Google Ads Gebotsstrategien: Was sich bei Target CPA und Target ROAS geändert hat

Was ändert sich bei den Google Ads Gebotsstrategien Target CPA und Target ROAS?
Die Änderung der Google Ads Gebotsstrategien ist ein offizielles Update in zwei Schritten. Im Juni hat Google Target CPA und Target ROAS wieder als eigenständige Strategien benannt. Seit dem 17. August liefern budgetbegrenzte Kampagnen mit diesen Strategien näher an ihrem Zielwert, statt ihn deutlich zu übertreffen.
Zunächst betrifft der erste Schritt nur die Namen. Der zweite Schritt betrifft dagegen Ihre Ergebnisse. Deshalb sollten Sie beide Änderungen getrennt betrachten. In der Praxis haben viele Werbetreibende die Umbenennung sofort bemerkt, die Verhaltensänderung aber erst an schwankenden Berichten erkannt.
Ich betreue Google Ads Konten seit 2012. Bei jeder großen Änderung im Bietsystem sehe ich dasselbe Muster: Google kündigt sie an, und die Kontoinhaber spüren die Wirkung erst Wochen später. In diesem Beitrag erkläre ich, was sich wann geändert hat, welche Kampagnen betroffen sind und was Sie jetzt tun sollten. Alle Fakten stammen aus den offiziellen Hilfeseiten von Google. Falls Ihnen ein Begriff fehlt, hilft das Online Marketing Glossar weiter.
Welche Gebotsstrategien gelten als zielbasiert?
Google Ads teilt Smart Bidding in zwei Gruppen. Die eine Gruppe sucht Volumen: Sie holt aus Ihrem Budget möglichst viele Conversions oder möglichst viel Conversion Wert heraus. Die andere Gruppe verfolgt dagegen einen Effizienzwert, den Sie selbst festlegen. Genau diese zweite Gruppe betrifft das Update.
- Target CPA: Sie legen fest, wie viel Sie im Schnitt pro Conversion zahlen möchten. Das System bietet dann in jeder Auktion nach der Wahrscheinlichkeit einer Conversion.
- Target ROAS: Sie geben als Prozentwert an, welchen Conversion Wert Sie pro eingesetztem Euro erwarten. Vor allem im E-Commerce ist das die häufigste Strategie.
- Conversions maximieren: Ohne Zielwert sucht diese Strategie möglichst viele Conversions und nutzt dafür das volle Budget.
- Conversion Wert maximieren: Ohne Zielwert sucht sie den höchsten Gesamtwert und nutzt dafür das volle Budget.
Außerdem fällt Target CPC in Demand Gen Kampagnen unter die Änderung vom August. Das steht ausdrücklich auf der FAQ Seite von Google. Manuelle CPC Gebote, Target Impression Share und Target CPM bleiben dagegen unverändert.
Wie haben sich die Strategienamen im Juni geändert?
Im Juni hat Google die Namen der Smart Bidding Strategien für Suchkampagnen neu geordnet. Die frühere Option „Conversions maximieren mit Target CPA“ heißt jetzt einfach „Target CPA“. Ebenso heißt „Conversion Wert maximieren mit Target ROAS“ nun „Target ROAS“.
Die Google Ads Hilfe formuliert es sehr klar: Egal, welchen Namen eine Strategie trägt, beide Varianten funktionieren genau gleich. Das heißt, die Umbenennung im Juni hat das Bietverhalten nicht verändert. Sie macht nur sichtbarer, ob eine Kampagne Volumen oder einen Zielwert verfolgt.
Zudem läuft die Umstellung schrittweise. Daher sehen Sie eine Zeit lang beide Bezeichnungen nebeneinander. Google weist außerdem darauf hin, dass Google Ads API, Google Ads Editor und die mobile App die neuen Namen nicht sofort zeigen. Behandeln Sie alte und neue Namen in Ihren Berichten deshalb als dieselbe Strategie.
Für Conversions maximieren und Conversion Wert maximieren ohne Zielwert ändert sich nichts.
Warum kehren die alten Namen zurück?
Im Grunde ist das ein Schritt zurück. Ab 2021 hat Google die Zielstrategien in die Volumenstrategien integriert. Der Google Ads Developer Blog erklärte damals, dass Werbetreibende „Conversions maximieren“ mit einem optionalen Target CPA anlegen können. Somit landeten zwei Strategien unter einem Dach.
Allerdings hat diese Zusammenlegung in der Praxis viel Verwirrung gestiftet. Wenn ich ein Konto übernehme, sehe ich oft folgendes Bild: Im Bericht steht „Conversions maximieren“, doch in der Kampagne steckt ein vergessener Target CPA. Das Team glaubt also, die Kampagne jage Volumen. Tatsächlich bietet das System gegen eine Kostengrenze.
Genau dieses Problem adressiert die Mitteilung aus dem Juni. Laut Google schaffen die neuen Namen mehr Klarheit zwischen Volumenzielen und Effizienzzielen. Kurz gesagt zeigt der Name jetzt, worauf die Strategie wirklich optimiert. Das erleichtert die interne Abstimmung und das Reporting an Kunden spürbar.
Was hat sich am 17. August im Bietverhalten geändert?
Die eigentlich wichtige Änderung kam am 17. August. An diesem Tag hat Google das Bietsystem für zielbasierte Strategien weltweit aktualisiert. Das Ziel: eine konsistentere und besser planbare Leistung gegenüber Ihrem Zielwert, auch wenn sich das Budget ändert.
Die Änderung greift nur in einer Situation: Ihre Kampagne meldet ein Budgetlimit (in der englischen Oberfläche „Limited by budget“) und nutzt Target CPA oder Target ROAS. Kampagnen mit ausreichendem Budget verhalten sich dagegen wie bisher. Das steht ausdrücklich auf der FAQ Seite von Google.
Was heißt das konkret? Früher konnte eine budgetbegrenzte Kampagne ihre Gebote intern senken, um das knappe Geld für die günstigsten Conversions auszugeben. Folglich sahen Sie oft einen CPA, der weit unter Ihrem Zielwert lag. Heute behandelt das System diese zusätzliche Effizienz nicht mehr als Ziel. Stattdessen versucht es, nah an Ihrem eingetragenen Wert zu liefern.
Google betont zudem, dass es keine Zielwerte oder Budgets automatisch anpasst. Ihre Einstellungen bleiben also, wie sie sind. Nur die Art, wie das System sie auslegt, ist neu.
Wie haben budgetbegrenzte Kampagnen vorher gearbeitet?
Konkret erklärt das alte Verhalten, warum das neue so viele überrascht hat. In einer budgetbegrenzten Kampagne balancierte das System zwei Dinge: das Tagesbudget einhalten und den Zielwert treffen. Reichte das Budget nicht für das mögliche Volumen, senkte es die Gebote intern.
Daher zeigten viele Konten ein vertrautes Bild: Target CPA bei 50 Euro, tatsächlicher CPA eher bei 30 Euro. Der Kontoinhaber hielt das zudem für einen Erfolg und prüfte den Zielwert nie wieder. In Wahrheit folgte die Kampagne dem Budget, nicht dem Zielwert.
- Der Zielwert lag deutlich über dem tatsächlichen Wert.
- Die Statusspalte meldete fast dauerhaft ein Budgetlimit.
- Eine Budgeterhöhung ließ den CPA schnell Richtung Zielwert steigen.
Vor allem der letzte Punkt ist wichtig. Früher sank die Effizienz bei jeder Budgeterhöhung, deshalb zögerten viele beim Skalieren. Google sagt, dass das neue Verhalten genau diese Sorge nehmen soll.
Was passiert jetzt mit einer Kampagne, die ihr Ziel übertrifft?
Konkret nennt Google auf der Hilfeseite ein einfaches Beispiel. Ihre Kampagne hat einen Target CPA von 10 US-Dollar, der tatsächliche CPA lag zuletzt bei 5 US-Dollar. Nach dem Update liefert die Kampagne näher an einem tatsächlichen CPA von 10 US-Dollar.
Lesen Sie diesen Satz genau. Das System versteht Ihren Zielwert jetzt als Wert, den es erreichen soll, nicht als Obergrenze. Folglich können Ihre Kosten pro Conversion steigen, wenn der Zielwert nicht Ihre echte Grenze abbildet. Mit demselben Budget erhalten Sie dann womöglich weniger Conversions.
Beim Target ROAS läuft die Logik umgekehrt. Liegt Ihr Zielwert bei 400 Prozent und Sie erreichen derzeit 700 Prozent, akzeptiert das System nun Ergebnisse näher an 400 Prozent. Das heißt: mehr Reichweite bei geringerer Rendite.
Entscheidend ist also: Das System bestraft Sie nicht dafür, den Zielwert zu übertreffen. Es belohnt aber auch nicht mehr, weit darüber zu bleiben. Seine Aufgabe ist, möglichst nah an Ihrem Wert zu liefern. Somit wird der Zielwert zur stärksten Einstellung der Kampagne. Ein falscher Zielwert lenkt selbst eine gut gebaute Kampagne in die falsche Richtung.
Trotzdem ist das nicht automatisch ein Verlust. Spiegelt Ihr Zielwert Ihre echte Gewinngrenze wider, kann das System jetzt bis zu dieser Grenze mehr Volumen holen. Schwierig wird es also nur in Konten mit willkürlichen Zielwerten. Ihre echte Gewinnschwelle berechnen Sie mit dem ROAS Rechner.
Welche Kampagnentypen betrifft die Änderung vom August?
Die zentrale Hilfeseite von Google listet betroffene und ausgenommene Kampagnentypen getrennt auf. Zudem gilt die Änderung in Google Ads, Search Ads 360, Display & Video 360, Google Ads Editor und der API. Die folgende Tabelle basiert auf dieser offiziellen Liste.
| Kampagnentyp | Betroffen? | Hinweis |
|---|---|---|
| Suche | Ja | Target CPA und Target ROAS |
| Shopping | Ja | Meist mit Target ROAS |
| Performance Max | Ja | Traffic kann sich zwischen Kanälen verschieben |
| Demand Gen | Ja | Auch Target CPC betroffen |
| Display | Ja | Auf der zentralen Hilfeseite gelistet |
| Hotel und Reisen | Ja | Reisekampagnen betroffen |
| App Kampagnen | Nein | Ausgenommen |
| Videokampagnen für Reichweite und Aufrufe | Nein | Ausgenommen |
Ein „Ja“ in der Tabelle heißt allerdings nicht, dass Sie die Änderung spüren. Sie greift nur, wenn eine Kampagne dieses Typs eine zielbasierte Strategie nutzt und gleichzeitig budgetbegrenzt ist. Filtern Sie deshalb zuerst die Kampagnen, die beide Bedingungen erfüllen.
Erhöht das Update der Google Ads Gebotsstrategien meine Ausgaben?
Nein. Google ist hier eindeutig: Ihre täglichen und monatlichen Budgetgrenzen gelten immer. Das Update erhöht die Ausgaben also nicht direkt. Es verändert nur, in welche Auktionen Ihr Budget fließt.
Allerdings gibt es eine Feinheit. Die Ausgaben können gleich bleiben, während die Conversions sinken. Denn das System akzeptiert jetzt teurere Conversions bis zu Ihrem Zielwert. Nach der Änderung der Google Ads Gebotsstrategien sehen Sie deshalb eventuell Berichte mit gleichen Kosten, aber weniger Verkäufen.
Andererseits sendet Google eine ermutigende Botschaft zum Skalieren. Im neuen Modell optimieren Kampagnen unabhängig vom Budgetlimit auf Ihren Zielwert. Google empfiehlt, das Tagesbudget deutlich über den durchschnittlichen Tagesausgaben zu halten. Somit gefährdet eine Budgeterhöhung die Effizienz weniger.
Wenn Sie Ihr Budget neu planen möchten, beginnen Sie mit der Logik aus dem Beitrag Google Ads Budget festlegen. Danach berechnen Sie mit dem Google Ads Budget Rechner einen realistischen Tageswert aus Target CPA und Conversion Rate.
Was ist das Tool zur Anpassung der Gebotsziele und wo finden Sie es?
Zusammen mit der Änderung hat Google ein Werkzeug gestartet: das Bid Target Adjustment Tool. Zunächst listet es budgetbegrenzte Kampagnen, die ihren Zielwert übertreffen. Dann schlägt es auf Basis der jüngsten Leistung einen neuen Zielwert vor.
Sie erreichen das Tool auf zwei Wegen:
- Suchen Sie oben im Konto die Benachrichtigung mit der Überschrift „Review your campaign targets“ und klicken Sie auf „Review campaigns“.
- Klicken Sie auf der Kampagnenseite neben der gewünschten Kampagne auf das Einstellungssymbol, wählen Sie den Bereich Gebote und öffnen Sie dort „Review campaigns“.
- Prüfen Sie den vorgeschlagenen Zielwert je Kampagne. Möchten Sie die aktuelle Effizienz halten, übernehmen Sie ihn mit „Apply“.
- Sind Sie mit Ihren Zielwerten zufrieden, müssen Sie nichts tun.
Die Bezeichnungen oben stammen aus der englischen Oberfläche; in der deutschen Version können sie leicht abweichen. Nutzen Sie Search Ads 360, erscheint das Tool nicht in Ihrem Google Ads Konto. Stattdessen finden Sie die Benachrichtigung in Search Ads 360.
Sollten Sie den Zielwert an die tatsächliche Leistung anpassen?
Die Antwort hängt von Ihrem Geschäftsmodell ab. Übernehmen Sie den Vorschlag deshalb nicht automatisch. Stellen Sie zuerst eine Frage: Zeigt mein Zielwert wirklich den Betrag, den ich höchstens zahlen will, oder ist er eine alte, vergessene Zahl?
So unterscheide ich die Szenarien:
- Der Zielwert ist Ihre echte Grenze: Lassen Sie ihn stehen. Das System sucht dann mehr Volumen bis zu dieser Grenze. Mehr Conversions innerhalb Ihrer Gewinngrenze sind ein gutes Ergebnis.
- Der Zielwert ist willkürlich: Setzen Sie ihn nahe an die tatsächliche Leistung. So halten Sie die aktuelle Effizienz und vermeiden überraschende Kostensprünge.
- Sie sind unsicher: Wählen Sie einen Wert zwischen beiden Zahlen, beobachten Sie ein bis zwei Conversion Zyklen und entscheiden Sie dann.
Prüfen Sie vor der Entscheidung, ob Ihre Conversion Daten stimmen. Denn fehlerhaftes Tracking führt selbst mit dem richtigen Zielwert zu falschen Ergebnissen. Für eine bessere Messung lohnt sich der Leitfaden zu erweiterten Conversions.
Warum kann sich der Kanalmix bei Performance Max und Demand Gen verschieben?
Für Kampagnen über mehrere Kanäle gibt Google eine eigene Warnung. Bei Performance Max und Demand Gen kann sich auch die Verteilung des Traffics zwischen den Kanälen verschieben. Allerdings bemerken Sie diesen Effekt schwerer als eine reine CPA Veränderung.
Denken Sie es so: Unter Budgetdruck griff das System bisher zur günstigsten Conversion Quelle. Darf es nun bis zum Zielwert ausgeben, bekommen auch teurere Kanäle mit Volumen Platz. Zum Beispiel kann sich in einer suchlastigen Performance Max Kampagne der Anteil von Video oder Discover verändern.
Deshalb empfehle ich, die Kanalberichte vor und nach dem Update getrennt zu vergleichen. Wenn Sie die Grundlagen auffrischen möchten, ist die Anleitung Performance Max für Onlineshops einrichten ein guter Einstieg.
Eine Kanalverschiebung allein ist trotzdem kein Alarmsignal. Entscheidend bleiben der gesamte Conversion Wert und der Gewinn. Passt das Gesamtergebnis zu Ihrem Zielwert, arbeitet das System wie vorgesehen.
Welche Fehler sollten Sie nach dem Update vermeiden?
Schwankt die Leistung plötzlich, möchte man sofort eingreifen. Die FAQ Seite von Google warnt jedoch ausdrücklich vor einigen Reaktionen. Ich ergänze sie um typische Fehler aus der Praxis:
- Datenausschlüsse nur wegen dieses Updates: Google rät davon ab. Datenausschlüsse sind für echte Messprobleme wie Tracking Ausfälle gedacht.
- Gebotslimits nur wegen dieses Updates: Auch davon rät Google ab. Limits verengen den Spielraum, in dem das System lernt.
- Urteile nach zwei oder drei Tagen: Bei verzögerten Conversions täuschen frühe Zahlen.
- Tägliche Änderungen am Zielwert: Jede Änderung startet die Anpassung neu.
- Ein kompletter Strategiewechsel: Liegt das Problem im Zielwert, schafft eine neue Strategie nur eine unnötige Lernphase.
Zusammengefasst: Messen Sie erst die Wirkung, dann passen Sie den Zielwert an. Strukturelle Schwächen im Konto finden Sie mit der Checkliste im Beitrag Google Ads Fehler, die Budget verbrennen.
Was ist ein Conversion Zyklus und wie lange sollten Sie warten?
Google empfiehlt, nach einer Änderung ein bis zwei Conversion Zyklen zu warten, bevor Sie die Leistung bewerten. Ein Conversion Zyklus ist die typische Zeit zwischen Klick und Conversion.
In der Praxis schwankt diese Zeit je nach Branche stark. In einem schnellen Onlineshop dauert der Zyklus oft nur wenige Tage. Bei B2B Dienstleistungen oder teuren Produkten kann er dagegen Wochen dauern. Kennen Sie Ihren Zyklus nicht, hilft ein Blick auf die Daten zur Conversion Verzögerung in Google Ads.
Zudem empfiehlt Google, für die Bewertung von Target CPA die letzten 30 Tage mit mindestens 30 Conversions zu betrachten. In Konten mit wenig Volumen sind kurze Zeiträume oft nur Rauschen. Legen Sie Ihr Entscheidungsfenster daher nach Zykluslänge und Conversion Volumen fest.
Meine eigene Routine ist einfach. Ich notiere das Datum jeder Zieländerung, warte mindestens die doppelte Zykluslänge und vergleiche dann mit einem gleich langen Vorzeitraum.
Target CPA oder Conversions maximieren: Was passt besser?
Das Update ist auch ein guter Anlass, die Strategiewahl zu prüfen. Da die Namen jetzt getrennt sind, sehen Sie schneller, worauf eine Kampagne zielt. Die Tabelle vergleicht die vier Strategien aus praktischer Sicht.
| Strategie | Optimiert auf | Bei Budgetlimit | Passend, wenn |
|---|---|---|---|
| Conversions maximieren | Möglichst viele Conversions im Budget | Versucht, das volle Budget auszugeben | Volumen zählt, Kosten sind flexibel |
| Target CPA | Ihre durchschnittlichen Kosten pro Conversion | Liefert jetzt nah am Zielwert | Eine klare Grenze pro Neukunde existiert |
| Conversion Wert maximieren | Höchster Gesamtwert im Budget | Versucht, das volle Budget auszugeben | Wertdaten liegen vor, Rendite ist flexibel |
| Target ROAS | Ihre Rendite auf Werbeausgaben | Liefert jetzt nah am Zielwert | Onlineshop mit klaren Margen |
Meine Faustregel lautet: Nutzen Sie eine Zielstrategie nur, wenn Sie den Zielwert wirklich kennen. Kennen Sie ihn nicht, sammeln Sie zuerst Daten mit einer Volumenstrategie und setzen dann einen Zielwert nach echten Ergebnissen. Prüfen Sie auch neue Funktionen für die Suche, dann erklärt der Leitfaden zu AI Max für Suchkampagnen das Zusammenspiel von Geboten und Keyword Abgleich.
Wie berechnen Sie Ihren Target CPA neu?
Damit der Zielwert keine Zufallszahl bleibt, starten Sie bei Ihrer Stückkostenrechnung. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:
- Ermitteln Sie den durchschnittlichen Rohertrag pro Kunde. Kaufen Kunden häufig erneut, nutzen Sie den Customer Lifetime Value.
- Legen Sie fest, welchen Anteil davon Sie für Werbung ausgeben wollen. Dieser Betrag ist Ihre Obergrenze pro Kunde.
- Messen Sie Zwischenziele wie Formulare oder Anrufe, dann beziehen Sie deren Abschlussquote ein. Ihr Zielwert pro Formular entspricht also der Grenze pro Kunde mal Abschlussquote.
- Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem tatsächlichen CPA der letzten 30 Tage. Ist die Lücke groß, nähern Sie den Zielwert schrittweise an.
Ihre Abschlussquote berechnen Sie schnell mit dem Conversion Rate Rechner. Für Target ROAS gilt dieselbe Logik; hier leiten Sie die Gewinnschwelle aus Ihrer Marge ab.
So wird der Zielwert von einer Schätzung zu Ihrer echten Gewinngrenze. Da das System jetzt bis an diese Grenze geht, ist die richtige Rechnung wichtiger als je zuvor.
Was sollten Sie in API, Editor und Reporting prüfen?
Verwalten Sie Konten per Software oder nutzen Sie automatische Berichte, bringt die Umbenennung auch technische Arbeit mit sich. Der Google Ads Developer Blog hat die API Seite in einem Beitrag vom 16. Juni zusammengefasst.
Laut dem Beitrag kehren eigenständige Strategietypen TARGET_CPA und TARGET_ROAS für passende Kampagnentypen wie die Suche zurück. Google aktualisiert dafür das BiddingStrategyType Enum. Außerdem können sich die optionalen Zielfelder in MaximizeConversions und MaximizeConversionValue später ändern oder wegfallen.
- Lesen Ihre Dashboards den Strategietyp aus, fassen Sie alte und neue Typen zu einer Gruppe zusammen.
- Nutzen Sie Skripte zur Kampagnenerstellung, prüfen Sie die Abhängigkeit vom optionalen Zielfeld.
- Verfolgen Sie die Release Notes der API; eine Abkündigung kommt mit eigener Ankündigung.
Google betont zudem, dass bestehende Kampagnen ohne Eingriff weiterlaufen. Es besteht also kein akuter Handlungsbedarf. Trotzdem vermeidet eine frühe Anpassung Ihrer Berichtslogik spätere Datenlücken.
Worauf sollten Onlineshops mit Target ROAS achten?
Onlineshops brauchen besondere Sorgfalt. Target ROAS läuft meist in Shopping und Performance Max, also in den Kampagnen mit dem größten Budget. Sinkt die Rendite Richtung Zielwert, trifft das direkt Ihre Marge.
Ich empfehle, in diesen Konten drei Dinge zu prüfen. Erstens: Bildet der Conversion Wert Umsatz oder Gewinn ab? Ein umsatzbasierter Zielwert täuscht bei Produkten mit kleiner Marge. Zweitens: Berücksichtigen Sie Retouren und Stornierungen. Schließlich vergleichen Sie die Zielwerte je Kampagne mit den Margen der Produktgruppen.
Nutzen Sie zum Beispiel einen einzigen Target ROAS für den ganzen Shop, folgen Produkte mit hoher und niedriger Marge derselben Regel. Da das System jetzt bis zu diesem Zielwert geht, steigt bei margenschwachen Produkten das Verlustrisiko. In diesem Fall bietet eine Aufteilung der Kampagnen nach Margengruppen eine sicherere Struktur.
Wie erklären Sie die Änderung Kunden oder der Geschäftsführung?
Arbeiten Sie in einer Agentur oder einem internen Team, müssen Sie die Schwankungen im Bericht erklären. Mein Rat: Fassen Sie es ohne Technik in einem Satz zusammen. Google bietet jetzt treuer auf den eingetragenen Zielwert der Kampagne.
Danach beantworten Sie gemeinsam zwei Fragen. Spiegelt unser Zielwert unsere echte Grenze? Wollen wir die aktuelle Effizienz halten oder mehr Volumen innerhalb derselben Grenze? Die Antworten bestimmen den Zielwert. Treffen Sie die Entscheidung gemeinsam, lesen sich spätere Berichte deutlich leichter.
Tragen Sie außerdem das Änderungsdatum als Notiz in Ihre Berichtsvorlage ein. Schauen Sie Monate später auf die Leistung zurück, verbinden Sie den Bruch rund um den 17. August sofort mit dieser Notiz. Das spart viel Zeit.
Wie prüfen mein Team und ich Konten nach diesem Update?
Bei solchen Änderungen gehen mein Team und ich in jedem Konto gleich vor. Wir wollen die Wirkung nicht schätzen, sondern messen und dokumentieren.
- Wir listen alle Kampagnen mit Target CPA, Target ROAS oder Target CPC in Demand Gen auf.
- Daraus filtern wir die Kampagnen mit Budgetlimit heraus.
- Für jede Kampagne stellen wir Zielwert und tatsächlichen Wert der letzten 30 Tage nebeneinander.
- Gemeinsam mit dem Kunden klären wir, ob der Zielwert eine echte Grenze oder eine alte Schätzung ist.
- Bei Bedarf passen wir den Zielwert mit dem Bid Target Adjustment Tool an und notieren das Datum.
- Nach ein bis zwei Conversion Zyklen vergleichen wir CPA, ROAS, Conversion Volumen und Kanalmix.
Diese Liste können Sie auch im eigenen Konto anwenden. Für einen schnellen ersten Überblick eignet sich das Google Ads Audit Tool. Brauchen Sie eine tiefere Analyse, schauen wir uns Ihr Konto im Rahmen unserer Google Ads Betreuung gemeinsam an.
Was ist der erste Schritt nach dem Update der Google Ads Gebotsstrategien?
Ihr erster Schritt ist eine Bestandsaufnahme: Welche Kampagnen nutzen eine zielbasierte Strategie, und welche davon sind budgetbegrenzt? Ändern Sie keinen Zielwert, bevor diese Liste steht. Sonst starten Sie in unbetroffenen Kampagnen nur eine unnötige Lernphase.
Danach fragen Sie bei jedem Zielwert nach dem geschäftlichen Grund. Behalten Sie begründete Zielwerte und nähern Sie die übrigen der tatsächlichen Leistung an. Dann heißt es Geduld haben: Beobachten Sie die Daten ein bis zwei Conversion Zyklen lang und entscheiden Sie erst danach.
Zusammengefasst hat die Änderung im Juni die Namen geklärt, die Änderung im August hat Ihren Zielwerten echtes Gewicht gegeben. Das System nimmt Ihren Zielwert jetzt ernst. Nutzen Sie also zielbasierte Google Ads Gebotsstrategien, sollte dieser Wert die echte Grenze Ihres Geschäfts zeigen.




