Was ist der CPC? Kosten pro Klick berechnen und verstehen

Was ist der CPC (Cost per Click)?
Der CPC (Cost per Click) ist der Betrag, den Sie für jeden Klick auf Ihre Anzeige zahlen, also die Kosten pro Klick. In Google Ads ergibt sich der durchschnittliche CPC aus den gesamten Klickkosten geteilt durch die Zahl der Klicks. Geben Sie 1.000 Euro aus und erhalten 250 Klicks, liegt Ihr durchschnittlicher CPC bei 4 Euro.
Die Definition klingt einfach, doch hinter jedem Klick steckt eine Auktion. Ich betreue Google Ads Konten seit 2012, und die häufigste Verwechslung ist diese: Ihr Gebot und Ihr tatsächlicher Preis sind nicht dasselbe. In diesem Beitrag erkläre ich den CPC, die offizielle Auktionslogik von Google und Rechenbeispiele, die Sie mit Stift und Papier nachvollziehen können.
Außerdem zeige ich, warum der CPC nie Ihre einzige Erfolgskennzahl sein sollte. Denn ein günstiger Klick bedeutet noch lange keinen günstigen Kunden.
Wie berechnen Sie den durchschnittlichen CPC?
Laut Google Ads Hilfe entspricht der durchschnittliche CPC den Gesamtkosten Ihrer Klicks geteilt durch die Gesamtzahl der Klicks. Die Formel lautet also:
- Durchschnittlicher CPC = Gesamte Klickkosten / Anzahl der Klicks
- Die Kosten können Sie auf Ebene der Kampagne, der Anzeigengruppe oder des Keywords nehmen.
- Nutzen Sie für beide Werte immer denselben Zeitraum und dieselbe Ebene.
Google nennt selbst ein Beispiel: Ihre Anzeige erhält zwei Klicks, einer kostet 0,20 Dollar, der andere 0,40 Dollar. Die Gesamtkosten betragen 0,60 Dollar. Teilen Sie das durch 2, dann liegt der durchschnittliche CPC bei 0,30 Dollar.
Allerdings gibt es einen Haken. Ein Durchschnitt verdeckt, wie stark einzelne Klicks schwanken. Zum Beispiel kostet ein Klick 2 Euro und der nächste 14 Euro, der Durchschnitt zeigt trotzdem 8 Euro. Deshalb lese ich den Mittelwert immer zusammen mit einer Aufschlüsselung nach Keyword und Gerät.
Was unterscheidet maximalen, tatsächlichen und durchschnittlichen CPC?
Die drei Begriffe klingen ähnlich, beantworten aber unterschiedliche Fragen. Der maximale CPC ist Ihr Gebot. Beim tatsächlichen CPC handelt es sich um den Endbetrag für einen einzelnen Klick. Schließlich bildet der durchschnittliche Wert den Mittelwert aller tatsächlichen Klickpreise in einem Zeitraum.
| Begriff | Bezeichnung in Google Ads | Was er aussagt | Wer ihn festlegt |
|---|---|---|---|
| Maximaler CPC | Max. CPC | Der höchste Betrag, den Sie für einen Klick zahlen möchten | Sie oder eine automatische Gebotsstrategie |
| Tatsächlicher CPC | Kosten eines einzelnen Klicks | Was Sie nach der Auktion für diesen Klick zahlen | Die Auktion |
| Durchschnittlicher CPC | Durchschn. CPC | Der mittlere Preis pro Klick in einem Zeitraum | Der Bericht, aus Kosten und Klicks |
Die CPC Definition von Google sagt es deutlich: Der maximale CPC ist in der Regel der höchste Betrag, den Sie zahlen, und oft zahlen Sie weniger, manchmal deutlich weniger. Allerdings nennt dieselbe Seite Gebotsanpassungen als Ausnahme. Anders gesagt: Erhöhen Sie Gebote für ein Gerät oder einen Standort, kann ein einzelner Klick Ihr Basisgebot übersteigen.
Wie funktioniert die Google Ads Auktion?
Bei jeder Suche auf Google läuft eine Auktion in Echtzeit für die Anzeigenplätze. Jede teilnehmende Anzeige erhält einen Wert für den Anzeigenrang. Dieser Wert entscheidet dann, ob Ihre Anzeige erscheint und an welcher Position.
Den Mythos höre ich ständig: „Wer am meisten zahlt, steht oben.“ Das stimmt nicht, denn Google bewertet Ihr Gebot zusammen mit der Anzeigenqualität. Folglich kann ein Mitbewerber mit niedrigerem Gebot, aber relevanterer Anzeige und besserer Landingpage vor Ihnen landen.
Das zweite Merkmal ist die Preisbildung. Der Gewinner zahlt nicht sein eigenes Gebot, sondern so viel, wie er zum Halten seiner Position braucht. Daher entsteht der Klickpreis in jeder Auktion neu. Dasselbe Keyword kann morgens 3 Euro und abends 7 Euro kosten, weil sich Mitbewerber, Geräte und Suchkontext verändert haben.
Kurz gesagt: Der Klickpreis ist kein Preis, den Sie festlegen. Stattdessen ergibt er sich aus Ihrem Gebot, Ihrer Qualität und der Lage Ihrer Mitbewerber im jeweiligen Moment.
Welche Faktoren bestimmen den Anzeigenrang?
Der Hilfeartikel zum Anzeigenrang nennt sechs Faktoren:
- Ihr Gebot: der höchste Betrag, den Sie für einen Klick zahlen möchten.
- Qualität von Anzeige und Landingpage: wie gut Ihre Anzeige zur Suche passt und wie nützlich Ihre Seite für Besucher ist.
- Grenzwerte für den Anzeigenrang: die Mindestqualität, die eine Anzeige für die Auslieferung braucht.
- Wettbewerbsintensität der Auktion: ob Mitbewerber mit ähnlichem Anzeigenrang um denselben Platz konkurrieren.
- Kontext der Suche: Standort, Gerät, Suchbegriff, Suchzeitpunkt und weitere Signale.
- Erwartete Wirkung von Assets und anderen Anzeigenformaten: der Beitrag von Sitelinks, Zusatzinformationen und ähnlichen Elementen.
Zudem enthält die Seite einen wichtigen Satz: Anzeigen mit höherer Qualität führen oft zu niedrigeren CPCs. Deshalb senken Sie den Klickpreis am zuverlässigsten nicht über Gebotskürzungen, sondern über bessere Qualität.
Warum liegt der tatsächliche CPC unter Ihrem Gebot?
Google erklärt, dass Sie nur den Betrag zahlen, der mindestens nötig ist, um die Grenzwerte zu überschreiten und den Anzeigenrang des Mitbewerbers direkt unter Ihnen zu schlagen. Steht niemand unter Ihnen, zahlen Sie nur den Mindestpreis, den der Grenzwert vorgibt. Die Hilfeseite zur Anzeigenauktion beschreibt das ausführlich.
In der Praxis sieht das so aus: Ihr maximaler CPC liegt bei 10 Euro, und 6 Euro reichen, um den Mitbewerber unter Ihnen zu schlagen. Dann zahlen Sie etwa 6 Euro. Erhöht dieser Mitbewerber jedoch sein Gebot oder seine Qualität, steigt auch Ihr tatsächlicher Klickpreis. Ihre Kosten können also steigen, obwohl Sie nichts verändert haben.
Außerdem enthält die Seite eine Warnung. Wächst der Abstand zwischen zwei Werbetreibenden, gewinnt die höher eingestufte Anzeige wahrscheinlicher, zahlt für diese Sicherheit aber eventuell einen höheren Klickpreis. Eine sichere Position hat also ihren Preis.
Deshalb rate ich Kunden, ein Budget nie unter der Annahme „Gebot gleich Preis“ zu planen. Wir bauen die Planung immer auf dem bisherigen durchschnittlichen CPC plus einer sinnvollen Spanne auf.
Wie beeinflusst der Qualitätsfaktor den CPC?
Der Qualitätsfaktor ist eine Diagnosebewertung von 1 bis 10, die Google Ads für jedes Keyword anzeigt. Er beruht auf drei Komponenten: erwartete Klickrate, Anzeigenrelevanz und Nutzererfahrung mit der Landingpage. Wichtig ist allerdings: Der Qualitätsfaktor selbst fließt nicht in die Auktion ein. Er fasst lediglich die Qualitätssignale zusammen, die Google zum Zeitpunkt der Auktion nutzt.
Trotzdem zeigen die drei Komponenten in dieselbe Richtung wie die Qualitätsbewertung der Auktion. Folglich kostet ein Keyword mit niedrigem Qualitätsfaktor für dieselbe Position wahrscheinlich mehr. Umgekehrt gilt das ebenso: Eine hochwertige Anzeigengruppe erreicht denselben Platz oft zu einem niedrigeren Klickpreis.
- Niedrige erwartete Klickrate: Ihre Anzeigentitel treffen die Suchabsicht nicht. Die Klickrate pro Keyword prüfen Sie mit dem Tool CTR berechnen.
- Niedrige Anzeigenrelevanz: Die Anzeigengruppe ist zu breit und mischt verschiedene Absichten.
- Schwache Nutzererfahrung mit der Landingpage: Die Seite lädt langsam oder hält das Versprechen der Anzeige nicht.
Meine Erfahrung zeigt: In den meisten Konten kommt die schnellste Senkung der Klickkosten von der Landingpage und der Struktur der Anzeigengruppen, nicht von Gebotsänderungen.
CPC berechnen: Beispiele Schritt für Schritt
Die folgenden Zahlen sind beispielhaft und stammen aus keinem echten Konto. Ich habe sie nur gewählt, damit Sie die Logik der Rechnung sehen.
Beispiel 1, die Grundrechnung: Eine Kampagne gibt im Monat 12.000 Euro aus und erhält 3.000 Klicks. Durchschnittlicher CPC = 12.000 / 3.000 = 4 Euro.
Beispiel 2, nach Keywords aufgeteilt: In derselben Kampagne bringt Keyword A 1.000 Klicks für 8.000 Euro, Keyword B 2.000 Klicks für 4.000 Euro. A kostet also 8 Euro pro Klick, B nur 2 Euro. Der Kampagnenschnitt zeigt 4 Euro, doch beide Keywords funktionieren wirtschaftlich völlig anders.
Beispiel 3, mit Conversions: Keyword A macht aus 1.000 Klicks 50 Verkäufe, Keyword B aus 2.000 Klicks 20 Verkäufe. Die Kosten pro Verkauf liegen bei A bei 8.000 / 50 = 160 Euro, bei B bei 4.000 / 20 = 200 Euro. Das teuer wirkende Keyword A ist also das profitablere.
Beispiel 4, rückwärts gerechnet: Sie haben ein Monatsbudget von 20.000 Euro, und der Klickpreis in Ihrem Markt liegt bei rund 5 Euro. Dann erwarten Sie 20.000 / 5 = 4.000 Klicks. Multiplizieren Sie das mit Ihrer Conversion Rate, erhalten Sie die erwartete Zahl an Anfragen oder Verkäufen.
Für diesen letzten Schritt liefert der Conversion Rate Rechner schnell eine Antwort.
Welchen maximalen CPC können Sie sich leisten?
Leiten Sie Ihren Ziel CPC aus Ihrer eigenen Rentabilität ab, nicht aus den Preisen der Mitbewerber. Dafür brauchen Sie zwei Zahlen: den höchsten Betrag, den Sie für einen Verkauf oder eine Anfrage zahlen möchten, und die Conversion Rate Ihrer Website.
- CPC an der Gewinnschwelle = Akzeptable Kosten pro Verkauf × Conversion Rate
- Die akzeptablen Kosten pro Verkauf leiten Sie aus Ihrem durchschnittlichen Gewinn pro Bestellung ab.
- Die Conversion Rate berechnen Sie aus mindestens einigen Wochen verlässlicher Messung.
Zum Beispiel bringt ein Produkt 300 Euro Rohertrag pro Bestellung, und Sie möchten höchstens 150 Euro davon in Werbung stecken. Kaufen 2 Prozent der Klickenden, liegt der CPC an der Gewinnschwelle bei 150 × 0,02 = 3 Euro. Jedes Keyword mit einem durchschnittlichen CPC über 3 Euro neigt dann zu Verlusten.
Steigt Ihre Conversion Rate andererseits auf 4 Prozent, klettert die Schwelle auf 6 Euro. Deshalb sind viele Probleme mit Klickkosten eigentlich Probleme der Conversion Rate. Sobald die Seite besser konvertiert, können Sie auch teurere Klicks profitabel einkaufen.
Was ist der Unterschied zwischen CPC, TKP und CPA?
Alle drei Kennzahlen teilen die Kosten durch eine andere Einheit. Der CPC teilt durch Klicks, der TKP (Tausend Kontakt Preis, international CPM) durch tausend Impressionen und der CPA durch Conversions. Welche davon zählt, hängt vom Ziel der Kampagne ab.
| Kennzahl | Formel | Wann sie wichtig ist |
|---|---|---|
| CPC | Gesamtkosten / Klicks | Suchkampagnen, die bestehende Nachfrage abholen |
| TKP (CPM) | Gesamtkosten / Impressionen × 1.000 | Bekanntheit, Video und Display |
| CPA | Gesamtkosten / Conversions | Messung von Geschäftsergebnissen wie Verkäufen und Leads |
Für die Seite der Impressionen gibt Ihnen der TKP Rechner die Kosten pro tausend Impressionen und die Reichweite eines Budgets aus. Mein Rat: Nutzen Sie in Suchkampagnen den CPC als tägliche Kontrollgröße und den CPA als eigentliche Entscheidungsgröße.
Onlineshops mit Umsatzmessung haben zudem ein viertes Glied in der Kette: den ROAS. Der ROAS Rechner zeigt, wie viel Umsatz jeder Werbeeuro zurückbringt.
Was treibt den CPC nach oben?
Zwei Firmen mit demselben Produkt können sehr unterschiedliche Klickpreise zahlen, weil die Auktion auf Kontext reagiert. Diese Treiber sehe ich am häufigsten:
- Wettbewerb: In Branchen mit hohem Kundenwert, etwa Recht, Versicherung, Gesundheit und B2B-Software, bieten mehr Werbetreibende auf dieselben Begriffe.
- Suchabsicht: Suchen mit Kaufabsicht wie „Preis“, „Angebot“ oder „in der Nähe“ kosten meist mehr.
- Saison und Aktionszeiträume: Mitbewerber erhöhen in Spitzenzeiten ihre Budgets, und die Klickpreise ziehen mit.
- Standort und Gerät: Der Wettbewerb unterscheidet sich zwischen Großstadt und Land sowie zwischen Geräten.
- Niedrige Qualität: Schwache Anzeigentexte und langsame Landingpages lassen Sie für dieselbe Position mehr zahlen.
- Unkontrollierte weitgehend passende Keywords: Klicks aus irrelevanten Suchen treiben Kosten und Durchschnitt nach oben.
Die ersten drei Punkte gehören zum Markt, die letzten drei liegen in Ihrer Hand. Daher beginne ich die Optimierung immer auf der Seite, die Sie selbst steuern.
Wie verändert die Gebotsstrategie den CPC?
In Google Ads bieten Sie entweder manuell oder über eine automatische Strategie. Ihre Wahl verändert also direkt, wie der Klickpreis entsteht.
- Manueller CPC: Sie legen den maximalen CPC auf Keyword oder Anzeigengruppe fest. Die Kontrolle ist hoch, doch den Kontext jeder einzelnen Suche können Sie nicht bewerten.
- Klicks maximieren: Das System holt mit Ihrem Budget möglichst viele Klicks. Sie können eine Obergrenze für das CPC Gebot setzen; sonst kosten einzelne Klicks eventuell mehr als erwartet.
- Strategien auf Conversion Basis: Ziel CPA, Ziel ROAS und Conversions maximieren optimieren auf Conversions, nicht auf den CPC. Folglich kann der Klickpreis steigen, während die Kosten pro Conversion sinken.
Konten mit lückenhafter Conversion Messung stelle ich nicht direkt auf eine Conversion Strategie um. Zuerst reparieren wir die Messung, danach wechseln wir bei ausreichender Datenmenge zur Automatisierung. Sonst bietet der Algorithmus auf das falsche Signal und treibt die Klickkosten ohne Grund nach oben.
Ist ein hoher CPC immer schlecht?
Nein. Ein hoher CPC ist für sich genommen kein Problem, denn entscheidend ist, was der Klick bringt. Zum Beispiel: Ein Besucher kostet 25 Euro pro Klick und füllt bei jedem zwanzigsten Besuch ein Anfrageformular aus. Dann kostet Sie eine Anfrage 500 Euro. Liegt der durchschnittliche Auftragswert bei 30.000 Euro, ist dieser Klick günstig.
Umgekehrt passiert es genauso oft. Ein Werbetreibender freut sich über einen Klickpreis von 1 Euro, doch kaum einer dieser Klicks führt zu einem Verkauf. Billiger Traffic stammt meist aus Suchen mit schwacher Absicht oder aus minderwertigen Platzierungen bei Partnern.
Deshalb lese ich den CPC immer zusammen mit drei Fragen:
- Aus welchen Suchbegriffen kommen diese Klicks?
- Wie viele dieser Klicks führen zu einer Conversion?
- Liegen die Kosten pro Conversion unter der akzeptablen Grenze?
Für die erste Frage helfen Ihnen die Schritte aus meinem Beitrag zum Suchbegriffbericht in Google Ads.
Wie können Sie den CPC senken?
Es gibt zwei bekannte Wege: das Gebot kürzen oder die Qualität erhöhen. Der erste wirkt schnell, kostet aber Impressionen. Der zweite dauert länger, dafür hält das Ergebnis. Diese Reihenfolge nutze ich:
- Suchbegriffe bereinigen: Irrelevante Begriffe als auszuschließende Keywords hinterlegen.
- Anzeigengruppen nach Absicht trennen: Jede Gruppe beantwortet genau eine Frage.
- Suchbegriff in die Anzeigentitel holen: Nutzer klicken eher, wenn sie ihre eigenen Worte sehen.
- Landingpage beschleunigen: Das Versprechen der Anzeige gleich im ersten sichtbaren Bereich einlösen.
- Assets vollständig anlegen: Sitelinks, Zusatzinformationen und Snippets stärken die Anzeige.
- Keyword Optionen prüfen: Bei teuren, allgemeinen Begriffen gibt Ihnen genau passend mehr Kontrolle.
- Zeit und Standort auswerten: Gebote in Stunden und Regionen ohne Conversions senken.
Einen schnellen Überblick über diese Punkte in Ihrem Konto liefert das Tool Google Ads Audit.
Wie planen Sie Budget und CPC gemeinsam?
Budget und CPC hängen über eine einfache Division zusammen: Budget / durchschnittlicher CPC = erwartete Klicks. Trotzdem sollten Sie bei der Planung zwei offizielle Regeln kennen.
Erstens behandelt Google Ads Ihr Tagesbudget als Durchschnitt. Laut der Budgeterklärung von Google können die Ausgaben an einzelnen Tagen bis zum Doppelten des durchschnittlichen Tagesbudgets reichen. Im Gegenzug übersteigen die Monatsausgaben nicht das 30,4fache des durchschnittlichen Tagesbudgets.
Zweitens liefert ein kleines Budget bei hohem CPC statistisch wertlose Klickzahlen. Zum Beispiel bringen 300 Euro am Tag bei 15 Euro CPC genau 20 Klicks. Bei 2 Prozent Conversion Rate sind das 0,4 Conversions pro Tag. Daraus kann keine automatische Strategie lernen.
Deshalb empfehle ich, das Budget rückwärts aus erwartetem CPC und gewünschter Zahl an Conversions aufzubauen. Der Google Ads Budget Rechner übernimmt diese Rechnung, und mein Beitrag zum Google Ads Budget für B2B erklärt die Überlegungen dahinter.
Wo verfolgen Sie den CPC in Ihren Berichten?
In Google Ads zeigen die Tabellen für Kampagnen, Anzeigengruppen und Keywords standardmäßig die Spalte „Durchschn. CPC“. Ich lese diese Spalte nie allein. Daneben lasse ich diese Spalten offen: Klicks, CTR, Kosten, Conversions, Kosten pro Conversion und Anteil an möglichen Impressionen.
Auch die Lesereihenfolge zählt. Zunächst schaue ich auf den Trend: Ist der durchschnittliche CPC in den letzten vier Wochen gestiegen? Danach gehe ich in die Tiefe: Betrifft der Anstieg die ganze Kampagne oder nur einige Keywords? Schließlich suche ich die Ursache: Mehr Wettbewerb, gesunkene Qualität oder eine geänderte Gebotsstrategie?
Der Bericht zu den Auktionsdaten hilft hier sehr, weil er zeigt, wie sich die Impressionsanteile der Mitbewerber bewegen. Tritt zum Beispiel ein neuer Mitbewerber bei Ihren Keywords auf, erklärt das den Sprung wahrscheinlich. So beantworten Sie die Frage „Haben wir etwas kaputt gemacht?“ deutlich schneller.
Vergleichen Sie zudem jede CPC Veränderung mit den Kosten pro Conversion. Steigt der CPC um 20 Prozent und bleiben die Kosten pro Conversion stabil, besteht kein akuter Handlungsbedarf.
Warum kosten Klicks im Such- und Displaynetzwerk so unterschiedlich viel?
Im Suchnetzwerk tippt ein Nutzer ein Bedürfnis ein. Im Displaynetzwerk sieht er Ihre Anzeige dagegen auf einer Nachrichtenseite, in einer App oder neben einem Video. Beim ersten Fall ist die Absicht klar, im zweiten beschäftigt sich der Nutzer gerade mit etwas anderem. Dieser Unterschied verändert den Wert des Klicks und damit seinen Preis.
Klicks in der Suche kosten meist mehr, weil sie näher am Kauf liegen. Displayklicks wirken günstig; allerdings ist ihre Conversion Rate oft deutlich niedriger. Zudem können versehentliche Klicks in mobilen Apps in diesen Traffic geraten.
Deshalb steuere ich beide Netzwerke in getrennten Kampagnen mit getrennten Zielen. Bei Display und Video sagen Reichweite, TKP und spätere Markensuchen mehr aus als der CPC. In der Suche sind CPC und Kosten pro Conversion gemeinsam die wichtigsten Signale.
Kampagnentypen, die gleichzeitig mehrere Netzwerke nutzen, etwa Performance Max, machen diese Trennung schwerer sichtbar. Dort entscheiden Sie besser nach Conversion Wert und Rendite als nach durchschnittlichen Klickkosten.
Worauf achten Sie in den ersten Wochen eines neuen Kontos?
Die Daten der ersten Wochen schwanken stark. Das System weiß noch nicht, welche Suchen zu Ihnen passen, und Sie wissen noch nicht, welche Keywords verkaufen. Überstürzte Entscheidungen in dieser Phase verbrennen mehr Budget als alles andere.
In den ersten Wochen empfehle ich diese Prüfungen:
- Löst das Conversion Tag aus? Senden Sie ein Testformular ab und prüfen Sie, ob die Conversion im Konto ankommt.
- Passen die Suchbegriffe? Werfen Sie täglich einen kurzen Blick darauf und schließen Sie irrelevante Begriffe sofort aus.
- Wohin gehen die Impressionen verloren? Prüfen Sie, ob Sie Impressionen wegen des Budgets oder wegen des Rangs verlieren.
- Ist die Klickrate plausibel? Eine sehr niedrige Klickrate zeigt, dass der Anzeigentext nicht zur Suche passt.
Nach einigen Wochen sauberer Daten können Sie die Klickkosten nach Segmenten auswerten. Aktualisieren Sie dann die Rechnung zur Gewinnschwelle mit Ihrer echten Conversion Rate; so steht die Planung für den nächsten Monat auf festem Boden.
Welche Fehler bei der CPC Berechnung sehe ich am häufigsten?
In den Konten, die ich prüfe, tauchen immer wieder dieselben Fehler auf. Die häufigsten sind diese:
- Zeiträume vermischen: Kosten aus einem Monat und Klicks aus einem anderen ergeben einen sinnlosen Durchschnitt.
- Suche und Display zusammen lesen: Beide Netzwerke liegen auf ganz unterschiedlichem CPC Niveau, ein gemischter Schnitt täuscht.
- Markensuchen nicht trennen: Markenbegriffe sind meist günstig und lassen den Kampagnenschnitt besser aussehen, als er ist.
- Steuern übersehen: Rechnungsbetrag und Kosten im Konto können abweichen; planen Sie das gesondert ein.
- Auf einen einzelnen Tag reagieren: Tägliche Schwankungen sind normal; entscheiden Sie nach Wochentrends.
Auch die Währung ist eine Falle. Rechnet Ihr Konto in Dollar ab, Ihr Budget aber in Euro, nutzen Sie beim Vergleich den Kurs des jeweiligen Zeitraums. Sonst wirkt eine Kursbewegung wie ein Leistungseinbruch der Anzeigen.
Wie steuern mein Team und ich den CPC für Kunden?
In der Google Ads Betreuung setzen wir den CPC nie als einziges Ziel. Zuerst legen wir mit dem Unternehmen die akzeptablen Kosten pro Neukunde fest. Danach prüfen wir die Conversion Messung, denn mit fehlerhafter Messung ist jede CPC Entscheidung falsch.
Anschließend teilen mein Team und ich das Konto in Absichtsgruppen: Marke, Produkt oder Leistung, Mitbewerber und Informationssuchen. Jede Gruppe erhält eine eigene CPC Obergrenze und ein eigenes Conversion Ziel. So schützen wir teure, aber profitable Keywords und kappen günstigen Traffic ohne Ergebnis.
Wöchentlich prüfen wir Suchbegriffe, die Komponenten des Qualitätsfaktors und die Auktionsdaten. Im Monatsbericht stehen dann Kosten pro Conversion und Rendite vorne, nicht der CPC.
Möchten Sie verstehen, warum der CPC in Ihrem Konto steigt, oder Ihr Werbebudget nach Rentabilität neu aufbauen? Dann erreichen Sie mein Team über die Seite Google Ads Verwaltung.
Was sollten Sie sich zum CPC merken?
Der durchschnittliche CPC entspricht den gesamten Klickkosten geteilt durch die Klicks. Der maximale CPC ist Ihr Gebot, und meist zahlen Sie weniger. Was Sie tatsächlich zahlen, bestimmen Gebot, Anzeigenqualität, Grenzwerte, Wettbewerb und Suchkontext gemeinsam.
Deshalb senken Sie den CPC am zuverlässigsten über höhere Qualität. Leiten Sie Ihren Ziel CPC aus Ihrer eigenen Conversion Rate und Ihren akzeptablen Kosten pro Verkauf ab, nicht aus den Preisen der Mitbewerber. Vor allem aber gilt: Ihr Ziel sind profitable Kunden, keine billigen Klicks. Weitere Fachbegriffe finden Sie in meinem Online Marketing Glossar.




