Digitales Marketing

Warum verbrennt Google Ads Geld? 12 teure Google Ads Fehler und ihre Lösung

Talha Aslan 19 Minuten Lesezeit

Warum verbrennt Google Ads Geld, und welche Google Ads Fehler kosten am meisten?

Google Ads Fehler sind Fehler in Einrichtung und Steuerung, durch die Ihr Budget ohne Umsatz versickert. In der Praxis verbrennt selten ein einzelner großer Fehler das Geld. Vielmehr summieren sich kleine Einstellungen: weitgehend passende Keywords ohne Ausschlüsse, offene Netzwerkeinstellungen und fehlerhaftes Conversion Tracking. Die Rechnung wächst dann leise.

Ich betreue seit 2012 Google Ads Konten. Als Google Partner prüfe ich regelmäßig Konten, und in denen mit hohem Streuverlust tauchen fast immer dieselben Einstellungen auf. Gefährlich sind sie vor allem deshalb, weil viele davon über Standardwerte oder automatische Empfehlungen aktiv sind, oft ohne dass der Werbetreibende es bemerkt.

Jeden Fehler behandle ich daher nach demselben Muster: Symptom, Prüfort in Google Ads und Lösung. Die Menünamen stammen aus den aktuellen deutschen Seiten der Google Ads Hilfe; da sich die Oberfläche ändert, sind kleine Abweichungen möglich. Das sind die zwölf Google Ads Fehler, die ich am häufigsten sehe:

  1. Weitgehend passende Keywords ohne Liste mit auszuschließenden Keywords.
  2. Den Bericht zu Suchbegriffen nie öffnen.
  3. Seitenaufrufe als primäre Conversions zählen.
  4. Dieselbe Conversion doppelt erfassen.
  5. Suchnetzwerkpartner ohne Datenprüfung aktiv lassen.
  6. Die Aktivierung des Displaynetzwerks übersehen.
  7. Automatisch angewendete Empfehlungen unkontrolliert laufen lassen.
  8. Die Standortoption „Präsenz oder Interesse“ nie hinterfragen.
  9. Mit zu wenigen Daten auf Smart Bidding umstellen.
  10. Performance Max den Markentraffic überlassen.
  11. Bezahlte Klicks auf eine schwache Landingpage schicken.
  12. Anzeigen ohne Werbezeitplaner rund um die Uhr schalten.

Fehler 1: Warum verbrennen weitgehend passende Keywords ohne Ausschlüsse Ihr Budget?

Laut Google Ads Hilfe ist „Weitgehend passend“ die Keyword Option, die Google allen Keywords standardmäßig zuweist. Ihre Anzeige kann daher auch bei Suchanfragen erscheinen, die nur einen Bezug zu Ihrem Keyword haben. Zudem bezeichnet Google die Kombination mit Smart Bidding als entscheidend. Ohne auszuschließende Keywords wird aus dieser Reichweite allerdings direkt Streuverlust.

Symptom: Die Klicks steigen, die Conversions stagnieren. In den Suchbegriffen finden Sie zum Beispiel „kostenlos“, „Jobs“, „Gehalt“, „Vorlage“, „gebraucht“ oder Namen von Wettbewerbern. Ist in Ihrer Suchkampagne AI Max aktiv, vergrößert sich das Netz zusätzlich, denn der Suchbegriffsabgleich nutzt neben weitgehend passenden Keywords auch keywordlose Technologie.

Prüfort: Klicken Sie im Menü Kampagnen auf Keywords und prüfen Sie die Keyword Option jedes Keywords. Danach öffnen Sie auf derselben Seite den Tab Auszuschließende Keywords. Die kontoweite Liste finden Sie dann über das Symbol Admin unter Kontoeinstellungen im Bereich „Auszuschließende Keywords“.

Lösung:

  • Legen Sie ab dem ersten Tag eine Ausschlussliste an und schließen Sie Absichten wie Jobs, Ausbildung, kostenlos und gebraucht aus.
  • Allerdings greifen auszuschließende Keywords nicht bei ähnlichen Varianten. Ergänzen Sie deshalb Singular, Plural und Synonyme selbst.
  • Laut Google sind bis zu 20 Listen mit auszuschließenden Keywords pro Konto möglich, mit jeweils bis zu 5.000 Keywords.
  • Funktioniert Ihr Conversion Tracking noch nicht zuverlässig, starten Sie stattdessen mit passender Wortgruppe und genau passenden Keywords. Für schnelle Varianten eignet sich unser Keyword Match Type Tool.

Welche Keywords überhaupt Budget verdienen, ist eine eigene Aufgabe. Diese beschreibe ich Schritt für Schritt im Beitrag über Keywords, die verkaufen.

Fehler 2: Was kostet es Sie, den Bericht zu Suchbegriffen zu ignorieren?

Ein Keyword ist der Begriff, den Sie auswählen. Ein Suchbegriff ist dagegen das, was Menschen tatsächlich eintippen. Ihre Anzeigen erscheinen bei diesen echten Suchanfragen, also fließt Ihr Geld genau dorthin. Wer den Bericht zu Suchbegriffen nie öffnet, sieht folglich nie, wo das Budget wirklich landet.

Symptom: Die Keywordtabelle wirkt sauber, doch die Lücke zwischen Kosten und Conversions wächst. Außerdem ist Ihre Ausschlussliste seit Monaten nicht gewachsen.

Prüfort: Klicken Sie im linken Navigationsbereich auf Kampagnen und dann im Untermenü Statistiken und Berichte auf Suchbegriffe. Ein Hinweis dazu: Aus Datenschutzgründen blendet Google zudem Suchbegriffe mit zu wenigen Suchanfragen aus. Der Bericht zeigt also nicht jeden Cent Ihrer Ausgaben. Trotzdem deckt er die meisten Lecks auf. Details erklärt Google auf der Hilfeseite zum Bericht zu Suchbegriffen.

Lösung:

  1. Öffnen Sie den Bericht mindestens einmal pro Woche, mit Spalten für Kosten und Conversions.
  2. Laden Sie dann die Daten der letzten 30 oder 90 Tage herunter.
  3. Fügen Sie sie in unsere Wortgruppenanalyse für Suchbegriffe ein und prüfen Sie die Gesamtkosten jedes wiederkehrenden Wortes.
  4. Schließlich sperren Sie teure Wortbausteine ohne Conversions und übernehmen starke Suchanfragen als Keywords.

Der Vorteil dieser Analyse: Statt tausende Suchanfragen einzeln zu lesen, sehen Sie die Summe hinter einem einzigen Wort wie „kostenlos“ oder „Kurs“ über hunderte Varianten hinweg. Somit wird aus vielen kleinen Beträgen eine klare Entscheidung.

Fehler 3: Warum führen Seitenaufrufe als Conversions in die Irre?

Smart Bidding versucht, genau das zu vermehren, was Sie als primäre Conversion festlegen. Machen Sie einen Aufruf der Startseite oder der Preisseite zum primären Ziel, sucht das System nach Menschen, die kommen, aber nie kaufen. Der Bericht glänzt dann, doch auf dem Konto kommt kein Geld an.

Google Ads führt primäre Aktionen in der Spalte „Conversions“ und nutzt sie für Gebote. Sekundäre Aktionen dienen dagegen nur der Beobachtung und erscheinen in der Spalte „Alle Conversions“. Auf der Seite zu primären und sekundären Conversion Aktionen warnt Google ausdrücklich: Falsch konfigurierte Einstellungen können Smart Bidding an einer effektiven Optimierung hindern.

Symptom: Es gibt deutlich mehr Conversions als echte Formulare, Anrufe und Bestellungen. Die Kosten pro Conversion wirken winzig, trotzdem sieht Ihr Vertrieb keine neuen Kunden.

Prüfort: Klicken Sie im Menü Zielvorhaben im Bereich Conversions auf Zusammenfassung. Dort sehen Sie zunächst, zu welchem Zielvorhaben jede Aktion gehört und ob sie primär oder sekundär zählt. Zum Ändern klicken Sie auf Zielvorhaben bearbeiten und wählen im Bereich zur Optimierung der Conversion Aktion die Option Primär oder Sekundär (nur beobachten).

Lösung: Lassen Sie nur Aktionen mit echtem Geschäftswert als primär stehen: ein gesendetes Formular, einen qualifizierten Anruf, einen abgeschlossenen Kauf. Seitenaufrufe, Scrolltiefe und Verweildauer stufen Sie auf sekundär herab. Wenn unklar ist, welche Aktion das eigentliche Ziel ist, hilft Ihnen mein Leitfaden zum Thema Conversion Ziele festlegen.

Fehler 4: Wie ruinieren doppelt gezählte Conversions Ihre Gebotsstrategie?

Der zweite Messfehler ist die Doppelzählung, und er begegnet mir meist in zwei Formen. Erstens erfassen Werbetreibende dasselbe Formular mit dem Google Ads Tag und zusätzlich über eine Conversion aus Google Analytics 4 und setzen beide auf primär. Zweitens lassen sie ein Leadformular auf der Zählmethode „Jede“, sodass eine doppelte Anfrage zwei Conversions ergibt.

Googles Einordnung ist klar. „Jede Conversion“ passt zu Verkäufen, denn jeder Verkauf bringt Wert. Bei Leads bringt dagegen meist nur ein Lead pro Anzeigenklick Gewinn, deshalb passt „Eine Conversion“ besser. Zudem kommen Conversions, die Sie in Google Analytics anlegen, standardmäßig als sekundär in Google Ads an; primär macht sie meist jemand im Konto.

Symptom: Die gemeldeten Conversions liegen etwa beim Doppelten Ihrer echten Leads oder Bestellungen. Außerdem beschreiben zwei primäre Zeilen in Ihrer Liste dieselbe Aktion.

Prüfort: Klicken Sie auf das Symbol für Zielvorhaben, öffnen Sie Conversions und dann Zusammenfassung. Klicken Sie danach auf den Namen der Conversion Aktion. Unter Einstellungen bearbeiten sehen Sie bei der Zählmethode, ob „Eine“ oder „Jede“ aktiv ist.

Lösung: Wählen Sie für jede echte Aktion genau eine primäre Quelle und stufen Sie die andere auf sekundär herab. Nutzen Sie deshalb „Eine“ für Leads wie Formulare und Anrufe und „Jede“ für Käufe im E-Commerce. Beachten Sie dabei: Die Änderung gilt nur für künftige Conversions und bereinigt keine alten Daten. Mit sauberen Daten prüfen Sie Ihre echte Quote danach im Conversion Rate Rechner.

Fehler 5: Was passiert, wenn die Suchnetzwerkpartner aktiv bleiben?

Suchnetzwerkpartner sind Placements außerhalb der Google Suche: Ergebnisseiten von Partnern, Websiteverzeichnisse, Produktdetailseiten sowie Suchergebnisse und Wiedergabeseiten auf YouTube. Laut Google sind sie in neuen Suchkampagnen standardmäßig eingeschlossen. Dieselbe Hilfeseite weist allerdings darauf hin, dass Klicks von diesen Websites nicht immer sehr zielgerichteten Traffic widerspiegeln.

Symptom: Segmentieren Sie die Kampagnentabelle nach Werbenetzwerk, konvertieren Klicks von Partnern deutlich schlechter als Klicks aus der Google Suche. Der Klickpreis ist niedrig, die Qualität aber ebenso.

Prüfort: Klicken Sie im Menü Kampagnen auf das Zahnradsymbol neben dem Kampagnennamen. Öffnen Sie das Menü „Werbenetzwerke“ und prüfen Sie das Häkchen bei den Suchnetzwerkpartnern. Zum Abschalten entfernen Sie dann das Häkchen und klicken auf Speichern.

Lösung: Das Abschalten passt nicht zu jedem Konto. Vergleichen Sie zunächst die Conversion Daten nach Werbenetzwerk über einige Wochen. Liefern die Partner echte Conversions zu vertretbaren Kosten, lassen Sie sie aktiv. Sonst schalten Sie sie ab.

Noch ein Hinweis: Unter den Empfehlungen, die Google automatisch anwenden kann, findet sich auch eine zur Erweiterung der Reichweite über Suchnetzwerkpartner. Behalten Sie deshalb den Änderungsverlauf im Blick, falls die Einstellung später wieder aktiv ist.

Kurz gesagt ist die Einstellung weder gut noch schlecht. Problematisch ist nur, sie ungeprüft laufen zu lassen, denn Daten weniger Tage zeigen den Unterschied zwischen den Netzwerken oft verzerrt.

Fehler 6: Wohin verschiebt die Aktivierung des Displaynetzwerks Ihr Suchbudget?

Mit der Aktivierung des Displaynetzwerks in Suchkampagnen kann Google nicht aufgebrauchtes Suchbudget auf Websites und Apps im Google Displaynetzwerk lenken. Google betont, dass die Funktion nur ungenutztes Budget einsetzen soll und die Ausgaben stoppt, wenn die Suchleistung nicht erreichbar ist. In der Praxis ist ein Mensch mit konkreter Suchabsicht allerdings nicht dasselbe wie jemand, der ein Banner auf einer Nachrichtenseite sieht.

Zudem verschwimmt dieser Unterschied in einem Konto mit schwacher Messung. Vor allem ein Konto mit den Fehlern 3 und 4 bewertet billige Displayklicks dann womöglich als Erfolg.

Symptom: Ihre Suchkampagne zeigt Impressionen von Bildanzeigen, auffällig hohe Impressionszahlen und sehr niedrige Klickraten. Ebenso entsteht ein Teil der Ausgaben außerhalb der Suchergebnisseite.

Prüfort: Öffnen Sie in den Kampagneneinstellungen den Bereich „Werbenetzwerke“ und klicken Sie auf Werbenetzwerkeinstellungen anzeigen. Ist die Option „Google Displaynetzwerk einbeziehen“ aktiviert, läuft die Erweiterung.

Lösung: Wenn Sie Display bewusst nutzen wollen, bauen Sie eine eigene Kampagne mit eigenem Budget, eigener Ausrichtung und eigenem Bericht. In der Suchkampagne entfernen Sie dann das Häkchen und klicken auf Speichern. Beachten Sie: Auch die Aktivierung des Displaynetzwerks steht auf der Liste der Empfehlungen, die Google automatisch anwenden kann.

Der eigentliche Vorteil einer eigenen Kampagne ist Transparenz. Dann lesen Sie Kosten, Conversions und Placements von Display getrennt von den Suchdaten. Folglich muss niemand mehr darüber streiten, welcher Kanal tatsächlich Geld verdient.

Fehler 7: Wie verändern automatisch angewendete Empfehlungen Ihr Konto?

Aktivieren Sie das automatische Anwenden, setzt Google die ausgewählten Empfehlungen regelmäßig in Ihrem Konto um. Harmlos ist diese Liste allerdings nicht. Auf der Seite zu automatisch anwendbaren Empfehlungen nennt Google unter anderem „Weitgehend passende Keywords hinzufügen“, „Keywords hinzufügen“, die Reichweite über Suchnetzwerkpartner, die Aktivierung des Displaynetzwerks, „Redundante Keywords entfernen“ und das Anpassen von Gebotszielen.

Laut Google erhöht das automatische Anwenden Ihr Budget nicht. Dennoch kann es verändern, in welche Suchanfragen und Werbenetzwerke dieses Budget fließt. Die Rechnung bleibt also gleich, das Ziel des Geldes aber nicht.

Symptom: Im Änderungsverlauf stehen Änderungen an Keywords, Keyword Optionen oder Werbenetzwerken, die niemand aus Ihrem Team vorgenommen hat. Die Leistung ist ab einem bestimmten Datum gesunken, und keiner kennt den Grund.

Prüfort: Klicken Sie auf das Symbol Kampagnen und dann auf Empfehlungen. Danach wählen Sie oben rechts Automatisch anwenden. Der Tab „Verlauf“ zeigt, welche Empfehlungen aktiv sind, wie oft sie in der vergangenen Woche griffen und seit wann sie laufen.

Lösung: Entfernen Sie im Tab „Verwalten“ das Häkchen bei allen Empfehlungen, die Ihre Kontostruktur verändern, und klicken Sie auf Speichern. Behalten Sie einzelne davon, prüfen Sie den Verlauf daher wöchentlich. Sie müssen Empfehlungen nicht grundsätzlich ablehnen; bewerten Sie sie stattdessen einzeln. Wie ich Empfehlungen und den Optimierungsfaktor lese, erkläre ich im Beitrag über die Leistungen einer Google Ads Betreuung.

Fehler 8: Warum ist die Standortoption „Präsenz oder Interesse“ so teuer?

„Präsenz oder Interesse“ ist die Standardoption für das geografische Targeting in Google Ads. Sie erreicht Menschen, die sich in Ihrer Zielregion aufhalten, regelmäßig dort sind oder Interesse an dieser Region zeigen.

Google nennt auf der Seite zu den erweiterten Standortoptionen ein klares Beispiel: Eine Bäckerei in Heidelberg mit Heidelberg als Zielregion erreicht auch Personen, die Interesse an Bäckereien in Heidelberg gezeigt haben. Für Reisen oder Immobilien ist das sinnvoll. Für einen Installateur, eine Praxis oder einen Kurierdienst mit festem Einzugsgebiet bedeutet es andererseits oft Klicks von Menschen, die Sie nie bedienen können.

Symptom: Ihre Standortberichte zeigen Klicks aus Städten, die Sie nicht bedienen, manchmal sogar aus anderen Ländern. Zudem kommen Anfragen mit Adressen außerhalb Ihres Einzugsgebiets.

Prüfort: Öffnen Sie in den Kampagneneinstellungen den Bereich Standorte und prüfen Sie die Auswahl unter Standortoptionen. Es gibt zwei Möglichkeiten: „Präsenz oder Interesse“ und „Präsenz“.

Lösung: Wenn Sie nur Menschen in Ihrem Einzugsgebiet erreichen wollen, wechseln Sie zu „Präsenz“. Laut Google verringert sich bei den meisten Kampagnen die Zahl der Impressionen, wenn Sie die Standardoption verlassen; genau das ist hier das Ziel. Außerdem folgen Standortausschlüsse standardmäßig der Präsenzlogik: Sie schließen Menschen aus, die sich vermutlich in den ausgeschlossenen Gebieten aufhalten.

Fehler 9: Warum ist Smart Bidding mit zu wenigen Daten verfrüht?

Smart Bidding stützt seine Entscheidungen auf Conversion Daten. Stellen Sie eine Kampagne mit wenigen Conversions pro Monat auf „Conversions maximieren“ um, fehlen dem System schlicht die Beispiele. Die Folge sind oft sprunghafte Ausgaben, seltsame Gebotsspitzen und eine Lernphase, die kein Ende findet.

Googles Seite zur Bewertung der Smart Bidding Leistung ist hier eindeutig. Fehlen ausreichend Verlaufsdaten, empfiehlt Google, zunächst zu „Klicks maximieren“ oder „Manueller CPC“ zu wechseln, um erst Conversion Daten zu erheben. Für die Bewertung rät Google zu einem Zeitraum mit mindestens zwei vollständigen Conversion Zyklen, besser einem Monat oder mindestens 50 Conversions.

Symptom: Die Gebotsstrategie kommt lange nicht aus der Lernphase heraus. Zudem schwanken Tagesausgaben und Kosten pro Conversion von Woche zu Woche stark.

Prüfort: Prüfen Sie in der Kampagnenzeile die Gebotsstrategie und ihren Status. Für Details öffnen Sie den Bericht zu Gebotsstrategien und wählen einen Zeitraum, der mindestens zwei Conversion Zyklen abdeckt.

Lösung: Bereinigen Sie zuerst das Conversion Tracking. Wer vor der Lösung der Fehler 3 und 4 auf Smart Bidding umstellt, baut ein System, das sehr schnell das falsche Ziel lernt. Sind die Daten dünn, bündeln Sie Conversions deshalb in weniger Kampagnen. Laut Google braucht Smart Bidding außerdem eine Lernphase von 7 bis 14 Tagen, in der Sie Budgets, Ziele und Conversion Zielvorhaben nicht ständig ändern sollten. Ob Ihr Budget diese Phase trägt, beantworte ich im Beitrag Google Ads Budget festlegen.

Fehler 10: Wie schluckt Performance Max Ihren Markentraffic?

Performance Max liefert mit einer einzigen Kampagne Anzeigen über viele Google Kanäle aus. Das Problem: Wer nach Ihrem Markennamen sucht, will Sie ohnehin finden. Sammelt Performance Max bei diesen Suchanfragen Conversions, sieht der Bericht großartig aus, obwohl ein Teil dieser Verkäufe womöglich auch ohne Anzeige gekommen wäre.

Laut Googles Seite zum Zusammenspiel von Performance Max mit anderen Kampagnen hat eine Suchkampagne Vorrang, wenn ihr Keyword genau mit der Suchanfrage oder deren korrigierter Schreibweise übereinstimmt. Anders gesagt: Steht Ihr Markenname nicht als genau passendes Keyword in einer Markenkampagne, kann Performance Max diesen Traffic übernehmen.

Symptom: Performance Max meldet erstaunlich niedrige Kosten pro Conversion, während Ihre Markenkampagne seit dem Start an Impressionen verloren hat. Zudem stehen Ihr Markenname und seine Tippfehler weit oben in den Suchbegriffen.

Prüfort: Öffnen Sie im Menü Kampagnen den Bericht zu Suchbegriffen und wählen Sie im Menü die Ansicht mit Suchbegriffen und Landingpages für Performance Max.

Lösung: Führen Sie Ihren Markennamen als genau passendes Keyword in einer eigenen Markenkampagne. Öffnen Sie dann in der Performance Max Kampagne den Tab Einstellungen, klicken Sie auf Weitere Einstellungen und danach auf Markenausschlüsse, und wählen Sie Ihre Markenliste. Diese Ausschlüsse gelten für das Inventar in der Suche, in Shopping und in der YouTube Suche. Laut Google ersparen Markenlisten Ihnen, Tippfehler, Varianten oder Versionen in mehreren Sprachen einzeln einzugeben. Zusätzlich sind auszuschließende Keywords auf Kampagnenebene möglich; sie gelten nur für das Inventar in der Suche und in Shopping.

Schneiden Sie Markentraffic trotzdem nicht blind ab. Bieten Wettbewerber auf Ihren Namen, übernimmt die Markenkampagne eine Schutzfunktion.

Fehler 11: Warum verschwendet eine schwache Landingpage bezahlte Klicks?

Die Anzeige holt den Klick, die Landingpage schließt den Verkauf ab. Findet der Besucher das Versprechen aus der Anzeige nicht, lädt die Seite mobil langsam oder verlangt das Formular zehn Felder, dann haben Sie für nichts bezahlt.

Der Qualitätsfaktor von Google beruht auf drei Komponenten: erwartete Klickrate, Anzeigenrelevanz und Nutzererfahrung mit der Landingpage. Google vergleicht jede Komponente mit anderen Werbetreibenden, deren Anzeigen in den letzten 90 Tagen für genau dieselbe Suche erschienen. Danach erhält jede Komponente den Status „Überdurchschnittlich“, „Durchschnittlich“ oder „Unterdurchschnittlich“. Google betont zudem, dass der Qualitätsfaktor nicht in die Anzeigenauktion einfließt, sondern als Diagnosetool dient.

Symptom: Ihre Klickrate ist gut, Ihre Conversion Rate aber schwach. In der Keywordtabelle steht bei der Nutzererfahrung mit der Landingpage oft „Unterdurchschnittlich“.

Prüfort: Klicken Sie im Menü Kampagnen auf Keywords, dann auf das Spaltensymbol, und fügen Sie die Spalten aus dem Bereich „Qualitätsfaktor“ hinzu. Für eine Sicht pro Seite nutzen Sie die Seite Landingpages; sie zeigt die Leistung jeder URL, auf die Sie Anzeigentraffic senden.

Lösung:

  • Wiederholen Sie das Versprechen der Anzeige mit denselben Worten im ersten sichtbaren Bereich der Seite.
  • Testen Sie außerdem die mobile Darstellung und entfernen Sie langsame Elemente.
  • Kürzen Sie das Formular auf die wirklich nötigen Felder.
  • Schicken Sie jede Anzeigengruppe auf die passendste Seite; die Startseite ist oft die schwächste Wahl.

Muss die Seite neu entstehen, liefern die Grundsätze aus dem Beitrag über conversionorientiertes Webdesign einen soliden Rahmen.

Fehler 12: Warum ist Werbung rund um die Uhr ohne Werbezeitplaner Verschwendung?

Standardmäßig ist für Google Ads Kampagnen „Ganztägig“ aktiviert. Ein Handwerksbetrieb, der um drei Uhr nachts Suchanzeigen schaltet, obwohl niemand ans Telefon geht, bezahlt Klicks, die selten konvertieren. Bei manchen B2B-Dienstleistern sieht es am Wochenende ähnlich aus.

Symptom: Klicks in der Nacht und am Wochenende verbrauchen einen spürbaren Teil des Budgets, doch Anfragen aus diesen Zeiten konvertieren nicht oder bleiben unbeantwortet.

Prüfort: Klicken Sie im Menü Kampagnen auf Werbezeitplaner. Die Tabelle zeigt Ihre Leistung nach Tag und Uhrzeit; über die Untertabs „Tag & Uhrzeit“, „Tag“ oder „Stunde“ wechseln Sie die Ansicht.

Lösung: Werten Sie zunächst einige Wochen stündlicher Daten aus, denn für eine Entscheidung brauchen Sie genug Conversions. Kann Ihr Team zu bestimmten Zeiten nicht reagieren, schließen Sie diese aus oder senken Sie die Gebote per Anpassung. Wählen Sie dazu das Stiftsymbol, legen Sie Tage und Uhrzeiten fest und klicken Sie auf Speichern. Laut Google sind pro Kampagne maximal sechs Werbezeitpläne pro Tag möglich.

Eine Feinheit sollten Sie außerdem kennen. Laut Google steuern Kampagnen mit Werbezeitplänen auf monatliche Ausgaben in Höhe des 30,4fachen durchschnittlichen Tagesbudgets zu. Weniger Stunden senken die Monatsausgaben also nicht automatisch, sondern bündeln das Geld auf die verbleibenden Stunden. Wollen Sie weniger ausgeben, passen Sie deshalb zusätzlich das Tagesbudget an.

In welcher Reihenfolge sollten Sie Google Ads Fehler beheben?

Versuchen Sie nicht, alle Google Ads Fehler an einem Tag zu beheben. Manche Korrekturen starten die Lernphase neu, und wenn Sie alles gleichzeitig ändern, wissen Sie nicht, was gewirkt hat. Ich empfehle diese Reihenfolge:

  1. Messung reparieren: Seitenaufrufe herabstufen, Doppelzählung beseitigen, Zählmethode prüfen.
  2. Lecks schließen: Suchbegriffe, Ausschlusslisten, Werbenetzwerke und Standortoptionen.
  3. Ungeplante Änderungen stoppen: automatisch angewendete Empfehlungen prüfen.
  4. Struktur aufbauen: Markenkampagne trennen und Markenausschlüsse für Performance Max setzen.
  5. Seiten und Zeiten verbessern: Landingpages und Werbezeitplaner.
  6. Gebotsstrategie zuletzt ändern: erst mit sauberen Daten auf Smart Bidding umstellen.

Die Messung steht an erster Stelle, weil alle anderen Entscheidungen auf ihr beruhen. Optimierung auf Basis falscher Daten bedeutet nur, schneller in die falsche Richtung zu laufen. Möchten Sie danach Ihr Ausgabenniveau neu planen, liefert der Google Ads Budget Rechner eine schnelle Schätzung.

Wie prüfen Sie Ihr Konto in 30 Minuten auf Google Ads Fehler?

Die folgende Tabelle dient als schnelle Checkliste für die zwölf Google Ads Fehler dieses Beitrags. Gehen Sie jede Zeile in Ihrem Konto durch; der erste Durchgang dauert etwa eine halbe Stunde.

FehlerSchnelles SymptomPrüfortErster Schritt
Weitgehend passend ohne AusschlüsseIrrelevante SuchanfragenKeywords, Tab Auszuschließende KeywordsAusschlussliste anlegen
Suchbegriffe ignoriertAusschlussliste wächst nieStatistiken und Berichte, SuchbegriffeWöchentliche Wortgruppenanalyse
Seitenaufrufe als ConversionConversions ohne UmsatzZielvorhaben, Conversions, ZusammenfassungAuf sekundär setzen
DoppelzählungDoppelt so viele Leads wie realConversion Aktion, ZählmethodeEine primäre Quelle
SuchnetzwerkpartnerKlicks mit schwacher QualitätMenü WerbenetzwerkeNach Daten entscheiden
Aktivierung des DisplaynetzwerksBildanzeigen in der SucheWerbenetzwerkeinstellungen anzeigenHäkchen entfernen
Automatische EmpfehlungenFremde ÄnderungenEmpfehlungen, Automatisch anwendenStrukturelle abschalten
StandortoptionKlicks außerhalb des GebietsStandorte, StandortoptionenZu Präsenz wechseln
Smart Bidding mit wenig DatenStarke SchwankungenBericht zu GebotsstrategienErst Daten sammeln
Markentraffic in Performance MaxMarkenkampagne schrumpftSuchbegriffe für Performance MaxMarkenausschlüsse
Schwache LandingpageGute Klickrate, schwache Conversion RateLandingpages, QualitätsfaktorVersprechen angleichen
Rund um die UhrTeure NachtklicksWerbezeitplanerZeiten eingrenzen

Treffen zwei oder mehr Zeilen auf Sie zu, gehen Sie in der Reihenfolge aus dem vorigen Abschnitt vor.

Wann lohnt sich Unterstützung bei der Google Ads Verwaltung?

In der Praxis schaffen Sie die meisten Prüfungen aus diesem Beitrag selbst. Mit wachsendem Konto wird aus einer einmaligen Bereinigung allerdings eine laufende Aufgabe. Steigen Ihre Monatsausgaben, betreiben Sie mehrere Kampagnentypen gleichzeitig oder vertrauen Sie Ihren Conversion Daten nicht, dann bringt ein Blick von außen oft einen echten Unterschied.

Mit meinem Team beginnen wir in unserer Google Ads Verwaltung mit einer Prüfung der Messung und schließen danach die Lecks aus diesem Beitrag der Reihe nach. Die Verantwortung für Strategie und Ergebnis liegt bei mir; die Umsetzung übernehmen erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten aus meinem Team. So hat jede Änderung einen dokumentierten Grund, ein Datum und eine messbare Wirkung.

Bevor Sie jemanden beauftragen, lohnt sich außerdem ein Blick auf die richtigen Fragen. Meine Checkliste für SEO und Google Ads Beratung behandelt Kontoinhaberschaft, Zugriffsrechte und Berichte im Detail.

Was sollten Sie nach dem Beheben der Google Ads Fehler beobachten?

Prüfen Sie die Ergebnisse zunächst in den ersten zwei Wochen nach den Korrekturen wöchentlich statt täglich. Reagieren Sie in der Lernphase auf jede Schwankung mit neuen Änderungen, können Sie die Wirkung Ihrer Korrekturen nicht mehr messen. Diese vier Signale sollten Sie verfolgen:

  • Kosten pro Conversion und Conversion Wert: Mit sauberer Messung ist das Ihre erste ehrliche Ausgangsbasis.
  • Neue Lecks in den Suchbegriffen: Aktualisieren Sie Ihre Ausschlusslisten jede Woche.
  • Änderungsverlauf: Wissen Sie, wer was wann geändert hat.
  • Rückmeldung aus dem Vertrieb: Zählen Sie qualifizierte Gespräche statt Formulare.

Zusammengefasst verbrennt Google Ads kein Geld von selbst; ein Konto mit falschen Einstellungen tut es. Die gute Nachricht: Fast alle dieser Einstellungen korrigieren Sie an einem einzigen Nachmittag. Entscheidend ist jedoch, die Prüfungen zur monatlichen Routine zu machen. Dann tauchen neue Google Ads Fehler schon in der ersten Woche auf und nicht erst auf der nächsten Rechnung.

Häufig gestellte Fragen

Warum bekommt mein Google Ads Konto Klicks, aber keine Verkäufe?
Meist erscheinen die Anzeigen bei Suchanfragen ohne Kaufabsicht. Weitgehend passende Keywords ohne Ausschlüsse, aktive Suchnetzwerkpartner und eine schwache Landingpage erzeugen genau dieses Muster. Prüfen Sie zuerst den Bericht zu Suchbegriffen. Danach stellen Sie sicher, dass Ihr Conversion Tracking eine echte Aktion misst, etwa ein gesendetes Formular oder einen Kauf.
Wie oft sollte ich den Bericht zu Suchbegriffen prüfen?
Bei einem Konto mit laufenden Ausgaben empfehle ich eine wöchentliche Prüfung. Neue Kampagnen und Kampagnen mit weitgehend passenden Keywords verdienen in den ersten Wochen häufigere Blicke. Laden Sie die Daten herunter und werten Sie wiederkehrende Wörter aus. So finden Sie teure Begriffe in wenigen Minuten und erweitern Ihre Ausschlusslisten regelmäßig.
Sollte ich die Suchnetzwerkpartner deaktivieren?
Entscheiden Sie anhand von Daten statt aus Gewohnheit. Segmentieren Sie Ihre Kampagne nach Werbenetzwerk und vergleichen Sie die Conversion Rate der Partner mit der Google Suche. Bringen die Partner echte Conversions zu vertretbaren Kosten, lassen Sie sie aktiv. Sonst entfernen Sie in den Kampagneneinstellungen im Bereich Werbenetzwerke das entsprechende Häkchen.
Wie viele Conversions brauche ich für Smart Bidding?
Google nennt keinen festen Schwellenwert, empfiehlt für die Bewertung aber einen Monat oder mindestens 50 Conversions. Ohne ausreichende Verlaufsdaten rät Google, zuerst mit „Klicks maximieren“ oder „Manueller CPC“ Conversion Daten zu sammeln. Misst Ihr Conversion Tracking falsch, sollten Sie es vor jeder Umstellung auf Smart Bidding korrigieren.
Warum schaltet Performance Max Anzeigen bei meinen Markensuchen?
Performance Max kann bei Markensuchen ausliefern, wenn Ihr Markenname nicht als genau passendes Keyword in einer Suchkampagne steht. Google gibt einer Suchkampagne Vorrang, deren Keyword genau zur Suchanfrage passt. Führen Sie Ihre Marke deshalb in einer eigenen Markenkampagne und nutzen Sie in Performance Max zusätzlich Markenausschlüsse.
Kann ich diese Google Ads Fehler selbst beheben?
Ja, die meisten Prüfungen schafft jeder mit Zugriff auf das Konto. Schwierig ist, die Korrekturen in der richtigen Reihenfolge umzusetzen und die Ergebnisse richtig zu lesen. Sind Ihre Ausgaben hoch, betreiben Sie mehrere Kampagnentypen oder misstrauen Sie Ihren Conversion Daten, schützt ein erfahrenes Team Ihr Budget schneller.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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