Digitales Marketing

Sollten Sie auf Ihren Eigenen Markennamen bei Google Ads Bieten?

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Kurze Antwort

Sollten Sie auf Ihren Eigenen Markennamen bei Google Ads Bieten?

Auf den eigenen Markennamen bei Google Ads zu bieten bedeutet, neben dem organischen Ergebnis zusätzlich eine Anzeige zu zeigen, wenn jemand nach Ihrem Unternehmen sucht. Das ist keine Pflicht. Die Entscheidung hängt von drei Faktoren ab: dem Konkurrenzrisiko, dem Wunsch nach mehr Sichtbarkeit und der Frage, ob Sie Kannibalisierung zwischen Anzeige und Klick akzeptieren.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Wir erklären hier keinen klaren Gewinner, denn die richtige Antwort hängt von Ihrem Wettbewerbsumfeld, Ihrem Budget und der Stärke Ihres organischen Ergebnisses ab. Die folgenden Abschnitte erklären zunächst, was Brand Bidding überhaupt ist, und vergleichen dann anhand von zwei Tabellen, wann es sich lohnt und wann nicht.

Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die sich fragen: "Ich stehe organisch schon auf Platz eins, warum sollte ich dafür zahlen?" Ob kleines lokales Geschäft oder wettbewerbsintensive E-Commerce Marke, die gleichen drei Faktoren gelten, nur in unterschiedlicher Gewichtung.

Nach unserer Erfahrung mit Kunden aus verschiedenen Branchen läuft die Entscheidung fast immer auf Wettbewerbsdruck, Budgetpriorität und Ihre Möglichkeit zur Messung hinaus. Die folgenden Abschnitte gehen genau diese drei Faktoren der Reihe nach durch.

Was Ist Brand Bidding bei Google Ads

Brand Bidding bezeichnet die Praxis, den eigenen Markennamen oder nahe Varianten davon als Keyword in einer Google Ads Suchkampagne auszuwählen. Die suchende Person sieht dann sowohl Ihr organisches Ergebnis als auch eine Anzeige für dieselbe Suche, manchmal direkt übereinander. Anders gesagt besetzt derselbe Markenname dann zwei Plätze statt einem.

Das ist eine andere Situation als wenn ein Konkurrent auf Ihren Markennamen bietet. Dieses Thema behandeln wir ausführlich im Beitrag Konkurrent wirbt mit Ihrem Markennamen. Hier geht es um Ihre eigene Entscheidung, für Ihren eigenen Namen zu werben.

Manche nennen das statt Brand Bidding auch "Markenverteidigungskampagne", beide Begriffe meinen dasselbe: eine eigene Anzeige für den eigenen Namen. Technisch unterscheidet sich die Kampagne nicht von jeder anderen Suchkampagne. Der einzige echte Unterschied liegt in der Keywordliste, die aus Markenvarianten, Schreibfehlern und Abkürzungen Ihres Namens besteht. Konkret zielen Sie damit auf Ihren eigenen Namen, nicht auf ein neues Publikum.

Warum Werben, Wenn Sie Organisch Bereits auf Platz Eins Stehen?

Wenn Ihre Marke organisch schon ganz oben steht, ist die erste Reaktion verständlich: Warum für einen Platz zahlen, den man bereits kostenlos hat? In den meisten Fällen ist die Antwort defensiv. Sie wollen diese Ergebnisseite schützen, bevor ein Konkurrent, Wiederverkäufer oder Partner sie besetzt. Zum Beispiel kann ein Partnerprogramm ungewollt genau um dieselbe Suche konkurrieren.

  • Ein Konkurrent könnte genau für diese Suche eine Anzeige schalten und Aufmerksamkeit abziehen.
  • Wiederverkäufer oder Partner könnten auf Ihren Namen bieten und Ihren eigenen Traffic abfangen.
  • Anzeigenelemente wie Sitelinks oder eine Telefonnummer bieten Funktionen, die Ihr organisches Ergebnis nicht zeigt.
  • Bei einem Launch oder einer Krise lässt sich die Anzeigenbotschaft in Minuten aktualisieren.

Andererseits schwächt sich dieser Verteidigungsbedarf ab, wenn Ihr organisches Ergebnis bereits dominant ist und niemand gegen Sie bietet. Die eigentliche Antwort hängt also davon ab, wie intensiv der Wettbewerb in Ihrem Markt gerade wirklich ist.

Ein praktischer Weg, das zu prüfen, ist Ihre eigene Marke von verschiedenen Geräten und Browsern aus zu suchen und zu sehen, wer dort tatsächlich erscheint. Dieser einfache Test zeigt oft mehr über den echten Wettbewerbsdruck als jede Vermutung. Ebenso kann die Suche aus einer anderen Stadt oder einem anderen Land ein anderes Bild zeigen.

Können Konkurrenten auf Ihren Markennamen Bieten?

Ja. Die Werberichtlinie von Google schränkt die Verwendung von Markennamen als Keyword nicht ein, ein Konkurrent kann also technisch Ihren Markennamen als Ziel auswählen. Die Einschränkung greift erst im Anzeigentext: Wenn der Markeninhaber eine Beschwerde einreicht, kann Google dem Konkurrenten die direkte Nutzung Ihres Namens im Anzeigentext untersagen.

Was tun Sie also in diesem Fall? Prüfen Sie zunächst den Anzeigentext des Konkurrenten. Nutzt er Ihren Markennamen direkt im Text, können Sie eine formelle Beschwerde einreichen. Hat er den Namen nur als Keyword gewählt, ist das allein noch kein Verstoß.

Eine Beschwerdeprüfung dauert dabei nicht sofort. Google braucht Zeit zur Prüfung, und die Anzeige des Konkurrenten kann währenddessen weiterlaufen. Ihre eigene Markenkampagne schützt in dieser Wartezeit Ihre Sichtbarkeit. Zudem läuft Ihr organisches Ergebnis unabhängig vom Ausgang der Beschwerde im Hintergrund weiter.

Den vollständigen Beschwerdeprozess erklären wir im Beitrag Konkurrent wirbt mit Ihrem Markennamen, wir wiederholen ihn hier nicht. Den aktuellen Wortlaut der Richtlinie finden Sie direkt bei Googles Markenrichtlinie.

Bringt eine Markenkampagne Zusätzliche Sichtbarkeit in der Suche?

Eine Anzeige für den Markennamen erscheint über oder neben Ihrem organischen Ergebnis und vergrößert so die Fläche, die Ihre Marke auf der Ergebnisseite einnimmt. Die suchende Person sieht Ihre Marke praktisch doppelt, einmal als Anzeige, einmal als organischen Treffer. Auf einem umkämpften Markt hält diese doppelte Präsenz die Aufmerksamkeit etwas länger bei Ihrer Marke. Außerdem kann sie die Anzeige eines Konkurrenten weiter nach unten drängen.

Wie groß dieser Effekt ist, hängt von Branche, Wettbewerbsdichte und Gerät ab, eine genaue Zahl zu nennen wäre hier irreführend. Allerdings ist diese zusätzliche Fläche eine praktische Absicherung, wenn der obere Bereich der Ergebnisseite in Ihrer Branche schon voller Anzeigen ist.

Auf Mobilgeräten ist der Bildschirm kleiner, daher wirkt diese zusätzliche Fläche anders als am Desktop. Es lohnt sich zu prüfen, wie viel Ihres Traffics tatsächlich von Mobilgeräten kommt, bevor Sie diesen Effekt gewichten. Sonst überschätzen Sie den Wert dieser zusätzlichen Fläche leicht.

Zudem nehmen Sprachsuche und Kartenergebnisse in vielen Suchen zunehmend mehr Platz ein, sodass eine Anzeige für den Markennamen ein anderes visuelles Gewicht trägt als ein reines Textergebnis. Das kann den Wert der zusätzlichen Sichtbarkeit weiter erhöhen. Folglich lohnt sich hier ein genauerer Blick auf die eigenen Suchergebnisse.

Kannibalisiert Brand Bidding Ihre Organischen Klicks?

Dieses Thema wird im digitalen Marketing ständig diskutiert: Verschiebt eine Anzeige für den Markennamen nur einen Klick, der ohnehin organisch gekommen wäre, oder bringt sie wirklich zusätzliche Klicks? Vermarkter nennen das Kannibalisierung, und es gibt darauf keine universelle Antwort. In der Praxis fällt der echte Anteil von Marke zu Marke unterschiedlich aus.

Manche Nutzer klicken die Anzeige, andere das organische Ergebnis. Ein praktischer Weg, den wirklich zusätzlichen Anteil zu schätzen, ist die Anzeige kurzzeitig zu pausieren und die Veränderung der organischen Klicks zu beobachten. Die größere Balance zwischen bezahlt und organisch behandeln wir im Beitrag organisches Wachstum oder bezahlte Werbung.

Kurz gesagt ist die Kannibalisierungsfrage nicht schwarz weiß. Das Ergebnis hängt von der Größe Ihrer Marke, der Wettbewerbsintensität Ihrer Branche und dem Suchverhalten Ihrer Nutzer ab. Sogar bei derselben Marke kann sich dieses Verhältnis je nach Saison verschieben. Vor allem reicht eine einzelne Momentaufnahme nicht für ein endgültiges Urteil.

Statt diese Entscheidung einmal zu treffen und dann zu vergessen, lohnt sich ein regelmäßiger Test. Die Anzeige für ein paar Wochen zu pausieren und die Veränderung der organischen Klicks zu beobachten, liefert eine Antwort, die zu Ihrer eigenen Marke passt. Schließlich kennt niemand Ihre eigene Zielgruppe besser als Ihre eigenen Daten.

Warum Ist der Klickpreis für Markenbegriffe Meist Niedriger?

Bei einer Suche nach Ihrem genauen Markennamen liegen Anzeige, Landingpage und Suchabsicht sehr nah beieinander, diese hohe Relevanz führt meist zu einem niedrigeren Klickpreis. Google berechnet den Anzeigenrang aus Gebot, Qualität von Anzeige und Landingpage sowie dem Kontext der Suche, und bei einer Markensuche sprechen die meisten dieser Faktoren für Sie.

Wie der Anzeigenrang genau funktioniert, erklären wir im Beitrag Anzeigenrang berechnen, die allgemeine Logik des Klickpreises im Beitrag Klickpreis steigt. Offizielle Quelle: Google Ads Hilfe, Anzeigenrang.

Dieser niedrigere Kostenpunkt macht eine Markenkampagne zu einem vergleichsweise risikoarmen Test. Sie können mit kleinem Budget starten, die Ergebnisse beobachten und die Kampagne bei Unzufriedenheit einfach pausieren. Danach entscheiden Sie auf Basis echter Daten, ob sich eine Ausweitung lohnt.

Diese risikoarme Teststruktur ist eine praktische Option für alle, die noch unentschlossen sind. So treffen Sie eine datenbasierte Entscheidung, ohne sich langfristig zu verpflichten. Zusammengefasst riskieren Sie wenig und lernen dabei viel. Also lohnt sich dieser kleine erste Schritt fast immer.

Welche Unternehmen Sollten auf Ihren Eigenen Markennamen Bieten?

Auf Ihren eigenen Markennamen bei Google Ads zu bieten ist für Unternehmen mit einem der folgenden Profile meist ein sinnvoller Verteidigungsschritt.

  • Marken in einer wettbewerbsintensiven Branche, in der Konkurrenten bereits aggressiv werben.
  • Unternehmen mit einem breiten Händler oder Partnernetzwerk, das Markentraffic abfangen könnte.
  • Marken, die ihre Botschaft während eines Launches oder einer Kampagne schnell steuern müssen.
  • Unternehmen, die bereits mit irreführenden oder gefälschten Seiten unter ihrem Namen zu tun hatten.
  • Marken, die in mehreren Ländern oder Sprachen aktiv sind, jeweils mit unterschiedlichem Wettbewerb.
SituationBieten auf den Markennamen Empfohlen?Begründung
Konkurrenten werben bereits mit Ihrem NamenJaPlatz und Botschaftskontrolle auf der Ergebnisseite sichern
Kein Wettbewerb, Sie sind das einzige organische ErgebnisMeist neinZusätzliches Budget bringt oft wenig Mehrwert
Großer Launch oder Krise steht bevorJa, befristetBotschaft muss schnell anpassbar sein
Budget sehr knapp, nur eine Kampagne möglichNein, erst Konkurrenzbegriffe priorisierenMarkensuche findet Sie bereits
Unterschiedlicher Wettbewerb in mehreren MärktenMarkt für Markt bewertenEine Regel passt nicht auf jeden Markt

Wann Ist eine Markenkampagne Unnötig?

Nicht jede Marke muss auf den eigenen Namen bieten. In manchen Fällen ist dieses Budget in einem anderen Kanal besser aufgehoben.

  • Ihre Branche hat keinen echten Konkurrenten, und die Markensuche führt bereits ausschließlich zu Ihnen.
  • Das Gesamtbudget ist klein und sollte zuerst Konkurrenzbegriffen oder Neukundengewinnung dienen.
  • Die Markenbekanntheit ist noch gering, folglich ist auch das Suchvolumen für den Markennamen gering.
  • Produkt oder Dienstleistung befinden sich noch in der Reifephase, Priorität hat zunächst das Angebot selbst.

Der gemeinsame Nenner dieser Fälle ist einfach: Ist das Suchvolumen für den Markennamen gering oder fehlt Wettbewerbsdruck, bringt dasselbe Budget in einer Neukundenkampagne meist mehr. Erstens prüfen Sie dafür Ihr eigenes Suchvolumen, bevor Sie Budget verschieben.

Verwechseln Sie dabei nicht "keine Werbung" mit "keine Markenverteidigungskampagne". Auf Brand Bidding zu verzichten bedeutet nicht, komplett auf Werbung zu verzichten, sondern nur, dass Ihre Budgetpriorität woanders liegt. Zweitens prüfen Sie diese Priorität erneut, sobald sich Ihr Budget oder Markt ändert.

Wie Arbeiten Brand Bidding und SEO Zusammen?

Ihre SEO Arbeit stärkt das organische Ergebnis, während Brand Bidding zusätzlichen Platz bei derselben Suche besetzt. Keines ersetzt das andere, beide ergänzen sich. Wie beides gemeinsam auf derselben Suche aussieht, sehen Sie mit unserem Tool Google SERP Vorschau.

Das heißt: Ist Ihr organisches Ergebnis schwach, konzentrieren Sie sich zuerst auf SEO. Ist es bereits stark, ergibt eine Anzeige als zusätzliche Verteidigungsebene mehr Sinn.

Manche Unternehmen müssen sich bei knappem Budget zwischen beiden entscheiden. In diesem Fall hat SEO meist Priorität, denn ein organisches Ergebnis bleibt bestehen, auch wenn das Anzeigenbudget wegfällt. Wächst das Budget später, ist eine Markenkampagne ein einfacher zweiter Schritt.

Langfristig geht es darum, organische und bezahlte Präsenz gemeinsam zu stärken, damit eine Seite die Sichtbarkeit hält, wenn die andere kurz schwächelt.

Verursacht beispielsweise ein Algorithmus Update eine vorübergehende Schwankung in Ihrem SEO Ranking, fängt die Markenkampagne diesen Moment ab und verhindert, dass Sie bei dieser Suche ganz verschwinden.

Worauf Sollte der Anzeigentext der Markenkampagne Achten

Das Ziel einer Anzeige für den Markennamen ist nicht Überzeugung, sondern die suchende Person schnell und sicher zur richtigen Seite zu führen. Klar zu sagen, dass Sie die offizielle Seite sind, und eine aktuelle Aktion oder Lagerinfo zu zeigen, funktioniert hier gut. Vermeiden Sie den Namen oder die Marke eines anderen Unternehmens im eigenen Anzeigentext, das kann einen Richtlinienverstoß und eine Beschwerde auslösen.

Kopieren Sie den Anzeigentext außerdem nicht eins zu eins aus Ihrer organischen Meta Beschreibung. Tragen beide eine leicht unterschiedliche Botschaft, sieht die suchende Person Ihr Ergebnis aus zwei Blickwinkeln, was die Klickentscheidung stärkt.

Was gehört also in den Anzeigentext? Haben Sie eine aktuelle Aktion, führen Sie damit. Sonst reicht ein kurzer Satz zu Ihrem Markenversprechen, denn wer nach Ihrem Markennamen sucht, kennt Sie bereits und braucht keine lange Überzeugungsarbeit.

Bleiben Sie nicht bei einer einzigen Variante. Mehrere Varianten zu testen und zu beobachten, welche eine höhere Klickrate erzielt, lohnt sich, denn selbst Markensuchen reagieren je nach Saison und Kampagnenzeitraum unterschiedlich.

Wie Richten Sie eine Ausschlussliste für eine Markenkampagne Ein?

Eine Markenkampagne läuft meist über weitgefasste Varianten Ihres Namens, das birgt ein echtes Risiko für Impressionen bei irrelevanten Suchen. Eine Liste ausschließender Keywords ist das wichtigste Mittel gegen diese Budgetverschwendung. Dennoch wird diese Liste in vielen Konten leider vernachlässigt.

  1. Prüfen Sie zuerst im Suchbegriffsbericht, welche Anfragen Ihren Markennamen enthalten, aber nicht zu Ihrem Angebot passen.
  2. Fügen Sie Begriffe mit anderer Absicht wie "Jobs", "kostenlos" oder "Beschwerde" zur Ausschlussliste hinzu.
  3. Verschieben Sie Konkurrenznamen aus dieser Kampagne in eine eigene Konkurrenzkampagne.
  4. Prüfen Sie die Liste regelmäßig, sobald neue Suchmuster auftauchen.

Die Logik der Ausschlussliste erklären wir im Beitrag Negative Keywords ausschließen, wie Sie eingehende Anfragen lesen, im Beitrag Suchbegriffe analysieren.

Richten Sie die Ausschlussliste nicht einmal ein und vergessen Sie sie dann. Neue Produkte, neue Inhalte oder saisonale Suchen bringen neue, irrelevante Suchmuster, daher verhindert eine monatliche Prüfung Budgetverschwendung.

Bei einem kleinen Konto erledigen Sie diese Prüfung manuell. Bei einem größeren Konto erleichtern automatisierte Regeln oder regelmäßige Berichte diese Arbeit. Konten, die ihre Ausschlussliste vernachlässigen, verlieren oft unbemerkt einen relevanten Teil des Budgets an irrelevante Anfragen. Zunächst lohnt sich daher eine kurze Kontrolle gleich nach dem Kampagnenstart.

Beeinflusst Brand Bidding Ihren Qualitätsfaktor?

Google bildet den Qualitätsfaktor aus drei Komponenten: erwartete Klickrate, Anzeigenrelevanz und Landingpage Erfahrung. Bei einer Markensuche schneiden meist alle drei gut ab, schließlich sucht die Person gezielt nach Ihnen. Laut Google ist der Qualitätsfaktor selbst kein direkter Faktor in der Anzeigenauktion, sondern ein diagnostisches Signal.

Dieses Thema behandeln wir ausführlich im Beitrag Qualitätsfaktor verbessern. Offizielle Quelle: Google Ads Hilfe, Qualitätsfaktor.

Eine hohe Relevanz senkt nicht nur die Kosten, sie erhöht auch die Chance auf zusätzliche Anzeigenelemente wie Sitelinks, wodurch Ihre Markenkampagne noch mehr Platz auf der Ergebnisseite einnehmen kann.

Daher zählt auch die Ladegeschwindigkeit Ihrer Landingpage und wie schnell sie die richtige Information zeigt, nicht nur für die Nutzererfahrung, sondern auch für die Anzeigenqualität. Eine schwache Landingpage Erfahrung kann selbst bei einer Markensuche die erwartete Klickrate senken. Starten Sie eine Markenkampagne deshalb nicht, ohne vorher die mobile Geschwindigkeit Ihrer Landingpage zu prüfen. Andererseits lohnt sich diese Prüfung auch für jede andere laufende Kampagne.

Dürfen Sie auf den Markennamen eines Konkurrenten Bieten?

Technisch ja. Googles Richtlinie verbietet nicht, den Markennamen eines Konkurrenten als Keyword auszuwählen. Allerdings kann die direkte Nutzung dieses Namens im eigenen Anzeigentext nach einer Beschwerde des Markeninhabers eingeschränkt werden, und die Anzeige kann abgelehnt werden, wenn sie verwirrend oder irreführend wirkt.

Als Agentur empfehlen wir diese Strategie Kunden nicht blind. Wir raten zuerst, die eigene Markenverteidigung zu stärken, und erst danach vorsichtig und richtlinienkonform an Konkurrenzbegriffe heranzugehen. Ob ein Markenname eingetragen ist, prüfen Sie mit unserem Tool Markenrecherche.

Diese Prüfung hat einen praktischen Nebeneffekt: Sie zeigt, wie verbreitet Markenverteidigung in Ihrer Branche bereits ist. Bieten Ihre Konkurrenten intensiv auf gegenseitige Begriffe, sollte Ihre eigene Markenverteidigung ebenfalls höhere Priorität bekommen.

Diese Beobachtung zeigt zugleich, dass "auf einen Konkurrenten bieten" und "auf sich selbst bieten" zusammenhängende Entscheidungen sind. Verstärkt sich der eine Trend in Ihrem Markt, wird meist auch der andere wichtiger. Somit lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf beide Seiten gemeinsam.

Wie Legen Sie das Budget für eine Markenkampagne Fest?

Ein guter Ausgangspunkt für das Budget einer Markenkampagne ist Ihr tägliches Suchvolumen für den Markennamen und der gewünschte Impressionsanteil. Als reines Beispiel: Ein Unternehmen mit rund hundert täglichen Markensuchen könnte mit einem kleinen Tagesbudget starten und es nach dem Impressionsanteil Bericht anpassen. Dieses Beispiel ist keine Garantie für echte Zahlen, Ihre eigenen Werte hängen von Branche, Wettbewerb und Saison ab.

Ob sich die Ausgaben wirklich in Verkäufe umwandeln, prüfen Sie mit unserem ROAS Rechner, so sehen Sie mit der Zeit, ob die Markenkampagne tatsächlich zusätzlichen Umsatz bringt.

Prüfen Sie beim Festlegen des Budgets auch den Impressionsanteil Bericht. Ist der Anteil schon hoch, bringt eine Budgeterhöhung meist wenig zusätzlichen Nutzen. Ist er niedrig, kann eine kleine Erhöhung schnell ein Ergebnis zeigen.

Legen Sie das Budget nicht auf einmal fest, sondern starten Sie im ersten Monat klein und steigern Sie es schrittweise, sobald Daten vorliegen. So vermeiden Sie Verschwendung und erkennen trotzdem das echte Potenzial der Kampagne.

Wie Messen Sie die Leistung einer Markenkampagne?

Eine Markenkampagne zu bewerten erfordert den Blick auf mehrere Signale zusammen, nicht auf eine einzelne Kennzahl. Sonst ziehen Sie leicht einen irreführenden Schluss.

  • Die Klickrate zeigt, ob die Anzeige zusätzliches Interesse über das organische Ergebnis hinaus weckt.
  • Der Impressionsanteil zeigt, wie oft Sie bei Suchen nach Ihrer eigenen Marke tatsächlich erscheinen.
  • Die Veränderung der organischen Klicks beim Pausieren der Anzeige zeigt die echte Kannibalisierungsrate.
  • Die Konversionsrate zeigt, ob sich Anzeigentraffic anders verhält als organischer Traffic.
  • Der ROAS fasst zusammen, ob sich die Kampagne wirklich für das Budget lohnt.

Ihre Klickrate berechnen Sie schnell mit unserem CTR Rechner.

Das heißt, diese Signale gemeinsam zu lesen macht den echten Beitrag der Kampagne klar. Allein auf die Klickzahl zu schauen zeigt dagegen nicht, wie viel Ihres Budgets wirklich Mehrwert bringt.

Zudem zeigt ein monatlicher Vergleich dieser Signale saisonale Schwankungen in Ihrer Branche. In manchen Branchen schwankt das Suchvolumen für den Markennamen über das Jahr, ein starres Budget ignoriert dieses Muster und kann in starken Phasen Impressionsanteil kosten. Konkret lohnt sich hier ein saisonaler Kalender für Ihre eigene Branche.

Ist Brand Bidding bei E-Commerce und Lokalen Unternehmen Unterschiedlich?

Bei einer E-Commerce Marke setzt die Markenkampagne meist auf Produkt Sitelinks, Aktionen und Lagerinfo, denn das Ziel ist, die suchende Person schnell in die richtige Kategorie zu leiten. Bei einem lokalen Unternehmen zählen Elemente wie Telefonnummer, Adresse und Öffnungszeiten mehr, denn die suchende Person möchte oft sofort anrufen oder eine Wegbeschreibung erhalten.

In beiden Fällen bleibt das Ziel gleich: Die suchende Person soll auf dem kürzesten Weg zur richtigen Information kommen. Der Unterschied liegt darin, welches Anzeigenelement diese Information am schnellsten liefert. Bei E-Commerce ist das ein Produktlink, bei lokalen Unternehmen die Telefonnummer und der Standort.

Betreiben Sie mehrere Filialen als lokales Unternehmen, leitet eine nach Filiale aufgebaute Markenkampagne die suchende Person genauer zur nächsten Filiale, dabei verwaltet jede Filiale eigene Telefonnummer und eigene Stoßzeiten. Folglich finden lokale Suchende so schneller die passende Filiale.

Was Passiert, Wenn Sie Nicht auf Ihren Eigenen Markennamen bei Google Ads Bieten?

Nicht auf den eigenen Markennamen bei Google Ads zu bieten ist nicht automatisch ein Problem. Ist Ihr organisches Ergebnis stark und fehlt Wettbewerbsdruck in Ihrer Branche, ist dieses Budget wahrscheinlich anderswo besser eingesetzt. Allerdings trägt diese Entscheidung unter bestimmten Bedingungen ein gewisses Risiko.

  • Bietet ein Konkurrent auf Ihren Namen, können Sie die Botschaftskontrolle auf der Ergebnisseite verlieren.
  • Während einer Krise oder Kampagne haben Sie keinen Anzeigenplatz, um Ihre Botschaft schnell zu aktualisieren.
  • Wird Ihre Branche später wettbewerbsintensiver, kostet ein verspäteter Verteidigungsschritt oft mehr.
  • Beim Einstieg in einen neuen Markt, in dem Ihre Marke noch unbekannt ist, gibt es noch keine echte Position zu verteidigen. Außerdem bieten Ihre Konkurrenten dort womöglich schon auf allgemeine Begriffe Ihrer Kategorie.

Diese Liste ist kein Grund zur Panik. Behalten Sie den Wettbewerb in Ihrer Branche regelmäßig im Blick und bleiben Sie flexibel genug, um schnell umzusteuern, wenn sich die Lage ändert.

Zum Beispiel hilft es, Ihre Marke einmal im Monat von verschiedenen Geräten aus zu suchen, um eine neue Anzeige eines Konkurrenten früh zu erkennen. Diese kleine Gewohnheit funktioniert wie ein Frühwarnsystem, ohne ein großes Budget zu kosten. Daher lässt sich diese Prüfung leicht in den monatlichen Arbeitsablauf einbauen. Sie können diese Prüfung auch als monatliche Aufgabe an jemanden in Ihrem Team übergeben.

Wo Steht Brand Bidding Zwischen Organischem Wachstum und Bezahlter Werbung?

Brand Bidding ist ein kleiner, aber strategischer Teil der größeren Balance zwischen organischem Wachstum und bezahlter Werbung, denn hier konkurrieren Sie um Ihren eigenen Namen, nicht um ein neues Publikum. Deshalb bleibt es meist sinnvoll, den Großteil des Budgets für Konkurrenzbegriffe, Content SEO und Neukundengewinnung zu reservieren und die Markenkampagne als kleine, defensive Position zu behandeln.

Die größere Balance zwischen organischen und bezahlten Kanälen behandeln wir im Beitrag organisches Wachstum oder bezahlte Werbung, dort geht es um die Gesamtbalance, hier konkret um das Bieten auf den eigenen Markennamen.

Kurz gesagt: Betrachten Sie eine Markenkampagne weniger als Wachstumskanal und mehr als kleine Versicherung für Ihre bestehende Balance. Diese Sichtweise erleichtert meist die Budgetentscheidung.

So dienen organische und bezahlte Seite demselben Ziel: Konkret soll Ihre Marke überall dort zuverlässig erscheinen, wo nach ihr gesucht wird.

Entscheidungshilfe: Sollten Sie auf Ihren Eigenen Markennamen bei Google Ads Bieten?

Einen klaren Gewinner gibt es nicht. Auf den eigenen Markennamen bei Google Ads zu bieten ist meist sinnvoll, wenn der Wettbewerbsdruck hoch ist und das Budget für eine kleine Verteidigungskampagne reicht. Fehlt der Wettbewerb und ist das Budget knapp, liegt Ihre Priorität wahrscheinlich anderswo.

UnternehmensprofilEmpfehlungBegründung
Wettbewerbsintensive Branche, aktive KonkurrenzbedrohungKleine Markenkampagne startenBotschaft und Platz auf der Ergebnisseite sichern
Kein Wettbewerb, starkes organisches ErgebnisVorerst verzichten, weiter beobachtenZusätzliches Budget bringt oft wenig Mehrwert
Neuer Launch oder KrisenzeitBefristete, kontrollierte Kampagne startenBotschaft muss schnell anpassbar sein
Budget sehr knapp, nur eine Kampagne möglichErst Konkurrenzbegriffe oder Content priorisierenMarkensuche findet Sie bereits

Diese Tabelle ist keine feste Formel, sondern fasst nur häufige Muster zusammen. Ihre eigene Situation kann mehrere Zeilen gleichzeitig betreffen, dann orientieren Sie sich an der Zeile, die am besten passt. Entscheidend ist, diese Entscheidung nicht einmalig zu treffen. Kommen Sie zu diesem Ratgeber zurück, sobald sich Ihre Branche oder das Konkurrenzverhalten ändert.

Stellen Sie sich vor der Entscheidung diese Fragen:

  • Bieten Konkurrenten bereits auf meinen Markennamen, oder könnten sie bald damit beginnen?
  • Ist mein Suchvolumen für den Markennamen groß genug, um ein kleines Budget sinnvoll zu machen?
  • Habe ich Zeit, die Anzeige zu pausieren und die Veränderung der organischen Klicks zu beobachten?

Weisen diese Fragen nicht klar in eine Richtung, lohnt es sich, die Kampagne mit professioneller Betreuung und kleinem Budget zu testen. Unser Service Google Ads Verwaltung hilft Ihnen, diese Entscheidung datenbasiert zu testen. Dann sehen Sie schnell, ob sich der Schritt für Ihre Marke lohnt.

Am Ende zählt vor allem, diese Frage nicht auf ein einziges Ja oder Nein zu reduzieren. Stattdessen beobachten Sie Ihre Daten regelmäßig und bleiben flexibel genug, um bei Bedarf die Richtung zu ändern.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Müssen Sie auf Ihren eigenen Markennamen bei Google Ads bieten?
Nein, das ist keine Pflicht. Ist Ihr organisches Ergebnis stark und fehlt Wettbewerbsdruck in Ihrer Branche, können Sie diesen Schritt überspringen. Bieten Konkurrenten bereits auf Ihren Namen, oder erwarten Sie bald einen Launch, eine Kampagne oder eine Krise, hilft eine kleine Verteidigungskampagne, die Botschaftskontrolle auf der Ergebnisseite zu behalten.
Senkt eine Anzeige für den Markennamen mein organisches Ranking?
Nein, eine Anzeige für den Markennamen beeinflusst Ihr organisches Ranking nicht direkt. Beide laufen bei Google über getrennte Systeme. Die Anzeige erscheint einfach zusätzlich neben oder über dem organischen Ergebnis. Die eigentliche Debatte dreht sich nicht um Ranking, sondern darum, ob der Klick auch organisch gekommen wäre, also um Kannibalisierung.
Kann ein Konkurrent auf meinen Markennamen bieten?
Ja, Googles Richtlinie schränkt die Nutzung von Markennamen als Keyword nicht ein, ein Konkurrent kann Ihren Namen also technisch auswählen. Die Einschränkung betrifft den Anzeigentext: Reicht der Markeninhaber eine Beschwerde ein, kann Google dem Konkurrenten die direkte Nutzung des Namens im Anzeigentext untersagen. Prüfen Sie die aktuelle Regel offiziell nach.
Ist der Klickpreis für eine Markenkampagne hoch?
Meist nicht. Bei einer Markensuche liegen Anzeige, Landingpage und Suchabsicht eng beieinander, die Relevanz ist hoch, und das hält den Klickpreis meist niedrig. Die genaue Höhe hängt trotzdem von Branche, Wettbewerb und Budget ab, deshalb ist ein Test mit kleinem Budget zunächst der zuverlässigste Weg, die eigenen Kosten zu kennen.
Sollte ich meine SEO Arbeit pausieren, wenn ich eine Markenkampagne fahre?
Nein, beide ersetzen sich nicht gegenseitig. Ihre SEO Arbeit stärkt das organische Ergebnis, während die Markenkampagne zusätzlichen Platz bei derselben Suche belegt. Ist das Budget knapp, hat SEO meist Priorität, denn ein organisches Ergebnis bleibt bestehen, auch wenn das Anzeigenbudget wegfällt. Zusammen stärken beide Kanäle Ihre gesamte Sichtbarkeit deutlich.
Lohnt sich Brand Bidding mit kleinem Budget?
Ja, eine Markenkampagne läuft meist mit niedrigen Kosten und lässt sich daher mit kleinem Budget testen. Starten Sie mit Ihrem täglichen Suchvolumen für den Markennamen und dem gewünschten Impressionsanteil, beobachten Sie dann ein paar Wochen die Ergebnisse, bevor Sie das Budget steigern. So treffen Sie eine datenbasierte Entscheidung ohne große Verpflichtung.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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