Content Migration beim Website Relaunch: Inhalte verlustfrei übertragen

Bei einem Website Relaunch diskutieren alle zuerst über das Design. Der eigentliche Wert einer Website steckt allerdings in den Texten, Bildern und Dokumenten, die sich über Jahre angesammelt haben. Wenn Sie die Content Migration ohne Plan starten, geht die neue Website mit fehlenden Seiten, kaputten Tabellen und verlorenen PDF Dateien online. In diesem Leitfaden zeige ich Ihnen die Methode, die ich seit 2012 in Relaunch Projekten nutze, von der ersten Bestandsaufnahme bis zur letzten Kontrolle.
Was ist Content Migration und warum ist sie ein eigener Arbeitsbereich im Relaunch?
Content Migration ist der Prozess, bei dem Sie Texte, Bilder, Dokumente und Seitendaten der alten Website erfassen, für jedes Element über Behalten, Zusammenführen, Neuschreiben oder Löschen entscheiden und das Ergebnis in das Inhaltsmodell der neuen Website übertragen. Sie braucht daher eigene Verantwortliche und einen eigenen Zeitplan.
In vielen Angeboten steht dafür nur eine Zeile namens "Content Einpflege". In der Praxis frisst genau dieser Posten allerdings einen großen Teil des Budgets. Alte Websites verstecken vergessene Kampagnenseiten, uneinheitlich formatierte Produkttexte und Dokumente, die seit Jahren niemand geöffnet hat. Wer das alles blind kopiert, trägt also das alte Durcheinander in ein neues Design.
Dieser Artikel behandelt die technische SEO Seite, etwa Weiterleitungen und das Monitoring in der Search Console, nicht im Detail. Dafür empfehle ich Ihnen meinen Beitrag SEO beim Website Relaunch schützen. Datenbanken, Nutzerkonten und Bestellungen sind zudem ein eigenes Thema. Hier geht es konkret um redaktionelle Inhalte.
Worin unterscheidet sich Content Migration von einer SEO Migration?
Die beiden Begriffe verschwimmen oft, deshalb trenne ich sie in jedem Projekt gleich zu Beginn. Eine SEO Migration sorgt dafür, dass Suchmaschinen Ihre Website unter den neuen Adressen verstehen. Dazu gehören URLs, Weiterleitungen, Canonical Tags, Sitemaps und Indexierung. Die Content Migration beantwortet dagegen eine andere Frage: Was ziehen wir um, in welcher Form und wohin?
Zum Beispiel braucht das SEO Team bei einer Unternehmenswebsite mit 400 Seiten für jede alte URL ein neues Ziel. Diese Ziele entstehen allerdings erst, wenn die inhaltlichen Entscheidungen stehen. Ohne zu wissen, welche Seite bleibt, können Sie kein Weiterleitungsziel festlegen. Die Content Migration liefert also den Input für die SEO Migration. Die technischen Schritte habe ich in meiner Checkliste zur Website Migration gesammelt.
Kurz gesagt: Das Content Team entscheidet, und das SEO Team sichert diese Entscheidungen auf URL Ebene ab. Eine Person kann durchaus beides übernehmen. Trotzdem sollten am Ende zwei getrennte Ergebnisse vorliegen.
Welche Rollen sollten Sie vor dem Start festlegen?
Das häufigste Problem ist nicht technisch, sondern organisatorisch: Niemand fühlt sich zuständig. Jeder glaubt, jemand anderes prüfe die Seiten, und am Ende prüft sie keiner. Deshalb empfehle ich, die Rollen schon im ersten Termin mit Namen festzuhalten.
- Content Verantwortliche: Sie entscheiden pro Bereich über Behalten oder Löschen, meist die Leitung der jeweiligen Abteilung.
- Migrationsleitung: Sie steuert Inventar, Zuordnungstabelle und Zeitplan.
- Redaktion: Sie schreibt Texte neu und führt Seiten zusammen.
- Entwicklung: Sie baut das neue Inhaltsmodell und schreibt die Importskripte.
- Freigabe: Sie hat das letzte Wort bei rechtlichen, markenbezogenen oder technischen Inhalten.
In kleinen Unternehmen liegen oft drei dieser Rollen bei einer Person. Entscheidend ist vor allem, dass jede Zeile im Inventar einen Namen trägt. So diskutiert später niemand darüber, wer eine Entscheidung getroffen hat.
Wie erstellen Sie ein Inventar für die Content Migration?
Ein Inventar ist eine einzige Tabelle, die jedes Inhaltselement der Website auflistet. Ich kombiniere dafür drei Quellen: die XML Sitemap, einen Crawl mit einem Crawler und die Inhaltsliste im CMS. Mit nur einer Quelle übersehen Sie zwangsläufig etwas, denn die Sitemap kennt keine Entwürfe und der Crawler findet keine verwaisten Seiten ohne interne Links.
Ergänzen Sie danach Daten aus Analytics und der Search Console. Seiten mit Traffic, die nicht im Menü stehen, tauchen nämlich oft nur dort auf. Wie Sie Seitenberichte exportieren, erkläre ich in meiner Search Console Anleitung.
Zählen Sie beim Inventar diese Inhaltstypen getrennt:
- Unternehmensseiten: Über uns, Team, Kontakt, Karriere.
- Leistungs- und Produktseiten.
- Blogartikel, News und Meldungen.
- Downloads: PDF Kataloge, Datenblätter, Preislisten.
- Mediathek: Bilder, Videos, Logos.
- Seitenbausteine: FAQ, Referenzboxen, Bewertungen.
- Rechtstexte: Impressum, Datenschutzerklärung, AGB.
Die letzten beiden Gruppen vergessen Teams am häufigsten. Übertragen Sie Rechtstexte zudem nie, bevor Ihre Rechtsberatung die aktuelle Fassung bestätigt hat.
Welche Spalten gehören in die Inventartabelle?
Je schlanker die Tabelle, desto länger bleibt sie nützlich. Trotzdem muss jede Zeile genug Informationen für eine Entscheidung enthalten. Meine Kernspalten sind: alte URL, Seitentitel, Inhaltstyp, Bereich, verantwortliche Person, letzte Aktualisierung, Wortzahl, organische Klicks der letzten zwölf Monate, eingehende interne Links, Beitrag zu Conversions und Entscheidung.
Die Wortzahl ziehen Sie am besten aus dem Crawl Export. Für einzelne Texte hilft dann ein Wörterzähler. Für den Conversion Beitrag prüfen Sie die Zielberichte pro Seite in Ihrer Analyse. Welche Seite Formularanfragen auslöst, entscheidet nämlich oft darüber, ob sie bleibt.
Legen Sie außerdem eine freie Spalte für Notizen an. Dort halten Sie fest, dass eine Produktseite in einem Händlervertrag steht oder dass ein PDF über einen QR Code im gedruckten Prospekt aufgerufen wird. Bleiben solche Abhängigkeiten unsichtbar, holen Löschentscheidungen Sie später an unerwarteten Stellen ein.
Was sollten Sie behalten, zusammenführen, neu schreiben oder löschen?
Sobald das Inventar steht, bekommt jede Zeile eine Entscheidung. Ich arbeite mit vier Kategorien. Die folgende Tabelle zeigt, wann ich welche wähle.
| Entscheidung | Wann sinnvoll? | Ergebnis auf der neuen Website | Worauf achten? |
|---|---|---|---|
| Behalten | Inhalt ist aktuell und bringt Traffic oder Anfragen | Gleicher Inhalt in neuer Vorlage | Formatierung und Bilder trotzdem prüfen |
| Zusammenführen | Zwei oder mehr schwache Seiten behandeln dasselbe Thema | Eine starke, vollständige Seite | Ziel jeder alten Seite in der Zuordnungstabelle notieren |
| Neu schreiben | Thema ist wichtig, aber Fakten oder Tonalität sind veraltet | Gleiches Thema, neuer Text | Redaktion muss vor dem Import fertig sein |
| Löschen | Abgelaufene Kampagne, Dublette oder leere Seite | Keine; Verweis auf die nächstpassende Seite | Vorher Backlinks und Conversions prüfen |
Entscheiden Sie allerdings nicht nur nach Traffic. Eine technische Seite mit wenigen Besuchen ist vielleicht genau die Seite, die Ihr Vertrieb mit jedem Angebot verschickt. Im Traffic Bericht wirkt sie unwichtig, im Verkaufsprozess ist sie dagegen zentral.
Treffen Sie diese Entscheidungen zudem nicht allein. Halten Sie mit jeder verantwortlichen Person eine kurze Runde ab und besprechen Sie nur die strittigen Zeilen. Die eindeutigen Zeilen bestätigen Sie dann direkt in der Liste. Somit steht auch eine Tabelle mit Hunderten Zeilen nach wenigen Stunden fest, und kein Team erfährt überraschend von einer gelöschten Seite.
Sollten Sie Seiten mit wenig Traffic immer löschen?
Nein. Content Pruning ist in Mode gekommen, und ich habe Projekte gesehen, die die Hälfte einer Website auf einen Schlag gelöscht haben. Der Leitfaden von Google zu hilfreichen, zuverlässigen Inhalten stellt originelle und vertrauenswürdige Inhalte für Menschen in den Mittelpunkt. Das heißt allerdings nicht, dass jede selten gelesene Seite schadet.
Stellen Sie sich vor dem Löschen deshalb drei Fragen. Erstens: Nutzt ein anderer Kanal diese Seite, etwa eine Newsletter Vorlage oder ein gedrucktes Prospekt? Zweitens: Verlinken andere Websites auf die Seite? Drittens: Gehört das Thema zu einem Bereich, den Sie künftig ausbauen wollen?
Lautet jede Antwort Nein, können Sie die Seite löschen. Ist dagegen eine Antwort Ja, sollten Sie Zusammenführen oder Neuschreiben prüfen. So bauen Sie Ballast im Archiv ab, ohne bereits aufgebauten Wert wegzuwerfen. Einen breiteren Blick auf aktuelle Inhalte bietet mein Beitrag Content aktualisieren für SEO.
Wie erstellen Sie die Zuordnungstabelle für die Content Migration?
Die Zuordnungstabelle ist das Inventar plus Entscheidungen. Sie zeigt, wo jedes alte Element auf der neuen Website landet, welche Vorlage es nutzt und wie sich sein Inhalt auf Felder verteilt. Anders gesagt: Das Inventar beantwortet "Was haben wir?", die Zuordnungstabelle dagegen "Was passiert damit?".
Ich ergänze diese Spalten: neue URL, neue Vorlage, Ziel Inhaltstyp, Feldzuordnung, Methode (Skript oder manuell), Status und prüfende Person. Für einheitliche neue URLs hilft zudem ein Slug Generator.
Bei zusammengeführten Seiten zeigen mehrere alte Zeilen auf eine neue Zeile. Macht die Tabelle diese Beziehung nicht deutlich, endet die Weiterleitungsphase in Diskussionen. Auch Google nennt in der Dokumentation zum Umzug einer Website mit URL Änderungen die Zuordnung alter und neuer URLs als Kernschritt. Auf Weiterleitungsarten gehe ich hier also bewusst nicht ein.
Wie bringen Sie alte Inhalte in ein neues Inhaltsmodell?
Die meisten neuen Websites arbeiten nicht mehr mit einem großen Textfeld. Stattdessen nutzen sie getrennte Felder: Titel, Zusammenfassung, Titelbild, Tabelle mit technischen Daten, FAQ Block und verwandte Produkte. Auf der alten Website steckt all das allerdings oft gemischt in einem einzigen HTML Körper.
Legen Sie das Inhaltsmodell deshalb fest, bevor die Migration beginnt. Danach schreiben Sie für jeden alten Inhaltstyp eine Feldzuordnung. Konkret wandert zum Beispiel der erste Absatz einer alten Produktseite in das neue Feld "Zusammenfassung". Die Aufzählung geht in "Merkmale", die Tabelle am Seitenende in "Technische Daten".
Ohne Feldzuordnung bauen Redakteure jede Seite neu auf. Folglich sehen zwei Seiten desselben Typs unterschiedlich aus, und die Konsistenz Ihres Designsystems bricht am ersten Tag. Feldbasierte Inhalte erleichtern außerdem strukturierte Daten; dazu mehr in meinem Beitrag über Schema Markup.
Sollten Sie Inhalte per Skript oder von Hand migrieren?
Am besten beides. Hunderte ähnliche Blogartikel von Hand zu kopieren ist langsam und fehleranfällig, denn nach ein paar Stunden lässt die Konzentration nach. Andererseits ist es riskant, die wenigen kritischen Seiten einem Skript zu überlassen. Dazu zählen Startseite, Leistungsseiten und Landingpages, die Anfragen bringen.
In meinen Projekten läuft es so: Für Inhalte mit gleicher Vorlage und der Entscheidung "Behalten" schreibt die Entwicklung ein Importskript. Das Skript läuft zunächst an einer kleinen Stichprobe. Danach prüft die Redaktion das Ergebnis. Sind die Fehler behoben, importiert die Entwicklung die ganze Gruppe. Inhalte mit "Neu schreiben" oder "Zusammenführen" pflegt die Redaktion dagegen immer von Hand ein.
Ein Hinweis aus der Praxis, keine Garantie: Der erste Skriptlauf zeigt fast immer ein Formatierungsproblem. Planen Sie also mindestens eine Korrekturrunde ein und behandeln Sie das Skript nicht als einmalige Sache.
Wie bereinigen Sie Formatierung und Codeballast?
Texte aus älteren CMS bringen unsichtbaren Ballast mit. Dazu gehören Inline Styles, aus Word kopierte Formatierung, Shortcodes eines alten Themes, leere Absätze und verschachtelte Tags ohne Funktion. Im neuen Design zeigen sie sich dann als fremde Schriften, kaputte Abstände und fehlerhafte Komponenten.
- Entfernen Sie Inline Styles und Font Tags; die Gestaltung übernimmt das neue Designsystem.
- Listen Sie jeden alten Shortcode auf und legen Sie seinen Ersatz fest.
- Korrigieren Sie die Überschriftenhierarchie und machen Sie fett gesetzte Absätze zu echten Überschriften.
- Prüfen Sie Tabellen und vereinfachen Sie breite Tabellen, die mobil nicht funktionieren.
- Kontrollieren Sie, ob eingebettete Videos und Karten noch laden.
Einen Großteil dieser Bereinigung können Sie ins Skript einbauen. Die letzte Entscheidung sollte trotzdem ein Mensch treffen, weil automatische Bereinigung vor allem bei Tabellen Spaltenreihenfolge und verbundene Zellen durcheinanderbringen kann.
Wie übertragen Sie Bilder und Medien ohne Verluste?
Die Mediathek ist fast immer der unordentlichste Teil. Ich finde regelmäßig fünf Größen desselben Bildes, Uploads ohne Verwendung und Fotos mit Namen wie "IMG_4432". Trennen Sie deshalb zunächst genutzte von ungenutzten Dateien. Übertragen Sie dann nur Dateien, die in mindestens einem Inhalt vorkommen.
Prüfen Sie bei jedem Bild drei Dinge: Dateigröße, Dateiname und Alternativtext. Verkleinern Sie große Dateien, bevor sie die neue Website bremsen; für einzelne Bilder eignet sich ein Tool zum Bild verkleinern. Ersetzen Sie außerdem nichtssagende Dateinamen durch beschreibende.
Beim Alternativtext stütze ich mich auf zwei Quellen. Das Bilder Tutorial des W3C erklärt, welche Bilder eine Beschreibung brauchen und welche als dekorativ gelten. Die Best Practices von Google für Bilder betonen zudem, dass beschreibende Dateinamen und Alternativtexte Google beim Verstehen von Bildern helfen. Die Migration ist also ein guter Moment, fehlende Texte zu ergänzen.
Wie gehen Sie mit PDF Dateien, Katalogen und Downloads um?
Downloads fehlen in vielen Inventaren, weil sie Dateien und keine Seiten sind. Gerade in Industrie, Gesundheitswesen und Rechtsberatung gehören PDF Kataloge jedoch oft zu den gefragtesten Inhalten. Ihre Adressen leben jahrelang in Postfächern von Kunden, in Präsentationen von Händlern und in gedruckten Unterlagen weiter.
Legen Sie deshalb einen eigenen Reiter für Dokumente an. Notieren Sie pro Datei die alte URL, die Version, die zuständige Abteilung, die aktuelle Gültigkeit und die neue URL. Laden Sie dann die aktuelle Fassung hoch, sorgen Sie aber dafür, dass auch die alte Adresse zur neuen Datei führt.
Überlegen Sie zudem, wichtigen Dokumenten eine eigene Seite zu geben. Ein nackter Link auf ein PDF bietet weder Menschen noch Suchmaschinen Kontext. Eine kurze Seite mit Beschreibung, Umfang des Dokuments und Download Button funktioniert besser. Außerdem bekommt Ihr Vertrieb damit einen sauberen Link zum Teilen.
Warum brechen interne und eingebettete Links bei der Migration?
Links im Fließtext gehen bei einer Migration am leisesten kaputt. Hunderte interne Links nutzen noch die alte URL Struktur und scheinen dank Weiterleitungen zu funktionieren. Allerdings läuft jeder Klick nun über einen zusätzlichen Zwischenschritt, und mit der Zeit entstehen Ketten.
Deshalb aktualisiere ich Links im Fließtext schon beim Import anhand der Zuordnungstabelle. Diesen Schritt ins Skript aufzunehmen ist meist einfach, denn die Zuordnung existiert ja bereits. Links auf zusammengeführte oder gelöschte Seiten brauchen dagegen den Blick der Redaktion; manchmal ist es besser, den Link ganz zu entfernen.
Nach dem Launch testen Sie Stichproben mit einem Redirect Checker, um Ketten zu finden. Wenn Sie die Linkarchitektur grundsätzlich neu denken wollen, ist mein Beitrag zur internen Verlinkung ein guter Startpunkt.
Sollten Sie Meta Titel, Beschreibungen und strukturierte Daten übernehmen?
Ja, aber mit Kontrolle. Meta Titel und Beschreibungen, die Ihre Redaktion über Jahre von Hand geschrieben hat, bringen oft Klicks. Lassen Sie also nicht zu, dass das neue CMS sie mit einer automatischen Vorlage überschreibt. Nehmen Sie stattdessen Spalten für Meta Titel und Meta Beschreibung in die Zuordnungstabelle auf.
Blind jedes Feld zu kopieren ist allerdings ebenfalls ein Fehler. Zusammengeführte Seiten brauchen einen neuen Titel. Neu geschriebene Seiten brauchen eine Beschreibung, die zum neuen Text passt. Länge und Darstellung prüfen Sie dann bequem mit einer Google SERP Vorschau.
Dieselbe Logik gilt für strukturierte Daten. Hatte die alte Website manuell eingebaute FAQ oder Produkt Markups, prüfen Sie, ob die neuen Vorlagen diese erzeugen. Sonst verlieren Sie Rich Results, ohne dass es jemand bemerkt.
Wie planen Sie den Zeitplan einer Content Migration?
Bauen Sie den Zeitplan aus Abhängigkeiten, nicht aus Wunschterminen. Ohne fertiges Inventar keine Entscheidungen, ohne Entscheidungen keine vollständige Zuordnungstabelle. Ebenso kann kein Skript laufen, solange das Inhaltsmodell nicht steht. Sobald diese Kette sichtbar ist, erkennt das Team, welche Aufgabe welche blockiert.
- Inventar und Datensammlung.
- Entscheidungen und Freigabe durch die Verantwortlichen.
- Inhaltsmodell und Feldzuordnung.
- Neuschreiben und Zusammenführen.
- Testimport und Korrekturrunde.
- Content Freeze und finaler Import.
- Qualitätskontrolle und Launch.
Lassen Sie das Neuschreiben parallel zum Design laufen. Dann arbeitet das Design mit echten Texten, und die Redaktion sieht früh, wie viel Text jede Vorlage verträgt. Eine Zusammenfassung, die nicht in eine Leistungskarte passt, fällt somit schon in der Designphase auf und nicht eine Woche vor dem Launch.
Wie steuern Sie einen Content Freeze?
Ein Content Freeze ist die Phase, in der Sie auf der alten Website keine neuen Inhalte veröffentlichen und bestehende Seiten nicht mehr ändern. Ohne Freeze veraltet das Inventar, und am Launch Tag fehlen einzelne Aktualisierungen.
Ein langer Freeze legt allerdings das Marketing für Wochen still. Halten Sie ihn daher so kurz wie möglich und definieren Sie eine Ausnahmeregel. Dringende Meldungen und rechtliche Änderungen dürfen zum Beispiel trotzdem online gehen. Das Team überträgt die Änderung dann am selben Tag auf die neue Website und vermerkt sie im Inventar.
In der Praxis arbeite ich mit zwei Stufen. Zunächst stoppen nur neue Seiten, kleine Korrekturen bleiben erlaubt. Direkt vor dem finalen Import stoppen dann alle Änderungen. Folglich stimmt der finale Import exakt mit der alten Website überein.
Wie behandeln Sie mehrsprachige Websites bei der Migration?
Bei einer mehrsprachigen Website ist das Inventar nicht eine Tabelle, sondern eine pro Sprache. Hat die deutsche Seite eine englische Version? Ist die französische Fassung aktuell? Welche Seiten hat nie jemand übersetzt? Wenn Sie ohne diese Antworten entscheiden, bleibt eine Seite in einer Sprache verwaist, während Sie ihr Gegenstück in einer anderen löschen.
Ergänzen Sie deshalb eine Spalte "Sprachgruppe" und verbinden Sie alle Versionen eines Inhalts über eine gemeinsame ID. Entscheiden Sie auf Ebene der Gruppe und führen Sie den Status dann pro Sprache. Koppeln Sie zudem den Zeitplan der Übersetzung an den Hauptzeitplan, sonst stehen am Launch Tag leere Vorlagen in einzelnen Sprachen.
Wie Sie Sprachversionen gegenüber Suchmaschinen kennzeichnen, ist ein eigenes technisches Thema. Mehr dazu in meinem Leitfaden zur SEO für mehrsprachige Websites.
Wie prüfen Sie die Qualität der migrierten Inhalte?
Qualitätskontrolle bedeutet weit mehr als "Lädt die Seite?". Ich prüfe deshalb in drei Schichten: Mengenabgleich, Stichprobe und Prüfung der kritischen Seiten.
Beim Mengenabgleich vergleichen Sie die Zahl der Zeilen mit "Behalten" und "Neu schreiben" mit der Zahl veröffentlichter Inhalte auf der neuen Website. Weichen die Zahlen ab, verschieben Sie den Launch, bis Sie die Lücke gefunden haben. Bei der Stichprobe öffnen Sie zufällige Seiten jedes Inhaltstyps und prüfen dann Titel, Bilder, Tabellen, Links und Metadaten.
Die Prüfung der kritischen Seiten umfasst alle Seiten mit dem meisten Traffic und den meisten Anfragen, und zwar vollständig von Hand. Diese Liste ziehen Sie aus den entsprechenden Spalten des Inventars. Tragen Sie außerdem jedes gefundene Problem in die Statusspalte der Zuordnungstabelle ein, damit alle an einer Stelle sehen, was noch offen ist.
Was sollten Sie in den ersten Wochen nach dem Launch beobachten?
Der Launch ist nicht das Ende der Migration, sondern der Beginn der Prüfphase. In den ersten Wochen beobachte ich drei Signale: Fehler 404, Veränderungen der Sichtbarkeit in der Suche und Formularanfragen.
Fehler 404 zeigen Inhalte, die durch die Zuordnungstabelle gerutscht sind. Veränderungen der Sichtbarkeit zeigen, ob zusammengeführte und neu geschriebene Seiten wirken wie geplant. Formularanfragen messen schließlich, wie sich Ihre Content Entscheidungen auf das Geschäft auswirken. Die vollständige technische Liste finden Sie wieder in der Migrations Checkliste.
Bewahren Sie zudem eine Sicherung der alten Website und die Zuordnungstabelle nach dem Launch auf. Monate später fragt vielleicht ein Kunde nach einem alten Katalog, oder jemand will wissen, warum eine Seite verschwunden ist. Die Antwort finden Sie dann in diesen beiden Quellen.
Welche Fehler passieren bei der Content Migration am häufigsten?
Über die Jahre habe ich in Projekten jeder Größe dieselben Fehler gesehen. Alle lassen sich bereits in der Planung vermeiden.
- Das Inventar nur aus der Sitemap erstellen und verwaiste Seiten übersehen.
- Das Inhaltsmodell ändern, nachdem der Import begonnen hat.
- Alles einem Skript überlassen und wichtige Seiten nie von Hand prüfen.
- PDF Dateien und Medien nicht separat erfassen.
- Alte interne Links im Fließtext stehen lassen.
- Neue Texte erst wenige Tage vor dem Launch anfordern.
- Keinen Content Freeze einplanen oder ihn über Wochen ziehen.
Die meisten dieser Punkte verlangen eher Disziplin als technisches Wissen. Deshalb behandle ich die Content Migration als Teilprojekt mit eigener Verantwortung und eigenem Zeitplan, nicht als Nebenaufgabe.
Sollte eine Agentur die Content Migration übernehmen oder Ihr eigenes Team?
Das hängt von der Menge der Inhalte ab und davon, wer das Wissen hat. Ihr Team kennt Produkte und Leistungen am besten, deshalb sollten Sie die Entscheidungen über Behalten oder Löschen nicht komplett abgeben. Inventar, Skriptimport und Qualitätskontrolle sind dagegen wiederkehrende Aufgaben, bei denen Erfahrung zählt.
Mein Modell ist also einfach: Sie entscheiden, ein erfahrenes Team steuert Prozess und technischen Import. Wenn Sie die Migration zusammen mit einem neuen Design planen möchten, finden Sie Details bei meinem Webdesign. Für den Schutz Ihrer Sichtbarkeit in der Suche lohnt zudem ein Blick auf die SEO Beratung.
Egal welches Modell Sie wählen: Überspringen Sie weder Inventar noch Entscheidungen, Zuordnungstabelle oder Qualitätskontrolle. Zusammengefasst sind diese vier Ergebnisse die dauerhafte Antwort auf die Frage, wohin ein Inhalt gewandert ist.




