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Was ist Bundling? Produktbundles, Preisgestaltung und Wirkung auf den Umsatz

Talha Aslan 16 Minuten Lesezeit 4 Aufrufe

Was ist Bundling?

Bundling bedeutet, dass Sie zwei oder mehr Produkte gemeinsam als ein Angebot verkaufen, meist zu einem einzigen Preis. Ein solches Produktbundle deckt einen kompletten Bedarf in einem Schritt ab. Die Kundschaft muss also nicht jeden Artikel einzeln suchen, vergleichen und in den Warenkorb legen. Meist enthält das Paket zudem einen kleinen Preisvorteil.

Ein Beispiel: Eine Kaffeemaschine mit zwei Packungen Bohnen und einem Entkalker auf einer Seite, zu einem Preis, ist ein klassisches Bundle. Die Käuferin trifft dann eine Entscheidung statt drei. Somit wirkt der Kauf einfacher und schneller.

Seit 2012 arbeite ich mit Onlineshops, und kaum ein Verkaufsinstrument sehe ich so oft missverstanden wie Bundling. Viele Marken nutzen Pakete vor allem, um Restbestände loszuwerden. Allerdings liegt ein gutes Bundle genau dort, wo Preisgestaltung, Lagerhaltung und Produktseite zusammentreffen. In diesem Beitrag erkläre ich die wichtigsten Bundle Arten, die Preislogik, die Bestandsführung und die Ergebnisse der Forschung.

Worin unterscheiden sich Bundle, Multipack und Set?

Im Alltag verschwimmen diese Begriffe. Für Listung, Lager und Retouren ist der Unterschied allerdings wichtig. Kurz zusammengefasst:

  • Bundle: Sie kombinieren verschiedene Produkte zu einem Angebot. Zum Beispiel ein Kameragehäuse mit Tasche und Speicherkarte.
  • Multipack: Sie bündeln mehrere Einheiten desselben Produkts. Zum Beispiel drei identische Shirts.
  • Herstellerset: Der Hersteller packt die Artikel selbst zusammen. Zum Beispiel ein Set aus Mütze und Schal.

Google Merchant Center trifft genau diese Unterscheidung. Das Attribut is_bundle gilt für Angebote, bei denen ein Händler ein Hauptprodukt mit anderen Produkten zu einem Preis kombiniert. Das Attribut multipack gilt dagegen für identische Einheiten, die der Händler selbst zusammenstellt. Für Herstellerpakete senden Sie keines der beiden Attribute. Das heißt: Wer das Paket zusammenstellt, bestimmt die Art der Listung.

Außerdem beeinflusst diese Einordnung Ihre Artikelnummern, Rechnungspositionen und Ihre Retourenregeln. Klären Sie daher vor dem Start, in welche Gruppe Ihr Angebot fällt.

Welche Arten von Bundling gibt es?

Die Marketingforschung betrachtet Bundling entlang zweier Achsen. Stefan Stremersch und Gerard Tellis beschreiben dieses Raster in ihrem Artikel Strategic Bundling of Products and Prices im Journal of Marketing. Die erste Achse trennt Preisbundling von Produktbundling. Beim Preisbundling bleiben die Artikel gleich, nur der Gesamtpreis ändert sich. Beim Produktbundling ergänzen sich die Artikel dagegen und schaffen gemeinsam einen neuen Nutzen.

Die zweite Achse betrifft die Wahlfreiheit. Daraus ergeben sich drei klassische Strategien:

  1. Reines Bundling (pure bundling): Die Kundschaft kann die Artikel nur als Paket kaufen, nie einzeln.
  2. Gemischtes Bundling (mixed bundling): Die Kundschaft kann die Artikel einzeln oder als Paket kaufen. Im E-Commerce ist das die häufigste Form.
  3. Entbündelung (unbundling): Der Shop bietet die Artikel nur einzeln an, ohne Paket.

In der Praxis kommen einige Varianten hinzu. Beim Modell „Stell dein eigenes Paket zusammen“ wählt die Kundschaft Artikel aus einer Kategorie und erhält dann einen Paketpreis. Ein Starterset stellt neuen Kunden zudem die Kernprodukte einer Serie vor. Ebenso gehören Geschenksets, saisonale Boxen und Aboboxen zu dieser Familie.

Konkret heißt das: Shampoo und Spülung zusammen günstiger anzubieten, ist Preisbundling. Ein Pflegeset mit eigener Box, Anleitung und abgestimmten Produkten geht dagegen in Richtung Produktbundling. Außerdem lässt sich ein echtes Produktbundle von der Konkurrenz deutlich schwerer kopieren.

Welches Bundling Modell passt zu welcher Situation?

Die Wahl hängt von Ihrem Sortiment ab und davon, wie viel Flexibilität Ihre Kundschaft erwartet. Die Tabelle fasst die Fälle zusammen, die mir in Projekten am häufigsten begegnen:

ModellFunktionsweisePasst gut, wennHauptrisiko
Reines BundlingArtikel nur gemeinsam erhältlichEinzelteile allein wenig Nutzen habenKunden verlieren, die nur einen Artikel wollen
Gemischtes BundlingEinzeln oder als Paket erhältlichDer Shop ein breites Sortiment hatRabatte schmälern die Marge
Eigenes PaketKundschaft wählt, Paketpreis greiftVerbrauchsgüter, Kosmetik, LebensmittelAufwand bei Lager und Einrichtung
StartersetKernprodukte für NeukundenProdukte mit WiederkaufzyklusGeringer Gewinn bei der Erstbestellung
MultipackMehrere Einheiten eines ArtikelsStandardprodukte mit hohem VerbrauchVorrat staut sich beim Kunden

Für die meisten Shops empfehle ich, mit gemischtem Bundling zu beginnen. Denn Sie lassen der Kundschaft die Wahl und können beide Kaufwege parallel messen. Reines Bundling lohnt sich dagegen nur, wenn eine Trennung der Artikel keinen Sinn ergibt.

Bedenken Sie außerdem den Vertriebskanal. Im eigenen Shop lassen sich flexible Modelle problemlos umsetzen. Auf Marktplätzen verursachen feste Pakete dagegen meist weniger Probleme, weil jede Kombination eventuell ein eigenes Angebot braucht.

Warum steigert Bundling den Umsatz?

Hinter Bundling steckt eine solide ökonomische Logik. William Adams und Janet Yellen zeigten 1976 im Quarterly Journal of Economics: Wenn Kunden einzelne Artikel unterschiedlich bewerten, gleicht ein Paket diese Unterschiede aus. Dadurch finden mehr Menschen das Gesamtangebot attraktiv. Zudem schneidet gemischtes Bundling in ihrer Analyse oft besser ab als reines Bundling.

Ein einfaches Gedankenexperiment macht das greifbar. Eine Kundin schätzt Artikel A sehr, Artikel B kaum. Ein anderer Kunde sieht es genau umgekehrt. Bei Einzelpreisen kauft also jeder nur einen Artikel. Ein Paketpreis, der den gemeinsamen Wert abbildet, kann dagegen beide zum Kauf beider Artikel bewegen.

Dazu kommen praktische Gründe:

  • Der Aufwand für Suche und Vergleich sinkt, denn eine Entscheidung deckt den ganzen Bedarf ab.
  • Sorgen um Kompatibilität entfallen, weil die Teile sicher zusammenpassen.
  • Der wahrgenommene Wert steigt, denn das Paket wirkt wie eine Komplettlösung.
  • Langsam drehende Artikel gewinnen neben einem Bestseller an Sichtbarkeit.

Kurz gesagt: Bundling stützt den Umsatz, solange es die Entscheidung vereinfacht. Sobald es die Wahl verkompliziert, wirkt es dagegen.

In der Praxis sehe ich außerdem einen Entdeckungseffekt. Kunden lernen im Paket ein Produkt kennen, das sie allein nie probiert hätten. Überzeugt es, bestellen sie es später oft einzeln nach. Dieser Vorteil entsteht allerdings nur, wenn jedes Teil im Paket seinen Platz verdient.

Steigert Bundling immer den Gewinn?

Nein. Die Forschung zeigt auch versteckte Kosten. Dilip Soman und John Gourville untersuchten im Journal of Marketing Research die sogenannte Transaktionsentkopplung. Ihr Ergebnis: Wer einen einzigen Paketpreis zahlt, lässt Teile der gekauften Leistung eher ungenutzt. Der Grund ist einfach, denn Kunden können einzelnen Teilen keine konkreten Kosten zuordnen.

Für den Onlinehandel ist das relevant. Nutzt jemand einen Artikel im Paket nie, spürt er dessen Wert nicht. Folglich kauft er dasselbe Paket beim nächsten Mal womöglich nicht. Gerade bei Geschäftsmodellen mit Wiederkäufen trifft das den langfristigen Umsatz.

Hinzu kommt die Kannibalisierung. Hätte die Kundin beide Artikel ohnehin zum vollen Preis gekauft, schafft das rabattierte Paket keinen Zusatzverkauf. Stattdessen verschenken Sie nur Marge. Deshalb sollten Sie ein Bundle am zusätzlichen Umsatz und Gewinn messen, nicht an der Stückzahl. Im Abschnitt zur Messung gehe ich darauf genauer ein.

Wie kalkulieren Sie den Preis beim Bundling?

Für die Preisfindung nutze ich drei Zahlen: die Summe der Einzelpreise, die gesamten Produktkosten und den zusätzlichen Aufwand, den das Paket verursacht. Der Rabatt muss also aus dem Gewinnspielraum zwischen diesen Werten kommen.

Ein hypothetisches Beispiel: Drei Artikel kosten zusammen 100 Euro im Verkauf und 55 Euro im Einkauf. Einzeln verkauft bringen sie 45 Euro Rohertrag. Verkaufen Sie das Paket für 90 Euro, sinkt der Rohertrag auf 35 Euro. Somit kosten zehn Prozent Rabatt rund 22 Prozent Ihres Rohertrags. Solche Rechnungen erledigen Sie schnell mit dem Rabattrechner und dem Prozentrechner.

Was bekommen Sie für diesen Rabatt zurück? Sie kommissionieren, verpacken und versenden nur einmal. Das senkt oft die Kosten pro Bestellung. Zudem landet ein Artikel im Warenkorb, den die Kundin sonst nicht gekauft hätte. Ob sich der Rabatt lohnt, hängt also von der Größe dieses Zusatzverkaufs ab.

Ein Tipp: Planen Sie den Rabatt auf Basis des gesamten Paketgewinns, statt den Artikel mit der höchsten Marge zu verbilligen. So schützen Sie außerdem die Preiswahrnehmung jedes einzelnen Produkts.

Vergleichen Sie schließlich auch die Preise der Konkurrenz. Gibt es dieselben Artikel anderswo einzeln günstiger, merkt die Kundschaft das vor allem auf Marktplätzen sofort. Daher sollte ein Bundle nie allein vom Rabatt leben.

Wie zeigen Sie die Ersparnis im Paket am besten?

Dieselbe Ersparnis wirkt je nach Darstellung unterschiedlich. Manche Kunden reagieren stärker auf Prozente, andere dagegen auf einen Eurobetrag. Ich teste deshalb meist Prozentangaben bei günstigen Paketen und Eurobeträge bei teuren. Zum Beispiel wirkt „60 Euro sparen“ bei einem Paket für 400 Euro oft greifbarer als „15 Prozent Rabatt“.

Ehrlichkeit ist hier Pflicht. Der Vergleichspreis „einzeln gekauft“ muss den tatsächlichen aktuellen Einzelpreisen entsprechen. Ein künstlich hoher Referenzpreis bringt vielleicht kurzfristig Klicks, schadet aber dem Vertrauen. Außerdem kann er wettbewerbsrechtliche Probleme verursachen, etwa mit Blick auf die Preisangabenverordnung.

Ein Paketrabatt funktioniert zudem anders als ein Rabatt auf den zweiten Artikel. Beim zweiten Artikel bleibt die Auswahl offen, beim Bundle steht die Kombination fest. Die Margenrechnung dieser Aktion erkläre ich im Beitrag Rabatt auf den zweiten Artikel und Marge; hier wiederhole ich sie nicht.

Welche Rolle spielen Mehrwertsteuer und Versand?

Artikel in einem Paket können unterschiedlichen Steuersätzen unterliegen. Ein Geschenkset kombiniert zum Beispiel Lebensmittel mit einem Accessoire. In Deutschland gelten dafür 7 und 19 Prozent. Klären Sie deshalb vor dem Start mit Ihrer Steuerberatung, wie Sie den Paketpreis auf die Sätze aufteilen, und halten Sie die Methode schriftlich fest. Einzelne Beträge prüfen Sie mit dem Mehrwertsteuer Rechner.

Auch der Versand verändert sich. Mehrere leichte Artikel rutschen gemeinsam womöglich in eine höhere Gewichtsklasse oder Größenklasse. Rechnen Sie diese Kosten daher von Anfang an in den Paketpreis ein.

Denken Sie außerdem an Ihre Versandkostenfreigrenze. Ein Paket knapp über der Grenze hebt die Bestellung ganz natürlich darüber. Zudem entfällt so die Versandgebühr als Grund für einen Kaufabbruch. Wie Sie die Grenze festlegen, beschreibe ich im Beitrag Versandkostenfreigrenze festlegen.

Wie behalten Sie beim Bundling den Lagerbestand im Griff?

Der Bestand ist die am meisten vernachlässigte Seite beim Bundling. Verkaufen Sie ein Paket, muss jede Komponente aus dem Lager abgehen. Sonst verkauft Ihr Shop weiter ein Paket, dessen Teile längst vergriffen sind. Die Folge sind Stornos, Verzögerungen und schlechte Bewertungen. Außerdem kostet jede stornierte Bestellung Vertrauen, das Sie mit Werbung teuer erkauft haben.

Für eine saubere Struktur halte ich mich an diese Regeln:

  • Geben Sie dem Paket eine eigene Artikelnummer, berechnen Sie den Bestand aber aus den Komponenten.
  • Die Komponente mit dem niedrigsten Bestand bestimmt, wie viele Pakete verfügbar sind.
  • Ist eine Komponente aus, blendet das System das Paket aus oder tauscht den Artikel.
  • Eigener Shop und alle Marktplätze greifen auf dieselbe Bestandsquelle zu.

Viele Shopsysteme unterstützen den Abzug nach Komponenten, andere brauchen dafür eine Erweiterung. Nehmen Sie diese Anforderung deshalb früh in Ihre Auswahlliste auf. Weitere Entscheidungen dieser Phase finden Sie in meiner Checkliste für den Onlineshop Start. Vor dem Livegang lohnt sich zudem eine Testbestellung, damit Sie den korrekten Abzug jeder Komponente selbst sehen.

Sollten Sie Pakete vorab packen oder virtuell führen?

Es gibt zwei Wege. Bei vorgepackten Paketen stellt Ihr Team die Artikel im Voraus zusammen, etikettiert sie und lagert sie als eine Box. Bei virtuellen Paketen bleiben die Artikel dagegen in getrennten Fächern, und das Lagerteam kommissioniert sie erst bei Bestellung gemeinsam.

Vorgepackte Pakete beschleunigen die Abwicklung vor allem in der Geschenksaison und bei großen Aktionen. Eine eigene Box stärkt außerdem das Markenerlebnis. Allerdings binden Sie damit Bestand. Bleibt die Nachfrage hinter den Erwartungen zurück, kostet das Auflösen der Boxen Zeit und Personal.

Virtuelle Pakete bleiben flexibel. Sie binden keinen Bestand und können das Angebot pausieren oder den Inhalt anpassen, wenn sich die Nachfrage ändert. Der Nachteil ist ein höheres Risiko für Kommissionierfehler. Neuen Shops rate ich deshalb meist, virtuell zu starten und erst die erfolgreichsten Pakete später als feste Box zu führen.

Welche Produkte eignen sich für Bundling?

Die besten Ideen für Pakete stammen aus Bestelldaten, nicht aus dem Bauchgefühl. Prüfen Sie vergangene Bestellungen und schauen Sie, welche Artikel häufig im selben Warenkorb liegen. Diese einfache Analyse zeigt Kombinationen, die Ihre Kundschaft ohnehin wählt.

Danach stelle ich folgende Fragen:

  1. Ergänzen sich die Artikel, erleichtert also einer die Nutzung des anderen?
  2. Löst das Paket einen klaren Bedarf oder einen konkreten Anwendungsmoment?
  3. Sind die Bestände ausgeglichen, oder ist ein Artikel ständig ausverkauft?
  4. Ist der Paketgewinn im Vergleich zum Einzelverkauf vertretbar?
  5. Versteht eine Kundin den Inhalt innerhalb weniger Sekunden?

Vorsicht vor einer typischen Falle. Einen Ladenhüter neben einen Bestseller zu stecken, schwächt oft das ganze Angebot. Kunden bemerken den unpassenden Artikel und lesen das Paket als Resteverkauf. Somit muss jedes Teil für die Kundschaft einen echten Wert haben.

Wie sollte eine Produktseite für Bundles aussehen?

Eine Paketseite braucht mehr Erklärung als eine normale Produktseite. Kunden sollten auf einen Blick sehen, was enthalten ist, warum jedes Teil dazugehört und wie viel sie sparen.

Auf einer starken Paketseite suche ich ein Hauptbild mit dem gesamten Inhalt, eine klare Liste der Komponenten, einen Vergleich von Einzelpreis und Paketpreis sowie Links zu den einzelnen Artikeln. Muss die Kundschaft Größe oder Farbe wählen, zeigen Sie diese Auswahl zudem für jede Komponente deutlich an.

Den allgemeinen Aufbau erkläre ich im Beitrag Produktseite im Onlineshop optimieren. Für strukturierte Daten auf der Paketseite liefert der Schema Generator einen Startpunkt. Wenn mein Team und ich solche Seiten gestalten, legen wir zuerst die inhaltliche Hierarchie fest und danach das Layout; mehr dazu auf der Seite Webdesign.

Wie listen Sie Bundles in Google Shopping?

Google Merchant Center unterscheidet Pakete mit eigenen Attributen. Haben Sie ein Hauptprodukt selbst mit anderen Artikeln kombiniert, setzen Sie is_bundle auf „yes“. Zu Googles Beispielen gehören ein Laptop mit Tasche und Akku sowie ein Kameragehäuse mit Zubehör.

Haben Sie mehrere Einheiten desselben Artikels selbst gebündelt, tragen Sie die Anzahl im Attribut multipack ein. Drei einzeln verkaufte Stifte in einem Angebot erhalten also den Wert 3. Für Multipacks des Herstellers lassen Sie das Attribut dagegen weg.

Laut Googles Hilfeseiten sind diese Attribute für Shopping Anzeigen in bestimmten Ländern Pflicht, darunter Deutschland, Großbritannien und die USA. Google empfiehlt zudem, im Titel, in den Bildern und in der Beschreibung das gesamte Paket darzustellen. Ist ein enthaltener Artikel gebraucht, muss das Attribut für den Zustand das widerspiegeln. Unterstützung bei Kampagnen finden Sie auf unserer Seite Google Ads Verwaltung.

Wie gehen Sie mit Retouren bei Paketen um?

Retouren von Paketen erfordern mehr Planung als Retouren einzelner Artikel. Eine Kundin möchte vielleicht nur ein Teil zurückschicken. Deshalb müssen Sie vorab festlegen, was Sie erstatten und auf welcher Basis.

Ich rate zu einer schriftlichen Regel, die den Paketpreis anteilig auf die Komponenten verteilt. Zum Beispiel verteilen Sie den Rabatt gleichmäßig auf alle Artikel und erstatten bei einer Teilretoure den rabattierten Anteil. Nennen Sie diese Regel auf der Produktseite und in Ihren Retourenbedingungen. So vermeiden Sie Streit mit Kunden und halten zudem Ihre Buchhaltung sauber.

Bei vorgepackten Boxen stellt sich außerdem die Frage nach geöffneten Verpackungen. Enthält die Box Artikel mit gesetzlichen Einschränkungen beim Widerruf, etwa versiegelte Hygieneartikel, weisen Sie deutlich darauf hin. Weitere Ansätze finden Sie im Beitrag Retourenquote im Onlineshop senken.

Worin unterscheidet sich Bundling von Upselling und Cross Selling?

Die drei Methoden verschwimmen oft, denn alle zielen auf einen höheren Warenkorbwert. Ihre Mechanik ist allerdings verschieden. Upselling schlägt eine höhere Version des gewählten Artikels vor. Cross Selling empfiehlt dagegen einen passenden Zusatzartikel. Bundling wiederum schnürt diese Zusatzartikel von Anfang an zu einem Angebot.

Der Unterschied zeigt sich im Moment der Entscheidung. Beim Cross Selling prüft die Kundschaft jeden Artikel einzeln und legt ihn separat in den Warenkorb. Beim Bundle schrumpft die Entscheidung dagegen auf einen Klick. Deshalb senkt ein Paket die Reibung, wenn die Kombination offensichtlich ist. Cross Selling bleibt allerdings flexibler, weil niemand einen ungewollten Artikel mitnehmen muss.

Ich sehe die drei Methoden daher nicht als Konkurrenten. Eine Paketoption auf der Produktseite, ein Zusatzvorschlag im Warenkorb und ein Upgrade nach dem Kauf können gut zusammenarbeiten. Entscheidend ist nur, die Kundschaft nicht mit zu vielen Angeboten gleichzeitig zu überfordern.

Funktioniert Bundling auch für Dienstleister?

Ja. Bundling ist nicht auf physische Produkte beschränkt, und Dienstleister nutzen es seit Jahren. Ein Behandlungspaket im Kosmetikstudio, ein Fitnessvertrag mit Kursen und Ernährungsberatung oder eine Softwareeinrichtung mit Schulung sind typische Beispiele.

Dienstleistungspakete haben kein Lagerproblem, dafür aber ein Kapazitätsproblem. Jede Sitzung im Paket beansprucht Zeit Ihres Teams. Kalkulieren Sie solche Pakete deshalb auf Basis der Arbeitsstunden statt der Produktkosten.

Die Transaktionsentkopplung spielt hier erneut eine Rolle. Nutzen Kunden bezahlte Sitzungen nicht, spüren sie keinen Wert und verlängern nicht. Kleine Maßnahmen wie Erinnerungen, Terminnachfassung und Hinweise auf offene Guthaben beeinflussen die Verlängerungsquote somit direkt.

Mit welchen Kennzahlen messen Sie den Erfolg von Bundling?

Die Stückzahl allein führt in die Irre, denn ein Paket kann hohe Zahlen auch durch Kannibalisierung erreichen. Ich beobachte deshalb diese Kennzahlen gemeinsam:

  • Paketquote: Welcher Anteil der Besucher der Paketseite wählt das Paket?
  • Rohertrag pro Bestellung: Wie schneiden Paketbestellungen im Vergleich ab?
  • Veränderung der Einzelverkäufe: Sind die Einzelverkäufe nach dem Start gesunken?
  • Wiederkaufrate: Kommen Paketkäufer zurück?
  • Retourenquote: Gehen Pakete häufiger zurück als Einzelartikel?

Den Effekt auf die Warenkorbgröße verfolgen Sie über den durchschnittlichen Bestellwert. Wie Sie ihn berechnen und steigern, erkläre ich im Beitrag durchschnittlichen Warenkorbwert berechnen und erhöhen. Testen Sie ein Paketangebot, prüfen Sie außerdem mit dem A/B Test Rechner, ob das Ergebnis statistisch belastbar ist.

Welche Fehler passieren beim Bundling am häufigsten?

Über die Jahre sehe ich dieselben Fehler in sehr unterschiedlichen Shops. Diese tauchen am häufigsten auf:

  • Den Inhalt nicht klar zeigen; niemand kauft, was er nicht versteht.
  • Den Vergleichspreis künstlich erhöhen und eine falsche Ersparnis zeigen.
  • Den Bestand nicht nach Komponenten abziehen und dann Paketbestellungen stornieren.
  • Zu viele Paketvarianten anbieten, was die Wahl erschwert.
  • Pakete nur zum Abverkauf nutzen und unpassende Artikel kombinieren.
  • Den Rabatt festlegen, ohne vorher den Gewinn zu prüfen.

Allen Fehlern ist eines gemeinsam: Sie starten beim Bedarf des Shops statt beim Bedarf der Kundschaft. Ein erfolgreiches Paket löst dagegen ein echtes Problem. Prüfen Sie außerdem, wie das Paket im Warenkorb und im Checkout erscheint, denn eine unübersichtliche Darstellung erhöht Abbrüche. Dazu passt mein Beitrag Warenkorbabbrüche reduzieren.

Wann sollten Sie auf Bundling verzichten?

Nicht jedes Produkt und nicht jeder Shop eignet sich für Pakete. Manchmal schafft ein Bundle mehr Probleme, als es löst.

Erstens: Sind Ihre Margen ohnehin knapp, frisst ein Paketrabatt den Gewinn womöglich komplett auf. Zweitens: Ergänzen sich Ihre Produkte nicht, verwirren erzwungene Kombinationen die Kundschaft. Drittens: Kann Ihr System keine Komponenten verfolgen, entsteht ein operativer Mehraufwand.

Auch die Markenposition zählt. Bietet eine Premiummarke ständig rabattierte Pakete an, wartet die Kundschaft irgendwann nur noch auf das nächste Paket. Setzen Sie in diesem Fall statt auf Rabatte auf Mehrwert, etwa eine besondere Box, eine limitierte Farbe oder einen Zusatzservice nur im Paket. So bewahren Sie die Preiswahrnehmung und machen das Angebot trotzdem attraktiv.

Denken Sie schließlich an Neukunden. Ein großes Paket wirkt für jemanden, der nur ein Produkt ausprobieren möchte, schnell zu verbindlich. Für diese Gruppe funktioniert ein kleines Probierset oder ein Einzelartikel daher oft besser.

Wie setzen Sie eine Bundling Strategie Schritt für Schritt um?

Zum Schluss fasse ich alles in eine praktische Reihenfolge. Für ein neues Paketangebot empfehle ich diese Schritte:

  1. Ermitteln Sie Artikel, die in den letzten Monaten häufig gemeinsam gekauft wurden.
  2. Wählen Sie zwei oder drei Kombinationen, die sich ergänzen und ausgeglichene Bestände haben.
  3. Berechnen Sie Einzelpreise, Kosten und Versand für jede Kombination.
  4. Legen Sie den Rabatt anhand des Gesamtgewinns fest und zeigen Sie einen ehrlichen Vergleichspreis.
  5. Starten Sie mit einem virtuellen Paket, das den Bestand je Komponente abzieht.
  6. Bauen Sie die Paketseite mit Inhalt, Preisvergleich und Retourenregel.
  7. Messen Sie nach einigen Wochen Gewinn, Paketquote und Veränderung der Einzelverkäufe.

Daten, Preis und Seitengestaltung müssen dabei zusammenspielen. Mein Team und ich bauen Bundling Strategien für Onlineshops genau in dieser Reihenfolge auf. Wenn Sie Ähnliches für Ihren Shop planen, ist unsere Seite E-Commerce Beratung ein guter Einstieg. Kurz gesagt: Ein gutes Paket bringt die richtigen Produkte zum richtigen Preis mit der richtigen Geschichte zusammen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bundle und Set?
Im Alltag meinen beide Begriffe oft dasselbe. Genau genommen stellt beim Bundle der Händler verschiedene Produkte zusammen, während ein Set meist schon vom Hersteller kommt. Google Merchant Center trifft dieselbe Unterscheidung und verlangt das Attribut is_bundle nur für Pakete, die der Händler selbst zusammengestellt hat.
Wie viel Rabatt sollte ein Paket bieten?
Einen festen richtigen Satz gibt es nicht. Leiten Sie den Rabatt aus dem Gesamtgewinn des Pakets und dem erwarteten Zusatzverkauf ab. Berechnen Sie zuerst Einzelpreise, Kosten und Versand. Prüfen Sie dann, wie viel Gewinn der Rabatt kostet, und testen Sie einige Stufen kontrolliert, bevor Sie sich festlegen.
Steigert Bundling immer den Umsatz?
Nein. Bundling hilft, wenn es die Kaufentscheidung erleichtert. Hätte die Kundschaft dieselben Artikel ohnehin zum vollen Preis gekauft, verschenkt ein rabattiertes Paket nur Marge. Messen Sie den Erfolg deshalb über den Rohertrag pro Bestellung, die Entwicklung der Einzelverkäufe und die Wiederkaufrate statt über die Stückzahl.
Was passiert, wenn ein Artikel im Paket ausverkauft ist?
Führen Sie den Bestand nicht nach Komponenten, verkauft Ihr Shop das Paket weiter, und Sie müssen Bestellungen stornieren. Koppeln Sie die verfügbare Paketmenge deshalb an die Komponente mit dem niedrigsten Bestand. Ist ein Teil aus, sollte das System das Paket ausblenden oder einen Ersatzartikel einsetzen.
Können Kunden nur einen Teil des Pakets zurückgeben?
Ja, aber Sie brauchen vorher eine schriftliche Regel. Am saubersten verteilen Sie den Paketrabatt anteilig auf alle Komponenten und erstatten bei einer Teilretoure den rabattierten Anteil des Artikels. Nennen Sie die Regel auf der Produktseite und in den Retourenbedingungen, damit Kundschaft und Buchhaltung Bescheid wissen.
Was unterscheidet reines und gemischtes Bundling?
Beim reinen Bundling gibt es die Artikel nur als Paket. Beim gemischten Bundling kann die Kundschaft die Artikel einzeln oder als Paket kaufen. Im E-Commerce ist gemischtes Bundling die häufigste Form, denn es lässt die Wahl offen und erlaubt Ihnen, beide Kaufwege parallel zu messen.
  • Bundling
  • Produktbundle
  • E-Commerce
  • Preisgestaltung
  • Lagerhaltung
  • Warenkorbwert
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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