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App Bewertungen richtig anfragen: So bitten Sie regelkonform darum

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Kurze Antwort

Wie fragen Sie App Bewertungen richtig an?

App Bewertungen richtig anfragen heißt, den offiziellen Bewertungsdialog des Stores genau dann zu zeigen, wenn Nutzer gerade einen echten Nutzen erlebt haben. Unter iOS nutzen Sie die StoreKit Bewertungsanfrage von Apple, unter Android die In App Review API von Google Play. Belohnungen und Suggestivfragen sind tabu.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Kurz gesagt besteht die Aufgabe aus drei Teilen: dem richtigen Werkzeug, dem richtigen Moment und ehrlicher Sprache. In diesem Leitfaden erklären wir, Talha Aslan und Team, jeden Teil anhand offizieller Store Dokumentation. Prüfen Sie zunächst Ihre aktuelle App:

  1. Zeigt Ihre App einen selbst gebauten Dialog mit Sternen? Ersetzen Sie ihn durch die offizielle Anfrage des Stores.
  2. Bieten Sie Rabatte, Münzen oder Inhalte für eine Bewertung an? Entfernen Sie dieses Angebot sofort.
  3. Erscheint die Anfrage direkt beim Start? Verschieben Sie sie an das Ende einer erfolgreich erledigten Aufgabe.
  4. Bleiben negative Rezensionen unbeantwortet? Erstellen Sie einen Antwortplan, der bei den schlechtesten Bewertungen beginnt.

Warum sind die Stores bei Bewertungen so streng?

Zunächst sind Bewertungen das sichtbarste Vertrauenssignal im Store. Bevor jemand Ihre App installiert, schaut er auf die Sterne und die neuesten Rezensionen. Deshalb schützen Apple und Google die Verbindung zwischen Bewertung und echter Erfahrung so konsequent.

Die App Store Review Guidelines von Apple warnen Entwickler, die Rezensionen mit bezahltem, belohntem, gefiltertem oder gefälschtem Feedback manipulieren. Laut den Richtlinien reichen die Folgen bis zum Ausschluss aus dem Apple Developer Program. Außerdem verbietet Richtlinie 5.6.3 zum Thema Discovery Fraud jede Manipulation des Store Erlebnisses, Rezensionen eingeschlossen.

Google zieht zudem dieselbe Linie. Die Google Play Richtlinie zu Nutzerbewertungen, Rezensionen und Installationen untersagt jede Manipulation von Bewertungen, Rezensionen oder Installationszahlen. In beiden Stores lautet die eigentliche Frage also nicht, wie Sie mehr Sterne sammeln. Vielmehr geht es darum, zufriedenen Nutzern eine einfache Stimme zu geben.

Wie fordern Sie App Bewertungen unter iOS offiziell an?

Der offizielle Weg ist die StoreKit Bewertungsanfrage von Apple. Richtlinie 5.6.1 fordert Entwickler auf, für Bewertungsanfragen die bereitgestellte API zu nutzen. Dieselbe Richtlinie stellt klar, dass Apple eigene Bewertungsdialoge nicht zulässt. Daher ist ein selbst gezeichneter Sternebildschirm mit Weiterleitung in den Store ein riskanter Umweg.

Der Systemdialog erlaubt Nutzern also eine Bewertung, ohne die App zu verlassen. Auf Wunsch schreiben sie im selben Fenster auch eine kurze Rezension. Jahrelang übernahm die Klasse SKStoreReviewController diese Aufgabe. Allerdings markiert die aktuelle Dokumentation von Apple diese Klasse als veraltet und verweist stattdessen auf RequestReviewAction und AppStore.requestReview.

In neuen Projekten setzt unser Team immer die Methode ein, die die aktuelle Dokumentation empfiehlt. Trotzdem zählt weniger die Klasse als der Ort und der Zeitpunkt des Aufrufs. Zum Beispiel rät Apple ausdrücklich davon ab, die Anfrage an eine Schaltfläche zu koppeln. Dazu folgt weiter unten ein eigener Abschnitt.

Wie funktioniert die In App Review API von Google Play?

Die In App Review API ist die offizielle Schnittstelle von Google Play, über die Nutzer eine Bewertung abgeben, ohne Ihre App zu verlassen. Ihre App startet den Ablauf, dann blendet der Play Store eine Karte über Ihrem Bildschirm ein. Ob diese Karte tatsächlich erscheint, entscheidet immer Google.

Die Android Entwicklerdokumentation legt klare Gestaltungsregeln für diese Karte fest:

  • Zeigen Sie die Karte unverändert, ohne Größe, Deckkraft oder Form anzupassen.
  • Legen Sie keine Ebene über die Karte oder um sie herum.
  • Schließen Sie die Karte nie per Code; das erledigen der Nutzer oder der Play Store.
  • Stellen Sie vor oder während der Anzeige keine Fragen an den Nutzer.

Zudem verrät die API nie, ob jemand bewertet hat oder wie viele Sterne er vergeben hat. Das ist allerdings eine bewusste Entscheidung. Somit können Entwickler Nutzer nicht abhängig von ihrer Bewertung unterschiedlich behandeln. Bauen Sie deshalb keine Logik, die vom Erscheinen der Karte abhängt.

Wie oft darf eine Bewertungsanfrage erscheinen?

Zunächst begrenzen beide Stores, wie oft ein Nutzer die Anfrage sieht. Laut Apple zeigt das System die Anfrage einem Nutzer höchstens dreimal innerhalb von 365 Tagen. Hat die Person auf diesem Gerät bereits bewertet, erscheint die Anfrage erst bei einer neuen App Version wieder. Zusätzlich müssen dann mehr als 365 Tage seit der letzten Rezension vergangen sein.

Google arbeitet mit einem zeitlich begrenzten Kontingent, nennt aber keinen genauen Wert. Die Dokumentation bezeichnet ihn als Implementierungsdetail, das Google ohne Ankündigung ändern kann. Außerdem warnt sie: Rufen Sie den Ablauf mehrmals in kurzer Zeit auf, etwa innerhalb eines Monats, erscheint womöglich kein Dialog.

In der Praxis haben Sie also nur sehr wenige Chancen. Heben Sie deshalb jede Anfrage für Ihren stärksten Moment auf. Apple erinnert zudem daran, dass Menschen Bewertungsanfragen auf ihrem Gerät komplett abschalten können. Anders gesagt ist die Anfrage nie garantiert; prüfen Sie die aktuellen Grenzen daher immer in der offiziellen Dokumentation.

Wann ist der beste Moment, um App Bewertungen anzufragen?

Der beste Moment folgt direkt auf einen Nutzen, den die Person gerade erlebt hat. Apple empfiehlt, dann zu fragen, wenn Nutzer am ehesten zufrieden sind, etwa nach einer abgeschlossenen Aktion, einem Level oder einer Aufgabe. Ebenso erwartet Google, dass Nutzer genug Erfahrung mit Ihrer App gesammelt haben, um hilfreiches Feedback zu geben.

Konkret hängt dieser Moment vom Produkt ab. Die folgenden Beispielszenarien zeigen Auslöser, die unser Team häufig in Kundenprojekten nutzt:

  • Termin App: nach der zweiten problemlos gebuchten Reservierung.
  • Shopping App: beim nächsten Öffnen, nachdem eine Bestellung als zugestellt gilt.
  • Lern App: nachdem der Nutzer ein Modul beendet und den Erfolgsbildschirm geschlossen hat.
  • Spiel: nach einem schweren Level, in der natürlichen Pause vor dem nächsten.

Der gemeinsame Nenner ist somit einfach. Die Anfrage folgt auf einen Erfolg und landet nie mitten in einer Aufgabe. Allerdings reicht ein einzelner Erfolg oft nicht. Darum warten wir meist auf mehrere positive Signale, zum Beispiel eine Mindestzahl an Sitzungen und eine fehlerfreie letzte Sitzung.

Wann sollten Sie niemals nach einer Bewertung fragen?

Manche Momente machen selbst Ihre treuesten Nutzer zu verärgerten Rezensenten. Apple rät davon ab, die Anfrage direkt beim Start der App zu zeigen, auch wenn es nicht der erste Start ist. Denn Menschen öffnen Ihre App, um etwas zu erledigen. Ihre Anfrage sollte diesem Ziel nicht im Weg stehen.

Diese Momente meidet unser Team in jedem Projekt:

  • Mitten im Bezahlvorgang, in einem Formular oder in der Registrierung.
  • Eine Sitzung, in der die App abgestürzt ist, hing oder die Verbindung verlor.
  • Ein Tag, an dem der Nutzer den Support kontaktiert oder sich beschwert hat.
  • Direkt nach dem ersten Start und den Einführungsbildschirmen.
  • Jeder Moment, in dem der Nutzer einen Timer, eine Karte oder Liveinhalte verfolgt.

Andererseits sollten Sie bei der Idee, unzufriedene Nutzer nie zu fragen, vorsichtig sein. Wer Unzufriedene systematisch ausschließt, nähert sich dem gefilterten Feedback, das die Richtlinien erwähnen. Wir richten das Timing daher am natürlichen Ablauf der Aufgabe aus, nicht an der vermuteten Laune. Wie Sie die ersten Bildschirme gestalten, zeigt unser Beitrag zum Thema App Onboarding gestalten.

Dürfen Sie eine Schaltfläche zum Bewerten einbauen?

Eine Schaltfläche ist erlaubt, die Kopplung an die offizielle Anfrage jedoch nicht sinnvoll. Laut Apple zeigt die API womöglich keinen Dialog. Deshalb sollen Sie sie nicht als Reaktion auf ein Antippen oder eine andere Nutzeraktion aufrufen. Sonst tippt der Nutzer, nichts passiert, und Ihre App wirkt defekt.

Google warnt außerdem genauso. Ein Nutzer hat sein Kontingent vielleicht schon ausgeschöpft. Daher rät Google von einer Schaltfläche ab, die die API auslöst. Stattdessen empfiehlt die Dokumentation, Nutzer direkt zu Ihrem Eintrag im Play Store zu leiten.

Die richtige Lösung besteht somit aus zwei getrennten Wegen. Erstens die offizielle Anfrage, die nach einem Erfolg nach eigenem Zeitplan erscheint. Zweitens ein schlichter Link in den Einstellungen, der Ihre Store Seite öffnet. Für diesen zweiten Weg ergänzt der Beispielcode von Apple die Produktadresse im App Store um einen Aktionsparameter. Dieser öffnet direkt das Fenster zum Schreiben einer Rezension.

Warum sind belohnte App Bewertungen verboten, und wo liegt die Grenze?

Belohnungen für Rezensionen verstoßen in beiden Stores gegen die Regeln. Die Google Play Richtlinie nennt eine Benachrichtigung mit Rabatt im Tausch gegen eine hohe Bewertung ausdrücklich als Beispiel für einen Verstoß. Ebenso behandelt Apple belohntes Feedback als Manipulation von Rezensionen.

Deshalb ist es wichtig, die Grenze richtig zu ziehen. Richtlinie 3.2.2 von Apple verbietet Apps, Nutzer für den Zugang zu Funktionen oder Inhalten zum Bewerten zu zwingen. Dieselbe Richtlinie erlaubt jedoch Anreize für andere Aktionen in der App, etwa das Abschließen eines Levels oder das Ansehen einer Anzeige. Ein Belohnungssystem ist also in Ordnung, eine Belohnung für Sterne dagegen nicht.

So trennen wir in der Praxis:

  • Erlaubt: ein Abzeichen für eine erledigte Aufgabe oder ein Bonus nach einem Level.
  • Verboten: eine Nachricht wie "Gutschein für 5 Sterne" oder Inhalte, die sich erst nach der Bewertung öffnen.
  • Verboten: eine Rezension als Bedingung für eine Funktion.
  • Ebenfalls tabu: Nutzer dazu bringen, Gutscheincodes, E-Mail Adressen oder Links zu anderen Apps in Rezensionen zu schreiben.

Der letzte Punkt rutscht allerdings leicht durch. Auch dieses Fördern werblicher Rezensionen zählt Google zu den Verstößen.

Dürfen Sie vorher fragen, ob Ihre App gefällt?

Für Google Play lautet die Antwort klar nein. Laut Dokumentation darf Ihre App vor oder während der Bewertungskarte keine Fragen stellen. Dazu zählen Meinungsfragen wie "Gefällt Ihnen die App?" und vorwegnehmende Fragen wie "Würden Sie fünf Sterne vergeben?".

Das früher beliebte Muster lief so: Zuerst nach der Zufriedenheit fragen, dann Zufriedene in den Store und Unzufriedene zu einem Feedbackformular schicken. Genau deshalb macht es Probleme. Denn es hält negative Meinungen vom Store fern und lenkt positive dorthin. Folglich kommt es dem gefilterten Feedback sehr nahe.

Bei Apple gilt ebenfalls, dass eigene Bewertungsdialoge nicht zulässig sind. Aus diesem Grund trennen wir Feedback und Bewertungsanfrage vollständig. Eine Option wie "Problem melden" oder "Vorschlag senden" steht in der App jederzeit bereit. Die Store Anfrage läuft dagegen nach eigenem Zeitplan und ohne Verbindung zu diesem Formular.

Welche Unterschiede gibt es zwischen iOS und Android?

Das Grundprinzip ist gleich, die Details unterscheiden sich allerdings. Die Tabelle stellt die Punkte gegenüber, die wir in der offiziellen Dokumentation geprüft haben:

ThemaApp Store (iOS)Google Play (Android)
Offizielles WerkzeugStoreKit BewertungsanfrageIn App Review API
AnzeigegrenzeHöchstens dreimal in 365 TagenZeitlich begrenztes Kontingent, Wert nicht veröffentlicht
Aufruf per SchaltflächeNicht empfohlen; Store Link nutzenNicht empfohlen; zum Play Store leiten
Vorgeschaltete FragenEigene Dialoge nicht zulässigKeine Fragen vor oder während der Karte
Belohnung für BewertungenGrund für SanktionenRichtlinienverstoß
TestenIm Entwicklungsmodus immer sichtbar; in TestFlight ohne WirkungIm internen Testtrack kein Kontingent
ZurücksetzenGesamtbewertung pro Land mit neuer Version zurücksetzbarAngezeigte Bewertung stützt sich auf aktuelle Bewertungen

Jeder Wert stammt aus der Dokumentation der Stores. Allerdings aktualisieren die Stores diese Seiten mit der Zeit. Prüfen Sie daher jede Zeile vor dem Release noch einmal an der offiziellen Quelle.

Daraus folgt eine einfache Architektur: eine gemeinsame Logik für beide Plattformen, aber zwei getrennte Umsetzungsschichten. Auslöser, Wartezeiten und Analyseereignisse bleiben gemeinsam. Die aufgerufene Methode, der Testweg und der Store Link folgen dagegen der jeweiligen Dokumentation. So bleibt Ihr Code schlank, und eine Regeländerung betrifft nur eine Schicht.

Wie bauen Sie den Ablauf für App Bewertungen Schritt für Schritt auf?

Ein solider Ablauf beginnt auf Papier, bevor jemand Code schreibt. Diese Reihenfolge nutzt unser Team in Kundenprojekten:

  1. Definieren Sie den Nutzenmoment: Wann erledigt der Nutzer seine Kernaufgabe erfolgreich?
  2. Legen Sie Bedingungen fest, etwa einige Sitzungen und keine Fehler in der letzten.
  3. Führen Sie einen lokalen Zähler und speichern Sie den Zeitpunkt der letzten Anfrage.
  4. Setzen Sie eine eigene Wartezeit und fragen Sie seltener, als das Store Kontingent erlaubt.
  5. Rufen Sie nach dem Erfolgsbildschirm unter iOS die aktuelle StoreKit Methode und unter Android die In App Review API auf.
  6. Ergänzen Sie in den Einstellungen einen separaten Link zum Bewerten im Store.
  7. Protokollieren Sie Auslöser in Ihrem Analysetool und vergleichen Sie sie pro Version.

Vor allem Schritt vier verdient Aufmerksamkeit. Das Kontingent des Stores schützt Sie technisch, aber nicht das Nutzererlebnis. Ihre eigene Regel sollte also sanfter sein.

Wenn Sie das nicht selbst aufbauen möchten, entwickeln wir Ihre App und bringen sie für Sie in die Stores. Unsere App Entwicklung berücksichtigt Store Regeln wie die Bewertungsanfrage von Anfang an; beschreiben Sie uns Ihr Projekt und fordern Sie ein Angebot an.

Wie testen Sie die Bewertungsanfrage vor dem Release?

Beim Testen verhalten sich beide Plattformen unterschiedlich, planen Sie daher getrennt. Laut Apple zeigt StoreKit die Anfrage im Entwicklungsmodus immer an. So prüfen Sie Oberfläche und Ablauf in Ruhe. Allerdings hat dieselbe Methode in Betaversionen über TestFlight keinerlei Wirkung.

Für Android beschreibt Google dagegen mehrere Wege, also auch mehrere Testpfade. Lädt das Konto die App aus dem internen Testtrack, gilt kein Kontingent. Dafür muss das Konto auf der Testerliste stehen, die App aus dem Play Store geladen und noch keine Rezension abgegeben haben. Bei der internen App Freigabe können Nutzer dagegen keine Rezension senden; Google deaktiviert die Schaltfläche bewusst.

Für Unit und Integrationstests gibt es außerdem die Klasse FakeReviewManager. Sie zeigt keine Oberfläche, sondern simuliert nur ein erfolgreiches Ergebnis. Ob die Karte wirklich erscheint, prüfen Sie also im internen Testtrack, nicht mit dieser Klasse. Details zur Einrichtung finden Sie im Testleitfaden der Android Entwicklerdokumentation.

Wie antworten Sie auf negative Rezensionen?

Antworten Sie kurz, respektvoll und konkret, denn vage Antworten wirken wie Textbausteine. Apple beschreibt die ideale Antwort als knapp und klar auf das Feedback bezogen. Persönliche Daten, Werbesprache oder Spam gehören nicht hinein. Schaffen Sie nicht alle Antworten, empfiehlt Apple, die niedrigsten Bewertungen und Hinweise auf technische Probleme der aktuellen Version zuerst zu bearbeiten.

Bei Google erklärt die Play Console Hilfe zu Bewertungen und Rezensionen, dass Sie pro Rezension eine öffentliche Antwort posten und jederzeit bearbeiten können. Nutzer erhalten bei Ihrer Antwort eine Pushnachricht und eine E-Mail. Zudem können sie ihre Bewertung jederzeit ändern.

Dieses Antwortmuster nutzt unser Team:

  1. Benennen Sie das Problem mit den Worten des Nutzers.
  2. Schreiben Sie klar, was Sie getan haben oder welche Version die Korrektur enthält.
  3. Verweisen Sie bei Bedarf auf Ihren Support, fragen Sie aber keine persönlichen Daten ab.
  4. Bitten Sie nicht um eine bessere Bewertung; zeigen Sie die Lösung und lassen Sie den Nutzer entscheiden.

Auch die Antwortregeln von Google verlangen, in Antworten nichts zu erbitten und nichts zu bewerben.

Wie erholen Sie sich von sinkenden App Bewertungen?

Finden Sie zuerst die Ursache, dann bitten Sie um neue Bewertungen. Umgekehrt sammeln Sie nur weitere schlechte Noten von Betroffenen. Die Play Console schlüsselt Bewertungen nach Land, Sprache, App Version, Android Version und Gerätemodell auf. Diese Aufschlüsselung zeigt daher oft, dass ein einzelnes Release oder eine Gerätegruppe den Einbruch verursacht.

Beispielszenario: Nach einem Update verliert eine Bestell App Sterne. Das Team prüft die Aufschlüsselung und sieht den Einbruch bei einer bestimmten Android Version. Ursache ist ein Absturz auf der Bezahlseite. Das Team veröffentlicht eine Korrektur, nennt in den Antworten die korrigierte Version und schaltet erst dann die Anfrage wieder ein.

Halten Sie außerdem einen Fernschalter bereit, der die Anfrage pausiert. Dann schalten Sie sie in einer Krise ab, ohne eine neue Version auszuliefern. Laut Google spiegelt die angezeigte Bewertung vor allem aktuelle Bewertungen wider. Folglich heben zufriedene Nutzer nach der Korrektur den Wert mit der Zeit wieder an.

Sollten Sie die Gesamtbewertung im App Store zurücksetzen?

Manchmal ja, aber selten, denn der Schritt hat Nebenwirkungen. Die Apple Seite zu Bewertungen und Rezensionen erklärt, dass die Gesamtbewertung für jedes Land im App Store separat gilt. Mit einer neuen Version können Sie sie zurücksetzen. Allerdings empfiehlt Apple, diese Funktion sparsam zu nutzen.

Zudem hat das Zurücksetzen eine klare Grenze. Laut Apple bleiben die geschriebenen Rezensionen dabei erhalten. Alte Beschwerden bleiben also auf Ihrer Seite lesbar. Außerdem schafft eine neue Bewertung mit nur wenigen Stimmen bei neuen Nutzern kaum Vertrauen.

Wir erwägen das Zurücksetzen in genau einer Lage: Sie haben ein großes Problem dauerhaft behoben, und die neue Version ist ein umfassendes Update. Bei einer kleinen Fehlerkorrektur lohnt es sich meist nicht. Google Play beschreibt kein vergleichbares Zurücksetzen; dort gewichtet die angezeigte Bewertung ohnehin aktuelle Stimmen.

Wie beeinflussen App Bewertungen die Sichtbarkeit im Store?

App Bewertungen wirken direkt auf die Conversion Rate Ihrer Store Seite. In den Suchergebnissen sehen Menschen Icon, Namen und Sterne zusammen. Darum gehören Bewertungen zum Kern der App Store Optimierung. Das ganze Thema behandeln wir im Beitrag Was ist App Store Optimierung; hier wiederholen wir es nicht.

Außerdem zählt der Text der Rezensionen. Neue Nutzer suchen in aktuellen Rezensionen Antworten auf ihre eigenen Sorgen: Kommt die Lieferung pünktlich, klappt die Zahlung, leert die App den Akku? Daher überzeugen frische und konkrete Rezensionen fast so stark wie der Durchschnittswert.

Bewertungen allein reichen trotzdem nicht. Auch die Bilder im Store Eintrag prägen den ersten Eindruck. Kombinieren Sie die Arbeit an Bewertungen deshalb mit unserem Leitfaden App Store Screenshots erstellen. Wie die Zahl der Bewertungen Kaufentscheidungen allgemein beeinflusst, zeigt unser Beitrag über Produktbewertungen und Umsatz.

Wie sammeln Sie die ersten Bewertungen für eine neue App?

Bei einer neuen App ist nicht die niedrige Note das Problem, sondern gar keine Note. Weil Sie wenige Nutzer haben, zählt jede Chance auf eine Anfrage mehr. Überstürzen Sie also nichts in den ersten Wochen und fragen Sie nur Nutzer, die wirklich Nutzen erlebt haben.

Beispielszenario: Eine Termin App startet gerade. Das Team lässt die Anfrage im ersten Release ausgeschaltet und beobachtet Absturz und Fehlerraten. Im zweiten Release, mit stabilem Ablauf, aktiviert es die Anfrage nach der zweiten erfolgreichen Buchung. Somit stammen die ersten Bewertungen von Nutzern, die die App in ihrem besten Zustand erlebt haben.

Andererseits wirkt es verlockend, Freunde und Familie um eine Welle von Rezensionen zu bitten. Dieser Weg kommt jedoch dem sehr nahe, was Stores als gefälschtes oder gelenktes Feedback einstufen. Stattdessen empfehlen wir regelmäßigen Kontakt zu frühen Nutzern, echte Produktverbesserungen und Geduld.

Ist eine Bitte per Pushnachricht, E-Mail oder Website erlaubt?

Eine Einladung zur Store Seite von außerhalb der App ist an sich nicht verboten, doch es gelten dieselben Grundsätze. Die Google Play Richtlinie nennt ausdrücklich eine Benachrichtigung mit Rabatt für eine hohe Bewertung als Verstoß. Das Problem ist also nicht der Kanal, sondern Anreiz und Lenkung.

Halten Sie die Einladung schlicht, etwa so: "Wenn Sie Ihre Erfahrung teilen möchten, nutzen Sie gern diesen Link." Nennen Sie keine Sternezahl, versprechen Sie keine Belohnung und schreiben Sie nicht nur zufriedene Kunden an. Senden Sie solche Einladungen zudem selten, denn häufige Pushnachrichten kosten schnell die Erlaubnis für Benachrichtigungen.

Welche Kennzahlen sollten Sie verfolgen?

Was Sie nicht messen, können Sie nicht verbessern, und App Bewertungen sind keine Ausnahme. Allerdings verraten die Store Schnittstellen nie, ob jemand bewertet hat. Deshalb messen Sie indirekt: Sie vergleichen Ihre eigenen Auslöseereignisse mit dem Bewertungstrend in der Store Konsole.

Diese Kennzahlen verfolgen wir:

  • Anzahl der Sitzungen mit Anfrage, getrennt nach Auslöser.
  • Durchschnittliche Bewertung und Zahl neuer Bewertungen pro Version.
  • Wiederkehrende Themen in Rezensionstexten.
  • Antwortquote und Antwortzeit bei negativen Rezensionen.
  • Anteil der Nutzer, die ihre Bewertung nach einer Antwort ändern.

Möchten Sie zwei Auslöser vergleichen, teilen Sie Nutzer in Gruppen und messen das Ergebnis. Ob der Unterschied signifikant ist, prüfen Sie dann mit unserem A/B Test Rechner. Auch im Test muss jede Gruppe allerdings eine regelkonforme Anfrage sehen.

Welche Fehler sehen wir am häufigsten?

Wenn wir Projekte mittendrin übernehmen, begegnen uns immer wieder dieselben Fehler. Die häufigsten sind:

  • Ein eigener Sternedialog, der 5 Sterne in den Store und alle anderen zu einem Formular schickt.
  • Die Anfrage beim ersten Start oder direkt nach dem Onboarding.
  • Eine Schaltfläche "Bewerten", die direkt die offizielle Anfrage auslöst.
  • Gutscheine, Münzen oder Zusatzinhalte im Tausch gegen eine Bewertung.
  • Unbeantwortete negative Rezensionen oder überall dieselbe Standardantwort.
  • Die Bitte in einer Antwort, die Bewertung zu erhöhen.
  • Eine aktive Anfrage während eines fehlerhaften Releases.

Manche dieser Fehler verursachen zudem Ärger bei der Prüfung im Store. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Warum wurde Ihre App abgelehnt. Hat Google Play Ihre App bereits wegen eines Richtlinienverstoßes entfernt, beschreibt unser Leitfaden zum Einspruch bei Google Play die ersten Schritte.

Was gehört auf Ihre Checkliste vor dem Release?

Gehen Sie diese kurze Liste vor jeder Einreichung durch. Wer jeden Punkt einzeln abhakt, vermeidet die meisten späteren Probleme:

  1. Außer der offiziellen Anfrage gibt es keinen eigenen Sternedialog.
  2. Die Anfrage erscheint nur nach einem Erfolg und beachtet Ihre eigene Wartezeit.
  3. Vor oder während der Anfrage gibt es keine Zufriedenheitsfrage.
  4. Keine Belohnung, kein Gutschein und keine Sperre hängt an Bewertungen.
  5. Die Einstellungen enthalten einen separaten Link zur Store Seite.
  6. Ein Fernschalter kann die Anfrage abschalten.
  7. Eine verantwortliche Person beantwortet negative Rezensionen nach einem festen Muster.

Die Liste wirkt kurz, doch jeder Punkt steht für eine Store Regel oder eine Lehre aus echten Projekten. So bestehen Sie die Prüfung entspannt und belasten Ihre Nutzer nicht.

Prüfen Sie die Liste deshalb bei jedem größeren Release erneut. Eine neue Funktion kann die Anfrage unbemerkt in einen falschen Moment schieben. Zum Beispiel macht ein neuer Bestätigungsschritt im Bezahlvorgang Ihre alte Definition des Erfolgsmoments ungültig. Halten Sie die Definition des Auslösers deshalb auch in Ihrer Produktdokumentation fest, nicht nur im Code.

Was bringt Ihnen ein professionelles Team?

Eine Bewertungsanfrage sieht nach wenigen Zeilen Code aus, doch dahinter stehen Produktentscheidungen, Analyse und Store Richtlinien. Gutes Timing setzt voraus, dass Sie den Nutzenmoment Ihrer App kennen. Gute Messung braucht früh geplante Analyseereignisse. Regelkonformität verlangt, zwei sich ständig ändernde Dokumentationen im Blick zu behalten.

Talha Aslan und Team konzipieren und entwickeln Ihre App und bringen sie in den App Store und zu Google Play. Die Bewertungsanfrage, den Antwortprozess für Rezensionen und den Store Eintrag richten wir dabei gleich mit ein. Besuchen Sie unsere Seite zur App Entwicklung, schildern Sie Ihr Projekt und erhalten Sie ein individuelles Angebot.

Kurz gesagt sind gute App Bewertungen das Ergebnis eines guten Erlebnisses. Eine regelkonforme Anfrage trägt dieses Erlebnis nur in den Store, mehr nicht.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich einen eigenen Bewertungsdialog in meiner App nutzen?
Nein, davon raten wir ab. Die Richtlinien von Apple verlangen für Bewertungsanfragen die bereitgestellte API und lassen eigene Dialoge nicht zu. Google verbietet zudem Fragen vor oder während der Bewertungskarte. Nutzen Sie daher unter iOS die StoreKit Anfrage und unter Android die In App Review API. Einen separaten Store Link können Sie in den Einstellungen anbieten.
Wie oft darf eine Bewertungsanfrage für einen Nutzer erscheinen?
Laut Apple zeigt das System die Anfrage höchstens dreimal innerhalb von 365 Tagen. Google nutzt ein zeitlich begrenztes Kontingent, veröffentlicht den genauen Wert nicht und kann ihn ändern. Setzen Sie deshalb eine eigene Wartezeit, fragen Sie selten und heben Sie jede Chance für Ihren besten Moment auf. Prüfen Sie aktuelle Grenzen immer offiziell.
Darf ich Nutzern einen Gutschein für eine Bewertung geben?
Nein. Die Google Play Richtlinie nennt einen Rabatt im Tausch gegen eine hohe Bewertung ausdrücklich als Verstoß. Auch Apple wertet belohntes Feedback als Manipulation von Rezensionen, die Sanktionen nach sich ziehen kann. Sie dürfen Aktionen in der App belohnen, etwa ein abgeschlossenes Level. Eine Belohnung darf allerdings nie an eine Bewertung gebunden sein.
Kann ich die Bewertungsanfrage über eine Schaltfläche auslösen?
Koppeln Sie die offizielle Anfrage nicht an eine Schaltfläche. Apple und Google raten davon ab, weil die API womöglich nichts anzeigt. Tippt ein Nutzer und nichts passiert, wirkt die App defekt. Wenn Sie eine Schaltfläche möchten, machen Sie daraus einen schlichten Link zu Ihrer Store Seite. Apple zeigt dafür im Beispielcode einen passenden Parameter.
Ändert eine Antwort auf eine negative Rezension die Bewertung?
Eine Antwort ändert die Bewertung nicht von selbst, gibt dem Nutzer aber einen Grund zum Überdenken. Bei Google Play erhalten Nutzer bei Ihrer Antwort eine Benachrichtigung und eine E-Mail und können ihre Bewertung jederzeit anpassen. Benennen Sie das Problem, nennen Sie die korrigierte Version und bitten Sie nie um mehr Sterne.
Warum erscheint die Bewertungsanfrage in TestFlight nicht?
Weil die Bewertungsanfrage laut Apple in Betaversionen über TestFlight keine Wirkung hat. Im Entwicklungsmodus zeigt StoreKit die Anfrage dagegen immer an, damit Sie die Oberfläche testen können. Führen Sie Ihre Tests der Oberfläche also dort durch. Unter Android nutzen Sie den internen Testtrack, denn dort gilt kein Kontingent von Google.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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