Schichten.

  • Zwei Faktor Authentifizierung: Laut der cPanel Dokumentation zur 2FA verlangt die Anmeldung dann neben dem Passwort einen sechsstelligen Code aus einer Smartphone App. Allerdings muss Ihr Anbieter die Funktion zuvor in WHM freischalten.
  • Starkes, einzigartiges Passwort: Verwenden Sie kein Passwort aus einem anderen Dienst. Unser Passwort Generator ist dafür ein praktischer Anfang.
  • Ungenutzte Software entfernen: Eine alte WordPress Installation, ein inaktives Plugin oder ein vergessener Testordner sind beliebte Einfallstore.
  • Aktuell bleiben: Halten Sie CMS, Themes und Plugins aktuell und lassen Sie PHP auf einer unterstützten Version.
  • Zugriff begrenzen: Nutzen Sie nach Möglichkeit SFTP statt FTP und schließen Sie Konten, sobald die Arbeit erledigt ist.

Firewallregeln auf dem Server sind dagegen Sache Ihres Anbieters, nicht Ihre. Liefert ein Formular beim Absenden einen Fehler 403, steckt womöglich eine Web Application Firewall dahinter. Bitten Sie Ihren Anbieter dann, die passende Regel zu prüfen.

Welche Grenzen hat cPanel beim Shared Hosting?

cPanel gibt Ihnen viel Spielraum, doch den Server darunter teilen Sie mit anderen Konten. Deshalb setzen Anbieter Ressourcengrenzen pro Konto. Auf Servern mit CloudLinux setzt ein Mechanismus namens LVE diese Grenzen durch. Die CloudLinux Dokumentation zu Limits beschreibt sie so:

  • SPEED: die Grenze für die CPU Nutzung.
  • PMEM: die Grenze für den physischen Arbeitsspeicher.
  • IO und IOPS: Grenzen für den Datendurchsatz der Festplatte und für die Zahl der Schreib und Lesevorgänge.
  • EP: Entry Processes, also gleichzeitige Verbindungen zu dynamischen Skripten sowie SSH Sitzungen und Cron Jobs.
  • NPROC: die Gesamtzahl der Prozesse im Konto.

Meldet Ihre Website bei einem Besucheransturm einen Fehler wie "508 Resource Limit Is Reached", haben Sie sehr wahrscheinlich eine dieser Grenzen erreicht. Ihre Werte sehen Sie im Bereich Resource Usage.

CageFS schließt zudem jeden Benutzer in ein eigenes virtuelles Dateisystem ein, sodass Konten die Dateien anderer Konten nicht sehen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Was ist CageFS.

Wie funktioniert die cPanel Lizenz und wer bezahlt sie?

cPanel ist keine kostenlose Software. Laut der offiziellen Preisseite von cPanel gilt die Lizenz pro Server und ist nach der Zahl der cPanel Konten gestaffelt, die Sie hosten dürfen. Die Seite nennt die Stufen Solo, Admin, Pro und Premier. In der obersten Stufe fällt ab einer bestimmten Kontenzahl eine Gebühr pro zusätzlichem Konto an.

Als Kunde im Shared Hosting zahlen Sie diese Lizenz nicht selbst. Ihr Anbieter bezahlt sie und rechnet die Kosten in den Paketpreis ein. Installieren Sie cPanel jedoch auf Ihrem eigenen VPS, wird die Lizenz zu Ihren direkten Kosten. Schauen Sie daher bei einer VPS Entscheidung nicht nur auf den Serverpreis, sondern auch auf die Panellizenz.

Für Agenturen ist das kontobasierte Modell zudem wichtig. Jede Kundenwebsite in einem eigenen cPanel Konto zu führen, ist zum Beispiel sicherheitstechnisch richtig, hebt Sie aber auch in eine höhere Stufe. Da sich Preise oft ändern, nennen wir hier keine Zahlen; die aktuelle Tabelle finden Sie auf der offiziellen Seite.

Indirekt betrifft die Lizenz auch Websitebetreiber. Steigen die Panelkosten, stellen manche Anbieter ihre Pakete um oder wechseln zu einem anderen Panel. Deshalb ist es bei langfristigen Projekten klug, den Anbieter nach seiner Panelstrategie zu fragen und früh an einen Umzugsplan zu denken.

Welche Alternativen zu cPanel gibt es?

cPanel ist nicht die einzige Wahl. Welches Control Panel passt, hängt vom Servertyp, vom Budget, von den Gewohnheiten Ihres Teams und vom Support des Anbieters ab. Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Alternativen:

  • Plesk: unterstützt Linux und Windows Server. Beide Panels vergleichen wir im Beitrag Plesk oder cPanel.
  • DirectAdmin: ein kommerzielles Panel, bekannt für eine schlichtere Oberfläche und einen geringeren Ressourcenbedarf.
  • aaPanel und andere kostenlose Panels: eine günstige Option für erfahrene Nutzer, die ihren VPS selbst verwalten. Hinweise zu Installation und Sicherheit finden Sie in unserer aaPanel Anleitung.

Beim Shared Hosting wählen Sie das Panel selten selbst; mit dem Anbieter wählen Sie auch sein Panel. Deshalb zählen bei der Hostingentscheidung Supportqualität und Backupregeln des Anbieters genauso viel wie der Name des Panels. Die Kriterien haben wir im Beitrag Webhosting auswählen aufgelistet.

Welche Aufgaben überlassen Sie besser Ihrem Hostinganbieter?

Mit cPanel erledigen Sie vieles selbst, aber Sie müssen nicht alles selbst erledigen. Manche Aufgaben haben hohe Fehlerkosten, und Ihr Anbieter verfügt über Werkzeuge, die Sie nicht sehen. Ehrlich gesagt ist ein Supportticket in diesen Fällen die bessere Wahl:

  • Das ganze Konto aus einem Vollbackup wiederherstellen, denn diese Funktion liegt ohnehin in WHM.
  • Serverweite Mailsperren, Einträge auf Sperrlisten und Versandlimits.
  • Eine Firewall, die eine legitime Anfrage blockiert, oder eine Sperre Ihrer eigenen IP Adresse.
  • Ressourcengrenzen, die Sie immer wieder überschreiten; dann brauchen Sie womöglich ein größeres Paket oder eine andere Infrastruktur.
  • Eine vollständige Kontoübertragung, wenn Sie Ihre Domain zu einem anderen Anbieter umziehen.

Betreiben Sie cPanel und WHM auf Ihrem eigenen VPS, liegen diese Aufgaben bei Ihnen. Dann tragen Sie auch die Verantwortung für Updates des Betriebssystems, die Firewall und den Backupplan. Möchten Sie diese Last nicht tragen, vergleichen Sie vor der Entscheidung einen verwalteten Dienst mit den übrigen Serveroptionen.

Welche Fehler passieren in cPanel am häufigsten?

Die Probleme, die wir am häufigsten sehen, entstehen eher aus Gewohnheiten als aus fehlendem Fachwissen. Diese Fehler wirken klein, können aber große Schäden verursachen:

  • Sich auf eine einzige Backupquelle verlassen und die Wiederherstellung nie testen.
  • Dateien direkt auf der Live Website bearbeiten, ohne vorher eine Kopie anzulegen.
  • Einträge im Zone Editor ändern, ohne zu wissen, wo das DNS tatsächlich liegt.
  • Alte Testinstallationen und ungenutzte Plugins auf dem Server lassen.
  • Die PHP Version wechseln, ohne die Kompatibilität der Website zu prüfen.
  • Das Panelpasswort im Team per Mail oder Chat weitergeben.

Allen diesen Fehlern ist eines gemeinsam: Wenige Minuten Kontrolle verhindern sie. Somit lernen Sie cPanel am besten, indem Sie sich vor jeder Änderung fragen: "Wie mache ich das rückgängig?"

Fazit: Machen Sie cPanel zu einer festen Wartungsroutine

cPanel ist die Schaltzentrale Ihres Hostingkontos. Dateien, E-Mail, Datenbanken, Domains, SSL, Backups und PHP Einstellungen liegen an einem Ort. Um diese Möglichkeiten gut zu nutzen, sollten Sie allerdings den Unterschied zwischen Kontoebene und Serverebene kennen und Ihre Grenzen verstehen.

Unser Rat ist einfach. Erledigen Sie am ersten Tag die Schritte zu Sicherheit und Backup. Prüfen Sie dann einmal im Monat SSL, PHP Version und Ressourcenverbrauch. Arbeiten auf Serverebene überlassen Sie Ihrem Anbieter. Möchten Sie Struktur, Performance oder Hostingwahl Ihrer Website gemeinsam mit uns prüfen, sprechen Sie unser Team über unseren Webdesign Service an.

Häufig gestellte Fragen

Ist cPanel kostenlos?
Nein, cPanel ist kommerzielle Software, und die Lizenz gilt pro Server. Beim Shared Hosting bezahlt Ihr Anbieter die Lizenz und rechnet die Kosten in den Paketpreis ein. Installieren Sie cPanel auf Ihrem eigenen VPS, zahlen Sie die Lizenz selbst. Kostenlose Open Source Panels wie aaPanel gibt es zwar, dann liegen Sicherheit und Wartung aber vollständig bei Ihnen.
Ich habe mein cPanel Passwort vergessen. Was tun?
Nutzen Sie zunächst den Link zum Zurücksetzen auf der Anmeldeseite; er schickt eine Nachricht an die im Panel hinterlegte Kontaktadresse. Hat Ihr Anbieter diese Option deaktiviert, setzen Sie das Passwort im Kundenbereich zurück oder eröffnen ein Supportticket. Aktivieren Sie danach die Zwei Faktor Authentifizierung und speichern Sie das neue Passwort in einem Passwortmanager.
Kann ich mit cPanel WordPress installieren?
Ja, das geht. Die meisten Anbieter stellen in cPanel das WP Toolkit oder einen ähnlichen Installer bereit. Fehlt ein solches Werkzeug, laden Sie die WordPress Dateien mit dem File Manager hoch, legen mit dem MySQL Database Wizard eine Datenbank an und schließen die Einrichtung im Browser ab. Prüfen Sie danach SSL, Backups und Updates.
Nutzen cPanel und WHM dasselbe Passwort?
In der Regel nicht, denn es handelt sich um verschiedene Kontotypen. Ein cPanel Login gehört zu einem einzelnen Hostingkonto, bei WHM melden sich dagegen Root Benutzer oder Benutzer mit Reseller Rechten an. Im Resellerpaket haben Ihr WHM Zugang und die cPanel Konten Ihrer Kunden getrennte Zugangsdaten. Nutzen Sie für jeden Zugang ein eigenes starkes Passwort.
Kann ich eine Website auch ohne cPanel verwalten?
Ja, Sie können andere Panels wie Plesk, DirectAdmin oder aaPanel nutzen oder direkt per SSH auf der Kommandozeile arbeiten. Ohne Panel richten Sie E-Mail, DNS, SSL und Backups allerdings einzeln ein und überwachen sie selbst. Haben Sie kein technisches Team, ist ein Hosting mit Panel oder ein verwalteter Dienst meist sicherer und spart Zeit.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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