Was ist ein Deep Link? So öffnen sich Links direkt in Ihrer App

Kurze Antwort
Was ist ein Deep Link und wofür brauchen Sie ihn?
Ein Deep Link ist eine Adresse, die in einer mobilen App direkt ein bestimmtes Produkt, eine Bestellung oder einen Inhalt öffnet, statt nur den Startbildschirm. Zum Beispiel tippt jemand in einem Newsletter auf ein Produkt und landet in der App genau dort. Ist die App nicht installiert, öffnet ein sauber eingerichteter Link denselben Inhalt auf Ihrer Website.
Ein Deep Link ist ein Link, der Nutzer nicht auf den Startbildschirm Ihrer App führt, sondern direkt auf einen bestimmten Bildschirm darin. In diesem Leitfaden zeigen Talha Aslan und Team den Ablauf, den wir in Projekten einsetzen: Arten von Deep Links, Universal Links unter iOS im Vergleich zu Android App Links, Verifizierungsdateien, das Verhalten ohne installierte App, Kampagnen und typische Fehler.
Das Wort "deep" beschreibt, wie weit der Link reicht. Er bleibt nicht an der Eingangstür der App stehen, sondern führt den Nutzer in einen bestimmten Raum. Das heißt: Es ist das App Gegenstück zu einem Link auf eine Produktseite statt auf die Startseite.
In der Praxis löst diese Linkart drei Aufgaben. Zunächst bringt sie Nutzer mit einem Tippen ans Ziel. Außerdem lenkt sie Kampagnen, Push Nachrichten und Newsletter in die App. Schließlich schafft sie die Grundlage, um zu messen, welche Links in der App tatsächlich Umsatz bringen.
Was verlieren Nutzer ohne Deep Link?
Das Szenario sehen wir am häufigsten: Ein Nutzer tippt in einer Rabatt E-Mail auf ein Produkt. Die App öffnet sich, bleibt aber auf dem Startbildschirm. Danach muss er suchen, Kategorien durchklicken oder aufgeben. Viele geben deshalb auf.
Andererseits kann der Link im Browser statt in der App landen. Dann sieht der Nutzer eine Webseite ohne Anmeldung. Warenkorb, Merkliste und gespeicherte Adresse fehlen dort. Somit verpufft genau im wichtigsten Moment der Aufwand, den Sie in die App gesteckt haben.
Ein Beispielszenario: Ein Onlineshop verschickt eine Kampagnenmail an Tausende Empfänger, und die Klickrate sieht gut aus. Trotzdem bleiben die Verkäufe in der App unter dem Ziel. Das Problem liegt oft nicht im Motiv, sondern im ersten Bildschirm nach dem Klick. Deshalb ist die Linkstruktur eine gemeinsame Aufgabe von Marketing und Produktteam.
Welche Arten von Deep Links gibt es?
In der Praxis begegnen Ihnen vier Konzepte. Umgangssprachlich laufen alle unter demselben Namen, technisch verhalten sie sich allerdings unterschiedlich:
- Eigenes URL Schema (Custom URL Scheme): ein Link mit einem Präfix, das nur Ihrer App gehört. Er funktioniert nur bei installierter App.
- Universal Links: auf Apple Geräten öffnen normale HTTPS Links Ihrer Domain direkt Ihre App.
- Android App Links: HTTPS Links unter Android, die auf einer verifizierten Verbindung zwischen Domain und App beruhen.
- Deferred Deep Link: ein Ablauf, der Nutzer ohne App zuerst in den Store und nach der Installation auf den richtigen Bildschirm bringt.
Kurz gesagt beschreiben die ersten drei, wie sich ein Link öffnet. Der vierte beschreibt, wie eine Information die Installation übersteht. Die meisten Projekte kombinieren mehrere davon.
Warum reicht ein eigenes URL Schema allein nicht aus?
Ein eigenes URL Schema ist die älteste und einfachste Methode. Sie legen ein Präfix für Ihre App fest, und jeder Link mit diesem Präfix öffnet sie. Allerdings hat dieser Weg drei Schwächen.
Erstens fehlt ein Eigentumsnachweis. Laut Apple Dokumentation zu eigenen URL Schemata ist undefiniert, welche App das System öffnet, wenn mehrere Apps dasselbe Schema registrieren. Konkret kann also eine fremde App Ihr Schema übernehmen. Die Google Ads Hilfe betont ebenso, dass andere Unternehmen Universal Links und App Links nicht für sich beanspruchen können.
Zweitens führt der Link ins Leere, wenn die App fehlt. Drittens stellen manche E-Mail und Social Apps solche Links nicht als antippbar dar. Daher hält Apple eigene Schemata zwar für zulässig, empfiehlt aber ausdrücklich Universal Links. Wir nutzen eigene Schemata deshalb nur für interne Navigation oder als Reserve.
Was sind Universal Links und wie funktionieren sie unter iOS?
Universal Links sind eine Apple Funktion, die normale HTTPS Links Ihrer Domain auf iPhone und iPad direkt in Ihrer App öffnet. Laut Apples Anleitung zur Verknüpfung von Apps und Websites funktioniert dieselbe Adresse für Website und App.
In der Praxis ist der Ablauf einfach. Installiert jemand Ihre App, prüft das System eine Datei auf Ihrem Webserver. Diese Datei bestätigt, dass Ihre Website der App erlaubt, Adressen in ihrem Namen zu öffnen. Weil nur Sie diese Datei auf Ihren Server legen können, ist die Verbindung sicher. Danach überspringt ein Tippen auf einen passenden Link den Browser und öffnet die App.
In der App fallen zwei Aufgaben an. Zunächst fügen Sie in Xcode beim Target die Fähigkeit Associated Domains hinzu und tragen Ihre Domain ein. Dann sorgen Sie dafür, dass die App die eingehende Adresse liest und den passenden Bildschirm öffnet. Fehlt die App, öffnet das System dieselbe Adresse im Standardbrowser, und Ihre Website übernimmt.
Was sind Android App Links und worin liegt der Unterschied zum normalen Deep Link?
Unter Android leitet ein klassischer Deep Link Adressen über das Intent System in Ihre App, und laut Android Dokumentation funktioniert das auf allen Android Versionen. Allerdings kann ein nicht verifizierter Link ein Auswahlfenster zeigen, in dem der Nutzer die passende App wählen muss.
Android App Links sind die verifizierte Variante. Sie schaffen eine vertrauenswürdige Verbindung zwischen Website und App. Nach erfolgreicher Prüfung öffnen sich Links zu Ihrer Website ohne Auswahlfenster direkt in der App. Laut Dokumentation stehen App Links ab Android 6 auf Geräten mit Google Diensten zur Verfügung.
In der App ergänzen Sie den Intent Filter, der den Link annimmt, um das Attribut autoVerify. Bei der Installation fragt das System dann für jede Domain aus dem Manifest die Verifizierungsdatei ab. Also liegt die Hälfte der Android Arbeit in der App und die andere Hälfte auf dem Webserver. Arbeiten Webteam und App Team nicht im selben Takt, hakt die Einrichtung meist genau hier.
Wie unterscheiden sich Universal Links und App Links?
Beide Systeme folgen derselben Idee: Eine Verifizierungsdatei auf Ihrem Server verbindet Domain und App. Im Detail gibt es allerdings Unterschiede. Die Tabelle fasst die wichtigsten Punkte auf Basis der offiziellen Dokumentation zusammen:
| Thema | iOS Universal Links | Android App Links | Eigenes URL Schema |
|---|---|---|---|
| Linkformat | Normale HTTPS Adresse | Normale HTTPS Adresse | Eigenes Präfix der App |
| Verifizierungsdatei | apple-app-site-association | assetlinks.json | Keine |
| Speicherort | Verzeichnis .well-known | Verzeichnis .well-known | Nicht nötig |
| App nicht installiert | Öffnet im Browser | Öffnet im Browser | Link scheitert |
| Kann eine fremde App ihn beanspruchen? | Nein, Domain verifiziert | Nein, Domain verifiziert | Ja, möglich |
| Auswahlfenster | Erscheint nicht | Erscheint nach Verifizierung nicht | Kann erscheinen |
| Einstellung in der App | Fähigkeit Associated Domains | Intent Filter mit autoVerify | Registrierung des Schemas |
Das Fazit ist klar: In einem neuen Projekt setzen Sie zuerst auf Universal Links und App Links, ein eigenes Schema bleibt höchstens als Reserve.
Was ist die Datei apple-app-site-association und wo liegt sie?
Die Datei apple-app-site-association ist die Verifizierungsdatei für iOS. Laut Apples Dokumentation zu Associated Domains hat sie keine Dateiendung, enthält JSON und liegt im Verzeichnis .well-known Ihrer Website. Darin stehen die Kennung Ihrer App und die Adressmuster, die die App öffnen soll.
Die Dokumentation betont vor allem diese Regeln:
- Sie stellen die Datei über HTTPS mit gültigem Zertifikat bereit.
- Die Adresse der Datei leitet nicht weiter; ein 301 oder 302 bricht die Prüfung ab.
- Bei mehreren Subdomains liefert jede ihre eigene Datei und erhält einen eigenen Eintrag in der App.
- In der Domainliste der App stehen keine Pfade, keine Parameter und kein abschließender Schrägstrich.
Außerdem zählt ein weiteres Detail. Laut Apple fragen Geräte die Datei seit iOS 14 und macOS 11 nicht mehr direkt bei Ihrem Server an, sondern bei einem von Apple betriebenen Content Delivery Network. Zudem nennt Apple, dass dieses Netz die Datei innerhalb von 24 Stunden abruft und Geräte nach der Installation etwa einmal pro Woche nach Änderungen schauen. Eine Änderung an der Datei wirkt also nicht sofort.
Was ist assetlinks.json und wie funktioniert die Prüfung?
Die Datei assetlinks.json ist die Digital Asset Links Datei für Android. Laut Androids Anleitung zur Website Verknüpfung liegt sie im Verzeichnis .well-known Ihrer Domain. Sie muss über HTTPS mit dem Inhaltstyp application/json erreichbar sein, und Weiterleitungen sind nicht erlaubt.
In der Datei stehen zwei entscheidende Werte: der Paketname Ihrer App und der SHA256 Fingerabdruck des Signaturzertifikats. Der häufigste Fehler ist hier der Fingerabdruck des lokalen Entwicklerschlüssels. Laut Anleitung passt dieser bei Play App Signing meist nicht zu dem auf den Geräten der Nutzer. Den richtigen Wert samt fertigem Dateiausschnitt finden Sie in der Play Console im Bereich zur App Signatur.
Außerdem gilt: Öffnet Ihre App mehrere Domains, veröffentlichen Sie die Datei auf jeder davon. Unter Android 11 und älter macht das System Ihre App nur dann zum Standard, wenn alle Domains im Manifest die Prüfung bestehen. Folglich kann eine einzige vergessene Subdomain alle Links zurück ins Auswahlfenster schicken.
Was macht ein Deep Link, wenn die App nicht installiert ist?
Das hängt vor allem von der Art ab. Universal Links und App Links sind normale Webadressen, daher öffnen sie sich ohne App im Browser. Die Google Ads Hilfe beschreibt dasselbe: Statt einer Fehlerseite landen Nutzer auf der Zielseite Ihrer mobilen Website.
Deshalb braucht jede Adresse, die Sie in die App leiten, eine funktionierende Webversion. Hat die App einen Produktbildschirm, liefert die Website unter derselben Adresse aber einen 404, sehen alle Nutzer ohne App eine leere Seite. Diesen Fehler sehen wir vor allem in Projekten mit einer eigenen Adressstruktur nur für die App.
Ein eigenes Schema hat dagegen gar keine Reserve. Ohne App passiert nichts, oder es erscheint ein Fehler. Möchten Sie Nutzer zuerst in den Store schicken und nach der Installation auf den richtigen Bildschirm bringen, reicht ein normaler Link nicht. Dann brauchen Sie eine Weiterleitung nach der Installation. Falls Sie noch zwischen Web und App abwägen, hilft unser Vergleich von mobiler App und PWA.
Was ist ein Deferred Deep Link?
Ein Deferred Deep Link schickt Nutzer ohne App in den Store, lässt sie die App installieren und öffnet beim ersten Start den verlinkten Inhalt statt des Startbildschirms. Die Google Ads Hilfe beschreibt das Ziel so: Neue Nutzer erreichen direkt nach der Installation eine bestimmte Seite in der App.
Die Schwierigkeit liegt hier: Die Installation aus dem Store reicht die Linkinformation nicht von selbst an die App weiter. Sie brauchen also einen Weg, diese Information über die Installation zu retten. Unter Android liefert die Google Play Install Referrer API die verweisende Adresse des installierten Pakets. Somit lesen Sie Kampagnendaten beim ersten Start aus.
Für Anzeigen verlangt Google Ads bei App Kampagnen für Installationen zwei Dinge: das SDK von Google Analytics for Firebase in der App und eine Freigabeliste für Ihre Links. Ein Beispielszenario: Ein Einladungslink eines Bonusprogramms führt Erstnutzer direkt auf eine Registrierung mit bereits eingetragenem Einladungscode. Dadurch tippt niemand den Code erneut ab.
Was nutzen Sie, nachdem Firebase Dynamic Links eingestellt ist?
Lange war Firebase Dynamic Links eines der beliebtesten fertigen Werkzeuge für Weiterleitungen nach der Installation. Allerdings stellt die FAQ zu Firebase Dynamic Links klar, dass der Dienst eingestellt ist und seine Links nicht mehr funktionieren.
Stecken solche Kurzlinks noch in alten Kampagnen, QR Codes oder E-Mail Vorlagen, ersetzen Sie sie durch Links auf Ihrer eigenen Domain. Sonst führt der QR Code auf einem alten Flyer oder einer Verpackung auf eine Fehlerseite.
Die FAQ empfiehlt App Links und Universal Links für Apps, die Links nur nach der Installation brauchen. Für verzögerte Weiterleitungen verweist sie dagegen auf externe Linkanbieter statt auf eine Google Alternative. Konkret haben Sie also zwei Wege. Entweder bauen Sie auf Ihrer Domain mit Universal Links und App Links eine einfache Zuordnung nach der Installation. Oder Sie setzen einen externen Mess und Linkanbieter ein. Die Wahl hängt von Budget, Datenschutzanforderungen und Kampagnenvolumen ab.
Wie setzen Sie Deep Links in E-Mail und SMS Kampagnen ein?
Die E-Mail gehört zu den Kanälen, in denen App Links am meisten bringen. Viele lesen am Handy, und die App ist oft schon installiert. Allerdings gibt es eine Falle: E-Mail Dienste verpacken Links in eigene Trackingadressen, um Klicks zu zählen.
Diese Verpackung kann Universal Links und App Links aushebeln. Denn die angetippte Adresse gehört nicht mehr zu Ihrer Domain, sondern zum E-Mail Dienst. Das System öffnet zuerst den Browser und wechselt nach der Weiterleitung womöglich nicht in die App. Prüfen Sie deshalb Folgendes:
- Klären Sie, ob Ihr E-Mail Dienst die Trackingdomain auf eine eigene Subdomain legen kann.
- Falls ja, veröffentlichen Sie die Verifizierungsdateien auch auf dieser Subdomain.
- Bei wichtigen Kampagnen erwägen Sie, das Klicktracking abzuschalten und stattdessen mit Ereignissen in der App zu messen.
- Testen Sie den Link vor dem Versand direkt aus der Mail App auf iOS und Android.
Bei SMS ist die Lage einfacher; eine kurze HTTPS Adresse auf Ihrer Domain funktioniert meist problemlos. Für die Gestaltung der Mail selbst lesen Sie unsere Anleitung für HTML Newsletter.
Wie funktioniert ein Deep Link in Google Ads und Social Ads?
Laut der Google Ads Hilfe zum Einstieg in Deep Links nutzen Sie diese in App Kampagnen für Interaktionen, im dynamischen Remarketing für Apps sowie in Such, Shopping und Displaykampagnen. Dieselbe Seite betont, dass die Einrichtung nicht automatisch passiert und das App Team den Code anpassen muss.
Zudem bietet Google Ads ein Prüfwerkzeug für Deep Links, das Konfigurationsfehler aufdeckt. Wir empfehlen, iOS und Android Links vor dem Start damit zu prüfen. So bemerken Sie Fehler nicht erst, wenn das Budget bereits läuft.
Bei Social Apps ist das Verhalten allerdings weniger vorhersehbar. Manche öffnen Links in einem eigenen integrierten Browser, der Universal Links nicht immer auslöst. Daher landet ein Nutzer aus einer Anzeige eventuell zuerst auf Ihrer Webseite. Ein klar sichtbarer Button zum Öffnen in der App senkt dann die Absprünge.
Ist ein Deep Link im QR Code sinnvoll?
Ja, denn das ist einer der besten Einsatzzwecke. Wer einen QR Code scannt, hat das Handy schon in der Hand und will schnell zu Produkt, Speisekarte oder Angebot. Steckt im Code eine Adresse mit Universal Links und App Links auf Ihrer Domain, landen App Nutzer direkt auf dem Bildschirm. Alle anderen sehen denselben Inhalt im Web.
Zwei Empfehlungen haben wir dazu. Erstens gehört kein eigenes Schema in einen QR Code, weil alle ohne App einen Fehler sehen. Zweitens planen Sie die gedruckte Adresse so, dass sie sich nie ändern muss. Verpackungen oder Tischaufsteller lassen sich ohne Neudruck nicht anpassen.
Beim Erstellen ergänzen Sie Kampagnenparameter und drucken mit unserem QR Code Generator ein Testexemplar. Lässt sich der Code nicht scannen, liegt es meist an Druckgröße oder Kontrast, nicht am Link; dazu mehr in unserem Beitrag QR Code wird nicht erkannt.
Wie messen Sie den Traffic über Deep Links?
Nach der Einrichtung zählt vor allem eine Frage: Wie viel bringen diese Links in der App tatsächlich? Dafür ergänzen Sie Quelle, Medium und Kampagne im Link. Dann liest die App diese Werte beim Öffnen aus und schreibt sie in ein Analyseereignis.
Am weitesten verbreitet sind UTM Parameter. Universal Links und App Links sind normale Webadressen, also tragen sie Abfrageparameter, und die App kann sie lesen. Für einheitliche Parameter nutzen Sie unseren UTM Generator, für die Benennung unseren Leitfaden zu UTM Parametern im Kampagnentracking.
In der App erfassen Sie jedes Öffnen über einen Link als eigenes Ereignis, samt Zielbildschirm und Kampagnendaten. Welche Ereignisse Sie wie benennen, erklären wir im Beitrag welche Events Sie in der App messen sollten.
Wie richten Sie einen Deep Link Schritt für Schritt ein?
Die folgende Reihenfolge ist der vereinfachte Ablauf aus unseren Projekten. Der Code unterscheidet sich je Plattform, die Schritte bleiben gleich:
- Legen Sie fest, welche Bildschirme sich per Link öffnen sollen: Produkt, Kategorie, Bestellung, Kampagne, Profil.
- Bestimmen Sie für jeden Bildschirm eine lesbare Adresse, die es auch auf Ihrer Website gibt.
- Erstellen Sie die Datei
apple-app-site-associationfür iOS und die Datei assetlinks.json für Android. - Legen Sie beide Dateien im Verzeichnis
.well-knownjeder Domain ab, per HTTPS und ohne Weiterleitung. - Ergänzen Sie in der iOS App die Fähigkeit Associated Domains und in der Android App einen Intent Filter mit autoVerify.
- Schreiben Sie in der App eine zentrale Routingschicht, die Adressen ausliest und den passenden Bildschirm öffnet.
- Leiten Sie unbekannte oder fehlerhafte Adressen auf einen sinnvollen Ersatzbildschirm.
- Lesen Sie Kampagnenparameter aus und geben Sie sie an die Analyse weiter.
- Testen Sie auf echten Geräten, auch aus Mail und Messenger Apps heraus.
Die meisten Schritte berühren die Architektur der App. Entwickeln wir Ihre App, planen wir die Linkstruktur von Anfang an und übernehmen auch die Veröffentlichung im Store; mehr dazu auf unserer Seite zur App Entwicklung.
Warum funktioniert ein Deep Link nicht? Die häufigsten Fehler
Konkret folgen die meisten Probleme aus der Praxis wenigen Mustern:
- Die Verifizierungsdatei leitet weiter: Leitet die Domain ohne www auf www oder HTTP auf HTTPS um, scheitert die Prüfung.
- Falscher Fingerabdruck: In assetlinks.json steht der lokale Entwicklerschlüssel statt des Zertifikats aus der Play Console.
- Fehlende Subdomain: Die Subdomain für Kampagnen oder E-Mail Tracking fehlt.
- Tippen auf derselben Domain: Laut Apple bleibt ein Link in Safari, wenn der Nutzer auf Ihrer Website surft und einen Link derselben Domain antippt. Dass die App sich dann nicht öffnet, ist also erwartetes Verhalten.
- Verzögerung durch Cache: Sie haben die Datei korrigiert, das Gerät nutzt aber noch die alte Fassung.
- Eine andere App hält die Domain: Laut Android Dokumentation kann auf einem Gerät jeweils nur eine App mit einer bestimmten Domain verknüpft sein.
- Keine Webversion: Ohne installierte App liefert die Adresse einen 404.
Um defekte Adressen auf Ihrer Website zu finden, nutzen Sie zusätzlich unseren Broken Link Checker. Somit stellen Sie sicher, dass jede Webadresse, die Sie in die App leiten, wirklich lädt.
Worauf achten Sie bei der Sicherheit von Deep Links?
Ein App Link ist eine Tür von außen in Ihre App. Apples Dokumentation zu Universal Links nennt solche Links ausdrücklich einen möglichen Angriffsweg. Sie rät, alle Parameter zu prüfen und fehlerhafte Adressen zu verwerfen.
In der Praxis folgen wir einigen Regeln. Zunächst löst ein Link nie allein eine kritische Aktion aus. Er löscht keine Inhalte, bestätigt keine Zahlung und zeigt keine sensiblen Daten. Solche Schritte bestätigt der Nutzer in der App. Außerdem zeigt die App bei Bildschirmen mit Anmeldung zuerst den Login und erst danach das Ziel.
Andererseits brauchen Links zum Zurücksetzen des Passworts oder zur einmaligen Anmeldung Ablaufzeit und Einmalnutzung auf dem Server. Die App transportiert nur den Link, der Server entscheidet über den Zugriff. Dadurch richtet ein Link in falschen Händen nur begrenzten Schaden an. Schließlich gehören fehlerhafte Adressen in jeden Testfall.
Wie testen Sie einen Deep Link vor dem Start?
Allerdings besteht ein Test nicht aus einem Tippen auf einem Gerät. Ort des Links, Zustand der App und Version des Betriebssystems verändern das Ergebnis. Diese Checkliste nutzen wir vor dem Start:
- Testen Sie den Link bei geschlossener App, im Hintergrund und ohne Installation.
- Tippen Sie ihn in Notizen, Messengern, Mail und Social Apps an.
- Öffnen Sie denselben Link angemeldet und abgemeldet.
- Prüfen Sie unter Android den Verifizierungsstatus mit den Entwicklerwerkzeugen; laut Dokumentation sollten Sie nach der Installation kurz warten, bis die Prüfung abgeschlossen ist.
- Planen Sie Google Ads, prüfen Sie die Links mit dem Prüfwerkzeug für Deep Links.
- Probieren Sie auch fehlerhafte Adressen und fehlende Parameter aus.
Unter iOS verteilen Sie eine Vorabversion an echte Tester und prüfen den Linkablauf mit unserer Anleitung zu TestFlight. Denn erst mit einer signierten Version besteht die Verknüpfung ihren echten Test.
Warum zählen App Links bei Push Nachrichten?
Push Nachrichten sind der natürlichste Einsatz für App Links. Wer auf eine Versandnachricht tippt, will die Bestellung sehen, nicht den Startbildschirm. Passen Nachricht und Bildschirm nicht zusammen, halten Nutzer die Nachrichten für Lärm und schalten sie ab.
Deshalb bauen Sie Nachrichten und Links auf einem gemeinsamen Adressverzeichnis auf. Zum Beispiel nutzt der Produktbildschirm in E-Mail, QR Code und Push Nachricht dasselbe Adressmuster. Dann leitet eine einzige Routingschicht Nutzer aus allen Kanälen an die richtige Stelle.
Wann Sie um die Erlaubnis für Benachrichtigungen bitten, ist eine eigene Entscheidung; dazu mehr im Beitrag wann Sie um Push Benachrichtigungen bitten sollten. Für die Links gilt eine einfache Regel: Jede Nachricht öffnet den Bildschirm, der zu ihrem Inhalt passt.
Wann sollten Sie die Linkstruktur planen?
Der beste Zeitpunkt ist der Projektstart, also während Sie Bildschirme der App und Adressen der Website gemeinsam planen. Später geht es auch, allerdings bedeutet eine nachträgliche Routingschicht mehr Tests und mehr Fehler.
Ein Beispielszenario mit einer Termin App: Zum Start gibt es Startbildschirm und Buchungsablauf. Sechs Monate später kommen Erinnerungsmails, Gutscheincodes und gedruckte Flyer mit QR Codes dazu. Fehlt eine geplante Adressstruktur, braucht jeder neue Kanal eine eigene Ausnahme, und die Wartung wird mühsam.
Zudem gehören Verifizierungsdateien und Adresszuordnungen in den Plan, wenn Sie die Website neu gestalten oder die Domain wechseln. Sonst öffnen sich am Tag des Relaunchs alle App Links plötzlich im Browser.
Wer sollte Deep Links für Ihre App einrichten?
Diese Aufgabe gehört nie nur einem Team. Webserver, iOS App, Android App, Signatureinstellungen im Store und Marketingmessung müssen gleichzeitig stimmen. Liegen diese Teile bei verschiedenen Dienstleistern, entsteht das Problem meist in den Lücken dazwischen.
Als Talha Aslan und Team behandeln wir Linkstruktur, Verifizierungsdateien, Kampagnenmessung und Store Veröffentlichung gemeinsam, während wir die App entwickeln. Wir entwickeln Ihre App und bringen sie in die Stores. Hat Ihre bestehende App Probleme mit Links, prüfen wir die Einrichtung und erstellen einen klaren Plan. Für ein Angebot zu Ihrem Projekt nutzen Sie das Formular auf unserer Seite zur App Entwicklung.
Kurz gesagt bringt ein sauberer Deep Link Nutzer mit einem Tippen auf den richtigen Bildschirm, während ein fehlerhafter still Ihr Kampagnenbudget verbrennt. Der Unterschied liegt meist in wenigen Dateien und einer Handvoll Routingregeln.



