Software

Braucht ein Onlineshop eine App? Entscheidungshilfe für Händler

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Lohnt sich eine App für Onlineshops wirklich?

Eine App für Onlineshops lohnt sich, wenn Ihre Kunden häufig und regelmäßig bei Ihnen bestellen. Sonst reicht für die meisten Händler eine schnelle, mobilfreundliche Website. Entscheidend sind also die Wiederkaufrate, ein treuer Kundenstamm und das Budget für die Pflege, nicht die Größe des Sortiments oder die App eines Wettbewerbers.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Diese Frage stellen uns Shopbetreiber meist dann, wenn der Umsatz ein gewisses Niveau erreicht hat. Ein Wettbewerber hat eine App veröffentlicht, jemand hat behauptet, ohne App gehe es nicht mehr, oder ein Kunde hat nach der App gefragt. Allerdings ist eine App kein zweites Schaufenster, das einfach die Website spiegelt. Vielmehr ist sie ein eigenes Produkt mit Entwicklung, Store Prüfung, Updates und Marketing.

Wir, Talha Aslan und Team, knüpfen die Entscheidung deshalb an vier Fragen:

  • Wie oft kaufen Ihre Kunden bei Ihnen?
  • Bietet die App einen konkreten Nutzen, den die Website nicht bieten kann?
  • Haben Sie Budget und Personal, um die App nach dem Start weiter zu pflegen?
  • Würde ein günstigerer Zwischenschritt wie eine PWA denselben Zweck erfüllen?

Was unterscheidet eine mobilfreundliche Website von einer App?

Eine mobilfreundliche Website ist Ihr Shop im Browser, dessen Layout sich an den Bildschirm anpasst. Eine App dagegen ist eigenständige Software, die Kunden aus dem App Store oder von Google Play laden und über ein eigenes Symbol öffnen. Zwar können beide dieselben Produkte verkaufen. Der Unterschied liegt also darin, wie Sie Kunden erreichen und welche Arbeit Sie übernehmen.

Ihre Website öffnet sich sofort für alle, die über Google, eine Anzeige oder einen geteilten Link kommen. Niemand muss etwas installieren, deshalb bleibt die Website Ihr wichtigster Zugang für Neukunden. Eine App wirkt dagegen erst, wenn jemand sie bewusst installiert. Danach liegt sie allerdings auf dem Startbildschirm, hält den Kunden angemeldet und kann Benachrichtigungen senden.

In der Praxis trennen wir so: Die Website sorgt für Entdeckung und den ersten Kauf, die App für die laufende Beziehung. Ist Ihr Shop am Smartphone langsam oder schwer bedienbar, löst eine App dieses Problem nicht. Stattdessen verlagert sie es nur auf eine zweite Plattform. Prüfen Sie deshalb zunächst den aktuellen Stand mit unserem Test auf Mobilfreundlichkeit. Wie stark die Ladezeit den Umsatz beeinflusst, zeigt außerdem unser Beitrag zur Ladezeit im Onlineshop.

Was bringt eine App einem Onlineshop tatsächlich?

Der Wert einer App entsteht durch Dinge, die Ihre Website nicht oder nur schlecht kann. Denn Produktliste und Warenkorb gibt es auf beiden Kanälen. Der echte Unterschied ist der laufende Kontakt zum Kunden. Diese Vorteile zählen in unserer Erfahrung am meisten:

  • Ein Benachrichtigungskanal: Sie informieren Kunden mit Einwilligung über Versand, wieder verfügbare Artikel oder ein persönliches Angebot.
  • Schnelle Nachbestellung: Ein Tipp wiederholt eine frühere Bestellung, mit gespeicherter Adresse und Zahlungsart.
  • Ein Treueprogramm: Punkte, Stufen und eine digitale Kundenkarte bleiben in der App sichtbar.
  • Eine dauerhafte Anmeldung: Kunden müssen sich nicht jedes Mal einloggen, das senkt die Hürde beim Wiederkauf.
  • Gerätefunktionen: Barcode scannen mit der Kamera, Filialsuche per Standort und biometrische Anmeldung.

Vor allem fällt auf: Fast alle diese Vorteile richten sich an bestehende Kunden. Der Ertrag einer App hängt daher direkt davon ab, wie viele Kunden schon heute zu Ihnen zurückkehren. Für einen Käufer, der nie wiederkommt, haben Benachrichtigungen, Treuepunkte und schnelle Nachbestellungen kaum einen praktischen Nutzen.

Warum entscheidet die Wiederkaufrate über die App?

Wer Speicherplatz auf dem Smartphone freigibt, löscht zuerst die Apps, die er selten öffnet. Eine App bleibt also nur dann installiert, wenn Kunden sie regelmäßig nutzen. Für ein Produkt, das man einmal im Jahr kauft, behält deshalb niemand eine App. Ein wöchentlicher oder monatlicher Bedarf macht die App dagegen zur Gewohnheit.

Beispielrechnung: Ihr Shop erhält 2.000 Bestellungen im Monat, etwa die Hälfte davon von wiederkehrenden Kunden. Bestellen viele dieser Kunden mehr als einmal im Monat, haben Sie eine feste Zielgruppe, die eine App behält. Stammt dasselbe Volumen dagegen überwiegend von Erstkäufern, bleiben die Installationen gering. Die Investition rechnet sich dann nur schwer. Diese Zahlen veranschaulichen lediglich die Logik; sie sind weder Richtwert noch Branchendurchschnitt.

Wir empfehlen, drei Kennzahlen aus Ihren eigenen Daten zu ziehen:

  1. Den Anteil der Kunden, die in den letzten 12 Monaten mindestens zweimal bestellt haben.
  2. Die durchschnittliche Zahl der Tage zwischen zwei Bestellungen.
  3. Den Umsatzanteil wiederkehrender Kunden.

Sind diese Werte hoch und die Abstände kurz, kommt eine App ernsthaft infrage. Sind sie niedrig, stärken Sie zunächst besser die Website und Ihr E-Mail Remarketing.

Welche Händler profitieren am meisten von einer App für Onlineshops?

Eine App spielt ihre Stärken aus, wenn Kunden oft vorbeischauen und bei jedem Besuch ähnliche Schritte wiederholen. Aus unserer Praxis passen vor allem diese Beispielszenarien:

  • Lebensmittel und Haushaltsbedarf, den Kunden wöchentlich oder monatlich kaufen.
  • Produkte, die regelmäßig zur Neige gehen, etwa Tierfutter, Babyartikel und Körperpflege.
  • Modemarken, die jede Woche neue Artikel bringen und deren Fans keine Kollektion verpassen wollen.
  • Shops mit einem starken Treueprogramm, bei dem Punkte zu jedem Einkauf gehören.
  • Marken mit Filialen, die Funktionen im Laden (Barcode, Bestandsabfrage, digitale Karte) mit der App verbinden wollen.

Gemeinsam ist diesen Szenarien also ein regelmäßiger Grund, die App zu öffnen. Zum Beispiel kann eine Tierfuttermarke rechtzeitig daran erinnern, dass der Vorrat bald leer sein könnte. Der Kunde wiederholt dann die letzte Bestellung mit einem Tipp. Somit wird die App Teil der täglichen Routine.

Trotzdem wirkt eine App auch hier keine Wunder. Sind Sortiment, Preis oder Lieferqualität schwach, macht die App diese Schwäche nur sichtbarer.

Wann ist es für eine eigene App noch zu früh?

Für manche Händler zieht eine App Budget von den Kanälen ab, die das Wachstum tatsächlich tragen. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, stärken Sie zuerst die Website:

  • Ihr Produkt kauft man selten, etwa Möbel, Großgeräte, Hochzeitsartikel oder jährliche Ausrüstung.
  • Die meisten Bestellungen stammen von Erstkunden.
  • Ihr Shop ist am Smartphone langsam, der Checkout kompliziert oder die Abbruchquote hoch.
  • Sie können kein Budget für Updates nach dem Start einplanen.
  • Sie planen keine eigene Kampagne, um die App bekannt zu machen.

In diesen Fällen entsteht somit leicht ein Produkt, das wenige installieren und viele wieder löschen. Warum Nutzer Apps löschen, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag über die ersten 7 Tage nach der Installation. Kurz gesagt: Eine App ohne klaren Nutzen bleibt nicht auf dem Smartphone.

Außerdem ist die App eines Wettbewerbers für sich genommen kein Grund. Denn von außen sehen Sie nicht, wie viele Menschen diese App regelmäßig nutzen. Ihre eigenen Kundendaten bieten daher immer die solidere Grundlage.

Bringt eine App neue Kunden oder stärkt sie bestehende?

Eine App stärkt vor allem bestehende Kunden. Der häufigste Weg sieht so aus: Jemand findet Sie über die Suche, eine Anzeige oder Social Media, kauft auf der Website und installiert die App erst später, wenn das Erlebnis überzeugt hat. Das heißt, bei der Neukundengewinnung führen Website und Anzeigen, bei der Kundenbindung die App.

Setzen Sie deshalb bei der Planung keine Ziele für Downloads, sondern für Bestellhäufigkeit und Warenkorbwert der App Nutzer. Denn wer Ihre App installiert, mag Ihre Marke ohnehin. Die eigentliche Frage lautet also, ob die App diese Menschen zu häufigeren Käufern macht.

Einige Maßnahmen helfen beim Entdecken der App, ergänzen aber die Website und ersetzen sie nicht:

  • Ein kurzer Hinweis im mobilen Shop und in der Bestellbestätigung per E-Mail.
  • Links in Newslettern oder Nachrichten, die das Produkt direkt in der App öffnen.
  • Klare Screenshots im Store Eintrag und eine verständliche Erklärung des Mehrwerts.

Für Links, die direkt in der App landen, lesen Sie unseren Leitfaden was ein Deep Link ist. Konkret öffnen Kampagnenlinks bei Kunden mit installierter App sofort den passenden Bildschirm.

Kann eine Progressive Web App die native App ersetzen?

Für viele Shops ja, zumindest am Anfang. Eine PWA (Progressive Web App) ist eine mit Webtechnik gebaute Website, die sich wie eine App anfühlt. Die PWA Dokumentation von web.dev beschreibt sie als Fähigkeiten für App Erlebnisse, die im Web entstehen und dort ausgeliefert werden. Zudem entfällt eine Store Prüfung, und jedes Update erreicht alle Nutzer, sobald Sie es auf der Website veröffentlichen.

Mit einer PWA können Kunden Ihren Shop zum Startbildschirm hinzufügen, Seiten laden schneller und manche Inhalte bleiben bei schwacher Verbindung verfügbar. Bei Benachrichtigungen gibt es allerdings Unterschiede. Unter iOS setzt Web Push zum Beispiel voraus, dass Kunden die Website zuerst zum Startbildschirm hinzufügen. Zudem muss die Anfrage nach der Erlaubnis durch einen Tipp starten. Folglich erfordert der Weg zu iPhone Nutzern mehr Schritte als mit einer nativen App.

Kurz gesagt eignet sich eine PWA gut, um die Nachfrage günstig zu testen. Dabei sehen Sie konkret, wie viele Kunden den Shop zum Startbildschirm hinzufügen und Benachrichtigungen erlauben. Unser Vergleich Mobile App oder PWA zeigt Funktion für Funktion, wo welche Lösung stärker ist. Sind die Daten gut, stützt sich der Wechsel zur nativen App auf Messung statt auf Vermutung.

Was verlangen die Store Regeln von einer Shopping App?

Ihre App muss die Regeln von App Store und Google Play einhalten, und diese haben für den E-Commerce einige wichtige Folgen. Apples App Review Guidelines verlangen in Abschnitt 4.2 Funktionen, Inhalte und eine Oberfläche, die über eine neu verpackte Website hinausgehen. Wer die Website also nur in einen Rahmen packt, riskiert eine Ablehnung.

Beim Bezahlen gibt es dagegen gute Nachrichten. Laut Apples Abschnitt 3.1.3(e) nutzen Apps für physische Waren und außerhalb der App genutzte Dienste andere Zahlungswege als den Kauf innerhalb der App, etwa Apple Pay oder die klassische Karteneingabe. Ebenso sagt die Zahlungsrichtlinie von Google Play, dass Sie das Abrechnungssystem von Google Play für physische Waren nicht verwenden. Somit können Sie Ihre bestehende Zahlungslösung anbinden; Details finden Sie in unserem Beitrag zur Kartenzahlung in der App.

Außerdem gibt es beim Konto eine Pflicht. Nach Apples Abschnitt 5.1.1(v) müssen Apps mit Kontoerstellung die Kontolöschung in der App anbieten. Google Play verlangt laut den Anforderungen zur Kontolöschung einen Weg in der App und zusätzlich einen Weblink für Löschanfragen. Da sich diese Regeln ändern können, prüfen Sie den aktuellen Wortlaut vor dem Start auf den offiziellen Seiten.

Wie sollte eine App für Onlineshops Benachrichtigungen einsetzen?

Benachrichtigungen sind das stärkste Werkzeug einer App und zugleich das, das sich am schnellsten abnutzt. Apples Abschnitt 4.5.4 sagt, dass Push Benachrichtigungen für die Funktion der App nicht zwingend sein dürfen. Für Werbung und Direktmarketing verlangt Apple zudem eine ausdrückliche Einwilligung über einen Hinweis in der App sowie eine Möglichkeit zur Abmeldung.

Deshalb empfehlen wir, Benachrichtigungen in zwei Gruppen zu teilen. Die erste Gruppe umfasst Transaktionsnachrichten wie Bestellbestätigung, Versand und Zustellung; diese erwarten Kunden. Die zweite Gruppe sind dagegen Kampagnen und Aktionen, für die Sie eine eigene, klare Einwilligung einholen. In den Einstellungen der App lassen Sie Kunden dann beide Gruppen getrennt abschalten.

Diese Benachrichtigungen haben im Onlinehandel echten Wert:

  • Ein persönlicher Hinweis, wenn ein gemerkter Artikel wieder verfügbar oder günstiger ist.
  • Eine Erinnerung kurz bevor ein regelmäßig gekauftes Produkt meist aufgebraucht ist.
  • Eine einzige, gut getimte Erinnerung an Artikel im Warenkorb.
  • Ein kurzer Hinweis, bevor Treuepunkte verfallen.

Fragen Sie nach der Erlaubnis erst, wenn der Nutzen klar ist, nicht beim ersten Start. Den richtigen Zeitpunkt behandeln wir im Beitrag wann Sie um Push Benachrichtigungen bitten sollten.

Warum funktioniert ein Treueprogramm in der App besser?

Ein Treueprogramm bringt Kunden zurück, und die App hält diesen Mechanismus sichtbar. Auf der Website versteckt sich der Punktestand zum Beispiel oft auf einer Kontoseite. In der App stehen Punkte, Stufen und persönliche Angebote dagegen auf dem Startbildschirm, wo Kunden sie bei jedem Öffnen sehen.

Für Marken mit Filialen kann die App außerdem als digitale Kundenkarte dienen, die das Personal an der Kasse scannt. So sammeln Kunden online und im Laden im selben Programm. Diese gemeinsame Sicht bündelt zudem die Kaufhistorie an einer Stelle.

Allerdings sollten Sie das Programm planen, bevor Sie die App darum herum bauen. Bleiben die Regeln für Sammeln, Einlösen und Verfall unklar, motiviert auch die schönste App niemanden. Punkte, Angebote und digitale Karte erklären wir Schritt für Schritt in unserem Leitfaden Kundenbindung per App aufbauen.

Beispielszenario: Eine Marke für Kaffee und Snacks vergibt dieselben Punkte für Onlinebestellungen und Einkäufe im Laden. Die App zeigt auf dem Startbildschirm, wie nah der Kunde an der nächsten Prämie ist. Diese Sichtbarkeit schafft somit einen Anreiz für einen kleinen Zusatzkauf.

Woraus bestehen Kosten und Pflege einer App?

Die Kosten einer App enden nicht mit der ersten Version; die größere Last kommt in den Jahren nach dem Start. Der Preis hängt von vielen Faktoren ab, vom Umfang bis zum Team, deshalb nennen wir hier keine Zahlen. Stattdessen listen wir die Posten, die Ihr Budget abdecken sollte:

  1. Design und Entwicklung: Versionen für iOS und Android, ein Verwaltungsbereich und die Anbindung an Ihr Shopsystem.
  2. Store Konten und Veröffentlichung: Entwicklerkonten, Prüfung, Texte und Bilder für den Store Eintrag.
  3. Betriebssystemupdates: Apple und Google bringen jedes Jahr neue Versionen, und die App muss mithalten.
  4. Änderungen der Store Richtlinien: Datenschutzangaben, Vorgaben zur Zielversion und neue Pflichten.
  5. Absturz und Leistungsüberwachung: Fehler erkennen und langsame Bildschirme beheben.
  6. Marketing: die App bewerben, Benachrichtigungen planen und Kampagnen steuern.

Die Hälfte dieser Liste fällt also erst nach dem Start an. Daher empfehlen wir, nicht nur auf den Preis der ersten Version zu achten, sondern auch auf den Umfang der jährlichen Pflege. Welche Faktoren den Preis bestimmen, zeigt unser Beitrag über die Kosten der App Entwicklung. Fragen zum Vergleich mehrerer Angebote finden Sie in unserem Leitfaden App Angebot richtig bewerten.

Native oder Cross Platform: Was passt zu Ihrem Shop?

Für die meisten Shopping Apps ist ein Cross Platform Ansatz ein vernünftiger Start. Dabei entstehen zunächst Versionen für iOS und Android aus einer gemeinsamen Codebasis. Standardabläufe wie Produktliste, Warenkorb, Checkout und Kundenkonto laufen damit in der Regel gut.

Native Entwicklung bedeutet dagegen eigenen Code für jede Plattform. Sie spielt ihre Stärken bei Anprobe per Augmented Reality, aufwendigen Animationen oder tiefem Zugriff auf spezielle Hardware aus. Allerdings verdoppeln zwei Codebasen auch den Pflegeaufwand.

Stellen Sie sich vor der Wahl diese Fragen:

  • Braucht die App wirklich eine fortgeschrittene, plattformspezifische Funktion?
  • Kann ein Team beide Plattformen langfristig aktuell halten?
  • Ist es Ihnen wichtig, neue Funktionen auf beiden Plattformen am selben Tag zu starten?

Einen ausführlichen Vergleich finden Sie in unserem Beitrag Native oder Cross Platform. Im Onlinehandel fällt die Wahl dann meist zugunsten der einfacheren Pflege aus.

Welche Lösung passt laut Entscheidungstabelle zu Ihnen?

Die folgende Tabelle ordnet die häufigsten Ausgangslagen drei Optionen zu. Wählen Sie die Zeile, die Ihr Geschäft am besten beschreibt, und nehmen Sie die Empfehlung als Ausgangspunkt. Es handelt sich also um einen Fahrplan aus der Praxis, nicht um eine feste Regel.

Ihre AusgangslageMobilfreundliche WebsitePWANative App
Seltene Käufe, die meisten Kunden kaufen zum ersten MalVorrangBei BedarfNicht nötig
Shop am Smartphone langsam oder Checkout kompliziertZuerst behebenSpäterZu früh
Mittlerer Anteil wiederkehrender Kunden, Bedarf an Benachrichtigungen unklarPflichtIdeal zum TestenJe nach Daten
Starke Zielgruppe mit wöchentlichen oder monatlichen KäufenPflichtMöglicher ZwischenschrittStarker Kandidat
Filialen, Kundenkarte und Bestandsabfrage sollen zusammenwachsenPflichtBegrenztStarker Kandidat
Kein Budget für Pflege nach dem StartVorrangSinnvollVerschieben

Die Website steht in keiner Zeile als nicht nötig. Der Grund ist einfach: Eine App ergänzt Ihren Shop, sie ersetzt ihn nicht. Neukunden lernen Sie also weiterhin über die Website kennen.

Welche Fragen sollten Sie vor der Entscheidung beantworten?

Diese Checkliste hilft Ihnen, die Entscheidung auf Daten zu stützen. Beantworten Sie jede Frage ehrlich mit Ja oder Nein; je mehr Ja, desto stärker spricht alles für eine App.

  1. Kauft ein bedeutender Teil meiner Kunden immer wieder in meinem Shop?
  2. Ist der Abstand zwischen Bestellungen kurz, sodass Kunden oft an mich denken müssen?
  3. Kann die App einen konkreten Nutzen bieten, den mein Shop nicht bietet?
  4. Habe ich wirklich nützliche Neuigkeiten für Benachrichtigungen?
  5. Betreibe oder plane ich ein Treueprogramm?
  6. Sind Ladezeit und Checkout meines mobilen Shops bereits in gutem Zustand?
  7. Kann ich regelmäßige Updates nach dem Start finanzieren?
  8. Habe ich Kanäle (E-Mail, Social Media, das Paket selbst), um bestehenden Kunden die App vorzustellen?
  9. Habe ich einen Messplan für Bestellungen und Nutzung in der App?
  10. Ist mein Kundenservice bereit, Fragen zur App zu beantworten?

Lauten zum Beispiel die ersten beiden Antworten Nein, investieren Sie zunächst besser in Shop und Remarketing, egal wie der Rest ausfällt. Sagen Sie dagegen bei den ersten vier Fragen Ja, ist es Zeit, über den Umfang einer App zu sprechen.

Welche Schritte führen zur eigenen App für Onlineshops?

Spricht Ihre Auswertung für eine App, senkt eine klare Schrittfolge das Risiko. In unseren Projekten gehen wir in dieser Reihenfolge vor:

  1. Daten sammeln: Wiederkaufrate, Bestellabstand und mobilen Traffic auswerten.
  2. Den Nutzen in einem Satz formulieren: Zum Beispiel "die App, die den Wocheneinkauf auf zwei Tipps verkürzt".
  3. Den Umfang eingrenzen: Für die erste Version nur die Bildschirme planen, die diesen Nutzen tragen.
  4. Die Infrastruktur klären: Festlegen, wie Produkte, Bestand, Warenkorb und Bestellungen mit dem Shop synchron bleiben.
  5. Store Regeln von Anfang an einplanen: Kontolöschung, Datenschutzangaben und Einwilligung zu Benachrichtigungen ins Design aufnehmen.
  6. Messung einrichten: Events in der App und Bestellungen vor dem Start definieren.
  7. Mit einem geschlossenen Test beginnen: Erst mit einer kleinen Kundengruppe testen, dann für alle öffnen.
  8. Den Start planen: Bestehenden Kunden einen Grund geben, den nur die App bietet.

Diese Schritte können wir außerdem komplett für Sie übernehmen. Im Rahmen unserer App Entwicklung entwickeln wir Ihre App und bringen sie in den App Store und zu Google Play; fordern Sie einfach ein Angebot für Ihren Umfang an.

Welche Funktionen gehören in die erste Version?

Die erste Version sollte den Nutzen aus dem einen Satz vollständig liefern und alles andere auf später verschieben. Denn wer jede Funktion am ersten Tag will, verzögert den Start und erhöht das Fehlerrisiko. Für die meisten Shopping Apps reicht dieser Kern:

  • Suche, Kategorien und Produktdetailseiten.
  • Warenkorb und ein Checkout, der zur Zahlungslösung Ihres Shops passt.
  • Kundenkonto, gespeicherte Adressen, Bestellhistorie und Nachbestellung mit einem Tipp.
  • Transaktionsnachrichten sowie Werbenachrichten mit eigener Einwilligung.
  • Ein Weg zur Kontolöschung direkt in der App.

Treuepunkte, persönliche Empfehlungen, Barcode Scanner oder Filialsuche ergänzen Sie dann Schritt für Schritt, sobald Nutzungsdaten der ersten Version vorliegen. So sehen Sie, welche Funktionen Kunden wirklich nutzen, und lenken das Budget entsprechend.

Die Denkweise hinter der ersten Version erklären wir allgemein im Beitrag was ein Mobile App MVP ist. Ein MVP (Minimum Viable Product) ist die erste Version, die den Kernnutzen mit möglichst wenigen Funktionen liefert. Im Onlinehandel ist dieser Nutzen oft der schnelle Wiederkauf.

Wie messen Sie, ob die App funktioniert?

Bewerten Sie die App daher nach Geschäftsergebnissen, nicht nach Downloads. Downloads zeigen nur Interesse; entscheidend ist, ob App Nutzer häufiger und beständiger kaufen als Kunden der Website. Diese Kennzahlen empfehlen wir:

  • Monatliche Bestellhäufigkeit der App Nutzer im Vergleich zu Kunden der Website.
  • Anteil der Nutzer, die die App am siebten und am dreißigsten Tag nach der Installation erneut öffnen.
  • Einwilligungsrate für Benachrichtigungen und Bestellungen aus Benachrichtigungen.
  • Umsatz aus der App und sein Anteil am Gesamtumsatz.
  • Absturzrate und Zahl der Fehler im Checkout.

Achten Sie allerdings auf eine Vergleichsfalle. Kunden, die Ihre App installieren, sind ohnehin treuer; App Nutzer kaufen deshalb von Natur aus häufiger. Den echten Effekt sehen Sie erst, wenn Sie dieselben Kunden vor und nach der Installation vergleichen.

Richten Sie den Messplan vor dem Start ein, sonst fehlen die Daten der ersten Wochen. Sechs Monate später beantworten Sie die Frage nach dem Erfolg dann mit Zahlen statt mit Vermutungen.

Welche Fehler passieren am häufigsten?

Die Fehler, die wir bei Shopping Apps immer wieder sehen, beginnen meist schon bei der Entscheidung. Am häufigsten sehen wir diese:

  • Die Website in einen Rahmen packen: Eine reine Webansicht enttäuscht Nutzer und riskiert eine Ablehnung bei der Store Prüfung.
  • Die App für einen Neukundenkanal halten: Wer Anzeigenbudget auf App Installationen verlagert, schwächt die Website als Tür zum ersten Kauf.
  • Zu viele Benachrichtigungen: Tägliche Aktionen führen dazu, dass Kunden die Erlaubnis entziehen und die App löschen.
  • Kein Budget für Pflege: Eine App ohne Updates macht bei neuen Betriebssystemversionen Probleme.
  • Abweichende Preise und Bestände: Unterschiede zwischen Shop und App beschädigen das Vertrauen.
  • Start ohne Messung: Ohne Nachweis der Wirkung bleibt die nächste Investitionsentscheidung reine Vermutung.

Der gemeinsame Kern ist also: Die App gilt als einmaliges Projekt statt als Produkt. Eine App ist am Tag der Veröffentlichung nicht fertig; im Gegenteil, die eigentliche Arbeit beginnt dann erst. Somit hilft es sehr, wenn eine Person in Ihrem Team die App verantwortet, die Daten beobachtet und die Roadmap steuert.

Wann ist eine App für Onlineshops die richtige Investition?

Zusammengefasst ist eine App für Onlineshops die richtige Investition, wenn Kunden häufig kaufen, die App einen klaren Zusatznutzen bietet und Sie die Pflege nach dem Start sichern können. Fehlt eine dieser drei Bedingungen, stärken Sie zuerst den Shop oder testen die Nachfrage mit einer PWA.

Für eine einfachere Entscheidung empfehlen wir diesen kurzen Fahrplan. Machen Sie zunächst Ihren Shop am Smartphone schnell und reibungslos. Danach werten Sie Ihre Wiederkaufdaten aus und beantworten die Fragen der Checkliste. Sind die Daten gut, starten Sie mit einer schlanken ersten Version und messen von Anfang an.

Halten Sie eine App für den richtigen Schritt, klären wir den Umfang gern gemeinsam. Von Design über Store Veröffentlichung bis zur laufenden Pflege begleiten wir den gesamten Prozess im Rahmen unserer App Entwicklung für Unternehmen. Wir entwickeln Ihre App und bringen sie in die Stores; schildern Sie uns Ihren Bedarf und fordern Sie ein Angebot an.

Häufig gestellte Fragen

Bringt eine Shop App mehr Umsatz als die Website?
Nicht von allein. Eine App hilft bestehenden, treuen Kunden, häufiger zu kaufen, während Neukunden Sie meist zuerst über Website und Anzeigen finden. Deshalb messen Sie die Wirkung am zuverlässigsten, indem Sie die Bestellhäufigkeit derselben Kunden vor und nach der Installation vergleichen. Downloads allein sagen darüber wenig aus.
Zahle ich Apple oder Google Provision auf physische Waren in der App?
Nach den Store Regeln nutzen physische Waren und außerhalb der App genutzte Dienste keinen Kauf innerhalb der App. Apples Abschnitt 3.1.3(e) nennt Wege wie Apple Pay oder Karteneingabe, und die Zahlungsrichtlinie von Google Play nimmt physische Waren vom Abrechnungssystem aus. Prüfen Sie den aktuellen Wortlaut auf den offiziellen Seiten.
Kann ich meine Website einfach als App verpacken und einreichen?
Davon raten wir ab, denn es droht eine Ablehnung. Apples Abschnitt 4.2 verlangt Funktionen, Inhalte und eine Oberfläche, die über eine neu verpackte Website hinausgehen. Zudem bietet eine solche App keinen Mehrwert gegenüber dem Shop, deshalb löschen Nutzer sie schnell wieder. Planen Sie besser Funktionen, die nur die App bietet.
Kann ich mit einer PWA starten und später zur nativen App wechseln?
Ja, für viele Shops ist das ein kluger Weg. Mit einer PWA sehen Sie günstig, wie viele Kunden den Shop zum Startbildschirm hinzufügen und Benachrichtigungen erlauben. Sind die Daten gut, stützt sich der Wechsel auf Messung statt Vermutung. Beachten Sie allerdings, dass Web Push unter iOS zusätzliche Voraussetzungen hat.
Welche Pflege fällt nach dem Start der App an?
Nach dem Start passen Sie die App an neue Betriebssysteme an, setzen Änderungen der Store Richtlinien um, halten Datenschutzangaben aktuell, überwachen Abstürze und ergänzen neue Funktionen. Fragen Sie deshalb beim Angebotsvergleich nicht nur nach dem Preis der ersten Version, sondern auch nach dem Umfang der jährlichen Pflege.
Können Sie unsere Shop App entwickeln und veröffentlichen?
Ja. Wir, Talha Aslan und Team, gestalten und entwickeln Ihre App für den Onlinehandel und veröffentlichen sie im App Store und bei Google Play. Zunächst prüfen wir gemeinsam anhand Ihrer Wiederkaufdaten und Ziele, ob sich eine App lohnt. Ist der Umfang klar, erstellen wir ein Angebot; nutzen Sie dafür einfach unser Anfrageformular.
  • Mobile App
  • E-Commerce
  • PWA
  • Push Benachrichtigungen
  • Treueprogramm
  • App Entwicklung
  • Mobilfreundliche Website
Teilen:
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

Nächstes Projekt

Angebot für Ihr Projekt.

Ihre Anfrage geht direkt an Talha Aslan und Team: Strategie von Talha, Umsetzung durch ein erfahrenes Team. Wir melden uns am selben Tag und senden Umfang, Zeitplan und Preis innerhalb von 1 Werktag als schriftliches Angebot.