WordPress oder individuelle Website? Die richtige Wahl für Unternehmen

WordPress oder individuelle Website: Was passt zur Firmenwebsite?
WordPress ist ein Open Source Content Management System, das Sie mit Themes und Plugins erweitern; eine individuelle Website ist dagegen Software, die komplett nach Ihren Anforderungen entwickelt wird. Kurz gesagt reicht WordPress meist für inhaltsstarke Seiten mit Standardfunktionen. Individuelle Entwicklung lohnt sich bei eigener Geschäftslogik, tiefen Integrationen und hohen Sicherheitsanforderungen.
Die Frage WordPress oder individuelle Website höre ich seit 2012 bei fast jedem neuen Projekt. Dabei arbeite ich mit beiden Ansätzen. Zudem habe ich erlebt, wie beide in falschen Händen teuer werden. In diesem Beitrag wäge ich die Entscheidung nach Kosten, Sicherheit, Plugin Abhängigkeit, Performance, Flexibilität und Wartung ab. Außerdem zeige ich ehrlich, wo WordPress wirklich stark ist.
Warum ist das mehr als eine Technikfrage?
In der Praxis überlassen viele Unternehmen diese Frage dem Entwickler. Allerdings entscheidet die Plattform, von wem Sie in den nächsten fünf Jahren abhängig sind. Sie bestimmt außerdem Ihr Wartungsbudget und wie schnell sich die Website verändern lässt. Deshalb gehört die Entscheidung auf den Tisch der Geschäftsführung und nicht nur zum Technikteam.
Zum Beispiel steht der Komfort im Redaktionssystem an erster Stelle, wenn Ihr Marketing jede Woche neue Seiten anlegt. Andererseits rücken Flexibilität und Sicherheit nach vorn, wenn Ihre Website Händlerpreise, Lagerbestand oder Angebotsprozesse abbildet. Also bekommt dieselbe Frage in jedem Unternehmen eine andere Antwort.
Beantworten Sie deshalb zunächst diese drei Fragen:
- Soll die Website vor allem informieren oder einen Geschäftsprozess abwickeln?
- Wer pflegt die Inhalte, und wie oft?
- Mit welchen Systemen muss sie in den nächsten zwei Jahren sprechen?
Wie verbreitet ist WordPress, und warum spielt das eine Rolle?
WordPress ist das am weitesten verbreitete CMS im Web. Laut W3Techs läuft WordPress auf 58,7 Prozent aller Websites mit bekanntem CMS. Das entspricht 40,2 Prozent aller Websites. Diese Reichweite ist Vorteil und Risiko zugleich.
Auf der Plusseite stehen ein großer Pool an Entwicklern, fertige Lösungen und viel Dokumentation. Folglich ist ein Wechsel des Dienstleisters selten eine Krise. Andererseits ist ein so populäres Ziel auch die erste Adresse für automatisierte Angriffsbots. Deshalb übernehmen Sie mit WordPress zugleich eine feste Update Routine.
Zudem hat die Verbreitung noch eine zweite Seite. Nicht jede Anleitung im Netz passt zu Ihrer Installation. Prüfen Sie daher vor dem Kopieren, für welche Plugin und Theme Version eine Lösung geschrieben wurde. Ich rate Teams außerdem, ein kurzes Inventar ihrer Installation zu führen.
Wie sieht der Vergleich WordPress oder individuelle Website in der Tabelle aus?
Die Tabelle fasst die Muster zusammen, die ich in der Praxis sehe. Natürlich passt nicht jedes Projekt exakt hinein. Nutzen Sie sie daher als Startkarte und nicht als Urteil.
| Kriterium | WordPress | Individuelle Website |
|---|---|---|
| Anfangskosten | Meist niedriger; Themes und Plugins beschleunigen. | Meist höher; Sie planen und bauen jede Funktion. |
| Sicherheit | Solider Kern; das Risiko steckt in Plugins und Themes. | Kleinere Angriffsfläche, Qualität hängt vom Team ab. |
| Plugin Abhängigkeit | Hoch; Kernfunktionen stammen von Dritten. | Gering; Sie wählen jede Abhängigkeit selbst. |
| Performance | Kann schnell sein, schwere Themes bremsen. | Hohes Potenzial, weil nur nötiger Code lädt. |
| Flexibilität | Stark bei Standards, begrenzt bei eigener Logik. | Grenzenlos bei eigener Logik, übertrieben bei Standards. |
| Wartung | Häufig, aber planbar. | Seltener, aber an den Entwickler gebunden. |
| Redaktion | Ausgereift, vertraut, schnell gelernt. | Sie bauen das Backend selbst; Qualität folgt dem Budget. |
Kurz gesagt: WordPress löst Standardaufgaben schnell und günstig. Individuelle Entwicklung löst besondere Aufgaben sauber. Probleme entstehen dann, wenn man Standardaufgaben individuell programmiert oder Sonderfälle in WordPress presst.
Zudem gewichtet jedes Unternehmen die Zeilen anders. Im Gesundheitswesen oder in der Finanzbranche entscheidet etwa die Sicherheitszeile allein. Bei einem jungen Dienstleister zählen dagegen Anfangskosten und Startgeschwindigkeit viel mehr. Notieren Sie also Ihre eigenen Prioritäten neben der Tabelle.
Warum unterscheiden sich Anfangskosten und Gesamtkosten?
Allerdings zeigt das erste Angebot nur einen Teil des Bildes. Entscheidend ist, was Sie über die gesamte Lebensdauer der Website zahlen. Deshalb vergleiche ich Angebote immer anhand von drei Posten:
- Einrichtung und Design.
- Jährliche Lizenzen, Hosting und Verlängerungen für Premium Plugins.
- Wartungsstunden für Updates, Sicherheit und kleine Änderungen.
Bei WordPress ist der erste Posten niedrig. Allerdings summieren sich die jährlichen Verlängerungen für Formular, Cache, Sicherheits und Page Builder Plugins. Bei individueller Entwicklung ist der erste Posten hoch. Dafür bleiben die Lizenzkosten oft gering. Eine Checkliste zur Bewertung von Designangeboten finden Sie in meinem Beitrag UI und UX Design beauftragen.
Wie vergleichen Sie beide Wege mit einer Beispielrechnung?
Rechnen wir konkret ein Beispiel durch. Die Zahlen sind kein echtes Angebot. Ich habe sie nur gewählt, um die Logik zu zeigen.
Beispielrechnung: Eine WordPress Website kostet 100 Einheiten. Plugins und Hosting kosten 15 Einheiten pro Jahr, die Wartung 20 Einheiten pro Jahr. Über fünf Jahre ergibt das 100 + 5 × 35 = 275 Einheiten.
Nehmen wir dann eine individuelle Website für 180 Einheiten. Hosting kostet 8 Einheiten pro Jahr, die Wartung 15 Einheiten pro Jahr. Über fünf Jahre ergibt das 180 + 5 × 23 = 295 Einheiten.
Somit ist der Abstand deutlich kleiner, als das erste Angebot vermuten lässt. Zudem ist eine geänderte Geschäftsregel in eigener Software manchmal günstiger als drei verbogene WordPress Plugins. Rechnen Sie also mit Ihren eigenen Zahlen und einem Horizont von fünf Jahren. Für die Mehrwertsteuer in Ihrer Kalkulation hilft der Mehrwertsteuer Rechner.
Ist WordPress sicher, und wo liegt das eigentliche Risiko?
Der WordPress Kern ist sicher; das eigentliche Risiko liegt in Plugins und Themes. Laut dem Sicherheitsbericht 2025 von Patchstack betrafen 96 Prozent der 2024 entdeckten Schwachstellen Plugins und 4 Prozent Themes. Im Kern meldete Patchstack nur 7 Schwachstellen.
Die Botschaft ist also eindeutig. Bei WordPress wächst die Verantwortung für Sicherheit mit jedem Plugin, das Sie installieren. Zum Beispiel kann ein verwaistes Slider Plugin einen gut gepflegten Kern angreifbar machen. Deshalb halte ich die Zahl der Plugins in WordPress Projekten bewusst niedrig.
Mit diesen Gewohnheiten schützen Sie eine WordPress Website:
- Wählen Sie nur aktiv gepflegte und weit verbreitete Plugins.
- Löschen Sie ungenutzte Plugins und Themes, statt sie nur zu deaktivieren.
- Aktivieren Sie die Anmeldung in zwei Schritten für Administratoren.
- Erstellen Sie tägliche Backups und testen Sie mindestens einmal die Wiederherstellung.
Ist eine individuelle Website automatisch sicherer?
Nein, individueller Code ist nicht von selbst sicher. Massenbots kennen Ihr System nicht, daher treffen Sie weniger automatisierte Angriffe. Allerdings reicht ein schlecht geschriebenes Formular, eine SQL Injection oder eine schwache Sitzungsverwaltung für ein ernstes Problem.
Folglich hängt die Sicherheit individueller Software von der Disziplin des Teams ab. Nutzt das Team ein aktuelles Framework? Aktualisiert es Abhängigkeiten? Prüft es Code gegenseitig? Lautet die Antwort nein, kann eigene Software riskanter sein als WordPress. Die wichtigsten Schwachstellen zeigt die OWASP Top 10.
Kurz gesagt ist Sicherheit kein Merkmal der Plattform, sondern eine Wartungszusage. Fragen Sie deshalb schriftlich, wer Sicherheitsupdates einspielt und wie oft.
Außerdem lohnt sich bei individueller Software ein Penetrationstest oder zumindest ein unabhängiges Code Review. Diese Zusatzkosten sind meist klein im Vergleich zu einem Sicherheitsvorfall. Zudem erhalten Sie einen Blick von außen auf die Qualität des Teams.
Wie kann Plugin Abhängigkeit Sie festlegen?
Plugin Abhängigkeit bedeutet, dass Ihre Kernfunktionen von Entwicklern außerhalb Ihrer Kontrolle abhängen. Zum Beispiel hängt Ihr Anfrageformular an einem Plugin, die Mehrsprachigkeit an einem zweiten und das Layout an einem Page Builder. Fällt eines davon aus, stockt die ganze Website.
Zudem ändern manche Plugins mit der Zeit ihr Preismodell. Andere geben ihre Entwickler ganz auf. Dann wechseln Sie entweder zu einem neuen Plugin oder bleiben riskant auf einer alten Version. In der Praxis schmerzt die Bindung an einen Page Builder am meisten, denn Ihre Inhalte stecken dann in dessen Shortcodes.
Setzen Sie deshalb auch mit WordPress eine klare Regel. Für jede kritische Funktion brauchen Sie eine Antwort auf die Frage: Was tue ich, wenn dieses Plugin morgen verschwindet?
Konkret hilft eine einfache Tabelle mit Name, Aufgabe, letztem Update und Alternative. Wenn Sie diese Liste zweimal im Jahr prüfen, sehen Sie die meisten Überraschungen früh kommen.
Welcher Weg liefert die bessere Performance?
Vor allem hängt Performance von der Umsetzung ab, nicht von der Plattform. Eine WordPress Website mit schlankem Theme, wenigen Plugins und gutem Caching kann sehr schnell sein. Dagegen bleibt eine Installation langsam, die auf jeder Seite CSS und JavaScript von zwanzig Plugins lädt.
Individuelle Software hat hohes Potenzial, weil sie nur den nötigen Code lädt. Allerdings entfaltet sich dieses Potenzial nur, wenn das Team Geschwindigkeit von Anfang an als Ziel setzt. Den Einfluss auf Ranking und Umsatz erkläre ich in wie die Ladezeit SEO beeinflusst. Für eine eigene Messung folgen Sie meiner Anleitung zum Google Lighthouse Test.
Eine praktische Regel dazu: Prüfen Sie bei WordPress, was jedes Plugin im Frontend lädt. Ein Formular Plugin, das nur auf der Kontaktseite läuft, lädt seine Dateien oft auf jeder Seite. Begrenzen Sie das, dann gewinnen Sie Tempo ohne Plattformwechsel.
Wann machen Flexibilität und eigene Geschäftsregeln den Unterschied?
Der Unterschied zeigt sich, sobald Ihre Website mehr ist als eine digitale Firmenbroschüre. Zum Beispiel verlangen Händlerpreise, branchenabhängige Anfrageformulare, Lagerdaten aus dem ERP oder mehrstufige Bewerbungen in WordPress oft eigene Plugins.
An dieser Stelle gilt: Ein eigenes WordPress Plugin ist ebenfalls individuelle Entwicklung. Je komplexer also die Regeln, desto kleiner der Kostenabstand zwischen beiden Wegen. Andererseits liefert das WordPress Ökosystem Standardbausteine wie Blog, Galerie, FAQ und einfache Formulare fast geschenkt.
Schreiben Sie Ihre Geschäftsregeln daher als Liste auf. Besteht die Liste überwiegend aus Standardbausteinen, starten Sie mit WordPress. Besteht sie aus eigener Logik, ist individuelle Entwicklung sinnvoller.
Sprechen Sie dabei auch mit Vertrieb und Auftragsabwicklung. Denn diese Teams kennen die echten Regeln meist besser als das Marketing.
Wie unterscheidet sich der Wartungsaufwand?
Die Wartung von WordPress ist häufig, aber planbar. Kern, Themes und Plugins brauchen regelmäßige Updates. Laut der WordPress Dokumentation aktualisiert sich der Kern bei kleineren Versionen standardmäßig automatisch. Plugins und Themes steuern Sie selbst.
Individuelle Software braucht seltener Wartung, bindet Sie aber an den Entwickler. Wenn Sprachen und Frameworks altern, steht alle paar Jahre ein größeres Upgrade an. Deshalb ist dokumentierter Code, den ein anderes Team übernehmen kann, unverzichtbar.
Ich empfehle für beide Modelle einen monatlichen Wartungsplan. Bei WordPress stehen Updates und Plugin Kontrolle im Fokus, bei individueller Software Abhängigkeitsprüfung und Backup Tests. Mehr zur laufenden Pflege lesen Sie in Content aktualisieren für SEO.
Halten Sie im Vertrag zudem eine Reaktionszeit fest. Steht dort nicht, wie schnell jemand bei einem Ausfall reagiert, warten Sie im schlimmsten Moment in der Schlange.
WordPress oder individuelle Website: Was ist besser für SEO?
Google interessiert sich nicht für Ihre Plattform. Entscheidend ist, ob die Seite crawlbar, schnell, verständlich und hilfreich ist. Somit können bei der Frage WordPress oder individuelle Website beide Wege in der Suche erfolgreich sein.
Konkret ist der Vorteil von WordPress Bequemlichkeit. Titel, Meta Beschreibungen, Sitemaps und strukturierte Daten liefern etablierte Plugins fertig mit. Bei individueller Software muss das Team diese Funktionen von Anfang an einplanen. Später nachzurüsten kostet mehr. Achten Sie deshalb darauf, dass technisches SEO als eigene Position im Angebot steht.
Wechseln Sie die Plattform, schützen Sie Ihre URL Struktur. Das beschreibe ich ausführlich in SEO beim Website Relaunch schützen.
Wo ist WordPress wirklich stark?
WordPress zu unterschätzen ist ein Fehler, den ich oft sehe. Im passenden Projekt bietet es Tempo und Reife, die eigene Software jahrelang nicht erreicht. Vor allem in diesen Bereichen glänzt es:
- Veröffentlichen: Blog, News, Ratgeber und Kategorien sind sehr ausgereift.
- Redaktion: Das Marketing legt Seiten ohne Schulung an.
- Personal: Sie hängen nie von einem einzelnen Entwickler ab.
- Integrationen: Analyse, E-Mail und Formulare verbinden Sie in Minuten.
- Startzeit: Eine Standard Firmenwebsite geht schnell online.
Zudem ist WordPress Open Source. Sie zahlen keine Lizenzgebühr und können Ihre Daten zu jedem Hoster umziehen. Dieser Besitz ist ein echter Vorteil gegenüber geschlossenen Baukastensystemen.
Welche Projekte rechtfertigen eine individuelle Website?
Individuelle Entwicklung lohnt sich, wenn die Website ein Arbeitswerkzeug ist. Typische Fälle aus meiner Praxis sind:
- Portale mit Login für Händler, Kunden oder Mitarbeitende.
- Datenaustausch in beide Richtungen mit ERP, CRM oder Buchhaltung.
- Eigene Logik für Preise, Angebote oder Buchungen.
- Kampagnen oder Bewerbungsseiten, die unter hoher Last stabil laufen müssen.
- Regulierte Branchen mit sensiblen Daten.
Wer solche Projekte in WordPress zwingt, landet meist bei einem Stapel eigener Plugins. Dann tragen Sie den Update Aufwand von WordPress und den Wartungsaufwand eigener Software zugleich. Für Industriebetriebe beschreibe ich diese Balance in Websites für Industrieunternehmen.
WordPress oder individuelle Website: Was passt zu welchem Projekt?
Ordnen wir die Entscheidung nun Projekttypen zu. Die Zuordnung ist ein Startpunkt aus meiner Praxiserfahrung, keine Garantie:
- Firmenwebsite mit Blog: WordPress.
- Dienstleister mit regelmäßigen Inhalten: WordPress.
- Kurzlebige Landingpage für eine Kampagne: schlankes WordPress oder eine einfache statische Seite.
- Händlerportal, Angebotsrechner oder Kundenbereich: individuelle Website.
- Firmenwebsite mit einem Spezialwerkzeug: WordPress plus separates individuelles Modul.
Die fünfte Option wird oft übersehen. Dabei ist es für viele Unternehmen der klügste Weg, Inhalte in WordPress zu lassen und die Geschäftslogik in eine eigene Anwendung auszulagern. So nutzen Sie die Stärken beider Welten und trennen ihre Schwächen.
Allerdings müssen Design und Login in beiden Systemen einheitlich bleiben. Sonst fühlt sich der Wechsel von der Website ins Portal an wie der Besuch bei einer anderen Firma.
Wann ist ein hybrider oder Headless Ansatz sinnvoll?
Ein hybrider Ansatz behält die Inhaltspflege in WordPress und liefert das Frontend oder Sonderfunktionen über separate Software aus. Beim Headless Ansatz dient WordPress nur als Inhaltsspeicher, und ein anderes Framework stellt die Seite dar.
Dieser Weg passt zu Unternehmen, die viele Kanäle bespielen und ein starkes Entwicklerteam haben. Allerdings kosten zwei Systeme mehr Geld und mehr Abstimmung. Daher ist er für kleine und mittlere Firmenwebsites oft unnötig.
In großen Organisationen mit mehreren Teams zählt dagegen eine früh durchdachte Architektur. Meine Sicht dazu teile ich in Micro Frontends für Unternehmenswebsites.
Wie beeinflussen Hosting und Server die Entscheidung?
Zudem prägt Hosting beide Wege im Hintergrund. WordPress läuft auf fast jedem Shared Hosting, was den Einstieg günstig hält. Allerdings wird ein billiger Tarif zum ersten Engpass, sobald Besucherzahlen oder Plugins wachsen.
Bei individueller Software hängt der Bedarf von Sprache und Framework ab. Manche Frameworks brauchen zum Beispiel einen dauerhaft laufenden Anwendungsprozess. Das bedeutet einen virtuellen Server statt Shared Hosting. Fragen Sie daher in jedem Angebot gesondert nach den Hosting Anforderungen.
Bei der Wahl des Hostings prüfe ich vier Punkte:
- Unterstützt der Server aktuelle PHP oder Framework Versionen?
- Laufen Backups automatisch, und können Sie sie selbst herunterladen?
- Haben Sie Zugriff auf Cache und Komprimierung?
- Erreichen Sie den Support auch nachts im Notfall?
Kurz gesagt: Wählen Sie die Plattform nie ohne das Hosting. Eine starke Anwendung auf einem schwachen Server verliert die Vorteile beider Wege. DNS Einträge prüfen Sie mit der DNS Abfrage.
Welches Backend nutzt Ihr Redaktionsteam wirklich gern?
Der häufigste Nutzer der Website ist oft nicht der Besucher, sondern Ihr Redaktionsteam. Deshalb wiegt die Bedienbarkeit schwerer, als viele denken. Der Blockeditor von WordPress bietet eine Oberfläche, die viele Marketer schon kennen.
Bei individueller Software gestalten Sie das Backend selbst. Zunächst klingt das nach einem Nachteil. Gut umgesetzt wird es jedoch zum Vorteil. Zum Beispiel arbeitet ein Backend, das Ihre Produkttabellen, Händlerlisten oder Angebotsvorlagen genau abbildet, effizienter als jedes allgemeine System.
Andererseits macht ein billig gebautes Backend das Team bei jeder Kleinigkeit vom Entwickler abhängig. Lassen Sie sich deshalb schon im Angebot Entwürfe der Verwaltungsseiten zeigen. Nehmen Sie außerdem eine Person aus der Redaktion mit in das Gespräch, denn sie arbeitet täglich damit.
Wenn Sie regelmäßig Inhalte planen, hilft Ihnen Website Traffic mit Content Marketing steigern bei der Definition der Anforderungen.
Warum ist das Eigentum an Code und Daten so wichtig wie die Plattform?
Eigentum zählt vor allem an dem Tag, an dem Sie sich von einem Team trennen. Da WordPress Open Source ist, lassen sich Datenbank und Dateien technisch leicht umziehen. Allerdings laufen Lizenzen für Premium Themes und Plugins oft auf das Konto der Agentur. Das bindet Sie still an sie.
Bei individueller Software entscheidet dagegen konkret der Vertrag. Sind Übergabe des Quellcodes, Zugriff auf das Repository und Dokumentation nicht schriftlich gesichert, wird sogar Ihr Nutzungsrecht unklar.
Nehmen Sie daher unabhängig vom Weg diese Punkte in den Vertrag auf:
- Domain, Hosting und Lizenzkonten laufen auf den Namen Ihrer Firma.
- Sie erhalten bei Übergabe Quellcode und Datenbanksicherung.
- Installations und Übergabedokumentation gehören zum Projekt.
So starten Sie bei einem Teamwechsel nie bei null. Für Ihre geschäftlichen Postfächer gilt dieselbe Logik; mehr dazu in E-Mail mit eigener Domain.
Welche Fragen sollten Sie dem Anbieter vorher stellen?
Stellen Sie dem Team diese Fragen schriftlich, egal welchen Weg Sie wählen. Die Antworten verraten mehr über die Reife des Teams als über die Plattform:
- Wem gehören Quellcode, Datenbank und Domain?
- Wie viele Plugins oder externe Bibliotheken nutzen Sie, und welche sind kostenpflichtig?
- Wer spielt Sicherheitsupdates ein, und wie oft?
- Wo liegen Backups, und wie lange dauert eine Wiederherstellung?
- Was erhält ein anderes Team, wenn es die Website übernimmt?
Vor allem die letzte Frage sagt viel. Undokumentierte, geschlossene Software bindet Sie an einen Anbieter. Ebenso ist ein stark angepasstes WordPress weniger portabel, als viele glauben. In meinem Webdesign Service beantworte ich diese Fragen schriftlich zusammen mit dem Angebot.
Welche Fehlentscheidungen passieren am häufigsten?
Am häufigsten sehe ich teure individuelle Software für eine ganz normale Firmenwebsite. Einige Jahre später ist der Entwickler nicht erreichbar, das Backend unvollständig, und selbst eine neue Seite braucht ein Angebot.
Der zweite Fehler ist das Gegenteil. Ein komplexes Händlersystem landet mit zwanzig Plugins in WordPress. Im ersten Monat läuft es. Danach bricht bei jedem Update etwas, und niemand weiß mehr, warum welches Plugin installiert ist.
Drittens überlassen viele die Entscheidung den Gewohnheiten des Entwicklers. Wer nur WordPress kennt, empfiehlt immer WordPress, und wer nur eigenen Code schreibt, empfiehlt immer eigenen Code. Bewerten Sie Angebote deshalb an Ihren Conversion Zielen.
Schließlich ein vierter Fehler: nur für heute zu entscheiden. Braucht Ihre Website in zwei Jahren E-Commerce, mehrere Sprachen oder einen Händlerlogin, gehört das jetzt auf den Tisch.
Wie planen Sie den Wechsel von WordPress zu eigener Software oder umgekehrt?
Also bewegt ein Plattformwechsel mehr als Code. Sie ziehen auch URLs, Inhalte und Weiterleitungen um. Erstellen Sie daher vor dem Start ein vollständiges Inventar der bestehenden Website.
Ich plane Umzüge in drei Schritten. Zunächst liste ich jede URL und jede Seite mit Traffic auf. Danach ordne ich jeder Adresse ihr neues Ziel zu und plane die 301 Weiterleitungen. Schließlich beobachte ich in den Wochen nach dem Start die Fehler in der Search Console. Weiterleitungen prüfen Sie mit dem Redirect Checker.
Eine ausführliche Checkliste finden Sie in Website Migration Checkliste. So wird der Plattformwechsel nicht zum Rankingverlust.
Wie treffen Sie die endgültige Entscheidung?
Nutzen Sie dafür eine einfache Bewertung. Gewichten Sie jedes Kriterium (Kosten, Sicherheit, Abhängigkeit, Performance, Flexibilität, Wartung) von 1 bis 5 nach seiner Bedeutung für Ihr Geschäft. Dann prüfen Sie, wie gut jede Option dieses Kriterium erfüllt.
Zählen Flexibilität und Integrationen für Sie mit 5, liegt die individuelle Entwicklung vorn. Zählen dagegen Startzeit, Budget und einfache Pflege mit 5, passt WordPress besser. Zusammengefasst hat die Frage WordPress oder individuelle Website keine allgemeine Antwort, sondern nur eine Antwort für Ihre Prioritäten.
Wenn Sie diese Entscheidung gemeinsam treffen möchten, genügt eine kurze Projektbeschreibung. Sie erreichen mich über die Kontaktseite, und frühere Arbeiten finden Sie unter Referenzen.




