Digitales Marketing

Impression Share in Google Ads: Was der Anteil an möglichen Impressionen bedeutet

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Was ist der Impression Share in Google Ads?

Der Impression Share (Anteil an möglichen Impressionen) ist die Zahl der Impressionen Ihrer Anzeigen, geteilt durch die geschätzte Zahl der Impressionen, die Ihnen laut Ausrichtung, Freigabestatus und Qualität zustanden. Er zeigt also, in wie vielen der möglichen Auktionen Ihre Anzeige tatsächlich erschien.

Die meisten Werbetreibenden schauen zuerst auf Klicks, Kosten und Conversions. Diese Berichte zeigen also, was passiert ist. Diese Kennzahl zeigt dagegen, was nicht passiert ist. Außerdem nennt sie den Grund dafür. Kaum eine andere Spalte in Google Ads liefert beides zugleich.

Ich arbeite seit 2012 mit Werbekonten, und diese Spalte gehört immer noch zu den ersten, die ich in einem neuen Konto einblende. In diesem Leitfaden erkläre ich die Berechnung, den entgangenen Anteil durch Budget und Rang, die Werte für oben und ganz oben sowie die richtige Deutung. Alle Definitionen stammen aus der offiziellen Google Ads Hilfe.

Warum ist diese Kennzahl so wichtig?

Sie zeigt vor allem die Obergrenze Ihres Wachstums. Konvertiert eine Kampagne gut, lautet die nächste Frage: Gibt es mehr Traffic in gleicher Qualität? Liegt Ihr Anteil bei 30 Prozent, liegt der größte Teil des Marktes noch vor Ihnen. Bei 95 Prozent bleibt mit denselben Keywords kaum Spielraum.

Zudem hilft die Kennzahl bei der Ursachensuche. Sinken die Umsätze, beschuldigen viele Unternehmer zuerst den Anzeigentext oder die Website. Manchmal erscheint die Anzeige aber schlicht bei der Hälfte der Suchanfragen nicht. Kommt der Verlust vom Budget, liegt die Lösung an einer Stelle. Kommt er vom Rang, liegt sie ganz woanders.

Allerdings ist ein hoher Wert allein kein Erfolgsmaß. Einen hohen Anteil erreichen Sie auch mit irrelevanten Suchanfragen. Deshalb lese ich ihn immer zusammen mit Kosten und Conversions. Den übergeordneten Rahmen für die Budgetplanung finden Sie in meinem Beitrag zum Google Ads Budget für B2B.

Wie berechnet man den Impression Share?

Die Formel ist kurz: Sie teilen die erhaltenen Impressionen durch die geschätzte Zahl möglicher Impressionen. Die Google Ads Hilfe beschreibt es genau so, also Impressionen geteilt durch alle möglichen Impressionen.

Nehmen wir ein hypothetisches Beispiel. Ihre Kampagne erhielt in einem Monat 2.000 Impressionen. Google schätzt, dass Ihnen laut Einstellungen 8.000 zustanden. Ihr Anteil liegt damit bei 25 Prozent. Das heißt, die übrigen 75 Prozent sind Suchanfragen, für die Sie infrage kamen, ohne dass Ihre Anzeige erschien.

Der Zähler ist exakt, denn Google zählt jede Impression. Der Nenner dagegen ist eine Schätzung. Dieser Unterschied ist wichtig, denn er prägt die Deutung. Lesen Sie den Wert daher als starkes Richtungssignal, nicht als Buchhaltungszahl. Kleine Schwankungen von zwei oder drei Punkten pro Woche verdienen selten eine Reaktion.

Die Daten sehen Sie auf Kampagnen, Anzeigengruppen und Keywordebene. Shopping Kampagnen ergänzen die Ebene der Produktgruppen. Somit können Sie ein Problem vom ganzen Konto bis auf ein einzelnes Keyword eingrenzen.

Wie schätzt Google die möglichen Impressionen?

Google schätzt die möglichen Impressionen anhand Ihrer Ausrichtung, des Freigabestatus und der Qualität. Laut offizieller Definition zählen alle Auktionen dazu, in denen Ihre Anzeige erschien, sowie alle Auktionen, in denen sie konkurrenzfähig genug war.

Das hat also praktische Folgen. Zunächst bestimmen Standort, Sprache, Gerät und Werbezeitplaner den Pool. Eine Kampagne mit Ausrichtung auf München verliert keinen Anteil, weil sie Suchanfragen in Hamburg verpasst. Diese Anfragen lagen nie im Pool.

Zweitens erweitern oder verengen die Keyword Optionen den Pool. Weitgehend passende Keywords kommen für viel mehr Suchanfragen infrage. Daher wächst der Nenner, und der Prozentwert sinkt oft. Genau passende Keywords halten den Pool dagegen klein. Die Unterschiede erkläre ich im Beitrag zur Option genau passend.

Drittens verändern abgelehnte oder eingeschränkt freigegebene Anzeigen den Pool. Deshalb prüfe ich bei einem plötzlichen Einbruch als Erstes den Richtlinienstatus.

Schließlich hat diese Schätzung Grenzen. Google kann eine Impression, die nie stattfand, nicht zählen, sondern nur modellieren. Vergleichen Sie also zwei verschiedene Kampagnen mit Vorsicht. Der Verlauf einer Kampagne über die Zeit liefert ein deutlich verlässlicheres Signal als ein Momentvergleich zweier Kampagnen.

Welche Kennzahlen gehören zu dieser Familie?

Google Ads bietet hier nicht nur eine Spalte, sondern eine ganze Gruppe verwandter Kennzahlen. Die Tabelle fasst deshalb die Werte für das Suchnetzwerk zusammen, die ich am häufigsten nutze. Je nach Sprache der Oberfläche heißen die Spalten etwas anders; die englischen Namen stehen in Klammern.

KennzahlBeantwortete FrageVerfügbare Ebenen
Anteil an möglichen Impressionen im Suchnetzwerk (Search impr. share)Bei wie vielen möglichen Suchanfragen erschien ich?Kampagne, Anzeigengruppe, Keyword
Entgangene Impressionen wegen Budget (Search lost IS, budget)Wie oft fehlte ich, weil das Budget aufgebraucht war?Nur Kampagne
Entgangene Impressionen wegen Rang (Search lost IS, rank)Wie oft fehlte ich, weil mein Anzeigenrang zu niedrig war?Alle drei Ebenen
Anteil oben (Search top IS)Wie oft stand ich bei den oberen Anzeigen, wenn es möglich war?Bis zum Keyword
Anteil ganz oben (Search abs. top IS)Wie oft war ich die allererste Anzeige, wenn es möglich war?Inklusive Anzeigengruppe und Keyword
Anteil bei genau passenden Suchanfragen (Search exact match IS)Wie hoch ist mein Anteil bei exakt passenden Suchbegriffen?Alle Ebenen, nicht für Shopping

Für das Displaynetzwerk gibt es ähnliche Kennzahlen. In diesem Beitrag konzentriere ich mich jedoch auf Suchkampagnen, denn die Suchintention liefert hier die klarsten Daten.

Was sagt der entgangene Anteil wegen Budget aus?

Diese Kennzahl gibt an, wie oft Ihre Anzeigen im Suchnetzwerk wegen eines zu knappen Budgets nicht erschienen. So definiert es die Google Ads Hilfe. Zudem steht dort, dass es den Wert nur auf Kampagnenebene gibt.

Ein hoher Wert bedeutet konkret: Die Kampagne verbraucht ihr Tagesbudget früh und bleibt danach stumm. Trotzdem ist eine Budgeterhöhung nicht automatisch die richtige Antwort. Zuerst stelle ich eine Frage: Ist die Kampagne profitabel? Falls ja, bedeutet Budgetverlust entgangenen Umsatz, und mehr Budget ist sinnvoll.

Ist sie nicht profitabel, dreht sich das Bild. Mehr Geld in eine Verlustkampagne vergrößert nur den Verlust. In diesem Fall bereinige ich zuerst irrelevante Suchanfragen und korrigiere Gebote und Ausrichtung. Somit reicht dasselbe Budget für mehr wertvolle Anfragen.

Außerdem zählt die Verteilung. Eine Kampagne verliert vielleicht Anteil wegen Budget, während eine andere ihr Budget gar nicht ausgibt. Eine Umschichtung senkt dann den Verlust, ohne die Gesamtausgaben zu erhöhen. Ein sinnvolles Tagesbudget schätzen Sie mit dem Google Ads Budgetrechner.

Was sagt der entgangene Anteil wegen Rang aus?

Diese Kennzahl gibt an, wie oft Ihre Anzeigen im Suchnetzwerk wegen eines zu schwachen Anzeigenrangs in der Auktion nicht erschienen. Kurz gesagt: Budget war da, aber die Anzeige war nicht konkurrenzfähig genug.

Wie der Anzeigenrang entsteht und welche Faktoren ihn prägen, wiederhole ich hier nicht. Das erkläre ich ausführlich im Beitrag zum Anzeigenrang in Google Ads. Hier geht es stattdessen nur um die Deutung.

Ist der Rangverlust hoch, finde ich meist eine von drei Ursachen. Das Gebot liegt unter dem der Wettbewerber. Die Verbindung zwischen Suchanfrage, Anzeige und Zielseite ist schwach. Oder der Wettbewerb ballt sich zu bestimmten Uhrzeiten oder in bestimmten Regionen. Daher prüfe ich die Anzeigenrelevanz, bevor ich Gebote anfasse.

Dazu kommt ein technisches Detail. Laut Google erscheint der Rangverlust auf dem Tab für Anzeigengruppen nicht, wenn Ihr Budget im gewählten Zeitraum zu irgendeinem Zeitpunkt aufgebraucht war. Sehen Sie eine leere Spalte, prüfen Sie also zuerst das Budget.

Wofür sind die Werte oben und ganz oben gut?

Der Standardwert im Suchnetzwerk fragt nur, ob Ihre Anzeige irgendwo auf der Seite erschien. Der Anteil oben stellt dagegen eine engere Frage: Wie oft stand Ihre Anzeige bei den oberen Anzeigen über den organischen Ergebnissen?

Danach geht der Anteil ganz oben einen Schritt weiter. Er misst, wie oft Sie die allererste Anzeige waren. Google beschreibt die oberen Anzeigen als Anzeigen über den unbezahlten Suchergebnissen.

Somit ersetzen beide Werte im Grunde die frühere durchschnittliche Position. Statt einer Rangzahl sehen Sie nun die tatsächliche Platzierung auf der Seite. Außerdem gibt es passende Werte für den entgangenen Anteil oben, getrennt nach Budget und Rang.

Trotzdem verwechseln Werbetreibende oft zwei ähnliche Paare. Die Rate oben zeigt, welcher Anteil Ihrer erhaltenen Impressionen oben lag. Der Anteil oben zeigt dagegen, welchen Anteil der möglichen Plätze oben Sie tatsächlich bekamen. Das erste beschreibt die Qualität des Erhaltenen, das zweite das Verpasste.

Warum ist der Anteil bei genau passenden Suchanfragen ein eigenes Signal?

Dieser Wert misst Ihren Anteil nur bei Suchbegriffen, die exakt zu Ihrem Keyword passen. Laut Google gibt es ihn nicht für Shopping Kampagnen.

Warum hilft er? Weil der allgemeine Wert auch Tausende Nebenanfragen enthält, die über weitgehend passende und passende Wortgruppen hereinkommen. Viele davon sind für Sie womöglich zweitrangig. Der Wert für genau passende Anfragen zeigt dagegen, wie stark Sie bei Ihren Kernbegriffen sind.

In der Praxis lese ich ihn so: Ist der allgemeine Wert niedrig, der exakte aber hoch, gibt es kein echtes Problem. Sie erscheinen bei Ihren Kernbegriffen, und die Lücke liegt vor allem bei Nebenanfragen. Ist auch der exakte Wert niedrig, überlassen Sie Ihre wertvollsten Suchanfragen der Konkurrenz. Dann haben die Kernbegriffe für mich Vorrang. Welche Nebenanfragen sich lohnen, zeigt Ihnen der Suchbegriffbericht.

Wo finden Sie Impression Share Daten in Google Ads?

In der Standardansicht sind diese Spalten oft ausgeblendet. Sie fügen sie selbst hinzu. Die offiziellen Schritte sehen ungefähr so aus:

  1. Öffnen Sie die Tabelle für Kampagnen, Anzeigengruppen oder Keywords.
  2. Klicken Sie über der Tabelle auf das Spaltensymbol.
  3. Öffnen Sie den Bereich für Wettbewerbsmesswerte (Competitive metrics).
  4. Setzen Sie Häkchen bei den gewünschten Spalten für Anteil und entgangenen Anteil.
  5. Klicken Sie auf Übernehmen und speichern Sie die Ansicht.

Allerdings ändert die Oberfläche Namen gelegentlich. Finden Sie das Menü nicht, tippen Sie den Namen der Kennzahl einfach in das Suchfeld für Spalten.

Zwei Hinweise sollten Sie kennen. Erstens aktualisieren sich die Daten meist innerhalb von ein bis zwei Tagen, der gestrige Wert ist also noch nicht endgültig. Zweitens steht ein Strich in der Spalte für zu wenige Daten, etwa bei wenig Traffic oder neuen Keywords. Wählen Sie dann einen längeren Zeitraum.

Welcher Impression Share ist gut?

Einen universellen Zielwert für den Impression Share gibt es nicht. Auch Google nennt keine ideale Zahl, und das halte ich für richtig. Der richtige Wert hängt von der Aufgabe der Kampagne ab.

  • Markenkampagnen: Wer bei der Suche nach dem eigenen Namen fehlt, schickt Kunden zur Konkurrenz. Hier ziele ich so hoch wie vernünftig möglich.
  • Generische Suchanfragen mit hoher Kaufabsicht: Begriffe wie „Preis“ oder „Angebot anfordern“ lohnen sich schrittweise, wenn sie profitabel sind. Allerdings kostet jeder weitere Punkt mehr.
  • Recherche und Informationssuche: Ein niedriger Anteil ist hier oft in Ordnung. Selektiv bleiben bringt meist mehr als ein dünn verteiltes Budget.
  • Neue Kampagnen: In den ersten Wochen schwanken die Werte. Ich warte mehrere Wochen, bevor ich entscheide.

Zusammengefasst: Binden Sie das Ziel an die Aufgabe, nicht an eine Zahl. Die letzten Punkte vor 100 Prozent sind meist unverhältnismäßig teuer, denn jede zusätzliche Impression kostet mehr als die vorige.

Warum unterscheiden sich Mobilgeräte und Desktop?

Segmentieren Sie die Tabelle nach Gerät, sehen Sie oft überraschende Unterschiede. Eine Kampagne ist vielleicht am Desktop stark und auf dem Smartphone deutlich weniger sichtbar. Dafür gibt es mehrere Gründe, denn jedes Gerät folgt eigenen Regeln.

Zunächst bieten mobile Ergebnisseiten weniger Platz für Anzeigen. Der Wettbewerb um die oberen Plätze ist daher härter, und der Rangverlust steigt mobil oft an. Zudem bieten Ihre Wettbewerber je nach Gerät unterschiedlich. Erhöht einer von ihnen mobile Gebote, sinkt Ihr Anteil nur auf diesem Gerät.

Außerdem unterscheidet sich die Zielseite je nach Gerät. Eine Seite, die auf dem Smartphone langsam lädt, oder ein schwer ausfüllbares Formular kann auch die Anzeigenqualität schwächen. Behandeln Sie mobilen Verlust also auch über die Ladezeit, nicht nur über Gebote.

Mein praktischer Rat: Öffnen Sie bei der wöchentlichen Prüfung auch das Gerätesegment. Kostet Sie der mobile Verlust eine konvertierende Zielgruppe, verbessern Sie zuerst die Seite und prüfen dann die Gebotsanpassungen. Konvertiert mobil ohnehin schwach, ist eine Verlagerung zum Desktop oft profitabler.

Wie wirken sich Saisonalität und Aktionen aus?

Dieser Wert ist keine feste Größe; er bewegt sich mit der Nachfrage. Feiertage, Rabattaktionen und die Spitzenmonate Ihrer Branche vergrößern den Pool möglicher Suchanfragen über Nacht. Bleibt Ihr Budget gleich, sinkt der Prozentwert ganz natürlich.

Deshalb sollten Sie einen Rückgang in einer starken Phase nicht als Alarm lesen. Prüfen Sie zuerst, wie stark das Suchvolumen gewachsen ist. Hat es sich verdoppelt, war derselbe Anteil mit demselben Budget nie erreichbar.

Andererseits erhöhen in solchen Phasen auch die Wettbewerber ihre Budgets. Der Auktionsdruck steigt, die Klickpreise ziehen an, und der Rangverlust wächst. Kurz gesagt: Die Saison belastet Budget und Rang gleichzeitig.

Mein Ansatz ist daher, diese Phasen vorab zu planen. Ich schaue mir dieselben Wochen des Vorjahres an und stimme vorübergehende Budgeterhöhungen für profitable Kampagnen ab, bevor die Nachfrage ihren Höhepunkt erreicht. So entstehen Entscheidungen über entgangenen Anteil aus einem Plan statt aus Panik.

Wie lesen Sie Anteil, Budgetverlust und Rangverlust zusammen?

Den eigentlichen Wert sehen Sie erst, wenn Sie die drei Kennzahlen nebeneinander stellen. Logisch betrachtet wurde jede mögliche Impression entweder ausgeliefert oder ging durch Budget oder Rang verloren. Zusammen zeigen die drei Spalten also, wohin Ihr Anteil geflossen ist.

Nehmen wir an, eine Kampagne zeigt einen niedrigen Anteil, hohen Budgetverlust und niedrigen Rangverlust. Die Botschaft ist klar: Ihre Anzeigen sind konkurrenzfähig, aber das Geld geht vor Tagesende aus. Die Lösung liegt folglich im Verhältnis von Budget und Geboten.

Im umgekehrten Fall ist der Rangverlust hoch und der Budgetverlust nahe null. Die Kampagne kann ihr Geld also gar nicht ausgeben. Mehr Budget ändert hier nichts; Sie müssen zuerst an Anzeigenqualität und Geboten arbeiten.

Das dritte Muster zeigt schließlich beide Verluste hoch. Meist steckt dahinter eine Ausrichtung, die für das Budget zu breit ist. In einem solchen Konto bringt eine engere Ausrichtung oft die schnellste Verbesserung.

Ist ein niedriger Impression Share immer ein Problem?

Nein. Gerade dieses Missverständnis korrigiere ich bei Kontoprüfungen am häufigsten. Ein niedriger Wert ist manchmal genau das, was Sie wollen.

Zum Beispiel hält sich eine Kampagne mit Smart Bidding in Auktionen mit geringer Conversion Chance bewusst zurück. Mit Ziel CPA oder Ziel ROAS bietet das System dort niedrig, wo es keinen Gewinn erwartet, und der Rangverlust steigt. Ein hoher Rangverlust kann dann sogar zeigen, dass die Strategie funktioniert. Aktuelle Änderungen dazu finden Sie im Beitrag über Gebotsstrategien mit Ziel CPA und Ziel ROAS.

Ebenso können bei weitgehend passenden Keywords viele verpasste Suchanfragen für Sie wertlos sein. Fragen Sie daher zuerst, welche Anfragen Sie verpasst haben, und erst dann, warum.

Die richtige Frage lautet also nicht „Warum ist mein Anteil niedrig?“, sondern „Stecken in den verpassten Anfragen profitable Kunden?“. Die Antwort liefern Kosten pro Conversion und ROAS. Für einen schnellen Blick auf die Rentabilität eignet sich der ROAS Rechner.

Wie können Sie den Impression Share steigern?

Kennen Sie die Ursache des Verlusts, ist auch die Lösung klar. Meine übliche Reihenfolge sieht so aus:

  1. Ursache trennen: Budget oder Rang? Ändern Sie keine Einstellung, bevor Sie beide Spalten auf Kampagnenebene geprüft haben.
  2. Irrelevante Suchanfragen entfernen: Eine Kampagne, die Geld für wertlose Anfragen ausgibt, verliert Anteil bei wertvollen.
  3. Anzeigenrelevanz stärken: Bringen Sie den Anzeigentext näher an die Sprache der Suchanfrage, und halten Sie auf der Zielseite dasselbe Versprechen.
  4. Gebote kontrolliert erhöhen: Ist der Rangverlust hoch und die Kampagne profitabel, testen Sie kleine Gebotsschritte.
  5. Budget umverteilen: Verschieben Sie Geld von Kampagnen ohne Ausgabe zu profitablen Kampagnen mit Budgetverlust.
  6. Ergebnis messen: Warten Sie nach jeder Änderung mindestens ein bis zwei Wochen, und prüfen Sie die Kosten pro Conversion zusammen mit dem Anteil.

Achten Sie außerdem auf die Struktur der Anzeigengruppen. Sind die Gruppen zu breit, muss eine Anzeige Dutzende verschiedener Suchanfragen bedienen, und die Relevanz sinkt. Engere Themen senken den Rangverlust in vielen Konten ohne höhere Gebote.

Vor allem sollten Sie nicht vieles auf einmal ändern. Sonst wissen Sie nicht, welcher Schritt gewirkt hat.

Wie holen Sie verlorenen Anteil ohne mehr Budget zurück?

Allerdings kann nicht jedes Unternehmen sein Budget erhöhen. Zum Glück lässt sich der Prozentwert auch ohne höhere Ausgaben steigern. Die Logik ist einfach: Sie verkleinern den Nenner, also den Pool möglicher Impressionen.

Ihr erstes Werkzeug sind auszuschließende Keywords. Schließen Sie Suchanfragen aus, die nie Kunden bringen, reicht Ihr Budget für die wertvollen Anfragen. Wie das Schritt für Schritt funktioniert, erkläre ich im Beitrag zu negativen Keywords.

Das zweite Werkzeug ist der Werbezeitplaner. Pausieren Sie Nachtstunden ohne Conversions, bleibt das Budget für produktive Tagesstunden. Das dritte ist die Standortausrichtung; ohne Regionen, die Sie nicht bedienen, wird der Pool realistisch.

Das vierte sind zudem die Kosten pro Klick. Bessere Anzeigenqualität bringt Sie günstiger auf dieselbe Position, und dasselbe Budget kauft mehr Klicks. Die Logik der Kostenseite finden Sie im Beitrag CPC berechnen.

Wann lohnt sich die Gebotsstrategie Angestrebter Anteil an möglichen Impressionen?

Google Ads bietet eine automatische Gebotsstrategie, die genau auf diese Kennzahl zielt (Target Impression Share). Laut Google legt sie Gebote so fest, dass Ihre Anzeige irgendwo auf der Seite, bei den oberen Anzeigen oder als allererste Anzeige erscheint.

Wählen Sie zum Beispiel 65 Prozent für ganz oben, setzt Google Ads die Gebote so, dass Ihre Anzeige in 65 Prozent der möglichen Fälle dort erscheint. Die Strategie läuft in einer einzelnen Kampagne oder als Portfoliostrategie über mehrere Kampagnen.

Google nennt dabei Markenbegriffe ausdrücklich als passenden Einsatz. Auch ich nutze sie vor allem für Markenkampagnen, besonders wenn Wettbewerber auf den Markennamen eines Kunden bieten.

Eine Einstellung braucht jedoch Sorgfalt: das Limit für das maximale CPC Gebot. Ist es zu niedrig, erreicht die Strategie ihr Ziel nicht; ist es zu hoch, laufen die Kosten davon. Zudem optimiert die Strategie auf Sichtbarkeit, nicht auf Conversions. Sollen Ihre generischen Kampagnen Umsatz bringen, sind conversionorientierte Strategien daher meist die bessere Wahl.

Wie ergänzen Auktionsdaten das Bild?

Ihr Impression Share zeigt, wie sichtbar Sie sind. Der Bericht mit den Auktionsdaten zeigt dagegen, mit wem Sie diese Sichtbarkeit teilen. Er listet auch den Anteil anderer Werbetreibender in denselben Auktionen auf.

Neben dem Anteil enthält der Bericht die Überschneidungsrate, die Rate der höheren Position, die Rate oben auf der Seite und den Anteil der Überholungen. Steigt etwa die Überschneidungsrate eines Wettbewerbers schnell, nimmt er gerade an denselben Auktionen teil wie Sie.

Meine Routine sieht so aus: Fällt mein Anteil plötzlich, prüfe ich zuerst meine eigenen Einstellungen und öffne dann die Auktionsdaten. Ein neuer Wettbewerber oder ein aggressiver gewordener alter erklärt den Rückgang oft.

Eine Grenze gibt es allerdings. Laut Google liefert der Bericht keine Daten, wenn Ihr Anteil unter 10 Prozent liegt. Zudem erscheinen nur Keywords und Anzeigengruppen, die eine Mindestaktivität erreichen.

Welche Fehler passieren bei der Deutung am häufigsten?

Bei Kontoprüfungen sehe ich zudem immer wieder dieselben Fehler. Die häufigsten sind:

  • Den Anteil zum Ziel machen: 90 Prozent können auch hohe Ausgaben für unrentable Suchanfragen bedeuten.
  • Budget und Rang verwechseln: Wer Rangverlust mit mehr Budget lösen will, verbrennt Geld.
  • Zu kurze Zeiträume: Die Daten eines einzelnen Tages schwanken stark, gerade in kleinen Konten.
  • Keyword Optionen ignorieren: Ein Rückgang nach dem Wechsel zu weitgehend passenden Keywords ist normal, denn der Pool wächst.
  • Smart Bidding vergessen: Hoher Rangverlust in einer Kampagne mit Ziel ROAS kann eine bewusste Entscheidung sein.
  • Marke und generische Begriffe mischen: Stehen beide in einem Bericht, lesen Sie keinen von beiden richtig.

Ein weiterer Fehler verdient Aufmerksamkeit: die Daten nur auf Kontoebene zu lesen. Ein Kontodurchschnitt kann einen ernsten Verlust in einer Kampagne hinter einem hohen Wert in einer anderen verstecken. Ihre Markenkampagne läuft vielleicht mit 95 Prozent, die profitabelste generische Kampagne nur mit 20 Prozent. Der Durchschnitt wirkt dennoch ordentlich. Entscheiden Sie deshalb auf Kampagnenebene und bei Bedarf auf Keywordebene.

Diesen Fehlern ist gemeinsam, dass sie die Kennzahl aus dem Zusammenhang reißen. Sie ist ein Diagnosewerkzeug; über die Behandlung entscheiden die Conversiondaten.

Wie richten Sie eine wöchentliche Prüfung ein?

Eine feste Routine erkennt Probleme, bevor sie wachsen. Für kleine und mittlere Konten empfehle ich diese wöchentliche Prüfung:

  1. Fügen Sie der Kampagnentabelle den Anteil, beide Spalten für entgangenen Anteil und den Anteil oben hinzu, und speichern Sie die Ansicht.
  2. Vergleichen Sie die letzten 14 Tage mit den 14 Tagen davor.
  3. Notieren Sie jede Kampagne, deren Anteil sich um mehr als fünf Punkte bewegt hat.
  4. Prüfen Sie bei jeder, ob die Veränderung vom Budget oder vom Rang kommt.
  5. Öffnen Sie die Auktionsdaten und suchen Sie nach neuen oder stärkeren Wettbewerbern.
  6. Prüfen Sie zum Schluss die Kosten pro Conversion im selben Zeitraum und entscheiden Sie dann.

Konkret dauert das in den meisten Konten weniger als eine halbe Stunde. Einen schnellen Überblick über die Gesundheit Ihres Kontos gibt Ihnen das Google Ads Audit Tool; darauf können Sie Ihre Analyse aufbauen.

Wie führt mein Team eine Impression Share Analyse durch?

Übernehmen wir ein Konto, erstellen mein Team und ich in der ersten Woche eine Karte der Anteile. Für jede Kampagne trennen wir den Verlust durch Budget vom Verlust durch Rang und gleichen beides dann mit den Kosten pro Conversion ab.

Diese Karte holt das Budgetgespräch somit aus dem Bauchgefühl in die Daten. Statt „Sie brauchen mehr Budget“ zu sagen, zeigen wir, wie viele Punkte Anteil jede Kampagne profitabel zurückholen kann. Manchmal lautet die Antwort mehr Budget, manchmal eine bessere Verteilung des bestehenden.

Ich verantworte Strategie und Ergebnis, während erfahrene Spezialisten in meinem Team die Umsetzung übernehmen. Wünschen Sie eine ähnliche Analyse für Ihr Konto, erreichen Sie uns über die Seite zur Google Ads Verwaltung.

Die offiziellen Definitionen können Sie auch selbst nachlesen. Die verlässlichsten Quellen sind die Google Seiten zum Anteil an möglichen Impressionen, zu den Daten der Kennzahl, zu den Messwerten oben und ganz oben sowie zur Gebotsstrategie.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Impression Share und Klickrate?
Der Impression Share misst, bei wie vielen möglichen Suchanfragen Ihre Anzeige erschien. Die Klickrate misst dagegen, wie viele Menschen klickten, nachdem die Anzeige erschienen war. Das eine beschreibt Sichtbarkeit, das andere die Anziehungskraft der Anzeige. Zusammen zeigen beide, ob Ihr Problem fehlende Sichtbarkeit ist oder mangelndes Interesse.
Warum zeigt mein Impression Share nur einen Strich?
Ein Strich bedeutet meist, dass zu wenige Daten vorliegen. Bei Kampagnen mit wenig Traffic oder neuen Keywords kann Google noch keinen verlässlichen Prozentwert berechnen. Außerdem brauchen die Werte ein bis zwei Tage zur Aktualisierung. Wählen Sie einen längeren Zeitraum; hat die Kampagne genug Impressionen erhalten, erscheint der Wert dann normalerweise.
Können Budgetverlust und Rangverlust gleichzeitig hoch sein?
Ja, und das deutet meist auf eine Ausrichtung hin, die für das Budget zu breit ist. Die Kampagne verpasst Suchanfragen, weil das Geld ausgeht und weil sie nicht konkurrenzfähig genug ist. Verengen Sie daher zuerst die Ausrichtung mit auszuschließenden Keywords, Standorten und Werbezeitplaner. Prüfen Sie danach Budget und Gebote erneut.
Sollte ich 100 Prozent Impression Share anstreben?
Bei Markenkampagnen ist ein Wert nahe 100 Prozent oft sinnvoll, denn wer bei der Suche nach dem eigenen Namen fehlt, verliert Kunden an die Konkurrenz. Bei generischen Suchanfragen sind die letzten Punkte dagegen meist unverhältnismäßig teuer. Ich empfehle deshalb den höchsten Anteil, bei dem die Kampagne noch profitabel bleibt.
Gibt es den Impression Share auch im Displaynetzwerk?
Ja. Google Ads bietet auch für das Displaynetzwerk Werte für den Anteil und den entgangenen Anteil, getrennt nach Budget und Rang. Allerdings ist der Pool möglicher Impressionen dort riesig, deshalb wirkt der Prozentwert meist niedrig. Ich nutze ihn im Displaynetzwerk daher nicht als so strenges Ziel wie im Suchnetzwerk.
Wie oft sollte ich den Impression Share prüfen?
Für die meisten Konten reicht eine wöchentliche Prüfung. Tageswerte schwanken in kleinen Konten zu stark und verleiten zu falschen Entscheidungen. Am praktischsten vergleichen Sie die letzten zwei Wochen mit den zwei Wochen davor. In Spitzenzeiten oder bei großen Budgets können Sie auch zweimal pro Woche prüfen.
  • Google Ads
  • Impression Share
  • Suchkampagnen
  • Werbebudget
  • Auktionsdaten
  • Anzeigenrang
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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