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SEO Konkurrenzanalyse: So lernen Sie von Ihren Wettbewerbern und stärken Ihre Website

Talha AslanTalha Aslan 18 Min. Lesezeit 2 Aufrufe

Was ist eine SEO Konkurrenzanalyse und wie gehen Sie vor?

Eine SEO Konkurrenzanalyse untersucht die Websites, die bei Ihren Zielkeywords vor Ihnen ranken, und zeigt, mit welchen Inhalten, welcher Struktur und welchen technischen Vorteilen sie dort stehen. Sie ermitteln zunächst Ihre echten Suchkonkurrenten, messen dann die Lücken bei Keywords, Content, Technik und Backlinks und übersetzen diese Lücken in eine priorisierte Aufgabenliste.

Das klingt zunächst einfach. In der Praxis bestehen allerdings viele Analysen, die ich zu sehen bekomme, aus einem Screenshot eines Tools oder aus einem Plan, die Website eines Mitbewerbers nachzubauen. Beides bringt nichts, denn keiner der beiden Ansätze erklärt die Ergebnisseite. Ich mache diese Arbeit seit 2012 für Kunden, und eine gute Analyse beantwortet für mich genau eine Frage: Was belohnt Google bei dieser Suchanfrage, und warum stehen wir nicht dort?

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen Schritt für Schritt, wie ich diese Frage beantworte. Dabei geht es mir mehr um die Methode als um Tools, denn Tools ändern sich, der Blick auf die Suchergebnisse bleibt.

Warum ist Ihr Marktbegleiter nicht automatisch Ihr Suchkonkurrent?

Neue Kunden frage ich zuerst, wer ihre Konkurrenten sind. Die Antwort nennt fast immer zwei oder drei bekannte Firmen der Branche. Allerdings sind die Websites, die bei Google um dieselbe Suchanfrage kämpfen, oft ganz andere. Ihnen begegnen dort Branchenverzeichnisse, Marktplätze, Foren oder ein kleiner Blog, den Sie nie wahrgenommen haben.

Nehmen Sie zum Beispiel einen Hersteller von Großküchentechnik. Im Vertrieb konkurriert er mit anderen Herstellern. Bei der Suche nach "Gewerbespülmaschine Preise" füllen dagegen womöglich Marktplätze und Vergleichsartikel die erste Seite. Diese Seiten wirken nicht wie Konkurrenten, trotzdem bekommen sie die Klicks.

Deshalb baue ich die Analyse auf zwei Ebenen auf:

  • Marktbegleiter: Firmen, die dasselbe Produkt an dieselbe Zielgruppe verkaufen. Sie zählen für Positionierung und Angebotsvergleich.
  • Suchkonkurrenten: alle Domains, mit denen Sie sich bei Ihren Zielanfragen die erste Seite teilen. Sie liefern die eigentliche Grundlage für SEO Entscheidungen.
  • Die Grauzone: Websites, die verkaufen und zugleich Inhalte veröffentlichen. Sie sind meist die gefährlichsten Wettbewerber.

Kurz gesagt beginnen Sie die Analyse mit einer Liste von Suchanfragen, nicht mit einer Liste von Firmen. Ihr Konkurrent ist, wer bei diesen Anfragen in den Ergebnissen steht.

Wie finden Sie Ihre echten Suchkonkurrenten?

Ich starte mit einer Liste von 20 bis 50 Zielanfragen. Diese stammen aus vorhandenen Suchanfragen in der Search Console, aus Formulierungen, die der Vertrieb jede Woche hört, und aus einer Keyword Recherche mit Blick auf den Umsatz. Die Liste soll die Themen abbilden, mit denen Sie Geld verdienen. Allgemeine Traffic Begriffe allein führen Sie in die Irre, denn sie bringen selten Kunden.

Danach suche ich jede Anfrage in einem privaten Fenster, mit dem Zielland und der Zielsprache. Die Domain jedes der ersten zehn organischen Ergebnisse trage ich in eine Tabelle ein. Diese Handarbeit wirkt also mühsam. Trotzdem lohnt es sich, die Ergebnisseite in der ersten Runde mit eigenen Augen zu sehen.

Dann zähle ich die Domains. Die drei bis fünf Domains, die bei einem großen Teil Ihrer Anfragen immer wieder auftauchen, sind Ihre echten Suchkonkurrenten. Ein großes Nachrichtenportal, das nur bei einer einzigen Anfrage erscheint, ist dagegen kein Konkurrent, sondern Rauschen.

Zudem verrät Ihnen die Zählung den Seitentyp, den Google bevorzugt. Ranken bei der Hälfte Ihrer Liste Produktseiten und bei der anderen Hälfte Ratgeber, dann führen Sie zwei Kämpfe gegen zwei verschiedene Gruppen. Diese Trennung früh zu treffen, vereinfacht alle weiteren Schritte.

Welche Daten und Tools brauchen Sie für eine SEO Konkurrenzanalyse?

Für eine SEO Konkurrenzanalyse brauchen Sie kein teures Tool, aber Sie sollten die richtigen Datenquellen kennen. Mit kostenlosen Quellen gelingt eine solide erste Runde. Kostenpflichtige Tools bringen dann Skalierung und sparen Zeit.

Diese Quellen nutze ich hauptsächlich:

  • Google Search Console: Ihre eigenen Daten zu Suchanfragen, Impressionen und durchschnittlicher Position. Konkurrenten sehen Sie hier nicht, aber Sie erhalten Ihre Seite des Vergleichs.
  • Google Keyword Planner: Laut der Google Ads Hilfe können Sie mit der Option "Mit einer Website beginnen" eine beliebige Website eingeben und Keywordideen zu deren Inhalten erhalten.
  • PageSpeed Insights: zeigt Labordaten und Felddaten für eine Seite eines Mitbewerbers.
  • Test für Rich Results: liest die strukturierten Daten jeder URL aus, also sehen Sie, welche Schema Typen ein Wettbewerber verwendet.
  • SEO Tools von Drittanbietern: zeigen geschätzte organische Keywords und Backlinks eines Konkurrenten. Es handelt sich um Schätzungen, also lesen Sie sie nicht als exakte Zahlen.

Außerdem gibt es eine Quelle, die genauso viel zählt wie jedes Tool: Ihr eigener Blick. Wenn Sie eine Konkurrenzseite wie ein Kunde lesen, erkennen Sie Dinge, die kein Tool liefert. Daher lese ich bei jeder Analyse mindestens fünf Konkurrenzseiten vollständig.

Wie viele Konkurrenten sollten Sie untersuchen?

Für eine gründliche Untersuchung reichen bei den meisten Unternehmen drei bis fünf Suchkonkurrenten. Diese Spanne ist ein Startwert aus meiner Praxiserfahrung, keine feste Regel. Mit jedem weiteren Konkurrenten wird die Analyse breiter, Ihre Entscheidungen verschwimmen jedoch.

Bei der Auswahl achte ich auf drei Punkte. Bei wie vielen Zielanfragen erscheint die Website? Bedient sie dieselbe Suchintention wie Sie? Liegt sie von der Größe her in Reichweite? Die Reichweite ist daher ein wichtiger Filter. So ist der direkte Wettkampf mit einem nationalen Marktplatz für ein junges Unternehmen kein realistisches erstes Ziel.

Deshalb wähle ich meist einen "Marktführer", zwei "ähnlich große" Wettbewerber und einen "Aufsteiger". Der Marktführer zeigt Ihnen zunächst die Obergrenze. Ähnlich große Wettbewerber zeigen die Websites, die Sie kurzfristig überholen können. Der Aufsteiger liefert schließlich den frischesten Hinweis darauf, was Google gerade belohnt.

Andererseits braucht jede Produktlinie ein eigenes Konkurrenzset, wenn Ihr Sortiment sehr unterschiedlich ist. Eine ganze Website durch eine einzige Liste zu lesen, führt besonders im E-Commerce zu falschen Schlüssen.

In der Praxis lege ich für jede Produktlinie ein eigenes Tabellenblatt an. Dort stehen die Anfragen, die Konkurrenten und die Notizen dieser Linie. Somit sehen Sie klar, wo Sie stark und wo Sie schwach sind, und können Ressourcen dorthin lenken, wo die größte Chance liegt.

Wie ermitteln Sie die Keywords, für die Ihre Konkurrenten ranken?

Es gibt zwei Wege zu den Keywords eines Konkurrenten: Toolschätzungen und Ihre eigene Beobachtung. Tools von Drittanbietern listen die Begriffe, für die eine Domain vermutlich rankt. Der Keyword Planner erzeugt Ideen aus dem Inhalt einer Konkurrenz URL. Ich nutze also beides zusammen.

Die Rohliste übernehme ich allerdings nie ungeprüft. Zunächst teile ich sie in vier Gruppen:

  1. Gemeinsame Keywords: Begriffe, bei denen Sie und der Konkurrent ranken. Hier schauen Sie auf den Positionsabstand.
  2. Lückenkeywords: Begriffe, bei denen der Konkurrent rankt und Sie gar nicht erscheinen. Diese Liste ist deshalb meist die wertvollste.
  3. Vorsprungkeywords: Begriffe, bei denen Sie vorne liegen. Diese Positionen müssen Sie verteidigen.
  4. Irrelevante Keywords: Begriffe, die dem Konkurrenten nützen, aber nicht zu Ihrem Angebot passen. Diese streichen Sie.

Anschließend ordne ich die Lückenkeywords nach Suchintention: Informationssuche, Vergleich und Kaufbereitschaft. So sehen Sie, welcher Begriff eine neue Seite braucht und welcher nur einen neuen Abschnitt auf einer bestehenden Seite. Diese Zuordnung beschreibe ich ausführlich in meiner Anleitung zum Keyword Mapping. Verteilen Sie ein Keyword auf zwei Seiten, konkurrieren diese Seiten nämlich miteinander.

Wie führen Sie eine Content Gap Analyse durch?

Eine Content Lücke ist eine Nutzerfrage, die ein Konkurrent beantwortet und Ihre Website nicht. Der Unterschied zur Keyword Lücke ist einfach: Ein Keyword beschreibt eine Formulierung, eine Content Lücke dagegen ein Bedürfnis. Ein einziges Bedürfnis suchen Menschen mit Dutzenden verschiedener Formulierungen.

Konkret zerlege ich Blogs, Ratgeber, Kategorieseiten und FAQ Bereiche der Konkurrenten in Themen. Dann suche ich auf der Website meines Kunden für jedes Thema die passende Seite. Fehlt sie, kommt das Thema auf die Lückenliste. Ist sie schwach, kommt es auf die Verbesserungsliste.

Bei einem Softwareanbieter stellen Sie zum Beispiel fest, dass die Konkurrenten Integrationsseiten, Preisvergleiche und Einrichtungsanleitungen haben, Ihre Website aber nur Produktbeschreibungen. Das Problem ist dann kein Keyword, sondern ein fehlender Inhaltstyp.

Dazu allerdings eine Warnung. Eine Lücke zu finden, bedeutet nicht, die Seite des Konkurrenten umzuschreiben. Der Leitfaden von Google zu hilfreichen Inhalten fragt, ob Inhalte, die auf andere Quellen zurückgreifen, das bloße Kopieren oder Umschreiben vermeiden und stattdessen erheblichen Mehrwert und Originalität bieten. Das heißt, Sie brauchen eigene Daten, eigene Erfahrung und eigene Beispiele. Sonst haben Sie nur eine weitere Seite zum Stapel hinzugefügt.

Was verraten Ihnen die Elemente der Suchergebnisseite?

Eine Ergebnisseite besteht längst nicht mehr nur aus zehn blauen Links. Featured Snippets, der Kasten "Ähnliche Fragen", Videokarussells, das lokale Paket, Shoppingergebnisse und KI Übersichten teilen sich die organischen Klicks. Daher notiere ich für jede Zielanfrage, welche Elemente erscheinen.

Diese Beobachtung sagt Ihnen dann zwei Dinge. Erstens das Klickpotenzial: Stehen oben ein großes lokales Paket und ein Anzeigenblock, bringt selbst Platz eins organisch womöglich nicht den erwarteten Traffic. Zweitens das Format: Zeigt Google bei einer Anfrage Videos, erwarten Nutzer vermutlich eine visuelle Erklärung.

Außerdem prüfe ich, wer die Elemente besetzt. Stammt ein Featured Snippet aus der Tabelle eines Konkurrenten, lohnt sich ein Blick auf den Aufbau dieser Seite. Auch die Quellen, die KI Übersichten nennen, gehören inzwischen zur Analyse; mein Beitrag über Content für AI Overviews behandelt diese Seite.

Schließlich kontrolliere ich, wie Ihr eigener Titel und Ihre Beschreibung neben den Wettbewerbern wirken. Die Google SERP Vorschau beschleunigt diesen Vergleich. Setzen alle Konkurrenten auf den Preis, verschafft Ihnen eine andere Botschaft womöglich den Klick.

Wie bewerten Sie die Qualität der Konkurrenzinhalte?

Inhaltsqualität an der Wortzahl zu messen, ist der häufigste Fehler, den ich sehe. Hat eine Konkurrenzseite 3.000 Wörter, brauchen Sie nicht 3.500. Die eigentliche Frage lautet, wie vollständig und verlässlich diese Seite die Frage der Nutzer beantwortet.

Beim Lesen von Konkurrenzseiten nutze ich eine Checkliste:

  • Gibt die Seite auf dem ersten Bildschirm eine direkte Antwort, oder beginnt sie mit einer langen Einleitung?
  • Enthält sie eigene Daten, Fotos, Berechnungen oder durchgerechnete Beispiele?
  • Ist klar, wer den Text verfasst hat und warum diese Person zum Thema sprechen kann?
  • Lässt sie sich über Tabellen, Listen und Zwischenüberschriften überfliegen?
  • Ist sie aktuell, oder stehen veraltete Angaben noch auf der Seite?
  • Führt sie den Leser am Ende zu einem natürlichen nächsten Schritt?

Zu jedem Punkt schreibe ich für jeden Konkurrenten kurze Notizen. Statt eines vagen Urteils wie "deren Seite ist besser" erhalten Sie also einen konkreten Befund, etwa "sie zeigen die Preisspanne in einer Tabelle, wir nicht". Ein konkreter Befund lässt sich direkt in eine Aufgabe übersetzen. Zudem erleichtern diese Notizen das Briefing für Texter erheblich.

Was sollten Sie auf der technischen Seite vergleichen?

Ein technischer Vergleich stützt sich auf das, was Sie von außen beobachten können, ohne Zugang zu den Systemen des Konkurrenten. Es geht nicht darum, dessen Infrastruktur zu prüfen. Stattdessen wollen Sie sehen, ob Ihre eigene Website einen Unterschied aufweist, der die Rankings bremst.

Ich prüfe vor allem Indexierbarkeit, Canonical Tags, die mobile Ansicht, strukturierte Daten, Ladezeit und eine saubere URL Struktur. Für strukturierte Daten geben Sie die URL eines Konkurrenten in den Test für Rich Results ein und sehen, welche Typen er verwendet. Nutzen Wettbewerber auf Produktseiten die Typen Product und Review, erstellen Sie passende Typen mit einem Schema Generator.

Trotzdem sollten Sie technische Unterschiede nicht überbewerten. Erfüllen beide Websites die technischen Grundanforderungen, entscheiden meist Inhalt und Autorität über das Ranking. Im technischen Teil suche ich deshalb vor allem nach Problemen, die eine Website sich selbst schafft: Seiten mit versehentlichem noindex, Weiterleitungsketten oder Hauptinhalte, die erst spät per JavaScript laden.

Kurz gesagt hilft Ihnen der Blick auf den Konkurrenten, eigene Schwachstellen zu erkennen. Sie kopieren einen Wettbewerber nicht, nur weil er etwas gut macht. Haben Sie aber ein grundlegendes Problem, macht der Vergleich es sichtbar.

Wie vergleichen Sie Konkurrenten anhand der Core Web Vitals?

Beim Geschwindigkeitsvergleich trennen Sie Laborwerte und Felddaten. Laut der Dokumentation zu PageSpeed Insights zeigt das Tool die Erfahrungen echter Nutzer bei LCP, INP und CLS über die letzten 28 Tage. Als "gut" gelten 2,5 Sekunden für LCP, 200 Millisekunden für INP und 0,1 für CLS.

Diese Felddaten stammen aus dem Chrome User Experience Report. Sie erscheinen allerdings nur für Seiten oder Domains mit ausreichend Besuchern. Bei einem kleinen Konkurrenten fehlen die Felddaten daher womöglich ganz. Dann bleibt Ihnen nur der Labortest, und diesen sollten Sie nicht als endgültigen Vergleich lesen.

Damit der Vergleich fair bleibt, stelle ich Gleiches neben Gleiches: Startseite neben Startseite, Kategorie neben Kategorie, Produkt neben Produkt. Den Blogartikel eines Konkurrenten mit Ihrer schweren Produktseite zu vergleichen, sagt nichts aus.

Zudem erklärt ein Geschwindigkeitsunterschied allein selten ein Ranking. Ist ein Konkurrent langsamer als Sie und rankt trotzdem höher, liegt die Ursache vermutlich woanders. Wie ich einen Geschwindigkeitstest Schritt für Schritt lese, zeige ich im Leitfaden zum Google Lighthouse Test; das größere Bild zur Nutzererfahrung finden Sie im Beitrag über SEO und UX.

Wie lesen Sie Unterschiede in Seitenstruktur und interner Verlinkung?

Menü, Kategoriebaum und URL Muster eines Konkurrenten zeigen, welchen Themen er Gewicht gibt. Ein Thema in der Hauptnavigation ist für diese Website strategisch. Ein Thema, das im Menü fehlt, im Blog aber ausführlich vorkommt, dient dagegen meist der Traffic Gewinnung.

Bei dieser Prüfung suche ich Antworten auf einige Fragen. Hat der Konkurrent für die Zielanfrage eine eigene Seite angelegt, oder behandelt er das Thema auf einer allgemeinen Seite? Haben die Kategorieseiten erklärenden Text und eine klare Filterstruktur? Wie viele Klicks brauchen Nutzer von der Startseite bis zu wichtigen Seiten?

Ein Konkurrent hat zum Beispiel für jede Leistung eine eigene Seite und darunter Links zu passenden Ratgebern. Stehen bei Ihnen alle Leistungen auf einer langen Seite, bieten Sie Google für kein Thema einen starken Kandidaten.

Bei großen Websites fällt dieser Unterschied noch stärker ins Gewicht. Wie ich eine Kategoriearchitektur aufbaue, beschreibe ich im Beitrag über die Kategoriestruktur für große Websites. Verbinden Sie die strukturellen Befunde aus der Konkurrenzanalyse mit diesem Rahmen, dann wird klar, welche Seiten Sie neu anlegen und welche Sie zusammenlegen sollten.

Wie wichtig ist der Vergleich der Backlinkprofile?

Links sind nach wie vor ein wichtiges Signal, doch ein reiner Zahlenvergleich täuscht. Hat ein Konkurrent 5.000 Links, brauchen Sie nicht ebenfalls 5.000. Ein großer Teil dieser Links stammt womöglich aus Verzeichnissen, automatisierten Websites oder themenfremden Seiten.

Deshalb schaue ich auf die Quellen statt auf die Summen. Welche Branchenverbände, Nachrichtenseiten, Lieferanten und Partner verlinken auf den Konkurrenten? Wie viele dieser Quellen könnten auch Sie auf natürliche Weise verlinken? Der wertvollste Befund ist meist eine gemeinsame Quelle: Ein Fachmagazin, das zwei Ihrer Wettbewerber verlinkt, Sie aber nicht, ist eine erreichbare Chance.

Außerdem prüfe ich, welche Seiten des Konkurrenten die meisten Links anziehen. Konkret sind das oft Studien, kostenlose Tools oder ausführliche Ratgeber. Daraus sehen Sie, welchen Inhaltstyp Sie produzieren sollten, um selbst Links zu verdienen.

Einen Punkt möchte ich klar sagen: Versuchen Sie nicht, den Rückstand mit gekauften Links aufzuholen. Die Spamrichtlinien von Google verbieten Linkprogramme zur Manipulation von Rankings ausdrücklich. Ein kurzfristiger Gewinn kann somit zu einer langfristigen Abstrafung führen.

Wie unterstützen Google Ads Daten die organische Konkurrenzanalyse?

Daten aus der bezahlten Suche bereichern die organische Analyse erstaunlich stark. Laut der Google Ads Hilfe bietet der Bericht zu den Auktionsdaten für Suchkampagnen sechs Kennzahlen, darunter den Anteil an möglichen Impressionen und die Überschneidungsrate. Der Bericht zeigt, welche Werbetreibenden an denselben Auktionen teilnehmen wie Sie.

Was hat das mit SEO zu tun? Ein Konkurrent, der Werbebudget für einen Begriff ausgibt, signalisiert Ihnen praktisch, dass sich dieser Begriff für ihn lohnt. Folglich hilft Ihnen ein Blick darauf, mit welchen organischen Seiten dieser Werbetreibende erscheint, Anfragen mit hohem kommerziellem Wert zu priorisieren.

Zudem sehen Sie im Google Ads Transparenzcenter die Anzeigen, die ein Werbetreibender schaltet. Die Vorteile, die Ihre Wettbewerber in ihren Anzeigentexten betonen, liefern auch Ideen für Ihre organischen Titel.

Lesen Sie bezahlte und organische Daten zusammen, dann klärt sich auch, wie viel Last jeder Kanal tragen soll. In meiner Google Ads Verwaltung plane ich dieses Gleichgewicht immer gemeinsam mit SEO. Speisen sich beide Kanäle aus derselben Keywordliste, verschwenden Sie weniger Budget.

Wie unterscheidet sich die Konkurrenzanalyse bei lokaler Suche?

Bei lokalen Unternehmen weicht das Konkurrenzset von den klassischen organischen Ergebnissen ab. Bei Anfragen wie "Zahnarzt in der Nähe" sind die Unternehmen im lokalen Paket Ihre eigentlichen Konkurrenten. Zudem ändert sich dieses Set mit dem Standort der suchenden Person; eine Suche in Schwabing liefert womöglich andere Praxen als eine Suche in Sendling.

Bei einer lokalen Analyse prüfe ich diese Punkte:

  • Die primäre und die weiteren Kategorien im Unternehmensprofil.
  • Anzahl der Rezensionen, Bewertung und wie konsequent das Unternehmen antwortet.
  • Fotos, Leistungsliste und aktuelle Öffnungszeiten im Profil.
  • Ob die Website für jeden Standort oder jedes Einzugsgebiet eine eigene Seite hat.
  • Ob Name, Adresse und Telefonnummer auf allen Plattformen einheitlich sind.

In diesem Vergleich zeigt sich die größte Lücke oft bei der Kategoriewahl und beim Strom neuer Rezensionen. Hat ein Konkurrent die richtige primäre Kategorie gewählt und Sie eine allgemeine, dann fallen Sie im lokalen Paket zurück, egal wie gut Ihre Inhalte sind. Mehr zur lokalen Sichtbarkeit lesen Sie in meinem Leitfaden zu Google Maps SEO.

Wie machen Sie aus den Befunden einen Maßnahmenplan?

Eine SEO Konkurrenzanalyse bleibt im Ordner liegen, solange keine Aufgabenliste daraus entsteht. Ich bewerte deshalb jeden Befund nach Wirkung, Aufwand und Verlässlichkeit. Wirkung ist der vermutliche Beitrag zu Traffic oder Anfragen. Aufwand beschreibt Zeit und Ressourcen. Verlässlichkeit zeigt schließlich, wie belastbar die Daten hinter dem Befund sind.

Die folgende Tabelle ist eine vereinfachte Version der Vergleichsvorlage, die ich Kunden am Ende einer Analyse übergebe. Die Einträge dienen nur als Beispiel; Sie füllen sie mit den Daten Ihrer eigenen Website.

BereichWorauf Sie schauenDatenquelleTypische Maßnahme
KeywordlückeAnfragen, bei denen der Konkurrent rankt und Sie nichtSEO Tools, Keyword PlannerNeue Seite oder neuer Abschnitt
InhaltsqualitätDirekte Antwort, eigene Daten, AktualitätSeite lesenInhalt stärken und neu gliedern
Elemente der ErgebnisseiteSnippets, Videos, lokales Paket, KI ÜbersichtenManuelle SucheFormatwechsel, strukturierte Daten
TechnikIndexierbarkeit, Ladezeit, SchemaPageSpeed Insights, Test für Rich ResultsFehler beheben
BacklinksGemeinsame Quellen, meistverlinkte SeitenBacklink ToolsVerlinkbare Inhalte und Kooperationen
Kommerzielles SignalWettbewerber in der bezahlten SucheAuktionsdatenKeywordpriorität anpassen

Danach trage ich jeden Befund mit einer verantwortlichen Person und einem Termin in den Kalender ein. So wird aus der Analyse keine reine Diagnose, sondern der Fahrplan für Ihre SEO Beratung.

Was gehört in den Bericht einer SEO Konkurrenzanalyse?

Ein guter Bericht zur SEO Konkurrenzanalyse ist kurz genug, damit eine Führungskraft das Gesamtbild in fünf Minuten erfasst, und ausführlich genug, damit das Team damit arbeiten kann. Ich erstelle ihn deshalb in zwei Ebenen: eine Zusammenfassung auf einer Seite und Anhänge.

Die Zusammenfassung enthält diese Punkte:

  • Konkurrenzset: welche Domains Sie auf Basis welcher Anfragenliste gewählt haben, und warum.
  • Sichtbarkeitsvergleich: bei wie vielen Zielanfragen Sie und jeder Konkurrent auf Seite eins stehen.
  • Die drei größten Lücken: die deutlichsten Unterschiede bei Keywords, Inhalt oder Technik.
  • Priorisierte Aufgaben: Maßnahmen für die ersten 90 Tage, mit Verantwortlichen und Terminen.
  • Annahmen und Grenzen: welche Zahlen Schätzungen sind und welche exakte Messungen.

In den Anhängen stehen die Rohtabelle der Anfragen, Notizen zu Konkurrenzseiten, Geschwindigkeitsmessungen und Linkquellen. Somit bleibt die Zusammenfassung schlank, und trotzdem hat jede Aussage ihren Beleg im Bericht.

Der letzte Punkt zählt vor allem deshalb, weil er Vertrauen schafft. Eine SEO Konkurrenzanalyse beruht oft auf Schätzungen, und genau das offen zu sagen, schafft Vertrauen. Können Sie die Frage "Woher stammt diese Zahl?" ohne Zögern beantworten, dann wird der Bericht vom Foliensatz zum Entscheidungswerkzeug. Welche Teile eines Berichts Aufmerksamkeit verdienen, erkläre ich im Beitrag zum Thema Marketing Report richtig lesen.

Welche Fehler passieren bei der SEO Konkurrenzanalyse am häufigsten?

Über die Jahre habe ich bei der SEO Konkurrenzanalyse dieselben Fehler immer wieder gesehen. Diese begegnen mir am häufigsten:

  1. Falsche Konkurrenten: den Rivalen aus dem Vertrieb wählen und den Rivalen auf der Ergebnisseite übersehen.
  2. Toolschätzungen als Fakten lesen: Trafficzahlen von Drittanbietern sind Schätzungen, und niemand außerhalb eines Unternehmens kennt dessen echten Traffic.
  3. Kopieren: Überschriften, Struktur oder sogar Texte eines Konkurrenten nachahmen. Damit werden Sie bestenfalls die zweitbeste Kopie.
  4. Suchintention ignorieren: eine Anfrage mit einer Verkaufsseite gewinnen wollen, obwohl der Konkurrent mit einem Ratgeber rankt.
  5. Einmalig arbeiten: die Analyse einmal durchführen und ein ganzes Jahr mit denselben Annahmen weitermachen.
  6. Nicht priorisieren: eine Liste mit hundert Punkten erstellen, ohne festzulegen, was zuerst kommt.

Allen diesen Fehlern ist gemeinsam, dass sie den Zweck vergessen. Das Ziel ist nicht, Fakten über einen Rivalen zu sammeln. Es geht vielmehr darum, herauszufinden, welche Änderung auf Ihrer eigenen Website einen Unterschied macht. Schreiben Sie also neben jeden Befund die Frage "Was tun wir deshalb?", dann vermeiden Sie diese Fehler am einfachsten.

Wie oft sollten Sie die Konkurrenzanalyse wiederholen?

Ich empfehle eine vollständige Analyse ein oder zwei Mal im Jahr und eine kurze Kontrolle jeden Monat. Dieser Rhythmus ist ein Startwert aus meiner Praxiserfahrung, keine Garantie. In Märkten, in denen sich der Wettbewerb schnell verschiebt, brauchen Sie womöglich kürzere Abstände.

Bei der monatlichen Kontrolle schaue ich zunächst auf Seite eins der Zielanfragen. Ist eine neue Domain aufgetaucht? Ist ein Wettbewerber schnell gestiegen? Zeigt Google ein neues Element auf der Ergebnisseite? Sehen Sie in der Search Console einen plötzlichen Rückgang der durchschnittlichen Position, prüfen Sie außerdem zuerst die Ergebnisseite. Sehr oft liegt die Ursache nicht auf Ihrer Website, sondern in einem Zug eines Konkurrenten.

Manche Ereignisse verlangen eine neue Analyse, ohne auf den Kalender zu warten: ein großes Google Update, ein neuer Anbieter im Markt, ein Relaunch Ihrer Website oder ein geändertes Sortiment. In solchen Phasen gilt Ihr altes Konkurrenzset womöglich nicht mehr.

Am gesündesten ist es daher, diese Beobachtung in Ihr regelmäßiges Reporting einzubauen. Welche Kennzahlen ich verfolge, beschreibe ich im Beitrag über Online Marketing KPIs; die Sichtbarkeit der Konkurrenz ist eine gute Ergänzung dieser Liste.

Fazit: Beobachten Sie die Konkurrenz, aber gehen Sie Ihren eigenen Weg

Eine gute SEO Konkurrenzanalyse sagt Ihnen nicht, wen Sie nachahmen sollen. Sie zeigt Ihnen vielmehr, wo Sie sich abheben können. Sie finden Ihre echten Suchkonkurrenten, messen Keyword und Content Lücken, lesen die Ergebnisseite und notieren technische Unterschiede. Dann übersetzen Sie alles in eine priorisierte Aufgabenliste.

Machen Sie das zum ersten Mal, dann starten Sie klein: 20 Anfragen, drei Konkurrenten und eine Tabelle. Nach der ersten Runde sehen Sie, welche Informationen Ihre Entscheidungen tatsächlich verändert haben, und beim nächsten Mal konzentrieren Sie sich darauf.

Möchten Sie diese Analyse gemeinsam für Ihre Website durchführen, erreichen Sie mich über die Seite zur SEO Beratung. Zuerst besprechen wir Ihre Ausgangslage und die wichtigen Anfragen, danach legen wir gemeinsam Ihr Konkurrenzset fest.

Häufig gestellte Fragen

Geht eine SEO Konkurrenzanalyse auch mit kostenlosen Tools?
Ja, eine solide erste Runde gelingt mit kostenlosen Tools. Die Search Console liefert Ihre eigenen Daten, der Keyword Planner Ideen aus einer Konkurrenz URL, PageSpeed Insights die Ladezeiten und der Test für Rich Results die strukturierten Daten. Kostenpflichtige Tools bringen Skalierung und sparen Zeit, ersetzen aber nie Ihren eigenen Blick auf die Ergebnisseite.
Kann ich den echten Traffic meines Konkurrenten herausfinden?
Nein. Den echten Traffic sieht nur der Betreiber in seinem eigenen Analytics Konto. Die Trafficzahlen in Tools von Drittanbietern sind Näherungswerte aus Rankings und geschätzten Klickraten. Nutzen Sie diese Werte, um Trends zu erkennen und Konkurrenten untereinander zu vergleichen, aber berichten Sie sie Ihrer Geschäftsführung nie als exakte Zahlen.
Ist es Kopieren, wenn ich mich an Konkurrenzinhalten orientiere?
Sich von den Themen eines Konkurrenten inspirieren zu lassen, ist kein Kopieren, doch Text, Struktur und Beispiele umzuschreiben, kommt dem sehr nahe. Google erwartet von Inhalten, die auf andere Quellen zurückgreifen, erheblichen Mehrwert und Originalität. Behandeln Sie das entdeckte Thema daher mit Ihrer eigenen Erfahrung, Ihren eigenen Daten und eigenen Beispielen.
Mit wie vielen Keywords sollte ich die Analyse beginnen?
Für die meisten Unternehmen sind 20 bis 50 Zielanfragen ein guter Start. Diese Spanne stammt aus meiner Praxiserfahrung und ist keine feste Regel. Wählen Sie die Anfragen aus den Themen, mit denen Sie Geld verdienen, und heben Sie allgemeine Traffic Begriffe für später auf. Die Liste nach der ersten Runde zu erweitern, funktioniert deutlich besser.
Wie lange dauert eine Konkurrenzanalyse?
Eine erste Analyse mit drei bis fünf Konkurrenten und 20 bis 50 Anfragen dauert für eine erfahrene Fachkraft meist einige Arbeitstage. Diese Schätzung beruht auf meiner Praxiserfahrung. Die Dauer wächst mit der Größe der Website, der Zahl der Produktlinien und der Zahl der Standorte. Eine monatliche Kontrolle braucht dagegen oft nur ein bis zwei Stunden.
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Talha Aslan
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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