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Restaurant App oder QR Menü: Was lohnt sich wirklich?

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Restaurant App oder QR Menü: Was ist sinnvoller?

Eine Restaurant App ist Ihre eigene Software, die Gäste auf dem Smartphone installieren, um nachzubestellen, Treuepunkte zu sammeln und Angebote zu erhalten. Ein QR Menü ist dagegen eine Webseite, die sich nach dem Scannen des Tischcodes im Browser öffnet. Für die meisten Betriebe gilt: zuerst QR Menü und Webbestellung, danach die App.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

In diesem Leitfaden stellen wir beide Optionen nebeneinander. Als Talha Aslan und Team arbeiten wir mit Restaurants, Cafés und Lieferküchen, und eine Frage hören wir immer wieder: „Brauchen wir eine App, oder reicht ein QR Menü?“ Die ehrliche Antwort hängt von Ihrer Größe ab, davon, wie oft Gäste wiederkommen, und davon, ob Ihr Team die laufende Pflege übernehmen kann. Es gibt also keine einzige richtige Antwort. Allerdings gibt es einen klaren Weg zur Entscheidung.

Zunächst erklären wir, was beide Werkzeuge tatsächlich leisten. Danach geht es um Store Regeln, Kostentreiber, Beispielszenarien und eine Entscheidungstabelle. Am Ende finden Sie eine Checkliste, die Ihnen zeigt, welcher Schritt jetzt zu Ihrem Betrieb passt.

Was leistet ein QR Menü, und wo liegen seine Grenzen?

Ein QR Menü ist die digitale Fassung Ihrer gedruckten Speisekarte. Der Gast richtet die Kamera auf den Code am Tisch, die Karte öffnet sich im Browser, und nichts muss heruntergeladen werden. Deshalb ist die Hürde beim ersten Kontakt fast null. Ändern sich Preise, sparen Sie sich außerdem den Neudruck; Sie passen einfach den Wert in Ihrer Verwaltung an.

Stark ist ein QR Menü vor allem in diesen Bereichen:

  • Die Karte sofort aktualisieren und ausverkaufte Gerichte ausblenden.
  • Internationalen Gästen die Karte in einer anderen Sprache zeigen.
  • Mit Fotos und Zutatenangaben die Auswahl beschleunigen.
  • Druckkosten und Verschleiß gedruckter Karten senken.

Allerdings sind die Grenzen ebenso klar. Steht der Gast vom Tisch auf, reißt die Verbindung ab, und auf seinem Smartphone bleibt nichts zurück, das an Sie erinnert. Zudem erkennt ein QR Menü keine Stammgäste, sammelt keine Punkte und misst keine Wiederkehr. Anders gesagt: Es verbessert das Erlebnis im Gastraum, bringt den Gast aber nicht zum nächsten Besuch. Falls Gäste Ihre Codes nicht scannen können, lesen Sie unseren Beitrag dazu, warum ein QR Code nicht erkannt wird.

Was kann eine eigene Restaurant App leisten?

Eine eigene Restaurant App bekommt einen festen Platz auf dem Smartphone des Gastes. Solange Ihr Symbol auf dem Startbildschirm liegt, bleibt Ihre Marke täglich sichtbar. Außerdem kennt die App den Kunden: seine letzte Bestellung, seine Adresse, sein Lieblingsgericht und seine gesammelten Punkte.

In Restaurant Apps schaffen meist diese Funktionen den größten Nutzen:

  • Nachbestellen mit einem Tipp, also ein Knopf für „die letzte Bestellung noch einmal“.
  • Punkte, eine digitale Stempelkarte oder ein Stufenprogramm.
  • Eine Abholnachricht, sobald die Bestellung bereitsteht.
  • Aktionen pro Standort und Angebote nach Tageszeit.
  • Reservierungen und eine Warteliste für Tische.

Andererseits ist der Download die größte Hürde. Ein Gast, der nur einmal bei Ihnen isst, installiert keine App. Die App ist also kein Werkzeug für den ersten Besuch. Stattdessen dient sie dem zweiten, dritten und zehnten Besuch. Wenn Sie das von Anfang an so sehen, wissen Sie auch genauer, wohin Ihr Budget fließen sollte.

Entscheidungstabelle: QR Menü, Webbestellung und App im Vergleich

Die folgende Tabelle vergleicht die drei Optionen nach denselben Kriterien. Sie bildet einen allgemeinen Rahmen aus unserer Praxis ab; die Gewichtung kann sich für Ihren Betrieb verschieben.

KriteriumQR MenüBestellseite im WebEigene Restaurant App
Hürde bei der ersten NutzungSehr gering, kein DownloadGering, ein Link genügtHoch, Download aus dem Store nötig
Kunden wiedererkennenKaumTeilweise, mit KundenkontoStark, Konto und Bestellhistorie
Einfaches NachbestellenSchwachMittelStark, ein Tipp
Gäste per Nachricht zurückholenNeinBegrenztStark, nach Einwilligung
Zeit bis zum StartKurzMittelLang, inklusive Store Prüfung
PflegeaufwandKartenpflegeWebsite und ZahlungsabwicklungZwei Plattformen, Versionen und Store Regeln
Passt am besten zuGastraum, touristische LagenWachsendem LiefergeschäftVielen Stammgästen, mehreren Filialen

Das Ergebnis ist einfach. Das QR Menü stärkt den Gastraum, die Webbestellung das Liefergeschäft und die App die Kundenbindung. Kurz gesagt: Die drei sind keine Konkurrenten, sondern Schichten, die Sie in der richtigen Reihenfolge aufbauen.

Ab welcher Größe lohnt sich eine Restaurant App?

Eine Restaurant App lohnt sich, wenn ein großer Teil Ihrer Kunden wiederkommt. Denken Sie an die Büroangestellte, die mehrmals pro Woche Kaffee holt, an die Familie, die jeden Freitag Pizza bestellt, oder an das Team, das sein Mittagessen immer am selben Ort kauft. Genau diese Menschen sind das eigentliche Publikum einer App. Für einen Betrieb in touristischer Lage mit überwiegend einmaligen Gästen rechnet sich eine App dagegen selten.

Stellen Sie sich vor der Entscheidung diese Fragen:

  1. Wie viele Ihrer Kunden kennen Sie mit Namen oder vom Sehen?
  2. Wächst der Anteil des Liefergeschäfts an Ihrem Umsatz?
  3. Betreiben Sie mehrere Filialen, oder planen Sie eine weitere?
  4. Gibt es jemanden, der Aktionen und das Treueprogramm jede Woche betreut?
  5. Können Sie ein Budget für regelmäßige Updates einplanen?

Beantworten Sie die meisten Fragen mit Ja, verdient eine App einen ernsthaften Blick. Lautet die Antwort meist Nein, stärken Sie zuerst QR Menü und Webbestellung. Wir entwickeln Ihre App und bringen sie für Sie in den App Store und zu Google Play. Trotzdem raten wir niemandem zu einer App, bevor die Entscheidung klar ist. Sobald Sie bereit sind, fordern Sie über unsere App Entwicklung ein Angebot für Ihren Umfang an.

Wie rechtfertigen Nachbestellungen und Treue eine App?

Die Wirtschaftlichkeit einer Restaurant App beruht auf wiederkehrenden Bestellungen. Um neue Kunden zu gewinnen, zahlen Sie laufend für Anzeigen, Sichtbarkeit auf Plattformen und Rabatte. Einen bestehenden Kunden zurückzuholen ist dagegen oft günstiger, denn er kennt Sie bereits und mag Ihr Essen.

Nehmen Sie zum Beispiel ein Café. Eine Stempelkarte aus Papier geht verloren, bleibt zu Hause oder gerät in Vergessenheit. Der digitale Stempel in der App aktualisiert sich dagegen bei jeder Bestellung von selbst. Zudem erinnert eine Nachricht wie „noch zwei Stempel“ genau im richtigen Moment. Somit ist das Treueprogramm keine einmalige Aktion mehr, sondern eine Gewohnheit.

Die Gestaltung des Treueprogramms ist ein eigenes Thema. Punkte oder Stempel, Stufen oder Rabatte: Das behandeln wir ausführlich in unserem Leitfaden, wie Sie eine Kundenbindungs App aufbauen. Wichtig ist hier nur eines. Eine Restaurant App ohne Treueprogramm bleibt oft eine reine Menü App. Und für eine Speisekarte genügt ein QR Code.

Sinkt die Abhängigkeit von Lieferplattformen durch eine App?

Teilweise ja, aber sie verschwindet nicht. Lieferplattformen sind stark darin, neue Kunden zu finden; sie bieten Suche, Ranglisten und Aktionen. Im Gegenzug verlangen sie pro Bestellung eine Provision, und die Kundendaten bleiben größtenteils bei ihnen. Die Provision hängt von Plattform und Vertrag ab, daher prüfen Sie den aktuellen Wert in Ihrem eigenen Vertrag.

Ihre App hat hier eine klare Aufgabe: Sie holt Plattformkunden mit der Zeit in Ihren direkten Kanal. Konkret können Sie jeder Lieferung eine kleine Karte beilegen, etwa mit dem Satz „Bestellen Sie das nächste Mal über unsere App, dann gibt es eine Kleinigkeit gratis dazu.“ So gewinnen Sie neue Kunden über die Plattform und halten Stammgäste im eigenen Kanal.

Trotzdem lohnt sich ein realistischer Blick. Plattformen ganz zu verlassen ist für die meisten Betriebe riskant, weil von dort die neue Nachfrage kommt. Das richtige Ziel ist weniger Abhängigkeit, nicht der Abschied von der Plattform. Bedenken Sie außerdem: Im direkten Kanal übernehmen Sie Zahlung, Kuriere und Kundenservice selbst. Das bedeutet echten operativen Aufwand.

Wie wirken sich Store Regeln auf eine Restaurant App aus?

App Stores prüfen jede App vor der Veröffentlichung, und einige Regeln sind für Restaurants besonders wichtig. Apples App Store Review Guidelines verlangen im Abschnitt zur Mindestfunktionalität, dass eine App Funktionen, Inhalte und eine Oberfläche bietet, die über eine neu verpackte Website hinausgehen.

Dieselben Richtlinien enthalten drei weitere Punkte, die Restaurants kennen sollten:

  • Apple kann Apps ablehnen, die aus einer kommerziellen Vorlage oder einem App Generator stammen, sofern nicht der Anbieter der Inhalte sie selbst einreicht. Deshalb zählt, dass die App aus Ihrem eigenen Entwicklerkonto erscheint.
  • Für physische Waren oder Dienstleistungen, die außerhalb der App genutzt werden, brauchen Sie andere Zahlungswege als den Kauf innerhalb der App, etwa Apple Pay oder die klassische Karteneingabe. Essensbestellungen gehören in diese Gruppe.
  • Erlaubt Ihre App das Anlegen eines Kontos, müssen Sie auch das Löschen des Kontos direkt in der App anbieten.

Google folgt einer ähnlichen Logik. Die Google Play Zahlungsrichtlinie legt fest, dass Entwickler das Abrechnungssystem von Google Play nicht für physische Waren und physische Dienstleistungen wie Essenslieferungen nutzen dürfen. Die Löschpflicht erklären wir genauer in unserem Beitrag über Apples Pflicht zur Kontolöschung.

Warum ist eine Website in einer App Hülle riskant?

Manche Betriebe wollen Geld sparen und packen ihre bestehende Website in eine App Hülle, die sie dann an die Stores schicken. Auf dem Papier wirkt das machbar, doch dieser Weg birgt zwei Risiken. Erstens kann die Store Prüfung die App wegen fehlender Mindestfunktionalität ablehnen. Zweitens sehen Kunden beim Öffnen nichts anderes als auf der Website, also haben sie keinen Grund, die App zu behalten.

Eine App lohnt sich für den Nutzer erst dann, wenn sie Gerät und Bestellhistorie nutzt. Zum Beispiel fühlen sich eine gespeicherte Adresse, Nachbestellen mit einem Tipp, eine Abholnachricht und eine Punktekarte im Stil einer Wallet anders an als eine Website. Fehlen diese Funktionen, wirkt eine Hüllen App in der Prüfung schwach und auf dem Smartphone des Kunden ebenso.

Deshalb ist bei knappem Budget eine gute Bestellseite im Web ehrlicher und wirksamer als eine Schein App. Beide Wege vergleichen wir ausführlich in unserem Beitrag Mobile App oder Progressive Web App.

Wie holen Sie das Beste aus einem QR Menü heraus?

Schon vor einer App können Sie Ihr QR Menü als Ausgangspunkt für Daten und Kundenbindung nutzen. Entscheidend ist, die Karte nicht als PDF hochzuladen. Denn ein PDF zwingt Gäste zum Zoomen, lädt langsam und lässt sich nur mühsam aktualisieren.

Gehen Sie für ein starkes QR Menü so vor:

  1. Bauen Sie die Karte als mobilfreundliche Webseite statt als PDF.
  2. Drucken Sie den Code groß genug, auf matter Fläche und mit starkem Kontrast.
  3. Erstellen Sie pro Tisch einen eigenen Code und beobachten Sie, welcher Bereich am meisten bestellt.
  4. Ergänzen Sie unter der Karte einen Link zur Lieferbestellung und eine Anmeldung zum Treueprogramm.
  5. Übernehmen Sie Preis und Bestandsänderungen noch am selben Tag.

Ihre Codes erstellen Sie zum Beispiel mit unserem QR Code Generator. Achten Sie allerdings darauf, dass die Zieladresse stabil bleibt. Ändert sich die Adresse, müssen Sie jeden gedruckten Code ersetzen. Daher ist eine feste Menüadresse auf Ihrer eigenen Domain die sicherste Wahl.

Kann eine Bestellseite im Web ein Zwischenschritt sein?

Ja, für die meisten Restaurants ist das sogar der klügste Zwischenschritt. Eine Bestellseite auf Ihrer eigenen Domain bringt Ihnen direkte Bestellungen ohne die Hürde eines Downloads. Der Kunde tippt auf den Link, sieht die Karte, füllt den Warenkorb und bezahlt.

Der größte Vorteil der Webbestellung ist Tempo. Es gibt keine Store Prüfung, Änderungen gehen sofort online, und eine Codebasis genügt. Zudem können Sie dieselbe Seite in Ihrem Instagram Profil, in WhatsApp Nachrichten und in Ihrem Google Unternehmensprofil verlinken. So landen Bestellungen aus allen Kanälen an einem Ort.

Andererseits hat auch die Webbestellung Grenzen. Ein festes Symbol auf dem Startbildschirm, starke Benachrichtigungen und Gerätefunktionen wirken in einer App besser. Die Webbestellung ersetzt die App also weniger, sondern bereitet sie vor. Falls Sie eine durchdachte Website für Ihren Betrieb suchen, sehen Sie sich unsere Seite zur Website für Restaurants an. Die Daten Ihrer Webbestellung zeigen Ihnen außerdem, mit welchen Funktionen die App starten sollte.

Welche Funktionen gehören in die erste Version einer Restaurant App?

Das Ziel der ersten Version ist nicht, alles zu können. Sie soll vor allem das Nachbestellen mühelos machen. Eine App mit zu vielen Funktionen startet spät und lässt sich schwer pflegen. Deshalb empfehlen wir, die erste Version schmal, aber fehlerfrei zu halten.

Diese Kernliste empfehlen wir für die erste Version:

  • Eine aktuelle Karte mit Fotos und Bestandsanzeige.
  • Abholung und Lieferung mit gespeicherten Adressen.
  • Sichere Zahlung per Karte oder digitaler Wallet.
  • Bestellstatus und eine Abholnachricht.
  • Ein einfaches Punkte oder Stempelsystem.
  • Kontoanlage, Anmeldung und Kontolöschung direkt in der App.

Reservierungen, das Rufen der Bedienung, Bezahlen am Tisch und persönliche Empfehlungen können Sie auf die zweite Version verschieben. So erreicht die erste Version schnell die Stores, und echte Nutzung zeigt Ihnen, welche Funktionen Gäste wirklich wollen. Was Nutzer in den ersten Wochen tun und was sie nie öffnen, nimmt Ihnen die Entscheidung über die zweite Version ab.

Was bestimmt Kosten und Pflege einer Restaurant App?

Preise nennen wir in diesem Beitrag nicht, denn die Kosten hängen direkt vom Umfang ab und unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb. Trotzdem hilft es, die Kostentreiber zu kennen, damit Sie Angebote fair vergleichen können.

Die wichtigsten Kostentreiber sind:

  • Entwicklung für iOS und Android, also eine gemeinsame Codebasis oder zwei getrennte Apps.
  • Anbindungen an Kassensystem, Warenwirtschaft und Lieferdienste.
  • Zahlungsabwicklung und Sicherheitsanforderungen.
  • Ein Verwaltungsbereich für Karte, Aktionen und Treueprogramm.
  • Entwicklerkonten in den Stores und deren jährliche Verlängerung.
  • Server, ein Dienst für Benachrichtigungen und regelmäßige Updates.

Unterschätzen Sie die Pflege nicht. Betriebssysteme und Store Regeln ändern sich regelmäßig, und eine App ohne Updates kann mit der Zeit inkompatibel sein. Daher fragen Sie bei Angeboten nicht nur nach der Erstentwicklung, sondern auch nach dem jährlichen Pflegeumfang. Alle Kostentreiber erklären wir in unserem Beitrag, was die Kosten der App Entwicklung bestimmt.

Wie sollten Restaurants Pushnachrichten einsetzen?

Benachrichtigungen sind das stärkste Werkzeug einer Restaurant App und zugleich das, was sich am schnellsten abnutzt. Gut eingesetzt erinnern sie Kunden genau zur Mittagspause oder zum Abendessen. Schlecht eingesetzt schalten Nutzer sie ab oder löschen sogar die App.

Für Restaurants funktionieren meist diese Nachrichten: der Hinweis, dass die Bestellung bereitsteht, die Erinnerung kurz vor einer Prämie, ein Angebot an dem Wochentag, an dem die Person sonst bestellt, und die Eröffnung einer neuen Filiale. Dagegen verliert derselbe Rabatt, täglich angekündigt, schnell seine Wirkung.

Auch der Zeitpunkt der Erlaubnisanfrage zählt. Statt beim ersten Start zu fragen, fragen Sie besser nach der ersten Bestellung: „Sollen wir Ihnen Bescheid geben, wenn Ihre Bestellung fertig ist?“ Diese Frage ergibt für den Kunden viel mehr Sinn. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag, wann Sie um Erlaubnis für Pushnachrichten bitten sollten. Kurz gesagt: Eine Nachricht stärkt die Bindung, solange sie dem Kunden nützt; sonst ist sie Lärm.

Wo passt der Bestelllink im Google Unternehmensprofil hinein?

Viele Gäste finden Restaurants über die Google Suche oder Google Maps. Deshalb ist die Verbindung Ihres Bestellkanals mit dem Google Unternehmensprofil das erste Schaufenster für App oder Webbestellung. Googles Hilfeseite zu den Optionen für Onlinebestellungen erklärt, dass Unternehmen eigene Bestelllinks hinzufügen können, die sie selbst steuern, und einen bevorzugten Anbieter getrennt für Abholung und Lieferung festlegen können.

Diese Einstellung ist einer der einfachsten Wege, den eigenen Kanal nach vorn zu holen. Legen Sie zum Beispiel Ihre eigene Bestellseite als bevorzugt fest, sehen Kunden aus der Suche zuerst Ihren Kanal. Allerdings kann sich je nach Region unterscheiden, wo und wie diese Optionen erscheinen; prüfen Sie daher die aktuellen Schritte auf der Hilfeseite.

Haben Sie eine App, können Sie in der Profilbeschreibung und in Beiträgen ebenfalls darauf hinweisen. Für den ersten Kontakt ist der Link zur Webbestellung trotzdem die bequemere Option, weil der Kunde in diesem Moment vielleicht keine App laden möchte.

Beispielszenario: Was sollte ein Café mit einem Standort tun?

Beispielszenario: Stellen Sie sich ein Café im Wohnviertel mit einem einzigen Standort vor, das morgens Kaffee und mittags Sandwiches verkauft. Die meisten Kunden kommen aus Büros und Wohnungen in der Nähe, viele schauen mehrmals pro Woche vorbei. Es gibt auch Lieferbestellungen, doch sie machen nur einen kleinen Teil aus.

Für dieses Café empfehlen wir ein Vorgehen in Stufen. Zunächst stellt es ein QR Menü auf Tische und Theke und pflegt die Karte auf einer mobilfreundlichen Seite. Danach ergänzt es auf derselben Seite Vorbestellung zur Abholung und eine einfache digitale Stempelkarte. So bestellen Kunden, ohne anzustehen, und ihre Stempel sammeln sich von selbst.

Nach einigen Monaten sprechen die Daten. Wachsen die Abholbestellungen stetig und bilden die Nutzer der Stempelkarte eine klare Gemeinschaft, rückt eine App auf die Tagesordnung. Dann beruht die App auf echtem Verhalten statt auf Vermutungen. Finden die meisten Bestellungen dagegen weiter im Gastraum statt, reichen QR Menü und Webbestellung diesem Café womöglich völlig aus.

Beispielszenario: Was sollte eine Restaurantgruppe mit mehreren Filialen tun?

Beispielszenario: Stellen Sie sich eine Restaurantgruppe mit mehreren Filialen in einer Stadt und einem starken Liefergeschäft vor. Ein großer Teil der Bestellungen kommt über Plattformen, und die meisten Kundendaten bleiben dort. Die Geschäftsführung möchte Aktionen pro Filiale steuern.

In dieser Größe stärkt eine eigene App die Gruppe auf mehreren Wegen. Erstens bindet ein Treueprogramm, das in allen Filialen gilt, Kunden an die Marke; die Punkte wachsen, egal wo jemand bestellt. Zweitens kann die Gruppe Aktionen nach Standort und Tageszeit senden. Drittens bleiben bei direkten Bestellungen die Kundendaten im eigenen Haus.

Allerdings wächst in diesem Szenario der Aufwand für Anbindungen. Kassensystem, Warenwirtschaft, Kuriersteuerung und Buchhaltung müssen mit der App zusammenspielen. Deshalb sollte eine Restaurantgruppe ihr App Projekt nicht als Menü App sehen. Stattdessen ist die App das digitale Rückgrat des Betriebs. Eine Gruppe, die mit diesem Rahmen plant, zieht echten Nutzen aus ihrer App.

Welche Punkte sollten Sie vor dem Schritt zur App prüfen?

Gehen Sie vor der Entscheidung die folgende Checkliste mit Ihrem Team durch. Für jeden Punkt sollten Sie eine klare Antwort haben.

  1. Kennen Sie ungefähr den Umsatzanteil wiederkehrender Kunden?
  2. Haben Sie ein QR Menü und eine Bestellseite auf Ihrer eigenen Domain?
  3. Haben Sie das Treueprogramm schriftlich festgehalten, also Prämie und Regeln?
  4. Sind Sie bereit, die App aus Ihren eigenen Entwicklerkonten bei Apple und Google zu veröffentlichen?
  5. Unterstützt Ihre Zahlungsabwicklung den Verkauf physischer Waren?
  6. Wissen Sie, ob Ihr Kassensystem Schnittstellen anbietet?
  7. Gibt es einen Plan, die App am Tisch, in Liefertüten und in sozialen Medien zu bewerben?
  8. Haben Sie ein jährliches Budget für Pflege und Updates eingeplant?

Sind einige Punkte noch offen, ist das kein Problem. Die Lücken zeigen Ihnen, was zuerst zu tun ist. Fehlt zum Beispiel das Treuekonzept, skizzieren Sie es zuerst auf Papier. Sind die Schnittstellen unklar, sprechen Sie mit dem Anbieter Ihres Kassensystems.

Sollten Sie Bestellen und Bezahlen am Tisch ergänzen?

Der nächste Schritt nach dem QR Menü ist Bestellen und Bezahlen am Tisch. Der Gast sieht die Karte, bestellt über das Smartphone und begleicht die Rechnung, ohne auf die Bedienung zu warten. In Stoßzeiten entlastet dieser Ablauf Ihr Personal, weil Bestellaufnahme und Abrechnung schneller gehen.

Bevor Sie das einführen, denken Sie allerdings an Ihre Servicekultur. Manche Gäste sprechen gern mit der Bedienung, lassen sich beraten und schätzen einen herzlichen Empfang. Fällt all das durch die Tischbestellung weg, kann die Zufriedenheit sinken. Daher erzielen die meisten Restaurants das beste Ergebnis, wenn die Tischbestellung freiwillig bleibt.

Technisch funktioniert die Tischbestellung nur, wenn sie mit Ihrem Kassensystem spricht. Die Bestellung muss gleichzeitig in Küche und Kasse ankommen, und die Tischnummer muss stimmen. Somit senkt ein Test im Web zuerst sowohl das Risiko als auch die Kosten.

An welchen Kennzahlen erkennen Sie, ob die App funktioniert?

Nach dem Start ist die Zahl der Downloads ein irreführender Maßstab. Ein Nutzer, der die App installiert und nie bestellt, bringt dem Betrieb nichts. Deshalb empfehlen wir aussagekräftigere Kennzahlen.

  • App Bestellungen als Anteil an allen Bestellungen.
  • Wiederbestellquote, also Nutzer, die nach der ersten Bestellung erneut bestellen.
  • Anmeldungen zum Treueprogramm und eingelöste Prämien.
  • Anteil der Nutzer mit Einwilligung für Nachrichten sowie Bestellungen nach einer Nachricht.
  • Kunden, die von Plattformen zur App wechseln.

Verfolgen Sie diese Kennzahlen monatlich, sehen Sie, ob sich die App wirklich rechnet. Ist zum Beispiel die Wiederbestellquote niedrig, liegt das Problem meist beim ersten Erlebnis; vielleicht dauert der Bezahlvorgang zu lange, oder die Lieferung erfüllt die Erwartung nicht. Kurz gesagt: Messung macht aus der App einen Wachstumshebel statt eines Kostenpostens.

Wie bringen Sie Kunden dazu, die App zu laden?

Die App zu veröffentlichen ist allerdings nur die halbe Arbeit. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, Kunden zur Installation zu bewegen. Am stärksten sind dabei die Kontaktpunkte, die Sie bereits haben. Neben den QR Code am Tisch passt ein Hinweis wie „App laden, bei der ersten Bestellung gibt es eine Überraschung“. Eine kleine Karte in jeder Liefertüte wirkt ebenso. Schließlich kann Ihr Personal an der Kasse kurz daran erinnern.

Machen Sie den Grund für den Download konkret. „Laden Sie unsere App“ reicht nicht. Sagen Sie stattdessen etwa „vorbestellen und nicht anstehen“ oder „jeder fünfte Kaffee geht auf uns“. Wissen Kunden, warum sie die App installiert haben, behalten sie sie eher.

Auch der Eintrag im Store zählt. Name, Screenshots und Beschreibung prägen die Entscheidung zum Download. Gestalten Sie die Store Seite deshalb wie ein Schaufenster. Kurz gesagt: Eine App ohne Startplan wartet still im Store, während eine App mit Plan schon in der ersten Woche einen treuen Kern gewinnt.

Wie arbeiten wir an einem Restaurant App Projekt?

Bei einem Restaurant App Projekt klären wir zuerst, ob der Betrieb wirklich bereit für eine App ist. Ist er es nicht, sagen wir das offen und empfehlen den Start mit QR Menü und Webbestellung. Ist er es, legen wir den Umfang gemeinsam fest: welche Funktionen in die erste Version gehören, welche Anbindungen nötig sind und wie das Treueprogramm funktioniert.

Danach läuft der Prozess so ab:

  1. Wir dokumentieren Umfang und Bildschirmabläufe.
  2. Anschließend gestalten wir die Oberfläche und legen sie Ihnen zur Freigabe vor.
  3. Unser Team entwickelt und testet die Versionen für iOS und Android.
  4. Dann prüfen wir die Einhaltung der Store Regeln und veröffentlichen aus Ihren eigenen Entwicklerkonten.
  5. Nach dem Start übernehmen wir Pflege und Updates.

Kurz gesagt: Wir entwickeln Ihre App und bringen sie in die Stores, damit Sie sich auf Ihr Restaurant konzentrieren können. Um Ihren Umfang zu teilen und ein Angebot anzufordern, erreichen Sie uns über unsere Seite zur App Entwicklung. Eine Freigabe im Store ist bei keiner App garantiert. Trotzdem senken wir das Risiko einer Ablehnung, weil wir die Regeln von Anfang an beachten.

Fazit: Welche Option zahlt sich wirklich aus?

Es zahlt sich die Option aus, die zu Ihrer aktuellen Phase passt. Für einen Betrieb mit Schwerpunkt Gastraum und überwiegend einmaligen Gästen ist das QR Menü die effizienteste Investition. Wächst das Liefergeschäft, dann ist eine eigene Bestellseite im Web der erste Schritt weg von der Plattformabhängigkeit. Gibt es viele Stammgäste, ein Team für das Treueprogramm und Kapazität für die Pflege, ist die eigene App der dauerhafteste Kanal.

Zudem bauen diese drei Schritte aufeinander auf. Gewohnheiten aus dem QR Menü stärken die Webbestellung, und Daten aus der Webbestellung bereiten die App vor. Ein Restaurant, das dieser Reihenfolge folgt, baut seine App auf Belegen statt auf Vermutungen. Die bessere Frage lautet also nicht „App oder QR Menü?“, sondern „Auf welcher Stufe stehe ich gerade?“

Ein letzter Hinweis: Sehen Sie eine Restaurant App nicht als reine Technikentscheidung. Die App ist Teil eines Systems, in dem Karte, Service, Lieferbetrieb und Treuekonzept zusammenspielen. Passen diese Teile, ergibt die App von selbst Sinn. Passen sie nicht, holt selbst das beste Design keine Kunden zurück.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Restaurant App oder ein QR Menü günstiger?
Ein QR Menü ist in Aufbau und Pflege deutlich schlanker, denn es braucht keinen Download, keine Store Prüfung und keine zweite Plattform. Eine eigene App erfordert dagegen Entwicklung, Anbindungen, Entwicklerkonten und regelmäßige Updates. Deshalb lohnt sich eine App nur, wenn wiederkehrende Bestellungen sie mit der Zeit zurückzahlen. Die konkrete Summe hängt von Ihrem Umfang ab.
Reicht ein QR Menü für ein Treueprogramm aus?
Für den Anfang reicht es teilweise. Unter dem QR Menü können Sie eine Anmeldung zum Treueprogramm und einen Link zur Webbestellung ergänzen und so Kunden kennenlernen. Erinnerungen, Nachbestellen mit einem Tipp und eine Punktekarte direkt auf dem Smartphone funktionieren in einer App allerdings viel besser. Mit wachsender Zahl an Stammgästen lohnt sich die App mehr.
Muss eine Bestell App den Kauf innerhalb der App nutzen?
Nein, es gilt das Gegenteil. Apples Richtlinien verlangen für physische Waren und Dienstleistungen, die außerhalb der App genutzt werden, andere Zahlungswege als den Kauf innerhalb der App, etwa Apple Pay oder Karteneingabe. Auch die Zahlungsrichtlinie von Google Play schließt das eigene Abrechnungssystem für Essenslieferungen aus. Prüfen Sie den aktuellen Wortlaut auf den offiziellen Seiten.
Kann eine Restaurant App aus einer Vorlage Probleme machen?
Ja, das kann passieren. Apple behält sich vor, Apps aus kommerziellen Vorlagen oder App Generatoren abzulehnen, wenn nicht der Anbieter der Inhalte sie selbst einreicht. Zudem riskieren Apps, die wie eine neu verpackte Website wirken, eine Ablehnung wegen fehlender Mindestfunktionalität. Deshalb sollte die App aus Ihrem eigenen Konto kommen und echte Funktionen bieten.
Kann ich Lieferplattformen verlassen und nur noch meine App nutzen?
Für die meisten Restaurants ist das riskant, weil ein großer Teil der Neukunden über Plattformen kommt. Realistischer ist es, Plattformkunden mit der Zeit in den eigenen Kanal zu holen. Beilagen in der Liefertüte, ein Angebot zur ersten Bestellung und Treuepunkte helfen dabei. Im direkten Kanal liegen Zahlung, Kuriere und Support dann allerdings bei Ihnen.
Wann sollte ein Restaurant eine eigene App entwickeln lassen?
Der richtige Zeitpunkt ist da, wenn Stammgäste einen deutlichen Teil des Umsatzes ausmachen, das Liefergeschäft wächst und jemand im Team das Treueprogramm betreuen kann. Bis dahin empfehlen wir den Start mit QR Menü und eigener Bestellseite im Web. So treffen Sie die Entscheidung für die App auf Basis echter Daten statt nach Gefühl.
  • Restaurant App
  • QR Menü
  • Treueprogramm Gastronomie
  • Onlinebestellung
  • Lieferdienst
  • App Entwicklung
  • Café App
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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