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Social Media Ziele festlegen: So wählen Unternehmen die richtigen KPIs

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Wie legen Sie Social Media Ziele fest, und wo fangen Sie an?

Social Media Ziele sind messbare, zeitlich begrenzte Ergebnisse, die Sie aus einem Geschäftsziel wie Umsatz, Anfragen oder Bekanntheit ableiten. Zunächst notieren Sie das Geschäftsziel. Dann wählen Sie eine Kennzahl, die es abbildet, messen den aktuellen Stand und setzen einen realistischen Zielwert mit Datum. Kurz gesagt: Ein Ziel beginnt beim Geschäft, nicht bei Likes.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Wenn Sie noch diese Woche ein Ziel brauchen, gehen Sie in dieser Reihenfolge vor. Am Ende der Woche haben Sie also ein Zielblatt, über das Ihr Team sprechen kann.

  1. Schreiben Sie das wichtigste Geschäftsergebnis für den kommenden Zeitraum auf.
  2. Beschreiben Sie in einem Satz, wie Social Media dazu beiträgt.
  3. Wählen Sie eine Hauptkennzahl und höchstens zwei Nebenkennzahlen.
  4. Ziehen Sie die Daten der letzten Monate und notieren Sie den Ausgangswert.
  5. Halten Sie Zielwert, Messrhythmus und Verantwortliche auf einer Seite fest.

Was unterscheidet ein Social Media Ziel von einem Geschäftsziel?

Ein Geschäftsziel berührt Umsatz oder Kundenzahl direkt. Zum Beispiel ist „mehr Angebotsanfragen über die Website“ ein Geschäftsziel. Ein Social Media Ziel beschreibt dagegen den Beitrag des Kanals, etwa „mehr Instagram Profilbesucher, die auf die Website gehen und das Anfrageformular öffnen“.

Allerdings vermischen viele Unternehmen diese beiden Ebenen. Sie sprechen über Follower, als wären sie ein Geschäftsziel. Danach wundern sie sich, warum der Umsatz stagniert, obwohl die Followerzahl steigt. Deshalb sollten Sie neben jedes Social Media Ziel die Antwort auf eine Frage schreiben: Welchem Geschäftsziel dient es? Fehlt die Antwort, handelt es sich vermutlich um eine Eitelkeitskennzahl.

Andererseits muss nicht jedes Ziel direkt mit dem Verkauf verknüpft sein. Für ein neu eröffnetes Geschäft ist Bekanntheit ein berechtigtes Ziel. Wichtig ist nur, dass Sie vorab sagen, in welches Geschäftsergebnis die Bekanntheit später münden soll.

Was ist ein KPI, und zählt jede Kennzahl dazu?

Ein KPI (Key Performance Indicator, Leistungskennzahl) ist eine Kennzahl, die Sie bewusst auswählen, weil sie den Abstand zum Ziel zeigt und Entscheidungen ermöglicht. In Ihren Statistiken sehen Sie Hunderte Werte. Trotzdem sind nur wenige davon für Sie echte KPIs. Der Rest liefert Kontext.

Ob eine Kennzahl ein KPI sein sollte, prüfen Sie mit drei Fragen:

  • Ändere ich eine Entscheidung, wenn sich diese Zahl ändert?
  • Hängt diese Zahl logisch mit einem Geschäftsziel zusammen?
  • Kann ich diese Zahl in jedem Zeitraum mit derselben Methode messen?

Lautet die Antwort dreimal ja, haben Sie einen KPI Kandidaten. Eine breitere Übersicht finden Sie in unserem Beitrag über Online Marketing KPIs. Hier konzentrieren wir uns dagegen nur auf die Auswahl für Social Media.

Wie ordnen Sie einem Geschäftsziel die passende Social Media Kennzahl zu?

Die Logik ist einfach. Zu jedem Geschäftsziel suchen Sie einen konkreten Schritt, den Kunden auf Social Media machen. Danach wählen Sie die Kennzahl, die diesen Schritt misst. Die folgende Tabelle nutzen wir als Ausgangspunkt in Zielgesprächen mit Unternehmen. Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Plattform, daher prüfen Sie den passenden Begriff in Ihrer eigenen Statistik.

GeschäftszielSchritt des KundenHaupt KPINebenkennzahl
Bekanntheit aufbauenSieht die Marke zum ersten MalReichweite (einzelne Personen)Impressionen, Videoaufrufrate
Vertrauen schaffenInteragiert mit InhaltenEngagement RateSpeichern, Teilen
Websitebesuche steigernWechselt vom Profil zur WebsiteSitzungen mit UTM ParameternLinkklicks
Anfragen gewinnenSchreibt eine Nachricht oder füllt ein Formular ausQualifizierte AnfragenBegonnene Unterhaltungen
Umsatz steigernKauft über eine ProduktseiteBestellungen aus Social MediaWarenkorb, ROAS
Kunden haltenErhält Hilfe per Kommentar oder NachrichtAntwortzeitWiederkehrende Kundennachrichten

Wählen Sie pro Zeitraum nur eine Zeile. Wenn Sie zum Beispiel gleichzeitig Bekanntheit, Umsatz und Kundenbindung verfolgen, verteilt sich die Energie des Teams, und kein Ziel kommt sichtbar voran.

Welche Kennzahlen sind Eitelkeitskennzahlen, und warum reichen sie nicht?

Eine Eitelkeitskennzahl (Vanity Metric) sieht gut aus, hilft Ihnen aber bei keiner Entscheidung. Followerzahl, Gesamtlikes und die Aufrufe eines einzelnen viralen Videos gehören dazu. Steigen diese Zahlen, fühlt sich das gut an. Dennoch erklären sie nicht, warum der Umsatz stockt.

Sie müssen diese Werte nicht streichen. Führen Sie sie stattdessen als Nebenkennzahlen und nicht als Haupt KPI. Die Followerzahl kann zum Beispiel neben einem Reichweitenziel stehen. Gekaufte Follower oder Engagement Gruppen blähen diese Zahlen dagegen künstlich auf. Damit können Sie die echte Leistung nicht mehr lesen, zudem verstoßen solche Methoden gegen die Plattformregeln.

Wir empfehlen eine praktische Regel. Steht auf Ihrem Zielblatt eine Eitelkeitskennzahl, schreiben Sie die zugehörige Geschäftskennzahl direkt daneben. So löst der Satz „Die Follower sind gestiegen“ im Teammeeting automatisch die Frage aus: „Und was ist mit den Anfragen passiert?“

Wie formulieren Sie realistische Social Media Ziele nach der SMART Methode?

SMART verlangt, dass ein Ziel spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und terminiert ist. Für Social Media Ziele ist dieser Rahmen der schnellste Weg, einen vagen Wunsch in einen messbaren Satz zu verwandeln.

„Auf Instagram sichtbarer sein“ ist zum Beispiel ein Wunsch. Dagegen ist „in den nächsten drei Monaten die monatlichen Sitzungen über Instagram Profillinks mit UTM Parametern über den Ausgangswert heben“ ein Ziel. Der zweite Satz nennt also Kanal, Kennzahl, Messmethode und Zeitraum.

Beim Formulieren hilft Ihnen diese Vorlage:

  • Innerhalb von [Zeitraum]
  • über [Kanal]
  • [Kennzahl] von [Ausgangswert] auf [Zielwert] bringen
  • und das mit [Werkzeug] im Rhythmus [Messrhythmus] verfolgen.

Können Sie nicht jede Lücke füllen, ist das Ziel noch nicht fertig. Sammeln Sie daher zuerst die fehlenden Informationen.

Wie messen Sie Ihren Ausgangswert?

Der Ausgangswert ist Ihre aktuelle Leistung, bevor Sie ein Ziel setzen. Ohne ihn ist „ein Plus von so und so viel Prozent“ bedeutungslos. Daher ziehen Sie zunächst die Daten der letzten Monate mit einer einheitlichen Methode.

Für Instagram und Facebook nutzen Sie die Statistiken Ihres professionellen Kontos oder Metas eigene Werkzeuge wie die Meta Business Suite. Für Websitebesuche prüfen Sie den Quellenbericht in Ihrem Analysetool. Ist Ihr Geschäft saisonal, nehmen Sie keinen einzelnen Monat als Basis. Ein Wintermonat ist etwa für einen Betrieb mit Hochsaison im Sommer ein irreführender Start.

Notieren Sie außerdem Zeitraum, Quelle und Definition. Schreiben Sie zum Beispiel auf, ob Sie die Engagement Rate auf Reichweite oder auf Follower beziehen. Sonst messen Sie drei Monate später dieselbe Kennzahl anders und sehen einen scheinbaren Anstieg oder Rückgang.

Sehen Sie überhaupt keine Statistiken, prüfen Sie zuerst Ihren Kontotyp. Ohne professionelles Konto erscheinen diese Daten nicht.

Wie setzen Sie einen realistischen Zielwert?

Ein realistischer Zielwert stützt sich auf Ihren Ausgangswert, die eingesetzten Ressourcen und Ihre bisherige Entwicklung. Branchendurchschnitte aus dem Netz haben oft keine klare Quelle und passen selten zu Ihrem Konto. Deshalb bilden Ihre eigenen Daten die Grundlage.

In der Praxis empfehlen wir drei Zielstufen:

  1. Mindestziel: der Wert, den Sie erreichen, wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt.
  2. Erwartetes Ziel: der Wert, den Sie mit geplanten Inhalten und Budgetänderungen anstreben.
  3. Ambitioniertes Ziel: der obere Wert, wenn alles gut läuft.

Beispielszenario: Eine Möbelwerkstatt erhielt im letzten Quartal einige Angebotsanfragen pro Monat über Social Media. Das Team beschließt, häufiger zu posten und ein kleines Werbebudget einzusetzen. In diesem Fall ist das Mindestziel der bisherige Durchschnitt. Das erwartete Ziel ist ein vernünftiger Zuwachs, das ambitionierte Ziel der Fall, in dem die Anzeigen gut laufen. Diese Werte sind ein Rechenbeispiel, keine Garantie.

Ein ambitioniertes Ziel ohne zusätzliche Ressourcen führt das Team allerdings von Anfang an ins Scheitern.

Welcher Messrhythmus passt: wöchentlich, monatlich oder quartalsweise?

Den Messrhythmus wählen Sie nach der Art der Kennzahl. Schnelle operative Werte prüfen Sie oft, langsame Geschäftsergebnisse seltener. So vermeiden Sie Panikentscheidungen wegen täglicher Schwankungen.

KennzahlEmpfohlene PrüfungEntscheidungsrhythmus
Antwortzeit auf NachrichtenWöchentlichWöchentlich
Reichweite und EngagementWöchentlich beobachtenMonatlich
Websitebesuche und AnfragenMonatlichMonatlich
Umsatz und Kosten pro KundeMonatlich beobachtenQuartalsweise
MarkenbekanntheitQuartalsweiseQuartalsweise oder halbjährlich

Trennen Sie zudem Beobachten und Entscheiden. Eine wöchentliche Prüfung bedeutet keinen wöchentlichen Strategiewechsel. Wie Sie Monatsergebnisse lesen, erklären wir ausführlich im Beitrag monatlichen Social Media Bericht richtig lesen, deshalb wiederholen wir das hier nicht.

Wie unterscheiden sich Social Media Ziele je nach Plattform?

Jede Plattform hat ihr eigenes Nutzerverhalten und eigene Messwerkzeuge. Folglich braucht dasselbe Geschäftsziel je nach Plattform einen anderen KPI. Auf Instagram können Speichern und Teilen zum Beispiel ein starkes Interessensignal sein. Für ein B2B Unternehmen auf LinkedIn zählen dagegen eher Seitenbesuche und Nachrichten.

Beachten Sie bei der Zuordnung diese Grundsätze:

  • Geben Sie jeder Plattform eine Hauptrolle: Entdeckung, Vertrauen, Besuche oder Kundenservice.
  • Wählen Sie Kennzahlen, die Sie in der Statistik der Plattform tatsächlich sehen.
  • Prüfen Sie beim Vergleich die Definition gleichnamiger Kennzahlen, denn „Aufrufe“ bedeutet nicht überall dasselbe.

Definitionen und Bezeichnungen ändern sich mit der Zeit. Daher empfehlen wir, die aktuelle Definition auf den offiziellen Hilfeseiten der jeweiligen Plattform nachzulesen.

Sollten Sie Werbeziele und organische Ziele gleich steuern?

Nein. Führen Sie beide in derselben Tabelle, aber in getrennten Zeilen. Organische Inhalte schaffen vor allem Vertrauen und Kontinuität, Anzeigen beschleunigen dagegen eine bestimmte Handlung. Im Meta Werbeanzeigenmanager wählen Sie beim Anlegen einer Kampagne ein Werbeziel. Meta erklärt in seiner Hilfe zur Wahl des richtigen Werbeziels, dass sich diese Wahl nach Ihrem Geschäftsziel richten sollte.

Somit muss Ihr Werbe KPI zum gewählten Werbeziel passen. Eine Kampagne mit dem Ziel Traffic nach Verkäufen zu beurteilen, wäre zum Beispiel ein unfairer Vergleich. Auch Ihr Budget sollte zum Ziel passen. Wie Sie das Budget aus dem Ziel ableiten, zeigen wir im Beitrag Social Media Werbebudget berechnen.

Kurz gesagt: Organisch nutzen Sie Kanalkennzahlen wie Engagement und Besuche als KPI. Bezahlt stehen dagegen Kosten und Conversions im Mittelpunkt.

Worauf achten Sie, wenn die Engagement Rate Ihr Ziel ist?

Die Engagement Rate zeigt, welcher Anteil der Personen, die Ihren Inhalt gesehen haben, mit Like, Kommentar, Speichern oder Teilen reagiert hat. Allerdings ist der Nenner entscheidend. Die Teilung durch Follower ergibt einen anderen Wert als die Teilung durch Reichweite.

Schreiben Sie deshalb die Formel auf Ihr Zielblatt und nutzen Sie jeden Monat dieselbe. Wenn Sie nicht von Hand rechnen möchten, wiederholen Sie mit unserem Instagram Engagement Rate Rechner jeden Monat dieselbe Methode.

Achten Sie außerdem auf die Art der Interaktion. Speichern und Teilen sind zum Beispiel oft ein stärkeres Signal als Likes. Auch der Inhalt der Kommentare zählt. Eine Welle von Beschwerden erhöht die Rate, ist aber keine gute Nachricht. Lesen Sie die Engagement Rate also immer zusammen mit der Qualität der Kommentare.

Wie messen Sie Anfragen und Umsatz aus Social Media?

Um den Geschäftsbeitrag zu sehen, müssen Sie wissen, über welchen Kanal ein Besucher auf Ihre Website kam. Am häufigsten ergänzen Sie dazu UTM Parameter in Ihren Links. Die Google Analytics Hilfe erklärt, wie Sie Kampagnendaten mit dem URL Builder erfassen, und beschreibt Parameter wie utm_source, utm_medium und utm_campaign.

Konkret versehen Sie Profillink, Storylinks und Anzeigenlinks mit eigenen UTM Parametern. Für eine einheitliche Schreibweise nutzen Sie unseren UTM Generator. Dann zeigt Ihr Monatsbericht, welche Beitragsart tatsächlich Anfragen bringt.

Für Anfragen per Nachricht führen Sie eine einfache Liste mit Datum, Kanal, Art der Anfrage und Ergebnis. So entgeht Ihnen kein Kontakt, der nie die Website berührt hat.

Was tun Sie, wenn auf Ihrer Website kein Conversion Ziel definiert ist?

Ohne gemessene Conversion auf der Website sehen Sie nicht, wie Social Media zum Umsatz beiträgt. Legen Sie daher zuerst fest, was auf der Website als Erfolg gilt: ein abgeschicktes Formular, ein Klick auf die Telefonnummer, ein Klick auf den WhatsApp Button oder ein Kauf.

Ein Dienstleister mit Anfrageformular markiert zum Beispiel das abgeschickte Formular als Conversion. Danach prüft er, wie viele Sitzungen aus Social Media diese Conversion erreicht haben. Überspringen Sie diesen Schritt, bleiben Ihre Social Media Ziele in reinen Kanalkennzahlen gefangen.

Wie Sie die passende Conversion wählen, erklären wir im Beitrag Conversion Ziele festlegen. Auf der Social Media Seite müssen Sie dann nur die Quelle sauber kennzeichnen.

Was gehört auf ein einseitiges Zielblatt?

Ein Zielblatt ist eine einzige Seite, auf der alle dasselbe verstehen. Wir empfehlen es statt langer Präsentationen, denn Team und Geschäftsführung schauen schnell wieder darauf.

Die Vorlage enthält diese Felder:

  1. Geschäftsziel: ein Satz in der Sprache des Unternehmens.
  2. Rolle von Social Media: wie der Kanal beiträgt.
  3. Haupt KPI mit Definition: samt Formel.
  4. Nebenkennzahlen: höchstens zwei.
  5. Ausgangswert: mit Zeitraum und Quelle.
  6. Zielwerte: Mindestziel, erwartetes und ambitioniertes Ziel.
  7. Messrhythmus und Berichtstag: zum Beispiel der erste Werktag im Monat.
  8. Verantwortliche: je eine Person aus dem Unternehmen und aus der Agentur.

Ergänzen Sie außerdem ganz unten die Zeile „Wann prüfen wir dieses Ziel erneut?“. So hängt das Ziel nicht ewig an der Wand.

Was sollte im Agenturvertrag zu Zielen stehen?

Arbeiten Sie mit einer Agentur, darf es bei Zielen nicht bei mündlichen Absprachen bleiben. Halten Sie im Vertrag oder in einer Anlage fest, welche KPIs die Agentur berichtet, wie jede Kennzahl definiert ist, wann Sie den Ausgangswert gemessen haben und an welchem Tag der Bericht kommt.

Allerdings kann keine seriöse Agentur Ergebnisse garantieren, die von Plattformalgorithmen abhängen. Statt Klauseln wie „garantierte Follower“ listen Sie daher die zugesagten Leistungen auf: Anzahl der Beiträge, Antwortzeit, Berichtshäufigkeit und geplante Tests. Ergebnisziele halten Sie als gemeinsame Ziele fest, die beide Seiten zusammen bewerten.

Wenn wir Ihre Social Media Konten betreuen, erstellen wir das Zielblatt im ersten Monat gemeinsam mit Ihnen und richten den Bericht danach aus. Möchten Sie diese Arbeit an uns abgeben, sehen Sie sich den Umfang unserer Social Media Betreuung an und fordern Sie ein Angebot an.

Welche Social Media Ziele passen zu welchem Unternehmenstyp?

Die Form eines Ziels hängt davon ab, wie ein Unternehmen verkauft. Die folgenden Beispielszenarien zeigen, wie Sie die Vorlage übertragen. Zahlen nennen wir bewusst nicht, denn der richtige Wert ergibt sich aus Ihrem Ausgangswert.

  • Lokaler Dienstleister (Beispielszenario): Für einen Friseursalon könnte der Haupt KPI die Zahl der Termine aus Instagram Nachrichten sein. Daneben beobachten Sie Profilbesuche und Klicks auf die Wegbeschreibung.
  • Onlineshop (Beispielszenario): Für einen Shop mit handgemachtem Schmuck zählen Bestellungen aus Social Media Besuchen mit UTM Parametern. Zusätzlich beobachten Sie die Warenkorbrate.
  • B2B Unternehmen (Beispielszenario): Für einen Industriezulieferer könnten qualifizierte Terminanfragen über LinkedIn der Haupt KPI sein. Seitenfollower dienen als Nebensignal.
  • Neues Geschäft (Beispielszenario): In den ersten Monaten steht die lokale Reichweite im Vordergrund. Danach verschiebt sich das Ziel zu Nachrichten und Besuchen.

Gemeinsam ist allen Beispielen eines: Jedes Unternehmen wählt einen Haupt KPI und verbindet ihn mit der eigenen Sprache. Es spricht also von „Terminen“ statt von „Engagement“ und von „Bestellungen“ statt von „Reichweite“. Dadurch verstehen auch Geschäftsführer ohne Marketingwissen die Social Media Ziele.

Zudem kann ein Unternehmen mehrere Modelle haben. Eine Firma mit Laden und Onlineshop führt dann zwei Zielzeilen und misst jede getrennt.

Wie bauen Sie ein einfaches Dashboard für Ihre Ziele?

Ein Dashboard ist eine Tabelle, die Ziele und aktuelle Werte auf einem Bildschirm zeigt. Ein teures Werkzeug brauchen Sie dafür nicht. Für die meisten Unternehmen genügt eine geteilte Tabellenkalkulation.

So gehen Sie beim Aufbau vor:

  1. Schreiben Sie pro Zeile ein Ziel: Geschäftsziel, Haupt KPI, Ausgangswert und Zielwerte.
  2. Tragen Sie die Monate in die Spalten ein und ergänzen Sie jeden Monat den Istwert.
  3. Markieren Sie den Status mit drei Farben: im Plan, gefährdet, im Rückstand.
  4. Notieren Sie jeden Monat einen Satz: Was hat sich geändert und warum?
  5. Halten Sie Datenquelle und Abrufdatum in einer eigenen Spalte fest.

Überladen Sie das Dashboard jedoch nicht. Zeigen Sie nur Haupt KPIs und die wichtigsten Nebenkennzahlen. Wer Details braucht, öffnet ohnehin die Plattformstatistik oder den Monatsbericht.

Benennen Sie außerdem eine Person, die das Dashboard pflegt. Ein Dashboard ohne Zuständigen veraltet in zwei Monaten, und danach vertraut ihm niemand mehr. Mit klarer Zuständigkeit läuft das monatliche Zielgespräch dagegen immer über dieselbe Tabelle.

Wie teilen Sie Ziele im Team und verteilen Verantwortung?

Kennt nur die Geschäftsführung das Ziel, versteht die Person, die Inhalte erstellt, nicht, warum ein bestimmter Beitrag existiert. Teilen Sie das Zielblatt deshalb mit Content, Design, Werbung und Kundenservice.

Geben Sie jedem Ziel eine verantwortliche Person. Sie beobachtet die Kennzahl und stellt bei Abweichungen die erste Frage. Zum Beispiel kann die Leitung des Kundenservice das Ziel Antwortzeit übernehmen. Das Ziel Websitebesuche liegt dann bei der Person, die Inhalte und Anzeigen steuert.

Verantwortung ist andererseits kein Werkzeug für Schuldzuweisungen. Verfehlen Sie ein Ziel, verbessern Sie den Prozess, nicht die Person. Anders gesagt: Die verantwortliche Person verfolgt das Ziel, bestimmt das Ergebnis aber nicht allein.

Halten Sie auch in Teammeetings eine feste Reihenfolge ein: zuerst der Stand zum Ziel, dann die Ursache, schließlich der Test für den nächsten Monat. Diese Struktur verkürzt das Meeting und bindet das Gespräch an Daten. Zudem versteht ein neues Teammitglied mit dem Zielblatt das Gesamtbild in wenigen Minuten.

Was tun Sie, wenn Sie ein Ziel verfehlen?

Ein verfehltes Ziel ist nicht immer ein Misserfolg. Manchmal war schon das Ziel falsch. Stellen Sie deshalb zuerst die Ursache fest. Es gibt drei mögliche Gründe: Die Umsetzung blieb aus, eine Annahme war falsch, oder äußere Umstände haben sich geändert.

  • Umsetzung unvollständig: Hat das Team die geplanten Inhalte oder das Budget wirklich umgesetzt? Falls nicht, korrigieren Sie die Umsetzung, nicht das Ziel.
  • Annahme falsch: Vielleicht haben Sie Anfragen aus Reels erwartet, aber sie kamen aus Stories. Dann passen Sie den Inhaltsmix an.
  • Umstände geändert: Saison, eine Aktion der Konkurrenz oder eine Plattformänderung können dahinterstecken. Passen Sie das Ziel für den nächsten Zeitraum an und notieren Sie den Grund.

Übertreffen Sie das Ziel dagegen jedes Mal, ist auch das ein Signal. Vermutlich liegt das Ziel zu niedrig. Heben Sie also das erwartete Ziel im nächsten Zeitraum an.

Wie passen Sie Social Media Ziele an Saison und Aktionen an?

Bei vielen Unternehmen schwankt die Nachfrage im Jahresverlauf. Ein Schreibwarenladen hat zum Beispiel zum Schulbeginn Hochsaison, ein Händler für Gartenmöbel im Frühling. Ignorieren Sie dieses Muster, verfehlen Sie in ruhigen Monaten scheinbar das Ziel und übertreffen es in starken Monaten mühelos.

Teilen Sie Jahresziele daher nicht in gleiche Monatsstücke. Vergleichen Sie stattdessen jeden Monat mit demselben Zeitraum im Vorjahr. Fehlen Vorjahresdaten, markieren Sie wenigstens grob starke und ruhige Monate. Dann schreiben Sie für jeden Zeitraum einen eigenen erwarteten Wert.

Für Aktionszeiträume empfehlen wir ein eigenes kleines Zielblatt mit diesen Feldern:

  • Zweck der Aktion in einem Satz sowie Start und Ende.
  • Eigene UTM Parameter und ein eindeutiger Kampagnenname.
  • Ein einziger Haupt KPI für den Aktionszeitraum.
  • Ein Wirkungsfenster von zwei Wochen nach Aktionsende.

Das Wirkungsfenster ist wichtig, weil manche Kunden die Aktion sehen, aber erst Tage später kaufen. Berichten Sie Aktionsergebnisse außerdem getrennt vom Quartalsziel. Kurz gesagt: Getrennte Zeilen für Saison und Aktionen machen Ihre Social Media Ziele fairer lesbar.

Wie oft sollten Sie Ihre Ziele aktualisieren?

Hauptziele setzen Sie in der Regel zu Quartalsbeginn und bewerten sie am Quartalsende. Monatsberichte verfolgen den Fortschritt, doch das Ziel ändern Sie nicht jeden Monat. Sonst springen Sie zum nächsten Ansatz, bevor Sie das Ergebnis des letzten sehen.

Dennoch erfordern manche Ereignisse eine Anpassung im laufenden Zeitraum. Eröffnet das Unternehmen etwa einen neuen Standort, ändert sein Sortiment oder erhöht das Werbebudget deutlich, aktualisieren Sie das Ziel. Notieren Sie die Änderung mit Datum und Begründung auf dem Zielblatt.

In der Praxis halten Sie in der letzten Woche jedes Quartals ein kurzes Bewertungsgespräch. Zuerst lesen Sie die Zahlen auf dem Zielblatt. Danach besprechen Sie, welche Tests funktioniert haben. Schließlich schreiben Sie die Ziele für das nächste Quartal mit derselben Vorlage. Somit übernimmt jeder Zeitraum die Erkenntnisse des vorigen.

Gibt es eine kurze Checkliste für Social Media Ziele?

Ja. Bevor Sie Ihr Zielblatt an die Geschäftsführung oder die Agentur schicken, haken Sie die folgende Liste ab. Fehlt ein Punkt, ist das Ziel noch nicht fertig.

  • Hängt jedes Social Media Ziel an einem Geschäftsziel?
  • Hat jedes Ziel genau einen Haupt KPI?
  • Steht die Formel des KPI schriftlich fest und bleibt sie jeden Monat gleich?
  • Haben Sie den Ausgangswert mit Zeitraum notiert?
  • Stehen Mindestziel, erwartetes und ambitioniertes Ziel getrennt da?
  • Sind Messrhythmus und Berichtstag klar?
  • Tragen Ihre Links UTM Parameter?
  • Hat Ihre Website eine definierte Conversion?
  • Stehen die Verantwortlichen mit Namen fest?
  • Steht der nächste Bewertungstermin fest?

Wiederholen Sie diese Liste zu jedem Quartalsbeginn, dann bleiben Ziele und Berichte miteinander verbunden.

Wann lohnt sich externe Unterstützung bei der Zielsetzung?

Externe Unterstützung lohnt sich, wenn Ihr internes Team Inhalte erstellt, aber keine Zeit für Messaufbau, Berichte und Zielsetzung hat. Betreuen Sie außerdem mehrere Plattformen und Anzeigen gleichzeitig, verlangt eine einheitliche Messung Fachwissen.

Wir, Talha Aslan und Team, beginnen Social Media Arbeit mit dem Zielblatt, bauen dann die Messung auf und planen erst danach die Inhalte. So dient jeder Beitrag einem Ziel, und jeder Bericht führt zu einem echten Gespräch. Wenn wir Ihre Konten nach diesem Ansatz betreuen sollen, fordern Sie auf unserer Seite zur Social Media Betreuung ein Angebot an.

Gehen Sie lieber selbst vor, geben Ihnen Tabelle, Vorlage und Checkliste dieses Leitfadens einen soliden Start. Entscheidend ist, dass Sie Social Media Ziele nicht einmal aufschreiben und vergessen. Lesen Sie sie stattdessen in jedem Zeitraum neu anhand der Daten.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele KPIs sollte ich für Social Media Ziele wählen?
Wählen Sie pro Ziel einen Haupt KPI und höchstens zwei Nebenkennzahlen. Mehr Werte überladen den Bericht und verdecken, welche Zahl Entscheidungen tatsächlich steuert. Lautet Ihr Ziel zum Beispiel Angebotsanfragen, kann der Haupt KPI die Zahl qualifizierter Anfragen sein. Linkklicks und begonnene Unterhaltungen liefern dann als Nebenkennzahlen den Kontext.
Kann die Followerzahl ein Ziel sein?
Ja, aber als alleiniger Haupt KPI reicht sie nicht. Die Followerzahl kann ein Bekanntheitsziel unterstützen. Für ein Unternehmen, das Umsatz oder Anfragen braucht, zeigt Followerwachstum jedoch keinen Geschäftsbeitrag. Gekaufte Follower verfälschen außerdem Ihre Daten und verstoßen gegen die Plattformregeln, deshalb sollten Sie diesen Weg nie gehen.
Nach welcher Zeit sollte ich Social Media Ziele bewerten?
Wir empfehlen, Hauptziele quartalsweise zu bewerten. Schnelle Kennzahlen wie Reichweite und Engagement beobachten Sie wöchentlich, Strategieentscheidungen treffen Sie dagegen monatlich oder quartalsweise. So ändern Sie den Plan nicht wegen einer gewöhnlichen Wochenschwankung, und jeder Ansatz erhält genug Zeit, um Ergebnisse zu zeigen.
Kann eine Agentur garantieren, dass wir unsere Ziele erreichen?
Nein. Eine seriöse Agentur kann keine Ergebnisse garantieren, die von Plattformalgorithmen abhängen. Zusagen kann sie die Leistung selbst: Anzahl der Beiträge, Antwortzeit, Berichte und Tests. Ergebnisziele gehören als gemeinsame Ziele in die Vereinbarung. Seien Sie bei Angeboten mit garantierten Followern oder Verkäufen vorsichtig und halten Sie diesen Unterschied im Vertrag fest.
Wie setze ich ein Ziel ohne Ausgangsdaten?
Nutzen Sie bei einem neuen Konto die ersten ein bis zwei Monate als Messphase. In dieser Zeit veröffentlichen Sie Inhalte, versehen Ihre Links mit UTM Parametern und notieren die Daten. Am Ende dieser Phase haben Sie Ihren Ausgangswert. Daraus leiten Sie dann Mindestziel, erwartetes und ambitioniertes Ziel ab, statt einfach zu raten.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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