Beispiele für Unternehmenswebsites: Was gute Firmenwebsites richtig machen

Beispiele für Unternehmenswebsites sind Entscheidungen zu Design, Inhalt und Struktur, die Sie auf den öffentlichen Websites bekannter Marken beobachten und auf Ihr eigenes Projekt übertragen können. Zunächst vorweg: In diesem Beitrag zeige ich keine Screenshots. Außerdem schätze ich keine Conversion Zahlen irgendeiner Marke. Stattdessen öffne ich pro Kategorie einige Beispiele und leite aus jedem eine konkrete Lektion ab.
Websites ändern sich ständig. Deshalb beziehen sich meine Beobachtungen auf den öffentlichen Stand dieser Websites zum Zeitpunkt, an dem ich diesen Text geschrieben habe. Ein Menü oder eine Überschrift sieht bei Ihnen vielleicht schon anders aus. Das Prinzip dahinter bleibt allerdings meist bestehen, und genau darum geht es.
Warum lohnt sich ein Blick auf Beispiele für Unternehmenswebsites?
Beispiele für Unternehmenswebsites zeigen Ihnen kostenlos Entscheidungen, zu denen große Teams über Nutzerforschung, Tests und jahrelange Verbesserungen gekommen sind. Ihr Budget haben Sie allerdings vermutlich nicht. Trotzdem können Sie deren Ergebnisse lesen und auf Ihre Größe übertragen. Inspiration heißt hier also: verstehen, warum eine Entscheidung funktioniert, nicht kopieren, wie sie aussieht.
Wenn ich mit Kunden eine neue Website plane, bitte ich sie, zum ersten Termin Websites mitzubringen, die ihnen gefallen. Meist nennen sie zunächst Farben oder Animationen. Frage ich dann nach, zeigt sich fast immer etwas anderes: Ihnen gefällt Klarheit. Eine Überschrift, die sofort sagt, was das Unternehmen anbietet. Ein Menü, in dem man sich nicht verirrt. Ein Button, der den nächsten Schritt zeigt.
Stellen Sie sich daher bei jedem Beispiel zuerst eine Frage: Was will diese Website vom Besucher, und wie macht sie es ihm leicht? Konkret wird mit dieser Frage aus Geschmack eine umsetzbare Entscheidung. Wie Design und Umsatz zusammenhängen, erkläre ich ausführlich im Beitrag zum conversionorientierten Webdesign.
Welche Fragen sollten Sie bei der Analyse stellen?
Wer ziellos surft, sammelt zufällige Meinungen. Mit einer festen Checkliste können Sie dagegen Websites aus völlig unterschiedlichen Branchen vergleichen. Ich arbeite mit dieser Liste:
- Erster Bildschirm: Erkennen Sie vor dem Scrollen, was das Unternehmen macht und für wen?
- Menülogik: Folgt das Menü dem Organigramm oder dem Bedarf der Besucher?
- Eine Hauptaktion: Verlangt die Seite eine Sache, oder verteilt sie Ihre Aufmerksamkeit auf zehn Buttons?
- Belege: Stützt die Website ihre Aussagen mit Referenzen, Dokumenten oder Zertifikaten?
- Mobile Nutzung: Ist dieselbe Seite auf dem Smartphone genauso klar?
- Sprache: Ist der Text verständlich, oder voller Fachjargon und leerer Slogans?
Sobald Sie diese sechs Fragen auf jedes Beispiel anwenden, erkennen Sie Muster. Zudem können Sie Ihre eigene Website mit derselben Liste bewerten. Somit werden Inspiration und Prüfung zur gleichen Übung.
Beeinflusst Design wirklich, wie glaubwürdig ein Unternehmen wirkt?
Ja, und dazu gibt es Forschung. In der Studie "How Do People Evaluate a Web Site's Credibility?" des Stanford Web Credibility Project bewerteten 2.684 Teilnehmende echte Websites. In 46,1 Prozent ihrer Kommentare ging es um das Erscheinungsbild, also um Layout, Schrift und Farbgebung.
Zudem stieg bei Finanzwebsites dieser Wert sogar auf 54,6 Prozent. Das heißt, Menschen achten noch stärker auf visuelle Signale, wenn es um ihr Geld geht. Für eine Unternehmenswebsite bedeutet das: Sorgfältiges Design ist kein Schmuck, sondern Teil Ihrer Vertrauensbasis.
Allerdings ist die Studie alt, und heutige Nutzer kennen viel mehr Websites. Lesen Sie die Zahl deshalb nicht als "Design ist alles". Meine Lesart ist also einfacher. Besucher bilden sich einen ersten Eindruck über das Aussehen Ihrer Website, bevor sie Ihre Inhalte erreichen. Ist dieser Eindruck schlecht, liest niemand Ihre guten Inhalte.
Was lernen Sie von Technologiemarken?
Die Website von Apple gehört zu den meistdiskutierten Beispielen für produktorientiertes Unternehmensdesign. Das deutlichste Prinzip dort ist Fokus: Jeder Abschnitt trägt ein Produkt oder eine Botschaft. Auf der Startseite sehen Sie meist ein großes Produktbild, eine kurze Überschrift und zwei Links, nämlich mehr erfahren und kaufen.
Die Lektion lautet daher: Weißraum ist keine Verschwendung. Viele Websites kleiner Unternehmen füllen jede Lücke mit Aktionsbanner, Laufschrift und drei Slidern. Apple macht das Gegenteil und bündelt die Aufmerksamkeit auf einen Punkt.
Übernehmen Sie das Modell trotzdem nicht blind. Apples Produkte kennt ohnehin jeder, Sie dagegen müssen sich erst vorstellen. Daher ist auf Ihrem ersten Bildschirm ein Satz wie "was wir tun und für wen" oft wichtiger als jedes Bild. Das Prinzip "eine Botschaft, eine Aktion" können Sie dennoch sofort anwenden.
Was machen B2B-Softwareanbieter auf ihren Websites anders?
Schauen Sie sich die Websites von Stripe, Notion oder Atlassian an, fällt eine gemeinsame Haltung auf: Sie zeigen das Produkt, statt es zu beschreiben. Bei Stripe gehören Codebeispiele und ausführliche Dokumentation zum Marketing. Die Kernzielgruppe sind Entwickler, und genau das wollen Entwickler vor einer Entscheidung lesen.
Notion bietet zum Beispiel eine Vorlagengalerie. Besucher sehen somit ein Stück des Produkts, bevor sie sich registrieren. Atlassian gruppiert zudem seine Produkte nach Teamtyp und Anwendungsfall. Folglich bleibt eine breite Produktfamilie übersichtlich.
Die Lektion aus dieser Kategorie: B2B-Einkäufer recherchieren, bevor sie kaufen. Also können "langweilige" Seiten Ihre besten Verkäufer sein, etwa technische Datenblätter, Integrationslisten, Preislogik oder Prozessbeschreibungen. Die industrielle Seite dieses Themas behandle ich im Beitrag zur Website für Industrieunternehmen.
Warum fallen Websites mit offenen Preisen auf?
Die meisten Softwareanbieter halten ihre Preisseite öffentlich und vergleichen Pakete in einer Tabelle. Für Großkunden bieten sie zusätzlich meist die Option "mit dem Vertrieb sprechen". Dieses hybride Modell lässt kleine Kunden selbst entscheiden und lenkt große Kunden dann ins Gespräch.
Viele Dienstleister scheuen sich dagegen, Preise zu nennen. Das verstehe ich durchaus, denn jedes Projekt ist anders, und Wettbewerber lesen mit. Trotzdem kann gar kein Hinweis dazu führen, dass Besucher gehen, bevor sie wissen, ob Sie in ihr Budget passen.
Mein Vorschlag ist deshalb ein Mittelweg. Statt eines Festpreises nennen Sie einen Rahmen, zum Beispiel "Projekte dieses Umfangs beginnen meist in diesem Bereich". Alternativ listen Sie die Faktoren auf, die den Preis bestimmen. Somit sortieren Sie unpassende Anfragen aus und geben ernsthaften Interessenten Sicherheit. Wie Sie das Anfrageformular aufbauen, zeige ich im Beitrag zur Optimierung von Termin, Angebots und Demoformularen.
Wie vereinfachen Konzerne eine komplexe Struktur?
Unternehmen mit vielen Geschäftsbereichen wie Siemens haben ein großes Problem: Sie müssen Dutzende Besuchertypen auf einer Website bedienen. Siemens löst das weitgehend über eine Navigation nach Branche und Produktbereich. Sie gehen von Oberthemen wie Energie, Infrastruktur oder Gesundheit in Ihr eigenes Feld. Dadurch müssen Besucher das Organigramm nie kennen.
Große Holdings nutzen zudem oft eine ähnliche Aufteilung. Die Gruppenwebsite trägt Identität, Werte und Investoreninformationen. Danach betreibt jede Tochtergesellschaft ihre eigene Produktwebsite. Diese Trennung verhindert, dass die Gruppenwebsite zu einem unübersichtlichen Katalog wird.
Nehmen Sie daraus eine Lektion mit: Bauen Sie das Menü danach auf, wie sich Besucher selbst beschreiben, nicht nach Ihren Abteilungen. Wege wie "Ich bin Händler", "Ich bin Endkunde" oder "Ich suche einen Job" führen viel schneller zum Ziel als "Über uns, Tätigkeiten, Bereiche". Mehr dazu lesen Sie im Beitrag zur Kategoriestruktur für große Websites.
Was lehrt der Investor Relations Bereich börsennotierter Unternehmen?
Börsennotierte Unternehmen haben fast immer einen eigenen Investor Relations Bereich mit Finanzberichten, Unterlagen zur Hauptversammlung, Pflichtmitteilungen und Grundsätzen der Unternehmensführung. Der Bereich entsteht zwar aus Offenlegungspflichten. Gute Beispiele zeigen allerdings echtes Können in der Informationsarchitektur.
In guten Beispielen filtern Sie Dokumente nach Jahr und Art. Außerdem steht der neueste Bericht oben, und jeder PDF Titel verrät, worum es geht. In schwachen Beispielen stapeln sich dagegen Dutzende Links namens "Datei_final_v3.pdf" untereinander.
Diese Disziplin können Sie auch ohne Börsennotierung übernehmen. Richten Sie zum Beispiel einen aufgeräumten Bereich für Qualitätszertifikate, Produktkataloge und technische Datenblätter ein. Einkaufsabteilungen suchen nämlich genau diese Unterlagen, weil, sie damit Lieferanten prüfen. Wer sie mit einem Klick bereitstellt, geht gestärkt ins erste Gespräch.
Warum gelten Behördenwebsites als Vorbild für Einfachheit?
GOV.UK, die Website der britischen Regierung, nennen Designer beim Thema Einfachheit fast immer zuerst. Das Team veröffentlicht seine Government Design Principles. Dazu gehören Grundsätze wie "Start with user needs", "Do less" und "Do the hard work to make it simple".
Dekorative Bilder, Slider oder Animationen finden Sie dort also nicht. Dafür erledigt ein Bürger eine Aufgabe wie eine Führerscheinverlängerung, ohne über den nächsten Schritt nachzudenken. Überschriften nutzen die Worte der Besucher, und jede Seite behandelt eine Aufgabe.
Die Lektion für Ihre Unternehmenswebsite: Einfachheit ist keine Bequemlichkeit, sondern Disziplin. Beginnen Sie vor allem auf Leistungsseiten mit "Was möchten Sie tun?" statt mit "Wer wir sind". Geben Sie außerdem jeder Seite genau eine Aufgabe. Eine Seite, die gleichzeitig eine Leistung erklärt, eine Stelle ausschreibt und eine Aktion ankündigt, erfüllt keine davon gut.
Wie sieht Barrierefreiheit auf guten Unternehmenswebsites aus?
Die meisten starken Behörden und Unternehmenswebsites behandeln Barrierefreiheit als Grundanforderung, nicht als Zusatz. Der Referenzstandard sind die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) des W3C. Sie legen prüfbare Kriterien für Farbkontrast, Tastaturbedienung und Textalternativen für Bilder fest.
In guten Beispielen erkennen Sie das an folgenden Signalen:
- Hellgraue Schrift auf hellgrauem Hintergrund kommt nicht vor.
- Buttons sind groß genug für eine bequeme Bedienung mit dem Daumen.
- Mit der Tabulatortaste sehen Sie jederzeit, wo sich der Fokus befindet.
- Formularbeschriftungen stehen über dem Feld und verschwinden nicht darin.
- Linktexte beschreiben das Ziel, statt nur "hier klicken" zu sagen.
Diese Punkte sind für Menschen mit Behinderung unverzichtbar. Zudem helfen sie allen. Ein Einkäufer, der zum Beispiel im Sonnenlicht auf dem Smartphone liest, hat dasselbe Kontrastproblem.
Welche Lektionen liefern Handel und Konsumgütermarken?
Die Website von IKEA zeigt gut, wie ein Händler in vielen Ländern mit Lokalisierung umgeht. Zunächst wählen Sie Land und Sprache. Danach richten sich Produkte, Preise und Verfügbarkeit nach diesem Markt. Produktseiten nennen außerdem die entscheidenden Details wie Maße, Material und Montagehinweise.
Airbnb baut die Startseite dagegen um ein Suchfeld herum. Die erste Absicht der Besucher ist die Frage "wo und wann". Deshalb bedient die Website genau diese Absicht auf dem ersten Bildschirm.
Die Lektion für eine Unternehmenswebsite ist einfach: Finden Sie die häufigste Aufgabe Ihrer Besucher und stellen Sie sie auf den ersten Bildschirm. Bei einem Logistiker ist das vielleicht die Sendungsverfolgung, bei einer Praxis die Terminbuchung, bei einem Großhändler die Händlersuche. Wenn Sie mehrere Sprachen bedienen, lesen Sie vorher meinen Leitfaden zur SEO für mehrsprachige Websites.
Wie erzählen wertorientierte Marken ihre Mission online?
Patagonia gehört zu den bekanntesten Marken, die ihre Mission ins Zentrum der Website stellen. Themen wie Umweltverantwortung und Reparatur von Produkten verstecken sich nicht auf einer abgelegenen CSR Seite. Stattdessen stehen sie in der Hauptnavigation als Teil der Markengeschichte.
Die Lektion lautet also: Werte überzeugen nur, wenn Sie sie über Verhalten zeigen. "Kundenzufriedenheit hat für uns oberste Priorität" sagt nichts. Klare Garantiebedingungen, ein offen beschriebener Rückgabeprozess oder Kriterien für Lieferanten belegen dagegen einen Wert.
Auf den "Über uns" Seiten meiner Kunden sehe ich am häufigsten Gründungsjahre und allgemeine Slogans. Ein kurzer, ehrlicher Text wirkt dagegen deutlich stärker, denn er erklärt, warum es das Unternehmen gibt, welche Aufträge es ablehnt und wie es arbeitet. Wie Sie eine Markengeschichte ins Netz übertragen, beschreibe ich im Beitrag Corporate Design digital umsetzen.
Was bringt ein veröffentlichter Styleguide für Texte?
Mailchimp gehört zu den Unternehmen, die ihren Content Styleguide offen veröffentlichen. Er behandelt Tonalität, Grammatikentscheidungen, barrierefreies Schreiben und Regeln für verschiedene Inhaltstypen. Ebenso hält GOV.UK seine Schreibregeln öffentlich.
Ihren eigenen Leitfaden müssen Sie nicht veröffentlichen. Intern lohnt er sich aber sehr, denn selbst wenn verschiedene Personen schreiben, klingt die Website wie aus einem Guss. Eine typische Inkonsistenz auf Unternehmenswebsites ist ein Produktname, der in drei Schreibweisen auftaucht, oder ein Wechsel zwischen "Sie" und "du".
Für den Anfang reicht eine Seite mit diesen Entscheidungen: Anrede, verbotene Wörter, korrekte Schreibweise Ihrer Produkt und Leistungsnamen sowie Zahlen und Datumsformate. Prüfen Sie wichtige Seiten dann mit dem Lesbarkeitstest, um schwerfällige Absätze zu finden.
Wie schaffen Beratungsunternehmen Vertrauen auf ihrer Website?
Kanzleien, Beratungen und Wirtschaftsprüfer verkaufen kein greifbares Produkt, sondern Fachwissen. Auf den Websites großer internationaler Firmen dieser Kategorie fällt eine Struktur auf: Sie belegen Kompetenz mit Inhalten wie Branchenberichten, Hinweisen zu Gesetzesänderungen und Expertenprofilen.
Vor allem die Expertenprofile sind lehrreich. In guten Beispielen stehen Name, Fachgebiet, Veröffentlichungen und Kontaktweg eines Experten auf einer Seite. Somit vertrauen Besucher einer Person statt einem Logo.
Dieses Prinzip passt auch zu Googles Sicht auf Inhalte. Der Leitfaden von Google Search Central zu hilfreichen, zuverlässigen Inhalten empfiehlt, klar zu zeigen, wer einen Inhalt erstellt hat und warum. Verkaufen Sie Beratung, dann machen Sie aus Ihrer Teamseite also echte Kompetenzseiten statt einer Galerie mit Porträtfotos. Die SEO Seite behandle ich im Beitrag SEO Beratung für Unternehmen.
Was machen gute Kontaktseiten richtig?
Die Kontaktseite gehört zu den am meisten vernachlässigten und zugleich am häufigsten besuchten Seiten einer Unternehmenswebsite. In guten Beispielen ist sie mehr als ein Formular. Sie funktioniert eher wie eine Telefonzentrale, die jeden Besucher zur richtigen Person leitet. Vertrieb, Support, Presse und Karriere bekommen jeweils eigene Wege.
Große Unternehmen zeigen "Mit dem Vertrieb sprechen" und "Support erhalten" oft als zwei getrennte Buttons. So blockieren Bestandskunden nicht den Vertrieb, und neue Interessenten gehen nicht in der Supportschlange verloren.
Prüfen Sie bei der Übertragung folgende Punkte:
- Sind Adresse, Karte und Öffnungszeiten auf einen Blick sichtbar?
- Startet die Telefonnummer auf dem Smartphone per Tipp einen Anruf?
- Fragt das Formular Felder ab, die Sie gar nicht brauchen?
- Erfährt der Besucher nach dem Absenden, wann Sie antworten?
Nutzen Sie WhatsApp im Geschäft, hilft ein Link mit vorausgefüllter Nachricht sehr. Diesen erstellen Sie in Sekunden mit dem WhatsApp Link Generator. Kurz gesagt: Die Kontaktseite ist keine Formalität, sondern die letzte Tür zur Conversion.
Warum gehört die Karriereseite zum Schaufenster?
In vielen Unternehmen ist die Karriereseite eine Stellenliste, die die Personalabteilung nachträglich ergänzt hat. In guten Beispielen ist sie dagegen die ehrlichste Beschreibung der Unternehmenskultur. Große Technologieunternehmen erklären dort zum Beispiel oft die Schritte im Bewerbungsprozess, die Arbeitsweise der Teams und die Zusatzleistungen.
Das betrifft allerdings auch den Vertrieb. Ein Einkäufer, der einen Lieferanten prüft, schaut häufig ebenfalls auf die Karriereseite. Ein Unternehmen, das regelmäßig einstellt, seine Mitarbeitenden vorstellt und Abläufe erklärt, wirkt stabil. Zudem zieht eine gute Karriereseite passende Bewerber an und reduziert unpassende Bewerbungen.
Lassen Sie diesen Bereich daher nicht leer. Selbst ohne offene Stellen genügt ein kurzer Text darüber, wie Sie arbeiten und welche Fähigkeiten Sie schätzen. So unterstützt auch diese Ecke der Website Ihre Marke.
Welche Lektionen zeigen Beispiele für Unternehmenswebsites je Kategorie?
Eine Tabelle mit allen Beispielen für Unternehmenswebsites hilft Ihnen, das Modell zu wählen, das Ihrer Branche am nächsten kommt. Die Spalte "Lektion" zeigt das Prinzip, das Sie unabhängig von der Branche des Beispiels anwenden können.
| Kategorie | Beispiel | Beobachtetes Prinzip | Lektion für Sie |
|---|---|---|---|
| Produktorientierte Technologie | Apple | Eine Botschaft pro Abschnitt | Eine Hauptaktion auf dem ersten Bildschirm |
| B2B-Software | Stripe, Atlassian | Produkt über Dokumentation und Anwendungsfälle zeigen | Technische Seiten als Vertriebswerkzeug sehen |
| Konzern und Industrie | Siemens | Navigation nach Branche | Menü nach Besuchertypen aufbauen |
| Behörde | GOV.UK | Mit dem Nutzerbedarf beginnen | Jeder Seite eine Aufgabe geben |
| Handel | IKEA, Airbnb | Lokalisierung und Einstieg über die Suche | Häufigste Aufgabe nach vorn stellen |
| Wertorientierte Marke | Patagonia | Mission über Verhalten zeigen | Richtlinien statt Slogans veröffentlichen |
| Textdisziplin | Mailchimp | Öffentlicher Styleguide | Internen Schreibleitfaden anlegen |
| Beratung | Internationale Beratungsfirmen | Expertenprofile und Inhalte | Teamseite in Kompetenzseiten verwandeln |
Bleiben Sie dabei nicht an einer Zeile hängen. Ein Hersteller kann zum Beispiel gleichzeitig die Navigationslogik der Konzerne und die Disziplin der Softwareanbieter bei technischen Seiten übernehmen.
Wie verhalten sich Beispiele für Unternehmenswebsites auf dem Smartphone?
Die Beispiele für Unternehmenswebsites in diesem Beitrag senden auf dem Smartphone dieselbe Botschaft. Sie verhalten sich nicht wie eine verkleinerte Desktopkopie. Das Menü wird zu einem schlichten Panel, der Hauptbutton liegt in Daumenreichweite, und lange Tabellen wechseln in ein lesbares Format.
Das ist also längst keine Kür mehr. Google indexiert nach dem Prinzip Mobile First und stützt sich also auf die mobile Version Ihrer Website. Folglich schwächen Inhalte, die Sie mobil ausblenden, womöglich auch Ihre Sichtbarkeit in der Suche.
Achten Sie bei Ihrer eigenen Website auf einen Punkt: Drei Spalten, die auf dem Desktop nebeneinander stehen, rutschen mobil untereinander. Dann wird die Seite lang, und die Hauptaktion verschwindet nach unten. In guten Beispielen plant der Designer die mobile Reihenfolge deshalb gesondert und hält den wichtigsten Block oben. Für die technische Prüfung folgen Sie den Schritten im Beitrag Mobilfreundlichkeit testen.
Wie bleiben starke Beispiele trotz Bildern schnell?
Die meisten bildstarken Websites liefern große Bilder in modernen Formaten und in Größen, die zum Bildschirm passen. Ein schönes Design muss also keine langsame Website bedeuten. Google verweist dafür auf die Core Web Vitals auf web.dev: LCP für das Laden, INP für die Reaktion auf Eingaben und CLS für die visuelle Stabilität.
Den häufigsten Performancefehler sehe ich zudem auf Unternehmenswebsites bei schweren Imagevideos oder Slidern mit fünf Bildern auf der Startseite. Dieses Gewicht auf dem ersten Bildschirm kostet Geduld, bevor der Besucher eine einzige Zeile liest.
Mein praktischer Rat: Legen Sie bei der Designfreigabe ein Performancebudget fest. Begrenzen Sie zum Beispiel das gesamte Bildgewicht auf dem ersten Bildschirm und prüfen Sie dann jedes neue Element gegen diese Grenze. Mit dem Werkzeug Bild verkleinern reduzieren Sie Dateien schnell. Die Wirkung auf das Ranking erkläre ich im Beitrag wie die Ladezeit SEO beeinflusst.
Welches Risiko hat das Kopieren von Vorbildern?
Das größte Risiko ist, die Form ohne den Kontext zu übernehmen. Die minimalistische Startseite einer berühmten Marke funktioniert, weil jeder die Marke schon kennt. Wählt ein unbekanntes kleines Unternehmen denselben Minimalismus, gehen Besucher womöglich, ohne zu verstehen, was es anbietet.
Zweitens gibt es ein rechtliches Risiko. Wer Bilder, Texte oder markante Designelemente kopiert, riskiert Probleme mit Urheberrecht und Markenrecht. Ein Prinzip zu übernehmen ist in Ordnung, den konkreten Ausdruck zu kopieren dagegen nicht.
Drittens droht ein Größenproblem. Überträgt man die Informationsarchitektur eines Konzerns auf eine Website mit zehn Seiten, entstehen leere Kategorien und halbfertige Bereiche. Übernehmen Sie also das Prinzip und bauen Sie es dann für Ihre Besucher, Ihre Kapazität für Inhalte und Ihr Budget neu auf. Typische Designfehler habe ich im Beitrag UX Fehler, die Umsatz kosten gesammelt.
Wie machen Sie aus Beispielen einen Plan und ein Briefing?
Ohne ein Entscheidungsdokument kommen Besprechungen selten über "es soll wie diese Website aussehen" hinaus. In Projekten gehe ich in dieser Reihenfolge vor:
- Wählen Sie zwei Beispiele aus Ihrer Branche und drei aus anderen Branchen.
- Bewerten Sie jedes mit der Checkliste aus sechs Fragen.
- Leiten Sie aus jedem Beispiel ein Prinzip ab und formulieren Sie es in einem Satz.
- Ordnen Sie diese Prinzipien Ihren Besuchertypen zu.
- Skizzieren Sie ein grobes Gerüst für die Startseite und Ihre zwei wichtigsten Leistungsseiten.
- Schreiben Sie echte Rohtexte, bevor Sie ins visuelle Design gehen.
Der letzte Schritt ist allerdings der wichtigste. Entwürfe, die mit Lorem ipsum eine Freigabe bekommen, zerfallen oft, sobald echte Texte kommen. Geben Sie dem Designer dann ein Briefing, das jedes Beispiel und das gewünschte Prinzip nennt. "Eine Aufgabe pro Seite wie bei GOV.UK" gibt viel klarere Richtung als "modern soll es sein". Nach meiner Praxiserfahrung sinken dadurch die Korrekturschleifen deutlich, eine Garantie ist das aber nicht. Wenn Sie den ganzen Prozess gemeinsam angehen möchten, finden Sie hier meine Leistung Webdesign.
Fazit: Inspiration oder Imitation?
Gute Unternehmenswebsites verbindet keine teure Animation, sondern Respekt vor dem Besucher. Sie sagen sofort, was sie tun. Zudem erleichtern sie die häufigste Aufgabe, belegen Aussagen mit Nachweisen und sprechen eine klare Sprache.
Nutzen Sie die Beispiele in diesem Beitrag deshalb als Denkwerkzeug, nicht als Moodboard. Leiten Sie aus jedem ein Prinzip ab und passen Sie es an Ihre Besucher an. So entsteht eine Website nach Maß, statt dass Sie die Kleidung einer anderen Marke tragen.
Schließlich ist selbst die beste Website am Tag des Starts nicht fertig. Beobachten Sie das Verhalten der Besucher, verbessern Sie schwache Seiten und führen Sie die Website als lebendiges System. Als nächsten Schritt empfehle ich meinen Beitrag zum Thema Conversion Ziele festlegen.




