Digitales Marketing

Dynamische Suchanzeigen (DSA): Funktionsweise, Targeting und Umstellung auf AI Max

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Was sind dynamische Suchanzeigen (DSA) in Google Ads?

Dynamische Suchanzeigen sind ein Anzeigenformat in Google Ads, das statt Keywords die Inhalte Ihrer Website als Grundlage nutzt. Google crawlt Ihre Seiten, ordnet jede Suche der passendsten Seite zu und erstellt den Anzeigentitel automatisch. Sie schreiben nur die Beschreibung und steuern die Reichweite über Seitenziele, Kategorien oder einen Seitenfeed.

Seit 2012 verantworte ich die Strategie von Suchkampagnen, und dynamische Suchanzeigen gehören zu den am häufigsten missverstandenen Werkzeugen in den Konten, die ich prüfe. Manche Werbetreibende sehen DSA als Abkürzung: Traffic ohne Keyword Recherche. In der Praxis liegt die Stärke woanders. DSA fängt genau die Suchanfragen aus dem Long Tail ab, die Ihre Keyword Liste übersieht. Ohne klare Grenzen verteilt das Format allerdings Budget auf Seiten, die nie verkaufen.

In diesem Leitfaden erkläre ich die Funktionsweise, die Targeting Optionen, die Rolle des Seitenfeeds und den Umgang mit auszuschließenden Zielen. Außerdem fasse ich zusammen, warum Google DSA in AI Max überführt und was das für Ihr Konto bedeutet. Die Regeln stammen aus der Google Ads Hilfe und dem offiziellen Google Blog; die Beispiele sind meine eigenen Illustrationen.

Wie funktionieren dynamische Suchanzeigen?

Im Zentrum steht zunächst der Crawler von Google. Er liest Ihre Website, ordnet die Seiten nach Themen und prüft diesen Index bei jeder passenden Suche. Findet er eine Übereinstimmung, wählt er die beste Zielseite und baut einen Anzeigentitel, der zu dieser Seite passt. Dadurch trifft die Anzeige die Formulierung der Suchenden oft genauer als ein Titel, den Sie selbst schreiben.

Der Ablauf sieht grob so aus:

  1. Sie legen eine dynamische Anzeigengruppe an und hinterlegen Domain und Sprache in den Kampagneneinstellungen.
  2. Sie wählen die dynamischen Anzeigenziele: alle Seiten, bestimmte URLs, Kategorien oder einen Seitenfeed.
  3. Sie schreiben die Beschreibungen. Titel, finale URL und angezeigte URL erzeugt Google selbst.
  4. Bei einer Suche wählt Google eine relevante Seite aus dem Index Ihrer Website und nimmt an der Auktion teil.
  5. Danach konkurriert die Anzeige über den Anzeigenrang, genau wie jede andere Suchanzeige.

Die Qualität von DSA hängt also direkt von der Qualität Ihrer Website ab. Dünne Inhalte, vage Seitentitel oder nicht lieferbare Produkte führen zu vagen Anzeigen. Deshalb prüfe ich vor jedem Start, ob die Website crawlbar, aktuell und klar betitelt ist.

Wer bestimmt Anzeigentitel und Zielseite bei DSA?

Beides bestimmt Google, und zwar automatisch. Die DSA Hilfeseite sagt klar, dass der HTML Titel Ihrer Seite das wichtigste Signal für den erzeugten Anzeigentitel ist. Ein schwacher Title Tag bedeutet also einen schwachen Anzeigentitel. Genau hier liegt eine der konkretesten Brücken zwischen SEO und bezahlter Suche.

Zum Beispiel: Trägt eine Produktseite einen kodierten Titel wie "Artikel 1452 | Shop", hat der dynamische Titel kaum Material. Ein klarer Titel wie "Edelstahl Thermoskanne 750 ml" hilft Ihnen dagegen in der organischen Suche und bei DSA gleichzeitig. Wie Sie gute Titel formulieren, zeigt mein Leitfaden zu Meta Title und Meta Description.

Bei der Zielseite sucht Google die Seite, die am besten zur Suchintention passt. Diese Seite entspricht nicht immer Ihrer Wahl. So kann ein Blogartikel bei einer Produktsuche relevanter wirken als die Produktseite selbst. Daher brauchen Sie Ziele und Ausschlüsse, die festlegen, welche Seiten überhaupt infrage kommen. Sonst bezahlen Sie Klicks auf Seiten, die nicht konvertieren können.

Worin unterscheiden sich dynamische Suchanzeigen von normalen Suchanzeigen?

Beide Formate treten in derselben Auktion an, doch die Stellschrauben sind andere. In einer normalen Suchkampagne wählen Sie Keyword, Anzeigentitel und URL selbst. Dynamische Suchanzeigen überlassen den Großteil dieser Entscheidungen den Inhalten Ihrer Website und dem Abgleich durch Google. Die Tabelle fasst die Unterschiede zusammen:

MerkmalNormale SuchanzeigeDynamische Suchanzeigen
AuslöserKeyword und Keyword OptionWebsite Inhalt und dynamisches Anzeigenziel
AnzeigentitelVon Ihnen geschriebenAutomatisch aus dem Seiteninhalt erzeugt
ZielseiteVon Ihnen gewählte finale URLRelevante Seite nach Wahl von Google
Ihr eigener TextTitel und BeschreibungenNur Beschreibungen
Grenzen setzenAuszuschließende KeywordsAuszuschließende Keywords und auszuschließende dynamische Ziele
Stärkster EinsatzBekannte Suchen mit hoher KaufabsichtGroße Sortimente und Long Tail Suchen

Kurz gesagt ersetzt DSA keine Keyword Kampagne, sondern füllt deren Lücken. Vor allem sehe ich die besten Ergebnisse, wenn DSA neben einer sauberen Keyword Struktur läuft. Die Keyword Kampagne sichert die bekannte Nachfrage, DSA macht neue Nachfrage sichtbar. Vermischen Sie diese Rollen, dann verschwimmen Berichte und Budgetentscheidungen gleichermaßen.

Welche dynamischen Anzeigenziele gibt es?

Die Google Hilfe nennt acht Arten dynamischer Anzeigenziele. Jede bietet ein anderes Maß an Kontrolle, deshalb prägt Ihre Wahl die ganze Kampagne:

  • Alle Webseiten: jede Seite Ihrer Domain, die die Crawler von Google finden.
  • Kategorien: Gruppen von Zielseiten, die Google thematisch aus Ihren Inhalten bildet.
  • URL enthält: Seiten, deren Adresse eine bestimmte Zeichenfolge enthält, etwa "/thermoskannen/".
  • URL ist gleich: einzelne Adressen, die Sie selbst angeben.
  • Seitentitel: Seiten, deren Titel bestimmte Wörter enthält.
  • Seiteninhalt: Seiten, die bestimmte Wörter enthalten.
  • Benutzerdefiniertes Label: URL Gruppen, die Sie im Seitenfeed markieren.
  • Zielseiten aus normalen Anzeigengruppen: Seiten, die Sie im Konto schon für Suchanzeigen nutzen.

Neue Konten greifen gern zu "Alle Webseiten", weil diese Option am wenigsten Aufwand macht. Allerdings empfiehlt selbst Google, dabei auszuschließende dynamische Ziele hinzuzufügen. Kategorien brauchen nach der Einrichtung zudem bis zu 24 Stunden, bis sie gefüllt sind. Eine leere Liste am ersten Tag ist also normal.

Ich selbst starte lieber eng und erweitere mit Daten. Zunächst öffne ich nur Verkaufsseiten über einen Seitenfeed oder eine Regel "URL enthält". Nach einigen Wochen, wenn der Suchbegriffbericht stabil aussieht, erweitere ich den Umfang. So fließt das Lernbudget in Seiten, die tatsächlich verkaufen können.

Warum ist der Seitenfeed das kontrollierteste Targeting?

Ein Seitenfeed ist eine Tabelle mit den URLs, für die Sie werben möchten. Die Google Hilfe beschreibt ihn als die fokussierteste und am besten kontrollierbare Form des DSA Targetings. Der Grund ist einfach: Er stützt sich auf Ihre Liste statt auf die Interpretation Ihrer Website durch Google.

Der eigentliche Wert steckt in den benutzerdefinierten Labels. Pro URL können Sie bis zu 20 Labels vergeben. Zum Beispiel markieren Sie Produkte als "topmarge", "aktion" oder "restbestand" und hinterlegen für jedes Label eigene Gebote und eigene Beschreibungen. Dadurch bietet eine einzige Kampagne auf profitable Produkte offensiv und auf margenschwache Artikel vorsichtig.

Ein weiterer Vorteil ist also die Planbarkeit. Das Kategorien Targeting hängt davon ab, wie Google Ihre Website liest; mit einem Feed entscheiden Sie selbst, welche Seiten in die Auktion gehen. Außerdem funktioniert derselbe Feed laut Google Dokumentation auch für Performance Max Kampagnen. Wenn mein Team und ich DSA Strukturen für Onlineshops aufbauen, bildet der Feed fast immer das Kernziel.

Wie erstellen Sie einen Seitenfeed?

Der Feed ist eine einfache Tabelle mit zwei Spalten: "Page URL" und "Custom label". Mehrere Labels trennen Sie mit Semikolons. Laut Google Hilfe laden Sie ihn über den Bereich Unternehmensdaten im Menü Tools hoch. So gehe ich bei der Vorbereitung vor:

  1. Wählen Sie die Seiten, für die Sie werben möchten; starten Sie mit Produkt, Kategorie und Leistungsseiten.
  2. Prüfen Sie, dass jede URL die finale Adresse ist; bei einer Weiterleitung tragen Sie das Ziel ein.
  3. Entfernen Sie Tracking Parameter, denn Google verlangt saubere URLs im Feed.
  4. Löschen Sie doppelte URLs und Adressen, die auf eine andere Domain weiterleiten.
  5. Streichen Sie Seiten, die Google nicht crawlen kann; für sie erscheint nie eine Anzeige.
  6. Vergeben Sie Labels nach Geschäftszielen: Marge, Saison, Lagerbestand oder Produktfamilie.

Nach dem Hochladen brauchen Sie dann Geduld. Google nennt für das Crawlen eines Feeds durchschnittlich 2 bis 14 Tage, abhängig von der Größe. Zudem gilt eine Grenze von 100 Seitenfeeds pro Konto. Damit die Adressen aktuell bleiben, hilft Ihnen ein XML Sitemap Generator, das URL Inventar Ihrer Website regelmäßig zu exportieren.

Wie wirken auszuschließende Ziele und auszuschließende Keywords zusammen?

Bei DSA ziehen Sie Grenzen auf zwei Ebenen. Die erste Ebene sind auszuschließende dynamische Anzeigenziele: Sie halten bestimmte Seiten aus der Auktion heraus. Die zweite Ebene sind auszuschließende Keywords: Sie verhindern die Anzeige bei bestimmten Suchen. Fehlt eine der beiden Ebenen, gibt die Kampagne Geld für die falsche Seite oder die falsche Suche aus.

Diese Seitengruppen setze ich auf fast jeder Website auf die Ausschlussliste:

  • Unternehmensseiten wie Karriere, Kontakt, Über uns und Datenschutz.
  • Produktseiten, die ausverkauft oder aus dem Sortiment genommen sind.
  • Kontoseiten wie Warenkorb, Login und Passwort zurücksetzen.
  • Blogartikel mit schwacher Kaufabsicht, vor allem rein informative Beiträge.
  • Doppelte Adressen, die durch Filter und Sortierparameter entstehen.

Auf der Keyword Seite achten Sie auf Begriffe ohne Kaufabsicht wie "kostenlos", "was ist" oder "Jobs". Allerdings können Sie nicht jede DSA Suche vorhersehen. Deshalb sollten Sie die Ausschlussliste in den ersten Wochen häufig erweitern, gestützt auf den Suchbegriffbericht. Um das Verhalten der Keyword Optionen zu testen, eignet sich das Keyword Match Type Tool.

Was passiert, wenn sich DSA und eine Keyword Kampagne überschneiden?

Google gibt hier eine klare Regel vor. Ist ein Suchbegriff identisch mit einem genau passenden Keyword in einer anderen Kampagne, kann die Anzeige aus der Keyword Kampagne statt der dynamischen Suchanzeige erscheinen. Ein exaktes Keyword gewinnt diese Auktion also in der Regel.

Anders sieht es aus, wenn die Suche nur als weitgehende oder passende Wortgruppe zu Ihrem Keyword passt. Dann kann Google die dynamische Anzeige zeigen, sofern ihr Anzeigenrang höher ist. Der Anzeigenrang entsteht bei DSA genauso wie bei Keyword Anzeigen: aus Gebot, Anzeigenqualität zum Zeitpunkt der Auktion, Schwellenwerten und dem Kontext der Suche.

Die praktische Folge ist deshalb wichtig. Halten Sie bewährte, profitable Suchen als genau passende Keywords, behalten Sie die Kontrolle über diesen Traffic. DSA arbeitet dann im Entdeckungsraum drumherum. Statt Kannibalisierung entsteht so eine saubere Arbeitsteilung. Die Grundlage dafür ist eine gute Keyword Auswahl; wie Sie Keywords finden, die verkaufen, erkläre ich in einem eigenen Beitrag.

Wie schreiben Sie Beschreibungen für dynamische Suchanzeigen?

Weil der Titel dynamisch ist, bleibt die Beschreibung Ihr einziger eigener Text in der Anzeige. Sie trägt daher die gesamte Überzeugungsarbeit. Der Titel beantwortet die Frage nach dem Was, die Beschreibung die Frage, warum man bei Ihnen kaufen sollte.

Meine wichtigste Regel lautet: Schreiben Sie die Beschreibung passend zum Umfang der Anzeigengruppe. In einer Gruppe, die die gesamte Website abdeckt, bleiben Sie zwangsläufig allgemein. In einer Gruppe rund um das Label "thermoskannen" nennen Sie dagegen einen konkreten Produktvorteil. Engeres Targeting sorgt also auch für stärkere Texte.

Eine gute DSA Beschreibung enthält meist:

  • Einen konkreten, belegbaren Vorteil: Lieferzeit, Garantie oder einfache Rückgabe.
  • Allgemeine Formulierungen, die nicht mit dem Titel kollidieren, denn den Titel kennen Sie vorher nicht.
  • Eine klare Handlungsaufforderung wie "Sortiment entdecken" oder "Angebot anfordern".
  • Nur Versprechen, die Ihre Seiten halten; erwähnen Sie keinen Rabatt, den die Seite nicht zeigt.

Laufen neben DSA auch normale Anzeigen, hilft Ihnen das Tool zum Erstellen responsiver Suchanzeigen, die Botschaften in beiden Formaten stimmig zu halten.

Wie lesen Sie den Suchbegriffbericht für DSA?

Konkret ist dieser Bericht die Schaltzentrale von DSA. Laut Google Hilfe zeigt er die Suchbegriffe, die Ihre Anzeigen ausgelöst haben, die dynamisch erzeugten Titel und die Leistung der Zielseiten. Sie öffnen ihn über den Bereich Suchbegriffe im Menü Kampagnen.

Der Bericht bietet vier Ansichten: nur Suchbegriffe, nur Zielseiten, beides kombiniert und die Suchbegriffdaten von AI Max. Ich beginne meist mit der kombinierten Ansicht. Denn das häufigste DSA Problem ist die richtige Suche auf der falschen Seite.

Beim Lesen stelle ich drei Fragen. Erstens: Welche Suchen kosten Geld ohne Conversion? Diese fügen Sie als auszuschließende Keywords hinzu. Zweitens: Welche Seiten sammeln Klicks, aber keine Verkäufe? Diese schließen Sie direkt im Bericht als auszuschließende URL aus. Drittens: Welche Seiten konvertieren gut? Google empfiehlt, für sie ein Ziel "URL ist gleich" anzulegen und das Gebot zu erhöhen.

In großen Konten lohnt es sich, Wortmuster statt einzelner Begriffe anzusehen. Die Suchbegriffe Ngram Analyse bündelt die Kosten nach Wörtern und zeigt Verschwendung schnell.

Wie planen Sie Gebote und Budget?

Die Gebotslogik von DSA folgt demselben Anzeigenrang wie normale Suchkampagnen. Der Unterschied liegt in der Vorhersagbarkeit. In einer Keyword Kampagne wissen Sie, auf welche Suche Sie bieten. Bei DSA ist die Vielfalt der Suchen viel größer, deshalb fließt Budget leicht in unerwartete Ecken.

Anfangs halte ich mich daher an drei Grundsätze. Erstens starte ich DSA in einer eigenen Kampagne oder zumindest mit eigener Budgetkontrolle. So frisst sie nicht das Geld der Hauptkampagne. Zweitens verzichte ich auf automatische Gebote, solange das Conversion Tracking nicht sauber läuft. Drittens erhöhe ich über Feed Labels die Gebote für profitable Produktgruppen.

Die Höhe des Budgets hängt von der Zahl der Zielseiten und den Klickpreisen Ihrer Branche ab. Einen Startwert liefert Ihnen der Google Ads Budget Rechner. Außerdem rate ich, das Budget erst zu erhöhen, wenn Sie mindestens zwei Wochen Suchbegriffdaten ausgewertet haben.

Welche Kennzahlen zeigen, ob DSA funktioniert?

Dynamische Suchanzeigen verteilen Traffic auf viele Seiten, deshalb können Kampagnendurchschnitte täuschen. Hinter einem guten Wert für die Kosten pro Conversion verstecken sich oft wenige starke Seiten und Dutzende verlustreiche. Messen Sie daher auf Ebene von Seiten und Labels.

Diese Kennzahlen beobachte ich:

  • Kosten pro Conversion je Zielseite: zeigen, welche Seiten Budget verdienen.
  • ROAS je Feed Label: macht Gewinnunterschiede zwischen Produktgruppen sichtbar.
  • Anteil neuer Suchbegriffe: verrät, ob DSA wirklich neue Nachfrage entdeckt.
  • Kosten mit Überschneidung zu Keyword Kampagnen: zeigen, ob beide Strukturen konkurrieren.

Zum Beispiel liefert der ROAS Rechner einen schnellen Check je Label. Übernehmen Sie außerdem starke neue Suchbegriffe, die DSA findet, in Ihre Keyword Kampagne. So schließen Sie den Kreis zwischen Entdeckung und Effizienz.

Für welche Websites eignen sich dynamische Suchanzeigen?

Ihre Stärken spielen dynamische Suchanzeigen auf großen, gut strukturierten Websites aus. In einem Shop mit Hunderten oder Tausenden Produkten ist es unrealistisch, für jeden Artikel Keywords zu schreiben. DSA füllt diese Lücke und erfasst auch Produktsuchen, mit denen Sie nie gerechnet hätten.

Typische gute Einsatzfelder sind:

  • Onlineshops mit großem Sortiment und sauber formulierten Title Tags.
  • Unternehmenswebsites mit vielen Leistungs oder Standortseiten.
  • Websites mit häufig wechselndem Angebot, etwa Veranstaltungen, Inserate oder Reisen.
  • Erfahrene Konten, die Suchen entdecken wollen, die ihren Keyword Kampagnen entgehen.

Dagegen enttäuschen Onepager, sehr junge Websites mit wenig Inhalt und Seiten mit kodierten Titeln meist. Falls Sie bei Ihren Produktseiten unsicher sind, beginnen Sie mit meinem Leitfaden zur Optimierung der Produktseite im Onlineshop.

Wann verschwendet DSA Budget?

In Kontoprüfungen sehe ich immer wieder dieselben Ursachen für Verschwendung durch DSA. Am häufigsten startet eine Kampagne mit "Alle Webseiten" und ohne Ausschlüsse. Dann ziehen selbst Blogartikel und Unternehmensseiten bezahlte Klicks an.

Die zweite Ursache sind veraltete Bestände und Preise. Google crawlt die Seite, doch wenn das Produkt nicht mehr lieferbar ist, klickt der Nutzer und springt ab. Drittens konkurrieren DSA und Keyword Kampagnen um dieselben Suchen. Vor allem neben weitgehend passenden Keywords macht DSA Berichte schnell unlesbar.

Viertens fehlt oft ein sauberes Conversion Tracking. Weil DSA Traffic auf so viele Seiten lenkt, können Sie ohne Wissen über die verkaufenden Seiten nicht optimieren. Häufig erscheint zudem dieselbe Seite in DSA und in einer normalen Anzeigengruppe mit unterschiedlichen Botschaften. Nutzer sehen dann widersprüchliche Versprechen, und Sie erkennen nicht, welche Anzeige den Verkauf gebracht hat. Schließlich ignorieren manche Konten den Suchbegriffbericht monatelang. Das Google Ads Audit Tool hilft Ihnen, solche Probleme schnell zu erkennen. Kurz gesagt: DSA ist keine Kampagne, die sich selbst steuert, sondern ein Entdeckungswerkzeug mit Pflegebedarf.

Warum überführt Google dynamische Suchanzeigen in AI Max?

Am 15. April 2026 kündigte Google im offiziellen Blog an, Dynamic Search Ads auf AI Max umzustellen. Die Ankündigung betrifft drei ältere Funktionen: DSA, automatisch erstellte Assets und die Einstellung für weitgehend passende Keywords auf Kampagnenebene. Google möchte diese Funktionen unter AI Max für Suchkampagnen bündeln.

Der Zeitplan hat sich allerdings einmal geändert. Ursprünglich sollten die automatischen Umstellungen im September 2026 beginnen. Mit einem Update vom 11. Juni 2026 verschob Google den Termin für DSA allerdings auf Februar 2027. Kampagnen mit automatisch erstellten Assets oder weitgehend passenden Keywords auf Kampagnenebene stellt Google dagegen weiterhin ab September 2026 um. Die Google Ads Hilfe nennt Februar 2027 inzwischen ebenfalls als Beginn der automatischen Umstellung für DSA Kampagnen.

Laut Google erzielen AI Max Kampagnen mit allen Funktionen im Schnitt 7 Prozent mehr Conversions oder Conversion Wert bei ähnlichem CPA oder ROAS. Diese Zahl ist eine Angabe von Google selbst und keine Garantie für Ihr Konto. Details finden Sie in der Ankündigung von Google zur DSA Umstellung.

Was passiert bei der Umstellung auf AI Max mit Ihren dynamischen Anzeigengruppen?

Nach Angaben von Google wechseln Kampagnen mit dynamischen Anzeigengruppen zu normalen Anzeigengruppen. Einstellungen und historische Daten überträgt Google in AI Max, damit die Leistung stabil bleibt. Laut Google Ads Hilfe entstehen aus bestehenden dynamischen Suchanzeigen außerdem responsive Suchanzeigen.

Die Aufgabe, die DSA heute erfüllt, verschwindet also nicht. AI Max bietet eine ähnliche Entdeckungsfunktion über den Abgleich von Suchbegriffen, die Textanpassung und die Erweiterung der finalen URL. Zur Steuerung gibt es das Ein und Ausschließen von URLs, das Ein und Ausschließen von Marken sowie Textrichtlinien. Das nächste Gegenstück zu den DSA Ausschlüssen sind somit die URL Ausschlüsse in AI Max.

Gehen Sie trotzdem nicht davon aus, dass jede Einstellung eins zu eins mitwandert. Die Ankündigung von Google nennt keine Details dazu, wie Google Seitenfeeds und auszuschließende Ziele bei der Umstellung behandelt. Dokumentieren Sie deshalb Ihr aktuelles Setup vorher, damit Sie danach vergleichen können. Google weist außerdem darauf hin, dass manche Werbetreibende die DSA Einstellung beim Anlegen neuer Kampagnen im Rahmen eines Vereinfachungstests nicht mehr sehen.

Wie bereiten Sie sich auf die Frist für AI Max vor?

Google empfiehlt ausdrücklich, schon jetzt freiwillig zu AI Max zu wechseln, statt zu warten, und stellt dafür Upgrade Tools bereit. Laut Ankündigung übertragen diese Tools historische Einstellungen und Daten in neue normale Anzeigengruppen. Zudem rät Google, die Wirkung mit Experimenten per Klick zu testen. Meine Checkliste:

  1. Exportieren und archivieren Sie alle dynamischen Ziele, Ausschlüsse und Feed Labels.
  2. Sichern Sie Suchbegriff und Zielseitendaten der letzten 90 Tage für den späteren Vergleich.
  3. Bündeln Sie auszuschließende Keywords in gemeinsamen Ausschlusslisten.
  4. Erstellen Sie die Liste der Seiten, die nie Anzeigen erhalten sollen, neu nach der Logik der URL Ausschlüsse in AI Max.
  5. Prüfen Sie Ihr Conversion Tracking, denn Automatisierung verstärkt Messfehler.
  6. Testen Sie eine wichtige Kampagne vor dem Pflichttermin mit einem Experiment und messen Sie den Unterschied selbst.

So behalten Sie die Umstellung in der eigenen Hand, statt sie dem Kalender von Google zu überlassen. Ist für Ihren Onlineshop etwa das Weihnachtsgeschäft entscheidend, starten Sie das Experiment am besten schon im Frühherbst. Halten Sie Budget und Gebotsstrategie während des Tests konstant; sonst können Sie die Ursache eines Unterschieds nicht isolieren.

Wie prüfen mein Team und ich eine DSA Kampagne?

Wenn wir ein Konto übernehmen, betrachten wir DSA daher immer als eigenes Thema. Zuerst schauen wir auf das Targeting: Deckt die Kampagne alle Seiten ab, oder begrenzt sie ein Feed oder eine URL Regel? Danach prüfen wir, ob die Ausschlussliste aktuell ist und ob die URLs im Feed noch existieren.

Anschließend lesen wir Suchbegriffe und Zielseiten gemeinsam. Wir trennen Seiten, die Geld kosten und nicht konvertieren, und schlagen für starke Seiten eigene Ziele und Gebote vor. Dann prüfen wir die Überschneidung zwischen DSA und Keyword Kampagnen. Schließlich entwerfen wir einen Fahrplan für die Umstellung auf AI Max.

Auch die Website selbst kommt auf den Tisch, denn der Erfolg von DSA hängt an Title Tags und Inhaltsqualität. Wenn Sie Ihre Suchanzeigen auf diese Weise ganzheitlich betreuen lassen möchten, finden Sie die Details in unserer Google Ads Verwaltung.

Lohnen sich dynamische Suchanzeigen heute noch?

Ja, als Werkzeug für die Übergangszeit. DSA läuft bis Februar 2027 weiter, und ein gutes Setup bringt noch immer wertvollen Long Tail Traffic. Statt heute eine große neue DSA Architektur aufzubauen, empfehle ich allerdings, dieselbe Logik so zu planen, dass sie sauber in AI Max übergeht.

Zusammengefasst heißt das: Verbessern Sie Ihre Title Tags, begrenzen Sie das Targeting mit Seitenfeed und URL Regeln, setzen Sie Ausschlüsse ab dem ersten Tag und lesen Sie den Suchbegriffbericht regelmäßig. Halten Sie zudem profitable Suchen als genau passende Keywords und überlassen Sie DSA den Entdeckungsraum. Dann arbeitet Ihre aktuelle Kampagne effizient, und Sie sind für AI Max gerüstet. Egal wie weit die Automatisierung geht: Ihre Inhalte und Ihre Grenzen bestimmen weiterhin die Anzeigenqualität.

Für die Keyword Seite im B2B Umfeld lohnt sich als nächste Lektüre mein Beitrag zu Google Ads Suchkampagnen für B2B. Als Primärquellen empfehle ich die Google Hilfeseiten Dynamische Suchanzeigen, Ziele für dynamische Suchanzeigen und Feeds für dynamische Suchanzeigen.

Häufig gestellte Fragen

Brauchen dynamische Suchanzeigen Keywords?
Nein, dynamische Suchanzeigen arbeiten ohne Keywords. Google crawlt Ihre Website und ordnet jede Suche der passendsten Seite zu. Die Reichweite steuern Sie über alle Seiten, URL Regeln, Kategorien oder einen Seitenfeed. Auszuschließende Keywords brauchen Sie trotzdem, denn damit blockieren Sie unerwünschte Suchen und halten das Budget bei Anfragen mit echter Kaufabsicht.
Kann ich den Anzeigentitel bei DSA selbst schreiben?
Nein, den Anzeigentitel erstellt Google. Er basiert auf dem Inhalt der Zielseite und vor allem auf dem HTML Title Tag. Selbst schreiben Sie nur die Beschreibung. Die Qualität des Titels verbessern Sie also indirekt, indem Sie auf Ihrer Website klare und aussagekräftige Title Tags formulieren. Kodierte oder vage Titel führen direkt zu schwachen Anzeigentiteln.
Wann stellt Google DSA auf AI Max um?
Laut aktuellem Zeitplan von Google stellen sich DSA Kampagnen ab Februar 2027 automatisch auf AI Max um. Ursprünglich war September 2026 geplant, doch am 11. Juni 2026 verlängerte Google die Frist für DSA. Automatisch erstellte Assets und weitgehend passende Keywords auf Kampagnenebene stellt Google dagegen schon ab September 2026 um.
Muss ich einen Seitenfeed verwenden?
Nein, ein Seitenfeed ist optional, aber er bietet die meiste Kontrolle. Ohne Feed können Sie alle Seiten, Kategorien oder URL Regeln nutzen. Mit Feed bestimmen Sie genau, welche URLs in die Auktion gehen, und vergeben bis zu 20 Labels pro URL. Google nennt für das Crawlen eines Feeds durchschnittlich 2 bis 14 Tage.
Konkurrieren DSA und Keyword Kampagnen miteinander?
Ja, beide können in derselben Auktion aufeinandertreffen. Ist ein Suchbegriff identisch mit einem genau passenden Keyword, bevorzugt Google meist die Keyword Anzeige. Bei weitgehend passenden Keywords oder passenden Wortgruppen kann dagegen die dynamische Anzeige erscheinen, wenn ihr Anzeigenrang höher ist. Halten Sie profitable Suchen deshalb als genau passende Keywords.
Lohnen sich dynamische Suchanzeigen für kleine Websites?
Meist bringen sie kleinen Websites nur wenig. Dynamische Anzeigen leben von der Vielfalt der Seiten, deshalb bietet eine Keyword Kampagne bei wenigen Seiten die bessere Kontrolle. Dünne Inhalte und schwache Title Tags führen zudem zu vagen Titeln. Mit wachsendem Sortiment und klarer Struktur wird DSA deutlich interessanter für Ihr Konto.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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