Performance Max Kampagne für Onlineshops einrichten: Strategien für mehr Umsatz

Wie richten Sie eine Performance Max Kampagne für Ihren Onlineshop ein?
Eine Performance Max Kampagne ist ein Google Ads Kampagnentyp, der Ihren Merchant Center Feed mit einem einzigen Budget in Anzeigen verwandelt. Die Anzeigen laufen dann in der Google Suche (inklusive Shopping), auf YouTube, im Displaynetzwerk, in Discover, Gmail und Maps. Für Onlineshops richten Sie sie über saubere Feeddaten, echte Bestellwerte, Margenstufen und wertbasierte Gebote ein.
Diese Frage höre ich in fast jedem Erstgespräch mit Onlinehändlern. Meist läuft die Kampagne bereits, und das Problem ist eine Struktur, die Klicks statt profitabler Bestellungen einkauft. Deshalb erkläre ich hier keine allgemeine Google Ads Theorie. Stattdessen gehe ich die Performance Max Kampagne Einstellung für Einstellung durch, mit den Strategien, die den Umsatz tatsächlich bewegen.
Den allgemeinen Umfang einer Betreuung beschreibe ich im Beitrag welche Leistungen eine Google Ads Betreuung umfasst. Die technischen Grundlagen des Shops behandelt meine Checkliste für den Start eines Onlineshops. Hier geht es also nur um eines: PMax von der Blackbox zu einem System zu machen, das Sie lesen können.
Alle Angaben stützen sich auf die offiziellen Hilfeseiten von Google und auf die Neuerungen der Jahre 2025 und 2026. Die Menünamen folgen zudem der deutschen Oberfläche von Google Ads. Sehen Sie in Ihrem Konto kleine Abweichungen, liegt das meist daran, dass Google Funktionen schrittweise ausrollt.
Wie unterscheidet sich eine Performance Max Kampagne von Standard Shopping?
Im Kern tauschen Sie Kontrolle gegen Reichweite. In Standard Shopping steuern Sie zum Beispiel Gebote je Produktgruppe, die Kampagnenpriorität und die Suchbegriffe selbst. Die Anzeigen erscheinen dann vor allem in der Google Suche und auf den Shopping Flächen. Eine Performance Max Kampagne bringt denselben Feed dagegen auch auf YouTube, ins Displaynetzwerk, in Discover und Gmail. Zudem überlässt sie jede Gebotsentscheidung der Google KI.
Ein aktuelles Detail ist wichtig. Laut Google Ads Hilfe entscheidet heute der Anzeigenrang, welche Kampagne zum Zug kommt. Das gilt immer dann, wenn PMax und Standard Shopping im selben Konto dieselben Produkte bewerben. PMax erhält also keinen automatischen Vorrang mehr. Deshalb ist ein Parallelbetrieb heute ein deutlich faireres Testfeld als früher.
| Kriterium | Performance Max | Standard Shopping |
|---|---|---|
| Inventar | Suche, Shopping, YouTube, Displaynetzwerk, Discover, Gmail, Maps | Vor allem Google Suche und Shopping Flächen |
| Gebote | Nur automatisch: Conversions oder Conversionwert | Manueller CPC oder Smart Bidding |
| Suchbegriffe | Suchbegriffsbericht seit 2025 | Vollständiger Suchbegriffsbericht |
| Auszuschließende Keywords | Auf Kampagnenebene, bis zu 10.000 je Kampagne | Auf Ebene von Kampagne und Anzeigengruppe |
| Kampagnenpriorität | Keine, der Anzeigenrang entscheidet | Niedrig, mittel oder hoch |
| Kreativbedarf | Text, Bild und Video Assets empfohlen | Der Feed allein genügt |
| Passt gut bei | Genug Conversions und sauberem Tracking | Enger Kontrolle, kleinem Budget, kontrollierten Tests |
Was muss vor dem Start bereitstehen?
PMax kann nur so gut sein wie die Signale, die Sie liefern. Arbeiten Sie deshalb vor dem Start diese Liste ab.
- Ihr Merchant Center Konto ist mit Google Ads verknüpft, und die meisten Produkte sind freigegeben.
- Ihre Conversion für Käufe übermittelt den tatsächlichen Warenkorbwert als dynamischen Wert; ein fester Wert pro Verkauf führt die Gebote in die Irre.
- Versand und Rückgabebedingungen sind im Merchant Center vollständig hinterlegt.
- Ihre Kundenliste steht außerdem für das Ziel Neukundengewinnung bereit.
- Sie kennen die Bruttomarge je Produkt; sonst setzen Sie den Ziel ROAS nach Gefühl.
Außerdem empfehle ich erweiterte Conversions. Diese Funktion übermittelt eigene Daten wie die E-Mail Adresse aus dem Checkout gehasht an Google. Somit schließt sie einen Teil der Messlücke, die fehlende Cookies hinterlassen. Für Nutzer im EWR brauchen Sie zudem eine saubere Einwilligungslösung, zum Beispiel über den Consent Mode.
Am häufigsten übersehen Händler die Genauigkeit des Bestellwerts. Prüfen Sie zum Beispiel, ob Versand und Steuer im Wert stecken und ob Stornierungen wieder herausfallen. Sonst zählt PMax unrentable Bestellungen als Erfolg und verschiebt Budget genau dorthin.
Warum entscheidet die Feedqualität im Merchant Center über den Erfolg?
Der Feed ist der Rohstoff von PMax im E-Commerce. Titel, Bild, Preis und Verfügbarkeit jeder Shopping Anzeige stammen direkt daraus. Deshalb rettet keine Gebotsstrategie einen schwachen Feed. Das Aufräumen im Merchant Center zählt folglich mehr als jede Kampagneneinstellung.
Laut der Produktdatenspezifikation von Google darf ein Titel bis zu 150 Zeichen und eine Beschreibung bis zu 5.000 Zeichen lang sein. Hat der Hersteller eine GTIN vergeben, empfiehlt Google ausdrücklich, sie zu übermitteln. Die Marke ist für die meisten neuen Produkte Pflicht. Zudem hat Google eine Mindestgröße von 500 x 500 Pixel für alle Produktbilder angekündigt; die Durchsetzung beginnt am 31. Januar 2027.
Der Tab Priority fixes kam 2025 ins Merchant Center. Er zeigt die Probleme mit der größten Klickwirkung zuerst und bietet zudem für einige häufige Fehler automatische Korrekturen an. Meine Reihenfolge ist daher einfach: zuerst abgelehnte Produkte, danach fehlende GTINs und Marken, schließlich Titel und Bilder.
Wie beeinflussen Produkttitel und Bilder die Leistung von PMax?
In einer Shopping Anzeige sehen Käufer oft nur Titel, Bild und Preis. Laut den Titelrichtlinien von Google nehmen Nutzer je nach Bildschirm meist nur etwa die ersten 70 Zeichen wahr. Stellen Sie deshalb die wichtigsten Angaben an den Anfang: bei Kleidung etwa Größe und Farbe, bei Smartphones Modell, Speicher und Farbe.
- Keine Werbetexte in den Titel: kein Preis, kein Rabatt, keine Angaben zu Versand oder Lieferung und kein Firmenname.
- Zeigen Sie das Produkt im Hauptbild vor einem ruhigen, hellen Hintergrund; Lifestylefotos gehören in zusätzliche Bildlinks.
- Tragen Sie 2 bis 100 kurze Produkthighlights ein und verzichten Sie dabei auf Werbesprache.
- Halten Sie Preis und Verfügbarkeit auf der Produktseite identisch mit dem Feed.
Die Produktseite selbst behandle ich ausführlich im Beitrag Produktseite im Onlineshop optimieren. Denn am Ende landet der PMax Traffic genau dort. Betrachten Sie Feed und Seite also als zwei Hälften derselben Aufgabe.
Sollten Sie Asset Gruppen nach Kategorie oder nach Marge aufteilen?
Eine Asset Gruppe verbindet eine Produktauswahl mit den passenden Texten, Bildern, Videos und Signalen. Über Eintragsgruppen legen Sie dann fest, welche Produkte in welche Asset Gruppe kommen. Eine Aufteilung nach Kategorie bringt die Botschaft näher ans Produkt. Eine Aufteilung nach Marge bringt dagegen vor allem das Budget näher an den Gewinn.
In der Praxis bewährt sich eine Kombination. Die Kampagnen trennen Sie nach Margenstufe, denn der Ziel ROAS greift auf Kampagnenebene. Innerhalb jeder Kampagne bauen Sie dann Asset Gruppen nach Kategorie. Somit sieht jemand, der Schuhe sucht, passende Schuhmotive, und wer eine Tasche sucht, eine Taschenbotschaft.
- Hohe Marge: niedrigerer Ziel ROAS, mehr Reichweite.
- Niedrige Marge: höherer Ziel ROAS, strengere Effizienz.
- Neue Produkte: ein eigenes Budget, um die Sichtbarkeit von Artikeln ohne Daten zu testen.
Zu viele Kampagnen verteilen die Daten allerdings zu dünn, weil jede Kampagne genug Conversions zum Lernen braucht. Deshalb gehe ich selbst bei großen Katalogen selten über drei bis vier Kampagnen hinaus.
Wie bauen Sie Margenstufen mit Custom Labels auf?
Das Merchant Center bietet fünf Custom Labels, von custom_label_0 bis custom_label_4. Laut Googles Hilfeseite zu benutzerdefinierten Labels kann jedes Label kontoweit bis zu 1.000 eindeutige Werte enthalten. Jeder Wert umfasst zudem 1 bis 100 Zeichen. Saison, Abverkaufstempo, Preisspanne und Marge nennt Google selbst als Beispiele.
- Berechnen Sie die Bruttomarge je Produkt: Verkaufspreis minus Kosten, geteilt durch den Verkaufspreis.
- Teilen Sie die Produkte in drei Margenbänder ein und tragen Sie diese in custom_label_0 ein: hoch, mittel, niedrig.
- Ergänzen Sie in custom_label_1 das Abverkaufstempo: Bestseller, normal, Ladenhüter.
- Befüllen Sie die Labels über Feedregeln oder eine ergänzende Datenquelle statt von Hand.
- Teilen Sie die Eintragsgruppen in Google Ads nach diesen Labels auf.
Der eigentliche Vorteil ist also Flexibilität. Ändert ein Lieferant zum Beispiel seinen Preis oder endet eine Saison, passen Sie nur das Label an. Das Produkt wandert dann von selbst in die richtige Kampagne. Auch Ladenhüter sollten Sie eigens kennzeichnen, denn sie verbrauchen oft still das Budget.
Was leisten Zielgruppensignale in PMax wirklich?
Ein Zielgruppensignal ist ein Startpunkt, keine Ausrichtung. Laut Google kann Performance Max Anzeigen auch Nutzern außerhalb Ihrer Signale zeigen, wenn diese mit hoher Wahrscheinlichkeit konvertieren. Das Signal sagt dem Algorithmus also, wo er in den ersten Wochen suchen soll; einen Zaun zieht es nicht.
- Ihre Daten: Kundenlisten sowie Listen von Websitebesuchern und App Nutzern.
- Benutzerdefinierte Segmente: Interessen, die Sie über Keywords, URLs oder Apps definieren.
- Demografie und weitere Segmente: detaillierte demografische Merkmale, Lebensereignisse, gemeinsame Interessen und kaufbereite Zielgruppen.
Im E-Commerce sind Ihre eigenen Daten das stärkste Signal: Käufer, Warenkorbabbrecher und besonders wertvolle Kunden. Zudem empfiehlt Google benutzerdefinierte Segmente auf Basis von Suchbegriffen, um das maschinelle Lernen zu stärken. Ein Segment aus Kategoriesuchen eignet sich daher gut als zweite Ebene.
Remarketinglisten als Signal können die Kampagne allerdings zu Bestandskunden ziehen. Diese Balance beschreibe ich im Beitrag Remarketing im Sales Funnel stärken. Wenn Neukunden Ihr Ziel sind, planen Sie die Signale deshalb zusammen mit der Neukundeneinstellung weiter unten.
Wann machen Suchthemen einen Unterschied?
Mit Suchthemen nennen Sie Google Begriffe, die das System weder aus Ihrer Website noch aus dem Feed ableiten kann. Laut Google Hilfe können Sie bis zu 50 Suchthemen je Asset Gruppe hinterlegen. Das Limit stieg 2025 von 25 auf 50. Suchthemen haben außerdem dieselbe Priorität wie Keywords mit passender Wortgruppe und weitgehend passende Keywords in Ihren Suchkampagnen. Ebenso gelten Ausschlüsse und auszuschließende Keywords weiterhin.
Ich setze Suchthemen vor allem in zwei Fällen ein. Erstens bei einem Einsatzzweck, den der Feed nicht ausdrückt, etwa ein Kleid für Hochzeitsgäste. Zweitens bei einer ganz neuen Kategorie. Bei der Auswahl hilft die Unterscheidung nach Suchintention aus dem Beitrag Keywords finden, die verkaufen. Ihren eigenen Markennamen lassen Sie allerdings weg, denn Markentraffic steuern Sie besser getrennt.
Begriffe, die schon in Ihren Produkttiteln stehen, bringen als Suchthema wenig, weil Google sie ohnehin aus dem Feed liest. Reservieren Sie Suchthemen stattdessen für Absichten, die der Feed nicht abdeckt: Geschenksuche, Einsatzzweck oder das Problem, das Ihr Produkt löst. Gleichen Sie die Themen danach mit dem Suchbegriffsbericht ab.
Warum sollten Sie Markenausschlüsse ab dem ersten Tag aktivieren?
Sobald sich die Chance ergibt, bietet PMax auch auf Ihre eigenen Markensuchen. Diese Käufer wären ohnehin gekommen; der Traffic poliert also den ROAS, bringt aber keinen zusätzlichen Umsatz. Deshalb richte ich Markenausschlüsse vom ersten Tag an ein.
Laut Google Hilfe greifen Markenausschlüsse in PMax bei der Google Suche, bei Shopping und bei Suchen auf YouTube. Zunächst legen Sie auf Kontoebene eine Markenliste an. Danach weisen Sie diese in den Kampagneneinstellungen unter den weiteren Einstellungen zu. Händler finden dort zusätzlich ein Kontrollkästchen, mit dem Shopping Anzeigen bei Suchen nach ausgeschlossenen Marken weiter erscheinen dürfen.
Diese Option passt zu Shops, die Markentextanzeigen in einer eigenen Suchkampagne steuern, bei Markensuchen aber nicht auf Produktanzeigen verzichten wollen. Wettbewerbermarken auszuschließen ist allerdings eine strategische Entscheidung. Prüfen Sie daher zuerst im Suchbegriffsbericht, ob Suchen nach Wettbewerbern profitable Verkäufe bringen.
Wie nutzen Sie auszuschließende Keywords auf Kampagnenebene?
Lange war das die meistkritisierte Lücke von PMax. 2025 brachte Google auszuschließende Keywords auf Kampagnenebene in Performance Max und hob das Limit danach von 100 auf 10.000 je Kampagne an. Sie greifen allerdings nur bei der Google Suche und bei Shopping, nicht auf YouTube oder im Displaynetzwerk.
Zum Hinzufügen klicken Sie zunächst im Menü Kampagnen auf Keywords, öffnen den Tab Auszuschließende Keywords und klicken auf das Pluszeichen. Danach wählen Sie Ihre PMax Kampagne aus und tragen die Begriffe zeilenweise ein oder wählen eine vorhandene Liste. Für kontoweite Ausschlüsse aus Gründen der Markensicherheit empfiehlt Googles Hilfeseite zu auszuschließenden Keywords in PMax dagegen auszuschließende Keywords auf Kontoebene.
Google hat außerdem eine Folgenabschätzung ergänzt. Vor dem Speichern zeigt Preview impact die erwartete Wirkung auf Conversions oder Conversionwert in Prozent. Dabei können Sie zudem bis zu 10 Keywords gleichzeitig prüfen. Meine Ausschlussliste umfasst meist drei Gruppen.
- Kategorien, die Sie nicht verkaufen, und unpassende Einsatzzwecke.
- Begriffe ohne Kaufabsicht wie kostenlos, Reparatur oder Bedienungsanleitung.
- Marken und Modelle, die Sie nicht führen.
Für die Auswertung großer Mengen gruppiert unsere Ngram Analyse für Suchbegriffe wiederkehrende Wortmuster und zeigt Streuverluste schnell.
Wie stellen Sie das Ziel Neukundengewinnung richtig ein?
Das Ziel Neukundengewinnung bringt PMax bei, neue Kunden von bestehenden zu unterscheiden. Laut Googles Seite zu Zielvorhaben für den Kundenlebenszyklus gibt es drei Modi: Neukundenwert, Neukunden mit hohem Umsatzpotenzial und Nur Neukunden. Bestandskunden definieren Sie dann über eigene Daten, etwa eine Kundenliste und Ihr Website Tag.
Im Modus Neukundenwert hinterlegen Sie einen Zusatzwert für die erste Bestellung neuer Kunden. Der Algorithmus bietet für diese Personen folglich höher. Der Modus Nur Neukunden bietet dagegen ausschließlich auf neue Kunden. Google empfiehlt ihn nur bei einem strikten Akquisitionsbudget und rät, Bestandskunden über eine eigene Kampagne anzusprechen.
Den Zusatzwert sollten der Gewinn der ersten Bestellung und Ihre Wiederkaufrate bestimmen. Bestellt ein Kunde typischerweise ein zweites und drittes Mal, können Sie für die erste Bestellung mehr zahlen. Ohne diese Daten starten Sie dagegen niedrig und erhöhen dann schrittweise. Laden Sie Ihre Kundenliste außerdem über den Kundenabgleich hoch und aktualisieren Sie sie regelmäßig.
2025 ergänzte Google in den Kampagnenberichten eine Spalte für die Kosten der Neukundengewinnung. Zudem stehen in PMax Ziele zur Kundenbindung bereit, mit denen Sie inaktive Kunden zurückgewinnen. Mit den Neuerungen für 2026 kamen dann Ausschlüsse von Kundenlisten in PMax hinzu. Somit begrenzen Sie direkt, wie viel Budget zu Menschen fließt, die ohnehin bei Ihnen kaufen.
Wie leiten Sie den Ziel ROAS aus Ihrer Marge ab?
Bei wertbasierten Geboten maximiert PMax den Conversionwert; optional legen Sie einen Ziel ROAS fest. Wollen Sie auf Gewinn statt Umsatz steuern, bestimmen Sie zunächst den Break Even ROAS: Teilen Sie 1 durch Ihre Bruttomarge. Bei 40 Prozent Marge liegt die Gewinnschwelle zum Beispiel bei 2,5, also 250 Prozent. Jeder Verkauf darunter kostet also Geld.
| Bruttomarge | Break Even ROAS | Bedeutung |
|---|---|---|
| 60 % | 1,67 (167 %) | Spielraum für mehr Reichweite |
| 40 % | 2,50 (250 %) | Ausgewogen; Ziel schrittweise anziehen |
| 25 % | 4,00 (400 %) | Wenig Spielraum; auf Bestseller fokussieren |
| 15 % | 6,67 (667 %) | Zuerst einen kontrollierten Test erwägen |
Ziehen Sie außerdem Versand, Zahlungsgebühren und Retourenkosten von der Marge ab, dann rechnen Sie realistischer. Am sichersten starten Sie knapp über der Gewinnschwelle und erhöhen das Ziel in kleinen Schritten, sobald sich das Volumen stabilisiert. Setzen Sie es nicht zu früh zu hoch an. Sonst kürzt der Algorithmus die Gebote, bis die Kampagne kaum noch ausliefert. Mit unserem ROAS Rechner vergleichen Sie verschiedene Margenszenarien in Sekunden.
Für Gewinnberichte ergänzen Sie im Merchant Center das Attribut cost_of_goods_sold und aktivieren Conversions mit Warenkorbdaten. Google Ads kombiniert dann beides und weist Kennzahlen wie den Bruttogewinn aus. Ohne dieses Attribut sehen Sie allerdings keine Werte für den Bruttogewinn.
Was zeigt Ihnen der Bericht zur Kanalleistung?
Kein Werkzeug hat am Ruf von PMax als Blackbox so stark gekratzt wie dieser Bericht. Mit der Ankündigung vom 30. April 2025 führte Google die Auswertung nach Kanälen ein. Heute steht der Bericht in allen Performance Max Kampagnen bereit. Sie finden ihn unter Kampagnen, dann Statistiken und Berichte, dann Kanalleistung.
Der Bericht zur Kanalleistung zeigt Impressionen, Klicks, Conversions, Conversionwert und Kosten getrennt nach Kanal. Konkret deckt er die Google Suche, das Displaynetzwerk, YouTube, Discover, Maps, Gmail und die Partner im Suchnetzwerk ab. Segmente wie Anzeigen mit Produktdaten und Anzeigen mit Video zeigen zudem, wo Feed und Videos tatsächlich wirken. Die Datumsauswahl umfasst Zeiträume ab dem 6. Juni 2025.
Zunächst prüfe ich, welchen Conversionwert die Ausgaben im Displaynetzwerk und auf YouTube zurückbringen. Sind die Kosten hoch und der Wert niedrig, sollten Sie Ihre Videos und Bildassets verbessern oder stärker auf den Feed setzen. Offline Conversions wie Ladenbesuche erscheinen allerdings nicht nach Kanal aufgeschlüsselt, sondern nur als Summe.
Wie lesen Sie den Suchbegriffsbericht richtig?
Im selben Beitrag gab Google auch den Start des Suchbegriffsberichts für PMax bekannt. Er baut auf den bisherigen Statistiken zu Suchbegriffen auf Kategorieebene auf. Zudem liefert er eine ähnliche Tiefe wie bei Suchkampagnen und Standard Shopping. Sie sehen nun auf Ebene einzelner Suchanfragen, welche Suchen verkaufen und welche nur Klicks sammeln.
Ich lese den Bericht jede Woche mit drei Fragen.
- Wie viel der gesamten Conversions tragen Markenbegriffe?
- In welchen Wortmustern sammeln sich Kosten ohne Verkäufe?
- Welche Begriffe verkaufen, fehlen aber in Ihren Feedtiteln?
Die Antwort auf die dritte Frage fließt direkt in den Feed zurück. Ein verkaufsstarker Begriff im Produkttitel stärkt nämlich sowohl das Shopping Matching als auch die Text Assets von PMax. Die ersten beiden Antworten landen dagegen vor allem bei den Markenausschlüssen und in der Ausschlussliste. Kurz gesagt ist der Bericht kein Urteil, sondern der Input für Ihre wöchentlichen Korrekturen.
Wie testen Sie PMax gegen Standard Shopping?
Google Ads bietet für genau diesen Vergleich eine fertige Testfunktion. Im Menü Kampagnen öffnen Sie den Bereich für Tests und vergleichen eine bestehende Standard Shopping Kampagne mit einer neuen oder bestehenden PMax Kampagne. Die Aufteilung des Traffics zwischen Testgruppe und Kontrollgruppe legen Sie dann selbst fest. Wählen Sie ein Enddatum, setzt das System es automatisch zwölf Wochen nach dem Start.
Lesen Sie Ergebnisse erst nach Testende, denn frühe Schwankungen täuschen. Vergleichen Sie außerdem Gewinn und Neukundenanteil, nicht nur Umsatz. Gewinnt Standard Shopping beim Gewinn, ist das keine Niederlage; bei manchen Katalogen ist Kontrolle mehr wert als Automatisierung.
Nach dem Test bietet sich auch ein hybrides Modell an. Bestseller mit hoher Marge halten Sie zum Beispiel eng geführt in Standard Shopping, den breiten Katalog übernimmt PMax. Da der Anzeigenrang entscheidet, welche Kampagne bei denselben Produkten zum Zug kommt, sollten Sie Gebote und Budgets regelmäßig abgleichen.
Worauf achten Sie in den ersten 30 Tagen einer Performance Max Kampagne?
Eine neue Performance Max Kampagne durchläuft eine Lernphase, und Schwankungen sind in dieser Zeit normal. Meine Regel ist deshalb einfach: In den ersten zwei Wochen ändere ich Ziel ROAS und Budget nicht grundlegend, sondern behebe nur offensichtliche Fehler. In dieser Phase beantworte ich daher folgende Fragen.
- Erreichen die Tagesausgaben das Budget, oder tut sich die Kampagne schwer beim Ausgeben?
- Gibt es neue abgelehnte Produkte im Merchant Center?
- Ist der Markenanteil in den Suchbegriffen höher als erwartet?
- Frisst ein Kanal ohne Verkäufe den Großteil des Budgets?
Für PMax gilt zudem eine eigene Budgetlogik. Ist das Budget kleiner als das Volumen, das Ihr Ziel ROAS zulässt, verpasst die Kampagne gute Chancen. Ist es viel größer, rutscht sie dann in schwachen Traffic ab. Das für 2026 angekündigte Budgetreporting in PMax hilft außerdem, die Ausgaben zum Monatsende abzuschätzen und die Wirkung geänderter Tagesbudgets zu sehen.
Wann ist eine Performance Max Kampagne die falsche Wahl?
Nicht für jeden Shop ist PMax der richtige Kampagnentyp. In folgenden Fällen rate ich, zuerst die Grundlagen zu reparieren oder mit Standard Shopping oder einer Suchkampagne kontrolliert zu starten.
- Das Conversion Tracking ist lückenhaft oder übermittelt Bestellwerte falsch.
- Der Katalog ist klein, und im Feed ist die Ablehnungsquote hoch.
- Sie kennen die Marge je Produkt nicht und müssten den Ziel ROAS raten.
- Es gibt zu wenige Käufe pro Monat, als dass der Algorithmus lernen könnte.
- Der Großteil der Verkäufe kommt aus Markensuchen, und Neukunden sind kein Ziel.
Treffen zwei oder mehr Punkte zu, gibt PMax Geld schnell aus, lernt aber kaum. Mit unserem kostenlosen Google Ads Audit prüfen Sie deshalb schnell, wo Ihr Konto steht.
Das heißt allerdings nicht, dass Sie die Performance Max Kampagne endgültig abschreiben sollten. Sobald das Tracking stimmt, der Feed sauber ist und einige Wochen Verkaufsdaten vorliegen, ändert sich das Bild. Dann ist ein Start mit kleinem Budget und ein Test gegen Ihre bestehende Struktur der risikoärmste Weg.
Was gehört auf Ihre wöchentliche PMax Checkliste?
PMax zu steuern heißt, jede Woche dieselben Prüfungen in derselben Reihenfolge durchzugehen. Meine Liste sieht so aus.
- Merchant Center: abgelehnte Produkte, Vorschläge unter Priority fixes, Abweichungen bei Preis und Verfügbarkeit.
- Suchbegriffe: Ausschlussliste um neue Muster mit Streuverlust ergänzen.
- Markenanteil: Greifen die Markenausschlüsse wie geplant?
- Kanalleistung: Kosten und Conversionwert je Kanal.
- Asset Bericht: schwache Bilder und Überschriften ersetzen.
- Neukunden: Liegen die Akquisitionskosten unter dem Ziel?
- Gewinn: Bruttogewinnbericht und Passung des Ziel ROAS zur Marge.
Führen Sie die Liste in einer einfachen Tabelle, dann fällt auch die größere Monatsanalyse leichter. Notieren Sie zudem jede Änderung mit Datum; wenn die Leistung schwankt, ist dieses Protokoll Ihr wertvollstes Dokument.
In der Monatsanalyse stellen Sie größere Fragen. Stimmen die Margenbänder noch, und wächst der Neukundenanteil? Und welchen Anteil am Gesamtumsatz trägt die Performance Max Kampagne tatsächlich? Die Antworten bilden somit die Grundlage, um Budget zwischen Kampagnen zu verschieben.
Wie betreue ich PMax Kampagnen gemeinsam mit meinem Team?
Bei E-Commerce Konten beginnen mein Team und ich nie im Kampagnenbildschirm. Zuerst prüfen wir Tracking und Feed, übertragen die Margendaten in Custom Labels und bauen erst danach die Kampagnenstruktur nach Gewinnstufen auf. Nach dem Start arbeiten wir dann die wöchentliche Checkliste gemeinsam mit einem regelmäßigen Reporting ab.
Auch im Reporting bleiben wir transparent. Wir trennen zum Beispiel Verkäufe aus Markensuchen von Verkäufen an Neukunden. Außerdem zeigen wir Bruttogewinn und Akquisitionskosten neben dem ROAS. Somit sehen wir gemeinsam, ob PMax echtes Wachstum bringt oder nur Verkäufe übernimmt, die ohnehin gekommen wären.
Wollen Sie PMax selbst steuern, reicht die Reihenfolge in diesem Leitfaden. Suchen Sie dagegen eine Struktur, die Messung, Feed und Gewinnrechnung zusammen denkt, finden Sie Details bei unserer Google Ads Verwaltung und unserer E-Commerce Beratung. Welchen Weg Sie auch wählen: Je sauberer die Daten, die Sie PMax geben, desto klüger arbeitet die Kampagne.




