Digitales Marketing

Negative Keywords in Google Ads: Keyword Optionen, Listen und weniger Streuverlust

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Was sind negative Keywords in Google Ads?

Negative Keywords, in Google Ads offiziell „auszuschließende Keywords“ genannt, sind Begriffe, mit denen Sie festlegen, bei welchen Suchanfragen Ihre Anzeige nicht erscheinen soll. Sie tragen ein Wort oder eine Wortgruppe ein, und Google schließt passende Suchanfragen aus. Dadurch zahlen Sie keine Klicks mehr von Menschen ohne Kaufabsicht.

Die Definition klingt einfach. In der Praxis verlieren allerdings genau hier die meisten Konten still und leise Geld. Ich arbeite seit 2012 mit Werbekonten, und in vielen Konten, die ich übernehme, gibt es entweder gar keine Ausschlussliste oder nur ein paar Begriffe, die jemand vor Jahren eingetragen und nie wieder geprüft hat. Zudem gewinnen Ausschlüsse an Bedeutung, seit weitgehend passende Keywords und automatisierte Kampagnentypen Standard sind.

Dieser Artikel wiederholt nicht, wie Sie den Suchbegriffsbericht lesen; das erkläre ich ausführlich in meinem Beitrag zur Analyse des Suchbegriffsberichts. Hier geht es stattdessen um die Ausschlussebene selbst: Keyword Optionen für Ausschlüsse, Listen, Kampagnen und Kontoebene, Performance Max sowie die Frage, wie zu viele Ausschlüsse Umsatz kosten.

Wie verhindern negative Keywords verschwendetes Budget?

In Google Ads verbrauchen Klicks Ihr Budget. Eine irrelevante Suchanfrage wird also in dem Moment zu Kosten, in dem sie Ihre Anzeige auslöst und jemand klickt. Negative Keywords unterbrechen diese Kette ganz am Anfang: Die Anzeige nimmt an dieser Auktion gar nicht teil, also entstehen weder Klick noch Kosten.

Die typischen Quellen der Verschwendung ähneln sich in fast jeder Branche. Zum Beispiel bringen diese Suchanfragen selten Umsatz:

  • Jobsuchende: „Stellenangebot“, „Gehalt“, „Praktikum“, „Ausbildung“.
  • Lernende und Recherchierende: „Definition“, „Kurs“, „PDF“, „Anleitung“.
  • Menschen, die etwas kostenlos wollen: „kostenlos“, „gratis“, „selber machen“.
  • Produkte, Leistungen oder Marken, die Sie nicht anbieten.
  • Regionen, die Sie nicht bedienen.

Allerdings reicht die Wirkung über das Geld hinaus. Smart Bidding lernt, welche Suchanfragen zu Conversions führen, und irrelevanter Traffic verwässert dieses Lernen. Eine saubere Ausschlussstruktur liefert dem System daher bessere Signale. Deshalb sehe ich negative Keywords ebenso als Werkzeug für Datenqualität wie als Sparmaßnahme.

Welche Keyword Optionen gibt es für Ausschlüsse?

Auch auszuschließende Keywords gibt es in drei Varianten: weitgehend passend, passende Wortgruppe und genau passend. Allerdings verhalten sie sich anders als ihre positiven Gegenstücke. Die Google Ads Hilfe zu auszuschließenden Keywords erklärt den Unterschied klar. Hier die Übersicht:

OptionSchreibweiseBlockiert die Anzeige, wennBlockiert nicht, wenn
Weitgehend passendkostenloser kursdie Suche beide Wörter enthält, egal in welcher Reihenfolgenur eines der Wörter vorkommt
Passende Wortgruppe"kostenloser kurs"die Wörter in gleicher Reihenfolge vorkommen, auch mit Zusätzen davor oder danachdie Reihenfolge anders ist oder ein Wort dazwischen steht
Genau passend[kostenloser kurs]die Suche exakt diesem Begriff entsprichtdie Suche ein weiteres Wort enthält

Der entscheidende Punkt: Die Reichweite eines Ausschlusses hängt von der Anzahl der Wörter ab. Ein einzelnes Wort als weitgehend passender Ausschluss ist sehr stark. Drei Wörter greifen dagegen nur, wenn alle drei gemeinsam vorkommen. Kurze Ausschlüsse leisten daher meistens mehr als lange.

Bei der Wahl der Option hilft eine einzige Frage: Ist dieses Wort in jedem Zusammenhang irrelevant oder nur in einem bestimmten Muster? Im ersten Fall genügt ein einzelnes Wort als weitgehend passender Ausschluss. Stört es nur in einem Muster, wählen Sie die passende Wortgruppe. Ist bloß eine einzige allgemeine Suche das Problem, dann ist genau passend die sicherste Wahl.

Wie funktionieren weitgehend passende negative Keywords?

Weitgehend passend ist die Standardoption; wenn Sie einen Begriff ohne Zeichen eingeben, haben Sie sie gewählt. Die Regel lautet: Enthält die Suche alle Wörter Ihres Ausschlusses, erscheint die Anzeige nicht. Die Reihenfolge spielt keine Rolle, und zusätzliche Wörter dazwischen ändern nichts.

Ein Beispiel: Eine Steuerkanzlei trägt „Praktikum“ als weitgehend passenden Ausschluss ein. Die Suche „Praktikum Steuerkanzlei München“ löst die Anzeige danach nicht mehr aus. „Praktikant Steuerkanzlei“ kommt dagegen weiterhin durch, denn „Praktikant“ und „Praktikum“ sind für das System verschiedene Wörter. Darauf komme ich gleich zurück.

Einzelne Wörter als weitgehend passende Ausschlüsse nutze ich am häufigsten. Schließlich steckt die falsche Absicht meist in genau einem Wort: „Gehalt“, „Stellenangebot“, „PDF“, „gebraucht“. Andererseits greift ein Ausschluss aus zwei Wörtern enger. „Kostenloser Kurs“ blockiert zum Beispiel nicht „kostenlose Probestunde“, weil „Kurs“ in dieser Suche fehlt. Wählen Sie die Wortzahl also bewusst, je nachdem, wie weit der Ausschluss reichen soll.

Wann eignen sich passende Wortgruppe und genau passend als Ausschluss?

Die passende Wortgruppe setzen Sie mit Anführungszeichen. Stehen die Wörter in derselben Reihenfolge direkt nebeneinander, erscheint die Anzeige nicht, auch wenn davor oder danach weitere Wörter stehen. Diese Option passt, wenn ein Wort allein harmlos ist, in einem bestimmten Muster aber irrelevant.

Ein Schuhgeschäft, das Laufschuhe verkauft, kann zum Beispiel nicht „Schuhe“ ausschließen. Stattdessen schließt es die Wortgruppe "Schuhe reparieren" aus. Dann erscheint die Anzeige bei „Schuhe reparieren lassen Berlin“ nicht mehr, während „Laufschuhe kaufen“ offen bleibt.

Genau passende Ausschlüsse schreiben Sie in eckige Klammern; sie sind die engste Form. Sie stoppen die Anzeige nur, wenn die gesamte Suche Ihrem Begriff entspricht. Ich nutze sie vor allem in zwei Situationen:

  1. Wenn ich eine sehr allgemeine Suche schließen, längere Varianten mit klarer Absicht aber offen halten möchte. Konkret: nur [steuerberater] blockieren, „Steuerberater für Freiberufler Köln“ dagegen zulassen.
  2. Bei Kreuzausschlüssen, wenn ich eine Suche aus einer Anzeigengruppe heraus in eine andere lenken will.

Wie sich genau passende Keywords auf der positiven Seite verhalten, lesen Sie in meinem Beitrag zu genau passenden Keywords. Die positive Seite der passenden Wortgruppe behandle ich in einem eigenen Leitfaden.

Warum greifen negative Keywords nicht bei ähnlichen Varianten?

Bei positiven Keywords berücksichtigt Google auch Tippfehler, Singular und Plural, Synonyme und ähnliche Absichten. Bei Ausschlüssen fehlt diese Erweiterung. Laut Google gleichen auszuschließende Keywords nicht mit ähnlichen Varianten oder anderen Erweiterungen ab.

Das Beispiel aus der Hilfe macht es greifbar. Schließen Sie „flowers“ aus, erscheint Ihre Anzeige bei „red flowers“ nicht mehr, bei „red flower“ aber sehr wohl. Singular und Plural verhalten sich also wie verschiedene Wörter. Außerdem trifft ein Synonym Ihren Ausschluss nie.

Im Deutschen wiegt diese Regel besonders schwer, denn Flexion und zusammengesetzte Wörter erzeugen viele Formen. Wer „Job“ ausschließt, blockiert damit weder „Jobs“ noch „Stellenangebote“. Genauso deckt „billig“ weder „billige“ noch „günstigste“ ab. Die Varianten müssen Sie also selbst auflisten.

Andererseits hat diese Strenge einen Vorteil: Ihre Ausschlüsse schließen nie unbemerkt Suchen, mit denen Sie nicht gerechnet haben. Google kann keine Suche als „ähnlich“ einstufen und sie versehentlich blockieren. Die Kontrolle liegt ganz bei Ihnen, die Verantwortung allerdings auch. Deshalb denke ich jede realistische Wortform durch, bevor ich einen Begriff eintrage; sonst wirkt die Liste auf dem Papier vollständig und hat in der Praxis Lücken.

Wie gehen Sie mit Flexion, Komposita und Schreibvarianten um?

Weil Ausschlüsse wörtlich greifen, bauen Sie Ihre Listen aus den Formen, die Menschen tatsächlich eintippen, nicht aus dem Wortstamm. Mein Vorgehen sieht so aus:

  1. Singular, Plural und gängige Beugungen einzeln eintragen: „Stelle“, „Stellen“, „Stellenangebot“, „Stellenangebote“.
  2. Umlaute doppelt abdecken: „günstig“ und „guenstig“, „Gehälter“ und „Gehaelter“.
  3. Zusammen und getrennt geschriebene Formen prüfen: „Tischtennis“ und „Tisch Tennis“.
  4. Häufige Tippfehler aus dem Suchbegriffsbericht sammeln und ergänzen.

Diese Liste nach Gefühl zu erstellen ist mühsam, und es fehlt immer etwas. Daher beginne ich mit echten Daten. Zerlegen Sie die Suchanfragen aus dem Bericht in einzelne Wörter und sehen Sie, was jedes Wort kostet, dann zeigen sich die tatsächlich genutzten Varianten. Dafür eignet sich die Ngram Analyse für Suchbegriffe.

Zudem nennt Google einige Details zu Zeichen: Das kaufmännische Und, Akzente und Sternchen sind erlaubt, Punkte ignoriert das System. Ob Umlaute in Ihrem Konto wie eigene Wörter wirken, prüfen Sie am besten direkt in Ihren eigenen Suchbegriffen; ein Blick in die Daten ist hier zuverlässiger als jede Faustregel.

Auf welchen Ebenen können Sie negative Keywords hinzufügen?

Negative Keywords wirken auf vier Ebenen, und die richtige Ebene ist genauso wichtig wie die Liste selbst:

  • Anzeigengruppe: Der Ausschluss betrifft nur die Keywords dieser Gruppe. Das passt zu Kreuzausschlüssen.
  • Kampagne: Der Ausschluss gilt für alle Anzeigengruppen der Kampagne. Das passt zu Absichten, die nur für diese Kampagne irrelevant sind.
  • Liste auszuschließender Keywords: eine gemeinsame Liste, die Sie einmal anlegen und mit mehreren Kampagnen verknüpfen.
  • Kontoebene: eine einzige Liste für Such und Shopping Inventar in allen unterstützten Kampagnentypen.

Bei der Wahl der Ebene frage ich: Für welche Kampagne ist diese Suche irrelevant? Ist sie für keine Kampagne sinnvoll, etwa bei Jobsuchen, gehört sie auf Kontoebene oder in eine Liste, die an allen Kampagnen hängt. Betrifft sie nur eine Produktgruppe, bleibt sie auf Kampagnenebene.

Ein häufiger Fehler: alles einzeln in jede Kampagne eintragen. Dann steht derselbe Ausschluss in zehn Kampagnen separat, und nach einer Änderung an einer Stelle bleiben die anderen veraltet. Mit der Zeit entsteht so eine Struktur, die niemand mehr überblickt.

Wie richten Sie Listen auszuschließender Keywords ein?

Mit einer Liste verwalten Sie dieselben Ausschlüsse für mehrere Kampagnen an einem Ort. Laut der Google Hilfe zu Listen auszuschließender Keywords fasst jede Liste bis zu 5.000 Begriffe, und ein Konto kann bis zu 20 Listen haben. Ergänzen Sie einen Begriff, gilt die Änderung sofort für alle Kampagnen, die diese Liste nutzen.

Eine thematische Aufteilung erleichtert die Pflege enorm. So teile ich meistens auf:

  • Jobs und Karriere: Stellenangebot, Gehalt, Praktikum, Ausbildung, Bewerbung.
  • Information und Lernen: Definition, Kurs, PDF, Anleitung, Hausarbeit.
  • Kostenlos und geringe Absicht: kostenlos, gratis, Download, Vorlage.
  • Wettbewerber und fremde Marken: Markennamen, die Sie nicht führen oder nicht bewerben wollen.
  • Geografie: Städte und Regionen, die Sie nicht bedienen.

Der Vorteil liegt in der Flexibilität. Die Liste „Information“ möchten Sie vielleicht nicht an Ihrer Markenkampagne haben, die Jobliste dagegen überall. So bekommt jede Kampagne genau die Listen, die sie braucht. Vergeben Sie außerdem klare Namen; wer das Konto in sechs Monaten öffnet, sollte „Karrieresuchen“ lesen statt „Liste 3“.

Wann lohnen sich negative Keywords auf Kontoebene?

Ausschlüsse auf Kontoebene sind für Suchen gedacht, bei denen Sie nirgendwo im Konto erscheinen wollen. Laut der Google Hilfe zu auszuschließenden Keywords auf Kontoebene gilt diese Liste für Such und Shopping Inventar und umfasst Such, Performance Max, Shopping, App, smarte und lokale Kampagnen. Das Limit liegt bei 1.000 Begriffen pro Konto.

Ich nutze diese Liste für enge, dauerhafte Ausschlüsse: unpassende Begriffe, neben denen Ihre Marke nie stehen soll, Muster von Jobsuchen oder Produktarten, die Sie nie anbieten werden. Sie finden die Liste im Bereich Verwaltung unter den Kontoeinstellungen.

Trotzdem ist es riskant, alles dort abzuladen. Ein Ausschluss auf Kontoebene betrifft auch Kampagnen, die Sie erst künftig starten. Ein Wort, das heute irrelevant ist, kann in sechs Monaten mit einem neuen Produkt wichtig sein; dann suchen Sie lange, warum die neue Kampagne keine Impressionen bekommt. Daher halte ich die Kontoliste kurz und steuere den Rest über thematische Listen.

Wie funktionieren negative Keywords in Performance Max?

Lange war Performance Max bei Ausschlüssen eine Blackbox; Sie mussten sich auf die Kontoliste oder eine Anfrage beim Support verlassen. Das hat sich geändert. Laut der Google Hilfe zu Ausschlüssen in Performance Max können Sie auf Kampagnenebene Begriffe ergänzen oder eine bestehende Liste auswählen.

Eine wichtige Grenze gilt allerdings: Diese Ausschlüsse wirken nur im Such und Shopping Inventar. YouTube, Display oder Gmail steuern Sie damit also nicht. Google hatte zunächst eine Grenze von 100 Ausschlüssen pro Kampagne angekündigt und sie dann auf 10.000 angehoben.

In der Praxis gehe ich in dieser Reihenfolge vor. Zunächst denke ich daran, dass die dauerhaften Kontoausschlüsse Performance Max bereits abdecken. Danach ergänze ich irrelevante Themen aus den Suchbegriffsstatistiken auf Kampagnenebene. Wollen Sie Markentraffic trennen, sind Markenausschlüsse ein eigenes Werkzeug, das anders funktioniert als negative Keywords. Die allgemeine Einrichtung von Performance Max ist nicht Thema dieses Beitrags; die Grundlagen auf Produktseite erklärt mein Artikel zu Google Shopping Anzeigen.

Warum verhalten sich Ausschlüsse in Display und Videokampagnen anders?

In einer Suchkampagne vergleicht Google den Ausschluss mit der eingegebenen Suchanfrage. Display und Videokampagnen haben keine Suchanfrage; das System platziert die Anzeige anhand des Inhalts einer Seite oder eines Videos. Deshalb weist Google darauf hin, dass Ausschlüsse dort anders arbeiten.

Laut Google wirken sie hier eher wie Themenausschlüsse. Ein Ausschluss wie „Damenhosen“ kann zum Beispiel Gebote auf einer Seite über Damenjeans verhindern, obwohl die Wortgruppe dort nicht wörtlich steht. Je nach übriger Ausrichtung der Anzeigengruppe kann Ihre Anzeige außerdem gelegentlich auf Seiten erscheinen, die ausgeschlossene Begriffe enthalten.

Kurz gesagt: Erwarten Sie im Displaynetzwerk nicht die Präzision der Suche. In diesen Kampagnen leisten Inhaltsausschlüsse, Placement Ausschlüsse und Einstellungen für sensible Inhalte oft mehr als negative Keywords. Wie die visuellen Kampagnen von Google heute aufgebaut sind, erklärt mein Beitrag zur Umstellung auf Demand Gen.

Wie lenken Kreuzausschlüsse Traffic zur richtigen Anzeige?

Ein Kreuzausschluss nimmt eine Suche aus einer Anzeigengruppe oder Kampagne heraus, damit eine andere sie bedient. Das Ziel ist nicht, Budget zu kürzen, sondern Traffic zur passenden Anzeige zu lenken. Passt eine Suche auf mehrere Keywords, entscheidet sonst das System, welche Anzeige erscheint. Mit Kreuzausschlüssen holen Sie diese Entscheidung zurück.

Nehmen wir eine Zahnarztpraxis mit zwei Anzeigengruppen: „Zahnimplantat“ und „Zahnimplantat Kosten“. Wer nach dem Preis fragt, soll die Anzeige und Landingpage mit Kosteninformationen sehen. Also tragen Sie „Kosten“ und „Preis“ als Ausschlüsse in der allgemeinen Implantatgruppe ein. Somit landen Suchen mit Preisbezug nur noch in der Kostengruppe.

Zu viele Kreuzausschlüsse schaden allerdings. Vor allem in Konten mit Smart Bidding und weitgehend passenden Keywords kostet eine zu starke Einschränkung Impressionen. Ich setze Kreuzausschlüsse nur ein, wenn Botschaft oder Landingpage wirklich verschieden sind, und nicht, damit Berichte ordentlicher aussehen. Wie Keyword Optionen zusammenspielen, testen Sie bequem mit dem Keyword Match Type Tool.

Welche negativen Keywords kosten Umsatz statt Streuverlust?

Ein Ausschluss ist schnell eingetragen, doch ein falscher kostet leise Umsatz. Die blockierte Suche taucht im Bericht nie auf; den Verlust bemerken Sie also nur, wenn Sie gezielt danach suchen. Diese Fehler sehe ich am häufigsten:

  • Ein breites Konzept mit einem einzelnen Wort ausschließen. „Billig“ schließt zum Beispiel auch preisbewusste Käufer aus, die kaufbereit sind.
  • Einen Ausschluss eintragen, der mit einem eigenen Keyword kollidiert. Das Keyword bleibt im Konto, bekommt aber nie eine Impression.
  • Informationswörter wie „was ist“ überall blockieren. Bei manchen B2B Leistungen ist die Person in der Recherchephase ein echter Interessent.
  • Wettbewerbernamen gedankenlos ausschließen oder nie ausschließen. Das ist eine strategische Entscheidung, kein Reflex.

Um Konflikte zu finden, prüfen Sie regelmäßig die Empfehlungen in Google Ads und die Statusspalte der Keywords; ein blockiertes Keyword trägt dort meist einen Hinweis. Kontrollieren Sie außerdem bei jeder Runde mit Conversiondaten, ob eine Suche je Umsatz gebracht hat. Diese Abwägung für B2B Konten beschreibe ich genauer in meinem Leitfaden zu Google Ads Suchkampagnen für B2B.

Wie starten Sie eine Ausschlussliste in einem neuen Konto?

Ein neues Konto hat noch keine Suchbegriffsdaten. Statt mit einer leeren Liste zu starten, lohnt sich eine Startliste für Ihre Branche. So verhindern Sie in den ersten Wochen die offensichtlichste Verschwendung.

Beim Aufbau einer Startliste gehe ich so vor:

  1. Ich notiere, was das Unternehmen nicht anbietet: Regionen ohne Service, fehlende Produktarten, Kundentypen, mit denen es nicht arbeitet.
  2. Ich ergänze allgemeine Muster ohne Kaufabsicht: Jobsuche, Lernen, kostenlose Downloads.
  3. Ich prüfe die Vorschläge im Keyword Planer für die Hauptbegriffe und sammle fremde Bedeutungen. „Jaguar“ kann etwa ein Auto oder ein Tier meinen.
  4. Ich beschränke die Liste auf Begriffe, bei denen ich sicher bin, und entscheide über unsichere Fälle nach den ersten Daten.

Der letzte Schritt ist wichtig, denn eine Startliste bleibt eine Annahme, und sie ändert sich mit den Daten. Die andere Seite, also die Wahl der richtigen Keywords, beschreibe ich im Artikel über Keywords, die verkaufen. Wenn Sie beide Listen zusammen planen, startet die Kampagne vom ersten Tag an sauberer.

Wie speist eine Ngram Analyse Ihre Ausschlussliste?

Den Suchbegriffsbericht Zeile für Zeile zu lesen, klappt bei einigen hundert Zeilen. Bei tausenden Zeilen versteckt sich dasselbe Wort allerdings in hunderten Suchen, und seine Gesamtkosten bleiben unsichtbar. Eine Ngram Analyse löst das Problem: Sie zerlegt Suchanfragen in einzelne Wörter sowie Gruppen aus zwei oder drei Wörtern und summiert für jede Gruppe Klicks, Kosten und Conversions.

„Gebraucht“ wirkt zum Beispiel in keiner einzelnen Zeile teuer. Die Ngram Tabelle zeigt jedoch sofort, dass das Wort in hundert Suchen vorkommt und in Summe viel Budget bindet. Zudem rücken Wörter mit hohen Kosten und null Conversions an die Spitze Ihrer Kandidatenliste.

Mein Ablauf ist einfach. Ich exportiere den Bericht, lade ihn in das Tool und markiere Wörter mit hohen Kosten ohne Conversions. Danach trage ich jedes Wort mit der passenden Option auf der richtigen Ebene ein. Mit der Ngram Analyse dauert das nur wenige Minuten. Die letzte Entscheidung trifft trotzdem jemand, der versteht, wie das Unternehmen verkauft, nicht das Tool.

Wie oft sollten Sie Ihre negativen Keywords pflegen?

Eine Ausschlussliste legen Sie nicht einmal an und vergessen sie dann. Das Suchverhalten ändert sich, das Unternehmen ergänzt Produkte, und Google passt die Abgleichslogik laufend an. Der Pflegerhythmus hängt also von Budget und Keyword Optionen des Kontos ab.

Als allgemeinen Rahmen nutze ich diesen Rhythmus:

  • Häufige Kontrollen in den ersten Wochen bei neuen Kampagnen oder nach dem Wechsel zu weitgehend passenden Keywords.
  • Regelmäßige Kontrollen bei stabilen Kampagnen, etwa wöchentlich oder alle zwei Wochen.
  • Einmal pro Quartal eine vollständige Durchsicht aller Listen, um überflüssige oder umsatzschädliche Ausschlüsse zu entfernen.

Das Entfernen ist dabei genauso wertvoll wie das Hinzufügen. Ein früher irrelevantes Wort kann wertvoll sein, sobald das Unternehmen eine neue Leistung startet. Außerdem steigt mit vollen Listen das Risiko von Konflikten. Einen schnellen Überblick über den Zustand des Kontos liefert das Google Ads Audit Tool; das Budget planen Sie mit dem Google Ads Budget Rechner.

Wie messen Sie die Wirkung neuer Ausschlüsse?

Jede Runde neuer Ausschlüsse ist ein kleines Experiment, daher sollten Sie das Ergebnis messen. Sonst erfahren Sie nie, welche Änderung gewirkt hat. Vor und nach jeder Runde vergleiche ich zwei gleich lange Zeiträume.

Diese Kennzahlen vergleiche ich:

  • Kosten pro Conversion: Sie sinken meist, wenn die Ausschlüsse gut gewählt sind.
  • Anzahl der Conversions: Sie sollte stabil bleiben oder steigen; fällt sie, haben Sie womöglich eine verkaufsstarke Suche blockiert.
  • Klickrate: Sie steigt oft, weil irrelevante Impressionen wegfallen.
  • Anteil an möglichen Impressionen: Der budgetbedingte Verlust kann schrumpfen, weil das Geld nun in relevante Suchen fließt.

Achten Sie auf eine Falle: Saisonalität und Gebotsänderungen verzerren das Ergebnis leicht. Ergänzen Sie Ausschlüsse und wechseln in derselben Woche die Gebotsstrategie, können Sie die Effekte nicht trennen. Deshalb verteile ich größere Änderungen auf verschiedene Wochen. Notieren Sie außerdem jede Runde mit Datum und kurzer Begründung; drei Monate später spart diese Notiz viel Zeit. Gute Messung beginnt mit sauberem Conversiontracking, und dabei hilft mein Beitrag zu erweiterten Conversions.

Machen AI Max und weitgehend passende Keywords Ausschlüsse wichtiger?

Ja, meiner Meinung nach schon. Weitgehend passende Keywords und Funktionen wie AI Max tragen Ihre Anzeigen weit über die eingetragenen Begriffe hinaus. Gut gesteuert bringt diese Ausweitung neue Kunden. Ist die Ausschlussebene schwach, öffnet dieselbe Ausweitung allerdings auch irrelevanten Suchen die Tür.

Denken Sie daran, dass Ausschlüsse nicht mit ähnlichen Varianten abgleichen. Auf der positiven Seite erkennt das System täglich mehr Bedeutungszusammenhänge, während die Ausschlussseite weiter wörtlich arbeitet. Wegen dieser Asymmetrie brauchen automatisierte Konten breitere Ausschlusslisten, die Sie häufiger aktualisieren.

Trotzdem ist es keine Lösung, die Automatisierung mit Ausschlüssen zu ersticken. Engen hunderte Kreuzausschlüsse den Suchraum des Systems ein, verliert die Wahl weitgehend passender Keywords ihren Sinn. Meine Balance: Eindeutig falsche Absichten schließe ich aus, Unklares bewerte ich anhand von Daten. Die Wirkung auf Suchkampagnen beschreibe ich im AI Max Leitfaden, Ausschlüsse bei dynamischen Anzeigen im Beitrag zu dynamischen Suchanzeigen.

Wie betreuen mein Team und ich negative Keywords für Kunden?

Wenn mein Team und ich ein Google Ads Konto übernehmen, gehört die Bestandsaufnahme der negativen Keywords zu den ersten Aufgaben: Welche Listen gibt es, an welchen Kampagnen hängen sie, was steht auf Kontoebene, und welche Ausschlüsse kollidieren mit aktiven Keywords? In den meisten Konten zeigt diese Übersicht schnell, wo das Budget versickert.

Danach prüfen wir die Suchbegriffsdaten mit Ngram Logik und stimmen die Kandidaten mit dem Vertrieb des Kunden ab. Denn wer mit den Anfragen am Telefon spricht, weiß am besten, ob ein Begriff wirklich irrelevant ist. Anschließend bauen wir die Listen thematisch neu auf, verknüpfen sie mit den Kampagnen und legen einen Pflegerhythmus passend zum Budget fest.

Eine Abkürzung gibt es dabei nicht, doch der Nutzen zeigt sich meist schnell: relevantere Klicks bei gleichem Budget. Wenn wir die laufende Pflege Ihrer Ausschlüsse zusammen mit dem gesamten Konto übernehmen sollen, werfen Sie einen Blick auf unsere Google Ads Betreuung. Gemeinsam messen wir, welcher Teil Ihres Budgets in irrelevante Suchen fließt.

Häufig gestellte Fragen

Senken negative Keywords die Impressionen?
Ja, und genau das ist meist gewollt. Ausschlüsse streichen Impressionen bei irrelevanten Suchen, daher sinken Impressionen und Klicks, während die Conversionrate pro Klick oft steigt. Fällt jedoch auch die Zahl der Conversions, haben Sie womöglich eine verkaufsstarke Suche blockiert. Prüfen Sie dann die zuletzt ergänzten Ausschlüsse noch einmal genau.
Wie viele Wörter darf ein negatives Keyword haben?
Google nennt keine feste Empfehlung, aber kurze Ausschlüsse wirken besser. Bei weitgehend passenden Ausschlüssen müssen alle Wörter in der Suche vorkommen, daher wird die Reichweite mit jedem Wort enger. Außerdem weist Google darauf hin, dass Ihre Anzeige bei Suchen mit mehr als 16 Wörtern erscheinen kann, wenn der Ausschluss erst danach steht.
Für welche Kampagnen gelten Listen auszuschließender Keywords?
Sie verknüpfen Listen mit Such und Shopping Kampagnen und können sie in Performance Max auf Kampagnenebene auswählen. Jede Liste fasst bis zu 5.000 Begriffe, ein Konto bis zu 20 Listen. In Display und Videokampagnen arbeiten Ausschlüsse anders, eher wie Themenausschlüsse, daher sollten Sie dort nicht dieselbe Präzision erwarten.
Wirken Ausschlüsse in Performance Max auch auf YouTube?
Nein. Laut Google Hilfe gelten Ausschlüsse in Performance Max nur für Such und Shopping Inventar. YouTube, Display oder Gmail steuern Sie damit nicht. Für diese Kanäle prüfen Sie die Inhaltsausschlüsse und Placement Ausschlüsse auf Kontoebene separat, denn diese Einstellungen bestimmen, neben welchen Inhalten Ihre Anzeigen dort erscheinen.
Sind negative Keywords dasselbe wie ausgeschlossene Inhalte?
Nein, es sind zwei verschiedene Werkzeuge. Negative Keywords zielen auf Suchanfragen und wirken am klarsten im Such und Shopping Inventar. Ausgeschlossene Inhalte bestimmen dagegen, neben welchen Inhaltstypen Ihre Anzeigen im Displaynetzwerk und auf YouTube nicht erscheinen. Für Markensicherheit und Budgetkontrolle nutzen die meisten Werbetreibenden am besten beide gemeinsam.
Sollte ich Markennamen von Wettbewerbern ausschließen?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht; das ist eine strategische Entscheidung. Wollen Sie bei Wettbewerbersuchen nicht erscheinen, sammeln Sie die Namen in einer Liste und verknüpfen sie mit den passenden Kampagnen. Bewerben Sie diesen Traffic bewusst, lassen Sie die Liste dort weg. Wichtig ist nur, dass solche Suchen nicht ungeplant in allgemeinen Kampagnen landen.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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