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App Onboarding gestalten: So steigern Sie die Registrierungsrate

Talha Aslan 19 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Kurze Antwort

Was ist App Onboarding und wie beeinflusst es die Registrierungsrate?

App Onboarding umfasst alle Begrüßungs, Registrierungs und Einrichtungsschritte, die Nutzer beim ersten Start sehen und die sie schnell zur ersten wertvollen Aktion führen. Ein guter Ablauf zeigt zuerst den Nutzen, verschiebt das Konto auf den passenden Moment und fragt Berechtigungen im Kontext ab. Dadurch registrieren sich mehr Nutzer, und weniger löschen die App am ersten Tag.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Wer eine App installiert, entscheidet innerhalb weniger Bildschirme, ob er bleibt oder sie wieder löscht. Diese Entscheidung fällt meist im App Onboarding, deshalb verdient App Onboarding mehr Planung, als es meist bekommt. In diesem Leitfaden zeigen wir, Talha Aslan und Team, wie wir Begrüßungsbildschirme, Registrierung und Berechtigungsanfragen so aufbauen, dass mehr Menschen die Anmeldung abschließen. Zudem erklären wir die Regeln der App Stores.

Apple beschreibt das Ideal im Onboarding Kapitel der Human Interface Guidelines sehr klar. Zunächst gilt: Idealerweise verstehen Menschen eine App, indem sie sie einfach benutzen. Falls Onboarding nötig ist, sollte der Ablauf schnell, unterhaltsam und optional sein. Das Ziel ist also nicht eine größere Zahl an Bildschirmen. Stattdessen geht es um den kürzesten Weg zu einem nützlichen Ergebnis.

Der Zusammenhang zwischen App Onboarding und Registrierungsrate ist also einfach. Sieht jemand ein Formular, bevor er den Sinn eines Kontos versteht, bricht er ab. Hat er dagegen erlebt, was die App für ihn leistet, wirkt dasselbe Formular plötzlich vernünftig. Das heißt, Onboarding arbeitet wie eine Überzeugungsschicht vor dem Anmeldeformular.

Ist Onboarding dasselbe wie die Registrierung?

Nein. Beide überschneiden sich, erfüllen aber verschiedene Aufgaben. Die Registrierung legt zunächst nur ein Konto an. Das Onboarding bringt den Nutzer dagegen zum ersten echten Nutzen. Produktteams nennen diesen Moment meist „Aktivierung“. Zum Beispiel bedeutet Aktivierung in einer Haushaltsbuch App die erste eingetragene Ausgabe. In einer Termin App ist es der erste gebuchte Termin.

Diese Unterscheidung verändert deshalb das Design. Teams, die Registrierung mit Onboarding gleichsetzen, bauen oft einen langen ersten Bildschirm mit E-Mail, Passwort, Telefonnummer und Geburtsdatum. Zu diesem Zeitpunkt hat der Nutzer allerdings noch keinerlei Nutzen gesehen. Betrachten Sie Onboarding dagegen als Weg zur Aktivierung, setzen Sie die Registrierung an die logischste Stelle dieses Weges.

In der Praxis empfehlen wir, drei Teile getrennt zu planen:

  • Einführung: eine Begrüßung, die in einem Satz erklärt, wofür die App da ist.
  • Aktivierung: der Moment, in dem der Nutzer seine erste echte Aufgabe erledigt.
  • Konto: die Registrierung, sobald Daten gespeichert, synchronisiert oder geteilt werden sollen.

Außerdem lohnt sich ein Blick auf unseren Beitrag warum Nutzer Apps in den ersten 7 Tagen löschen. Dort behandeln wir die Seite der Nutzerbindung ausführlich, deshalb fassen wir uns hier kurz.

Welche Arten von Onboarding gibt es, und welche passt zu Ihrer App?

Es gibt kein einzig richtiges Muster. Stattdessen wählen Sie nach der Komplexität Ihrer App. Diese vier Ansätze sehen wir in Projekten am häufigsten:

  • Einführungsfolien: drei oder vier wischbare Bildschirme mit Vorteilen. Sie sind schnell gebaut, allerdings wischen viele Nutzer ungelesen weiter.
  • Interaktive Anleitung: Der Nutzer probiert eine sichere Aktion in der echten Oberfläche aus. Auch Apple empfiehlt, durch Interaktion zu lehren.
  • Kontextbezogene Tipps: kleine Hinweise beim ersten Öffnen einer Funktion statt eines langen Ablaufs.
  • Personalisierungsfragen: Die App fragt nach Interessen oder Zielen und füllt den ersten Bildschirm entsprechend.

Eine einfache App braucht oft gar keine Einführungsfolien. Zum Beispiel kann eine Notiz App den Nutzer direkt in eine leere Notiz mit einem kurzen Hinweis führen. Eine umfangreiche App für Außendiensteinsätze profitiert dagegen deutlich mehr von kontextbezogenen Tipps. Schließlich nutzt niemand alle Funktionen am ersten Tag.

Apple geht zudem in dieselbe Richtung. Statt eines einzigen Ablaufs schlägt Apple eine Sammlung kontextbezogener Tipps vor und empfiehlt, Anleitungen direkt neben dem betreffenden Bereich der Oberfläche zu zeigen. Kurz gesagt: Die Komplexität entscheidet, nicht der Geschmack.

Wie viele Bildschirme sollte App Onboarding haben?

Weder Apple noch Google legt eine feste Zahl fest. Apple verlangt lediglich einen kurzen Ablauf, bei dem sich Nutzer nicht viel merken müssen, und warnt, dass zu viel Lehrstoff überfordert. Daher leiten Sie die Zahl aus den Botschaften ab, die Sie vermitteln müssen, und nicht aus einer Regel.

Unser Startpunkt aus der Praxis sind höchstens drei Einführungsbildschirme. Das ist allerdings ein Ausgangswert zum Testen, keine Garantie. Konkret trägt jeder Bildschirm genau eine Idee. Der erste nennt den Kernnutzen, der zweite zeigt die Funktionsweise, und der dritte lädt zur ersten Aufgabe ein.

Um Bildschirme zu streichen, stellen Sie zu jedem eine Frage: Kann der Nutzer das auch lernen, wenn er die zugehörige Funktion erreicht? Falls ja, nehmen Sie den Bildschirm also heraus und machen Sie daraus einen kontextbezogenen Tipp. Zudem gehört auf jeden Bildschirm eine Fortschrittsanzeige. So weiß der Nutzer, wie viele Schritte noch kommen.

Beispielszenario: Eine Fitnessstudio App startet in der ersten Version mit sieben Einführungsbildschirmen. Dann prüft das Team jeden einzelnen und erkennt, dass vier davon Einstellungen erklären, die ins Menü gehören. Danach testet es erneut mit drei Bildschirmen und vergleicht die Abschlussschritte in der Analyse.

Brauchen Sie eine Schaltfläche zum Überspringen?

Ja. Auf Einführungs und Anleitungsbildschirmen ist eine Option zum Überspringen fast immer richtig. Apple empfiehlt außerdem, ein separates Tutorial optional zu gestalten. Überspringen Nutzer es beim ersten Start, sollten Sie es bei späteren Starts nicht erneut zeigen. Trotzdem sollte es im Hilfe, Konto oder Einstellungsbereich leicht auffindbar bleiben.

Die Option schützt vor allem zwei Gruppen. Erstens Menschen, die Ihre App schon kennen und nur das Telefon gewechselt haben. Zweitens Nutzer, die über eine Anzeige kommen und bereits wissen, was sie wollen. Beide durch Folien zu zwingen, verärgert sie in der ersten Minute.

Zudem zählen Position und Wortlaut. Eine Beschriftung, die den Gewinn nennt, etwa „Jetzt starten“, funktioniert oft besser als ein knappes „Überspringen“. Andererseits wirkt ein winziger Link in der Ecke wie ein manipulatives Designmuster. Nutzen Sie die Option außerdem nie, um Pflichtschritte wie eine erforderliche rechtliche Einwilligung zu umgehen. Ist ein Schritt wirklich nötig, kennzeichnen Sie ihn als Pflicht und erklären Sie den Grund in einem Satz.

Erfassen Sie das Überspringen schließlich als eigenes Ereignis in der Analyse. Dann vergleichen Sie das Verhalten in der ersten Woche zwischen Nutzern, die übersprungen haben, und solchen, die den Ablauf abgeschlossen haben.

Wie zeigen Sie den Nutzen vor der Registrierung?

Am wirksamsten lassen Sie Nutzer die Kernaufgabe der App kurz erledigen, bevor sie ein Konto anlegen. Apple empfiehlt, Menschen die App erleben zu lassen, bevor Sie nach Bewertungen oder Käufen fragen. Dieselbe Logik gilt daher auch für die Registrierung.

Beispielszenario: Denken Sie an eine Rezept App. Im schwachen Ablauf sagt der erste Bildschirm „Konto erstellen“. Im starken Ablauf stöbert der Nutzer zuerst in Rezepten, öffnet eines und sieht die Zutatenliste. Erst beim Speichern fragt die App, ob er ein Konto anlegen möchte, um Rezepte auf allen Geräten zu behalten. Somit ist die Registrierung keine Mauer mehr. Stattdessen gehört sie zu etwas, das der Nutzer ohnehin tun will.

Weitere Wege, den Nutzen früh zu zeigen:

  • Ein Bildschirm mit Beispieldaten statt eines leeren Dashboards.
  • Erste Inhalte, die sofort aus einer Personalisierungsantwort entstehen.
  • Eine Vorschau auf eine kostenpflichtige Funktion, auch wenn sie gesperrt bleibt.

Einen solchen Ablauf nachträglich einzubauen, kostet mehr, als ihn von Anfang an zu planen. Deshalb skizziert unser Team in Projekten der App Entwicklung den Ablauf bereits im Wireframe. Außerdem entwickeln wir Ihre App und übernehmen die Veröffentlichung in den Stores.

Können Sie die Registrierung verschieben oder einen Gastmodus anbieten?

In den meisten Apps ja, in manchen Fällen müssen Sie es sogar. Abschnitt 5.1.1(v) der App Store Review Guidelines verlangt: Hat Ihre App keine wesentlichen kontobasierten Funktionen, sollen Menschen sie ohne Anmeldung nutzen können. Zudem darf eine App keine persönlichen Daten verlangen, um zu funktionieren, außer diese sind für die Kernfunktion direkt relevant oder gesetzlich vorgeschrieben.

Klären Sie die Frage also mit einem einfachen Test: Erhält der Nutzer den Hauptnutzen auch ohne Konto? Denn in einer Messenger oder Banking App ist das Konto das Produkt selbst. In einer Rechner, Rezept oder Ratgeber App braucht man das Konto dagegen nur zum Speichern und Synchronisieren.

Planen Sie beim Gastmodus von Anfang an drei Punkte:

  1. Datenübernahme: Alles, was ein Gast anlegt, muss die Registrierung überstehen.
  2. Der richtige Auslöser: Die Anmeldung erscheint, wenn der Nutzer etwas tut, das ein Konto erfordert, etwa Speichern, Teilen oder Gerätewechsel.
  3. Klare Grenzen: Sagen Sie Gästen ehrlich, welche Funktionen gesperrt bleiben.

Prüfen Sie vor dem Start immer den aktuellen Wortlaut der Richtlinien, denn Apple aktualisiert sie regelmäßig.

Ist Sign in with Apple Pflicht?

Nicht für jede App, denn es kommt auf die Art der Anmeldung an. Nach Richtlinie 4.8 müssen Apps, die einen Login eines Drittanbieters oder sozialen Netzwerks wie Google oder Facebook für das Hauptkonto nutzen, zusätzlich eine gleichwertige Anmeldeoption anbieten. Diese Option muss die Datenerhebung auf Name und E-Mail Adresse beschränken. Außerdem muss sie erlauben, die E-Mail Adresse privat zu halten, und darf Interaktionen ohne Einwilligung nicht für Werbung sammeln.

In der Praxis erfüllen die meisten Teams diese Regel, indem sie Sign in with Apple ergänzen. Allerdings beschreibt die Richtlinie diese drei Eigenschaften und nennt kein bestimmtes Produkt. Sie listet zudem Fälle, in denen kein weiterer Anmeldedienst nötig ist:

  • Die App nutzt ausschließlich das eigene Konto und Anmeldesystem des Unternehmens.
  • Es handelt sich um eine Bildungs, Unternehmens oder Business App, die ein bestehendes Bildungs oder Unternehmenskonto voraussetzt.
  • Sie verwendet ein staatliches oder branchengestütztes Identifikationssystem beziehungsweise eine elektronische ID.
  • Als Client für einen bestimmten Drittanbieterdienst meldet sich der Nutzer direkt bei diesem Konto an, um seine Inhalte zu sehen.

Für das Onboarding heißt das: Zeigen Sie eine Google Schaltfläche, gehört die gleichwertige Option auf denselben Bildschirm und ähnlich sichtbar daneben. Sie auf einer zweiten Seite zu verstecken, widerspricht der Richtlinie und der Nutzererfahrung.

Welche Anmeldemethoden sollten Sie anbieten?

Wählen Sie zunächst zwei oder drei Methoden, die zu Ihrer Zielgruppe passen und möglichst wenige Schritte brauchen. Zu viele Optionen erzwingen zudem eine Entscheidung. Eine einzige Option schließt allerdings einen Teil der Nutzer aus. Meist wählen Sie aus diesen Methoden:

  • E-Mail und Passwort: vertraut, aber das Erstellen eines Passworts erzeugt Reibung.
  • Einmalcode per E-Mail oder SMS: ohne Passwort, allerdings muss der Nutzer die App verlassen.
  • Anmeldung mit Google und Sign in with Apple: Kontoerstellung mit einem Tippen.
  • Passkeys: Die biometrische Sperre des Geräts ersetzt das Passwort.

Unter Android empfiehlt Google den Credential Manager, eine Jetpack API, die Passkeys, Passwörter und föderierte Anmeldungen wie Sign in with Google in einer Oberfläche bündelt. Somit wählen Android Nutzer gespeicherte Zugangsdaten aus einem einzigen Systemdialog.

Halten Sie das Formular außerdem kurz. Laut Apple dürfen Apps grundlegende Kontaktdaten wie Name und E-Mail erfragen, sofern die Angabe freiwillig ist und keine Funktion davon abhängt. Das heißt, verzichten Sie bei der ersten Registrierung auf Geburtsdatum, Geschlecht oder Telefonnummer, wenn Sie diese nicht wirklich brauchen.

Wann sollte App Onboarding nach Berechtigungen fragen?

Die Regel ist einfach: Fragen Sie nach einer Berechtigung, wenn der Nutzer die Funktion berührt, die sie benötigt. Der Android Leitfaden zum Anfordern von Laufzeitberechtigungen nennt genau das als ersten Grundsatz. Fragen Sie im Kontext, sobald der Nutzer mit der Funktion zu interagieren beginnt.

Apple sieht es ähnlich, ergänzt allerdings eine Feinheit. Braucht Ihre App Zugriff auf private Daten oder Ressourcen, um überhaupt zu funktionieren, können Sie die Anfrage ins Onboarding einbauen. So erklären Sie, warum Sie den Zugriff brauchen und welchen Vorteil er bringt. Andernfalls erscheint die Anfrage, wenn Nutzer die betreffende Funktion zum ersten Mal öffnen.

Beispielszenario: Eine Lieferverfolgungs App fragt nach dem Standort erst, wenn der Nutzer auf „Bestellung auf der Karte zeigen“ tippt. Ebenso fragt sie nach der Kamera erst beim Hochladen eines Belegfotos.

Die Erlaubnis für Benachrichtigungen ist dann der heikelste Teil. Zeitpunkt und Vorabhinweis behandeln wir im Beitrag wann Sie um Pushbenachrichtigungen bitten sollten, deshalb wiederholen wir es hier nicht.

Was passiert, wenn ein Nutzer eine Berechtigung ablehnt?

Der Ablauf geht trotzdem weiter. Die Android Dokumentation verlangt, dass Apps bei einer Ablehnung kontrolliert reduziert weiterlaufen, etwa indem sie nur die betroffene Funktion abschalten. Eine Vollbildwarnung, die die gesamte App blockiert, nennt sie ausdrücklich als Fehler.

Apples Richtlinie 5.1.1(iv) zielt außerdem in dieselbe Richtung. Apps müssen die Berechtigungseinstellungen respektieren und dürfen Menschen nicht manipulieren, täuschen oder zu unnötigem Datenzugriff drängen. Als Beispiel nennt die Richtlinie die manuelle Adresseingabe, falls jemand den Standort nicht teilen möchte.

Bei einer abgelehnten Berechtigung empfehlen wir diese Reihenfolge:

  1. Schalten Sie die Funktion ab, lassen Sie den Rest der App aber offen.
  2. Bieten Sie nach Möglichkeit eine Alternative an, zum Beispiel Adresse oder Postleitzahl statt Standort.
  3. Tippt der Nutzer erneut auf die Funktion, zeigen Sie eine kurze Erklärung mit der Option „Jetzt nicht“.
  4. Drängen Sie Nutzer nicht in die Systemeinstellungen, um ihre Entscheidung zu ändern.

Beachten Sie zudem: Lehnt ein Nutzer dieselbe Berechtigung unter Android während der Installationsdauer mehr als einmal ab, zeigt das System den Dialog nicht mehr. Android behandelt das also als dauerhafte Ablehnung. Folglich führt wiederholtes Fragen zu zufälligen Zeitpunkten dazu, dass Sie irgendwann gar nicht mehr fragen können.

Was unterscheidet schlechtes von gutem App Onboarding?

Am deutlichsten zeigt sich der Unterschied im App Onboarding, wenn Sie dieselben Schritte in zwei Reihenfolgen vergleichen. Die folgende Tabelle ist eine vereinfachte Fassung des Vergleichs, den unser Team bei Ablaufprüfungen nutzt:

SchrittSchwacher AblaufStarker Ablauf
Erster Start.Langer Startbildschirm und großer Download.Kurzer Start, Inhalte sofort bereit.
Einführung.Sechs oder sieben Folien, kein Überspringen.Höchstens drei Bildschirme, sichtbares Überspringen.
Registrierung.Pflicht auf dem ersten Bildschirm, langes Formular.Nach dem ersten Nutzen, kurzes Formular oder Anmeldung mit einem Tippen.
Anmeldeoptionen.Nur Social Login, gleichwertige Option versteckt.Social Login und gleichwertige Option auf einem Bildschirm.
Berechtigungen.Standort, Kamera und Benachrichtigungen direkt nacheinander beim Start.Jede Berechtigung bei der passenden Funktion, mit kurzer Erklärung.
Ablehnung.Vollbildwarnung, die App blockiert.Funktion schaltet ab, Alternative erscheint.
Rechtstexte.Lange Bedingungen mitten im Onboarding.Kurzer Link, Details in den Einstellungen.
Messung.Nur Installationszahlen.Ein Ereignis für jeden Schritt und jeden Absprung.

Auch die Zeile zu Rechtstexten folgt Apples Rat. Zeigen Sie Lizenzdetails möglichst nicht im Onboarding; falls doch, integrieren Sie sie ausgewogen, ohne das Erlebnis zu unterbrechen.

Machen Personalisierungsfragen das Onboarding zu lang?

Sie verlängern es, ja. Trotzdem lohnt sich das, wenn die Antworten den ersten Bildschirm tatsächlich verändern. Problematisch sind vor allem Fragen, deren Antworten ins Leere laufen. Beantwortet jemand „Was ist Ihr Ziel?“ und landet dann auf derselben allgemeinen Startseite wie alle anderen, fühlt er sich hingehalten.

Apple empfiehlt, nicht notwendige Einrichtungs und Anpassungsschritte zu verschieben und sinnvolle Standardwerte vorzugeben. Somit können die meisten Menschen sofort loslegen. Begrenzen Sie die Personalisierung deshalb mit diesen Prüfpunkten:

  • Stellen Sie wenige Fragen, jede mit einem Tippen beantwortbar.
  • Bieten Sie bei jeder Frage „Später“ als Option an.
  • Jede Antwort erzeugt auf dem nächsten Bildschirm einen sichtbaren Unterschied.
  • Nutzer können dieselben Vorlieben später in den Einstellungen ändern.

Beispielszenario: Eine Sprachlern App fragt nur nach Zielsprache und täglicher Lernzeit. Dann öffnet sie anhand dieser Antworten sofort die erste Lektion. Einen längeren Einstufungstest verschiebt sie dagegen bewusst auf die Zeit nach der ersten Lektion. Somit lernt der Nutzer schon in der ersten Minute etwas.

Wie schreiben Sie Texte für das Onboarding?

Schreiben Sie kurz, konkret und aus Sicht des Nutzens. Eine Überschrift, höchstens zwei kurze Sätze und eine Hauptschaltfläche pro Bildschirm genügen. Statt „die beste App der Welt“ schreiben Sie einen konkreten Vorteil wie „Belege mit einem Foto speichern“.

Schaltflächentexte verdienen besondere Sorgfalt. Nutzen Sie Verben, die das Ergebnis beschreiben, etwa „Meinen Plan erstellen“ statt „Weiter“ oder „Mein Konto eröffnen“ statt „Senden“. Ebenso sollten Fehlermeldungen leiten statt beschuldigen. „Ungültige E-Mail“ bleibt vage. Dagegen hilft „In der E-Mail Adresse fehlt offenbar das @ Zeichen“ sofort weiter.

Berechtigungsdialoge brauchen zusätzliche Aufmerksamkeit. Apple verlangt Zwecktexte (Purpose Strings), die die Datennutzung klar und vollständig beschreiben. Also reicht „Wir benötigen Ihren Standort“ nicht aus. Besser ist „Wir nutzen Ihren Standort, um Ihnen die nächste Filiale zu zeigen“.

Die allgemeinen Grundsätze für Mikrotexte erklären wir im Beitrag was ist UX Writing. Dieselben Prinzipien gelten auch für App Bildschirme.

Worauf sollten Sie beim Bildschirmdesign achten?

Onboarding nutzen Menschen oft mit einer Hand und unterwegs. Platzieren Sie die Hauptschaltfläche deshalb im unteren Bereich, den der Daumen bequem erreicht. Warum dieser Bereich so wichtig ist, erklären wir in unserem Leitfaden zur Daumenzone.

Ergänzen Sie für die visuelle Seite diese Punkte auf Ihrer Checkliste:

  • Jeder Bildschirm hat eine Hauptaktion und eine optisch zurückhaltende Nebenaktion.
  • Eine Fortschrittsanzeige zeigt deutlich, wie viele Schritte bleiben.
  • Texte bleiben auch bei großer Systemschrift lesbar und laufen nicht über.
  • Der Farbkontrast reicht im hellen und im dunklen Modus.
  • Bilder und Animationen bremsen den ersten Start nicht aus.

Den letzten Punkt vergessen Teams oft. Laut Apple sollten große Downloads das Onboarding nicht behindern, und Nutzer sollten loslegen können, ohne auf Downloads zu warten. Einen Startbildschirm sollten Sie zudem nur so lange zeigen, wie man für einen kurzen Blick braucht. Unter Android 12 und neuer gehört der Startbildschirm mit App Symbol zum Standardverhalten des Systems. Daher erzeugt ein zusätzlicher Markenbildschirm meist nur Wartezeit.

Wo gehört die Kontolöschung in Ihre Onboarding Planung?

Planen Sie die Kontolöschung schon beim Entwurf der Registrierung. Apples Richtlinie 5.1.1(v) schreibt vor: Unterstützt Ihre App die Kontoerstellung, müssen Sie auch die Kontolöschung in der App anbieten. Bei Google Play verlangen die Anforderungen zur Kontolöschung in der Play Console Hilfe einen Löschweg in der App und zusätzlich einen Weblink für Löschanfragen.

Die Play Seite betont ein Detail. Selbst wenn manche Funktionen ohne Konto laufen, müssen Sie die Löschung anbieten, sobald es irgendwo in der App eine Kontoerstellung gibt. Ein Gastmodus befreit Sie also nicht von der Regel.

Warum ist das für das Onboarding wichtig? Nutzer fragen sich bei der Registrierung, was mit ihren Daten geschieht. Eine gut sichtbare Löschoption in den Einstellungen und ein kurzer Datenschutzhinweis schaffen Vertrauen. Wie Sie Hinweise und Einwilligungen im Ablauf platzieren, zeigen wir im Beitrag zum Datenschutz in der App. Das ist keine Rechtsberatung; stimmen Sie die Texte mit Ihrer Rechtsberatung ab.

Mit welchen Kennzahlen messen Sie den Erfolg von App Onboarding?

Was Sie nicht messen, können Sie nicht verbessern. Erfassen Sie daher jede Bildschirmansicht und jedes Tippen auf eine Schaltfläche als eigenes Ereignis. Diese Grundausstattung an Ereignissen empfehlen wir:

  1. Onboarding gestartet: Der erste Einführungsbildschirm erscheint.
  2. Onboarding übersprungen: Der Nutzer tippt auf Überspringen.
  3. Onboarding abgeschlossen: Der Nutzer tippt auf die Hauptschaltfläche des letzten Bildschirms.
  4. Registrierung begonnen und abgeschlossen: Das Formular öffnet sich, und das Konto existiert.
  5. Berechtigungsanfrage und Ergebnis: erteilt oder abgelehnt.
  6. Aktivierung: Der Nutzer erledigt seine erste wertvolle Aufgabe.

Mit diesen Ereignissen bauen Sie einen Trichter Schritt für Schritt auf und sehen genau, wo Menschen abspringen. Details zu Benennung und Einrichtung finden Sie in unserem Beitrag welche Events Sie in der App messen sollten.

Für die Registrierungsrate teilen Sie die abgeschlossenen Registrierungen durch die gestarteten Onboardings. Unser Conversion Rate Rechner erledigt das in Sekunden. Allerdings kann eine einzelne Quote täuschen. Steigen die Registrierungen, während die Aktivierung sinkt, lockt der Ablauf Menschen womöglich mit falschen Erwartungen an.

Wie richten Sie einen A/B Test für das Onboarding ein?

Testen Sie jeweils nur eine Variable. Ändern Sie Bildschirmzahl, Position der Registrierung und Schaltflächentext gleichzeitig, wissen Sie nicht, was das Ergebnis bewirkt hat. Formulieren Sie deshalb zuerst eine Hypothese.

Beispielhypothese: „Verschieben wir die Registrierung auf das erste gespeicherte Rezept, steigt die Aktivierung, ohne dass die Registrierungen am ersten Tag sinken.“ Dieser Satz nennt die Änderung und die Kennzahl. Danach teilen Sie neue Nutzer zufällig in zwei Gruppen und testen nur bei Neuinstallationen.

Achten Sie während des Tests auf diese Fallen:

  • Entscheiden Sie nicht zu früh, und lesen Sie Ergebnisse erst bei ausreichender Stichprobe.
  • Braucht eine Änderung ein Store Update, notieren Sie alle weiteren Unterschiede zwischen den Versionen.
  • Legen Sie Kampagnenänderungen oder andere Verschiebungen der Besucherquellen nicht in den Testzeitraum.
  • Betrachten Sie neben der Registrierungsrate auch die Bindung in der ersten Woche.

Mit Remote Konfiguration ändern Sie Reihenfolge oder Texte ohne Store Update. So laufen Tests schneller. Ein neuer Bildschirm oder eine neue Funktion braucht allerdings meist eine neue Version und eine erneute Prüfung im Store.

Checkliste für App Onboarding Schritt für Schritt

Bei neuen Apps oder der Überarbeitung bestehender Abläufe folgt unser Team ungefähr dieser Reihenfolge:

  1. Definieren Sie die Aktivierung: Was genau ist die erste wertvolle Aufgabe?
  2. Legen Sie fest, wann ein Konto wirklich nötig ist, und setzen Sie die Registrierung genau dorthin.
  3. Kürzen Sie die Einführung auf höchstens drei Botschaften mit je einer Idee.
  4. Fügen Sie eine sichtbare Option zum Überspringen hinzu und halten Sie das Tutorial in den Einstellungen erreichbar.
  5. Wählen Sie die Anmeldemethoden; bei Social Login gehört die gleichwertige Option auf denselben Bildschirm.
  6. Listen Sie alle Berechtigungen auf und verknüpfen Sie jede mit dem Moment, in dem ihre Funktion öffnet.
  7. Notieren Sie für jede Ablehnung den Ausweichweg und die Funktion, die abschaltet.
  8. Formulieren Sie Zwecktexte und Schaltflächen so, dass sie Ergebnisse beschreiben.
  9. Bauen Sie die Kontolöschung in der App und als Weblink.
  10. Richten Sie die Ereignisse ein und prüfen Sie die Absprungpunkte wöchentlich.

Spielen Sie die Liste vor dem Start einmal auf einem echten Gerät durch, mit frischer Installation und im Flugmodus. Prüfen Sie außerdem jeden Bildschirm mit großer Systemschrift. Die meisten Überläufe und Verbindungsprobleme zeigen sich erst bei diesem Test.

Wie viel sollten Sie in der ersten Version ins Onboarding investieren?

In der ersten Version zählt ein schlanker, messbarer Ablauf, kein perfekter. Investieren Sie also in die richtige Reihenfolge, in Messung und in die Option zum Überspringen statt in aufwendige Animationen. Danach bauen Sie den Ablauf schrittweise aus, sobald echte Nutzerdaten vorliegen.

Unser Leitfaden zum Mobile App MVP hilft bei der Entscheidung, welche Funktionen in die erste Version gehören. Das Onboarding folgt derselben Logik: Lassen Sie jeden Bildschirm weg, der nicht der Aktivierung dient.

Beispielszenario: Eine Termin App startet mit zwei Einführungsbildschirmen, einer Telefonbestätigung und einer Frage nach Benachrichtigungen erst nach der ersten Buchung. Zwei Wochen später prüft das Team die Daten und sieht den größten Absprung beim Bestätigungscode. Somit konzentriert sich die zweite Version nur auf diesen Bildschirm.

Wer sollte Ihr App Onboarding umsetzen?

Onboarding liegt dort, wo Design, Entwicklung, Store Regeln und Analyse zusammenkommen. Teams, die es als reine Gestaltungsaufgabe sehen, erleben bei der Store Prüfung oder bei der Messung oft Überraschungen. Zum Beispiel fehlt neben dem Social Login die gleichwertige Option, oder die Kontolöschung fällt erst nach dem Start auf.

Wir, Talha Aslan und Team, planen das Onboarding bereits im Wireframe, prüfen es gegen die Store Richtlinien und liefern es mit eingerichteter Ereignismessung aus. Wir entwickeln Ihre App und veröffentlichen sie im App Store und bei Google Play. Wenn Sie Umfang und Zeitplan Ihres Projekts klären möchten, fordern Sie ein Angebot über unsere Leistung App Entwicklung an.

Kurz gesagt: Gutes Onboarding zeigt zuerst den Nutzen, fragt danach nach dem Konto und bittet nur bei Bedarf um Berechtigungen. Folgen Sie diesen drei Grundsätzen in dieser Reihenfolge, steigen Registrierungsrate und Bindung in der ersten Woche gemeinsam.

Häufig gestellte Fragen

Sollte die Registrierung im App Onboarding Pflicht sein?
In den meisten Apps nicht. Apple verlangt, dass Menschen eine App ohne Anmeldung nutzen können, wenn sie keine wesentlichen kontobasierten Funktionen hat. Setzen Sie die Registrierung deshalb an den Moment, in dem jemand etwas speichern, synchronisieren oder teilen möchte. Bei Apps, in denen das Konto das Produkt ist, etwa Messenger oder Banking, fragen Sie direkt am Anfang.
Wie viele Bildschirme sollte App Onboarding haben?
Keiner der beiden Stores schreibt eine feste Zahl vor. Unser Ausgangswert aus der Praxis sind höchstens drei Einführungsbildschirme; das ist ein Testwert, keine Garantie. Jeder Bildschirm trägt eine Idee, zeigt eine Fortschrittsanzeige und bietet eine Option zum Überspringen. Weitere Informationen verlagern Sie in kontextbezogene Tipps, die später erscheinen.
Brauche ich Sign in with Apple, wenn ich die Anmeldung mit Google anbiete?
Meist brauchen Sie eine gleichwertige Option. Richtlinie 4.8 verlangt bei Social Login einen weiteren Anmeldedienst, der Daten auf Name und E-Mail beschränkt und das Verbergen der E-Mail Adresse erlaubt. Es gibt Ausnahmen, etwa wenn Sie nur Ihr eigenes Kontosystem nutzen. Prüfen Sie den aktuellen Wortlaut vor dem Start.
Darf ich alle Berechtigungen gleich im Onboarding abfragen?
Nein, fragen Sie jede Berechtigung einzeln und im Kontext ab. Die Android Dokumentation empfiehlt die Anfrage, sobald der Nutzer mit der betreffenden Funktion interagiert. Auch Apple rät, die Anfrage beim ersten Öffnen der Funktion zu zeigen, sofern die App nicht ohne den Zugriff arbeiten kann. Mehrere Dialoge direkt nacheinander enden meist mit Ablehnungen.
Mit welcher Kennzahl verfolge ich den Erfolg des Onboardings?
Verfolgen Sie einen Trichter statt einer einzelnen Zahl. Erfassen Sie Start, Überspringen, Abschluss, Beginn und Abschluss der Registrierung sowie die Aktivierung als eigene Ereignisse. Die Registrierungsrate ergibt sich aus abgeschlossenen Registrierungen geteilt durch gestartete Onboardings. Prüfen Sie zudem die Bindung in der ersten Woche, denn steigende Anmeldungen bei sinkender Nutzung zeigen ein Problem.
Braucht eine Änderung am App Onboarding eine neue Version?
Das hängt von der Änderung ab. Texte und Reihenfolge passen Sie über Remote Konfiguration ohne Store Update an. Ein neuer Bildschirm, eine neue Anmeldemethode oder eine neue Berechtigung erfordert dagegen meist eine neue Version und eine erneute Prüfung im Store. Deshalb spart ein von Anfang an flexibel gebauter Ablauf viel Zeit.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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