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Was ist technisches SEO? 10 Tipps, die Sie direkt auf Ihrer Website umsetzen können

Talha AslanTalha Aslan 18 Min. Lesezeit 3 Aufrufe

Technisches SEO ist der Teil der Suchmaschinenoptimierung, den viele Unternehmer an "den Entwickler" abgeben und dann vergessen. Ich arbeite seit 2012 an Websites, und ich sehe immer wieder dieselbe Geschichte. Eine Firma veröffentlicht gute Inhalte, doch eine einzige falsche Zeile hält sie monatelang von Google fern. Deshalb erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag, was technisches SEO bedeutet. Danach bekommen Sie genau 10 Tipps, die Sie noch diese Woche auf Ihrer Website umsetzen können.

Der Artikel richtet sich an Einsteiger. Sie brauchen also keine Programmierkenntnisse. Es reicht, wenn Sie sich in Ihr CMS einloggen und ein Konto in der Google Search Console anlegen können. Fortgeschrittene Themen wie KI Crawler und JavaScript Rendering behandle ich dagegen in einem eigenen Artikel. Dorthin verlinke ich an passender Stelle.

Was ist technisches SEO und was gehört dazu?

Technisches SEO umfasst alle Anpassungen an der Infrastruktur, die Suchmaschinen erlauben, Ihre Website reibungslos zu crawlen, zu verstehen und zu indexieren. Dazu zählen Crawling Regeln, XML Sitemap, Ladezeit, mobile Darstellung, HTTPS, Weiterleitungen und strukturierte Daten. Kurz gesagt hält es den Weg zwischen Ihren Inhalten und Google frei.

Ich nutze dafür gern einen Vergleich, denn er macht es greifbar. Ihre Inhalte sind die Ware im Schaufenster. Technisches SEO ist dagegen die Straße zum Laden, die offene Tür und das lesbare Schild. Ist die Straße gesperrt, kommt niemand herein, egal wie schön das Schaufenster aussieht. Deshalb bringt technisches SEO allein noch keine Rankings. Fehlt es allerdings, macht es Ihre übrige Arbeit zunichte.

Konkret bringt Google eine Seite in drei Schritten in die Suchergebnisse: Crawling, Indexierung und Ausspielung. Technisches SEO betrifft vor allem die ersten beiden Schritte. Denn wenn der Googlebot Ihre Seite nicht erreicht oder sie für ein Duplikat hält, spielt die Qualität des Inhalts gar keine Rolle mehr.

Warum kommt technisches SEO vor dem Content?

Die meisten Kunden wünschen sich zuerst Blogartikel und danach Anzeigen. Schaue ich mir dann die Technik ihrer Website an, finde ich oft dasselbe Bild. Neue Seiten fehlen seit Wochen im Index. Alte Adressen liefern den Fehler 404. Die mobile Version lädt langsam. Neue Inhalte auf so einer Website zu veröffentlichen, gleicht daher dem Wasserschöpfen mit einem löchrigen Eimer.

Andererseits hat die Technik einen großen Vorteil. Die meisten Probleme lösen Sie einmal, und dann bleiben sie lange gelöst. Content braucht ständige Produktion, Linkaufbau braucht Geduld. Eine saubere technische Basis braucht dagegen nur regelmäßige Kontrollen. Folglich bringt eine technische Bereinigung kleinen Unternehmen mit begrenztem Budget oft den größten Ertrag.

Zudem schaden technische Fehler nicht nur bei Google, sondern auch bei Besuchern. Eine Website, die langsam lädt, auf dem Handy springt und voller defekter Links ist, verliert Vertrauen. Das heißt, gute Technik ist immer auch eine Investition in die Nutzererfahrung. Wie Sie beides verbinden, lesen Sie in meinem Beitrag UX und SEO in Einklang bringen.

Worin unterscheidet sich technisches SEO von OnPage und OffPage SEO?

Zunächst teile ich SEO Arbeit meist in drei Bereiche. Jeder beantwortet eine andere Frage, und keiner ersetzt den anderen. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen den Unterschied auf einen Blick:

BereichZentrale FrageTypische AufgabenWer ist zuständig?
Technisches SEOKann Google meine Website crawlen und indexieren?robots.txt, Sitemap, Canonical Tags, Ladezeit, HTTPS, WeiterleitungenEntwickler und SEO Berater gemeinsam
OnPage SEOLiefert meine Seite die beste Antwort auf die Suche?Keywords, Überschriften, Suchintention, AktualitätRedaktion und SEO Berater
OffPage SEOVertrauen mir andere Websites?Natürliche Links, Markenerwähnungen, lokale EinträgeMarketing und PR

Wie die Tabelle zeigt, ist die Technik eine Voraussetzung. Inhalte und Links wirken erst, wenn die technische Tür offen steht. Deshalb beginnt jedes neue Projekt meiner SEO Beratung mit einem technischen Audit.

Welche Werkzeuge brauchen Sie vor dem Start?

Die gute Nachricht zuerst: Fast alle 10 Tipps setzen Sie mit kostenlosen Werkzeugen um. Meine Grundausstattung sieht so aus:

  • Google Search Console: Ihre wichtigste Quelle für Indexierung, Sitemaps und Core Web Vitals.
  • PageSpeed Insights: Zeigt Labordaten und echte Nutzerdaten zur Ladezeit auf einem Bildschirm.
  • Entwicklertools im Browser: Der Lighthouse Bereich in Chrome sowie die Simulation mobiler Geräte.
  • Prüfung von Statuscodes: Ob eine Adresse 200, 301 oder 404 liefert, sehen Sie mit meinem Redirect Checker.
  • Eine einfache Tabelle: Hier notieren Sie jedes Problem, das Datum und den Stand der Lösung.

Der letzte Punkt wirkt banal, ist aber dennoch vielleicht der wichtigste. Technische Arbeit gerät nämlich oft in die Schleife "Ich habe es repariert, dann hat es jemand wieder kaputtgemacht". Mit einem Protokoll sehen Sie dagegen sofort, was sich wann geändert hat.

Tipp 1: Sperrt Ihre robots.txt Google aus Versehen aus?

Die Datei robots.txt liegt im Stammverzeichnis Ihrer Website und sagt Crawlern, welche Bereiche sie besuchen dürfen. Tippen Sie einfach ihredomain.de/robots.txt in den Browser, dann sehen Sie Ihre Datei sofort. Der teuerste Fehler, den ich kenne, ist eine Zeile "Disallow: /" aus der Entwicklungsphase, die nach dem Launch stehen bleibt. Diese eine Zeile sperrt folglich die gesamte Website für das Crawling.

Allerdings ist die robots.txt kein Mittel zum Verstecken. Die Dokumentation von Google zur robots.txt warnt ausdrücklich davor. Bekommt eine gesperrte Seite Links von anderen Websites, kann Google ihre Adresse trotzdem ohne Beschreibung indexieren. Wollen Sie eine Seite wirklich aus den Suchergebnissen entfernen, brauchen Sie stattdessen ein noindex Tag, einen Passwortschutz oder Sie löschen die Seite.

Meine kurze Checkliste:

  • Steht in der Datei "Disallow: /"? Falls ja, ist das Absicht?
  • Sind Ordner mit CSS und JavaScript gesperrt? Dann kann Google Ihre Seiten nicht korrekt darstellen.
  • Steht am Ende die Adresse Ihrer Sitemap?

Für eine saubere neue Datei hilft Ihnen mein robots.txt Generator.

Tipp 2: Wie erstellen und übermitteln Sie eine XML Sitemap?

Eine XML Sitemap ist die Liste, mit der Sie Google sagen, welche Seiten wichtig sind. Bei einer kleinen, gut verlinkten Website findet Google die Seiten ohnehin. Trotzdem hilft die Sitemap, neue Seiten schneller zu entdecken. Außerdem sehen Sie in der Search Console, welche Seiten es in den Index geschafft haben.

Laut den Sitemap Richtlinien von Google darf eine Datei höchstens 50.000 URLs oder unkomprimiert 50 MB enthalten. Größere Websites teilen die Liste daher auf mehrere Dateien auf und bündeln sie in einer Indexdatei. Dieselbe Seite nennt zudem zwei wichtige Details. Erstens ignoriert Google die Werte priority und changefreq. Zweitens nutzt Google lastmod nur dann, wenn der Wert durchgehend und nachprüfbar stimmt.

Nehmen Sie also nur Seiten auf, die den Status 200 liefern, auf sich selbst als Canonical zeigen und in den Index sollen. Weitergeleitete, mit noindex versehene oder doppelte Adressen senden sonst widersprüchliche Signale. Erstellt Ihr CMS keine Sitemap, baut mein XML Sitemap Generator Ihnen eine in wenigen Minuten. Danach tragen Sie die Adresse in der Search Console unter Sitemaps ein und senden sie ab.

Tipp 3: Sind Ihre Seiten wirklich im Google Index?

Viele Unternehmer gehen davon aus, dass jede Seite ihrer Website bei Google auftaucht. Öffnen Sie dann den Bericht "Seiten" in der Search Console, sieht das Bild oft anders aus. Der Bericht teilt Ihre Adressen in indexiert und nicht indexiert und nennt für jede Gruppe einen Grund.

Diese Status begegnen mir am häufigsten:

  • Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert: Google hat die Seite gesehen, hält sie aber nicht für wertvoll genug. Meist steckt dünner oder sich wiederholender Inhalt dahinter.
  • Gefunden, zurzeit nicht indexiert: Google kennt die Adresse, hat sie aber noch nicht gecrawlt. Bei kleinen Websites liegt das meist an schwacher interner Verlinkung.
  • Durch noindex Tag ausgeschlossen: Falls Sie das nicht geplant haben, ist vermutlich noch ein Häkchen im Theme oder in einem Plugin aktiv.
  • Duplikat, Google hat eine andere kanonische Seite gewählt: Ihre Canonical Signale widersprechen sich. Lesen Sie dazu Tipp 4.

Eine einzelne Seite prüfen Sie über das Feld URL Prüfung oben in der Search Console. Dort sehen Sie, ob die Seite im Index ist, welche kanonische Adresse Google gewählt hat und wann der Googlebot zuletzt da war. Außerdem können Sie für eine neue oder wichtige Seite direkt dort die Indexierung beantragen.

Tipp 4: Wie lösen Canonical Tags das Problem mit doppelten Inhalten?

Öffnet sich derselbe Inhalt unter mehreren Adressen, entscheidet Google selbst, welche davon erscheint. Zum Beispiel lädt eine Produktseite über den Kategoriepfad, über einen Filterparameter und über eine Adresse mit Kampagnenkennung. Dadurch verteilen sich Ihre Rankingsignale auf mehrere Adressen.

Ein Canonical Tag ist eine Zeile im Kopfbereich der Seite, die sagt: "Das ist die Hauptadresse." Der Leitfaden von Google zu doppelten URLs ordnet die Signale nach Stärke. Weiterleitungen und rel="canonical" sind starke Signale, die Aufnahme in die Sitemap ist dagegen ein schwaches. Ein Punkt ist dabei wichtig. Ein Canonical Tag ist ein starker Hinweis, kein Befehl. Widersprechen andere Signale, wählt Google womöglich eine andere Adresse.

Deshalb sollten alle Signale in dieselbe Richtung zeigen. Die kanonische Adresse gehört in die Sitemap, interne Links führen dorthin und die Seite liefert den Status 200. Derselbe Leitfaden rät außerdem davon ab, robots.txt oder noindex für die Wahl der kanonischen Seite zu nutzen. Denn noindex entfernt die Seite komplett aus der Suche, obwohl Sie nur bestimmen wollen, welche Version erscheint.

Tipp 5: Hat Ihre Website eine einzige, sichere Adresse?

Ihre Website lässt sich womöglich auf vier Arten öffnen: mit http, mit https, mit www und ohne www. Laden alle vier Varianten getrennt, sieht Google vier Kopien derselben Website. Die Lösung ist einfach. Wählen Sie eine Variante und leiten Sie die übrigen drei dauerhaft darauf um.

Google behandelt die Codes 301 und 308 als dauerhafte Weiterleitungen und betrachtet das Ziel als Kandidaten für die kanonische Adresse. Die Codes 302 und 307 gelten dagegen als vorübergehend, also behält Google eventuell die alte Adresse. Nutzen Sie daher beim Wechsel von Domain oder Protokoll immer eine 301 Weiterleitung.

HTTPS ist heute keine Option mehr, sondern Pflicht. Browser kennzeichnen Seiten ohne Verschlüsselung als nicht sicher, und das kostet gerade auf Firmenwebsites mit Kontaktformular Vertrauen. Zudem liefern die meisten Hoster ein SSL Zertifikat kostenlos mit. Zur Kontrolle tippen Sie Ihre Adresse in allen vier Varianten ein und prüfen, ob jede auf derselben Adresse mit https landet. Mein Redirect Checker zeigt Ihnen dabei auch mögliche Weiterleitungsketten.

Tipp 6: Erreichen Ihre Core Web Vitals die Grenzwerte?

Die Core Web Vitals sind drei Messwerte, mit denen Google die echte Nutzererfahrung misst. Laut der offiziellen Definition auf web.dev gelten diese Grenzwerte als gut:

  1. LCP (Largest Contentful Paint): Das größte Inhaltselement erscheint innerhalb von 2,5 Sekunden.
  2. INP (Interaction to Next Paint): Die Seite reagiert auf einen Klick oder eine Berührung in 200 Millisekunden oder schneller. INP hat 2024 den Messwert FID abgelöst.
  3. CLS (Cumulative Layout Shift): Der Wert für Layoutverschiebungen bleibt beim Laden bei 0,1 oder darunter.

Google betrachtet dabei das 75. Perzentil der Seitenaufrufe, getrennt nach Mobilgerät und Desktop. Das heißt, die Mehrheit Ihrer Besucher braucht eine gute Erfahrung, nicht nur Sie auf Ihrem schnellen Laptop.

Für Einsteiger bringen drei Maßnahmen am meisten. Erstens komprimieren Sie große Bilder und wandeln sie in ein modernes Format wie WebP um. Zweitens geben Sie Bildern und Werbeflächen eine feste Breite und Höhe, damit nichts mehr springt. Drittens entfernen Sie Plugins und Tracking Skripte, die Sie nicht mehr brauchen. Den Einfluss der Ladezeit auf das Ranking übertreibe ich nicht. Trotzdem verliert eine langsame Seite Besucher, bevor diese Ihr Formular erreichen.

Tipp 7: Zeigt Ihre mobile Version denselben Inhalt wie der Desktop?

Google nutzt für Indexierung und Ranking die mobile Version einer Website. Man spricht vom Mobile First Indexing. In der Praxis bedeutet das: Text, den Sie am Desktop zeigen und auf dem Handy verstecken, existiert für Google kaum.

Der Leitfaden von Google zum Mobile First Indexing gibt einige klare Empfehlungen:

  • Halten Sie den Hauptinhalt mobil und am Desktop identisch. Nutzen Sie Akkordeons oder Tabs, statt Inhalte zu löschen.
  • Verwenden Sie auf beiden Versionen gleichwertige Title Tags und Meta Descriptions.
  • Binden Sie auf beiden Versionen dieselben strukturierten Daten ein.
  • Laden Sie den Hauptinhalt nicht erst nach einer Nutzeraktion nach, denn Google klickt nicht, um Inhalte zu laden.

Am einfachsten gelingt das mit responsivem Design, also einer Adresse und einem HTML Dokument für alle Bildschirme. Planen Sie eine neue Website, machen Sie das gleich zu Beginn des Webdesign Projekts zur Bedingung. Für Ihre bestehende Website öffnen Sie eine wichtige Seite auf dem Handy und lesen jeden Abschnitt. Fehlt ein Text, ein Button oder ein Formular, haben Sie Arbeit gefunden.

Tipp 8: Wie sollten URLs und Seitenhierarchie aussehen?

Eine gute URL verrät dem Leser, worum es auf der Seite geht. Eine Adresse wie "/buerostuehle/drehstuhl/" gibt Nutzern und Google deutlich klarere Informationen als "/produkt.php?id=4821". Die Regeln sind einfach. Schreiben Sie klein, trennen Sie Wörter mit Bindestrichen, ersetzen Sie Umlaute und lassen Sie unnötige Parameter weg.

Saubere Adressen aus Seitentiteln erzeugt Ihnen mein Slug Generator. Allerdings eine Warnung: Ändern Sie keine bestehenden Adressen, nur damit sie hübscher aussehen. Jede Änderung braucht eine Weiterleitung und birgt ein gewisses Risiko.

Bei der Hierarchie lautet das Ziel, dass wichtige Seiten nur wenige Klicks von der Startseite entfernt liegen. Verwaiste Seiten, die aus keinem Menü und keinem Artikel einen Link bekommen, bleiben für Google und Besucher gleichermaßen unsichtbar. Verlinken Sie deshalb jede neue Leistungsseite von mindestens ein paar passenden Seiten aus. Für Websites mit Hunderten oder Tausenden Produkten beschreibe ich das ausführlich im Beitrag zur Kategoriestruktur für große Websites.

Tipp 9: Wie beseitigen Sie defekte Links und Weiterleitungsketten?

Jede Website sammelt mit der Zeit defekte Links. Ein Produkt fällt weg, eine Aktionsseite verschwindet, die Adresse eines Blogartikels ändert sich. Am Ende landet der Besucher auf einer Fehlerseite, und der Googlebot steht vor einer verschlossenen Tür.

Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor. Zunächst suchen Sie alte Adressen, die Links von anderen Websites haben oder noch Besucher bringen, und leiten sie per 301 auf die passendste aktuelle Seite um. Danach prüfen Sie Ihre internen Links und ersetzen defekte direkt durch die neue Adresse. Das Linkziel zu aktualisieren ist also immer sauberer, als sich intern auf eine Weiterleitung zu verlassen.

Eine Weiterleitungskette entsteht, wenn Adresse A auf B zeigt und B auf C. Jeder weitere Sprung kostet Besucher Zeit und Crawler eine zusätzliche Anfrage. Vor allem Websites mit mehreren Relaunches haben solche Ketten. Die Lösung lautet dann: A direkt auf C leiten. Noch ein Hinweis: Für eine bewusst entfernte Seite ohne Ersatz ist ein Status 404 oder 410 völlig normal. Leiten Sie dagegen jede gelöschte Seite auf die Startseite, wertet Google das meist als Soft 404, und es bringt nichts. Planen Sie einen Umzug, finden Sie alle Schritte in meiner Checkliste zur Website Migration.

Tipp 10: Was bringen strukturierte Daten für technisches SEO?

Strukturierte Daten beschreiben die Informationen Ihrer Seite in einer Form, die Maschinen lesen können. Zum Beispiel legen Sie klar fest, ob eine Seite ein Produkt, eine Veranstaltung oder ein Unternehmen beschreibt, samt Preis oder Adresse. Google empfiehlt dafür ein eigenes Skriptformat im Quelltext, das den sichtbaren Teil der Seite nicht verändert.

Strukturierte Daten sind allerdings kein Zaubertrick, der Rankings direkt anhebt. Stattdessen machen sie Ihre Seite für Rich Results geeignet und helfen Google, den Inhalt genauer zu verstehen. Für den Anfang reichen drei Typen: Organization oder LocalBusiness für Firmendaten, BreadcrumbList für die Brotkrümelnavigation und Product, falls Sie online verkaufen.

Die Regel lautet: Alles, was Sie auszeichnen, muss auch auf der Seite sichtbar sein. Eine Bewertung oder einen Preis im Markup anzugeben, der auf der Seite fehlt, verstößt gegen die Richtlinien von Google für strukturierte Daten. Ohne Programmierung starten Sie mit meinem Schema Generator. Danach prüfen Sie das Ergebnis mit dem Test für Rich Results von Google.

In welcher Reihenfolge setzen Sie die Tipps für technisches SEO um?

Nicht jeder Tipp ist gleich dringend. Haben Sie wenig Zeit, empfehle ich folgende Reihenfolge, denn jeder Schritt verstärkt den nächsten:

  1. robots.txt und noindex prüfen (Tipp 1 und 3). Ist die Tür verschlossen, zählt nichts anderes.
  2. Eine Adresse und HTTPS (Tipp 5). Ohne zusammengeführte Varianten bleiben auch Ihre Daten irreführend.
  3. Defekte Links und Weiterleitungen (Tipp 9). So gewinnen Sie verlorenen Linkwert zurück.
  4. Sitemap und Canonical Tags (Tipp 2 und 4). Damit sagen Sie Google klar, welche Seiten zählen.
  5. Mobile Gleichheit und Ladezeit (Tipp 6 und 7). Somit verbessern Sie Nutzererfahrung und Conversions.
  6. URLs und strukturierte Daten (Tipp 8 und 10). Das Feintuning folgt, sobald die Basis steht.

Aus meiner Praxis dauern die ersten drei Schritte bei einer kleinen Firmenwebsite meist ein bis zwei Arbeitstage. Das ist ein Startwert aus Erfahrung, keine Garantie. Plattform, Theme und der Zugang zu einem Entwickler verändern diesen Wert deutlich.

Wie oft sollten Sie technisches SEO prüfen?

Technisches SEO ist keine einmalige Aufgabe, denn Websites ändern sich ständig. Jemand installiert ein neues Plugin, ein Update des Themes läuft durch, eine Kollegin setzt das falsche Häkchen. Meinen Kunden empfehle ich deshalb diesen Rhythmus:

  • Wöchentlich: Lesen Sie die Warnmails der Search Console und achten Sie auf plötzliche Sprünge im Bericht "Seiten".
  • Monatlich: Suchen Sie nach defekten Links, prüfen Sie den Bericht zu den Core Web Vitals und kontrollieren Sie die Sitemap.
  • Bei jeder großen Änderung: Prüfen Sie alles vor und nach einem Wechsel von Theme, Plattform oder Domain.

Den letzten Punkt überspringen allerdings die meisten. Wie Sie Rankings bei einem Relaunch schützen, erkläre ich ausführlich in der Checkliste zur Migration. Kurz gesagt: Regelmäßige Kontrollen zeigen Ihnen Probleme, bevor Google sie bemerkt.

Muss sich eine kleine Website um das Crawl Budget sorgen?

Kurz gesagt: wahrscheinlich nicht. Das Crawl Budget ist die Menge an Seiten, die Google in einem bestimmten Zeitraum auf Ihrer Website crawlen kann und will. Im Netz wird das Thema stark aufgebauscht, und kleine Unternehmen sorgen sich grundlos.

Der Leitfaden von Google zum Crawl Budget nennt seine Zielgruppe klar. Er richtet sich an Websites mit rund einer Million oder mehr eindeutigen Seiten, deren Inhalt sich wöchentlich ändert. Ebenso betrifft er Websites mit über 10.000 Seiten und täglichen Änderungen sowie Websites mit vielen Adressen im Status "Gefunden, zurzeit nicht indexiert". Google betont zudem, dass diese Zahlen grobe Schätzungen sind.

Für eine Firmenwebsite mit 50 Seiten oder einen Shop mit ein paar hundert Produkten hat das Crawl Budget also keine Priorität. In dieser Größe liegt das eigentliche Problem selten am Budget. Vielmehr wirken Seiten wegen dünner Inhalte oder schwacher interner Links wertlos. Investieren Sie Ihre Energie daher zuerst in die 10 Tipps oben.

Welche Fehler machen Einsteiger bei technischem SEO am häufigsten?

In vielen Audits sehe ich immer wieder dieselben Fehler. Diese begegnen mir am häufigsten:

  • Die Einstellung "Suchmaschinen davon abhalten" bleibt nach dem Umzug von der Testumgebung aktiv.
  • Eine Seite soll per robots.txt verschwinden, und am Ende steht die Adresse ohne Beschreibung in den Ergebnissen.
  • Jede Seite bekommt ein Canonical Tag auf die Startseite, wodurch alle Unterseiten in den Hintergrund rücken können.
  • Jedes gelöschte Produkt leitet auf die Startseite weiter.
  • In der Sitemap stehen weitergeleitete oder mit noindex versehene Adressen.
  • Für einen besseren Wert bei der Ladezeit verschwinden Inhalte oder Bilder, und die Seite verliert an Wert.

Alle diese Fehler haben zudem eines gemeinsam. Sie entstehen mit guter Absicht, meist auf der Suche nach einer schnellen Lösung. Fragen Sie sich deshalb vor jeder Änderung einer Einstellung, was sie Google mitteilt. Diese eine Frage verhindert die meisten Fehler.

Was sollten Sie nach den Grundlagen lernen?

Die 10 Tipps in diesem Artikel bilden das Fundament. Steht dieses, kommen fortgeschrittene Themen hinzu. Dazu gehören etwa die Verarbeitung von Inhalten aus JavaScript durch Google, die Analyse von Serverlogs, Zugriffsregeln für KI Crawler und die Filternavigation großer Shops.

Vor allem die Suche mit künstlicher Intelligenz hat die technische Agenda erweitert. Ob ChatGPT, Gemini und ähnliche Systeme Ihre Website erreichen, hängt heute auch von Ihrer robots.txt ab. Diese Themen behandle ich einzeln im Beitrag Technisches SEO nach der KI Wende. Sobald Sie die Grundlagen abgeschlossen haben, können Sie dort weiterlesen.

Dennoch rate ich davon ab, zu schnell zu den Profithemen zu springen. Nach meiner Erfahrung hat die Mehrheit der Websites die Grundlagen noch nicht erledigt. Für die meisten Unternehmen stecken die schnellsten Gewinne folglich in den einfachen Kontrollen oben.

Sollten Sie technisches SEO selbst machen oder einen Experten beauftragen?

Meine ehrliche Antwort: Beides funktioniert, aber Sie sollten die Grenze kennen. Die meisten Kontrollen aus diesem Artikel schafft ein Unternehmer oder eine Marketingleiterin allein. Die Search Console lesen, die robots.txt ansehen und die Website am Handy testen verlangt kein technisches Wissen.

Bei der Umsetzung sieht es allerdings anders aus. Weiterleitungsregeln schreiben, die Canonical Logik im Theme korrigieren oder Servereinstellungen für mehr Tempo ändern: Fehler an dieser Stelle können die Website beschädigen. In solchen Fällen arbeiten Sie daher sicherer mit einem Entwickler oder einem erfahrenen Spezialisten zusammen.

In meiner Arbeit steht am Anfang immer ein technisches Audit. Ich sortiere die Probleme nach Wirkung und trenne, was Ihr Team selbst erledigen kann und wofür es einen Spezialisten braucht. Somit fließt Ihr Budget in die Arbeit, die wirklich zählt. Möchten Sie den technischen Zustand Ihrer Website gemeinsam ansehen, schreiben Sie mir über die Kontaktseite.

Zusammenfassung: Checkliste mit 10 Punkten

Zum Schluss eine kurze Liste zum Ausdrucken. Können Sie jeden Punkt abhaken, steht Ihr technisches Fundament weitgehend:

  1. Die robots.txt sperrt keine wichtigen Bereiche.
  2. Eine aktuelle XML Sitemap liegt in der Search Console.
  3. Der Bericht "Seiten" zeigt keine unerwarteten Ausschlüsse.
  4. Doppelte Adressen laufen über Canonical Tags in einer Version zusammen.
  5. Die Website öffnet unter einer Adresse mit https, alle anderen Varianten leiten per 301 dorthin.
  6. Die Core Web Vitals erreichen die Grenzwerte oder verbessern sich deutlich.
  7. Ihre mobile Version zeigt denselben Inhalt wie der Desktop.
  8. URLs sind lesbar, wichtige Seiten liegen nur wenige Klicks entfernt.
  9. Es gibt keine defekten Links und keine Weiterleitungsketten.
  10. Grundlegende strukturierte Daten stimmen und passen zum sichtbaren Inhalt.

Zusammengefasst ist technisches SEO keine glamouröse Arbeit. Trotzdem ist es der Boden, auf dem sich Content und Werbebudget erst auszahlen. Haben Sie diese 10 Schritte erledigt, geben Sie Google alles, was es braucht, um Ihre Website zu verstehen.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich Programmierkenntnisse für technisches SEO?
Nein, für die Kontrollen brauchen Sie keine. Berichte der Search Console lesen, die robots.txt ansehen und die Website am Handy testen schafft jeder. Für Lösungen wie Weiterleitungsregeln oder Korrekturen am Canonical im Theme arbeiten Sie allerdings sicherer mit einem Entwickler, denn eine falsche Zeile kann die Website beschädigen.
Verbessert technisches SEO allein mein Ranking?
Meist nicht allein, denn es räumt vor allem Hindernisse aus dem Weg. Es sorgt dafür, dass Google Ihre Website crawlen und indexieren kann. Über das Ranking entscheiden dann Qualität und Vertrauen. Beheben Sie allerdings einen schweren Fehler, etwa eine Zeile in der robots.txt, die alles sperrt, sehen Sie oft recht schnell eine deutliche Erholung.
Mit welchem Werkzeug starte ich ein technisches Audit?
Für den Anfang genügt die Google Search Console, denn sie zeigt Indexierung, Sitemaps und Core Web Vitals direkt aus Google. Ergänzen Sie PageSpeed Insights für die Ladezeit und die Entwicklertools im Browser für die mobile Ansicht. Für defekte Links und Weiterleitungen reicht zudem ein kostenloser Checker für Statuscodes.
Was ist der Unterschied zwischen robots.txt und noindex?
Die robots.txt verhindert das Crawling, noindex verhindert dagegen die Indexierung. Eine per robots.txt gesperrte Seite kann trotzdem als nackte Adresse in den Ergebnissen erscheinen, wenn andere Websites darauf verlinken. Wollen Sie eine Seite ganz entfernen, nutzen Sie noindex und sperren die Seite nicht per robots.txt, damit Google das Tag lesen kann.
Wie lange dauert technisches SEO bei einer kleinen Website?
Aus meiner Praxis dauern die grundlegenden Korrekturen bei einer Firmenwebsite mit einigen Dutzend Seiten meist wenige Arbeitstage. Das ist ein Startwert aus Erfahrung, keine Garantie. Plattform, Theme und Zugang zum Entwickler verändern die Dauer. Danach braucht Google oft einige Wochen, bis es die Seiten neu crawlt und die Änderungen zeigt.
Wie oft sollte ich die Technik meiner Website prüfen?
Eine kurze monatliche Kontrolle reicht für die meisten Websites. Prüfen Sie dabei defekte Links, den Bericht zu den Core Web Vitals und die Sitemap. Die Warnungen der Search Console lesen Sie wöchentlich. Vor und nach großen Änderungen wie einem neuen Theme, einer neuen Plattform oder Domain sollten Sie zudem immer alles gründlich prüfen.
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Talha Aslan
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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