Unverlinkte Markenerwähnungen finden und in Backlinks verwandeln

Kurze Antwort
Was sind unverlinkte Markenerwähnungen, und warum lohnen sie sich?
Unverlinkte Markenerwähnungen (Unlinked Mentions) sind Beiträge auf fremden Websites, die Ihre Marke, Ihr Produkt oder Ihre Geschäftsführung nennen, aber nicht auf Ihre Website verlinken. Der Autor kennt Sie bereits und empfiehlt Sie seinen Lesern. Es fehlt nur die klickbare Adresse, deshalb gehören diese Seiten zu den natürlichsten Linkchancen überhaupt.
Anders gesagt: Sie müssen keine neue Beziehung aufbauen. Zwischen Ihnen und dem Autor gibt es bereits ein gemeinsames Thema, nämlich Ihre Marke. Allerdings bleiben diese Chancen zunächst unsichtbar. Denn die Search Console und die meisten Linktools zeigen nur Seiten, die bereits verlinken. Eine Seite, die Sie nur nennt, taucht dort nie auf.
Wir, Talha Aslan und Team, prüfen diesen Punkt früh, sobald wir das Linkprofil einer Website analysieren. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie Sie solche Nennungen finden, sinnvoll priorisieren und mit einer höflichen Anfrage in Links verwandeln. Außerdem erklären wir, welchen Wert eine Nennung für sich hat. Rankings garantieren wir nicht; unser Ziel ist ein sauberer, regelkonformer Ablauf, den Sie jeden Monat wiederholen können.
Worin unterscheiden sich unverlinkte Markenerwähnungen von defekten Backlinks?
Beide Aufgaben wirken ähnlich, starten aber an unterschiedlichen Punkten. Bei einem defekten Backlink existiert der Link bereits. Er führt allerdings auf eine Adresse mit dem Fehler 404. Bei einer unverlinkten Nennung gibt es dagegen gar keinen Link; nur Ihr Markenname steht im Text.
Daher unterscheiden sich auch die Lösungen. Einen defekten Link reparieren Sie oft selbst mit einer 301 Weiterleitung, ganz ohne Kontakt zum Betreiber. Bei einer unverlinkten Nennung liegt die Entscheidung dagegen allein beim Herausgeber. Sie können nur freundlich anfragen. Den kompletten Ablauf für defekte Links beschreiben wir in unserem Beitrag über Link Reclamation und das Zurückgewinnen defekter Backlinks.
Trotzdem lohnt es sich, beide Aufgaben in einer gemeinsamen Liste zu führen. Zum Beispiel nennt ein Nachrichtenportal Sie vielleicht in zwei Artikeln. Der erste verlinkt auf eine alte, defekte Adresse, der zweite verlinkt gar nicht. Beide Punkte sprechen Sie dann in einer einzigen E-Mail an dieselbe Redaktion an. So vermeiden Sie doppelte Kontakte.
Hat eine Markennennung auch ohne Link einen Wert?
Ja, zumindest für Leser. Nennt eine Fachpublikation Ihre Marke, merken sich Leser den Namen oft und suchen später gezielt bei Google danach. Eine Nennung kann Ihnen also Menschen zuführen, auch ohne Link.
Bei Suchmaschinen sollten Sie dagegen vorsichtig formulieren. Google schreibt ausdrücklich, dass es Links als Signal nutzt, um die Relevanz von Seiten zu bestimmen und neue Seiten zum Crawlen zu finden. Eine Formel dafür, wie Nennungen ohne Link das Ranking beeinflussen, veröffentlicht Google in seiner offiziellen Dokumentation allerdings nicht. Deshalb behaupten wir nicht, dass eine Nennung einen bestimmten Rankingvorteil bringt.
Zudem helfen einheitliche Angaben dabei, eine Marke als Entität erkennbar zu machen. Erscheint Ihr Name auf vielen Websites in derselben Schreibweise, mit derselben Adresse und Beschreibung, lässt sich leichter verstehen, wer Sie sind. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Was ist Entity SEO und wie Ihre Marke zur Entität wird. Kurz gesagt: Unterschätzen Sie Nennungen nicht. Als Link bringen sie Ihnen allerdings einen deutlich greifbareren Nutzen für Leser und Crawling.
Wie finden Sie unverlinkte Markenerwähnungen mit Google Suchoperatoren?
Der günstigste Einstieg ist die Google Suche selbst. Die Google Hilfe zur Verfeinerung von Suchanfragen beschreibt Anführungszeichen für die exakte Suche, das Minuszeichen zum Ausschließen eines Wortes und den Operator site: zur Begrenzung auf eine Domain. Mit diesen drei Werkzeugen erstellen Sie eine solide erste Liste.
Die Logik ist einfach. Zunächst suchen Sie Ihren Markennamen in Anführungszeichen. Dann schließen Sie Ihre eigene Website und Ihre Social Media Profile mit dem Minuszeichen aus. Heißt Ihre Marke zum Beispiel "Beispielmarke" und Ihre Website example.com, lautet die erste Suche "Beispielmarke" -site:example.com. Danach öffnen Sie jedes Ergebnis und prüfen, ob dort ein Link steht.
Kennen Sie allerdings die Grenzen dieser Methode. Laut Google liefert der Operator site: nicht unbedingt alle indexierten Adressen, und die Liste ist nicht immer vollständig. Suchergebnisse zeigen Ihnen also eine Stichprobe, kein vollständiges Inventar. Außerdem darf zwischen Operator und Begriff kein Leerzeichen stehen; "site: example.com" funktioniert nicht. Deshalb wiederholen Sie die Suche mit mehreren Mustern.
- Geben Sie den exakten Markennamen in Anführungszeichen ein.
- Schließen Sie Ihre eigene Domain mit Minuszeichen und site: aus.
- Entfernen Sie auf dieselbe Weise die Domains Ihrer Social Media Profile.
- Öffnen Sie die übrigen Ergebnisse und prüfen Sie Seite oder Quelltext auf einen Link.
- Tragen Sie jede Seite ohne Link in Ihre Tracking Tabelle ein.
Welche Suchmuster finden mehr Nennungen?
Eine einzige Suche reicht selten aus. Denn Menschen schreiben Ihre Marke auf unterschiedliche Weise: als Abkürzung, unter altem Namen, über einen Produktnamen oder über den Namen der Gründerin. Erweitern Sie Ihre Suchliste deshalb um diese Varianten. So entdecken Sie unverlinkte Markenerwähnungen, die eine einfache Suche übersieht.
- Schreibvarianten: Suchen Sie getrennte, zusammengeschriebene sowie Varianten mit und ohne Umlaute einzeln.
- Produkte und Leistungen: Hat ein Produkt einen eigenen Ruf, suchen Sie auch diesen Namen in Anführungszeichen.
- Gründer und Führungskräfte: In Interviews und Panelberichten steht oft der Personenname, der Firmenlink fehlt.
- Eigene Studien: Suchen Sie den Titel einer veröffentlichten Umfrage; Websites, die daraus zitieren, vergessen oft den Quellenlink.
- Dateityp: Mit filetype:pdf finden Sie Nennungen in Präsentationen und Berichten.
- Zeitraum: Mit dem Operator after: konzentrieren Sie sich auf kürzlich aktualisierte Dokumente.
Beachten Sie dabei: Laut Google filtern before: und after: nach dem Datum der letzten Aktualisierung, nicht unbedingt nach dem Veröffentlichungsdatum. Ein alter Artikel mit einer neuen Änderung erscheint also womöglich als frisches Ergebnis. Nutzen Sie den Datumsfilter daher als grobes Sieb, nicht als exakte Zeitachse.
Wie überwachen Sie neue Nennungen mit Google Alerts?
Suchoperatoren blicken zurück, Google Alerts blickt nach vorn. Laut der Google Alerts Hilfe geben Sie ein Thema in das Feld ein, öffnen bei Bedarf die Optionen (Show options) und speichern dann mit dem Erstellen der Benachrichtigung (Create Alert).
In den Optionen legen Sie fest, wie oft Sie Benachrichtigungen erhalten, welche Arten von Websites, welche Sprache, welche Region, wie viele Ergebnisse und welches Konto die Meldung bekommt. Daher liefert eine eigene Benachrichtigung je Schreibvariante meist sauberere Ergebnisse als eine überladene Sammelmeldung. Zudem können Sie die Suche mit dem Ausschluss Ihrer eigenen Domain direkt in die Benachrichtigung übernehmen.
Andererseits erfasst Alerts nicht jede Nennung. Manche Beiträge gelangen spät in den Index, andere lösen nie eine Meldung aus. Betrachten Sie Alerts also als Frühwarnsystem, nicht als vollständiges Inventar. In unserem eigenen Ablauf sammeln wir die Meldungen in einer Wochenliste und führen einmal im Monat eine gründliche Suche mit Operatoren durch. Somit erkennen Sie neue Beiträge schnell und schließen Lücken mit dem regelmäßigen Durchgang.
Wie hilft der Linkbericht der Search Console dabei?
Der Linkbericht (Links report) zeigt unverlinkte Nennungen nicht direkt, denn er listet nur Seiten, die bereits auf Sie verlinken. Indirekt hilft er trotzdem sehr. Im Bereich der externen Links finden Sie die am häufigsten verlinkten Seiten (Top linked pages), die am häufigsten verlinkenden Websites (Top linking sites) und die häufigsten Linktexte (Top linking text).
Konkret nutzen Sie die Liste so: Steht eine Website, die Sie per Operator gefunden haben, bereits unter den verlinkenden Websites, ist die Seite womöglich gar nicht unverlinkt. Vielleicht verlinkt auch eine andere Seite derselben Domain auf Sie. So sparen Sie sich unnötige Nachrichten. Außerdem fällt Ihnen eine Website, die Sie oft nennt, aber nie in der Liste steht, sofort auf.
Beachten Sie allerdings: Google beschreibt den Bericht als Stichprobe, nicht als vollständige Liste aller Links. Fehlt eine Website im Bericht, beweist das also nicht, dass sie nie verlinkt hat. Prüfen Sie die Seite deshalb immer selbst. Alle Bereiche des Berichts erklären wir Schritt für Schritt in unserem Beitrag Den Linkbericht der Search Console richtig lesen.
Wie prüfen Sie, ob eine Seite wirklich keinen Link enthält?
Ihren Namen auf einer Seite zu sehen, genügt nicht. Prüfen Sie zusätzlich, dass tatsächlich kein Link existiert. Manchmal sitzt der Link auf einem anderen Wort, einem Bild oder in einer Quellenliste am Seitenende. Bitten Sie eine solche Website um einen Link, wirkt das nachlässig.
- Öffnen Sie die Seite und suchen Sie mit der Suchfunktion des Browsers jede Stelle, an der Ihre Marke vorkommt.
- Prüfen Sie, ob die jeweilige Stelle klickbar ist.
- Kontrollieren Sie Bilder, Logos und Quellenangaben auf einen Link zu Ihrer Website.
- Existiert ein Link, testen Sie ihn; ist er defekt, handelt es sich um eine Aufgabe für Link Reclamation.
- Notieren Sie das rel Attribut des Links; auch nofollow oder sponsored liefert eine Information.
Zum Beispiel nennt ein Blogartikel Sie im Fließtext ohne Link, führt Ihre Startseite aber in der Quellenliste am Ende auf. Dann brauchen Sie keine Anfrage zu senden. Ein Link ist schließlich schon vorhanden. Wenn Sie die Grundlagen zu Linkarten und Linkqualität auffrischen möchten, hilft Ihnen unser Beitrag Was sind Backlinks und woran erkennen Sie Linkqualität.
Unverlinkte Markenerwähnungen priorisieren: Welche haben Vorrang?
Nicht jede Nennung verdient denselben Aufwand. Wächst Ihre Liste, verlieren Sie ohne Priorisierung viel Zeit mit schwachen Seiten. Bewerten Sie deshalb jede Seite nach einigen einfachen Kriterien.
Das erste Kriterium ist die thematische Nähe. Eine Fachpublikation Ihrer Branche zählt weit mehr als ein fachfremdes Kleinanzeigenportal. Das zweite Kriterium ist die Aktualität: Lesen und pflegen Menschen den Artikel noch, oder liegt er seit Jahren unberührt im Archiv? Als drittes zählt der Kontext. Ein Satz, der Sie empfiehlt, zitiert oder als Quelle nennt, liefert einen viel stärkeren Grund für einen Link als eine Zeile in einer langen Aufzählung.
Prüfen Sie außerdem, ob Sie überhaupt jemanden erreichen. Ein Beitrag mit namentlich genanntem Autor und klaren Kontaktdaten verspricht eine viel bessere Antwortquote als eine Website ohne Kontaktformular. Konkret punktet etwa die Mitgliederseite eines Branchenverbands sowohl bei Nähe als auch bei Erreichbarkeit.
Diese Priorisierung übernehmen wir auf Wunsch für Ihre Website, senden die Anfragen und verfolgen die Ergebnisse. Umfang und Angebot finden Sie auf der Seite unserer SEO Beratung.
Prioritätentabelle: Welche Nennung lohnt welchen Aufwand?
Die folgende Tabelle zeigt eine einfache Einteilung aus unserer Praxis. Sie ist kein Punktesystem. Vielmehr dient sie als Ausgangsrahmen für schnellere Entscheidungen und ist keine Garantie.
| Art der Nennung | Thematische Nähe | Chance auf einen Link | Empfohlener Schritt |
|---|---|---|---|
| Interview oder Meldung in einem Fachmedium | Hoch | Hoch | Kurze, persönliche E-Mail an die Redaktion |
| Blogartikel, der Ihre Studie zitiert | Hoch | Hoch | Um Quellenlink bitten, Adresse der Studie nennen |
| Veranstaltung oder Rednerliste | Mittel | Mittel | Veranstalter um einen Profillink bitten |
| Seite eines Lieferanten oder Partners | Mittel | Hoch | Über den bestehenden Kontakt anfragen |
| Forenbeitrag oder Kommentar | Unterschiedlich | Niedrig | Meist keine Anfrage, nur beobachten |
| Negativer oder kritischer Artikel | Unterschiedlich | Niedrig | Keinen Link erbitten, zuerst den Inhalt prüfen |
| Kopierte oder automatisch erzeugte Website | Niedrig | Niedrig | Von der Liste streichen |
Passen Sie die Tabelle an Ihre Branche an. Ein lokales Unternehmen stuft zum Beispiel Veröffentlichungen der Stadt oder der Kammer höher ein. Für ein Softwareunternehmen zählen dagegen technische Blogs und Vergleichsartikel mehr.
Wie formulieren Sie eine Linkanfrage per E-Mail?
Eine gute Anfrage ist kurz, persönlich und erleichtert der Gegenseite die Arbeit. Redaktionen erhalten täglich viele Zuschriften. Sagen Sie deshalb in den ersten zwei Sätzen klar, worum es geht.
- Mit Dank beginnen: Bedanken Sie sich ehrlich für die Nennung und nennen Sie den Titel des Artikels.
- Die Stelle zeigen: Zitieren Sie kurz den Satz, in dem Ihre Marke vorkommt.
- Die genaue Adresse liefern: Nennen Sie die vollständige Zieladresse; wählen Sie die passendste Seite statt der Startseite.
- Den Lesernutzen erklären: Sagen Sie in einem Satz, wie der Link den Lesern den Weg zur Information erleichtert.
- Keinen Druck machen: Betonen Sie, dass die Entscheidung bei der Redaktion liegt, und hören Sie nach einer freundlichen Erinnerung auf.
Google empfiehlt Ankertexte, die beschreibend, angemessen kurz und relevant für die verlinkte Seite sind. Bitten Sie also nicht um einen mit Keywords überladenen Linktext. Ihr Markenname oder das Thema der Seite genügt völlig. Dadurch wirkt der Link natürlich und bleibt für Leser verständlich.
Beispiel für eine Linkanfrage
Der folgende Text ist ein Beispielszenario; passen Sie ihn an Ihren Ton und Ihre Beziehung an. Versenden Sie dieselbe Vorlage außerdem nicht wortgleich an Dutzende Empfänger. Denn unpersönliche Massenmails bleiben meist unbeantwortet.
- Betreff: Danke für die Erwähnung von Beispielmarke in Ihrem Artikel
- Einstieg: Guten Tag, ich habe Ihren Beitrag über den Wandel unserer Branche gelesen und danke Ihnen für die Erwähnung unserer Marke.
- Bitte: Könnten Sie das Wort Beispielmarke mit example.com/leitfaden verlinken, damit Ihre Leser den genannten Leitfaden direkt finden?
- Erleichterung: Als Linktext genügt gern der Markenname.
- Abschluss: Falls das nicht zu Ihren Richtlinien passt, ist das völlig in Ordnung; nochmals danke für den Beitrag.
Die Stärke dieser Struktur: Sie bürdet der Redaktion keinerlei Arbeit auf. Satz, Adresse und Linktext stehen fest. Zudem bieten Sie keinerlei Gegenleistung an. Dieser Punkt ist besonders wichtig, und die nächsten Abschnitte erklären, warum.
Wann sollten Sie nicht um einen Link bitten?
Bei manchen Nennungen bringt eine Anfrage nichts oder schadet sogar. Sortieren Sie deshalb folgende Fälle vorab aus.
- Kritisiert der Artikel Sie oder beschreibt er eine Beschwerde, belastet eine Linkanfrage die Beziehung.
- Meiden Sie Seiten auf kopierten, automatisch erzeugten oder spamartigen Websites.
- Steht die Nennung in einem Forenkommentar oder anderen Nutzerinhalten, bringt eine Mail an den Betreiber selten etwas.
- Eine kurze Nennung in einem Wettbewerbervergleich rechtfertigt selten eine Anfrage, weil sie aufdringlich wirken kann.
- Verlinkt ein Nachrichtenportal grundsätzlich nicht nach außen, bestehen Sie nicht darauf.
Einen negativen Artikel zu ignorieren, ist allerdings ebenfalls falsch. Das ist jedoch eine Aufgabe für Reputation und Kommunikation, keine Linkaufgabe. Enthält der Artikel falsche Fakten, bitten Sie höflich um eine Korrektur. Trennen Sie diese Bitte trotzdem strikt von jeder Linkanfrage. Sonst denkt die Redaktion, es gehe Ihnen nur um SEO.
Warum sind gekaufte Links und Gegengeschäfte riskant?
Die Abkürzung zum Link wäre, Geld, Produkte oder einen Linktausch anzubieten. Allerdings stufen die Spamrichtlinien von Google genau das als Linkspam ein. Laut Richtlinie verstößt der Kauf oder Verkauf von Links zu Rankingzwecken dagegen. Dazu zählt der Tausch von Geld, Waren oder Dienstleistungen gegen Links. Übermäßiger Linktausch fällt ebenfalls darunter.
Sind Werbung und Sponsoring also tabu? Keineswegs. Google stellt klar, dass bezahlte Links für Werbung oder Sponsoring keinen Verstoß darstellen, sofern Sie sie mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" kennzeichnen. Eine bezahlte Kooperation ist also möglich, allerdings als transparente Anzeige und nicht als Weg, Rankingsignale weiterzugeben.
Bieten Sie in Ihrer Linkanfrage deshalb nie eine Gegenleistung an. Ein Satz wie "Wir verlinken Sie zurück, wenn Sie uns verlinken" klingt harmlos. In großer Zahl entsteht daraus allerdings ein riskantes Muster. Eine höfliche Bitte ohne Bedingungen bleibt dagegen regelkonform und hält langfristig. Misstrauen Sie zudem Unbekannten, die gegen Bezahlung garantierte Links versprechen.
Beeinflussen unverlinkte Markenerwähnungen die Antworten von KI?
Ein klares Ja oder Nein ist hier nicht möglich. Google schreibt, dass es für AI Overviews und den AI Mode keine zusätzlichen Anforderungen und keine speziellen Optimierungen gibt. Bewährte SEO Grundlagen bleiben laut Google sinnvoll. Zudem zeigen diese Funktionen laut Google eine breitere und vielfältigere Auswahl an Links als die klassische Suche. Dass Markennennungen ein eigenes Signal sind, steht auf der offiziellen Seite allerdings nicht.
Trotzdem lässt sich eine vernünftige Schlussfolgerung ziehen. KI Systeme greifen beim Erstellen von Antworten auf Texte aus dem Web zurück. Nennen viele vertrauenswürdige Seiten Ihre Marke einheitlich, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Name in einem Teil dieser Texte vorkommt. Das bleibt allerdings eine plausible Erwartung, keine Garantie und kein gemessener Effekt.
Beobachten Sie Nennungen daher nicht nur als Linkchance, sondern auch als Hinweis auf die Sichtbarkeit Ihrer Marke im Web. Wie Marken in Chat Assistenten auftauchen, erklären wir im Beitrag Marke in ChatGPT und Gemini sichtbar machen. Kurz gesagt: Produzieren Sie keine Inhalte nur für mehr Nennungen. Leisten Sie stattdessen Arbeit, die eine Nennung wirklich verdient.
Wie finden Sie Nennungen in anderen Sprachen?
Verkaufen Sie auch international, erscheinen manche Nennungen in anderen Sprachen. Beschränken Sie Ihre Suche deshalb nicht auf Deutsch. Ihr Markenname bleibt meist gleich, aber Produktnamen, Fachbegriffe und Berufsbezeichnungen ändern sich je nach Sprache.
Legen Sie zunächst für jede Zielsprache eine eigene Suchliste an. Englische Beiträge kombinieren Ihre Marke zum Beispiel oft mit Wörtern wie "review" oder "interview". Richten Sie dann für jede Sprache und Region eine eigene Benachrichtigung in Google Alerts ein, denn die Optionen erlauben beides.
Schreiben Sie Ihre Anfrage außerdem in der Sprache der Redaktion. Eine deutsche E-Mail an eine englischsprachige Redaktion senkt die Antwortchance deutlich. Achten Sie zudem darauf, dass die vorgeschlagene Seite dieselbe Sprache wie der Artikel hat. Somit landen Leser auf einer Seite, die sie tatsächlich lesen können.
Beispielszenario: Nennungen einer Studie
Dieser Abschnitt beschreibt ein rein hypothetisches Beispielszenario. Angenommen, ein Unternehmen mit der Website example.com veröffentlicht eine Studie über Konsumgewohnheiten in seiner Branche. Einige Wochen später sucht das Team den Titel der Studie in Anführungszeichen. Dabei findet es mehrere Blogs und ein Fachportal, die daraus zitieren.
Das Team öffnet jede Seite einzeln. Das Fachportal zitiert die Studie ohne Quellenlink. Ein Blog verlinkt auf die Startseite, ein anderer setzt gar keinen Link. Deshalb sendet das Team nur zwei Anfragen und schreibt dem verlinkenden Blog eine kurze Dankesnachricht.
In jeder Anfrage nennt es die genaue Adresse der Studie, den zitierten Satz und den Markennamen als Linktext. Eine Gegenleistung bietet es nicht an. Danach trägt das Team jedes Ergebnis in die Liste ein und erinnert einen Monat später ein einziges Mal. Die Lehre daraus: Ein kurzer, regelmäßiger und respektvoller Ablauf schützt Ihre Zeit und Ihre Beziehungen. Außerdem verlinken dieselben Redaktionen Ihre nächste Studie vielleicht von Anfang an.
Wie legen Sie eine Tracking Tabelle für Nennungen an?
Hier geht es nicht um eine einmalige Suche, sondern um einen laufenden Prozess. Legen Sie deshalb eine einfache Tabelle an und erfassen Sie jede Nennung mit denselben Feldern. Dann sehen Sie auf einen Blick, wen Sie wann kontaktiert haben, wer geantwortet hat und welche Links online sind.
- Adresse: Die genaue URL der Nennung.
- Fundweg: Operatorsuche, Alerts oder eine andere Quelle.
- Art: Meldung, Zitat, Liste, Interview oder Kommentar.
- Priorität: Hoch, mittel oder niedrig gemäß der Tabelle oben.
- Kontakt: Autor oder Redaktion und der passende Kontaktweg.
- Status: Gesendet, erinnert, verlinkt, abgelehnt oder ohne Antwort.
- Datum: Tag der ersten E-Mail und der Erinnerung.
Auch ein Blick auf die Nennungen Ihrer Wettbewerber lohnt sich. Verlinkt ein Medium zum Beispiel einen Wettbewerber, nennt Sie aber gar nicht, ist das keine unverlinkte Nennung. Vielmehr handelt es sich um eine Chance für Inhalte oder Kontaktaufnahme. Diesen Ansatz beschreiben wir im Beitrag Backlink Analyse der Konkurrenz und Linklücken finden.
Wie messen Sie die Ergebnisse?
Messen Sie den Prozess, nicht die Rankings. Den Rankingeffekt eines einzelnen Links zu isolieren, ist nahezu unmöglich. Konzentrieren Sie sich deshalb auf Kennzahlen, die Sie tatsächlich steuern können. Erfassen Sie zudem, wie viele unverlinkte Markenerwähnungen Sie pro Monat neu finden.
Die erste Kennzahl ist die Erfolgsquote: Wie viele Anfragen haben zu einem Link geführt? Danach folgt der Verweistraffic über die neuen Links, den Sie in Ihrem Analysetool als eigenes Segment verfolgen. Als drittes zählen die Markensuchanfragen in der Search Console. Steigt die Bekanntheit, ändert sich womöglich auch die Zahl der Menschen, die direkt nach Ihrer Marke suchen.
Um Markensuchanfragen und markenfremde Anfragen zu trennen, nutzen Sie die Methode aus unserem Beitrag Markensuchanfragen und markenfremde Suchanfragen in der Search Console per Regex trennen. Schreiben Sie einen Anstieg der Markensuchen trotzdem nicht allein der Nennungsarbeit zu. Anzeigen, soziale Medien und Saisoneffekte wirken oft im selben Zeitraum. Bewerten Sie die Ergebnisse daher im Zusammenhang.
Typische Fehler, die Sie vermeiden sollten
Die häufigsten Fehler entstehen aus guter Absicht und zu viel Eile. Wir empfehlen, diese Liste vor dem Start mit Ihrem Team zu teilen.
- Anfragen an Seiten senden, die bereits verlinken.
- Dieselbe Vorlage ohne Anpassung an Hunderte Empfänger schicken.
- Keywords als Linktext verlangen.
- Jede Anfrage auf die Startseite lenken statt auf die passendste Seite.
- Nach ausbleibender Antwort ein drittes oder viertes Mal schreiben.
- Geld, Produkte oder Gegenlinks anbieten.
All diese Fehler missachten die Zeit und die Entscheidung der Gegenseite. Eine Nennung ohne Link liegt schließlich in den Händen eines Autors, der Sie bereits positiv sieht. Wer diese Beziehung für einen einzigen Link beschädigt, verliert auch künftige Berichte und Interviewchancen.
Sollten Sie diesen Prozess selbst steuern oder mit einem SEO Team?
Für eine kleine Website genügen meist einige Stunden Suche und eine Handvoll Anfragen pro Monat. Dann setzen Sie die Schritte oben einfach selbst um. Nennen Menschen Ihre Marke allerdings häufig, veröffentlichen Sie mehrsprachig oder ist Ihr Linkprofil Teil einer größeren SEO Strategie, brauchen Sie einen systematischeren Ansatz.
Wir, Talha Aslan und Team, bearbeiten unverlinkte Markenerwähnungen gemeinsam mit defekten Links, Wettbewerberlücken und Content Planung. Wir formulieren regelkonforme Anfragen, pflegen die Tracking Tabelle und berichten regelmäßig über den Fortschritt. Rankings garantieren wir nicht. Dafür bleibt der Ablauf transparent, messbar und im Einklang mit den Richtlinien von Google.
Für einen Fahrplan und ein Angebot für Ihre Website erreichen Sie uns über die Seite unserer SEO Beratung. Kurz gesagt: Unverlinkte Markenerwähnungen sind eine kleine, aber stetige Quelle für Fortschritt. Richten Sie den Ablauf sauber ein, dann wird die Spur Ihrer Marke im Web jeden Monat ein wenig stärker.
Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.



