Ein Website Relaunch beginnt meist mit dem Erscheinungsbild: Der Auftritt des Wettbewerbers wirkt aufgeräumter, das alte Theme sieht auf dem Smartphone unbeholfen aus, die Marke hat sich weiterentwickelt. Das eigentliche Risiko liegt dort, wo niemand hinschaut. Seiten, die seit Jahren ranken, Links von anderen Websites und die Zielseiten Ihrer Kampagnen können am Tag des Livegangs verschwinden.
Wir haben die Abschnitte in der Reihenfolge geordnet, in der Talha Aslan und Team bei einem Relaunch entscheiden: zuerst, ob er überhaupt nötig ist, dann Bestandsaufnahme, Weiterleitungen, Inhalte, Ladezeit, Tracking, Livegang und die Wochen danach. Jeder Abschnitt enthält Kriterien, die Sie auf Ihre eigene Website oder auf das Angebot einer Agentur anwenden können.
01Relaunch, Neubau oder vorerst nichts ändern
Die erste Frage betrifft nicht das Design, sondern den Wert, den die bestehende Website schon heute hat. Eine Website mit stetigem Suchtraffic, mit Links von anderen Seiten oder mit Anzeigentraffic braucht ein anderes Projekt als ein Neubau. Die Aufgabe besteht dann darin, diesen Wert in die neue Struktur mitzunehmen.
Diese Kriterien legen wir an:
- Suchtraffic: Zeigt die Search Console Klicks auf einzelne Seiten in den letzten zwölf Monaten, ist ein geplanter Website Relaunch Pflicht, der diese Seiten schützt.
- Oberfläche oder Struktur: Wirken nur Farben, Fotos und Texte veraltet, genügt oft ein neues Design, bei dem jede URL bleibt.
- Wartbarkeit: Ein Theme ohne Updates oder alter Code, den niemand mehr pflegen will, spricht für einen Systemwechsel.
- Markenwechsel: Eine neue Domain oder die Zusammenlegung mehrerer Websites ist das riskanteste Szenario und braucht die längste Vorbereitung.
- Kein Traffic: Trägt die Website weder in der Suche noch über Links einen Wert, ist ein Neubau der einfachere Weg.
Manchmal lautet die richtige Antwort: noch kein Relaunch. Eine gut rankende Website mit defektem Kontaktformular und fehlender Telefonnummer gewinnt oft mehr, wenn zuerst diese beiden Punkte behoben werden. Ist eine neue Website tatsächlich sinnvoll, greifen danach unsere Standards im Webdesign.
Denken Sie dabei zwei bis drei Jahre voraus. Sind ein neuer Geschäftsbereich, Verkauf ins Ausland oder Onlinebuchungen geplant, sollte die neue Struktur das tragen können; sonst steht ein Jahr später die nächste Migration an.
02Den heutigen Stand vor dem Relaunch sichern
Ob ein Website Relaunch gelungen ist, lässt sich nur beurteilen, wenn die Zahlen der alten Website vor dem Livegang gesichert wurden. Ohne diese Grundlage bleibt jeder spätere Anstieg oder Rückgang Ansichtssache, und niemand kann belegen, was sich verändert hat.
Exportieren und archivieren Sie einige Wochen vor dem Livegang:
- Klicks und Impressionen je Seite und je Suchanfrage aus dem Leistungsbericht der Search Console, für den längsten verfügbaren Zeitraum.
- Sitzungen und Conversions je Einstiegsseite aus Analytics, Formulare, Anrufe und Chatklicks getrennt gezählt.
- Mobile Ladezeitmessungen und Core Web Vitals für alle wichtigen Seiten.
- Ihre aktuellen Positionen für die wichtigsten Suchbegriffe, mit Datum.
- Die Zahl indexierter Seiten und die aktuelle Fehlerliste in der Search Console.
Diese Zahlen machen aus dem Projektziel etwas Überprüfbares. „Moderner wirken“ ist kein Ziel; „mehr Anfragen über das Smartphone, Leistungsseiten raus aus Seite zwei der Suchergebnisse“ schon. Ist Ihr Geschäft saisonal, vergleichen Sie mit demselben Zeitraum des Vorjahres statt mit dem Vormonat, sonst wird ein saisonaler Rückgang dem Relaunch angelastet.
Speichern Sie die Exporte mit Datum im Projektordner. Die Search Console hält Leistungsdaten nur für einen begrenzten Zeitraum vor; wer Monate später vergleichen will, findet die Details der alten Phase dort womöglich nicht mehr.
03Eine vollständige Liste aller alten URLs
Ein Weiterleitungsplan ist nur so gut wie die URL Liste dahinter: Jede Adresse, die fehlt, liefert nach dem Livegang einen 404 Fehler. Deshalb stellen wir die Bestandsaufnahme aus mehreren Quellen zusammen, die sich gegenseitig ergänzen.
- Crawl: Ein Crawler erfasst alle Seiten, Bilder und PDF Dateien, auf die die Website verlinkt.
- XML Sitemap: Seiten, die aus dem Menü verschwunden, aber noch online sind, tauchen oft nur hier auf.
- Search Console und Analytics: Jede URL mit Impressionen oder Besuchen im letzten Jahr kommt auf die Liste, auch wenn intern nichts mehr auf sie verlinkt.
- Eingehende Links: URLs, auf die andere Websites verlinken, bekommen eine eigene Spalte, weil jede davon vor dem Livegang einzeln geprüft wird.
- Offline und Kampagnen: QR Codes auf Flyern, Links in E-Mails und Signaturen, Ziel URLs in Werbekonten und der Websitelink im Google Unternehmensprofil.
Die letzte Gruppe wird am häufigsten vergessen. Ein QR Code aus einem Messekatalog ist jahrelang im Umlauf und führt auf eine alte Aktionsseite; verschwindet sie, landet jeder, der den Katalog scannt, auf einer Fehlerseite. Wenn Sie zu jeder URL Quelle, Traffic und Zahl verlinkender Domains notieren, fällt der nächste Schritt deutlich leichter.
Fertige Systeme haben eine eigene Falle: automatisch erzeugte URLs wie Schlagwortseiten, Archivseiten, Autorenseiten und Anhangseiten. Die meisten bekommen keine Besuche, einzelne ranken aber unerwartet, und die Bestandsaufnahme macht sie sichtbar.
04Behalten, zusammenlegen oder entfernen: für jede Seite
Jede URL in der Bestandsaufnahme bekommt genau eine schriftliche Entscheidung, und die beruht auf Daten, nicht auf Geschmack. „Die Seite passt nicht ins neue Layout“ ist kein Grund, sie zu löschen.
Wir entscheiden nach diesen Kriterien:
- Behalten und überarbeiten: Seiten mit Suchtraffic oder eingehenden Links bleiben; Thema und Tiefe bleiben gleich, der Text wird aktualisiert.
- Zusammenlegen: Zwei oder drei dünne Seiten zur selben Frage werden zu einer starken Seite, alle alten URLs leiten auf sie weiter.
- Entfernen und weiterleiten: Eine veraltete Meldung, die Links gesammelt hat, wird dauerhaft auf die passendste übergeordnete Seite weitergeleitet.
- Ganz entfernen: Für eine Seite ohne Traffic, ohne Links und ohne passendes Gegenstück kommt der Statuscode 410 in Frage, der Crawlern mitteilt, dass sie bewusst entfernt wurde.
Ein konkretes Beispiel: Ein Möbelhändler hat zwei kurze Artikel, „Bürostuhl auswählen“ und „Ergonomischen Stuhl richtig wählen“, die dieselbe Suche beantworten. Zu einem gründlichen Ratgeber zusammengeführt, dienen sie Lesern besser als einzeln. Eine Seite dagegen, die seit Jahren allein gut rankt, nur für ein aufgeräumtes Menü in eine andere Seite einzubauen, verteilt die Signale, die sie aufgebaut hat.
Gehen Sie die Tabelle auch mit der Geschäftsführung durch. Eine Seite mit wenig Traffic kann die Preisliste oder das Datenblatt sein, das der Vertrieb jede Woche verschickt; das zeigt keine Statistik. Stehen die Entscheidungen fest, ergibt sich der Weiterleitungsplan fast von selbst.
05Regeln für einen belastbaren Weiterleitungsplan
Jede alte URL führt per dauerhafter, serverseitiger 301 Weiterleitung auf genau eine thematisch passende neue URL. Die Qualität des Plans hängt von der Richtigkeit jeder Zeile ab, nicht von ihrer Anzahl.
- Ein Sprung: Die alte URL führt direkt zum endgültigen Ziel; keine Ketten von A über B nach C, und Weiterleitungen aus früheren Relaunches werden auf die neuen Ziele umgestellt.
- Keine Sammelweiterleitung auf die Startseite: Hunderte URLs ohne Gegenstück auf die Startseite zu schicken, lässt Besucher ratlos zurück, und Google wertet solche Weiterleitungen oft wie fehlende Seiten.
- URL Varianten: Mit und ohne Schrägstrich am Ende, mit und ohne www, http und https führen auf einen einheitlichen Standard.
- Parameter: URLs mit Kampagnenparametern behalten diese bei der Weiterleitung, sonst bricht die Anzeigenmessung.
- Dateien: Rankende Bilder und herunterladbare PDF Dateien gehören ebenfalls in den Plan.
Einen ersten Entwurf der Zuordnung von alten zu neuen URLs erstellen Sie mit unserem kostenlosen Tool für Weiterleitungspläne; die Vorschläge sollten Sie trotzdem Zeile für Zeile prüfen. Google empfiehlt, Weiterleitungen generell mindestens ein Jahr beizubehalten; wir raten, sie gar nicht zu entfernen, weil alte Links noch Jahre später angeklickt werden.
Klären Sie früh, wo die Regeln liegen: in der Serverkonfiguration oder im Weiterleitungsmodul des neuen Systems. Entscheidend ist, dass die Weiterleitung auf dem Server passiert und nicht per Skript im Browser. Zieht auch das Hosting um, gehört die Übernahme der Regeln auf die Checkliste.
06Die URL Struktur nicht ohne Grund ändern
Die sicherste Weiterleitung ist die, die man nicht braucht. Ein neues Design läuft meist auch mit der alten URL Struktur; ändern sollten Sie URLs nur, wenn es ein echtes Problem gibt.
Gute Gründe sind überschaubar: URLs voller sinnloser Zahlen oder Sitzungscodes, Umlaute, die mal als ä und mal als ae geschrieben sind, derselbe Inhalt unter zwei Adressen oder eine Struktur, die interne Abteilungen statt der gesuchten Leistungen abbildet. URLs nur zu kürzen, weil sie lang aussehen, ist ein Risiko ohne klaren Nutzen.
Bei der neuen Struktur gehen wir so vor:
- Die Leistungen und Fragen bündeln, nach denen Besucher tatsächlich suchen, und das Hauptmenü danach aufbauen.
- Jeder Leistung genau eine Seite geben, statt zwei Seiten zum selben Thema konkurrieren zu lassen.
- Die URL Regeln schriftlich festlegen: nur Kleinbuchstaben, Umlaute einheitlich umschreiben, ein Trennzeichen zwischen Wörtern.
- Die URLs rankender Seiten wo immer möglich unverändert lassen.
Kommt mit dem Relaunch eine neue Sprache hinzu, wird die Ordnerstruktur der Sprachversionen jetzt festgelegt; eine spätere Änderung wäre eine zweite Migration. Mehr dazu auf unserer Seite zur mehrsprachigen Website.
07Inhalte umziehen, ohne Rankings zu verlieren
Eine rankende Seite behält auf der neuen Website Thema, Hauptüberschrift und Tiefe; der Text darf aktualisiert werden, die Seite darf aber nicht zu etwas anderem werden. Google rankt eine Seite für das, was sie sagt, und wenn das verschwindet, verschwindet auch das Ranking.
Diese Punkte prüfen wir beim Umzug Seite für Seite:
- Title und H1: Die Formulierung, die zu den Suchanfragen mit Traffic passt, bleibt erhalten; keine Vorlage hinterlässt leere oder doppelte Titel.
- Zwischenüberschriften und FAQ: Fragen, die die alte Seite beantwortet hat, werden weiter beantwortet; Text in Akkordeons bleibt im Quelltext.
- Interne Links: Links im alten Inhalt zeigen direkt auf die neuen URLs, nicht über Weiterleitungen.
- Bilder: Dateinamen, Alternativtexte und nach Möglichkeit die Bild URLs bleiben erhalten.
- Strukturierte Daten: Auszeichnungen für Unternehmen, Produkte oder FAQ werden in den neuen Vorlagen neu eingerichtet und getestet.
Eine weitere praktische Regel: Während des Umzugs wird auf der alten Website nichts Neues veröffentlicht. Jede Seite, die während Design und Umsetzung hinzukommt, erzeugt eine zweite Runde Bestandsaufnahme. Ein kurzer Inhaltsstopp schließt diese Lücke; lässt sich eine Änderung nicht aufschieben, erfolgt sie am selben Tag auf alter und neuer Website und wird in der Tabelle vermerkt.
Wenn Technik und Inhaltsstrategie gemeinsam betreut werden sollen, übernimmt das bei uns dasselbe Team im Rahmen der Suchmaschinenoptimierung.
08Ladezeit und Mobilansicht als Abnahmekriterium
Die Ladezeit des neuen Designs sollte ein schriftliches Abnahmekriterium sein, gemessen vor dem Livegang. „Wird schnell“ lässt sich nicht messen; die Schwellenwerte der Core Web Vitals von Google schon.
Google bewertet die Nutzererfahrung mit drei Messwerten und stuft sie als gut ein, wenn mindestens 75 Prozent der Aufrufe diese Werte erreichen:
- LCP: Ladezeit des größten sichtbaren Inhalts, meist des Titelbilds; 2,5 Sekunden oder weniger.
- INP: Wie schnell die Seite reagiert, wenn jemand tippt oder klickt; 200 Millisekunden oder weniger.
- CLS: Wie stark Elemente beim Laden verrutschen; 0,1 oder weniger.
Die typischen Bremsen bei einem Website Relaunch sind bekannt: bildschirmfüllende Slider, unkomprimierte Fotos, Plugins, die auf jeder Seite laden, aber nur auf zweien gebraucht werden, externe Schriften und Chatfenster. Jeder dieser Punkte gehört in die Designphase, nicht in die Zeit nach der Umsetzung. Messen Sie die wichtigsten Leistungsseiten und Blogartikel, nicht nur die Startseite, denn die meisten Besucher steigen woanders ein.
Mobil zählt nicht nur Tempo. Eine Telefonnummer, die sich mit einem Tippen wählen lässt, ein Formular, das sich bequem mit der Bildschirmtastatur ausfüllen lässt, und ein Menü, das sich mit dem Daumen öffnen lässt, gehören auf dieselbe Liste. Wie sich Ihre heutige Website auf dem Smartphone verhält, zeigt unser Test auf Mobilfreundlichkeit; dieselben Seiten messen Sie später auf der neuen Website erneut.
09Tracking, Einwilligung und Pflichtangaben mitnehmen
Bricht das Tracking am Tag des Livegangs ab, werden Sie nie erfahren, ob der Relaunch gewirkt hat. Deshalb werden die Tags auf der neuen Website vor dem Livegang eingerichtet und in der Testumgebung geprüft.
- Analytics und Tag Manager: Dasselbe Konto und dieselbe Property weiterverwenden, damit alte und neue Phase in einem Bericht stehen.
- Conversions: Formulare, Anrufklicks und Chatklicks werden an die neuen Schaltflächen angebunden; Auslöser, die an alten CSS Klassen hängen, greifen im neuen Design nicht mehr.
- Ziel URLs in Anzeigen: Anzeigen zeigen direkt auf die neuen Seiten, statt sich auf Weiterleitungen zu verlassen.
- Formularbenachrichtigungen: Eine echte Testanfrage bestätigt, dass Anfragen im richtigen Postfach ankommen.
Die Rechtslage zieht mit um. Nach § 25 TDDDG braucht das Speichern und Auslesen nicht notwendiger Informationen auf Endgeräten eine Einwilligung, und Google verlangt für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum den Consent Mode für Funktionen zur Messung und zu personalisierter Werbung. Ob Ihr Cookie Banner Tags vor der Einwilligung wirklich blockiert, sehen Sie in den Entwicklertools des Browsers an den Netzwerkanfragen.
Prüfen Sie außerdem das Impressum nach § 5 DDG, die Datenschutzerklärung und für neue Dienstleister wie Buchungstools oder Chatdienste einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Vorgaben, die wir im Projekt gesondert prüfen.
Laufen Anzeigen während der Umstellung weiter, fängt eine stabile Landingpage den Kampagnentraffic auf und schützt die Anzeigenleistung.
10Testumgebung und Checkliste für den Livegang
Die neue Website wird in einer für Suchmaschinen gesperrten Testumgebung fertiggestellt, und der Livegang folgt einer schriftlichen Reihenfolge. Jeder improvisierte Schritt hinterlässt Fehler, die sich später schwer finden lassen.
Die richtige Sperre ist ein Passwortschutz. Ein Noindex auf einer Seite, die per robots.txt blockiert ist, kann Google nicht lesen; eine Test URL, die über einen geteilten Link nach außen dringt, kann so im Index landen. Ein Passwort hält Besucher und Crawler gleichermaßen fern.
Den Livegang führen wir in dieser Reihenfolge durch:
- Vollständige Sicherung der alten Website und letzter Export der URL Liste.
- Neue Website auf den Liveserver bringen, Passwortschutz und alle Noindex Angaben entfernen.
- Weiterleitungsregeln aktivieren und alle URLs aus dem Plan gesammelt crawlen.
- URLs mit eingehenden Links, Ziel URLs der Anzeigen und die Ziele der QR Codes einzeln aufrufen.
- Formulare mit einer echten Anfrage und Tags im Echtzeitbericht testen.
- Neue XML Sitemap in der Search Console einreichen und bei Domainwechsel die Adressänderung melden.
Welchen Statuscode eine einzelne URL liefert und über wie viele Sprünge sie ihr Ziel erreicht, zeigt unser Redirect Checker. Legen Sie den Livegang auf einen ruhigeren Tag und halten Sie die zwei folgenden Arbeitstage für Kontrollen frei; ein Start am Freitagabend oder vor Feiertagen lässt Fehler womöglich tagelang liegen.
11Worauf es in den Wochen nach dem Livegang ankommt
Ein Relaunch endet nicht am Tag des Livegangs; die eigentliche Kontrolle findet in den Wochen statt, in denen Google die neuen URLs crawlt. Kleine Schwankungen in den ersten Tagen sind normal, ein dauerhafter Rückgang weist fast immer auf eine Lücke hin.
In den ersten Wochen prüfen wir regelmäßig:
- Nicht gefundene Seiten: Die 404 Liste in der Search Console wird jede Woche gelesen; vergessene URLs kommen als Weiterleitung dazu.
- Indexierung: Werden die Seiten aus der neuen Sitemap indexiert, und ersetzen die neuen URLs die alten in den Ergebnissen?
- Traffic je Seite: Der Vergleich mit den gesicherten Ausgangsdaten erfolgt Seite für Seite; die Summe kann gut aussehen, während eine wichtige Seite eingebrochen ist.
- Conversions: Sinken die Anfragen im Verhältnis zum Traffic, liegt das Problem bei der neuen Seite selbst, nicht beim Ranking.
Bricht eine Seite ein, stellen wir drei Fragen in dieser Reihenfolge: Leitet die alte URL auf das richtige Ziel weiter, beantwortet die neue Seite noch die Frage der alten, und ist sie indexiert? Die meisten Probleme zeigen sich bei einer dieser drei Fragen und lassen sich beheben. Löschen Sie auch die Search Console Property der alten Website nicht; Sie brauchen sie, um den Umzug nachzuvollziehen.
Am Ende steht ein kurzer Abschlussbericht: welche URLs nachträglich ergänzt wurden, welche Seiten eingebrochen sind und wie sie repariert wurden, wie sich die Ladezeit gegenüber der alten Website verändert hat. Er ist der Ausgangspunkt für den nächsten Website Relaunch.
12Häufige Fehler beim Website Relaunch
Die meisten Verluste nach einem Relaunch sind kein technisches Pech, sondern vorhersehbare Auslassungen. Das sind die Fehler, die wir am häufigsten sehen, jeweils mit der besseren Alternative.
- Mit Entwürfen beginnen: Erst werden Layouts abgenommen, dann Inhalte hineingepresst. Beginnen Sie mit Bestandsaufnahme und Inhaltsentscheidungen und gestalten Sie danach.
- Alle alten URLs auf die Startseite leiten: Bequem, aber Besucher und Signale gehen verloren. Wählen Sie für jede URL die thematisch passendste Seite.
- Das Noindex der Testumgebung live vergessen: Die neue Website bleibt wochenlang aus dem Index. Machen Sie diese Prüfung zu einem eigenen Punkt der Checkliste.
- Lange rankende Artikel kürzen: Ausführliche Ratgeber schrumpfen auf wenige Absätze, damit das Design aufgeräumt wirkt. Behalten Sie den Text und verbessern Sie die Lesbarkeit mit Zwischenüberschriften und Gestaltung.
- Tracking erst nach dem Livegang einrichten: Die Daten der ersten Wochen fehlen, ein Vergleich ist unmöglich. Tags in der Testumgebung einrichten und prüfen.
- Zugänge beim bisherigen Dienstleister lassen: Liegen Domain, Hosting oder Search Console in fremden Konten, stockt der Livegang. Übertragen Sie diese Zugänge vor Projektbeginn auf Ihr Unternehmen.
Wer diese Liste schon im Angebotsgespräch mit der Agentur durchgeht, klärt früh, welche Punkte zum Umfang gehören. Was nicht dazugehört, braucht einen schriftlich benannten Verantwortlichen.
13Partnerwahl, Eigentum an Zugängen und nächster Schritt
Wenn Sie Angebote für einen Website Relaunch vergleichen, schauen Sie zuerst auf den Ablauf und dann auf das Portfolio: Wer erstellt die Bestandsaufnahme, wer schreibt den Weiterleitungsplan, wer beobachtet nach dem Livegang? Bleiben diese Antworten vage, verkauft das Angebot vor allem ein neues Aussehen.
Fragen Sie jedes Team:
- Wird der Weiterleitungsplan schriftlich übergeben, und bleibt er nach dem Projekt bei uns?
- Wie wird die Testumgebung gesperrt, und was wird beim Livegang geprüft?
- Stehen Zielwerte für die Ladezeit im Angebot, und werden sie vor dem Livegang dokumentiert?
- Wie viele Wochen wird nach dem Livegang beobachtet, und sind Korrekturen enthalten?
- Auf wessen Namen laufen Domain, Hosting und Verwaltungszugänge?
Wie unser Ansatz in der Praxis aussieht, zeigt die auf dieser Seite verlinkte Livedemo, die den Ablauf eines Relaunchs durchspielt. Arbeiten für Kunden finden Sie unter Referenzen.
Für die Budgetplanung stehen unsere Pakete mit festem Umfang unter Preise; der Umfang eines Relaunchs wird klar, sobald die Bestandsaufnahme der alten Website steht. Senden Sie uns die Adresse Ihrer heutigen Website über das Kontaktformular. Wir besprechen mit Ihnen, was bleiben und was sich ändern soll, und erstellen einen schriftlichen Relaunchplan mit Angebot.