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SEO und Google Ads Beratung: 26 Punkte, die Sie vor der Beauftragung prüfen sollten

Talha AslanTalha Aslan 18 Min. Lesezeit 3 Aufrufe

Bei SEO und Google Ads Beratung unterschreiben Sie zwar einen Dienstleistungsvertrag, tatsächlich regeln Sie aber Zugriff und Vertrauen. Ich arbeite seit 2012 in diesem Bereich. Bei den meisten Kooperationen, die schlecht endeten, lag das Problem nicht in der Strategie. Es ging vielmehr darum, wer das Werbekonto angelegt hatte, wo das Honorar auf der Rechnung versteckt war und wer am letzten Tag die Daten besaß. Diese Checkliste fasst die 26 Punkte zusammen, die ich vor jeder Unterschrift prüfen würde.

Was sollten Sie vor einer SEO und Google Ads Beratung prüfen?

Die Prüfung vor einer SEO und Google Ads Beratung ist eine schriftliche Kontrolle in sechs Bereichen: Kontoinhaberschaft, Vertrag, Reporting, Budget, Erwartungen und Warnsignale. Ihr Ziel ist also klar. Werbekonto, Analysedaten und Domain bleiben in jedem Fall bei Ihrem Unternehmen, ganz gleich, ob die Beratung erfolgreich ist oder nicht.

Dahinter steht eine einfache Wahrheit: Auch ein sehr guter Berater geht irgendwann. Außerdem wechselt Ihr Team, Budgets schrumpfen, Prioritäten verschieben sich. Die Checkliste drückt deshalb kein Misstrauen aus. Stattdessen schafft sie ein Fundament, das beide Seiten schützt. In meiner eigenen SEO Beratung und Google Ads Verwaltung widme ich das erste Gespräch genau diesen Punkten.

Wie setzen Sie diese Checkliste ein?

Füllen Sie die Liste in der Angebotsphase aus, am besten für mindestens zwei Kandidaten parallel. Markieren Sie dann jeden Punkt mit "ja, schriftlich", "nur mündlich" oder "nein". Mündliche Zusagen wirken in den ersten Monaten ausreichend. Im Streitfall helfen sie allerdings nicht. Die folgende Tabelle zeigt die sechs Bereiche und was sie jeweils schützen.

BereichPunkteWas schützt er?Wo prüfen?
Kontoinhaberschaft1 bis 8Kontohistorie, Daten, DomainGoogle Ads, Search Console, GA4, DNS
Vertrag9 bis 13Leistungsumfang, Honorar, AusstiegVertragstext und Rechnungen
Reporting14 bis 18Transparenz und EntscheidungsqualitätMonatsbericht, Änderungsprotokoll
Budget19 bis 21Liquidität und TestphaseMediaplan, SEO Arbeitsplan
Erwartungen22 bis 23Realistischer Zeitplan und ZieleZielübersicht
Warnsignale24 bis 26Risiko für Abstrafung und RufNotizen zum Erstgespräch

Bewahren Sie die Tabelle auch nach dem Start auf. Ein Blick alle sechs Monate zeigt Ihnen früh, ob sich ein Zugriff still verschoben hat oder zwei Rechnungsposten plötzlich zu einem verschmolzen sind.

Auf wessen Namen sollte das Google Ads Konto laufen?

1. Legen Sie das Werbekonto mit Ihrer Firmenadresse an

Erstellen Sie das Google Ads Konto selbst, mit Ihrer geschäftlichen E-Mail, und laden Sie den Berater danach ein. Sonst hängen Kontohistorie, Qualitätsdaten und Lernphase der Conversions am Login einer fremden Person. Trennen Sie sich später, brauchen Sie womöglich ein neues Konto. Das heißt, Sie bauen jahrelang gesammelte Daten von null auf.

Wenn mir ein Unternehmer erzählt, "die Agentur hat das Konto angelegt und gibt es nicht heraus", sind meine Möglichkeiten begrenzt. Überlassen Sie die Kontoerstellung daher nie dem Berater. Sie dauert fünf Minuten und verhindert eine jahrelange Abhängigkeit.

2. Führen Sie das Zahlungsprofil auf Ihr Unternehmen

Bezahlen Sie Werbung mit Ihrer eigenen Karte oder über Ihr eigenes Zahlungsprofil. So sehen Sie jeden Cent, den Google abbucht, direkt auf der Google Rechnung. Läuft die Ausgabe über die Karte des Beraters und kommt als "Werbepaket" zu Ihnen zurück, lassen sich die echten Mediakosten kaum noch trennen. Zudem stellt Google die Rechnung dann an den Vermittler aus, nicht an Sie.

Manche Konstellationen brauchen für die monatliche Rechnungsstellung ein Verwaltungskonto. Prüfen Sie auch dann, ob im Zahlungsprofil Ihr eigenes Unternehmen steht.

Welche Zugriffsebene sollte Ihr Berater bekommen?

3. Sie behalten den Administrator, der Berater arbeitet mit Standard

Google Ads kennt fünf Zugriffsebenen: Nur E-Mail, Abrechnung, Nur Lesezugriff, Standard und Administrator. Laut Googles Hilfeseite zu Zugriffsebenen darf ein Nutzer mit Standardzugriff Kampagnen bearbeiten und Berichte erstellen. Nutzerzugriffe verwalten oder Konten trennen darf er allerdings nicht. Ein Administrator vergibt dagegen Zugriffe, fügt Produktverknüpfungen hinzu oder entfernt sie und trennt Verwaltungskonten.

Für die tägliche Kampagnenarbeit genügt also der Standardzugriff. Halten Sie zudem die Administratorrolle im Haus, idealerweise bei zwei Personen. Dann sperrt Sie eine einzelne Kündigung nie aus dem Konto aus.

4. Fragen Sie beim Verwaltungskonto nach der Inhaberschaft

Agenturen verknüpfen Ihr Konto meist mit ihrem eigenen Verwaltungskonto (MCC). Das ist zunächst normal. Ein Detail zählt allerdings: Ein Verwaltungskonto mit aktivierter Inhaberschaft darf im Kundenkonto Nutzerzugriffe, Verwaltungskonten und Produktverknüpfungen ändern. Wer hat dieses Recht bei Ihnen? Fragen Sie schriftlich nach, bevor Sie die Verknüpfungsanfrage annehmen, und nehmen Sie die Antwort in den Vertrag auf.

Öffnen Sie zudem jedes Quartal die Nutzerliste Ihres Kontos und lesen Sie sie Zeile für Zeile. Dort sammeln sich ehemalige Mitarbeitende, frühere Agenturen und unbekannte Adressen. Hinterfragen Sie jeden Eintrag, den Sie nicht kennen, und entfernen Sie ihn, falls niemand ihn braucht. Diese kleine Gewohnheit löst die meisten Zugriffsprobleme, bevor sie entstehen.

Warum müssen Search Console und GA4 Ihnen gehören?

5. Behalten Sie die Inhaberschaft in der Search Console

In der Search Console darf nur der Inhaber Nutzer hinzufügen oder entfernen und Einstellungen ändern. Ein Nutzer mit uneingeschränkten Berechtigungen sieht alle Daten, verwaltet aber keine Nutzer. Ein Nutzer mit eingeschränkten Berechtigungen sieht die meisten Daten nur. Googles Leitfaden zur Wahl eines SEO empfiehlt ebenso, einem prüfenden Experten zunächst Lesezugriff statt Schreibzugriff zu geben.

Lassen Sie Ihren Berater in der Analysephase also mit eingeschränkten oder uneingeschränkten Nutzerrechten starten. Bestätigen Sie die Inhaberschaft über einen Eintrag im DNS Ihrer Domain, denn diese Bestätigung übersteht auch einen Relaunch.

6. Halten Sie die Administratorrolle in GA4 im Unternehmen

GA4 kennt fünf Rollen: Administrator, Bearbeiter, Marketer, Analyst und Betrachter. Laut Analytics Hilfe zu Rollen darf nur ein Administrator Nutzer hinzufügen, löschen und Rollen zuweisen. Ein Marketer darf ebenso Zielgruppen, Ereignisse und Schlüsselereignisse anlegen und Attributionsmodelle bearbeiten.

Außerdem bietet GA4 Datenbeschränkungen wie "Keine Kostenmesswerte" und "Keine Umsatzmesswerte". Möchten Sie Umsatzzahlen nicht mit einem SEO Partner teilen, setzen Sie diese Beschränkung. So passen Sie den Zugriff an den echten Bedarf an.

Ein Punkt betrifft vor allem Unternehmen in der EU. Greift der Berater auf personenbezogene Daten zu, etwa im CRM oder in Formularanfragen, prüfen Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten, ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO nötig ist.

Warum vergessen viele Unternehmen Domain und Tag Manager?

7. Registrieren Sie Domain und DNS auf Ihr Unternehmen

Die Domain ist der Schlüssel zu allen digitalen Werten. Die Bestätigung in der Search Console, die Einträge für E-Mail und alle Weiterleitungen laufen über das DNS. Hat ein Berater oder eine Designagentur die Domain im eigenen Konto registriert, können Sie Ihre Website im Streitfall nicht umziehen.

Kontrollieren Sie deshalb, ob Ihr Unternehmen als Domaininhaber eingetragen ist. Braucht der Berater Zugriff auf das DNS, legen Sie ihm einen eigenen Nutzer an, statt das Hauptpasswort zu teilen. Lassen Sie außerdem die Bestätigung in zwei Schritten aktiviert.

Tragen Sie danach auch das Verlängerungsdatum in Ihren Kalender ein. Sonst kann eine abgelaufene Domain die beste SEO Arbeit über Nacht zunichtemachen. Meist bemerkt es niemand rechtzeitig, weil jeder glaubt, ein anderer kümmere sich darum.

8. Legen Sie den Tag Manager Container in Ihrem Google Konto an

Der Google Tag Manager ist die Zentrale für Conversion Tags, Werbepixel und Analysecode. Liegt der Container im Konto des Beraters, verlässt Ihr gesamtes Messsystem mit ihm das Haus. Zudem kann ein Neuaufbau Wochen dauern.

Legen Sie den Container in Ihrem Konto an und geben Sie dem Berater Veröffentlichungsrechte. Verlangen Sie danach zu jeder Veröffentlichung eine kurze Versionsnotiz. Kurz gesagt: Die Messung lebt länger als jede Kampagne und gehört deshalb Ihnen.

Was gehört in einen Vertrag für SEO und Google Ads Beratung?

9. Halten Sie Leistungsumfang und Ergebnisse einzeln fest

"SEO Betreuung" oder "Anzeigenverwaltung" beschreibt keinen Leistungsumfang. Schreiben Sie stattdessen auf, was Sie jeden Monat erhalten. Zum Beispiel ein technisches Audit, einen Redaktionsplan, eine Kampagnenstruktur, eine Prüfung ausschließender Keywords und einen Monatsbericht.

Was außerhalb des Umfangs liegt, zählt genauso. Texterstellung, Entwicklung, Grafik und Landingpages bleiben in Angeboten oft vage. Im ersten Monat hören Sie dann "das ist nicht enthalten". Lassen Sie daher neben jede Position "inklusive" oder "separat berechnet" schreiben.

10. Achten Sie auf faire Kündigungsfristen und Laufzeiten

Eine lange Laufzeit ist nicht per se schlecht. SEO braucht Zeit, und auch Berater benötigen Planungssicherheit. Kündigungsfrist, Vertragsstrafen und ein Ausstiegsrecht bei schwacher Leistung gehören trotzdem klar in den Vertrag. Sehen Sie eine Klausel wie "bei vorzeitiger Kündigung zahlen Sie alle Restmonate", fragen Sie nach dem Grund.

Mein Vorschlag: zunächst eine kurze Probephase, danach eine monatlich verlängerbare Vereinbarung. Somit bekommen beide Seiten eine faire Chance, einander kennenzulernen.

Wie sollte das Honorar neben dem Werbebudget erscheinen?

11. Vereinbaren Sie das Honorarmodell schriftlich

Beratungshonorare folgen meist drei Modellen: feste Monatspauschale, Prozentsatz der Werbeausgaben oder eine Mischung. Jedes Modell setzt allerdings eigene Anreize. Beim Prozentmodell wächst das Honorar beispielsweise mit dem Budget. Folglich lesen Sie Vorschläge zur Budgeterhöhung besser besonders genau.

Welches Modell Sie auch wählen, die Formel gehört in den Vertrag. Gibt es einen Erfolgsbonus, legen Sie fest, welche Datenquelle ihn misst. Sonst hängt der Bonus an einer strittigen Zahl.

12. Trennen Sie Mediakosten und Honorar auf der Rechnung

Das ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Regel von Google. Die Transparenzanforderungen für Drittanbieter verlangen, dass Partner den exakten Betrag ausweisen, den Google berechnet hat, ohne ihre eigenen Gebühren. Erhebt ein Partner eine separate Verwaltungsgebühr, muss er neue Kunden vor dem ersten Kauf schriftlich informieren und die Gebühr auf allen Rechnungen ausweisen.

Bekommen Sie also eine Rechnung mit nur einer Zeile wie "Werbepaket: 2.000 Euro", fragen Sie nach der Aufteilung in Google Ausgaben und Honorar. Diese Frage ist nicht unhöflich, denn sie ist Ihr Recht.

Was sollten Sie heute schon für den Tag der Trennung regeln?

13. Formulieren Sie eine Ausstiegsklausel vor der Unterschrift

Jede Zusammenarbeit endet irgendwann. Entscheidend ist daher, wie sie endet. Nehmen Sie einen Ausstiegsplan mit diesen Punkten in den Vertrag auf:

  • Der Berater gibt alle Nutzerzugriffe innerhalb einer festen Anzahl von Tagen nach der Kündigung ab.
  • Sie genehmigen die Trennung vom Verwaltungskonto, und die Kontohistorie bleibt erhalten.
  • Der Berater übergibt Inhalte, Berichte, Keyword Listen und Kampagnenstrukturen.
  • Sie entfernen die Nutzer des Beraters aus Tag Manager, GA4 und Search Console.
  • Der Berater liefert eine schriftliche Liste offener Aufgaben und einen Abschlussbericht.

Die Search Console birgt zudem noch eine Falle. Auf Googles Seite zu Berechtigungen steht, dass beim Entfernen eines Inhabers seine Bestätigungstokens erhalten bleiben. Bleibt die HTML Datei, der DNS Eintrag oder das Meta Tag auf Ihrer Website, kann die Person die Inhaberschaft erneut bestätigen. Entfernen Sie deshalb am Tag der Trennung auch diese Tokens.

Welche Rohdaten sollte Ihr Bericht zeigen?

14. Verlangen Sie Kosten, Klicks und Impressionen auf Kontoebene

Googles Transparenzregeln verlangen von Partnern Daten zu Kosten, Klicks und Impressionen auf Ebene des Google Werbekontos. Das ist das Minimum, kein Extra. Zeigt ein Bericht nur weiche Zahlen wie "Reichweite" oder "Interaktionen", fragen Sie nach der Rohtabelle dahinter.

Dieselbe Disziplin gilt für SEO Berichte. Sie brauchen Klicks, Impressionen und durchschnittliche Position aus der Search Console, dazu die Info, welche Seite bei welcher Suchanfrage gewachsen ist. Ein "Sichtbarkeitsindex" aus einem Drittanbietertool genügt allein nicht.

15. Behalten Sie Kundennummer und direkten Kontozugang

Google verpflichtet Partner, Ihnen auf Anfrage die Kundennummer Ihres Google Ads Kontos zu nennen. Gehen Sie dennoch einen Schritt weiter und loggen Sie sich mit einem eigenen Nutzer ein. Dann prüfen Sie jede Zahl im Bericht mit einem Klick an der Quelle. Bei meinen eigenen Berichten stelle ich Kunden immer dieselbe Frage: "Finden Sie diese Zahl selbst im Konto?"

Kennen Sie sich in der Oberfläche nicht aus, ist das kein Makel. Bitten Sie Ihren Berater im ersten Monat um eine halbstündige Führung: Kampagnen, Zeitraumauswahl, Spalten für Kosten und Conversions. Danach erkennen Sie Abweichungen zwischen Bericht und Konto selbst. Zudem zeigt diese Führung, wie gut der Berater erklären kann.

Warum sollten Sie Conversions vor Vertragsbeginn definieren?

16. Koppeln Sie Conversions an Umsatz oder qualifizierte Anfragen

Legen Sie schriftlich fest, was als Conversion zählt, bevor eine Kampagne startet. Seitenaufrufe, Klicks auf einen Kontaktbutton oder dreißig Sekunden Verweildauer blähen Zahlen leicht auf. Ihr Geschäft lebt dagegen von Verkäufen, Terminen oder qualifizierten Angebotsanfragen. Stimmt die Definition nicht, optimiert die automatische Gebotsstrategie auf das falsche Ziel.

Zählen Sie zum Beispiel Formularanfragen, markieren Sie im CRM, wie viele davon echte Interessenten waren. Ich prüfe diesen Abgleich in meinen Projekten jeden Monat, weil die Zahl der Formulare allein nichts über Qualität sagt. Den Werbeertrag prüfen Sie mit dem ROAS Rechner, Traffic Quellen trennen Sie mit dem UTM Generator.

Testen Sie die Einrichtung außerdem selbst. Senden Sie ein Testformular ab und prüfen Sie dann, ob das Ereignis in GA4 und in Google Ads ankommt. Das dauert nur zehn Minuten und erspart somit Ihnen Monate mit falschen Daten.

Änderungsprotokoll und Rhythmus der Berichte

17. Protokollieren Sie jede Änderung mit Begründung

Eine der Fragen in Googles Leitfaden lautet genau so: Erklären Sie mir alle Änderungen, die Sie an meiner Website vornehmen? Stellen Sie dieselbe Frage für Google Ads. Ein Wechsel der Gebotsstrategie, eine Budgetverschiebung, neue Keywords oder ein geänderter Seitentitel gehören mit Datum und Grund ins Protokoll.

Google Ads speichert zwar einen eigenen Änderungsverlauf. Das "Warum" steht dort allerdings nie. Bitten Sie den Berater daher um eine kurze Notiz zu jeder Änderung. Drei Monate später, wenn Sie die Ursache für einen Einbruch suchen, ist diese Notiz Gold wert.

18. Klären Sie Berichtsrhythmus und Termine von Anfang an

Ein schriftlicher Monatsbericht und ein kurzer Termin alle zwei bis vier Wochen passen für die meisten Unternehmen. Vor allem zählt dabei der Inhalt, nicht die Frequenz. Ein guter Bericht beantwortet vier Fragen:

  1. Was haben wir im letzten Monat getan, und warum?
  2. Wo stehen die Zahlen im Vergleich zum Ziel?
  3. Was hat nicht funktioniert, und was haben wir daraus gelernt?
  4. Welche Aufgaben kommen als Nächstes, und in welcher Reihenfolge?

Reiht ein Bericht nur Diagramme aneinander, ohne diese Fragen zu beantworten, stellen Sie die vier Fragen im Termin eben selbst.

Wie planen Sie das Werbebudget sinnvoll?

19. Vereinbaren Sie Testbudget und Lernphase

Die ersten Wochen einer neuen Kampagne sind eine Lernphase. Automatische Gebotsstrategien entscheiden besser, je mehr Daten sie sammeln. Eine Kampagne nach dem ersten Monat zu stoppen oder ihr Budget zu verdoppeln, ist deshalb meist verfrüht. Bitten Sie Ihren Berater um einen Testplan: wie lange, mit welchem Budget und an welcher Erfolgskennzahl gemessen?

Wie Sie das Budget rückwärts aus Ihrem Anfrageziel ableiten, beschreibe ich im Beitrag zum Google Ads Budget für B2B. Hier nur so viel: Das Budget ist Ihre Erwartung in Zahlen.

20. Bringen Sie Werbebudget und Honorar ins Gleichgewicht

Ein hohes Honorar bei einem sehr kleinen Werbebudget bedeutet, dass Sie mehr für Verwaltung als für Reichweite zahlen. Beispielrechnung: Bei 500 Euro Werbebudget im Monat und 1.000 Euro Honorar fließen zwei Drittel der Gesamtkosten in die Verwaltung. Folglich trägt sich eine Kampagne in diesem Verhältnis nur schwer.

Fragen Sie bei kleinen Budgets also nach einem schlankeren Modell, etwa Einrichtung plus monatlicher Kontrolle. Kunden in dieser Lage sage ich offen: "Eine volle Betreuung brauchen Sie gerade nicht."

Wer bezahlt die Umsetzung der SEO Maßnahmen?

21. Kalkulieren Sie Beratung und Umsetzung getrennt

Das Ergebnis einer SEO Beratung ist meist eine Aufgabenliste: technische Korrekturen, neue Inhalte, interne Verlinkung, schnellere Ladezeiten. Klärt niemand, wer diese Aufgaben erledigt und bezahlt, landet das Audit in der Schublade. Wie viele Stunden im Monat kann Ihr Entwickler wirklich beisteuern?

Klären Sie in der Angebotsphase drei Fragen:

  • Erledigt der Berater technische Korrekturen, oder übernimmt das Ihr Entwicklerteam?
  • Wer schreibt Inhalte, wer gibt sie frei, und wie schnell gehen sie online?
  • Kostet SEO Begleitung bei einem Relaunch extra?

Steht ein Relaunch an, holen Sie SEO an den Tisch, bevor das Design beginnt. Auch Googles Leitfaden nennt Relaunch oder Neustart einer Website als guten Zeitpunkt, um einen SEO hinzuzuziehen. Die Schritte habe ich im Beitrag SEO beim Website Relaunch schützen gesammelt.

Welche Erwartungen an SEO und Google Ads Beratung sind realistisch?

22. Trennen Sie den Zeitplan nach Kanal

Google Ads und SEO laufen nicht nach derselben Uhr. Anzeigen bringen Besucher, sobald das Budget aktiv ist. Bis die Kampagne profitabel läuft, braucht es allerdings Tests. SEO hängt dagegen von verketteten Schritten ab: Veröffentlichung, Crawling, Indexierung und Vertrauensaufbau. Beide Kanäle am selben Monatsziel zu messen, erzeugt nur Enttäuschung.

Die Spanne aus meiner Praxis lautet so, als Erfahrungswert und ohne Garantie: Für spürbare Optimierung bei Anzeigen brauchen Sie meist die ersten ein bis drei Monate. Bei SEO hängt die Dauer vom Wettbewerb ab und liegt oft über sechs Monaten. Sind Sie unsicher, mit welchem Kanal Sie starten, hilft der Beitrag organisches Wachstum oder bezahlte Werbung.

23. Fordern Sie messbare Ziele statt Garantien

Googles Leitfaden nennt unter den Fragen an Kandidaten auch diese: Welche Ergebnisse erwarten Sie, in welchem Zeitraum, und wie messen Sie Ihren Erfolg? Die Frage macht somit den Unterschied zwischen Ziel und Garantie sichtbar. Ein Ziel ist eine messbare, begründete Schätzung. Eine Garantie ist ein Versprechen, das in der organischen Suche niemand geben kann.

Verlangen Sie deshalb statt "Platz eins für dieses Keyword in drei Monaten" lieber "Fortschritt bei qualifizierten Anfragen in drei Monaten, gemessen an diesen Zwischenwerten". Welche Suchbegriffe tatsächlich verkaufen, zeigt der Beitrag Keywords finden, die verkaufen.

Warnsignal: Rankinggarantien und "besondere Beziehungen" zu Google

24. Streichen Sie jedes Angebot mit Garantie auf Platz eins

Google sagt es in einem Satz: Niemand kann ein Ranking auf Platz eins bei Google garantieren. Derselbe Leitfaden rät zur Vorsicht bei Anbietern, die eine besondere Beziehung zu Google behaupten oder eine bevorzugte Einreichung anbieten. Bei Anzeigen gilt dieselbe Logik. Der Klickpreis entsteht in einer Auktion, daher kann niemand einen festen Preis oder eine feste Position dauerhaft zusichern.

Hören Sie das Wort Garantie, kürzen Sie das Gespräch ab. Steht eine Garantie bereits im Vertrag, prüfen Sie, wie Keyword, Position und Messwerkzeug definiert sind. Konkret betrifft sie oft eine lange Phrase, nach der niemand sucht.

Warum sind geheime Methoden und Linkpakete gefährlich?

25. Meiden Sie Berater, die ihre Methoden nicht erklären

Googles Leitfaden zählt Anbieter, die ihre Techniken geheim halten und nicht erklären, zu den Warnsignalen. Auf derselben Liste stehen unaufgeforderte Werbemails von SEO Anbietern, Versprechen einer Eintragung in Tausende Suchmaschinen und Programme für Linkpopularität. Lizenzierte Tools sind dabei übrigens kein Problem, denn sie sind branchenüblich. Problematisch ist ein Berater, der Ihnen nicht sagt, was er an Ihrer Website verändert.

Linkpakete bergen zudem ein eigenes Risiko. Ein Angebot wie "100 Links pro Monat" kann unter die Linktauschprogramme in Googles Spamrichtlinien fallen. Mögliche Folgen sind eine manuelle Maßnahme und verlorene Sichtbarkeit. Fragen Sie daher konkret nach, wie der Linkaufbau abläuft, auf welchen Websites und mit welcher Methode, und lassen Sie sich Beispiele zeigen.

Was beweist ein Google Partner Abzeichen, und was nicht?

26. Prüfen Sie Abzeichen, Referenzen und Branchenerfahrung

Ein Google Partner Abzeichen bestätigt bestimmte Schwellenwerte. Laut Googles Partneranforderungen braucht ein Unternehmen im Verwaltungskonto einen Optimierungsfaktor von mindestens 70 Prozent. Es muss über 90 Tage Werbeausgaben von 10.000 US-Dollar in verwalteten Konten halten, und mindestens die Hälfte der Kontostrategen braucht eine Zertifizierung. Den Status Premier Partner erhalten die besten 3 Prozent der teilnehmenden Unternehmen eines Landes.

Das Abzeichen beweist allerdings keine Ergebnisse in Ihrer Branche für Ihre Ziele. Prüfen Sie es über Googles Partnersuche und sprechen Sie danach mit mindestens einer Referenz ähnlicher Größe. Ich bin selbst Google Partner und kenne den Aufwand dahinter; trotzdem sollte das Abzeichen nie der einzige Auswahlgrund sein. Einen Teil meiner Arbeit sehen Sie unter Referenzen. Der eigentliche Beweis bleibt aber, wie konkret jemand Ihre Fragen beantwortet.

Welche Fragen gehören ins Erstgespräch?

Behandeln Sie also das Erstgespräch wie eine Prüfung, nicht wie eine Präsentation. Beginnen Sie mit den Fragen aus Googles Leitfaden und gehen Sie dann diese Checkliste durch. Antwortet Ihr Gegenüber ruhig und mit konkreten Beispielen, ist das ein gutes Zeichen. Ich empfehle diese Reihenfolge:

  1. Können Sie Beispiele früherer Arbeiten und Erfolgsgeschichten zeigen?
  2. Halten Sie sich an die Google Search Essentials?
  3. Welche Ergebnisse erwarten Sie, in welchem Zeitraum, und wie messen Sie sie?
  4. Haben Sie Erfahrung in meiner Branche und meiner Region?
  5. Welche Zugriffsebene brauchen Sie in Google Ads, Search Console und GA4?
  6. Weisen Ihre Rechnungen Werbeausgaben und Honorar getrennt aus?
  7. Wie übergeben Sie Konten und Daten, falls wir uns trennen?

Zögert jemand bei den letzten beiden Fragen, überlegen Sie zweimal. Diese Antworten zeigen, was Sie erwartet, wenn es einmal schlecht läuft.

Wie verändert sich die Checkliste bei Konzernen?

Bei mehrsprachigen Websites, vielen Standorten oder sehr großen Seitenzahlen gelten dieselben 26 Punkte. Ihre Gewichtung verschiebt sich allerdings. Die Zugriffsverwaltung wird komplexer, weil internes Team, Entwicklungsagentur und Berater dieselben Konten bearbeiten. Ein Änderungsprotokoll ist dann keine gute Praxis mehr, sondern Pflicht.

Zudem dauert der Einkauf in großen Unternehmen länger, und die Rechtsabteilung prüft den Vertrag. Formulieren Sie Ausstiegsklausel und Datenübergabe in diesem Fall gemeinsam mit der Rechtsabteilung. Wann ein Unternehmen wirklich Beratung auf Konzernebene braucht, erkläre ich im Beitrag SEO Beratung für Unternehmen: Wer braucht sie?

SEO und Google Ads Beratung: die letzte Kontrolle

Fassen Sie die Liste am letzten Tag vor der Unterschrift auf einer Seite zusammen. Diese Übersicht deckt den wichtigsten Teil der 26 Punkte ab:

  • Werbekonto, Zahlungsprofil, Domain und Tag Manager gehören Ihrem Unternehmen.
  • Sie halten die Administratorrolle, der Berater arbeitet mit Standardzugriff oder eingeschränkten Rechten.
  • Der Vertrag nennt Leistungsumfang, Honorarformel, Kündigungsfrist und Ausstiegsplan.
  • Rechnungen zeigen Google Ausgaben und Honorar in getrennten Zeilen.
  • Conversions spiegeln Umsatz oder qualifizierte Anfragen, und Sie haben sie getestet.
  • Ziele sind messbar, der Zeitplan unterscheidet sich je Kanal, und niemand verspricht eine Garantie.

Können Sie alle sechs Zeilen mit "ja, schriftlich" markieren, bleibt nur noch die eigentliche Arbeit. Möchten Sie die Liste für Ihre Situation gemeinsam durchgehen, schreiben Sie mir über die Kontaktseite. Im ersten Gespräch reden wir über diese Punkte, nicht über ein Verkaufsangebot.

Häufig gestellte Fragen

Ist es ein Problem, wenn die Agentur mein Google Ads Konto anlegt?
Ja, auf Dauer kann es eines werden. Legt die Agentur das Konto mit ihrer eigenen E-Mail an, hängen Historie, Lernphase der Conversions und Qualitätsdaten an deren Login. Eine spätere Übernahme ist dann schwierig. Legen Sie das Konto deshalb mit Ihrer Firmenadresse an, behalten Sie die Administratorrolle und laden Sie die Agentur mit Standardzugriff ein.
Welche Berechtigung sollte ein Berater in der Search Console bekommen?
Für die Analysephase genügen eingeschränkte oder uneingeschränkte Nutzerrechte. Auch Google empfiehlt, einem prüfenden SEO zunächst Lesezugriff statt Schreibzugriff zu geben. Bestätigen Sie die Inhaberschaft über Ihren eigenen DNS Eintrag. Entfernen Sie nach der Trennung den Nutzer und danach alle Bestätigungstokens, die er angelegt hat, denn diese bleiben sonst bestehen.
Muss eine Agentur ihre Verwaltungsgebühr getrennt ausweisen?
Nach Googles Transparenzanforderungen für Drittanbieter muss ein Partner mit separater Verwaltungsgebühr neue Kunden vor dem ersten Kauf schriftlich informieren und die Gebühr auf jeder Rechnung ausweisen. Kostenberichte müssen zudem den exakten Betrag zeigen, den Google berechnet hat, ohne die Gebühr des Partners. Bekommen Sie eine Pauschalrechnung, fragen Sie nach der Aufteilung.
Wann zeigt eine SEO Beratung Ergebnisse?
Seien Sie vorsichtig bei jedem, der ein festes Datum nennt. SEO hängt von Veröffentlichung, Crawling, Indexierung und Vertrauensaufbau ab. Nach meiner Erfahrung hängt die Anfangsspanne vom Wettbewerb ab und liegt oft über sechs Monaten, allerdings ohne Garantie. Zwischenwerte wie indexierte Seiten und steigende Impressionen können Sie deutlich früher verfolgen.
Ist eine Agentur mit Google Partner Abzeichen besser?
Das Abzeichen bestätigt bestimmte Schwellen: einen Optimierungsfaktor von mindestens 70 Prozent, 10.000 US-Dollar verwaltete Ausgaben über 90 Tage und Zertifizierungen für mindestens die Hälfte der Kontostrategen. Ergebnisse in Ihrer Branche beweist es jedoch nicht. Prüfen Sie das Abzeichen, sprechen Sie mit einer Referenz ähnlicher Größe und bewerten Sie konkrete Antworten.
Warum ist die Ausstiegsklausel im Beratervertrag so wichtig?
Weil jede Zusammenarbeit einmal endet und an diesem Tag der größte Schaden entsteht. Die Ausstiegsklausel sichert die Abgabe aller Zugriffe, die Trennung vom Verwaltungskonto, die Übergabe von Inhalten und Berichten sowie eine Liste offener Aufgaben. Somit behalten Sie Daten und Kontohistorie, wenn Sie zu einem neuen Berater oder einem internen Team wechseln.
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Talha Aslan
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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