Canonical Tag: Was ist das und wie setzen Sie ihn ein?

Was ist ein Canonical Tag?
Ein Canonical Tag ist ein Link Element, das Suchmaschinen mitteilt, welche URL die Hauptversion ist, wenn mehrere Adressen denselben oder sehr ähnlichen Inhalt zeigen. Dazu setzen Sie es als rel=canonical in den Head der Seite. Google wertet es als starkes Signal, nicht als Befehl; die Entscheidung trifft also am Ende Google.
Angenommen, eine Produktseite lädt unter drei verschiedenen Adressen. Die Suchmaschine muss dann eine davon für die Ergebnisse wählen. Sagen Sie nichts dazu, rät Google also selbst, und das Ergebnis ist nicht immer die Version, die Sie wollen.
Der Canonical Tag ist die leichteste Lösung gegen doppelte Inhalte. Zudem löscht er keine Seite, leitet niemanden um und ändert nichts für Besucher. Konkret sagt er dem Crawler lediglich, welche Adresse zählen soll.
In diesem Leitfaden zeigen wir Syntax, typische Einsatzfälle und die häufigsten Fehler. Wenn Sie das Thema doppelte Inhalte noch nicht kennen, lesen Sie zunächst Duplicate Content: was das ist und ob es dem SEO schadet.
Was teilt ein Canonical Tag den Suchmaschinen mit?
Ein Canonical Tag nennt die URL, die eine Gruppe doppelter Seiten vertreten soll. Die Dokumentation von Google bezeichnet ihn als starkes Signal. In der Praxis folgt Google Ihrem Hinweis meistens, wählt aber eine andere URL, wenn andere Signale widersprechen.
Drei Begriffe sollten Sie auseinanderhalten:
- Canonical URL: die Hauptadresse, die in den Suchergebnissen erscheinen soll.
- Doppelte URL: jede weitere Adresse mit demselben Inhalt, die auf die Canonical zeigt.
- Von Google gewählte Canonical: die Adresse, die Google tatsächlich als Hauptversion behandelt. Sie kann von Ihrer abweichen.
Weichen beide ab, zeigt das dann die Search Console. Dann müssen Sie klären, warum Google eine andere Adresse bevorzugt. Unsere Anleitung zu Canonical Fehlern und ihrer Erkennung in der Search Console führt Sie durch diesen Prozess.
Außerdem bündelt der Tag Signale. Denn Links und Rankingsignale sammeln sich auf der Hauptadresse, statt sich auf Duplikate zu verteilen. Somit trägt eine einzige Seite die volle Kraft.
Wie schreiben Sie einen Canonical Tag? Syntax und Beispiel
Ein Canonical Tag ist eine einzelne Link Zeile im Head der Seite. Das Format sieht so aus: <link rel="canonical" href="https://www.beispiel.de/schuhe/roter-sneaker/" />. Setzen Sie ihn dagegen in den Body, ignoriert Google ihn.
Beachten Sie beim Schreiben diese Regeln:
- Nutzen Sie die vollständige Adresse mit Protokoll, Domain und Pfad. Ein relativer Pfad wie /schuhe/sneaker/ ist daher nicht geeignet.
- Setzen Sie außerdem pro Seite nur einen Canonical. Denn zwei verschiedene Tags können dazu führen, dass Google beide ignoriert.
- Verwenden Sie kein URL Fragment (#). Google unterstützt Fragmente in der Regel nicht.
- Halten Sie Groß und Kleinschreibung, Schrägstrich am Ende und die www Wahl einheitlich mit dem Rest der Website.
Außerdem können Sie den Tag von Ihrem CMS erzeugen lassen. Um Meta Tags gesammelt vorzubereiten, probieren Sie unseren Meta Tag Generator.
Prüfen Sie danach den Quelltext der Seite. Bei dynamischen Seiten sehen Sie nämlich nur so zuverlässig, ob das Template die richtige Adresse ausgibt.
Was ist ein selbstreferenzierender Canonical Tag?
Ein selbstreferenzierender Canonical zeigt auf die eigene URL der Seite. Deshalb empfiehlt die Google Dokumentation, rel=canonical auch auf der Hauptseite selbst zu setzen. Taucht später eine Kopie auf, haben Sie die Hauptversion somit bereits festgelegt.
Das hilft vor allem auf Websites, die Parameter erzeugen können. Hängt zum Beispiel jemand einen Tracking Parameter an Ihre URL, übernimmt die Kopie denselben Canonical Tag. Der Tag nennt weiterhin die Hauptadresse, also zeigt die Kopie von selbst an die richtige Stelle.
Ein selbstreferenzierender Canonical schadet nicht, denn die Seite gilt ohnehin als ihre eigene Hauptversion. Wichtig ist allerdings Konsistenz. Setzen Sie ihn auf manchen Seiten und auf anderen nicht, wird die Pflege daher unübersichtlich.
- Fügen Sie jeder indexierbaren Seite einen selbstreferenzierenden Canonical hinzu.
- Achten Sie darauf, dass der Tag exakt zur URL in Ihrer Sitemap passt.
- Verweisen Sie nie auf eine weitergeleitete oder nicht erreichbare Adresse.
Wann setzen Sie einen Canonical Tag ein?
Setzen Sie einen Canonical Tag ein, sobald derselbe Inhalt unter mehr als einer Adresse erreichbar ist. Die meisten dieser Fälle entstehen unbemerkt. Die Tabelle zeigt deshalb die häufigsten Situationen und die übliche Lösung.
| Situation | Beispiel URLs | Worauf der Canonical zeigt |
|---|---|---|
| Protokoll und www | http://beispiel.de und https://www.beispiel.de | Ihre bevorzugte https Version |
| Tracking Parameter | /produkt?utm_source=mail | Die saubere URL ohne Parameter |
| Filter und Sortierung | /schuhe?farbe=rot&sort=preis | Die Hauptkategorie |
| Schrägstrich am Ende | /kontakt und /kontakt/ | Ein bevorzugtes Format |
| Druck oder Mobilversion | /produkt/drucken/ | Die Hauptproduktseite |
| Syndizierter Inhalt | Derselbe Artikel auf einer anderen Seite | Der Originalartikel |
Die beste Lösung kann sich je nach Zeile unterscheiden. Bei Protokoll und www schlägt eine Weiterleitung zum Beispiel den Canonical. Warum, erklärt der nächste Abschnitt.
Was ist der Unterschied zwischen Canonical Tag und 301 Weiterleitung?
Eine 301 Weiterleitung schickt Nutzer und Crawler an eine andere Adresse. Ein Canonical Tag dagegen lässt Nutzer, wo sie sind, und teilt dem Crawler nur Ihre Präferenz mit. Laut der Google Dokumentation zu doppelten URLs sind Weiterleitungen und rel=canonical starke Signale, eine Sitemap dagegen ein schwaches.
| Merkmal | 301 Weiterleitung | rel=canonical |
|---|---|---|
| Was der Nutzer sieht | Die Zieladresse | Die geöffnete Seite |
| Alte URL noch erreichbar? | Nein | Ja |
| Am besten bei | Dauerhaft verschobener Seite | Beiden Versionen, die offen bleiben müssen |
| Signalstärke | Stark | Stark, aber ein Hinweis |
Kurz gesagt: Leiten Sie weiter, wenn die alte Seite nicht mehr existiert. Wählen Sie einen Canonical, wenn Nutzer beide Versionen brauchen, etwa bei einer gefilterten Liste. Achten Sie außerdem auf Ketten; unser Beitrag zur Weiterleitungskette und ihrer Behebung erklärt das Problem.
Ihre Weiterleitungen testen Sie mit unserem Redirect Checker.
Wie nutzen Sie den Canonical Tag bei URLs mit Parametern?
Bei URLs mit Parametern hängt der richtige Canonical davon ab, ob der Parameter den Inhalt verändert. Tut er das nicht (utm Tags, Session IDs, Empfehlungscodes), zeigt der Canonical auf die saubere URL. Verändert er den Inhalt, prüfen Sie dann, ob jede Version einen eigenen Suchwert hat.
Dieses Vorgehen funktioniert auf den meisten Websites:
- Teilen Sie Ihre Parameter in zwei Gruppen: solche, die den Inhalt ändern, und solche, die das nicht tun.
- Zunächst lassen Sie die nicht ändernden per Canonical auf die saubere URL zeigen.
- Danach belassen Sie gesuchte Filterseiten, etwa nach Farbe oder Marke, bei einem selbstreferenzierenden Canonical.
- Lassen Sie Kombinationen ohne Suchwert, etwa Sortierung oder mehrere Filter, auf die Hauptkategorie zeigen.
Ein häufiger Fehler ist, alle gefilterten Seiten auf die Hauptkategorie zu setzen. Dann können Seiten mit echter Suchnachfrage nicht ranken. Klären Sie daher zuerst, nach welchen Filtern Menschen suchen, und entscheiden Sie danach.
Ersetzen Sie den Canonical außerdem nicht durch die robots.txt. Google rät davon ab, denn ein Bot kann den Canonical Tag einer Seite nicht lesen, die er nicht öffnen darf. Die Regeln der robots.txt behandeln wir in Was ist eine robots.txt und wie erstellen Sie sie.
Wie funktioniert der Canonical Tag bei Paginierung und Filtern?
Bei der Paginierung zeigt jede Seite andere Produkte, also hat jede Seite eigenen Inhalt. Seite 2 und Seite 3 auf Seite 1 zeigen zu lassen, ist deshalb falsch. Jede Seite braucht einen selbstreferenzierenden Canonical; sonst erreichen Produkte auf späteren Seiten die Suchmaschine womöglich nicht.
Gefilterte Seiten sind komplexer. Diese Regeln funktionieren für die meisten Onlineshops:
- Jede paginierte Seite zeigt auf sich selbst.
- Filterkombinationen, nach denen niemand sucht, zeigen auf die Hauptkategorie.
- Prüfen Sie bei einer Alle anzeigen Seite zunächst die Ladezeit, bevor Sie sie zum Canonical Ziel machen.
- Verlinken Sie die Paginierung mit echten a href Links, denen Crawler folgen können.
Beispielrechnung: Eine Kategorie hat 12 Listenseiten, und alle zeigen auf Seite 1. Dann bevorzugt die Suchmaschine nur die Produkte der ersten Seite. Somit hängt der Zugang zu den übrigen von internen Links und der Sitemap ab. Wir haben diese Zahl also nur zur Veranschaulichung gewählt.
Was ist ein domainübergreifender Canonical Tag?
Ein domainübergreifender Canonical zeigt von einer Seite auf einer Domain auf eine URL einer anderen Domain. Google unterstützt das. Konkret nutzen Sie es, wenn Sie Inhalte auf einer Partnerseite erneut veröffentlichen und das Original auf Ihrer eigenen Seite als Hauptversion gelten soll.
Beide Seiten müssen mitspielen. Die veröffentlichende Seite muss zustimmen, ihren Canonical auf Ihre URL zu setzen. Tut sie das nicht, entscheidet Google dann selbst, und die andere Seite kann Sie überholen.
Diese Methode ist in wenigen Fällen sinnvoll:
- Sie veröffentlichen einen Blogbeitrag auf einem Branchenportal erneut.
- Sie liefern denselben Produktkatalog auf zwei Domains aus.
- Sie können bei einem Domainumzug für einzelne Seiten keine Weiterleitungen einrichten.
Für dauerhafte Umzüge nutzen Sie stattdessen eine 301 Weiterleitung. Ein Canonical ist nur ein Hinweis und daher für eine Migration nicht stark genug.
Wie legen Sie den Canonical per HTTP Header oder Sitemap fest?
Google akzeptiert drei Methoden: das Link Element im Head, einen HTTP Header und eine Sitemap. Allerdings funktioniert das Link Element nicht bei Dateien ohne HTML, etwa PDFs. Für diese Dateien ergänzen Sie in der Serverantwort einen Header wie Link: <https://www.beispiel.de/bericht/>; rel="canonical".
Eine Sitemap ist ein schwaches Signal. Dort führen Sie nur kanonische URLs auf, und Google neigt zu ihnen. Welche URL das Duplikat ist, ermittelt Google dennoch selbst.
Eine Regel ist wichtig: Nennen Sie für dieselbe Seite nie verschiedene Canonicals über unterschiedliche Methoden. Zeigt das HTML auf eine URL und die Sitemap auf eine andere, löst Google den Konflikt auf eigene Weise.
- Nutzen Sie für eine URL sowohl Link Element als auch HTTP Header, müssen beide identisch sein.
- Zudem tragen Sie keine nicht kanonischen URLs in die Sitemap ein.
- Halten Sie Ihre Sitemap mit unserem XML Sitemap Generator sauber.
Auch Datumsangaben zählen; lesen Sie dazu unseren Beitrag zu lastmod in der Sitemap.
Was passiert, wenn Sie den Canonical Tag per JavaScript einfügen?
Ein per JavaScript eingefügter Canonical Tag kann funktionieren, ist aber der riskantere Weg. Die Google Dokumentation rät, den Canonical im HTML Quelltext zu setzen und dafür zu sorgen, dass JavaScript ihn nicht ändert. Können Sie ihn nicht im HTML setzen, lassen Sie ihn dort weg und setzen ihn nur per JavaScript.
Das Problem entsteht also, wenn der Server eine URL liefert und JavaScript sie später durch eine andere ersetzt. Google sieht dann widersprüchliche Signale, und das kann dazu führen, dass es den Canonical ignoriert.
Bei Single Page Anwendungen gehen Sie so vor:
- Erzeugen Sie den Canonical auf dem Server und geben Sie ihn in der ersten HTML Antwort aus.
- Danach prüfen Sie in den Entwicklertools des Browsers, dass JavaScript den Tag später nicht überschreibt.
- Öffnen Sie das URL Prüftool der Search Console und sehen Sie sich das gerenderte HTML an.
- Zuletzt kontrollieren Sie, dass sich der Tag beim Seitenwechsel aktualisiert.
Anders gesagt vergleichen Sie den Quelltext mit der gerenderten Seite. Zeigen beide denselben Canonical, ist somit alles in Ordnung.
Können Sie Canonical Tag und noindex zusammen verwenden?
Nein. Canonical und noindex auf derselben Seite senden widersprüchliche Signale. Der Canonical sagt, Signale sollen auf eine andere URL wandern, während noindex Google bittet, die Seite zu verwerfen. Google rät in seiner Dokumentation außerdem, noindex nicht zu nutzen, um die Canonical Auswahl zu verhindern.
Beide dienen verschiedenen Zielen. Ein Canonical führt doppelte Versionen zusammen. Noindex dagegen ist für Seiten, die gar nicht erscheinen sollen. Ersetzen Sie daher nie das eine durch das andere.
| Ziel | Richtiges Mittel | Warum |
|---|---|---|
| Doppelte Versionen auf einer URL bündeln | rel=canonical | Verlagert Signale auf die Haupt URL |
| Seite aus der Suche heraushalten | noindex | Verhindert die Indexierung |
| Crawling blockieren | robots.txt | Begrenzt den Zugriff des Crawlers |
| Seite dauerhaft verschieben | 301 Weiterleitung | Schickt Nutzer und Bots zur neuen URL |
Die Details lesen Sie in noindex und nofollow im Vergleich zur robots.txt. Zeigt die Search Console einen Ausschluss wegen noindex, hilft unser Beitrag Durch noindex Tag ausgeschlossen.
Wie arbeiten Canonical Tag und hreflang zusammen?
Daher sollte auf mehrsprachigen Websites jede Sprachversion auf sich selbst zeigen. Laut Google Dokumentation müssen Sie bei hreflang eine kanonische Seite in derselben Sprache angeben, oder in der bestmöglichen Ersatzsprache, falls es keine gibt.
Der häufigste Fehler ist, alle Sprachversionen auf eine einzige Sprache zu setzen, etwa Deutsch. Dann behandelt Google die anderen Sprachen als Duplikate, und hreflang greift nicht mehr.
- Jede Sprachversion hat einen Canonical, der auf die eigene URL zeigt.
- Die hreflang Tags sind wechselseitig: Seite A zeigt auf B, und B zeigt auf A.
- Canonical und hreflang URLs stimmen exakt überein.
Zum Erstellen der Tags nutzen Sie unseren hreflang Generator. Die Regeln lernen Sie in Was ist das hreflang Tag.
Welche Fehler passieren beim Canonical Tag am häufigsten?
Am häufigsten setzen Websites den Tag an die falsche Stelle, zeigen auf eine weitergeleitete oder nicht erreichbare URL oder verweisen alle Seiten auf die Startseite. Diese Fehler verschwenden daher Signale und erscheinen als Warnungen in der Search Console.
In Website Analysen sehen wir bei unserem Team oft diese Fälle:
- Der Tag steht im Body oder in einem defekten Head, daher sieht Google ihn nie.
- Der Canonical zeigt auf eine alte URL, die per 301 weiterleitet.
- Alle Seiten zeigen auf die Startseite, deshalb verlieren Inhaltsseiten an Wert.
- Der Tag nutzt einen relativen Pfad, deshalb liest Google ihn gegen die falsche Basis.
- Auf derselben Seite stehen zwei verschiedene Canonical Tags.
- Das Canonical Ziel trägt noindex oder trifft auf eine Regel der robots.txt.
Diagnose und Lösung für jeden Fall lesen Sie in unserem Leitfaden zu Canonical Fehlern. Wie solche Fehler in Berichten aussehen, zeigt unsere Google Search Console Anleitung.
Wie prüfen Sie, ob der Canonical Tag funktioniert?
Um zu bestätigen, dass ein Canonical funktioniert, schauen Sie in drei Quellen: den Seitenquelltext, das URL Prüftool der Search Console und den Seitenindexierungsbericht. Der Quelltext zeigt Ihren Tag, das Prüftool zeigt, welche Adresse Google gewählt hat.
Gehen Sie Schritt für Schritt vor:
- Suchen Sie den Canonical Tag im Quelltext und prüfen Sie, ob die Adresse stimmt.
- Dann geben Sie die URL im URL Prüftool ein.
- Vergleichen Sie die vom Nutzer angegebene Canonical mit der von Google gewählten.
- Weichen sie ab, prüfen Sie zudem, ob die beiden Seiten wirklich ähnlich sind.
- Listen Sie Ausschlüsse mit Canonical Bezug im Indexierungsbericht auf.
Status wie Alternative Seite mit richtigem kanonischen Tag sind meist normal. Allerdings wird es problematisch, wenn Seiten in dieser Liste landen, die selbst kanonisch sein sollten. Bei Indexierungsproblemen helfen nicht indexierte Seiten finden.
Für Massenprüfungen crawlen Sie Ihre URLs und vergleichen die Canonical Spalte mit der Adresse. Abweichende Zeilen bilden Ihre Prüfliste.
Warum kann Google Ihren Canonical Tag ignorieren?
Google behandelt den Canonical als Hinweis, nicht als Befehl. Widersprechen andere Signale, kann es also Ihre Wahl überstimmen. Weiterleitungen, interne Links, die Sitemap, der HTTPS Status und die Inhaltsähnlichkeit fließen in diese Entscheidung ein.
Das sind die typischen Gründe, warum Google einen Canonical ablehnt:
- Die beiden Seiten sind in Wahrheit nicht gleich; ihre Inhalte unterscheiden sich deutlich.
- Außerdem führen die meisten internen Links auf eine andere Adresse.
- Ihre Sitemap enthält nicht kanonische URLs.
- Das Canonical Ziel liefert einen Fehler oder antwortet langsam.
- Die Seite erzeugt nach dem Ausführen von JavaScript einen anderen Tag.
Die Lösung ist, Ihre Signale auszurichten. Nutzen Sie dieselbe Adresse in internen Links, in der Sitemap und im Canonical. Somit stimmen Googles Präferenz und Ihre überein.
Zudem können Sie die Inhalte wirklich trennen. Führen Sie zwei ähnliche Seiten zusammen oder geben Sie jeder einen eigenen Mehrwert.
Was bringt ein Canonical Tag für das SEO?
Ein Canonical Tag sammelt die Signale, die doppelte URLs sonst zerstreuen würden. Lebt eine Seite unter drei Adressen, sollen sich Links und Klicks auf einer sammeln, statt sich dreifach aufzuteilen. Dadurch kann die Hauptseite somit mit voller Kraft ranken.
Zunächst nennen wir die Crawl Effizienz als zweiten Nutzen. Google konzentriert sich auf die Hauptversion, statt jede ähnliche Kopie einzeln zu bewerten. Bei Websites mit Tausenden Seiten zählt das, denn jede Anfrage an ein Duplikat kann die Entdeckung neuer Seiten verzögern.
Der dritte Nutzen ist die richtige Adresse in den Ergebnissen. Nutzer landen auf der sauberen URL, nicht auf einer Parameter oder Druckversion. Teilen, Verlinken und Klickverhalten sammeln sich dann auf der sauberen Adresse.
- Signale bündeln sich auf einer URL.
- Der Crawl Aufwand verschiebt sich von Duplikaten auf Hauptseiten.
- Ihre bevorzugte URL erscheint häufiger in den Ergebnissen.
- Sie können bei syndizierten Inhalten die Originalquelle benennen.
Trotzdem ist ein Canonical kein Zaubermittel. Produzieren Sie weiter Duplikate und decken sie nur mit einem Tag ab, verschieben Sie das Problem. Finden Sie zuerst die Quelle des Duplikats und nutzen Sie den Tag dann als Sicherheitsnetz.
Wie fügen Sie in WordPress und anderen Systemen einen Canonical Tag hinzu?
WordPress fügt den meisten Seiten standardmäßig einen Canonical hinzu. Zudem erlauben Plugins wie Yoast SEO und Rank Math eine genauere Steuerung. Meist müssen Sie also keinen Code von Hand schreiben.
Verlassen Sie sich dennoch nicht darauf, dass die automatische Ausgabe auf jeder Seite stimmt. Denn Kategorie, Schlagwort und Archivseiten können unerwartete Adressen erzeugen. Zudem entstehen zwei Canonicals auf einer Seite, wenn zwei Plugins gleichzeitig einen Tag ausgeben.
Egal welches System, gehen Sie so vor:
- Prüfen Sie die Canonical Ausgabe Ihres Plugins oder Themes im Quelltext.
- Dann deaktivieren Sie das zweite Plugin, falls es einen doppelten Tag ausgibt.
- Testen Sie, wie sich URLs mit Parametern und paginierte URLs verhalten.
- Testen Sie eigene Beitragstypen und Produktvarianten gesondert.
Bei individuell programmierten Websites erzeugen Sie den Canonical in der Template Datei. Konkret nutzen Sie eine einzige Funktion, die die aktuelle URL vollständig ausgibt. Dann folgt jede Seite derselben Regel, und Sie beheben Fehler an einer Stelle.
Wie richten Sie Canonical Tags für Produktvarianten ein?
Bei Produktvarianten hängt die Entscheidung davon ab, ob eine Variante für den Nutzer ein eigenes Produkt ist. Erscheinen die Farben eines Sneakers als Auswahl auf einer Seite, genügt eine einzige URL. Hat jede Farbe eine eigene Adresse, müssen Sie dagegen entscheiden.
Es gibt zwei Ansätze:
- Unterscheiden sich Varianten nur durch Farbe oder Größe, zeigen alle auf das Hauptprodukt.
- Hat eine Variante eigene Suchnachfrage und anderen Inhalt, zeigt sie auf sich selbst.
Schauen Sie bei der Entscheidung auf das Suchverhalten. Suchen Menschen nach einem roten Modell, sollte die rote Variantenseite unter eigener Adresse im Index stehen. Für Varianten, nach denen niemand sucht, ist deshalb der Verweis auf das Hauptprodukt sauberer.
Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Produkt Schema zur Canonical URL passt. Preis und Lagerbestand sollten auf der Hauptadresse stimmen. Sonst widerspricht das Rich Result in der Suche der Seite.
Wie funktioniert der Canonical Tag bei mobilen Seiten und AMP?
Betreiben Sie eine eigene mobile URL (etwa m.beispiel.de), zeigt die Desktopseite per rel=alternate auf die mobile Version, und die mobile Seite zeigt per Canonical auf die Desktopseite. Die Google Dokumentation sagt, Sie sollen das Alternate Element neben die Canonical Angabe setzen.
Mit responsivem Design brauchen Sie dieses Paar allerdings nicht. Eine Adresse bedient alle Geräte, und ein selbstreferenzierender Canonical genügt. Deshalb empfehlen wir für neue Projekte keine eigene mobile URL.
Pflegen Sie eine ältere Website mit getrennten mobilen URLs, beachten Sie diese Punkte:
- Desktop und mobile Seite tragen denselben Inhalt.
- Die mobile Seite zeigt per Canonical auf die Desktopseite.
- Die Desktopseite verweist per Alternate auf die mobile Seite.
- Keine der beiden Adressen erzeugt eine Weiterleitungskette.
Außerdem braucht dieses Setup zusätzliche Pflege und lädt zu Fehlern ein. Der Umstieg auf responsives Design ist meist die gesündere Lösung.
Welche Irrtümer rund um den Canonical Tag sind verbreitet?
Der größte Irrtum ist, ein Canonical Tag sei ein Befehl. Google liest ihn als starken Hinweis. Deshalb garantiert der Tag nicht, dass Google genau diese URL wählt.
Ein weiterer Irrtum besagt, ein Canonical beseitige doppelte Inhalte. Der Tag bündelt nur Signale. Denn doppelte Seiten existieren weiter und werden weiter gecrawlt. Unterscheiden sich ihre Inhalte stark, ignoriert Google den Tag unter Umständen.
Diese Irrtümer hören wir am häufigsten:
- Ein Canonical löscht eine Seite aus dem Index: Nein, er führt zusammen.
- Alle Seiten auf die Startseite zu setzen ist sicher: Nein, das versteckt Ihre Inhaltsseiten.
- Ein Canonical ersetzt die robots.txt: Nein, beide erfüllen andere Aufgaben.
- Ein Canonical verbessert das Ranking: Nein, er verhindert nur Signalverlust.
Die meisten dieser Irrtümer entstehen, weil man die Grenzen des Tags nicht kennt. Sehen Sie ihn als Sicherheitsnetz. Um das Grundproblem zu lösen, brauchen Sie dennoch saubere Inhalte und eine saubere URL Struktur.
Wer sollte im Team über Canonical Entscheidungen bestimmen?
Eine Canonical Entscheidung wirkt technisch, ist aber eigentlich eine Inhalts und Produktentscheidung. SEO Verantwortliche, Content Team und Entwickler sollten gemeinsam festlegen, welche Seite die Hauptseite ist. Entscheidet nur der Entwickler, zeigen daher womöglich gesuchte Seiten auf die Hauptkategorie.
Der Ablauf, den wir empfehlen, ist einfach. Zunächst listet die SEO Seite, welche Adressen Suchwert tragen. Dann baut der Entwickler diese Regeln ins Template ein. Zum Schluss prüfen Sie nach dem Launch die von Google gewählten Canonicals in der Search Console.
- Die SEO Seite listet URLs und Parameter mit Suchwert.
- Dann setzt der Entwickler die Regeln auf Template Ebene um.
- Danach prüfen Sie nach dem Launch Beispiel URLs im Quelltext.
- Jeden Monat sehen Sie sich die von Google gewählten Canonicals in der Search Console an.
So weiß bei einem Problem jeder, wer was prüft. Außerdem denken Sie bei jedem neuen Template die Canonical Regel von Anfang an mit. Ein Template vervielfacht seine Fehler zusammen mit den Seiten.
Wie sieht eine Canonical Checkliste vor dem Launch aus?
Gehen Sie die folgende Liste vor der Veröffentlichung durch. Sie ist die Kurzfassung der Reihenfolge, der unser Team bei Website Analysen folgt. Somit schließt jeder Punkt im Voraus eine Fehlerklasse aus.
- Hat jede indexierbare Seite genau einen Canonical Tag im Head?
- Ist die Adresse vollständig, also mit Protokoll und Domain?
- Liefert das Canonical Ziel eine 200 Antwort, ohne Weiterleitung oder Fehler?
- Trägt das Ziel noindex oder trifft es auf eine Regel der robots.txt?
- Stimmen die Sitemap URLs mit den kanonischen URLs überein?
- Zeigt auf einer mehrsprachigen Website jede Sprache auf sich selbst?
- Ändert JavaScript den Tag später?
- Zeigen URLs mit Parametern auf die saubere Adresse?
Dabei wenden Sie diese Liste pro Template an, nicht pro Seite. Eine Prüfung je für Produkt, Kategorie und Blog Template genügt zum Beispiel. Steckt der Fehler im Template, trifft er daher Tausende Seiten auf einmal.
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