Wartungsseite richtig gestalten: 503 Statuscode, Wartezeit und Hinweistext

Kurze Antwort
Wie sollte eine Wartungsseite aussehen?
Eine Wartungsseite ist die vorübergehende Ansicht, die Besucher sehen, solange eine Website kurz für Arbeiten offline ist. Eine gute Wartungsseite sendet Suchmaschinen den Statuscode 503 mit einem Retry-After Header. Menschen erklärt sie dagegen klar, was passiert, wann es endet und wie sie Sie bis dahin erreichen.
Wir, Talha Aslan und unser Team, bauen diese Ansicht seit Jahren bei Relaunches, Serverumzügen und großen Updates. Das häufigste Problem ist dabei ziemlich schlicht. Die Seite sieht gut aus, allerdings liefert der Server im Hintergrund den Statuscode 200. Folglich hält Google die Wartungsseite womöglich für den echten Inhalt der Website. Dieser Leitfaden behandelt deshalb Technik, Text und Gestaltung gemeinsam. Die allgemeinen Ursachen eines 503 Fehlers erklären wir in unserem Ratgeber zu 503 Service Unavailable; hier geht es also nur um geplante Wartung.
Warum sollte eine Wartungsseite 503 statt 200 liefern?
Ein HTTP Statuscode ist ein kurzes Etikett, das der Server jeder Antwort mitgibt. Der Code 200 bedeutet „alles in Ordnung, hier ist der Inhalt“. Der Code 503 sagt dagegen „der Dienst ist vorübergehend nicht verfügbar“. Liefert Ihre Wartungsseite 200, kann eine Suchmaschine sie als neue Version der Seite lesen. Dann landet womöglich ein Satz wie „Wir sind gleich zurück“ statt Ihres Produkttitels im Index.
Google empfiehlt für vorübergehende Schließungen ausdrücklich den Code 503. Der Leitfaden von Google Search Central zum Pausieren eines Onlinegeschäfts rät bei dringenden, kurzen Schließungen zu einer 503 Fehlerseite in statischem HTML. Zudem signalisieren 5xx Codes dem Googlebot, das Crawling vorübergehend zu drosseln. Somit entlastet die Wartungsseite auch Ihren Server.
- Wartungsseite mit 200: Suchmaschinen halten den vorübergehenden Text womöglich für dauerhaften Inhalt.
- Weiterleitung per 302 auf eine einzige Adresse: Alle URLs laufen auf eine Seite zusammen, und die Signale vermischen sich.
- Wartungsseite mit 404: Sie behauptet, die Seite existiere nicht mehr, und das ist falsch.
- Wartungsseite mit 503: Sie beschreibt den vorübergehenden Zustand korrekt und entspricht der Empfehlung.
Was bewirkt der Header Retry-After?
Retry-After ist ein HTTP Header, den der Server einer 503 Antwort hinzufügt. Er teilt dem Client mit, wann er es erneut versuchen soll. Laut der MDN Referenz zu diesem Header gibt es zwei Formen: eine Wartezeit in Sekunden oder ein genaues Datum mit Uhrzeit. Außerdem weist MDN darauf hin, dass manche Crawler wie der Googlebot den Wert beachten.
In der Praxis entscheiden Sie also drei Dinge:
- Sekundenwert: Können Sie die Dauer schätzen, tragen Sie zum Beispiel 3600 ein; das entspricht einer Stunde.
- Datumswert: Kennen Sie das Ende, geben Sie einen genauen Zeitpunkt im GMT Format an.
- Realistische Schätzung: Planen Sie das Zeitfenster etwas großzügiger. Ein Crawler, der zu früh zurückkommt und erneut 503 sieht, gewinnt nichts.
Allerdings ist dieser Header kein Versprechen. Auch der Google Leitfaden verlangt hier nur Ihre beste Schätzung. Deshalb passen Sie den Wert an, sobald die Arbeiten länger dauern. Lassen Sie niemals ein Datum stehen, das schon vorbei ist.
Ab welcher Dauer schadet eine Wartungsseite der Sichtbarkeit?
Kurz gesagt: Einige Stunden bis ein oder zwei Tage gelten meist als sichere Zone, alles darüber ist riskant. Die Google Dokumentation zum Reduzieren der Crawlingrate rät davon ab, 500, 503 oder 429 länger als ein bis zwei Tage zu verwenden. Dieselbe Seite warnt zudem, dass URLs aus dem Index fallen können, wenn der Googlebot diese Codes dort über mehrere Tage sieht.
Außerdem bezeichnet der Pausierungsleitfaden eine vollständige Schließung als extreme Maßnahme für sehr kurze Zeit, höchstens wenige Tage. Nach einer langen Pause sei der Weg zurück deutlich schwerer. Hinzu kommt: Solange die Website 503 liefert, kann Google Titel, Beschreibungen und strukturierte Daten nicht aktualisieren.
Unsere Praxiserfahrung zeigt in dieselbe Richtung. Lesen Sie das trotzdem als Orientierungswert, nicht als Garantie. Messen Sie die Arbeiten in Stunden, ist 503 das richtige Werkzeug. Messen Sie sie in Tagen, planen Sie stattdessen eine Teilwartung. Das größere Bild zum Crawling zeigt unser Beitrag dazu, warum der Googlebot weniger crawlt.
Warum darf robots.txt während der Wartung kein 503 liefern?
Dieses Detail übersehen viele. Zahlreiche Wartungsplugins und Serverregeln liefern ohne Ausnahme für jede URL 503. Folglich bekommt auch die Datei robots.txt einen 503. Der Google Leitfaden sagt klar, dass Sie das vermeiden sollen, denn ein 503 für robots.txt blockiert das gesamte Crawling.
Warum wiegt das so schwer? Laut der robots.txt Spezifikation von Google stoppt Google bei einem 5xx Fehler für robots.txt in den ersten 12 Stunden das Crawling der Website. In dieser Zeit versucht Google nur, die Datei erneut abzurufen. In den folgenden 30 Tagen nutzt Google dann die letzte gültige Kopie. Anders gesagt: Schon eine kurze Wartung kann über robots.txt eine längere Crawlinglücke öffnen.
Daher gehören diese Ausnahmen in Ihre Wartungsregel:
- Die Datei robots.txt liefert normal den Status 200.
- Sitemaps bleiben erreichbar, sofern kein Grund dagegen spricht.
- Stylesheet, Logo und Schrift der Wartungsseite laden mit 200, sonst wirkt die Ansicht kaputt.
- Die IP Adresse Ihres Teams bleibt außen vor, damit Sie live testen können.
Welche Botschaft sollte eine Wartungsseite vermitteln?
Eine gute Botschaft beantwortet vier Fragen kurz. Was passiert? Warum? Wann endet es? Was kann ich jetzt tun? Besucher sollten alle vier Antworten in wenigen Sekunden finden. Eine lange Entschuldigung oder eine technische Erklärung hilft hier dagegen nicht.
Ein möglicher Aufbau sieht so aus:
- Überschrift: Ein Satz, der die Lage nennt, etwa „Wir aktualisieren unsere Website“.
- Erklärung: Ein bis zwei Sätze zum Grund, zum Beispiel die Umstellung des Zahlungssystems.
- Zeitangabe: Das voraussichtliche Ende samt Zeitzone.
- Alternative: Ein Kanal, der offen bleibt, etwa Telefon, E-Mail oder die Ladenadresse.
- Beruhigung: Ob bestehende Bestellungen oder Termine betroffen sind.
Passen Sie außerdem den Ton an Ihre Markenstimme an. Überlegen Sie allerdings zweimal, bevor Sie einen Witz einbauen. Eine verspielte Fehlerseite ärgert Kunden, deren Bestellung gerade hängt. Kurz gesagt: Klare, ruhige und respektvolle Sprache passt in jeder Branche.
Lesen Sie den Text danach laut vor. Jeder Satz, bei dem Sie stocken, bremst auch Ihre Besucher. Streichen Sie deshalb Fachbegriffe, Versionsnummern und interne Teamsprache. Besucher interessiert keine „Datenbankmigration“, sondern der Zeitpunkt, ab dem sie wieder einkaufen können.
Wie geben Sie die Dauer auf der Wartungsseite an?
Die Zeitangabe entscheidet, ob ein Besucher zurückkommt. „Bald wieder da“ sagt nichts aus. Dagegen erlaubt „Ab heute 14:00 Uhr sind wir wieder erreichbar (MEZ)“ eine konkrete Planung.
Achten Sie bei der Zeitangabe auf diese Punkte:
- Nennen Sie immer die Zeitzone, denn internationale Besucher brauchen sie.
- Können Sie keinen genauen Zeitpunkt nennen, geben Sie einen Zeitraum an, etwa „zwischen 13 und 15 Uhr“.
- Stimmen Sie zudem die Uhrzeit auf der Seite mit dem Wert im Header ab.
- Dauern die Arbeiten länger, aktualisieren Sie den Text sofort, denn eine vergangene Uhrzeit kostet Vertrauen.
Ein Countdown wirkt verlockend, allerdings ist Vorsicht angebracht. Erreicht er null, während die Website noch offline ist, deuten Besucher das als Panne. Deshalb ist eine schlichte Uhrzeit meist ehrlicher. Nutzen Sie dennoch einen Countdown, lassen Sie ihn bei null auf einen Satz wie „Wir führen letzte Prüfungen durch“ umspringen.
Wie bieten Sie während der Ausfallzeit andere Kontaktwege an?
Ihr Geschäft läuft auch während der Wartung weiter. Daher brauchen Besucher einen Weg für dringende Anliegen. Eine Praxis zeigt zum Beispiel ihre Terminhotline. Ein Onlineshop nennt seine Support Adresse per E-Mail, und ein Restaurant zeigt seine Bestellnummer.
Prüfen Sie bei der Darstellung diese Punkte:
- Verlinken Sie die Telefonnummer, damit mobile Nutzer mit einem Tippen anrufen.
- Zeigen Sie die E-Mail Adresse zusätzlich als Klartext, weil manche Nutzer sie kopieren möchten.
- Enthalten Ihre Social Media Kanäle einen Wartungshinweis, verlinken Sie ihn.
- Nennen Sie die Erreichbarkeitszeiten jedes Kanals, damit niemand ins Leere ruft.
Verlinken Sie außerdem niemals ein Kontaktformular, das gerade selbst offline ist. Sonst landet der Besucher auf einer zweiten Fehlerseite. Ebenso blenden Sie den Livechat aus, wenn er zusammen mit dem restlichen System ausfällt.
Wie gestalten Sie eine Wartungsseite?
Die Wartungsseite muss unabhängig vom Rest der Website funktionieren. Genau deshalb empfiehlt Google statisches HTML. Eine Seite, die an Datenbank, CMS oder schwere Skripte gebunden ist, bricht womöglich gerade während der Wartung zusammen. Also genügen eine einzelne HTML Datei, ein kleiner eingebetteter Stilblock und ein leichtes Logo.
Für die Gestaltung empfehlen wir Folgendes:
- Markentreue: Logo, Farben und Schrift entsprechen Ihrer Website, damit Besucher sich sicher fühlen.
- Ein Fokus: Zeigen Sie eine Überschrift, eine kurze Erklärung und die Kontaktdaten.
- Geringes Gewicht: Verzichten Sie auf große Bilder, Videos und Dateien von fremden Servern.
- Mobil zuerst: Viele Besucher kommen per Smartphone, deshalb muss der Text auf kleinen Bildschirmen gut lesbar sein.
Das richten wir gern für Sie ein: Wir gestalten die Wartungsseite passend zu Ihrer Marke und testen sie zusammen mit der Serverregel. Für Umfang und Preis fordern Sie über unsere Webdesign Leistungen ein Angebot an.
Ist Ihre Wartungsseite für alle zugänglich?
Barrierefreiheit gilt auch für die Wartungsseite. Wer einen Screenreader nutzt, muss ebenfalls erfahren, was passiert und wann es endet. Deshalb gehört die Botschaft nicht in ein Bild, sondern als echter Text ins HTML.
Ein kurzer Check zur Barrierefreiheit:
- Setzen Sie das richtige Sprachattribut, damit Screenreader korrekt vorlesen.
- Beginnen Sie die Überschriftenstruktur mit genau einer Hauptüberschrift.
- Sorgen Sie für ausreichenden Kontrast zwischen Text und Hintergrund; die WCAG Richtlinien des W3C nennen klare Schwellenwerte.
- Geben Sie dem Logo einen aussagekräftigen Alternativtext.
- Formulieren Sie Linktexte für Telefon und E-Mail eindeutig und vermeiden Sie vage Wendungen wie „hier klicken“.
Vorsicht zudem bei Seiten, die sich selbst neu laden. Eine Wartungsseite, die sich alle paar Sekunden aktualisiert, zwingt Screenreader Nutzer, den Text immer wieder von vorn zu hören. Brauchen Sie eine Aktualisierung, wählen Sie ein langes Intervall oder überlassen Sie sie dem Besucher.
Vollständige Schließung oder Teilwartung: Was ist besser?
Nicht jede Arbeit erfordert, die gesamte Website zu schließen. Oft reicht es, einen Bereich vorübergehend abzuschalten. Aktualisieren Sie etwa das Zahlungssystem, bleiben Produktseiten online, und nur der Warenkorb pausiert. Auch der Google Leitfaden empfiehlt, Funktionen einzuschränken statt die Website komplett abzuschalten.
| Ansatz | Wann passend? | Suchmaschinen | Besucher |
|---|---|---|---|
| 503 für die gesamte Website | Arbeiten von wenigen Stunden, etwa Serverumzug oder Datenbankumbau | Kurzzeitig sicher, mit wachsender Dauer riskanter | Besucher sehen keinerlei Inhalt |
| Teilwartung (nur Warenkorb oder Konto gesperrt) | Updates an Zahlungs oder Kontosystemen | Inhaltsseiten bleiben crawlbar | Besucher stöbern weiter in Produkten und Informationen |
| Nur Lesemodus | CMS Updates | Seiten liefern wie gewohnt 200 | Kommentare, Formulare und Bestellungen pausieren |
| Arbeit auf Staging, dann kurze Umschaltung | Große Relaunches | Ausfall bleibt bei wenigen Minuten | Besucher bemerken den Wechsel kaum |
Die Tabelle zeigt also: Die beste Wartungsseite ist oft diejenige, die niemand je sieht. Somit spüren Besucher und Crawler den Ausfall so wenig wie möglich.
Wie planen Sie Wartung in einem Onlineshop?
Im E-Commerce kostet Wartung mehr, denn jede geschlossene Stunde bedeutet verlorene Bestellungen. Wählen Sie den Zeitpunkt deshalb anhand Ihrer Daten. Suchen Sie in Ihrer Webanalyse die Stunden mit dem geringsten Traffic und legen Sie die Arbeiten in dieses Fenster.
Beispielszenario: Ein Modeshop wechselt den Zahlungsanbieter. Das Team lässt Produkt und Kategorieseiten online und sperrt nur Warenkorb und Kasse. Ein kleiner Hinweis im Warenkorb nennt die Uhrzeit, ab der die Kasse wieder öffnet, sowie die Supportnummer. Folglich stöbern Besucher weiter und legen Artikel auf ihre Merkliste.
Denken Sie außerdem an Ihre Anzeigen. Schicken Kampagnen Traffic auf eine komplett geschlossene Website, verpufft Budget, und Fehler bei der Zielseite können auftreten. Planen Sie daher bei einer vollständigen Schließung ein, die Kampagnen im selben Zeitfenster zu pausieren. Die Einstellungen dazu prüfen Sie in der offiziellen Hilfe der jeweiligen Werbeplattform.
Zudem verdienen Kunden mit offenen Bestellungen Aufmerksamkeit. Fällt die Sendungsverfolgung aus, sagen Sie das auf der Wartungsseite klar. Ein Satz wie „Ihre bestehenden Bestellungen sind nicht betroffen, Versandinfos kommen weiterhin per E-Mail“ senkt die Zahl der Supportanfragen. Schließlich legen Sie Wartung möglichst nicht in Aktionszeiträume.
Wie kündigen Sie eine Wartung vorab an?
Die beste Wartungsbotschaft erreicht Kunden, bevor die Wartung beginnt. Haben Sie Stammkunden, mildert eine frühe Info den Überraschungseffekt. Außerdem stärkt das ein transparentes Markenbild.
- Einige Tage vorher: Blenden Sie oben auf der Website einen schmalen Hinweisbalken mit dem Datum ein.
- Einen Tag vorher: Senden Sie Mitgliedern oder Newsletter Abonnenten eine kurze E-Mail.
- Am Tag selbst: Veröffentlichen Sie einen kurzen Beitrag auf Ihren Social Media Kanälen.
- Nach dem Ende: Entfernen Sie den Balken und teilen Sie bei Bedarf eine kurze „Wir sind zurück“ Meldung.
Andererseits sollten Sie nicht übertreiben. Eine E-Mail an alle Kunden wegen eines winzigen Updates erzeugt unnötige Sorgen. Kurz gesagt: Der Umfang der Ankündigung richtet sich nach dem Umfang des Ausfalls.
Welche Fehler machen eine Wartungsseite nutzlos?
Die häufigsten Fehler aus der Praxis sind keine tiefen technischen Probleme. Vielmehr rutschen kleine Details durch. Die folgende Liste dient Ihnen als Startpunkt für die eigene Prüfung.
- Falscher Statuscode: Die Ansicht ist schön, aber der Server liefert 200.
- Auch robots.txt gesperrt: Die Regel liefert ausnahmslos für jede URL 503.
- Keine Zeitangabe: Dort steht nur „bald zurück“.
- Vergessene Wartung: Die Arbeit ist erledigt, das Plugin aber noch aktiv.
- Kaputtes Layout: Auch das Stylesheet fällt unter die Regel, und die Seite erscheint als reiner Text.
- Admins ausgesperrt: Ohne Ausnahme kann das Team nicht live testen.
Die meisten dieser Fehler entdecken Sie mit einer einzigen Prüfung. Aktivieren Sie die Wartung und rufen Sie die Website dann aus einem anderen Netz auf. Prüfen Sie dabei den Antwortcode in den Entwicklertools Ihres Browsers. Öffnen Sie zudem die Adresse von robots.txt separat. Somit sehen Sie die Seite aus Sicht eines Menschen und eines Crawlers.
Was prüfen Sie nach dem Ende der Wartung?
Mit dem Abschalten der Wartung ist die Arbeit nicht erledigt. Das eigentliche Risiko liegt in Problemen, die danach niemand bemerkt. Deshalb starten Sie direkt nach dem Öffnen eine kurze Prüfrunde.
- Liefern Startseite, Kategorien und Produktseiten den Status 200?
- Öffnen sich robots.txt und Sitemap mit dem richtigen Inhalt?
- Ist der Cache geleert, oder sehen Besucher noch die Wartungsseite?
- Funktionieren Formulare, Warenkorb und Kasse durchgehend?
- Zeigt die Search Console mehr Crawling oder Serverfehler als sonst?
Der Punkt zum Cache wiegt am schwersten. Manche Content Delivery Netze und Cacheplugins speichern die Wartungsseite. Dann sehen einige Besucher sie noch eine Weile, obwohl die Website längst wieder offen ist. Außerdem können Seiten, die während der Wartung versehentlich leer antworteten, zu Soft 404 Fehlern führen. Nehmen Sie auch das in Ihre Checkliste auf.
Beeinflusst eine Wartungsseite das Crawl Budget?
Ein kurzer 503 schadet dem Crawl Budget nicht dauerhaft, bremst aber vorübergehend. Laut Google Dokumentation zu Netzwerkfehlern drosseln Crawler bei 5xx Antworten zeitweise das Tempo. Sobald der Server wieder 2xx liefert, erhöht Google die Crawlingrate schrittweise.
Für kleine und mittlere Websites verursachen einige Stunden geplante Wartung also selten Probleme. Bei einem Nachrichtenportal mit zehntausenden Seiten oder einem großen Shop dauert die Erholung allerdings womöglich spürbar länger. Für solche Websites gilt deshalb: Wartung kurz halten und, wo möglich, Teilwartung wählen.
Welche Websites sich wirklich darum kümmern müssen, erklärt unser Ratgeber zum Crawl Budget. Die Größe Ihrer eigenen Website prägt somit auch Ihren Wartungsplan. Kurz gesagt reagieren große Websites empfindlicher auf Ausfälle als kleine.
Plugin oder Serverregel: Was sollten Sie wählen?
Beide Wege haben ihre Berechtigung. Ein Wartungsplugin läuft im CMS und ist schnell eingerichtet. Allerdings hängt es von genau diesem System ab. Betreffen die Arbeiten das System selbst, fällt womöglich auch das Plugin aus. Eine Serverregel greift dagegen vor dem CMS und ist bei Infrastrukturarbeiten verlässlicher.
Stellen Sie sich vor der Wahl diese Fragen:
- Läuft das CMS während der Arbeiten weiter?
- Welchen Statuscode liefert das Plugin, und kann es den Header mit der Wartezeit setzen?
- Lassen sich Ausnahmen für robots.txt und Stylesheets definieren?
- Können Sie die IP Adresse Ihres Teams von der Wartungsseite ausnehmen?
Für ein kleines Erweiterungsupdate genügt zum Beispiel oft ein Plugin. Bei Serverumzug, Datenbankumbau oder einem Wechsel der PHP Version ist eine Serverregel dagegen die robustere Wahl. Egal welchen Weg Sie wählen, prüfen Sie nach dem Aktivieren selbst den Antwortcode. Vertrauen Sie also dem, was der Server tatsächlich liefert, nicht dem, was das Werkzeug verspricht.
Wie bereiten Sie eine mehrsprachige Wartungsseite vor?
Auf mehrsprachigen Websites sollte die Wartungsseite die Sprache des Besuchers sprechen. Wer englische Inhalte sucht, versteht eine türkische Wartungsseite womöglich nicht. Erstellen Sie deshalb für jede Sprachversion einen eigenen Text, oder ordnen Sie die Sprachen als kurze Blöcke auf einer Seite an.
Unsere praktischen Tipps:
- Jeder Sprachblock erhält ein eigenes Sprachattribut, damit Screenreader richtig vorlesen.
- Schreiben Sie die Uhrzeit im Format, das die jeweilige Leserschaft kennt, und ergänzen Sie die Zeitzone.
- Unterscheiden sich die Kontaktwege je Sprache, zeigen Sie in jedem Block die passende Nummer.
- Verlassen Sie sich nicht auf maschinelle Übersetzung; der Text ist kurz, eine sorgfältige Übersetzung kostet wenig Zeit.
Planen Sie zudem die Regel passend zu Ihrer Struktur aus Unterordnern oder Subdomains. Aktualisieren Sie etwa nur eine Sprachversion, bleiben die anderen online. Somit beschränkt sich der Ausfall auf die betroffene Zielgruppe. Daher ist Teilwartung auf mehrsprachigen Websites meist die klügere Wahl.
Beispielszenario: Wie läuft eine geplante Wartung auf einer Dienstleistungsseite ab?
Beispielszenario: Ein Architekturbüro zieht mit seiner Website auf einen neuen Server um. Das Team wählt einen Sonntagmorgen, an dem der Traffic am geringsten ist. Zwei Tage vorher erscheint oben auf der Website der Hinweis „Wartung am Sonntag von 8 bis 10 Uhr“.
Am Morgen liefert das Team per Serverregel auf allen Seiten 503 mit einer Wartezeit von zwei Stunden im Header. Die Datei robots.txt und das Stylesheet der Wartungsseite stehen auf der Ausnahmeliste. Die Ansicht zeigt das Logo des Büros, die Überschrift „Wir ziehen auf einen neuen Server um“, die Endzeit und die Telefonnummer des Büros.
Der Umzug ist eine Stunde früher fertig. Danach entfernt das Team die Regel, leert den Cache und arbeitet die Checkliste Schritt für Schritt ab. Anschließend beobachtet es einige Tage lang die Crawlingstatistik in der Search Console. Dieses Szenario dient nur der Veranschaulichung, die Reihenfolge der Schritte passt allerdings auf die meisten geplanten Wartungen.
Wie sieht eine Checkliste für die Wartungsseite aus?
Haken Sie vor dem Start jeden Punkt einzeln ab. Die Liste wirkt kurz, dennoch verhindert jeder Punkt ein Problem aus unserer Praxis.
- Die Wartungsseite liefert den Statuscode 503.
- Der
Retry-AfterHeader enthält eine realistische Dauer oder ein Datum. - Ihre Datei robots.txt liefert 200 und fällt nicht unter die Regel.
- Statisches HTML ohne Abhängigkeit von der Datenbank bildet die Seite.
- Ihr Text nennt Anlass, Ende und Kontaktweg.
- Zeitzone steht dabei, und die Uhrzeit passt zum Header.
- Telefon und E-Mail Links funktionieren mobil.
- Kontrast, Sprachattribut und Überschriften sind barrierearm.
- Die IP Adresse des Teams steht auf der Ausnahmeliste.
- Prüfrunde und Cache Leerung nach der Wartung sind eingeplant.
Diese Liste kann Teil Ihrer regelmäßigen Pflege werden. Was wir jeden Monat prüfen, zeigt unser Beitrag zur Website Wartung mit Checkliste.
Sollten Sie die Wartungsseite selbst einrichten oder Hilfe holen?
Für eine einfache Website genügt oft ein Wartungsplugin mit den richtigen Einstellungen. Prüfen Sie allerdings unbedingt, welchen Statuscode es liefert und ob es robots.txt ausnimmt. Manche Plugins haben diese Optionen standardmäßig deaktiviert; das aktuelle Verhalten finden Sie in der Dokumentation des Plugins.
Serverumzug, Infrastrukturwechsel oder Wartung auf einer mehrsprachigen Website brauchen dagegen mehr Planung. Bei solchen Projekten ist die Wartungsseite nur der sichtbare Teil. Die eigentliche Arbeit sind Zeitplan, Backups, ein Plan für den Rückweg und Tests danach. Für einen kompletten Umzug hilft Ihnen unsere Checkliste zum Hostingwechsel ohne Ausfall.
Möchten Sie, dass wir Wartungsseite, Serverregel und Umschaltplan gemeinsam aufsetzen, schildern Sie Ihr Projekt über unsere Webdesign Seite und fordern Sie ein Angebot an. Somit läuft der Wartungstag nach Checkliste statt nach Überraschungen.



