Digitales Marketing

Was ist ThruPlay bei Meta? So steigern Sie die Wiedergaberate Ihrer Videoanzeigen

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Was ist ThruPlay bei Meta und wie zählt Meta diese Aufrufe?

ThruPlay ist eine Kennzahl und ein Optimierungsziel für Videoanzeigen bei Meta. Sie zählt eine Wiedergabe, sobald jemand Ihr Video mindestens 15 Sekunden lang ansieht oder bei kürzeren Videos 97 Prozent davon. So zahlen Sie für echte Aufmerksamkeit statt für flüchtiges Scrollen.

Viele Werbetreibende sehen den Begriff zuerst als Spalte im Werbeanzeigenmanager. Dann kommt die naheliegende Frage: Was ist ThruPlay, und warum liegt die Zahl so weit unter den Videowiedergaben? Die kurze Antwort lautet: Eine Wiedergabe beginnt, sobald Ihr Video startet. Ein ThruPlay bedeutet dagegen, dass die Person tatsächlich stehen geblieben ist und zugesehen hat.

In diesem Beitrag stütze ich die Definition auf die offizielle Dokumentation von Meta. Danach zeige ich, wann sich die ThruPlay Optimierung lohnt, wie die Abrechnung funktioniert und welche kreativen Entscheidungen Ihre Videoaufrufe steigern. Ich betreue seit Jahren Videokampagnen auf Facebook und Instagram. Deshalb spreche ich auch offen darüber, wo diese Kennzahl in die Irre führen kann.

Am Ende finden Sie eine praktische Checkliste und einen einfachen Rahmen, mit dem Sie ThruPlay neben den Zahlen lesen, die für Ihr Geschäft wirklich zählen.

Worin unterscheidet sich ThruPlay von einer normalen Videowiedergabe?

Meta bietet mehrere Messgrößen für Videoaufmerksamkeit. Die leichteste ist die Videowiedergabe, die jeden Start Ihres Videos zählt. Eine Stufe darüber liegt die fortlaufende Wiedergabe von 2 Sekunden. Laut Meta braucht es dafür mindestens zwei Sekunden ohne Unterbrechung, und bei den meisten dieser Aufrufe sind mindestens 50 Prozent der Videopixel sichtbar.

ThruPlay legt die Latte dagegen deutlich höher, denn es verlangt echte Sehdauer. Ein Imagefilm von 40 Sekunden erzielt zum Beispiel erst dann einen ThruPlay, wenn die Person die Marke von 15 Sekunden erreicht. Bei einem Reel von 10 Sekunden muss sie fast das ganze Video sehen. Anders gesagt: ThruPlay filtert Menschen heraus, die Ihre Anzeige nur beim Scrollen streifen.

Das verändert den Blick auf jeden Bericht. Angenommen, Sie haben 50.000 Videowiedergaben und 6.000 ThruPlays. Die erste Zahl beschreibt Sichtbarkeit, die zweite echtes Interesse. Wenn Sie beide Zahlen allerdings in einem Satz als Aufrufe zusammenfassen, bekommt Ihre Geschäftsführung ein schiefes Bild. Deshalb führe ich beide Werte in meinen Berichten immer getrennt.

Außerdem ist noch ein Detail wichtig. ThruPlays sind keine einzelnen Personen. Sieht dieselbe Person Ihr Video an zwei Tagen bis zum Ende, können daraus zwei ThruPlays entstehen. Für die Zahl der erreichten Menschen schauen Sie also auf die Reichweite, für die Tiefe der Aufmerksamkeit auf die ThruPlays.

Wie sehen die Videokennzahlen von Meta im Vergleich aus?

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Videokennzahlen von Meta zusammen und zeigt, welche Frage ich jeweils damit beantworte. Die Definitionen stammen aus dem Meta Hilfebereich für Unternehmen, die Hinweise zur Nutzung aus meiner eigenen Kampagnenarbeit.

KennzahlWas sie zähltWelche Frage sie beantwortet
VideowiedergabenJeden Start des VideosWie oft erschien und startete das Video?
Fortlaufende Wiedergabe von 2 SekundenMindestens 2 Sekunden ohne UnterbrechungStoppt das erste Bild das Scrollen?
ThruPlays15 Sekunden angesehen oder 97 Prozent eines kürzeren VideosErreichen die Zuschauer den Kern der Botschaft?
Kosten pro ThruPlayAusgaben geteilt durch die Zahl der ThruPlaysWas kostet mich ein qualifizierter Aufruf?
Prozentuale WiedergabepunkteWiedergaben bis zu bestimmten Anteilen des VideosAn welcher Stelle verliere ich das Publikum?

Behalten Sie beim Lesen eines im Kopf: Keine Videokennzahl bedeutet für sich allein einen Verkauf. Daher gehören Videokennzahlen in den oberen und mittleren Teil Ihres Funnels.

Die prozentualen Wiedergabepunkte sind die praktischste Landkarte für Abbrüche. Verlassen zum Beispiel die meisten Zuschauer das Video direkt nach 25 Prozent, braucht die Überleitung nach dem Einstieg Arbeit. Ich lese diese Punkte zusammen mit den ThruPlays und gebe dem Schnitt konkrete Hinweise: Diese Szene bleibt, jene kürzen wir, die dritte fliegt raus.

Was ist ThruPlay als Abrechnungsart und wie funktioniert sie?

ThruPlay ist nicht nur eine Spalte im Bericht. Es ist auch ein Optimierungsziel, das Sie auf Ebene der Anzeigengruppe wählen. Laut der ThruPlay Dokumentation von Meta hilft diese Option, Menschen zu erreichen, die Ihr Video mit höherer Wahrscheinlichkeit ansehen. Meta nennt außerdem zwei Dauern für ThruPlay: 6 Sekunden und 15 Sekunden.

Bei der Abrechnung gibt es zwei Wege. Der erste ist die Zahlung pro Impression, also pro tausend Einblendungen. Der zweite ist die Zahlung pro ThruPlay; dann zahlen Sie nur, wenn ein Aufruf die Definition erfüllt. Welche Optionen Sie sehen, hängt von Ihren Kampagneneinstellungen ab. Prüfen Sie sie daher direkt bei der Einrichtung.

Die Zahlung pro ThruPlay wirkt auf den ersten Blick sicherer. Trotzdem entscheidet am Ende die Wiedergaberate Ihres Motivs. Ein starkes Video erzielt auch bei Abrechnung nach Impressionen niedrige Kosten pro ThruPlay. Ein schwaches Video bleibt bei jedem Abrechnungsmodell teuer, denn das System findet kaum Menschen, die es ansehen möchten.

Bei welchen Kampagnenzielen können Sie ThruPlay wählen?

Laut Hilfeseite von Meta steht die ThruPlay Optimierung in den Zielen Bekanntheit und Interaktion zur Verfügung, sowohl im Auktionskauf als auch bei Reservierung. Meta hatte außerdem 2019 angekündigt, dass ThruPlay die Videoaufrufe von 10 Sekunden als Standardoptimierung für Videoaufrufkampagnen ersetzt.

Praktisch heißt das: In einer Kampagne für Umsatz oder Leads müssen Sie kein ThruPlay Ziel suchen. Dort optimiert das System auf Conversions, und ThruPlay bleibt eine zusätzliche Spalte im Bericht. Wollen Sie dagegen ein Produkt einführen, eine Marke vorstellen oder eine Geschichte erzählen, ist ThruPlay das passende Werkzeug.

Die Reservierung lohnt sich vor allem für große Marken, die Reichweite und Frequenz im Voraus planen möchten. Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist die Auktion der flexiblere Start. Sie passen das Tagesbudget an und pausieren die Kampagne je nach Ergebnis.

Zudem ändern sich Menübezeichnungen und Optionen von Zeit zu Zeit. Lesen Sie deshalb beim Einrichten die aktuellen Beschreibungen im Zielauswahlschritt und prüfen Sie unklare Einstellungen im Meta Hilfebereich für Unternehmen.

Wie berechnen Sie die Kosten pro ThruPlay?

Nach der Definition von Meta sind die Kosten pro ThruPlay der durchschnittliche Betrag je ThruPlay: Gesamtausgaben geteilt durch die Zahl der ThruPlays. Geben Sie zum Beispiel 1.000 Euro aus und erhalten 20.000 ThruPlays, liegen Ihre Kosten bei 0,05 Euro pro ThruPlay. Die Rechnung ist einfach; schwierig ist nur die richtige Einordnung.

Ein isolierter Vergleich dieser Kosten führt leicht in die Irre. Zielgruppengröße, Saison, Branche und Platzierung verschieben den Wert. In den Wochen vor Weihnachten etwa füllt sich die Auktion, und dasselbe Video kostet mehr Aufmerksamkeit. Deshalb vergleiche ich die Kosten pro ThruPlay mit früheren Zeiträumen im selben Konto und mit anderen Motiven aus demselben Zeitraum.

Hilfreich ist außerdem ein Blick auf den Tausenderkontaktpreis. Bleibt der CPM stabil, während die Kosten pro ThruPlay steigen, liegt das Problem sehr wahrscheinlich im Video selbst und nicht in der Auktion.

Wie lesen Sie Ihre ThruPlay Rate im Bericht?

Meta liefert ThruPlays und Kosten pro ThruPlay direkt. Zusätzlich berechne ich eine einfache Quote: ThruPlays geteilt durch Impressionen. Diese Quote ist keine offizielle Kennzahl von Meta, sondern ein Hilfswert aus meinen eigenen Berichten. Trotzdem zeigt sie den Abstand zwischen Motiven auf einen Blick.

Beim Lesen dieser Quote stelle ich mir einige Fragen:

  • Gibt es einen klaren Abstand zwischen zwei Videos in derselben Zielgruppe?
  • Sinkt die Quote, während die Frequenz steigt? Dann ist die Zielgruppe womöglich müde.
  • Sind Wiedergaben von 2 Sekunden hoch, ThruPlays aber niedrig? Dann funktioniert der Einstieg, der Mittelteil jedoch nicht.
  • Wie unterscheidet sich die Quote zwischen Reels und Feed?

So bewerten Sie die Zahl nicht bloß als gut oder schlecht, sondern finden die Stelle im Video, die Sie verbessern sollten. Wenn Sie auch die Klickseite verfolgen möchten, hilft Ihnen der CTR Rechner beim Vergleich der Klickraten.

ThruPlay oder fortlaufende Wiedergabe von 2 Sekunden: Was passt besser?

Die Wahl hängt davon ab, was Ihr Video sagen soll. Steht die Botschaft schon in den ersten zwei Sekunden, etwa ein einzelner Rabattsatz oder eine Logoerinnerung, reicht die fortlaufende Wiedergabe von 2 Sekunden oft aus und kostet weniger. Zeigt das Video dagegen, wie ein Produkt funktioniert, oder erzählt es eine Geschichte, ist ThruPlay sinnvoller.

Meta berichtete, dass die ThruPlay Optimierung beim Markenlift ähnlich abschneidet wie Aufrufe von 10 Sekunden und bei der Werbeerinnerung besser. Das ist allerdings eine Messung von Meta selbst und garantiert kein gleiches Ergebnis in Ihrem Konto. Daher vergleichen Sie am besten beide Optionen mit Ihrer eigenen Zielgruppe.

Diese kurze Liste hilft bei der Entscheidung:

  1. In welcher Sekunde liefert das Video seine Kernbotschaft?
  2. Soll die Kampagne in Erinnerung bleiben oder etwas erklären?
  3. Möchten Sie diese Zuschauer später für Remarketing nutzen?
  4. Reicht Ihr Budget für einen fairen Vergleich zweier Anzeigengruppen?

Welche kreativen Fehler senken Ihre Videoaufrufe?

In den Konten, die ich prüfe, steckt hinter einer niedrigen ThruPlay Rate fast immer eine Handvoll gleicher Fehler. Kaum einer davon hat mit dem Budget zu tun; alle betreffen den Schnitt. Der günstigste Weg zu mehr Aufrufen führt also über ein besseres Video, nicht über mehr Ausgaben.

  • Videos, die mit einer Logoanimation beginnen und fünf Sekunden lang nichts sagen.
  • Querformatige Fernsehspots, die ohne eigenen Schnitt im Hochformat in Reels laufen.
  • Geschichten, die nur über Sprache funktionieren und keine Untertitel haben.
  • Schnitte, die das Produkt erst gegen Ende zeigen.
  • Texte am Bildschirmrand, die hinter Bedienelementen verschwinden.
  • Ein einziges Video, das wochenlang unverändert derselben Zielgruppe begegnet.

Mein Team und ich nutzen diese Liste als Checkliste für jedes neue Video. Zudem sparen Sie sich einen zweiten Schnitt, wenn Sie diese Punkte schon vor dem Dreh klären.

Warum entscheiden die ersten Sekunden über die Wiedergaberate?

Im Feed entscheiden Menschen über das Weiterscrollen, bevor sie über das Zuschauen entscheiden. Das erste Bild Ihres Videos muss deshalb wie eine Überschrift funktionieren. Auch die Empfehlungen von Meta für mobile Videos raten, Marke oder Produkt in den ersten Sekunden zu zeigen.

Für einen starken Einstieg teste ich mehrere Ansätze. Zuerst zeige ich das Ergebnis und erkläre danach den Weg dorthin. Außerdem schreibe ich das Problem der Zielgruppe in einer kurzen Zeile auf den Bildschirm. Oft halte ich auch das Produkt schon im ersten Bild in die Kamera. Eine Hautpflegemarke gewinnt zum Beispiel meist Sehdauer, wenn sie den Vorher und Nachher Vergleich vom Ende an den Anfang holt.

Ebenso erklärt bei einer Software der fertige Bericht in der ersten Sekunde einer Bildschirmaufnahme, warum sich das Weiterschauen lohnt.

Ein übertriebener Einstieg birgt allerdings Risiken. Ein Aufhänger, der Neugier weckt und das Versprechen nicht einlöst, verliert die Zuschauer in Sekunde vier. Der Einstieg stoppt das Scrollen, der Rest trägt bis zur ThruPlay Schwelle. Beides planen Sie zusammen.

Wie schneiden Sie Videoanzeigen für den Konsum ohne Ton?

Zunächst eine Beobachtung: Viele Menschen sehen Videos im mobilen Feed ohne Ton. Deshalb rät Meta, die Botschaft visuell zu erzählen. Laut dem Leitfaden von Meta zu Untertiteln erhöhen untertitelte Videoanzeigen die Sehdauer im Schnitt um 12 Prozent. Diese Zahl stammt aus einer eigenen Analyse von Meta.

Für einen Schnitt, der auch stumm funktioniert, gehen Sie so vor:

  1. Versehen Sie alle gesprochenen Passagen mit gut lesbaren Untertiteln.
  2. Stützen Sie die Kernbotschaft mit kurzen Texten im Bild.
  3. Zeigen Sie Produkt und Marke so, dass beides auch ohne Ton verständlich ist.
  4. Setzen Sie Musik als Unterstützung ein, nicht als Träger der Geschichte.

Andererseits schauen viele Menschen Reels mit Ton. Das ideale Video funktioniert also in beiden Fällen. Wer den Ton anhat, hört die Stimme; wer ihn aushat, folgt der Geschichte über die Untertitel.

Warum ist die sichere Zone bei Reels und Hochformat so wichtig?

Ein Video im Hochformat 9:16 füllt bei Reels und Stories den gesamten Bildschirm. Oben und unten liegen allerdings Bedienelemente wie Profilname, Beschreibung und Handlungsaufforderung. Landet Ihr Text in diesen Bereichen, kann ihn niemand lesen.

Die Seite von Meta zu Reels Anzeigen empfiehlt, oben etwa 14 Prozent, unten 35 Prozent und seitlich je 6 Prozent frei von Text, Logos und wichtigen Elementen zu halten. Meta weist außerdem darauf hin, dass Videos im Hochformat mit Kernbotschaft in der sicheren Zone und guter Tonqualität meist besser abschneiden.

In meiner Arbeit entstehen deshalb für jedes Video zwei Schnitte: 4:5 oder 1:1 für den Feed und 9:16 für Reels und Stories. So zwängen Sie nicht ein Querformat in jede Platzierung, und jede Anzeige wirkt an ihrem Ort natürlich. Wenn Sie diese Denkweise auch für Ihre organischen Inhalte nutzen möchten, sehen Sie sich unsere Social Media Betreuung an.

Wie beeinflusst die Videolänge Ihre ThruPlay Ergebnisse?

Die Videolänge wirkt schon durch die Definition direkt auf das Ergebnis. Bei einem Video unter 15 Sekunden muss die Person fast alles sehen. Bei einem Video von 60 Sekunden genügt es, die Marke von 15 Sekunden zu erreichen. Ein langes Video senkt die Zahl der ThruPlays also nicht automatisch, sondern nur dann, wenn es die ersten 15 Sekunden nicht trägt.

Daraus entsteht in manchen Konten ein trügerisches Bild. Ein Video von 8 Sekunden zeigt zum Beispiel oft eine hohe ThruPlay Rate, weil man es leicht zu Ende sieht. Trotzdem reicht es womöglich nicht, um Ihre Marke zu erklären. Bewerten Sie die ThruPlay Rate daher immer im Verhältnis zur Botschaft, die das Video transportieren soll.

Mein Rat: Schneiden Sie dieselbe Botschaft in verschiedenen Längen. Die kurze Fassung dient als Erinnerung, die lange Fassung erklärt. Zudem bilden die Zuschauer der langen Fassung später eine deutlich wärmere Zielgruppe für Remarketing.

Wie verändert die Zielgruppe Ihre Wiedergaberate?

Ein Video, das die falschen Menschen sehen, schaut niemand zu Ende, egal wie gut das Motiv ist. Die ThruPlay Optimierung lenkt die Auslieferung zwar zu Menschen, die wahrscheinlich zusehen. Der Rahmen, den Sie dem System vorgeben, prägt das Ergebnis aber trotzdem.

Bei breiten Zielgruppen findet die Auslieferung von Meta die Zuschauer selbst, und die Kosten sinken oft. Bei engen Interessen steigt die Frequenz schnell, und dieselben Menschen sehen das Video immer wieder. Das drückt die Wiedergaberate mit der Zeit nach unten. Deshalb rate ich in ThruPlay Kampagnen von zu stark eingegrenzten Zielgruppen ab.

Für die Balance zwischen Budget und Zielgruppengröße können Sie die Methode aus meinem Beitrag zum Social Media Werbebudget nutzen. Außerdem steigern Videos aus Kooperationen mit Creatorn die Wiedergaberate in Anzeigen oft spürbar. Unseren Ansatz dazu beschreibe ich auf der Seite zum Influencer Marketing.

Was ist ThruPlay für kleine Unternehmen wert?

Kleine Unternehmen haben begrenzte Werbebudgets, und jeder Euro muss sich lohnen. Für sie ist die Frage, was ist ThruPlay, mehr als eine technische Definition. Richtig eingesetzt sorgt ThruPlay dafür, dass Ihr Budget bei Menschen landet, die Ihrem Video wirklich Zeit schenken.

Nehmen wir ein Kosmetikstudio vor Ort, das ein Video von 30 Sekunden über seinen Behandlungsablauf dreht. Läuft dieses Video mit dem Ziel ThruPlay bei Frauen in der Umgebung, kennen alle, die fast bis zum Ende zusehen, das Studio danach. Eine Anzeige mit Terminangebot an genau diese Menschen wirkt dann deutlich besser als ein kaltes Angebot an Fremde.

Außerdem sammeln kleine Konten Conversion Daten nur langsam. Fehlen genug Kaufsignale, lernt die Auslieferung schwer. ThruPlays passieren viel häufiger und liefern dem Algorithmus somit schneller Daten. Folglich ist der Aufbau einer Zielgruppe mit ThruPlay für neue Konten ein vernünftiger Start.

Welche Schritte gehören zur Einrichtung einer ThruPlay Kampagne?

Die Einrichtung selbst dauert wenige Minuten; die eigentliche Arbeit steckt in der Vorbereitung. Bevor ich eine neue ThruPlay Kampagne starte, gehe ich in dieser Reihenfolge vor:

  1. Halten Sie die eine Botschaft des Videos und die gewünschte Zielgruppe schriftlich fest.
  2. Prüfen Sie Bekanntheit oder Interaktion als Kampagnenziel.
  3. Kontrollieren Sie auf Ebene der Anzeigengruppe die Option ThruPlay als Leistungsziel.
  4. Laden Sie pro Platzierung eigene Seitenverhältnisse hoch und prüfen Sie die sichere Zone in der Vorschau.
  5. Lassen Sie die Kampagne einige Tage laufen, bevor Sie auf frühe Schwankungen reagieren.

Jeder Schritt verhindert also einen eigenen Fehler. Am wichtigsten ist der letzte: Ändern Sie Einstellungen, weil der erste Tag teuer aussieht, beginnt die Lernphase von vorn. Sammeln Sie also genug Daten, bevor Sie eingreifen.

Wie wirkt sich die Frequenz auf die Kosten pro ThruPlay aus?

Zunächst zur Begriffsklärung: Die Frequenz zeigt, wie oft eine Person Ihre Anzeige im Schnitt gesehen hat. Wer dasselbe Video ein zweites Mal sieht, schaut es meist ungern erneut an. Folglich sinkt mit steigender Frequenz die ThruPlay Rate, und die Kosten pro ThruPlay steigen.

Erkennen Sie dieses Muster, haben Sie zwei Optionen: die Zielgruppe erweitern oder das Motiv erneuern. Meist mache ich beides. Ich schneide dieselbe Botschaft mit einer neuen Einstiegsszene und erweitere die Zielgruppe etwas. Somit sehen die Menschen eine bekannte Marke, aber ein neues Video.

Trotzdem ist nicht jeder Anstieg der Frequenz ein Problem. In Erinnerungskampagnen ist eine gewisse Wiederholung gewollt. Entscheidend ist, wie sich Frequenz und ThruPlay Rate gemeinsam bewegen, und dass Sie reagieren, sobald der Rückgang beginnt.

Wie nutzen Sie ThruPlay Zuschauer für Remarketing?

Der eigentliche Wert einer ThruPlay Kampagne zeigt sich oft erst nach ihrem Ende. Meta erlaubt Custom Audiences auf Basis von Videointeraktionen. Dabei können Sie Menschen auswählen, die Ihr Video eine bestimmte Zeit oder bis zu einem bestimmten Anteil angesehen haben.

In der Praxis baue ich diesen Ablauf auf. Zunächst zeige ich einer breiten Zielgruppe ein erklärendes Video mit ThruPlay Optimierung. Danach bilde ich eine Zielgruppe aus Menschen, die länger zugesehen haben. Schließlich zeige ich dieser Gruppe eine Conversion Anzeige mit Produkt oder Angebot. So sprechen Sie mit einer warmen Zielgruppe, statt Fremden direkt etwas zu verkaufen.

Die Details dieses Aufbaus beschreibe ich im Beitrag, wie Sie mit Remarketing Ihren Sales Funnel stärken. Kurz gesagt: ThruPlay wirkt oben im Funnel als Filter, die Conversions bringen die Kampagnen weiter unten.

Wann ist eine ThruPlay Kampagne die falsche Wahl?

Nicht jede Videoanzeige braucht die ThruPlay Optimierung. Wenn Ihr Ziel ein Kauf, ein ausgefülltes Formular oder eine App Installation ist, optimieren Sie auf genau dieses Ergebnis und nicht auf Aufrufe. Sonst bezahlen Sie ein Publikum, das Ihr Video gern ansieht, aber nie kauft.

In diesen Fällen empfehle ich ein anderes Ziel:

  • Ihr Pixel und Ihre Conversion Daten sind solide, und das Ziel ist der direkte Verkauf.
  • Das Video kündigt nur ein Angebot an, und die Botschaft steht in der ersten Sekunde.
  • Ihr Budget ist sehr knapp, und Sie können nur eine Kampagne betreiben.
  • Ihre Zielgruppe kennt die Marke bereits und braucht keine weitere Erklärung.

Lassen Sie die ThruPlay Spalte trotzdem im Bericht sichtbar. Das Sehverhalten in einer Conversion Kampagne zeigt Ihnen, warum ein Motiv funktioniert oder scheitert.

Wie vergleichen Sie Videomotive mit ThruPlay?

ThruPlay liefert beim Vergleich von Motiven ein schnelles Signal. Kaufdaten brauchen oft Wochen, das Sehverhalten zeigt sich dagegen nach wenigen Tagen. Daher eignet sich ThruPlay als Vorauswahl, bevor eine neue Videoidee in eine Conversion Kampagne wandert.

Für einen fairen Vergleich halten Sie Zielgruppe, Budget und Zeitraum konstant. Ändern Sie nur eine Variable, etwa nur die Einstiegsszene oder nur die Länge. Ob der Abstand echt oder zufällig ist, prüfen Sie mit dem A/B Test Rechner.

Welche Videoformate Ihre Wettbewerber testen, sehen Sie mit unserer Suche in der Werbebibliothek. Dort studieren Sie Videoansätze, die in Ihrer Branche lange online bleiben, und sammeln Ideen für eigene Tests.

Was ist ThruPlay im Bericht wert und welche Kennzahlen gehören daneben?

ThruPlay ist für sich allein kein Erfolgsmaß. Erst die Kennzahlen daneben geben ihm Bedeutung. In Berichten zu Videokampagnen lese ich ThruPlay zusammen mit Reichweite, Frequenz, CPM, fortlaufenden Wiedergaben von 2 Sekunden und der Entwicklung der Markensuchen nach der Kampagne.

Vor allem Markensuchen sind ein nützliches Signal. Suchen während der Videokampagne mehr Menschen bei Google nach Ihrer Marke, werden aus Aufrufen echtes Interesse. Um den Traffic dieser Anzeigen auf Ihrer Website sauber zu trennen, versehen Sie Ihre Links mit dem UTM Generator.

Für ein gemeinsames Vokabular im Team deckt mein Online Marketing Glossar auch Begriffe von Meta ab. Wie Videos auf der Website die Conversion Rate beeinflussen, bespreche ich im Beitrag über Video auf der Website.

Wie planen mein Team und ich Videokampagnen?

Zu Beginn einer Videokampagne klären wir zuerst, welche Stufe des Funnels das Video bedient. Dann verdichten wir die Botschaft auf einen Satz und legen fest, in welcher Sekunde das Video sie liefert. Erst nach diesen beiden Entscheidungen wählen wir das Leistungsziel.

Der Ablauf sieht meist so aus: eigene Schnitte pro Platzierung, Prüfung von Untertiteln und sicherer Zone, zwei oder drei Varianten für den Einstieg, eine Vorauswahl über ThruPlay und schließlich der Umzug des besten Videos in eine Conversion Kampagne. Bei Onlineshops planen wir diesen Ablauf zusammen mit Produktkatalog und Aktionskalender; mehr dazu finden Sie in unserer E-Commerce Beratung.

Zudem nutzen wir KI Werkzeuge, um die Videoproduktion zu beschleunigen. Allerdings müssen auch KI Videos denselben Regeln folgen: starker Einstieg, Untertitel, passendes Seitenverhältnis. Praktische Methoden teile ich im Beitrag, wie Sie Videos mit KI verbessern.

Wo gehört ThruPlay in Ihre Werbestrategie?

ThruPlay ist eines der praktischsten Zeichen dafür, dass sich jemand wirklich für Ihre Videoanzeige bei Meta interessiert. Am richtigen Ort lenkt es Ihr Budget für Bekanntheit zu aufmerksamen Menschen und baut eine wertvolle Zielgruppe für spätere Verkaufskampagnen auf.

Am falschen Ort beschäftigt es Sie dagegen mit billigen Aufrufen. Merken Sie sich deshalb drei Regeln: Wählen Sie ThruPlay, wenn Sie erklären wollen. Optimieren Sie auf Conversions, wenn Sie verkaufen wollen. Und lesen Sie Videokennzahlen immer neben Geschäftsergebnissen.

Schließlich bleibt das Motiv der stärkste Hebel für Ihre Wiedergaberate. Schärfen Sie die ersten Sekunden, ergänzen Sie Untertitel, nehmen Sie das Hochformat ernst und erneuern Sie Ihre Videos regelmäßig. Dann sinken Ihre Kosten pro ThruPlay, und der Rest der Kampagne baut auf diesem Fundament auf.

Öffnen Sie nach dem Lesen Ihr Konto und legen Sie die ThruPlay Raten Ihrer letzten drei Videokampagnen nebeneinander. Zu sehen, welches Video die Menschen hielt und welches sie früh verlor, liefert den wertvollsten Input für Ihr nächstes Drehbuch.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ThruPlay, einfach erklärt?
ThruPlay ist eine Kennzahl für Videoanzeigen bei Meta. Sie zählt einen Aufruf, sobald jemand mindestens 15 Sekunden Ihres Videos sieht oder bei kürzeren Videos 97 Prozent davon. Gleichzeitig ist ThruPlay ein Optimierungsziel: Meta zeigt Ihr Video dann bevorzugt Menschen, die es wahrscheinlich ansehen, und Sie sehen qualifizierte Aufrufe in einer eigenen Spalte.
Ist ein ThruPlay dasselbe wie eine Videowiedergabe?
Nein. Eine Videowiedergabe zählt schon beim Start des Videos und ist damit ein leichtes Signal. Ein ThruPlay verlangt, dass die Person 15 Sekunden erreicht oder ein kurzes Video fast bis zum Ende sieht. Ihre Zahl der ThruPlays liegt daher immer unter den Wiedergaben und bildet echtes Interesse deutlich besser ab.
Wie berechnen sich die Kosten pro ThruPlay?
Die Kosten pro ThruPlay entsprechen Ihren Gesamtausgaben geteilt durch die Zahl der ThruPlays. Bei 1.000 Euro Ausgaben und 20.000 ThruPlays liegen sie also bei 0,05 Euro. Vergleichen Sie diesen Wert am besten mit früheren Zeiträumen im eigenen Konto und mit anderen Videos im selben Zeitraum, nicht mit fremden Konten.
Bringt die ThruPlay Optimierung Verkäufe?
Direkte Verkäufe sollten Sie davon nicht erwarten. ThruPlay findet Menschen, die Ihr Video interessiert ansehen, und stärkt die Bekanntheit Ihrer Marke. Für Umsatz bilden Sie aus diesen Zuschauern eine Custom Audience und zeigen ihr eine Conversion Anzeige. So bedient ThruPlay den oberen Funnel, und die Conversion Kampagne schließt ab.
Was sollte ich zuerst verbessern, um mehr Videoaufrufe zu erzielen?
Beginnen Sie mit dem Einstieg Ihres Videos. Zeigen Sie Produkt oder Versprechen in den ersten Sekunden, ergänzen Sie Untertitel und bereiten Sie für Reels einen Schnitt im Hochformat 9:16 vor. Halten Sie Texte in der sicheren Zone. Diese Schritte steigern die Wiedergaberate am schnellsten, ganz ohne zusätzliches Budget.
Bei welchen Kampagnenzielen gibt es ThruPlay?
Laut Hilfeseite von Meta steht die ThruPlay Optimierung in den Zielen Bekanntheit und Interaktion zur Verfügung, im Auktionskauf wie bei Reservierung. In Kampagnen für Umsatz oder Leads optimiert das System stattdessen auf Conversions. Dort bleibt ThruPlay eine Spalte im Bericht, die Ihnen trotzdem zeigt, wie Menschen Ihre Anzeigen ansehen.
  • ThruPlay
  • Meta Ads
  • Videoanzeigen
  • Facebook Werbung
  • Instagram Reels
  • Anzeigenmotive
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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