Eine mehrsprachige Website ist kein Übersetzungsauftrag mit angehängtem Sprachmenü, sondern ein kleines Bündel eigenständiger Websites, die sich Design, Code und Bilder teilen. Ob sie Anfragen aus dem Ausland bringt, entscheiden URL Struktur, korrekte hreflang Angaben, für den Zielmarkt geschriebene Texte und eine Routine, die alle Sprachen aktuell hält.
Dieser Text richtet sich an Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die eine zweite oder dritte Sprache planen, etwa Englisch für Exportkunden, Französisch und Italienisch für die ganze Schweiz oder Türkisch für Kunden in der Türkei. Wir, Talha Aslan und Team, beschreiben darin, wie wir solche Projekte aufbauen und woran Sie ein Angebot prüfen können.
01Wann sich eine zweite Sprache wirklich lohnt
Eine zweite Sprache lohnt sich, wenn es in diesem Markt bereits Nachfrage gibt und Ihr Unternehmen Anfragen in dieser Sprache auch beantworten kann. Fehlt eines von beiden, bindet die Version Budget, ohne Kunden zu bringen.
Prüfen Sie vor der Entscheidung, welche Signale Sie schon heute haben. Belastbar sind vor allem diese:
- Anfragen aus dem Ausland: E-Mails, Anrufe oder Messeanfragen, die heute auf Englisch oder in einer anderen Sprache bei Ihnen eingehen.
- Daten aus der Search Console: Impressionen aus Ländern, die Sie nicht bewerben, zeigen, dass dort bereits jemand nach Ihren Leistungen sucht.
- Antwortfähigkeit: Eine Person im Vertrieb oder Kundendienst, die in der neuen Sprache telefonieren, Angebote schreiben und Reklamationen klären kann.
- Lieferfähigkeit: Versand, Montage, Service oder Abrechnung funktionieren in dem Zielland tatsächlich, nicht nur auf dem Papier.
Eine zweisprachige Website mit sorgfältig ausgearbeiteten Kernseiten bringt meist mehr als fünf Sprachen mit dünnem Inhalt. Beginnen Sie mit den Seiten, die Umsatz tragen: Startseite, wichtigste Leistungen, Referenzen und Kontakt. Blogartikel folgen, wenn die neue Sprache Anfragen bringt.
In der Schweiz ist die zweite Sprache oft keine Expansion, sondern Voraussetzung: Wer landesweit verkauft, braucht meist Deutsch und Französisch, für das Tessin zusätzlich Italienisch.
02Lokalisieren statt nur übersetzen
Lokalisierung bedeutet, einen Text für Leser in einem bestimmten Land neu zu schreiben, statt ihn Satz für Satz zu übertragen. Der Unterschied zeigt sich an Details, die ein Übersetzer ohne Marktkenntnis nicht sieht.
Schon innerhalb des Deutschen gibt es drei Märkte. In der Schweiz wird ohne ß geschrieben, Österreicher lesen „Jänner“ statt „Januar“, und ein Handwerksbetrieb heißt je nach Land Schornsteinfeger, Rauchfangkehrer oder Kaminfeger. Wer eine Version für Österreich oder die Schweiz eröffnet, sollte diese Begriffe in Überschriften und Leistungsnamen anpassen, nicht nur im Fließtext.
Bei fremdsprachigen Versionen prüfen wir zusätzlich:
- Anrede und Tonfall: Das deutsche Sie hat im Englischen kein direktes Gegenstück; ein englischer Text wirkt mit kurzen, direkten Sätzen professioneller als mit wörtlich übertragener Förmlichkeit.
- Beispiele und Belege: Referenzen, Normen und Zertifikate, die im Zielland bekannt sind, stehen weiter oben als solche, die nur der Heimatmarkt kennt.
- Erwartungen an Inhalte: Einkäufer in einem Markt erwarten technische Datenblätter, in einem anderen zuerst Lieferzeiten und Ansprechpartner.
- Bilder mit Text: Grafiken, Diagramme und Screenshots mit eingebetteter Schrift brauchen eigene Fassungen, sonst bleibt mitten in der englischen Seite ein deutsches Etikett stehen.
Ein praktischer Test: Lassen Sie eine Person aus dem Zielmarkt die wichtigste Leistungsseite lesen und fragen Sie, ob sie den Anbieter für ein Unternehmen aus ihrem Land halten würde oder für eines, das übersetzen ließ.
03URL Struktur: Unterverzeichnis, Subdomain oder Länderdomain
Jede Sprachversion braucht eine eigene URL, und die Art dieser URL sollte vor dem ersten Text feststehen, weil ein späterer Wechsel Weiterleitungen für jede einzelne Seite erfordert. Google beschreibt drei Hauptvarianten mit unterschiedlichen Stärken.
- Unterverzeichnis: Alle Sprachen liegen auf einer Domain in eigenen Verzeichnissen, etwa einem Verzeichnis en für Englisch. Eine Plattform, ein Zertifikat, eine Pflegeroutine; die Stärke der Domain kommt allen Sprachen zugute.
- Subdomain: Jede Sprache bekommt einen eigenen Vorsatz vor der Domain. Sinnvoll, wenn eine Version auf anderer Software läuft oder von einem eigenen Team betreut wird.
- Länderdomain: Endungen wie .at oder .ch signalisieren das Zielland eindeutig. Dafür brauchen Sie je Land eine Domain, eigene Verwaltung und oft eigenen Aufbau von Sichtbarkeit.
- URL Parameter: Eine Sprache, die nur über einen angehängten Parameter gewählt wird, empfiehlt Google nicht; sie ist für Nutzer schwer erkennbar und lässt sich schlecht auswerten.
In den meisten unserer Projekte ist das Unterverzeichnis die solideste Wahl. Eine Länderdomain lohnt sich vor allem, wenn ein Land ein eigenständiges Geschäft mit eigenem Sortiment und eigener Preisliste ist.
Auch die Seitenadressen selbst sollten übersetzt sein: Eine englische Leistungsseite heißt „services“, nicht „leistungen“. Umlaute schreiben wir in Adressen aus, also „ue“ statt „ü“, damit Links in E-Mails und Dokumenten nicht brechen.
04hreflang korrekt einrichten: die Regeln von Google
hreflang ist eine Angabe im Code, die Google mitteilt, welche Fassungen einer Seite es für andere Sprachen und Länder gibt; sie funktioniert nur, wenn jede Version auf alle anderen und auf sich selbst verweist. Fehlt der Rückverweis, ignoriert Google die Angabe für dieses Seitenpaar.
Ein Sprachcode allein, etwa de, gilt für alle Deutschsprachigen. Mit einem zusätzlichen Regionalcode wie AT oder CH sprechen Sie gezielt ein Land an. Regionalcodes lohnen sich nur, wenn sich die Versionen tatsächlich unterscheiden, zum Beispiel durch Währung, Lieferbedingungen oder Wortwahl. Drei identische deutsche Fassungen mit verschiedenen Regionalcodes bringen keinen Vorteil, aber dreifachen Pflegeaufwand.
Zusätzlich empfehlen wir eine Standardversion: Sie fängt alle Besucher auf, deren Sprache zu keiner Version passt, und ist meist die englische Fassung oder eine Seite zur Sprachwahl. Für die Umsetzung bietet Google drei Wege an:
- Angaben im Kopfbereich jeder HTML Seite, geeignet für die meisten Websites mit überschaubarer Seitenzahl.
- Angaben im HTTP Header, nötig für Dateien ohne HTML wie PDF Datenblätter.
- Angaben in der XML Sitemap, praktisch für große Websites, weil der Quelltext der Seiten schlank bleibt.
Bleiben Sie bei einem dieser Wege, denn gemischte Angaben erschweren die Fehlersuche. Prüfen Sie auch die Codes: Für Großbritannien lautet der Regionalcode GB, nicht UK, und Sprachcodes stehen vor dem Regionalcode. Mit unserem hreflang Generator erzeugen Sie die Angaben für alle Sprachen einer Seite und vergleichen sie mit dem, was Ihr System ausgibt.
05Sprachwahl ohne erzwungene Weiterleitung
Besucher sollten ihre Sprache selbst wählen können; von einer automatischen Weiterleitung anhand von IP Adresse oder Browsersprache rät Google ab. Der Grund ist einfach: Weder Menschen noch der Crawler sehen dann zuverlässig alle Versionen.
Ein typischer Fall: Eine britische Einkäuferin sitzt auf einer Messe in Düsseldorf, öffnet Ihre Website und landet zwangsweise auf der deutschen Fassung. Wenn sie den Sprachwechsel nicht sofort findet, ist die Anfrage verloren. Der Googlebot wiederum crawlt überwiegend von Adressen in den USA aus und sähe bei strikter IP Weiterleitung womöglich nur eine Version.
Eine gute Sprachwahl erfüllt diese Kriterien:
- Feste Position: Sie steht auf jeder Seite an derselben Stelle, üblicherweise oben rechts und im Fußbereich, auf dem Smartphone im geöffneten Menü sichtbar.
- Sprachnamen im Original: Jede Sprache wird in ihrer eigenen Schreibweise genannt, also Deutsch, English, Français, Türkçe, damit jeder Besucher seine Sprache erkennt.
- Keine Flaggen als Sprachsymbol: Flaggen stehen für Länder, nicht für Sprachen; für Schweizer Besucher, die Französisch lesen, ist eine französische Flagge irreführend.
- Gleiche Seite statt Startseite: Der Wechsel führt zur entsprechenden Seite in der anderen Sprache, nicht zurück zur Startseite.
- Gespeicherte Wahl: Die Entscheidung des Besuchers wird bei späteren Besuchen respektiert.
Wer Besucher auf eine passende Sprache hinweisen möchte, nutzt einen kleinen, schließbaren Hinweis, der die andere Version anbietet, statt sie aufzuzwingen.
06Keyword Recherche für jede Sprache und jedes Land
Suchbegriffe müssen für jede Sprache neu recherchiert werden, weil das Gegenstück eines deutschen Begriffs selten seine wörtliche Übersetzung ist. Wer übersetzte Keywords verwendet, optimiert oft auf Wörter, nach denen im Zielland kaum jemand sucht.
Schon im Deutschen gibt es Unterschiede: Ein Schweizer sucht einen Plattenleger, ein Deutscher einen Fliesenleger. Im Englischen unterscheiden sich britische und amerikanische Begriffe, etwa bei Wohnungen, Maßangaben oder Berufsbezeichnungen. In B2B Märkten suchen Einkäufer zudem oft mit Normbezeichnungen, Materialnummern oder englischen Fachbegriffen.
So gehen wir für jede neue Sprache vor:
- Wir sammeln mit Ihrem Vertrieb die Begriffe, die Kunden aus dem Zielmarkt in Anfragen, Telefonaten und auf Messen tatsächlich verwenden.
- Wir ergänzen sie um Suchvorschläge und Varianten aus dem jeweiligen Land, etwa mit unserem Tool für Suchbegriffe.
- Wir prüfen die Ergebnisseiten im Zielland: Erscheinen dort Hersteller, Händler, Vergleichsportale oder Ratgeber? Das zeigt, welcher Seitentyp für den Begriff passt.
- Wir ordnen jedem Hauptbegriff genau eine Seite zu, damit sich Seiten derselben Sprache nicht gegenseitig Konkurrenz machen.
- Erst dann entstehen Seitentitel, Beschreibungen, Überschriften und Adressen in der neuen Sprache.
Diese Arbeit gehört zu einem umfassenden Plan für Suchmaschinenoptimierung je Markt. Sie verhindert den häufigsten Grund, warum eine sprachlich einwandfreie Version trotzdem keine Besucher bekommt.
07Redaktionsablauf mit Glossar und Übersetzungsspeicher
Mehrsprachige Inhalte bleiben nur dann aktuell, wenn vor dem Start feststeht, wer welche Sprache verantwortet und wie Änderungen in alle Versionen gelangen. Ohne diese Routine weichen die Sprachen nach wenigen Monaten voneinander ab.
Zwei Werkzeuge erleichtern die Arbeit. Ein Glossar legt fest, wie Ihre Produkte, Leistungen und Fachbegriffe in jeder Sprache heißen, damit dasselbe Bauteil nicht auf drei Seiten drei Namen trägt. Ein Übersetzungsspeicher, auch Translation Memory genannt, merkt sich bereits übersetzte Sätze und schlägt sie bei Wiederholungen vor; das spart Zeit und sorgt für einheitliche Formulierungen.
Für den laufenden Betrieb empfehlen wir einen festen Ablauf:
- Ausgangstext zuerst abschließen: Übersetzt wird erst, wenn die Originalsprache fachlich und rechtlich freigegeben ist; jede spätere Änderung kostet in jeder Sprache erneut Zeit.
- Verantwortliche je Sprache: Für jede Version gibt es eine benannte Person, die Texte prüft und freigibt, intern oder bei einem Übersetzungsbüro.
- Änderungsliste: Eine einfache Tabelle zeigt, welche Seite in welcher Sprache auf welchem Stand ist und wann sie zuletzt geprüft wurde.
- Feste Prüftermine: Preise, Ansprechpartner, Öffnungszeiten und Rechtstexte werden in festen Abständen in allen Sprachen gegengelesen.
Technisch sollte Ihr Redaktionssystem jede Seite mit ihren Sprachfassungen verknüpfen, damit beim Bearbeiten sofort sichtbar ist, welche Übersetzungen nachgezogen werden müssen.
08Maschinelle Übersetzung: Entwurf ja, Endfassung nein
Maschinelle Übersetzung ist ein brauchbares Werkzeug für erste Entwürfe, aber kein Ersatz für einen Menschen, der die Zielsprache sicher beherrscht. Unkorrigiert veröffentlicht schadet sie Vertrauen und Sichtbarkeit zugleich.
Google nennt in seinen Spamrichtlinien das massenhafte Erstellen von Seiten durch automatische Umwandlungen wie Übersetzen ohne Mehrwert für Nutzer als Beispiel für Missbrauch. Das betrifft nicht jede maschinell vorbereitete Seite, wohl aber eine Website, die per Plugin hunderte Seiten ungeprüft in zehn Sprachen ausspielt.
Hilfreich ist die Maschine bei strukturierten, sich wiederholenden Inhalten wie Produktattributen und technischen Datentabellen oder für einen Rohentwurf, den ein Fachübersetzer bearbeitet. Schwach ist sie dort, wo Wirkung zählt. Diese Inhalte sollten immer von Menschen geschrieben oder gründlich überarbeitet werden:
- Überschriften, Seitentitel und Beschreibungen in den Suchergebnissen, weil sie über den Klick entscheiden.
- Leistungsversprechen auf Verkaufsseiten, weil wörtliche Übertragungen dort hölzern wirken.
- Rechtstexte, Garantiebedingungen und Sicherheitshinweise, weil ein falsches Wort rechtliche Folgen haben kann.
- Fachbegriffe Ihrer Branche, die eine Maschine oft mit der allgemeinsprachlichen Bedeutung verwechselt.
Eine einfache Regel für Ihr Projekt: Jeder Text, der online geht, wurde von einer Person gelesen, die die Sprache auf muttersprachlichem Niveau beherrscht und Ihr Glossar kennt. Halten Sie im Angebot fest, wer diese Prüfung übernimmt.
09Formulare, Währungen, Einheiten und Zeitzonen
Eine Sprachversion ist erst marktreif, wenn auch Formulare, Zahlen und Kontaktwege den Gewohnheiten des Zielmarkts folgen; hier scheitern Anfragen oft trotz tadellosen Textes.
Schweizer Postleitzahlen haben vier Stellen, deutsche fünf, britische bestehen aus Buchstaben und Ziffern; ein Feld, das nur fünf Ziffern akzeptiert, sperrt ausländische Kunden aus. Telefonfelder müssen internationale Vorwahlen wie +41 oder +90 annehmen, und Pflichtfelder für Anrede oder Bundesland passen nicht in jeden Markt.
Diese Punkte prüfen wir in jeder Sprachversion:
- Zahlen und Datum: Im Deutschen trennt das Komma die Dezimalstellen, im Englischen der Punkt; in amerikanischen Datumsangaben steht der Monat vor dem Tag, was bei Lieferterminen zu Missverständnissen führt.
- Währung: Zeigen Sie Preise, dann in der Währung des Zielmarkts, für die Schweiz also in Franken, und mit dem Hinweis, ob Steuern enthalten sind.
- Maßeinheiten: Für Kunden in den USA gehören zu technischen Daten oft Zoll und Pfund neben den metrischen Werten.
- Erreichbarkeit: Nennen Sie Geschäftszeiten in der Zeitzone des Besuchers oder mit klarer Angabe der eigenen Zeitzone.
- Kontaktkanal: In manchen Märkten wird E-Mail erwartet, in anderen Telefon oder ein Messenger; nennen Sie den Ansprechpartner mit Sprachkenntnis namentlich.
Leiten Sie außerdem Formulare jeder Sprache direkt an die Person, die in dieser Sprache antwortet.
10Rechtstexte je Markt: Impressum, DSGVO und KVKK
Jede Sprachversion braucht die Rechtstexte des Marktes, den sie anspricht, und eine bloße Übersetzung der deutschen Texte reicht dafür nicht immer aus. Planen Sie diese Seiten deshalb wie Inhalte, nicht als Anhang kurz vor dem Start.
Für die deutsche Fassung verlangt § 5 DDG bei geschäftsmäßigen digitalen Diensten ein Impressum, das leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar ist. Wir verlinken es deshalb aus dem Fußbereich jeder Sprachversion, nicht nur aus der deutschen. Für Cookies und ähnliche Techniken verlangt § 25 TDDDG eine Einwilligung, sofern sie nicht unbedingt erforderlich sind; das Banner muss also in jeder Sprache vor dem Laden der Messung erscheinen und verständlich formuliert sein.
Weitere Punkte, die wir mit Ihrer Rechtsberatung abstimmen:
- DSGVO: Auch Unternehmen außerhalb der EU können unter die DSGVO fallen, wenn sie Menschen in der EU Waren oder Dienstleistungen anbieten; für externe Dienstleister wie Buchungstools oder Newsletterdienste verlangt Art. 28 DSGVO einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
- Türkei: Eröffnen Sie eine türkische Version für Kunden dort, kann das türkische Datenschutzgesetz KVKK greifen, das in Artikel 10 einen eigenen Informationstext vorsieht.
- Österreich und Schweiz: Beide Länder haben eigene Regeln zu Anbieterangaben und Datenschutz; lassen Sie prüfen, was Ihre Versionen dort zusätzlich enthalten müssen.
- Verbindliche Fassung: Legen Sie in AGB fest, welche Sprachfassung im Streitfall maßgeblich ist.
Rechtsberatung leisten wir nicht; wir liefern den technischen Rahmen, also eigene Rechtsseiten je Sprache und ein Banner, das wirklich vor dem Laden blockiert.
11Technisches SEO je Sprache: Sitemap, Canonical, Tempo
Technisch behandeln wir jede Sprachversion wie eine eigene Website, die Google vollständig crawlen und schnell laden können muss. Drei Bereiche entscheiden darüber.
Erstens die Sitemap. Ob jede Sprache eine eigene XML Sitemap erhält oder alle Versionen in einer Datei stehen, hängt von der Größe ab; entscheidend ist, dass jede veröffentlichte Sprachseite darin enthalten ist. Zweitens das Canonical, also die Angabe der maßgeblichen Adresse einer Seite: Jede Sprachversion verweist auf sich selbst, nie auf die deutsche Originalseite, sonst kann Google die Übersetzung als Duplikat behandeln.
Drittens die Ladezeit. Google bewertet sie mit den Core Web Vitals; als gut gelten beim 75. Perzentil der Seitenaufrufe ein LCP, also die Zeit bis zum größten sichtbaren Element, von höchstens 2,5 Sekunden, ein INP, die Reaktionszeit auf Eingaben, von höchstens 200 Millisekunden und ein CLS, das Maß für verrutschende Inhalte, von höchstens 0,1. Mehrsprachige Websites haben dabei eigene Fallen:
- Schriften: Türkische Zeichen wie ş und ğ oder Akzente im Französischen fehlen in manchen Schriftdateien; die Ersatzschrift lässt den Text springen und verschlechtert den CLS.
- Textlängen: Deutsche Begriffe sind oft länger als englische; Schaltflächen und Menüs müssen für die längste Sprache gestaltet sein.
- Übersetzung im Browser: Inhalte, die erst per JavaScript nachgeladen und übersetzt werden, sind für Crawler unsicher; jede Sprache sollte als fertiges HTML ausgeliefert werden.
12Erfolg je Sprache messen
Eine mehrsprachige Website lässt sich nur steuern, wenn Besuche und Anfragen je Sprache getrennt sichtbar sind; sonst bleibt offen, ob die englische Version Kunden bringt.
Mit Unterverzeichnissen ist das einfach, weil jede Sprache am Pfad erkennbar ist. In der Search Console legen wir für jedes Sprachverzeichnis eine eigene Property mit URL Präfix an; so sehen Sie Impressionen, Klicks und Suchbegriffe getrennt nach Sprache und Land. In Google Analytics lassen sich Berichte nach demselben Pfad filtern.
Für eine belastbare Auswertung richten wir folgende Punkte ein:
- Anfragen je Sprache: Formulare, Klicks auf Telefonnummer und E-Mail werden als eigene Ereignisse mit Sprachkennung gezählt.
- Einwilligung je Sprache: Für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum verlangt Google den Consent Mode für Messung und personalisierte Werbung; das Banner jeder Sprache muss die Einwilligung korrekt weitergeben.
- Kampagnen je Sprache: Anzeigen in Englisch oder Französisch führen auf die passende Sprachversion, nie auf die deutsche Startseite; für Kampagnen im Ausland eignet sich oft eine eigene Landingpage je Sprache.
- Vertriebsrückmeldung: Der Vertrieb vermerkt, aus welcher Sprachversion eine Anfrage kam und ob daraus ein Auftrag wurde.
Wenn Sie Märkte mit bezahlter Werbung testen wollen, bevor Sie in Inhalte investieren, planen wir Google Ads Kampagnen je Land und Sprache so, dass Sie früh erste Daten zur Nachfrage sehen.
13Sechs typische Fehler und was besser funktioniert
Die meisten Probleme mehrsprachiger Websites entstehen durch Entscheidungen, die zu Projektbeginn niemand bewusst getroffen hat. Diese sechs Fehler begegnen uns immer wieder:
- Sprachschalter ohne eigene URL: Die Seite wird im Browser übersetzt, die Adresse bleibt gleich, und die Übersetzung erscheint nie in der Suche. Besser: jede Sprache unter einer eigenen, crawlbaren Adresse.
- Einseitige hreflang Angaben: Die englische Seite verweist auf die deutsche, aber nicht zurück, und Google ignoriert das Paar. Besser: vollständige, gegenseitige Angaben samt Selbstverweis und Standardversion, regelmäßig geprüft.
- Alle Sprachen auf einmal: Fünf Versionen gehen gleichzeitig online, keine davon wird gepflegt. Besser: mit einer zweiten Sprache und den umsatzstarken Seiten starten, dann erweitern.
- Übersetzte statt recherchierte Keywords: Titel und Überschriften nutzen Wörter, nach denen im Zielland niemand sucht. Besser: Keyword Recherche je Sprache vor dem ersten Text.
- Kontakt ohne Ansprechpartner: Die englische Version führt auf ein Formular, das in einem deutschsprachigen Postfach landet und erst Tage später beantwortet wird. Besser: benannte Ansprechpartner je Sprache und eine zugesagte Antwortzeit.
- Rechtstexte nur auf Deutsch: Datenschutzhinweis und Cookie Banner erscheinen auf der englischen Seite in deutscher Sprache. Besser: eigene Rechtsseiten und ein Banner in jeder Sprache, abgestimmt mit Ihrer Rechtsberatung.
Prüfen Sie Ihre Website anhand dieser Liste, bevor Sie eine weitere Sprache ergänzen; oft lohnt es sich, zuerst die vorhandenen Versionen zu reparieren.
14Den passenden Partner wählen und den nächsten Schritt planen
Ein geeigneter Partner für eine mehrsprachige Website fragt zuerst nach Ihren Zielmärkten und erst danach nach Sprachen und Seitenzahl. Nutzen Sie die folgenden Fragen, um Angebote zu vergleichen:
- Welche URL Struktur empfehlen Sie für unsere Märkte, und warum?
- Wer übernimmt Lokalisierung und Prüfung der Texte, und wie wird die Keyword Recherche je Sprache durchgeführt?
- Wie werden hreflang, Canonical und Sitemaps umgesetzt, und wie prüfen Sie sie nach dem Start?
- Wie funktioniert die Sprachwahl, und gibt es automatische Weiterleitungen?
- Kann unser bestehendes System Sprachfassungen je Seite verwalten, oder ist ein Neuaufbau die solidere Lösung?
- Wie können wir später Texte ändern und neue Sprachen ergänzen, ohne Sie jedes Mal zu beauftragen?
Diese Website betreiben wir selbst auf Türkisch, Englisch und Deutsch nach genau diesem Aufbau. Für Branchen passen wir ihn an, etwa für ein Hotel mit Gästen aus mehreren Ländern. Weitere Projekte zeigen wir auf unserer Referenzseite, und wie wir Websites insgesamt planen, beschreibt unsere Seite zur Gestaltung von Websites.
Die Kosten einer mehrsprachigen Website hängen vor allem von der Zahl der Sprachen und Seiten, vom Übersetzungsweg und vom Umfang marktspezifischer Inhalte ab. Einen Überblick über unsere Pakete finden Sie in der Preisübersicht für Websites. Für Ihr Projekt schreiben Sie uns über das Kontaktformular, welche Länder Sie erreichen wollen und welche Sprachen Sie planen; nach einem kurzen Gespräch erhalten Sie einen Vorschlag zu Struktur und Sprachplan sowie ein schriftliches Angebot.