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Was ist TestFlight? So testen Sie Ihre iOS App vor dem Release

Talha Aslan 19 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Kurze Antwort

Was ist TestFlight und wofür nutzen Sie es?

TestFlight ist der Betatestdienst von Apple. Damit verteilen Sie Vorabversionen Ihrer App für iOS, iPadOS, macOS, tvOS, watchOS oder visionOS an eingeladene Personen. Die Tester installieren die App über die TestFlight App, probieren sie auf echten Geräten aus und senden Ihnen Screenshots mit Kommentaren sowie Absturzberichte.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

TestFlight ist der offizielle Weg von Apple, Ihre iOS App vor dem Release an echte Menschen zu verteilen. In diesem Leitfaden zeigen Talha Aslan und Team den Ablauf, den wir in Projekten nutzen: interne Tests, externe Tests, Beta App Review, Einladungswege, Laufzeit der Builds, Feedback und typische Fehler.

Kurz gesagt öffnet TestFlight den Build, den Sie in Xcode archivieren, für einen kontrollierten Personenkreis. Ein Build ist das installierbare Paket Ihrer App. Somit finden ausgewählte Tester die Fehler, nicht Ihre zahlenden Kunden. Die TestFlight Seite von Apple beschreibt den Dienst für Apps, Spiele und App Clips.

Allerdings geht es nicht nur um Fehlersuche. Zum Beispiel prüfen Sie hier, ob ein neuer Bezahlbildschirm verständlich ist, ob die Abfrage für Mitteilungen im richtigen Moment erscheint oder wie viele Schritte die Registrierung braucht. Ein Kanal deckt also technische Tests und Nutzererlebnis zugleich ab.

Warum sollten Sie Ihre App vor dem Release testen lassen?

Eine App, die im Simulator perfekt aussieht, verhält sich auf einem echten Gerät oft anders. Bildschirmgrößen, ältere Systemversionen, schwaches Mobilnetz, Stromsparmodus und Spracheinstellungen bildet der Simulator kaum ab. Deshalb senkt eine kurze Runde auf echten Geräten mit echten Menschen das Risiko von Ablehnungen und schlechten ersten Bewertungen deutlich.

Zudem lassen sich viele Probleme der App Prüfung schon im Betatest finden: abstürzende Ansichten, ein defektes Demokonto, leere Seiten. Die häufigsten Ursachen finden Sie im Beitrag zu den Gründen für abgelehnte Apps. Eine gute TestFlight Runde schließt somit den Großteil dieser Liste vorab.

In unseren Projekten gehört der Test fest zum Releaseplan. Über unsere App Entwicklung entwickeln wir Ihre App, steuern die TestFlight Runden und bringen sie für Sie in den Store. Arbeitet Ihr eigenes Team daran, helfen Ihnen die folgenden Schritte, denselben Takt aufzubauen.

Worin unterscheiden sich interne und externe Tests in TestFlight?

TestFlight kennt zwei Arten von Testern. Interne Tester sind Teammitglieder mit einem Benutzerkonto in Ihrem App Store Connect Team. Externe Tester können dagegen alle anderen sein: Kunden, Freiwillige, Partner. Die TestFlight Übersicht von Apple nennt eine Obergrenze von 100 internen und 10.000 externen Testern; prüfen Sie die aktuellen Werte dort.

MerkmalInterner TestExterner Test
Wer nimmt teilBenutzer Ihres App Store Connect TeamsPersonen ohne App Store Connect Konto
Obergrenze laut Apple10010.000
Beta App ReviewNicht nötigFür den ersten Build nötig
EinladungTeambenutzer zur Gruppe hinzufügenEinladung per E-Mail oder öffentlicher Link
Bester EinsatzTägliche Buildkontrolle, schnelle KorrekturenEchtes Nutzererlebnis, Bedingungen im Alltag

In der Praxis ist der interne Test der erste Filter für jeden neuen Build. Der externe Test ist dagegen die Generalprobe mit Ihrem echten Publikum. Am besten nutzen Sie beide nacheinander.

Was brauchen Sie, bevor Sie TestFlight nutzen?

Zunächst müssen einige Grundlagen stehen. Sonst hakt schon der erste Upload oder die erste Einladung. Unsere Checkliste:

  • Eine Mitgliedschaft im Apple Developer Program und Zugang zu App Store Connect.
  • Einen App Eintrag in App Store Connect mit Bundle ID.
  • Ein gültiges Signaturzertifikat und ein Bereitstellungsprofil mit der App Kennung.
  • Einen archivierten Build aus Xcode oder Xcode Cloud, bereit zum Hochladen.
  • Für externe Tests eine Betabeschreibung, eine Adresse für Feedback per E-Mail und Kontaktdaten.
  • Ein funktionierendes Demokonto für die Prüfer, falls Ihre App eine Anmeldung verlangt.

Klären Sie außerdem früh die Rollen im Team. Laut den Hilfeseiten von Apple brauchen Sie für Einladungen externer Tester die Rolle Account Holder, Admin oder App Manager. Ein Entwickler ohne diese Rolle kann Builds hochladen, aber externe Gruppen eventuell nicht verwalten. Das führt dann kurz vor dem Start zu Wartezeiten.

Wie laden Sie den ersten Build zu App Store Connect hoch?

Der erste Upload beginnt in Xcode. Sie archivieren die App mit der Konfiguration Release und verteilen sie danach über das Organizer Fenster an App Store Connect. Nutzen Sie Xcode Cloud, binden Sie diesen Schritt in einen Workflow ein und automatisieren ihn.

Nach dem Upload durchläuft der Build eine Verarbeitung. Sie sehen ihn dann im Tab TestFlight, können ihn aber noch nicht testen. Danach fragt Apple eventuell nach der Exportkonformität, also danach, wie Ihre App Verschlüsselung nutzt. Ohne Antwort erreicht der Build also keine Tester.

Achten Sie zudem auf die Buildnummer. Für jeden neuen Upload brauchen Sie eine höhere Nummer; dieselbe Nummer nimmt Apple kein zweites Mal an. Wir nutzen die Versionsnummer für das, was Nutzer sehen, und die Buildnummer als internen Zähler. So wissen wir immer, mit welchem Build ein Tester einen Fehler fand.

Schließlich gilt: Builds, die Sie in Xcode als TestFlight Internal Only hochladen, dürfen nur in interne Gruppen. Laut Apple können diese Builds weder in externe Tests noch zu Kunden. Planen Sie eine externe Runde, verzichten Sie also auf diese Option.

Wie richten Sie eine interne TestFlight Gruppe Schritt für Schritt ein?

Der interne Test ist die schnellste Ebene von TestFlight, denn er wartet nicht auf das Beta App Review. Der Ablauf in der Hilfe von Apple sieht so aus:

  1. Wählen Sie Ihre App in App Store Connect und öffnen Sie den Tab TestFlight.
  2. Klicken Sie in der Seitenleiste auf die Plustaste neben Internal Testing und benennen Sie die Gruppe.
  3. Aktivieren Sie bei Bedarf die automatische Verteilung, damit neue Builds aus Xcode die Gruppe selbst erreichen.
  4. Fügen Sie Tester hinzu; in der Liste erscheinen nur Benutzer von App Store Connect.
  5. Fügen Sie einen Build hinzu und beschreiben Sie unter What to Test die Aufgaben dieser Runde.
  6. Die Tester erhalten eine Einladung per E-Mail und installieren den Build über die TestFlight App.

Ein Detail ist allerdings wichtig. Laut Apple müssen Sie Builds aus Xcode Cloud immer manuell zu Gruppen hinzufügen. Gehen Sie also nicht davon aus, dass jeder Build automatisch ankommt, nur weil die automatische Verteilung aktiv ist.

Beispielszenario: Ein Team aus fünf Personen bekommt jeden Abend einen neuen Build und prüft ihn am nächsten Morgen kurz. Dieser Takt räumt somit die meisten Fehler aus, bevor externe Tester etwas sehen.

Wie läuft das TestFlight Beta App Review für externe Tests ab?

Der erste Build für externe Tester durchläuft das TestFlight App Review. Apple prüft dabei den Build und seine Metadaten anhand der App Review Guidelines. Laut der Anleitung von Apple zum Einladen externer Tester braucht der erste Build eine vollständige Prüfung; spätere Builds derselben Version eventuell nicht.

Gibt Apple den Build frei, erhalten Benutzer mit der Rolle Admin eine E-Mail. Lehnt Apple ihn ab, wechselt der Status auf Rejected, und die Details finden Sie unter App Review in App Store Connect. Außerdem darf laut Apple pro Version nur ein Build gleichzeitig in Prüfung sein, und die Zahl der Einreichungen pro Tag ist begrenzt. Den aktuellen Wert prüfen Sie daher auf der offiziellen Seite.

Wir sehen das Beta App Review als Probe für die echte Store Prüfung. Ein Hinweis, den Sie hier erhalten, taucht beim Einreichen sehr wahrscheinlich wieder auf. Zum Beispiel bringt ein Hinweis auf doppelte Inhalte das Thema Richtlinie 4.3 Spam früh auf den Tisch.

Kurz gesagt: Betrachten Sie das Beta App Review als Frühwarnsystem, nicht als Hürde. Liefern Sie Demokonto, Angaben zum Bezahlablauf und Erklärungen zu Berechtigungen schon jetzt vollständig.

Was gehört in den Bereich Testinformationen?

Vor dem externen Test verlangt App Store Connect Testinformationen. Die Übersicht von Apple nennt eine Beschreibung der Beta App, eine Erklärung der zu testenden Funktionen und eine Adresse für Feedback per E-Mail. Dazu kommen Kontaktdaten für das Prüfteam und bei Bedarf die Zugangsdaten eines Demokontos.

Halten Sie die Betabeschreibung kurz und klar. Ein Tester sollte zunächst in zwei Sätzen verstehen, was die App tut. Formulieren Sie danach die Testaufgabe konkret. Statt „probieren Sie alles aus“ schreiben Sie etwa „testen Sie den neuen Warenkorb und bezahlen Sie mit einem Gutschein“.

Vergessen Sie auch die Hinweise für die Prüfung nicht. Braucht Ihre App einen bestimmten Ort, eine bestimmte Hardware oder eine Mitgliedschaft, sagen Sie das deutlich. Eine Service App, die nur in einer Region funktioniert, braucht zum Beispiel eine kurze Notiz, wie der Prüfer jeden Schritt testen kann. Sonst dauert die Prüfung womöglich länger.

Nutzen Sie schließlich ein Postfach für Feedback, das jemand wirklich liest. Tester auf manchen älteren Geräten können Feedback nur per E-Mail senden. Ein ungelesenes Postfach bedeutet schließlich, dass wertvolle Hinweise verschwinden.

Wie laden Sie TestFlight Tester per E-Mail ein?

Einladungen per E-Mail passen, wenn Sie genau wissen wollen, wer testet. Wählen Sie die externe Gruppe und klicken Sie auf die Plustaste neben Testers. Dann fügen Sie neue Tester per Adresse hinzu, wählen vorhandene Tester aus oder importieren eine Datei im CSV Format.

Danach öffnet der Tester die Einladung und nimmt sie mit der TestFlight App an. Laut Apple erscheint die Adresse eingeladener Tester in der Detailansicht des Feedbacks. Somit wissen Sie, von wem jede Notiz stammt, und können gezielt nachfragen.

Diese Methode eignet sich vor allem für Geschäftsprojekte. Bauen Sie etwa eine App für ein Händlernetz, laden Sie pro Händler eine Ansprechperson ein und sortieren das Feedback nach Region. Gehen Sie allerdings sorgfältig mit personenbezogenen Daten um. Nutzen Sie die Testerliste nur für den Test und geben Sie sie nicht weiter.

Noch ein Tipp: Teilen Sie Gruppen nach Zweck. Getrennte Gruppen wie Vertrieb, Stammkunden und Nutzer älterer Geräte zeigen Ihnen denselben Build aus verschiedenen Blickwinkeln.

Wann lohnt sich ein öffentlicher TestFlight Link?

Mit einem öffentlichen Link nehmen Personen am Betatest teil, ohne dass Sie deren Kontaktdaten kennen. Sie platzieren den Link in einem Newsletter, einem Beitrag in sozialen Medien oder auf Ihrer Website. Wer ihn antippt, tritt über TestFlight bei. Für einen breiten Test ist das also sehr praktisch.

Beim Erstellen wählen Sie zwischen Open to Anyone und Filter by Criteria. Mit Filtern legen Sie Gerätetyp und einen Bereich von Systemversionen fest. Zudem setzen Sie eine Obergrenze für Tester über den Link. So wächst Ihre Gruppe nicht unkontrolliert, falls sich der Link verbreitet.

Kennen Sie allerdings das Risiko. Apple sagt klar, dass jeder den Link teilen kann. Daher sollten Sie bei vertraulichen Produkten Einladungen per E-Mail bevorzugen. Zudem können Sie den Link jederzeit deaktivieren.

Auch die Anonymität spielt eine Rolle. Tester über den Link erscheinen anonym, außer sie geben beim Feedback eine Adresse an. Installationsdatum, Sitzungen und Abstürze sehen Sie trotzdem. In der Praxis eignet sich der öffentliche Link gut für Zahlen und weniger für persönliche Gespräche.

Wie lange bleibt ein TestFlight Build verfügbar?

Laut der TestFlight Übersicht von Apple testen Sie einen Build bis zu 90 Tage lang. Danach steht er für Tester nicht mehr zur Verfügung. Da sich Richtlinien ändern können, prüfen Sie den aktuellen Wert bitte auf der offiziellen Seite.

Diese Frist hat eine praktische Folge. In einem langen Betaprogramm läuft der Build auf dem Gerät des Testers still ab. Der Tester öffnet die App, sie startet nicht, und er hält Ihre App für defekt. Deshalb sollten Sie in langen Programmen regelmäßig neue Builds liefern und die Tester an die Frist erinnern.

Sie können einen Build auch vorzeitig beenden. Finden Sie zum Beispiel einen schweren Datenfehler, ist es sinnvoll, den alten Build zu beenden und den korrigierten zu senden. Laut Apple können eingeladene Tester einen nicht beendeten Build außerdem nach dem Release weiter testen, wenn Sie ihn an den App Store senden.

Tragen Sie die Startdaten der Builds in Ihren Kalender ein. In unseren Projekten halten wir den nächsten Build etwa eine Woche vor Ablauf bereit. So entsteht für Tester nie eine Lücke.

Wie installieren Tester Ihre Beta App?

Die Seite der Tester ist einfach, dennoch haken Neulinge oft an Kleinigkeiten. Zunächst installieren sie die kostenlose TestFlight App aus dem App Store. Danach tippen sie auf den Link in der Einladung oder auf den öffentlichen Link und nehmen an. Ihre App erscheint dann in TestFlight und lässt sich dort installieren.

Nach der Installation liegt die Beta App wie jede andere App auf dem Home Bildschirm, mit einer kleinen Markierung am Namen. Außerdem können Tester zu früheren Builds zurückkehren. Laut der TestFlight Seite von Apple nutzt ein Tester Ihre Builds auf bis zu 30 Geräten; prüfen Sie den aktuellen Wert dort.

Wir empfehlen eine kurze Installationsnotiz an die Tester. Diese drei Punkte verhindern die meisten Fragen:

  • Installieren Sie zuerst die TestFlight App und öffnen Sie dann den Einladungslink.
  • Kam die Einladung an einen anderen Apple Account, melden Sie sich mit diesem an.
  • Startet die App nicht, installieren Sie den neuesten Build in TestFlight erneut.

Beachten Sie außerdem: Verwaltete Apple Accounts in reservierten Domains können laut Apple keine Builds testen. Nutzen Ihre Firmentester solche Konten, bitten Sie sie, mit einem privaten Apple Account teilzunehmen.

Wie sammeln Sie TestFlight Feedback und Screenshots?

Eine Stärke von TestFlight ist, dass Feedback direkt aus der App kommt. Der Tester macht einen Screenshot, markiert Stellen, schreibt einen Kommentar und sendet ihn ab. Sie finden diese Hinweise dann in App Store Connect im Tab TestFlight unter Feedback und Screenshots.

Das Feedback filtern Sie nach Plattform, App Version, Buildgruppe, Build, Systemversion und Gerät. Jeder Eintrag zeigt den vollständigen Screenshot samt Kommentar, und Sie laden ihn als ZIP Archiv herunter. Zudem gibt es eine Option, Screenshot Feedback in Xcode zu öffnen.

Wir sortieren Feedback in drei Körbe:

  • Blocker: Abstürze, fehlgeschlagene Anmeldung, Zahlungen ohne Abschluss.
  • Probleme im Nutzererlebnis: verwirrende Texte, versteckte Schaltflächen, langsame Ansichten.
  • Vorschläge: gute Ideen, die dieses Release nicht braucht.

Jeden Morgen schaut das Team zuerst auf Blocker, dann auf Probleme im Nutzererlebnis. Vorschläge wandern dann in die Roadmap. Außerdem bietet Apple Webhooks bei neuem Feedback sowie Endpunkte der App Store Connect API. Damit leiten Sie Feedback in Ihr eigenes Ticketsystem.

Wie lesen Sie Absturzberichte in TestFlight?

Stürzt die App bei einem Tester ab, bietet TestFlight ihm an, kurz Kontext zu ergänzen. Diese Einträge finden Sie unter Feedback und Crashes. Die Tabelle zeigt Zeitpunkt und Details des Absturzes. Für jeden Eintrag laden Sie ein ZIP Archiv mit Absturzbericht und Kommentar herunter.

Laut der Hilfeseite von Apple stehen Absturzberichte 120 Tage lang zum Download bereit. Laden Sie sie deshalb rechtzeitig herunter und speichern Sie sie in Ihrem eigenen System. Reagiert die App nicht mehr und beendet sich, fehlt der Bericht womöglich im Archiv.

Prüfen Sie beim Lesen zuerst Build und Systemversion. Lesen Sie dann den Kommentar des Testers. Ein Satz wie „die App schloss sich, als ich einen zweiten Artikel in den Warenkorb legte“ liefert Kontext, den der Bericht allein nicht hat. Können Sie den Absturz nachstellen, folgt die Lösung meist schnell.

Beispielszenario: Drei Tester melden einen Absturz in derselben Ansicht, und alle nutzen eine ältere Systemversion. Vermutlich nutzt der Code eine Systemfunktion, die der älteren Version fehlt. Kurz gesagt grenzen Filter das Problem in Minuten ein.

Wie schreiben Sie die Notiz What to Test?

What to Test ist die kurze Aufgabennotiz, die jeden Build begleitet. Je klarer sie ist, desto nützlicher wird das Feedback. Eine vage Notiz bringt meist nur flache Kommentare wie „sieht gut aus“.

Eine gute Notiz hat drei Teile: was sich in diesem Build geändert hat, was Tester tun sollen und wie sie Probleme melden. Ein Beispiel:

  1. Dieser Build enthält einen neuen Registrierungsbildschirm und das Zurücksetzen des Passworts.
  2. Bitte legen Sie ein neues Konto an, melden Sie sich ab, setzen Sie das Passwort zurück und melden Sie sich erneut an.
  3. Machen Sie bei jedem Schritt, an dem Sie hängen bleiben, einen Screenshot mit kurzer Notiz.

Nennen Sie in der Notiz auch bekannte Fehler. Dann melden Tester nicht ständig ein Problem, das Sie längst kennen. Apple erlaubt zudem lokalisierte Fassungen dieser Notiz. Haben Sie Tester in mehreren Sprachen, schreiben Sie die Notiz also in deren Sprache.

Halten Sie die Notiz zudem kurz. Lange Texte lesen Tester nicht; eine Aufgabenliste mit höchstens fünf Zeilen funktioniert am besten.

Welche TestFlight Fehler passieren am häufigsten?

Die häufigsten Probleme betreffen eher den Prozess als den Code. Diese sehen wir oft:

  • Die Frage zur Exportkonformität bleibt offen; der Build hängt im Status Missing Compliance und erreicht keine Tester.
  • Ein Build als TestFlight Internal Only hochladen und dann einer externen Gruppe zuweisen wollen.
  • Erneut hochladen, ohne die Buildnummer zu erhöhen.
  • Kein Demokonto für die externe Prüfung angeben oder ein abgelaufenes.
  • Einen öffentlichen Link ohne Obergrenze offen lassen und so ein vertrauliches Produkt streuen.
  • Die Frist von 90 Tagen übersehen und Tester mit einer App zurücklassen, die nicht startet.
  • Jemanden in eine interne Gruppe aufnehmen wollen, bevor er Benutzer in App Store Connect ist.

Die meisten dieser Fehler verhindern Sie also in wenigen Minuten. Deshalb lohnt sich vor jedem Build eine kurze Checkliste. Koppeln Sie automatisierte Tests daran, kommt bei menschlichen Testern ein saubererer Build an. Werkzeuge dafür vergleichen wir in Selenium, Cypress und Playwright im Vergleich.

Möchten Sie die Frage zur Exportkonformität nicht bei jedem Build beantworten, hinterlegen Sie die Angabe zur Verschlüsselung in der Konfigurationsdatei der App. Lesen Sie dazu die Dokumentation von Apple zur Verschlüsselung und wählen Sie die passende Angabe.

Dürfen Sie TestFlight Tester belohnen?

Nein. Bezahlung oder jede andere Gegenleistung für Tester verstößt gegen die Regeln. Richtlinie 2.2 der App Review Guidelines von Apple sagt, dass Apps über TestFlight nicht gegen eine Gegenleistung jeglicher Art an Tester gehen dürfen, auch nicht als Belohnung für Crowdfunding.

Dieselbe Richtlinie nennt zwei weitere Punkte. Erstens gehören Demos, Betas und Testversionen nicht in den App Store, sondern zu TestFlight. Zweitens sollte jede App für die Betaverteilung auf eine öffentliche Veröffentlichung zielen und die Richtlinien erfüllen. Anders gesagt ist TestFlight keine dauerhafte Hintertür am Store vorbei.

Zudem sollten Sie wesentliche Änderungen an einem Betabuild zuerst an das TestFlight App Review senden, bevor Tester ihn bekommen. Ändert sich etwa das Bezahlsystem oder die Art der Inhalte, versuchen Sie nicht, das an der Prüfung vorbei zu verteilen.

Wie halten Sie Tester dann motiviert? Gesten ohne Geldwert, etwa eine Dankesmail, eine Erwähnung in den Release Notes oder ein kurzes Gespräch mit dem Produktteam, bleiben im Rahmen. Trotzdem gilt: Sind Sie unsicher, lesen Sie die aktuellen Richtlinien.

Wie schneiden die Testtracks von Google Play im Vergleich zu TestFlight ab?

Erscheint Ihre App für iOS und Android, brauchen Sie auf beiden Seiten einen parallelen Testaufbau. Die Google Play Console bietet drei Testtracks: intern, geschlossen und offen. Laut der Hilfe zur Play Console umfasst ein interner Test bis zu 100 Tester pro App und unterliegt eventuell nicht den üblichen Richtlinienprüfungen von Play.

Geschlossene Tests richten Sie über Listen mit Adressen oder über Google Gruppen an ausgewählte Personen. Offene Tests sind dagegen eine breite Beta, die Nutzer bei Google Play finden oder über einen Link betreten. Dieser Aufbau ähnelt der internen und externen Trennung in TestFlight, ist aber nicht identisch. So erscheint der Teilnahmelink etwa erst, wenn der App Status Published lautet.

In plattformübergreifenden Projekten binden wir beide Seiten an einen Kalender. Das zählt besonders, wenn eine Codebasis beide Plattformen bedient; diesen Ansatz erklären wir im Leitfaden zu React Native. Gibt es auf Android eine Entfernung oder einen Richtlinienkonflikt, hilft unser Beitrag zum Einspruch bei Google Play.

Kurz gesagt: Lesen Sie die Testregeln beider Stores getrennt und steuern Sie sie mit einer gemeinsamen Checkliste.

Beispielszenario: Wie sieht ein TestFlight Plan über zwei Wochen aus?

Der folgende Plan ist ein Beispielszenario für eine mittelgroße Service App. Er ist ein Startrahmen und keine Garantie. Passen Sie die Dauer daher an Ihr Projekt an.

  1. Tag eins und zwei: erster Build für die interne Gruppe, Prüfung der Kernabläufe.
  2. Tag drei und vier: neuer Build mit behobenen Blockern, erneute interne Runde.
  3. Am fünften Tag: erster Build für die externe Gruppe und Einreichung beim Beta App Review.
  4. Nach der Freigabe: eine kleine Gruppe treuer Nutzer, per E-Mail eingeladen.
  5. Tag acht: Feedback in drei Körbe sortieren und Korrekturbuild liefern.
  6. Tag zehn: bei Bedarf eine breitere Runde über einen begrenzten öffentlichen Link.
  7. Ende der zweiten Woche: finaler Build, Storetexte und Screenshots, dann Einreichung.

Der wichtigste Teil dieses Plans ist eine kurze Auswertung nach jeder Runde. Welche Fehler sind behoben? Welche wandern ins nächste Release? Was haben Tester nicht verstanden? Halten Sie die Antworten schriftlich fest, dann beruht Ihre Releaseentscheidung auf Daten.

Bleiben Sie während des Plans im Kontakt mit den Testern. Eine kurze Notiz zu jedem neuen Build hält die Beteiligung lebendig.

Wie wählen Sie Ihre Betatester aus?

Die richtigen Tester liefern das richtige Feedback. Testet nur Ihr eigenes Team, hören Sie Menschen, die den Ablauf schon kennen. Öffnen Sie die externe Runde daher für Personen, die zu Ihrer Zielgruppe passen, das Produkt aber nie gesehen haben.

Wir teilen Tester meist in drei Ebenen. Die erste Ebene sind Team und enge Beteiligte; sie finden technische Fehler schnell. Danach folgen Stammkunden oder Mitarbeitende an der Front; sie kennen den echten Arbeitsablauf. Schließlich kommen Personen, die das Produkt zum ersten Mal sehen; sie geben den ehrlichsten ersten Eindruck.

Achten Sie außerdem auf Gerätevielfalt. Testen Sie nur auf den neuesten Telefonen, übersehen Sie Langsamkeit auf älteren. Die Kriterien des öffentlichen Links filtern nach Systemversion und helfen Ihnen so bei dieser Balance.

Eine große Testerzahl ist für sich genommen kein Vorteil. Zwanzig engagierte Tester, die Fragen beantworten, sind wertvoller als Hunderte, die nie Feedback senden.

Wie kommen Sie vom Betatest in den App Store?

Am Ende der TestFlight Runde haben Sie einen sauberen Build und echte Nutzerdaten. Jetzt bereiten Sie Storetexte, Screenshots, Angaben zum Datenschutz und Hinweise für die Prüfung vor. Die Fragen, die Tester am häufigsten stellten, sind starke Kandidaten für die ersten Zeilen Ihrer Storebeschreibung.

Achten Sie darauf, dass der finale Build dem getesteten Build entspricht. Eine ungetestete Änderung in letzter Minute macht sonst die ganze Runde wertlos. Wie wir diese Disziplin bei Einstellungen prüfen, zeigen unsere Interviewfragen für iOS Swift Entwickler.

Möchten Sie den ganzen Prozess aus einer Hand, unterstützen wir Sie gern. Wir entwickeln Ihre App, steuern die TestFlight Runden und bringen sie in den Store. Fordern Sie über unsere Seite zur App Entwicklung ein Angebot an; Umfang und Zeitplan legen wir dann gemeinsam fest.

Kurz gesagt macht TestFlight den Releasetag bei guter Nutzung von einer Prüfung zu einem geplanten Schritt.

Häufig gestellte Fragen

Kostet TestFlight etwas?
Nein, Tester laden die TestFlight App kostenlos aus dem App Store. Für das Hochladen von Builds und das Anlegen von Testgruppen brauchen Sie allerdings eine Mitgliedschaft im Apple Developer Program. Gebühren und Bedingungen können sich ändern, deshalb prüfen Sie die aktuellen Angaben auf der Website von Apple Developer. Tester selbst zahlen nichts.
Wie lange läuft ein TestFlight Build?
Laut der TestFlight Übersicht von Apple testen Sie einen Build bis zu 90 Tage lang, danach steht er für Tester nicht mehr bereit. Diese Regel kann sich ändern, prüfen Sie also die offizielle Seite. In langen Betaprogrammen liefern Sie am besten vor Ablauf einen neuen Build, damit keine Lücke entsteht.
Braucht der interne Test ein Beta App Review?
Nein, Builds für eine interne Gruppe warten nicht auf das Beta App Review. Interne Tester sind Teammitglieder mit Konto in App Store Connect. Der erste Build für externe Tester durchläuft dagegen das TestFlight App Review. Spätere Builds derselben Version brauchen eventuell keine vollständige Prüfung mehr.
Ein Tester hat die Einladung, sieht die App aber nicht. Was tun?
Prüfen Sie zunächst, ob der Tester die TestFlight App installiert und die Einladung mit demselben Apple Account angenommen hat. Kontrollieren Sie dann, ob der Build abgelaufen ist und zur Gruppe des Testers gehört. Steckt ein externer Build noch in der Prüfung, kann der Tester ihn noch nicht installieren.
Wie viele Personen können über einen öffentlichen Link teilnehmen?
Beim Erstellen eines öffentlichen Links setzen Sie bei Bedarf eine Obergrenze, die laut Apple innerhalb der Grenze für externe Tester bleibt. Zudem filtern Sie nach Gerät und Systemversion. Da jeder den Link teilen kann, empfehlen wir für vertrauliche Produkte Einladungen per E-Mail. Den Link deaktivieren Sie jederzeit.
Darf ich Testern Geschenke oder Rabatte geben?
Nein. Richtlinie 2.2 der App Review Guidelines von Apple sagt, dass Apps über TestFlight nicht gegen eine Gegenleistung jeglicher Art an Tester gehen dürfen. Gesten ohne Geldwert, etwa eine Dankesmail oder eine Erwähnung in den Release Notes, sind die sicherere Wahl. Prüfen Sie im Zweifel die aktuellen Richtlinien.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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