Digitales Marketing

Rabatt in Prozent berechnen: Formel, Beispiele und Mehrfachrabatt

Talha Aslan 20 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Kurze Antwort

Wie berechnet man den Rabatt in Prozent?

Den Rabatt in Prozent berechnen Sie, indem Sie die Differenz zwischen altem und neuem Preis durch den alten Preis teilen und mit 100 multiplizieren. Die Formel lautet: (alter Preis − neuer Preis) ÷ alter Preis × 100. Sinkt ein Artikel zum Beispiel von 125 € auf 95 €, ergibt 30 ÷ 125 × 100 genau 24 % Rabatt.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Wenn Sie nicht von Hand rechnen möchten, zeigt unser Prozentrechner den Satz an, sobald Sie beide Preise eingeben. Allerdings ist die Formel selten das eigentliche Problem. Fehler entstehen vor allem dann, wenn man vom reduzierten Preis auf den Ausgangspreis zurückrechnet, zwei Rabatte kombiniert oder Brutto und Netto vermischt. Wir sind Talha Aslan und Team, und genau diese Fehler sehen wir in E-Commerce und Kampagnenarbeit immer wieder. Deshalb gehen wir sie in diesem Leitfaden einzeln mit Rechenbeispielen durch.

Alle Zahlen in diesem Artikel sind Beispielrechnungen. Sie stammen also nicht aus einem echten Shop, und Sie können Ihre eigenen Preise mit denselben Schritten einsetzen.

Wie wenden Sie die Formel für den Rabatt in Prozent Schritt für Schritt an?

Die Formel passt in eine Zeile. Trotzdem ändert sich das Ergebnis komplett, wenn Sie die Reihenfolge vertauschen. Daher empfehlen wir jedes Mal dieselben drei Schritte.

  1. Differenz bilden: Ziehen Sie den neuen Preis vom alten Preis ab. Sinkt ein Artikel von 80 € auf 60 €, beträgt die Differenz 20 €.
  2. Durch den alten Preis teilen: 20 ÷ 80 = 0,25. Der alte Preis steht immer im Nenner, denn einen Rabatt misst man am früheren Preis.
  3. Mit 100 multiplizieren: 0,25 × 100 = 25 %. Wenn Sie die Zahl in einer Anzeige verwenden, runden Sie sie nicht auf.

Die meisten Fehler passieren im zweiten Schritt. Teilen Sie die Differenz durch den neuen Preis, erhalten Sie 20 ÷ 60 = 33,33 %. Diese Zahl beschreibt allerdings etwas anderes, nämlich den Aufschlag vom reduzierten Preis zurück zum alten Preis. Die Aussage „der Artikel ist 33 % günstiger“ wäre somit falsch.

Es gibt außerdem eine schnelle Probe. Wenden Sie Ihr Ergebnis auf den alten Preis an und prüfen Sie, ob Sie beim neuen Preis landen: 80 × (1 − 0,25) = 60. Stimmt die Zahl, ist Ihre Rechnung richtig. Andernfalls haben Sie vermutlich den falschen Nenner gewählt.

Wie finden Sie den Rabatt in Prozent mit dem Prozentrechner?

Der Rechner führt dieselbe Rechnung aus, die Sie auf Papier machen würden. Zudem zeigen seine Zusatzzeilen die Gegenrichtung, was Ihnen eine zweite Rechnung erspart. So gehen Sie vor:

  1. Öffnen Sie den Prozentrechner und wählen Sie oben den Modus „Änderung in %“.
  2. Tragen Sie zuerst den alten Preis und dann den neuen Preis ein. Geben Sie zum Beispiel 125 und 95 ein, zeigt das große Ergebnis −24 %. Das Minuszeichen bedeutet, dass der Preis gesunken ist; der Rabatt beträgt 24 %.
  3. Schauen Sie dann in die Zusatzzeilen. Dort sehen Sie, welche Änderung nötig ist, um zum Ausgangswert zurückzukehren, in diesem Beispiel etwa +31,58 %. Diesen Aufschlag sehen Ihre Kunden, wenn die Aktion endet.
  4. Zur Kontrolle wechseln Sie in den Modus „% einer Zahl“ und geben 125 und 24 ein. Der reduzierte Wert in den Zusatzzeilen sollte 95 lauten.

Der Rechner liest Zahlen im deutschen Format, also 1.250 als eintausendzweihundertfünfzig und 0,5 als ein halb. Somit können Sie Preise direkt aus Ihrem Shopsystem kopieren.

Brauchen Sie nur den reduzierten Preis, hilft auch unser Rabattrechner. Andererseits ist der Prozentrechner praktischer, wenn Sie Satz, Gegenrichtung und Probe auf einem Bildschirm sehen möchten.

Wie berechnen Sie den reduzierten Preis, wenn Sie den Rabatt kennen?

Kennen Sie den alten Preis und den Rabattsatz, erhalten Sie den neuen Preis mit einer einzigen Multiplikation: neuer Preis = alter Preis × (1 − Satz ÷ 100). Bei 35 % Rabatt auf einen Artikel für 160 € rechnen Sie zum Beispiel 160 × 0,65 = 104 €.

Sie können auch in zwei Schritten vorgehen. Zunächst berechnen Sie den Rabattbetrag: 160 × 0,35 = 56 €. Danach ziehen Sie ihn vom alten Preis ab: 160 − 56 = 104 €. Beide Wege führen zum selben Ergebnis. Die einfache Multiplikation reduziert allerdings Fehler, vor allem bei mehreren Rabatten hintereinander.

Für das schnelle Kopfrechnen helfen diese Abkürzungen:

  • 10 % Rabatt: Komma um eine Stelle nach links verschieben und abziehen. Bei 84 € sind das 8,40 € Rabatt, Sie zahlen also 75,60 €.
  • 25 % Rabatt: ein Viertel abziehen. Bei 120 € sind das 30 € Rabatt, Sie zahlen 90 €.
  • 50 % Rabatt: Preis halbieren.
  • 15 % Rabatt: erst 10 % bestimmen, dann die Hälfte davon addieren und die Summe abziehen.
  • 20 % Rabatt: 10 % bestimmen und verdoppeln.

Solche Abkürzungen sparen Zeit, wenn Sie Preisschilder prüfen oder am Telefon einen Preis nennen. Trotzdem sollten Sie Aktionspreise vor dem Einspielen in den Shop immer mit einem Rechner kontrollieren.

Wie berechnen Sie den ursprünglichen Preis aus dem reduzierten Preis?

Kennen Sie den reduzierten Preis und den Rabattsatz, erhalten Sie den Ausgangspreis durch Division: alter Preis = neuer Preis ÷ (1 − Satz ÷ 100). Kostet ein Artikel nach 30 % Rabatt zum Beispiel 84 €, lag der alte Preis bei 84 ÷ 0,70 = 120 €.

Die Logik dahinter ist einfach. Bei 30 % Rabatt zahlt die Kundschaft 70 % des alten Preises. Also sind 84 € genau 70 % einer unbekannten Zahl. Wenn 70 % einer Zahl 84 ergeben, erhalten Sie das Ganze mit 84 × 100 ÷ 70, und auch hier kommen Sie auf 120 €. Im Dreisatz ist das der klassische Grundwert.

Diese Rückrechnung brauchen Sie vor allem in drei Situationen:

  • Ein Lieferant nennt Ihnen nur den reduzierten Preis und den Rabattsatz.
  • Ein Mitbewerber wirbt mit „40 % Rabatt, jetzt 150 €“, und Sie möchten den behaupteten Ausgangspreis von 250 € sehen.
  • Sie möchten den Streichpreis Ihrer eigenen Aktion überprüfen.

Vergessen Sie die Probe nicht: 120 × 0,70 = 84. Stimmt das Ergebnis, ist der alte Preis korrekt.

Warum ist es falsch, den Prozentsatz einfach wieder aufzuschlagen?

Weil der Rabatt vom alten Preis abgeht, der Aufschlag aber auf den neuen Preis wirkt. Die Basis ist also eine andere, und deshalb weicht auch das Ergebnis ab. Schlagen Sie auf 84 € einfach 30 % auf, erhalten Sie 84 × 1,30 = 109,20 €. Der tatsächliche alte Preis liegt allerdings bei 120 €.

Der Fehler wirkt klein, hat aber Folgen. Nehmen Sie zum Beispiel 109,20 € als Ausgangspreis und gewähren erneut 30 % Rabatt, landen Sie bei 76,44 €. Folglich verkaufen Sie zu einem Preis, den Sie nie geplant haben, und verlieren pro Stück etwa 7,56 €.

Dieselbe Falle gibt es in umgekehrter Richtung. Ein Aufschlag von 20 % und danach 20 % Rabatt führen nicht zum Ausgangspreis zurück. Warum das so ist, erklären wir weiter unten im Abschnitt zu Aufschlag und Rabatt. Wenn Sie prozentuale Veränderungen allgemein vertiefen möchten, lesen Sie unseren Leitfaden prozentuale Zunahme und Abnahme berechnen.

Kurz gesagt: Für den alten Preis teilen Sie, Sie schlagen nicht auf. Die Regel lautet, den Satz von 1 abzuziehen und den neuen Preis durch das Ergebnis zu teilen.

Wie berechnen Sie den echten Rabatt in Prozent bei mehreren Rabatten?

Mehrere Rabatte addieren sich nicht, sie multiplizieren sich. Der zweite Rabatt gilt für den Preis, der nach dem ersten Rabatt übrig bleibt. Daher ergeben 20 % und danach weitere 10 % nicht 30 %, sondern 28 %.

Die allgemeine Formel lautet: Gesamtrabatt = 1 − (1 − erster Satz) × (1 − zweiter Satz). Im Beispiel rechnen Sie also 1 − (0,80 × 0,90) = 1 − 0,72 = 0,28, das heißt 28 %. Ein Artikel für 100 € sinkt zuerst auf 80 € und dann auf 72 €. Somit spart die Kundschaft 28 € und nicht 30 €.

Bei drei oder mehr Rabatten gilt dieselbe Logik. Schreiben Sie jeden Satz als den Anteil, den die Kundschaft noch zahlt, und multiplizieren Sie alle Anteile. Bei 50 %, 20 % und 10 % ergibt sich zum Beispiel 0,50 × 0,80 × 0,90 = 0,36. Die Kundschaft zahlt also 36 % des Preises, und der echte Rabatt beträgt 64 %. Das sind 16 Punkte weniger als die scheinbaren 80 %.

Dieser Unterschied ist für die Kampagnenkommunikation wichtig. Addieren Sie „zusätzlich 10 % im Warenkorb“ zum ersten Satz und werben mit „insgesamt 30 % Rabatt“, versprechen Sie einen Satz, den es nicht gibt. Nennen Sie stattdessen beide Sätze getrennt oder den echten, multiplizierten Gesamtsatz.

Welche Rabattkombination ergibt welchen echten Satz?

Die folgende Tabelle zeigt den echten Wert gängiger Rabattkombinationen. Die letzte Spalte ist eine Beispielrechnung für einen Artikel zu 100 €.

Kombinierte RabatteScheinbare SummeEchter Rabatt in ProzentEndpreis eines Artikels zu 100 €
10 % + 10 %20 %19 %81 €
20 % + 10 %30 %28 %72 €
20 % + 20 %40 %36 %64 €
30 % + 20 %50 %44 %56 €
40 % + 10 %50 %46 %54 €
50 % + 20 %70 %60 %40 €
50 % + 50 %100 %75 %25 €
20 % + 10 % + 5 %35 %31,6 %68,40 €
50 % + 20 % + 10 %80 %64 %36 €

Aus der Tabelle ergeben sich zwei Lehren. Erstens wächst die Lücke zwischen Summe und echtem Ergebnis, je größer die Sätze sind. Zweitens macht „50 % plus 50 %“ einen Artikel nie kostenlos; die Kundschaft zahlt immer noch ein Viertel des Preises. Deshalb sollten Sie bei Aktionen mit großen, kombinierten Rabatten den Endpreis Zeile für Zeile durchrechnen.

Spielt die Reihenfolge der Rabatte eine Rolle?

Sind beide Rabatte Prozentsätze, spielt die Reihenfolge keine Rolle. Bei der Multiplikation ist die Reihenfolge egal, also landen 10 % dann 20 % und 20 % dann 10 % beide bei 72 €.

Kommt allerdings ein Gutschein mit festem Eurobetrag hinzu, ändert sich das. Eine Beispielrechnung: Ein Artikel für 100 € erhält 20 % Rabatt und einen Gutschein über 10 €.

  • Erst 20 %, dann der Gutschein: 100 × 0,80 = 80 €, danach 80 − 10 = 70 €. Der echte Rabatt beträgt 30 %.
  • Gutschein zuerst, dann 20 %: 100 − 10 = 90 €, danach 90 × 0,80 = 72 €. Der echte Rabatt beträgt 28 %.

Die 2 € Unterschied wirken bei einer Bestellung gering. Bei Tausenden Bestellungen wird daraus jedoch ein spürbarer Betrag. Zudem verlieren Sie Vertrauen, wenn Kunden im Warenkorb eine andere Summe sehen als erwartet.

Legen Sie deshalb in den Aktionsbedingungen klar fest, welcher Rabatt zuerst greift. Stellen Sie dann dieselbe Reihenfolge im Shopsystem ein und testen Sie sie mit einigen Beispielwarenkörben. Wenn Sie auch Produktbundles anbieten, zeigt unser Beitrag zu Produktbundles im Onlineshop, wie Bundlepreise und Einzelpreise zusammenspielen.

Warum verwechselt man Prozentpunkte und Prozent beim Rabatt?

Erhöhen Sie einen Rabatt von 20 % auf 30 %, steigt er um 10 Prozentpunkte. Die Aussage „10 % mehr Rabatt“ ist trotzdem falsch. Relativ betrachtet ist der Rabattsatz um 50 % gewachsen, denn 30 ist das 1,5fache von 20.

Was die Kundschaft tatsächlich spart, messen Sie dagegen am Preis. Ein Artikel für 100 € kostet mit 20 % Rabatt 80 € und mit 30 % Rabatt 70 €. In der neuen Aktion zahlt die Kundschaft also 10 € weniger als vorher, das heißt einen um 12,5 % niedrigeren Preis im Vergleich zu 80 €.

Drei Zahlen beschreiben somit dieselbe Änderung: 10 Punkte, 50 % und 12,5 %. Welche Sie verwenden, hängt davon ab, wem Sie was erklären möchten.

  • Im internen Bericht ist „Rabatt um 10 Punkte erhöht“ am klarsten.
  • In Texten für Kunden ist der Preis am verständlichsten: „70 € statt 80 €“.
  • Nutzen Sie die relative Veränderung (50 %), nennen Sie immer die Bezugsgröße.

Dieselbe Verwechslung kommt zum Beispiel auch bei Conversion Rate oder Klickrate vor. Kurz gesagt: Wenn Sie zwei Prozentwerte vergleichen, macht die Einheit „Punkte“ Berichte deutlich lesbarer.

Warum heben sich Preiserhöhung und Rabatt nicht auf?

Weil beide auf unterschiedliche Basiswerte wirken. Gewähren Sie auf einen Artikel für 100 € einen Rabatt von 20 %, kostet er 80 €. Erhöhen Sie 80 € danach um 20 %, landen Sie bei 96 € und nicht bei 100 €. Um den Ausgangspreis zu erreichen, brauchen Sie auf 80 € einen Aufschlag von 25 %.

Die Asymmetrie wirkt auch umgekehrt. Erhöhen Sie einen Artikel für 80 € um 25 %, kostet er 100 €. Ziehen Sie danach 20 % ab, sind Sie wieder bei 80 €. Auf dem Etikett steht zwar „20 % Rabatt“, doch die Kundschaft zahlt in Wahrheit den Ausgangspreis.

Die irreführende Praxis „erst erhöhen, dann rabattieren“ beruht genau auf dieser Rechnung. Deshalb regeln viele Rechtsordnungen, welcher frühere Preis als Bezug gelten darf. Darauf gehen wir im Abschnitt zum Referenzpreis ein.

Die praktische Regel lautet: Der Satz, der einen Rabatt oder Aufschlag vollständig rückgängig macht, weicht immer vom ersten Satz ab. Einen Rabatt gleicht nur ein größerer Aufschlag aus, einen Aufschlag dagegen ein kleinerer Rabatt. Die Zusatzzeile im Prozentrechner liefert Ihnen diesen Gegenwert direkt.

Ändert die Mehrwertsteuer den Rabatt in Prozent?

Gilt für beide Preise derselbe Steuersatz, bleibt der Rabatt in Prozent gleich. Die Steuer vergrößert alten und neuen Preis mit demselben Faktor, also verändert sich das Verhältnis nicht. Ein Fehler entsteht erst, wenn Sie einen Bruttopreis mit einem Nettopreis vergleichen.

Eine Beispielrechnung: Damit die Rechnung einfach bleibt, nehmen wir einen hypothetischen Steuersatz von 10 % an; den tatsächlichen Satz prüfen Sie bitte bei einer offiziellen Stelle oder Ihrer Steuerberatung. Ein Artikel kostet netto 100 €, brutto also 110 €. Senken Sie den Nettopreis auf 80 €, beträgt der Bruttopreis 88 €.

  • Satz auf Nettobasis: (100 − 80) ÷ 100 = 20 %.
  • Satz auf Bruttobasis: (110 − 88) ÷ 110 = 20 %.
  • Vermischt und falsch: 110 € brutto gegen 80 € netto ergibt (110 − 80) ÷ 110 = 27,27 %.

Diese Verwechslung passiert am häufigsten bei B2B-Preislisten und in Marktplatzkonten. Manche Oberflächen zeigen Nettopreise, während der Shop für Verbraucher Bruttopreise anzeigt. Prüfen Sie daher vor jeder Rechnung, ob beide Preise derselben Art sind. Für die Aufteilung in Netto und Steuer hilft unser Mehrwertsteuerrechner.

Hinweis: Dieser Abschnitt ist keine Steuerberatung. Für Steuersätze und Rechnungsregeln wenden Sie sich an Ihre Steuerberatung.

Wie beeinflussen Versandkosten und Gratiszugaben den Rabatt in Prozent?

Der Rabatt in Prozent bezieht sich nur auf den Artikelpreis, die Kundschaft achtet dagegen auf die Gesamtsumme. Folglich erzeugen Versand, Verpackung oder Servicegebühren eine Lücke zwischen beworbenem Satz und gefühlter Ersparnis.

Beispielszenario: Ein Artikel kostet normalerweise 50 € mit kostenlosem Versand. In der Aktion sinkt er auf 40 €, allerdings fallen für Aktionsbestellungen 5 € Versand an. Auf der Produktseite stehen 20 % Rabatt; die Kundschaft zahlt jedoch 45 € statt 50 € und spart somit insgesamt nur 10 %. Wie Sie die Schwelle festlegen, erklären wir im Beitrag zur Versandkostenfreigrenze.

Bei Mengenaktionen rechnen Sie den Satz auf den gesamten Warenkorb:

  • „Nimm 3, zahl 2“: Drei Artikel zu je 30 € kosten 60 € statt 90 €. Der Warenkorbrabatt beträgt 33,33 %, doch wer nur einen Artikel kauft, spart nichts.
  • „50 % auf den zweiten Artikel“: Zwei Artikel zu je 100 € kosten 150 € statt 200 €. Der Warenkorbrabatt beträgt 25 %, nicht 50 %.
  • Gratiszugabe: Addieren Sie den regulären Preis der Zugabe zum Warenkorbwert und vergleichen Sie ihn dann mit dem gezahlten Betrag.

Wie sich Aktionen auf den zweiten Artikel auf Warenkorbwert und Marge auswirken, haben wir im Beitrag Rabatt auf den zweiten Artikel ausführlich behandelt.

Wie geben Sie den Rabatt in Prozent in einer Anzeige korrekt an?

Der beworbene Rabatt in Prozent sollte nie höher sein als der tatsächlich gewährte Satz. Selbst bei korrekter Rechnung können Rundung und Wortwahl eine irreführende Botschaft erzeugen. Deshalb halten wir uns an diese Regeln:

  1. Abrunden: Sinkt ein Artikel von 129,99 € auf 99,99 €, beträgt der echte Satz 23,08 %. „25 % Rabatt“ wäre übertrieben; schreiben Sie „23 % Rabatt“.
  2. „Bis zu“ ehrlich verwenden: Wer „bis zu 50 % Rabatt“ verspricht, sollte Artikel mit diesem Satz tatsächlich im Angebot und verfügbar haben.
  3. Bedingungen direkt nennen: Gibt es einen Warenkorbrabatt, einen Gutschein oder einen Mitgliederpreis, schreiben Sie dazu, welcher Satz unter welcher Bedingung gilt.
  4. Zeitraum angeben: Beginn und Ende der Aktion helfen der Kundschaft, das Angebot einzuschätzen.

Außerdem melden Sie in Google Shopping Anzeigen den reduzierten Preis über ein eigenes Attribut. Laut der Google Merchant Center Hilfe zum Attribut sale_price übermitteln Sie weiterhin den regulären Preis und zeigen auf der Zielseite sowohl den regulären als auch den reduzierten Preis deutlich an. Stimmen die Preise nicht überein, kann Google das Produkt ablehnen; unser Beitrag zur Preisabweichung im Merchant Center zeigt die Lösung.

Welchen früheren Preis dürfen Sie neben dem Aktionspreis zeigen?

Der Streichpreis muss ein echter Preis sein, und in Deutschland legt das Gesetz fest, welcher. Nach § 11 der Preisangabenverordnung müssen Händler bei der Bekanntgabe einer Preisermäßigung für eine Ware den niedrigsten Gesamtpreis angeben, den sie innerhalb eines gesetzlich festgelegten Zeitraums vor der Ermäßigung gegenüber Verbrauchern verlangt haben.

Die genaue Dauer dieses Zeitraums und mögliche Ausnahmen, etwa bei schrittweise steigenden Ermäßigungen, prüfen Sie bitte im aktuellen Wortlaut der Verordnung. Regeln können sich ändern, deshalb verlassen Sie sich besser nicht auf eine auswendig gelernte Zahl.

Für die Rechnung bedeutet das konkret: Wenn Sie den Rabatt in Prozent berechnen, gehört in das Feld „alter Preis“ der gesetzlich maßgebliche Referenzpreis. Ein Listenpreis, den Sie kurz vor der Aktion angehoben haben, eignet sich dafür nicht.

In der Praxis empfehlen wir diese Gewohnheiten:

  • Speichern Sie für jedes Produkt eine Preishistorie, mindestens so lange, wie es der Referenzzeitraum verlangt.
  • Prüfen Sie vor dem Einspielen eines Aktionspreises den niedrigsten Preis dieses Zeitraums.
  • Berechnen Sie den Satz auf Basis dieses Preises und runden Sie ab.

Hinweis: Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung. Lassen Sie Aktionstexte bei Bedarf juristisch prüfen.

Wie stark schmälert ein Rabatt in Prozent Ihre Marge?

Ein Rabatt geht vom Verkaufspreis ab, Ihre Kosten bleiben aber gleich. Deshalb kann ein Rabatt von 20 % Ihren Gewinn um weit mehr als 20 % senken. Eine Beispielrechnung: Kostet Sie ein Artikel 60 € und verkaufen Sie ihn für 100 €, beträgt Ihr Rohertrag 40 €. Mit 20 % Rabatt sinkt der Preis auf 80 €, der Rohertrag auf 20 €. Der Gewinn halbiert sich also.

Um denselben Gesamtrohertrag zu halten, berechnen Sie die nötige Absatzsteigerung mit dieser Formel: nötige Steigerung = Marge ÷ (Marge − Rabatt) − 1. Die Tabelle ist eine Beispielrechnung und berücksichtigt keine weiteren Kosten.

Rohertragsmarge (Anteil am Preis)Nötige Absatzsteigerung bei 10 % RabattNötige Absatzsteigerung bei 20 % RabattNötige Absatzsteigerung bei 30 % Rabatt
30 %+50 %+200 %Gewinn fällt auf null
40 %+33,3 %+100 %+300 %
50 %+25 %+66,7 %+150 %

Die Tabelle zeigt, dass ein Rabatt ebenso eine Gewinnentscheidung wie eine Marketingentscheidung ist. Bei einer Marge von 30 % müssen Sie zum Beispiel mit 20 % Rabatt den Absatz verdreifachen, um denselben Gewinn zu erzielen. Daher empfehlen wir, diese Rechnung vor der Wahl des Satzes durchzuführen. Wenn Sie zusätzlich Werbekosten einbeziehen möchten, passt unser ROAS Rechner gut zu dieser Tabelle.

Wie berechnen Sie den Rabatt in Prozent in Excel oder Google Tabellen?

Bei einer langen Produktliste nutzen Sie besser eine Tabellenformel, statt jede Zeile einzeln zu rechnen. Nehmen wir an, Spalte B enthält den alten Preis und Spalte C den neuen Preis. Dann decken diese Formeln die meisten Fälle ab:

  • Rabatt in Prozent: Geben Sie =(B2 - C2)/B2 ein und formatieren Sie die Zelle als Prozent.
  • Reduzierter Preis: Steht der Satz als Prozentwert in Spalte D, nutzen Sie =B2*(1 - D2).
  • Alter Preis: Mit dem neuen Preis in C2 und dem Satz in D2 lautet die Formel =C2/(1 - D2).
  • Echter Satz zweier kombinierter Rabatte: Mit den Sätzen in D2 und E2 nutzen Sie =1 - (1 - D2)*(1 - E2).

In deutschen Ländereinstellungen ist das Komma das Dezimalzeichen. Tippen Sie also eine Zahl wie 0,8 direkt in die Formel, verwenden Sie ein Komma. Mit Zellbezügen tritt dieses Problem nicht auf.

Dann bleibt das Thema Rundung. Das Prozentformat zeigt auf dem Bildschirm vielleicht zwei Nachkommastellen, die Zelle speichert aber den vollen Wert. Für Zahlen, die Sie in Anzeigentexte übernehmen, verhindert die Funktion ABRUNDEN versehentliches Aufrunden. Somit liegt der beworbene Satz bei keinem Produkt über dem echten Satz.

Welche Fehler passieren bei der Rabattberechnung am häufigsten?

Die Fehler, die wir bei Kampagneneinrichtungen am häufigsten sehen, lassen sich in wenige Gruppen einteilen. Jeder davon geht auf die falsche Basis zurück.

  1. Durch den neuen Preis teilen: 33 % statt 25 %, wenn ein Preis von 80 € auf 60 € fällt.
  2. Rabatte addieren: 20 % und 10 % als 30 % zählen; richtig sind 28 %.
  3. Prozentsatz wieder aufschlagen: 30 % auf 84 € aufschlagen und 109,20 € erhalten; richtig sind 120 €.
  4. Brutto und Netto mischen: einen alten Bruttopreis mit einem neuen Nettopreis vergleichen.
  5. Punkte und Prozent verwechseln: den Schritt von 20 % auf 30 % als „10 % mehr“ melden.
  6. Aufrunden: 23,08 % als „25 % Rabatt“ bewerben.
  7. Gutscheinreihenfolge offen lassen: dem Warenkorb überlassen, ob Eurogutschein oder Prozentrabatt zuerst greift.

Diese Liste können Sie als Checkliste vor dem Start nutzen. Zudem erklären wir im Beitrag Rabatte und Aktionen auf Social Media ankündigen, wie Sie diese Zahlen in Aktionsbeiträgen darstellen.

Beispielszenario: Rabattrechnung einer Aktion von Anfang bis Ende prüfen

Stellen Sie sich einen Shop für Heimtextilien vor. Ein Bettwäscheset hat einen Listenpreis von 150 €. In letzter Zeit hat der Shop es allerdings eine Weile für 135 € verkauft, und das ist der maßgebliche Referenzpreis. Nun möchte der Shop den Preis auf 108 € senken und im Warenkorb zusätzlich 10 % gewähren.

Zunächst bestimmen wir den Satz für die Anzeige. Die Basis sind 135 €, nicht der Listenpreis. (135 − 108) ÷ 135 = 0,20, also 20 % Rabatt. Mit dem Listenpreis kämen wir auf (150 − 108) ÷ 150 = 28 %. Diese Zahl würde die Kundschaft täuschen, daher sollten Sie sie nicht verwenden.

Danach kommt der Warenkorbrabatt hinzu. 108 × 0,90 = 97,20 €. Der Gesamtrabatt beträgt 1 − (0,80 × 0,90) = 28 %. Hier sind 28 % der Satz, den die Kundschaft gegenüber der korrekten Basis tatsächlich erhält. Trotzdem macht die Formulierung „20 % Rabatt, zusätzlich 10 % im Warenkorb“ klarer, wo welcher Rabatt erscheint.

Schließlich prüfen wir die Marge. Kostet das Set 70 €, beträgt der Gewinn bei 135 € genau 65 € und bei 97,20 € nur 27,20 €. Somit sieht der Shop vorab, dass er etwa das 2,4fache an Stückzahl braucht, um denselben Gewinn zu halten. Dann kann er den Satz vor dem Start überdenken.

Welche Regeln sollten Sie beim Rabatt in Prozent im Kopf behalten?

Der ganze Leitfaden passt in drei Sätze. Erstens messen Sie den Rabatt immer am alten Preis; er steht im Nenner. Zweitens addieren Sie mehrere Rabatte nie, sondern multiplizieren die Anteile, die die Kundschaft noch zahlt. Drittens teilen Sie für den alten Preis durch den verbleibenden Anteil, statt den Prozentsatz aufzuschlagen.

Außerdem sollte die beworbene Basis ein zulässiger Referenzpreis sein, und den Satz runden Sie ab. Brutto und Netto nicht zu mischen, die Gutscheinreihenfolge zu nennen und die Margenwirkung vorab zu prüfen, macht Ihre Aktion zusätzlich sicherer.

Für die nächste Aktion können Sie den Prozentrechner für schnelle Kontrollen geöffnet lassen und bei langen Produktlisten Tabellenformeln nutzen. Wenn Sie sehen möchten, wie Ihre Produktpreise in der Suche erscheinen, ist unser Beitrag zu Preis und Verfügbarkeit in Google ein guter nächster Schritt.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel sind 20 % plus zusätzlich 10 % Rabatt?
Insgesamt sind es 28 %, nicht 30 %. Der zweite Rabatt gilt für den Preis, der nach dem ersten übrig bleibt. Deshalb multiplizieren Sie die Anteile, die die Kundschaft noch zahlt: 0,80 × 0,90 = 0,72. Ein Artikel für 100 € kostet also zuerst 80 € und im Warenkorb dann 72 €.
Wie berechne ich den alten Preis aus dem Aktionspreis?
Teilen Sie den Aktionspreis durch den Anteil, den die Kundschaft noch zahlt. Kostet ein Artikel nach 30 % Rabatt zum Beispiel 84 €, lag der alte Preis bei 84 ÷ 0,70 = 120 €. Einfach 30 % auf 84 € aufzuschlagen, führt zu einem falschen Ergebnis, weil der Rabatt vom alten Preis abging.
Berechne ich den Rabatt auf den Brutto oder Nettopreis?
Solange beide Preise derselben Art sind, spielt das keine Rolle. Sind beide brutto oder beide netto, bleibt der Satz gleich, denn die Steuer vergrößert beide Preise mit demselben Faktor. Ein Fehler entsteht erst, wenn Sie einen Bruttopreis mit einem Nettopreis vergleichen; dann fällt der Satz zu hoch aus.
Darf ich den Rabattsatz in der Werbung runden?
Wenn Sie runden, dann bitte abrunden. Sinkt ein Artikel von 129,99 € auf 99,99 €, beträgt der echte Satz 23,08 %. Mit 25 % zu werben, würde das Angebot übertreiben und kann irreführen. 23 % ist korrekt und sicher. Die Tabellenfunktion ABRUNDEN verhindert diesen Fehler zudem automatisch.
Ist ein Artikel mit 50 % plus 50 % Rabatt kostenlos?
Nein. Die ersten 50 % halbieren den Preis, die zweiten 50 % halbieren dann den Rest. Die Kundschaft zahlt also ein Viertel des Preises, und der echte Rabatt beträgt 75 %. Ein Artikel für 100 € sinkt zuerst auf 50 € und danach auf 25 €; er erreicht nie null.
Spielt die Reihenfolge von Gutschein und Prozentrabatt eine Rolle?
Ja, sobald der Gutschein einen festen Eurobetrag hat. Bei einem Artikel für 100 € ergeben erst 20 % und dann 10 € Gutschein 70 €, umgekehrt dagegen 72 €. Bei zwei Prozentrabatten ist die Reihenfolge egal. Deshalb empfehlen wir, die Reihenfolge in den Aktionsbedingungen klar festzulegen.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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