Warenkorbabbrüche reduzieren: UX Strategien für den Checkout im E-Commerce

Was sind Warenkorbabbrüche und wie können Sie Warenkorbabbrüche reduzieren?
Ein Warenkorbabbruch liegt vor, wenn Besucher Produkte in den Warenkorb legen, den Shop aber ohne Bestellung verlassen. Sie können Warenkorbabbrüche reduzieren, indem Sie alle Kosten früh zeigen, einen Gastkauf anbieten, Formularfelder kürzen, Vertrauen im Bezahlschritt stärken und rechtzeitig Erinnerungsmails verschicken.
Seit 2012 begleite ich E-Commerce Projekte. Dabei sehe ich immer wieder dasselbe Muster: Das meiste Geld geht zwischen Warenkorb und Kaufbutton verloren. Deshalb konzentriere ich mich in diesem Beitrag nur auf diesen Abschnitt. Produktseiten und Bildsprache sind eigene Themen, also lasse ich sie hier bewusst weg. Die Zahlen stammen aus öffentlichen Daten des Baymard Institute.
Wie berechnen Sie Ihre Abbruchquote im Warenkorb?
Die Formel ist einfach. Zunächst teilen Sie die abgeschlossenen Bestellungen durch die Sitzungen mit Warenkorb. Dann ziehen Sie das Ergebnis von eins ab. Zum Beispiel: Aus 1.000 Warenkörben entstehen 300 Bestellungen, also liegt die Quote bei 70 Prozent. Das ist eine Beispielrechnung; Ihr Shop zeigt einen eigenen Wert.
Allerdings zählt die saubere Messung mehr als die Formel. In vielen Shops feuert das Warenkorb Event gar nicht oder doppelt. Daher prüfen Sie zuerst Ihr GA4 Setup. Die GA4 Anleitung zur E-Commerce Messung von Google beschreibt die nötigen Events.
- add_to_cart: Der Besucher legt ein Produkt in den Warenkorb.
- begin_checkout: Der Besucher startet den Checkout.
- add_shipping_info: Der Besucher ergänzt die Lieferdaten.
- add_payment_info: Der Besucher wählt eine Zahlungsart.
- purchase: Die Bestellung ist abgeschlossen.
Somit erhalten Sie statt einer einzigen Zahl eine Karte der Verluste pro Schritt. Ohne diese Karte bleibt jede Änderung eine Vermutung.
Wie hoch ist die durchschnittliche Abbruchquote?
Das Baymard Institute fasst 50 Studien zusammen und nennt eine durchschnittliche dokumentierte Abbruchquote von 70,22 Prozent. Anders gesagt: Etwa sieben von zehn Besuchern mit gefülltem Warenkorb kaufen nicht. Quelle: Baymard Institute, Statistiken zu Warenkorbabbrüchen.
Trotzdem sollten Sie diese Zahl nicht als Ziel sehen. Branche, Bestellwert, Gerätemix und Traffic Quelle verschieben den Wert stark. Zum Beispiel verhalten sich kalte Anzeigenbesucher ganz anders als treue Newsletter Abonnenten. Deshalb vergleichen Sie am besten mit Ihren eigenen Vorwerten.
Zudem ist ein Teil der Abbrüche ganz normal. Laut Baymard stöbern viele Besucher nur, vergleichen Preise oder merken sich Produkte für später. Das ändert kein Design. Ihr eigentliches Ziel lautet daher anders: Sie wollen den kaufbereiten Kunden halten, der im Checkout hängen bleibt.
Warum brechen Kunden den Kauf im Warenkorb ab?
Wenn Baymard die reinen Stöberer aus der Umfrage herausrechnet, ergeben sich die folgenden Gründe. Die Liste zeigt Ihnen genau, wo Sie ansetzen, wenn Sie Warenkorbabbrüche reduzieren möchten.
| Grund für den Abbruch | Anteil | Handlungsfeld |
|---|---|---|
| Zusatzkosten zu hoch (Versand, Steuern, Gebühren) | 40 % | Kostentransparenz |
| Lieferung zu langsam | 20 % | Lieferoptionen |
| Kein Vertrauen bei Kartendaten | 19 % | Vertrauenssignale |
| Kundenkonto war Pflicht | 18 % | Gastkauf |
| Checkout zu lang oder kompliziert | 17 % | Formular kürzen |
| Fehler oder Abstürze der Website | 17 % | Technische Qualität |
| Rückgabebedingungen unbefriedigend | 13 % | Rückgabetext |
| Gesamtkosten nicht vorab sichtbar | 12 % | Kostentransparenz |
| Kreditkarte abgelehnt | 10 % | Fehlermeldungen |
| Zu wenige Zahlungsarten | 9 % | Zahlungsauswahl |
Die Quelle ist erneut das Baymard Institute. Auffällig ist vor allem eines: Die meisten Gründe betreffen den Ablauf, nicht das Produkt. Kurz gesagt liegt der Großteil der Lösung in Ihrer Hand, wenn Sie Warenkorbabbrüche reduzieren wollen.
Warum sind überraschende Kosten der größte Abbruchgrund?
Zunächst sieht der Kunde einen Produktpreis und entscheidet sich zum Kauf. Dann tauchen im letzten Schritt Versandkosten und Gebühren auf. Dieser Moment zerstört den Preis, den der Kunde im Kopf hatte. Zudem fühlt er sich getäuscht; dieses Gefühl wiegt oft schwerer als die Kosten selbst.
Deshalb zeigen Sie die Versandkosten bereits im Warenkorb. Idealerweise nennen Sie eine Schätzung, sobald ein Produkt im Warenkorb liegt. Haben Sie eine Grenze für kostenlosen Versand, dann ergänzen Sie einen Hinweis wie „Noch 15 Euro bis zum kostenlosen Versand“. So schaffen Sie Klarheit und steigern womöglich den Bestellwert.
- Zeigen Sie geschätzte Versandkosten, ohne vorher die Postleitzahl abzufragen.
- Schreiben Sie direkt neben den Preis, ob die Mehrwertsteuer enthalten ist.
- Nennen Sie Zusatzgebühren, etwa für Nachnahme, vor der Auswahl.
- Legen Sie das Gutscheinfeld hinter einen kleinen Link statt in eine große Box.
Der letzte Punkt ist wichtig, denn ein auffälliges Gutscheinfeld schickt Kunden ohne Code auf die Suche nach einem Rabatt. Außerdem prüfen Sie die angezeigten Bruttopreise am besten vor jeder Kampagne noch einmal selbst.
Wie zeigen Sie die Gesamtkosten von Anfang an?
Laut Baymard verlassen 12 Prozent der Käufer den Shop, weil sie die Gesamtkosten nicht vorab sehen. Also ist nicht nur der hohe Preis das Problem. Auch Unsicherheit kostet Umsatz. Je früher Kunden die Endsumme sehen, desto leichter fällt die Entscheidung.
In der Praxis empfehle ich eine feste Bestellübersicht. Zwischensumme, Versand, Rabatt und Gesamtsumme stehen in jedem Schritt in derselben Box. Auf dem Smartphone darf diese Übersicht einklappen. Dennoch bleibt die Gesamtsumme immer sichtbar.
Dazu eine Beispielrechnung: Ein Kunde legt ein Produkt für 48 Euro in den Warenkorb, der Versand kostet 6 Euro. Steht dort bereits „Gesamt: 54 Euro“, erlebt er am Ende keine Überraschung. Schließlich rechnet der Kunde ohnehin im Kopf mit. Nehmen Sie ihm diese Arbeit ab, dann gewinnen Sie Vertrauen.
Ebenso sorgfältig gehen Sie mit Rabatten um. Stehen alter und neuer Preis nebeneinander, dann nennen Sie auch die Ersparnis. Mit dem Rabatt Rechner prüfen Sie Ihre Prozentwerte. Denn ein falscher Prozentsatz beschädigt Vertrauen schnell.
Wie wirkt sich der Gastkauf auf Warenkorbabbrüche aus?
In der Baymard Umfrage nennen 18 Prozent der Käufer die Pflicht zum Kundenkonto als Abbruchgrund. Diesen Grund kontrollieren Sie vollständig. Folglich gehört der Gastkauf zu den schnellsten Hebeln, wenn Sie Warenkorbabbrüche reduzieren wollen.
Allerdings reicht es nicht, den Gastkauf nur anzubieten. Sie müssen ihn auch deutlich zeigen. Viele Shops verstecken ihn hinter einem kleinen Textlink. Ich bevorzuge daher drei klare Optionen zu Beginn: als Gast fortfahren, anmelden oder Konto erstellen. Die Gastoption steht zuerst und fällt am stärksten auf.
Sollten Sie also auf Kundenkonten verzichten? Nein. Verschieben Sie das Angebot auf die Zeit nach dem Kauf. Auf der Dankeseite schreiben Sie zum Beispiel: „Ihre Daten sind gespeichert, vergeben Sie nur noch ein Passwort.“ Somit sichern Sie die Bestellung und behalten trotzdem den Kundendatensatz.
Außerdem verkürzt ein Social Login den Ablauf. Machen Sie ihn allerdings nie zur Pflicht, weil manche Kunden ihre Konten nicht verknüpfen wollen.
Wie viele Felder braucht ein Checkout Formular?
Laut Baymard zeigt ein durchschnittlicher Checkout standardmäßig 23,48 Formularelemente. Zählen Sie nur die Eingabefelder, dann sind es 14,88. Dieselbe Quelle nennt für einen idealen Checkout nur 12 bis 14 Formularelemente, also 7 bis 8 Felder.
Diese Lücke zeigt viel Raum zur Vereinfachung. Öffnen Sie daher Ihr Formular und stellen Sie zu jedem Feld eine Frage: Kann ich die Bestellung ohne diese Angabe liefern? Lautet die Antwort ja, dann entfernen Sie das Feld oder machen es optional.
- Fassen Sie Vor und Nachname in einem Feld zusammen.
- Übernehmen Sie die Lieferadresse standardmäßig als Rechnungsadresse.
- Verstecken Sie die zweite Adresszeile hinter einem Link.
- Blenden Sie Firmenname und USt ID nur bei Firmenrechnung ein.
- Streichen Sie das Feld zur Bestätigung der E-Mail und prüfen Sie Tippfehler direkt beim Eingeben.
Allgemeine Prinzipien finden Sie in meinem Beitrag zur Optimierung von Formularen. Dort geht es zwar um Termin und Angebotsformulare, dennoch gilt dieselbe Logik auch im Checkout.
Warum sind Autofill und passende Eingabetypen so wichtig?
Felder zu streichen ist der erste Schritt. Danach sorgen Sie dafür, dass Kunden die übrigen Felder schnell ausfüllen. Die Autofill Funktion des Browsers setzt Adresse und Kartendaten in Sekunden ein, sofern das Formular sauber ausgezeichnet ist. Der web.dev Leitfaden zu Autofill empfiehlt dafür korrekte autocomplete Werte.
Konkret nutzen Sie autocomplete="name" für den Namen und "email" für die E-Mail Adresse. Ebenso setzen Sie "tel" für die Telefonnummer sowie passende Werte für Postleitzahl und Kartennummer. Diese kleinen Attribute machen vor allem mobil einen großen Unterschied.
- Öffnen Sie bei Telefonfeldern eine Zifferntastatur.
- Zeigen Sie bei E-Mail Feldern eine Tastatur mit @ Zeichen.
- Gliedern Sie Kartennummern automatisch in Vierergruppen.
- Erfassen Sie das Ablaufdatum in einem Feld im Format MM/JJ.
Zudem verbessern diese Einstellungen die Barrierefreiheit. Nutzer mit Screenreader machen bei klar beschrifteten Feldern deutlich weniger Fehler. Den größeren Rahmen für kleine Bildschirme beschreibe ich im Beitrag zu Mobile First Design.
Wie sollten Fehlermeldungen und Validierung aussehen?
Eine rote Warnung oben auf der Seite nach dem Absenden gehört zu den frustrierendsten Momenten im Checkout. Kunden, die das fehlerhafte Feld erst suchen müssen, geben schnell auf. Deshalb prüfen Sie Eingaben direkt im Feld.
Bei der Inline Validierung läuft die Prüfung, sobald der Kunde ein Feld verlässt. Die Meldung erscheint dann direkt darunter. Außerdem bleibt der Ton hilfreich statt vorwurfsvoll. „Ungültige Eingabe“ hilft niemandem. Dagegen löst „Bitte geben Sie Ihre Telefonnummer mit Vorwahl ein“ das Problem.
Abgelehnte Karten brauchen besondere Sorgfalt. Baymard nennt diesen Grund mit 10 Prozent. Setzen Sie deshalb das Formular nach einer Ablehnung nicht zurück. Stattdessen bleiben die Adressdaten stehen, und der Kunde wählt eine andere Karte oder Zahlungsart.
Zudem löschen Sie niemals, was der Kunde eingetippt hat. Auch nach einem Neuladen der Seite bleiben Adresse und Kontaktdaten erhalten. Kaum ein Kunde füllt dasselbe Formular gern zweimal aus.
Wie schaffen Sie Vertrauen im Bezahlschritt?
Laut Baymard verlassen 19 Prozent der Käufer den Shop, weil sie ihm ihre Kartendaten nicht anvertrauen. Also müssen Sie Vertrauen im Checkout neu aufbauen. Vielleicht hat der Kunde Ihnen auf der Produktseite vertraut. Beim Eintippen der Kartennummer stellt er diese Frage allerdings erneut.
Dafür brauchen Sie keine Wand aus Siegeln. Stattdessen hilft ein einheitliches Design mehr. Die Bezahlseite sieht aus wie der Rest des Shops, mit demselben Logo und denselben Farben. Leiten Sie auf eine andere Domain weiter, dann kündigen Sie das vorher an.
- Platzieren Sie die Kartenfelder in einer optisch abgesetzten Box.
- Nennen Sie den Zahlungsanbieter und den 3D Secure Schritt vorab.
- Halten Sie Telefonnummer oder Chat für den Support sichtbar.
- Fassen Sie die Rückgaberegel in einem Satz neben dem Kaufbutton zusammen.
So sehen Kunden die Antworten, bevor sie fragen müssen. Die breitere Liste an Vertrauenssignalen behandle ich in einem eigenen Beitrag. Hier wähle ich also nur die Punkte, die im Moment der Zahlung zählen.
Wie beeinflussen Lieferzeit und Rückgaberegeln den Abbruch?
Baymard nennt eine zu langsame Lieferung mit 20 Prozent und unbefriedigende Rückgaberegeln mit 13 Prozent. Beide Gründe betreffen eher die Kommunikation als das Design. Oft ist die Lieferung gar nicht langsam. Stattdessen fehlt einfach ein erwartetes Lieferdatum.
Daher ersetzen Sie vage Angaben wie „2 bis 4 Werktage“ nach Möglichkeit durch ein konkretes Lieferdatum. Ein klarer Satz wie „Bis 15 Uhr bestellt, heute versendet“ hilft Kunden bei der Planung. Bieten Sie Expressversand an, dann zeigen Sie ihn samt Preis im Warenkorb.
Für die Rückgabe kopieren Sie keinen langen Rechtstext in den Checkout. Stattdessen nennen Sie drei kurze Fakten: die Frist, wer den Rückversand zahlt und wann das Geld zurückkommt. Danach verlinken Sie die vollständige Regelung.
Somit wird aus Liefer und Rückgabeinfos eine überzeugende Botschaft. Kurz gesagt: Wer Warenkorbabbrüche reduzieren will, entfernt Unsicherheit. Sobald Sie das tun, schieben Kunden die Entscheidung nicht mehr auf.
Welche Zahlungsarten sollten Sie anbieten?
In den Baymard Daten landen fehlende Zahlungsarten mit 9 Prozent weiter unten. Allerdings kann dieser Anteil für bestimmte Zielgruppen entscheidend sein. Im deutschsprachigen Raum erwarten viele Kunden zum Beispiel den Kauf auf Rechnung oder PayPal. Fehlen diese Optionen, dann kaufen sie woanders.
Andererseits ist es auch keine Lösung, jede Zahlungsart einzubauen. Zu viele Optionen erzeugen Entscheidungsmüdigkeit und überladen die Seite. Deshalb entscheide ich anhand echter Bestelldaten: Welche Zahlungsarten nutzen Kunden, und welche wählt niemand?
- Kredit und Debitkarte: die Basis, mit klaren Konditionen.
- Digitale Wallets: Sie verkürzen den Checkout auf dem Smartphone.
- Kauf auf Rechnung: im deutschsprachigen Raum oft erwartet.
- Überweisung: sinnvoll für B2B Kunden und hohe Beträge.
Ratenzahlung kündigen Sie am besten schon in der Warenkorbübersicht an, statt sie erst im Bezahlschritt zu zeigen. So kennt der Kunde die Monatsrate, bevor er weitergeht.
Wie leeren technische Fehler und Ladezeit den Warenkorb?
In der Baymard Liste erreichen Fehler und Abstürze 17 Prozent. Das entspricht genau dem Anteil für zu lange Checkouts. Somit zeigt sich, wie direkt technische Qualität zu Umsatzverlust führt. Auch deshalb gilt: Ohne stabile Technik lassen sich keine Warenkorbabbrüche reduzieren. Ein einziger JavaScript Fehler auf der Bezahlseite kann Ihr gesamtes Werbebudget verbrennen.
Deshalb testen Sie den Checkout regelmäßig auf verschiedenen Geräten und Browsern. Achten Sie vor allem auf die Rückkehr vom 3D Secure Bildschirm der Bank. Genau dort verlieren viele Shops Bestellungen. Außerdem stellen Sie sicher, dass der Warenkorb ein Sitzungsende übersteht.
Bei der Ladezeit halten Sie zusätzliche Tracking Skripte, Chat Widgets und Pop ups von der Bezahlseite fern. Jedes weitere Skript verzögert den Aufbau bei langsamer Verbindung. Die allgemeine Wirkung beschreibe ich im Beitrag wie die Ladezeit SEO beeinflusst. Im Checkout ist dieser Effekt noch schärfer.
Kurz gesagt gehören technische Tests genauso zur Routine wie Designarbeit. Nach jedem Release gebe ich mindestens eine echte Testbestellung auf. Dabei prüfe ich zudem, ob die Bestätigungsmail ankommt, der Bestand sinkt und die Analyse die Bestellung erfasst.
Wie bereitet die Warenkorbseite den Checkout vor?
In vielen Shops ist die Warenkorbseite nur eine Produktliste. Dabei entscheiden Kunden genau hier, ob sie den Checkout starten. Deshalb gestalten Sie den Warenkorb als ersten Schritt des Checkouts und nicht als Wartezimmer.
Zunächst gilt: ein klarer Button zur Kasse. Tragen „Weiter einkaufen“, „Gutschein einlösen“ und „Zur Kasse“ dasselbe Gewicht, dann zögern Kunden. Daher bekommt der Kassenbutton die stärkste Farbe, und die übrigen Optionen bleiben Textlinks. Ideen für den Buttontext finden Sie in meinen CTA Button Beispielen.
- Ändern Sie Mengen und entfernen Sie Artikel ohne Neuladen der Seite.
- Bieten Sie für entfernte Artikel eine Rückgängig Funktion an.
- Zeigen Sie jeden Artikel kurz mit der gewählten Variante.
- Nennen Sie das erwartete Lieferdatum unter der Übersicht.
Außerdem speichern Sie den Warenkorb dauerhaft. Ein Kunde legt vielleicht mittags am Smartphone Produkte ab und kommt abends am Laptop zurück. Für angemeldete Kunden synchronisieren Sie den Warenkorb über Geräte hinweg. Für Gäste bleibt er einige Tage erhalten, auch nach dem Schließen des Browsers.
Worauf achten Sie im mobilen Checkout?
Der mobile Checkout ist deutlich anfälliger als der Desktop. Kleiner Bildschirm, langsame Verbindung und enge Tastatur machen jedes zusätzliche Feld zum Hindernis. Folglich planen Sie den Ablauf zuerst für das Smartphone und erweitern ihn dann für den Desktop.
Im mobilen Checkout schaue ich vor allem auf die Tippflächen. Buttons sollten groß genug für den Daumen sein und nicht zu eng beieinander liegen. Denn wer versehentlich auf „Entfernen“ tippt, sucht das Produkt selten erneut.
- Fixieren Sie den Kaufbutton am unteren Rand, mit der Gesamtsumme darüber.
- Nutzen Sie bei kurzen Listen große Auswahlknöpfe statt Dropdowns.
- Testen Sie, ob die Bestätigungsseite der Bank mobil sauber lädt.
- Bieten Sie Wallet Buttons ganz oben im Formular an.
Zudem wechseln mobile Nutzer häufig zwischen Apps. Wer für einen SMS Code in die Nachrichten App geht, darf danach kein leeres Formular vorfinden. Deshalb testen Sie dieses Szenario auf einem echten Smartphone. Für einen schnellen Check hilft mein Beitrag zum Test der Mobilfreundlichkeit.
Einseitiger oder mehrstufiger Checkout: Was ist besser?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Wichtiger als die Zahl der Schritte ist der Aufwand pro Schritt und ein sichtbarer Fortschritt. In der Baymard Umfrage nennen 17 Prozent einen zu langen oder komplizierten Checkout.
| Ansatz | Vorteil | Worauf achten |
|---|---|---|
| Einseitig | Zeigt den ganzen Ablauf auf einen Blick | Wirkt mobil schnell lang und schwer |
| Mehrstufig | Jeder Bildschirm bleibt schlank und zeigt Fortschritt | Braucht eine klare Schrittanzeige und einfaches Zurück |
Egal wofür Sie sich entscheiden, zeigen Sie eine Fortschrittsanzeige. Kunden möchten wissen, wie viele Schritte noch fehlen. Außerdem darf der Zurück Button niemals Eingaben löschen.
Mein Rat lautet daher: Testen Sie per A/B Test, statt zu raten. Allerdings brauchen Sie genug Traffic und genug Zeit. Entscheiden Sie also nicht nach wenigen Tagen.
Warum gehört die Bestellbestätigung zum Prozess?
Die Seite nach dem Kaufbutton bekommt oft die wenigste Aufmerksamkeit. Dabei ist der Kunde in diesem Moment noch unsicher. Ist die Zahlung durch? Wann kommt das Paket? An wen wende ich mich bei Problemen? Fehlen die Antworten, dann ruft der Kunde beim Support an oder zögert beim nächsten Kauf.
Deshalb zeigen Sie auf der Bestätigungsseite Bestellnummer, bezahlten Betrag, erwartetes Lieferdatum und Supportkanal. Dieselben Angaben schicken Sie sofort per E-Mail. Kommt die E-Mail nicht an, dann zweifelt der Kunde an der Bestellung.
Zudem ist diese Seite für die Messung entscheidend, denn hier feuert das purchase Event. Ein Neuladen darf die Bestellung nicht doppelt zählen. Sonst wirkt Ihre Abbruchquote niedriger als sie ist, und Sie treffen falsche Entscheidungen.
Wie richten Sie Erinnerungsmails für abgebrochene Warenkörbe ein?
Trotz aller Verbesserungen verlassen manche Kunden den Shop. Dann kommen Erinnerungsmails ins Spiel. Dafür brauchen Sie allerdings früh die E-Mail Adresse. Also setzen Sie das E-Mail Feld an den Anfang des Checkouts.
Außerdem prüfen Sie vor dem Versand die rechtlichen Vorgaben. In Deutschland verlangen Werbemails in der Regel eine ausdrückliche Einwilligung. Formulieren Sie die Checkbox deshalb klar und verständlich.
- Erste Mail: nach wenigen Stunden, eine schlichte Erinnerung mit Link zum Warenkorb.
- Zweite Mail: am nächsten Tag, mit Antworten auf häufige Fragen und Rückgabeinfos.
- Dritte Mail: einige Tage später, bei Bedarf mit einem begrenzten Anreiz.
Diese Zeitabstände sind ein Startwert aus der Praxis, keine Garantie. Jeder Shop testet sie deshalb mit eigenen Daten. Geben Sie in der ersten Mail keinen Rabatt. Sonst lernen Kunden, Warenkörbe absichtlich liegen zu lassen.
Versehen Sie die Links mit dem UTM Generator, damit Sie den Erfolg messen. Die Rückgewinnung per Anzeige behandle ich separat im Beitrag zu Remarketing im Sales Funnel.
Wie messen Sie, ob Sie Warenkorbabbrüche reduzieren?
Um zu erkennen, ob Sie Warenkorbabbrüche reduzieren, reicht die Gesamtquote nicht. Stattdessen verfolgen Sie den Verlust pro Schritt. In GA4 ordnet eine Trichteranalyse begin_checkout, add_shipping_info, add_payment_info und purchase nacheinander an.
Zum Beispiel deutet ein großer Verlust beim Versandschritt meist auf Versandkosten oder das Adressformular hin. Ein Verlust beim Bezahlschritt spricht dagegen für fehlendes Vertrauen, fehlende Zahlungsarten oder technische Fehler. So verbinden Sie jede Änderung mit einer klaren Hypothese.
- Trennen Sie nach Gerät, denn mobile Nutzer und Desktopnutzer unterscheiden sich.
- Trennen Sie nach Traffic Quelle, denn Anzeigen und organische Besucher unterscheiden sich.
- Notieren Sie das Datum jeder Änderung und vergleichen Sie vorher und nachher.
- Kennzeichnen Sie Bestellungen aus Erinnerungsmails separat.
Welche Kennzahlen wirklich zählen, erkläre ich im Beitrag zu Online Marketing KPIs. Für Anzeigen vergleichen Sie mit dem ROAS Rechner die Rendite vor und nach Ihren Änderungen.
In welcher Reihenfolge sollten Sie Warenkorbabbrüche reduzieren?
Wer alles gleichzeitig ändert, erkennt nicht, welche Änderung gewirkt hat. Deshalb beginnen Sie mit Schritten, die viel bewirken und wenig Aufwand kosten. Die folgende Reihenfolge nutze ich in der Praxis. Trotzdem passt sie nicht auf jeden Shop eins zu eins.
- Messung reparieren: GA4 E-Commerce Events prüfen.
- Versand und Gesamtsumme im Warenkorb zeigen.
- Gastkauf einführen und an erste Stelle setzen.
- Formularfelder kürzen und Autofill aktivieren.
- Fehlermeldungen direkt am Feld anzeigen.
- Vertrauen und Rückgabe nahe am Kaufbutton platzieren.
- Die Serie der Erinnerungsmails aufsetzen.
Baymard schätzt, dass große Onlineshops allein durch ein besseres Checkout Design im Schnitt 35,26 Prozent mehr Conversions erreichen könnten. Das ist ein Potenzial, kein Versprechen für Ihren Shop. Dennoch zeigt es die Richtung deutlich.
Möchten Sie diesen Weg gemeinsam gehen, dann schauen Sie auf meine Seite zur E-Commerce Beratung oder schreiben Sie mir über das Kontaktformular. Allgemeine Oberflächenfehler behandle ich im Beitrag zu UX Fehlern, die Umsatz kosten.




