SEO Check einer Seite in 10 Minuten: Checkliste Schritt für Schritt

Kurze Antwort
Wie machen Sie einen SEO Check einer Seite in 10 Minuten?
Ein SEO Check ist eine kurze, geordnete Prüfung der technischen und inhaltlichen Fehler, die Google daran hindern, eine Seite zu finden, zu indexieren und richtig zu verstehen. In zehn Minuten prüfen Sie Statuscode, Indexierbarkeit, Canonical, Title, Meta Description, H1, Inhalt, interne Links, Alt Texte, Ladezeit und Mobilansicht.
Bei Talha Aslan und Team ist das der erste Schritt in jedem neuen Projekt. Zunächst öffnen wir jede Seite, die ranken soll, und gehen dieselbe Liste in derselben Reihenfolge durch. Die meisten Probleme sind nämlich nicht kompliziert. Eine vergessene noindex Zeile oder ein falscher Canonical genügt, um monatelange Arbeit zu entwerten. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen diese Reihenfolge Minute für Minute. Sie können alles von Hand messen oder das meiste auf einen Blick mit unserem kostenlosen SEO Check Tool sehen.
Das Tool zeigt Ihnen außerdem einen Score. Allerdings geht es in diesem Beitrag um die Seite selbst, nicht um die Punktzahl. Falls Ihr Score niedriger ausfällt als erwartet, erklären wir die Gründe in einem eigenen Beitrag: Warum ist mein SEO Score niedrig?
Was deckt ein SEO Check in 10 Minuten ab und was nicht?
Dieser SEO Check prüft genau eine URL. Das heißt, er crawlt nicht die ganze Website, analysiert keine Konkurrenz und bewertet keine Backlinks. Das Ziel ist also einfach: Sie möchten schnell wissen, ob eine Seite aus Sicht einer Suchmaschine technisch solide ist. Hat das Fundament Risse, bringen Inhalte und Linkaufbau nicht ihre volle Wirkung.
- Deckt ab: ob die Seite lädt, ob Google sie indexieren darf, die Canonical URL, Title und Description, die Struktur der Überschriften, den Inhalt, interne Links, Bilder, Ladezeit und Mobilansicht.
- Deckt nicht ab: Keywordrecherche, eine tiefe Bewertung der Inhaltsqualität, Backlinkanalyse und Crawlingfehler auf der ganzen Website.
- Passt besonders gut für: eine neu veröffentlichte Seite, eine überarbeitete Leistungsseite oder eine einzelne URL, deren Traffic plötzlich gefallen ist.
Trotzdem liefert der Check einer einzelnen Seite oft Hinweise auf die ganze Website. Zum Beispiel steckt ein Canonical Fehler auf einer Seite meist auch in allen anderen Seiten mit derselben Vorlage. Notieren Sie deshalb bei jedem Fund eine Frage: Gehört das Problem zu dieser Seite oder zur Vorlage?
Was sollten Sie vor dem Start vorbereiten?
Zehn Minuten reichen allerdings nur, wenn Sie vorbereitet beginnen. Unser Team legt vor jedem Check vier Dinge bereit:
- Die vollständige URL der Seite. In unserem Beispielszenario lautet sie https://example.com/leistungen/malerarbeiten/.
- Die wichtigste Suchanfrage, auf die die Seite zielt, also das Fokus Keyword.
- Zugang zur Google Search Console, damit Sie den Indexstatus bestätigen können.
- Ein Smartphone, damit Sie die Mobilansicht auf einem echten Bildschirm sehen.
Zudem hilft es, wenn Sie den Seitenquelltext im Browser öffnen können. In den meisten Desktopbrowsern klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste und wählen die Option zum Anzeigen des Quelltextes. Danach suchen Sie im HTML nach Title, Meta Description und Canonical Zeile und finden sie in Sekunden.
Öffnen Sie schließlich eine Notizdatei. Schreiben Sie am Ende jeder Minute eine kurze Zeile wie „bestanden“, „Warnung“ oder „Fehler“. Am Ende halten Sie so eine Aufgabenliste in der richtigen Priorität in der Hand.
In welcher Reihenfolge prüfen Sie die Punkte?
Die Reihenfolge zählt, denn manche Fehler machen alle anderen bedeutungslos. Lädt die Seite nicht, lohnt keine Diskussion über die Länge des Titles. Daher gehen wir von „Erreicht Google die Seite?“ hin zu „Fühlt sich der Besucher auf der Seite wohl?“.
| Minute | Prüfpunkt | Worauf Sie achten | Warnsignal |
|---|---|---|---|
| 1 | Statuscode | Liefert die Seite 200, über wie viele Weiterleitungen? | 404, 5xx oder eine Weiterleitungskette |
| 2 | Indexierbarkeit | noindex und robots.txt | noindex vorhanden oder Googlebot gesperrt |
| 3 | Canonical | Auf welche URL zeigt der Canonical? | Auf eine andere Seite oder eine HTTP Adresse |
| 4 | Title | Vorhanden, eindeutig, Thema am Anfang? | Fehlt, doppelt oder mit Keywords überladen |
| 5 | Meta Description | Seitenspezifisch und klar im Angebot? | Leer oder überall gleich |
| 6 | H1 und Überschriften | Eine klare Hauptüberschrift, logische Ordnung | Keine H1 oder das Logo ist die H1 |
| 7 | Inhalt und Suchintention | Fokus Keyword früh, Frage beantwortet | Thema ganz unten versteckt |
| 8 | Interne Links | Sinnvolle Links zur Seite und von der Seite | Verwaiste Seite, Ankertext „hier klicken“ |
| 9 | Alt Texte | Beschreibender Alt Text bei wichtigen Bildern | Leer oder eine Keywordliste |
| 10 | Ladezeit und Mobil | Core Web Vitals und Ansicht am Handy | Springendes Layout, langsamer Hauptinhalt |
Kurz gesagt beantworten die ersten drei Minuten die Frage „Kann die Seite erscheinen?“. Die nächsten vier klären „Versteht Google sie?“, und die letzten drei zeigen „Hält sie den Besucher?“.
Minute 1: Liefert die Seite wirklich den Statuscode 200?
Zunächst zur Begriffsklärung: Ein Statuscode ist die dreistellige Antwort eines Servers auf eine Anfrage. Der Code 200 bedeutet, dass die Seite da ist. Dagegen stehen 301 und 302 für Weiterleitungen, 404 für „nicht gefunden“ und 5xx für einen Serverfehler. Google nimmt eine URL ohne 200 nicht wie eine normale Seite in den Index auf.
Achten Sie in dieser Minute auf zwei Dinge. Erstens auf den finalen Statuscode. Zweitens darauf, wie viele Weiterleitungen zwischen der eingegebenen Adresse und der angezeigten Seite liegen. Ein Besucher landet zum Beispiel auf der http Version, dann auf https und danach noch einmal auf der Version mit Schrägstrich am Ende. So entsteht eine Weiterleitungskette, und die bremst Browser wie Google.
- Öffnen Sie die Seite und notieren Sie die finale Adresse in der Adresszeile.
- Weicht sie von der eingegebenen Adresse ab, liegt eine Weiterleitung dazwischen.
- Prüfen Sie, ob interne Links direkt auf die finale Adresse zeigen.
Finden Sie hier einen Fehler, notieren Sie ihn deshalb sofort. Schließlich treten alle weiteren Funde in den Hintergrund, solange die Seite nicht lädt.
Minute 2: Darf Google die Seite indexieren?
Indexierbarkeit beschreibt, ob Google die Seite in die Suchergebnisse aufnehmen darf. Sie prüfen zwei Stellen: das Meta Robots Tag im Quelltext und den X-Robots-Tag Header, den der Server sendet. Steht in einem davon noindex, erscheint die Seite nicht in den Ergebnissen.
Ein Detail übersehen allerdings viele. Die Google Dokumentation zu noindex sagt, dass die Seite nicht per robots.txt gesperrt sein darf, damit die noindex Regel greift. Sperrt robots.txt die Seite, sieht der Googlebot die noindex Zeile nie. Folglich kann die URL trotzdem in den Ergebnissen auftauchen, wenn andere Seiten auf sie verlinken. Außerdem unterstützt Google keine noindex Regeln in der robots.txt selbst.
- Suchen Sie im Quelltext nach dem Wort „noindex“.
- Öffnen Sie die robots.txt der Website und suchen Sie eine Disallow Zeile, die den Pfad der Seite sperrt.
- Prüfen Sie bei frisch gestarteten Websites, ob eine Einstellung aus der Testphase Suchmaschinen noch abhält.
Meldet die Search Console, dass eine Seite durch noindex ausgeschlossen ist, finden Sie die Lösung Schritt für Schritt in unserem Beitrag Durch noindex Tag ausgeschlossen: Bedeutung und Lösung.
Minute 3: Zeigt der Canonical auf die richtige URL?
Der Canonical ist die Zeile, die Google bei mehreren URLs mit gleichem oder sehr ähnlichem Inhalt signalisiert: „Das hier ist die Hauptversion.“ Auf einer normalen Seite zeigt der Canonical folglich auf die eigene, vollständige URL.
Der Google Leitfaden zum Zusammenfassen doppelter URLs gibt hier klare Empfehlungen. Konkret empfiehlt er absolute URLs statt relativer Pfade im Canonical. Zudem rät er von widersprüchlichen Signalen ab, etwa einer URL in der Sitemap und einer anderen im Canonical. Außerdem sollten Sie robots.txt und noindex laut Leitfaden nicht nutzen, um einen Canonical festzulegen.
- Gibt es eine Canonical Zeile, und enthält sie eine vollständige URL mit https?
- Stimmt sie Zeichen für Zeichen mit der finalen Adresse im Browser überein?
- Enthält die Seite mehr als eine Canonical Zeile?
Behalten Sie dabei einen Punkt im Kopf: Google behandelt den Canonical als Signal und trifft am Ende eine eigene Wahl. Daher sollten Sie auch bei korrektem Tag in der Search Console nachsehen, welchen Canonical Google ausgewählt hat. Die Grundlagen erklären wir in unserem Beitrag Canonical Tag: Was ist das und wie setzen Sie ihn ein?
Minute 4: Beschreibt der Title die Seite treffend?
Der Title ist der Text im Browsertab und meist auch die blaue Überschrift im Suchergebnis. Die Google Dokumentation zu Titellinks empfiehlt für jede Seite einen Title, der beschreibend und prägnant ist. Außerdem rät sie von wiederholten Standardtexten über viele Seiten ab. Sie warnt zudem, dass ständig wiederholte Wörter Ihre Ergebnisse nach Spam aussehen lassen können.
Laut derselben Dokumentation nennt Google keine feste Zeichengrenze für Titles. Stattdessen kürzt Google lange Titles passend zur Bildschirmbreite. In der Praxis setzen wir daher das Thema an den Anfang und den Markennamen ans Ende. So fällt bei einer Kürzung die Marke weg, das Thema bleibt.
- Gibt es einen Title, und nur einen?
- Steht das Fokus Keyword nahe am Anfang?
- Nutzt eine andere Seite der Website denselben Title?
- Behandelt er dasselbe Thema wie die H1?
Beachten Sie auch: Google kann den Titellink aus anderen Quellen als dem Title bilden. Dazu zählen der sichtbare Haupttitel, H1 Überschriften, og:title Tags und Ankertexte von Links auf die Seite. Zeigt die Suche also eine andere Überschrift, lohnt ein Blick auf diese Quellen. Wie Ihr Title im Suchergebnis aussieht, testen Sie schnell mit unserer Google SERP Vorschau.
Minute 5: Ist die Meta Description seitenspezifisch?
Die Meta Description ist die kurze Zusammenfassung, die unter der Überschrift im Suchergebnis erscheinen kann. Laut Googles Dokumentation zu Snippets gibt es keine Längengrenze, allerdings kürzt Google lange Texte auf dem Bildschirm. Zudem erstellt Google Snippets vor allem aus dem Seiteninhalt. Die Meta Description nutzt Google nur, wenn sie die Seite genauer beschreibt.
Betrachten Sie die Meta Description deshalb als Einladung zum Klick, nicht als Rankinghebel. In derselben Dokumentation schreibt Google, dass identische oder ähnliche Beschreibungen auf allen Seiten nicht hilfreich sind. Bei wenig Zeit empfiehlt Google, mit der Startseite und den meistbesuchten Seiten zu beginnen.
- Ist die Description leer?
- Nutzt sie dieselbe Vorlage wie andere Seiten?
- Sagt sie, was die Seite bietet und warum sich ein Klick lohnt?
- Besteht sie nur aus einer Keywordliste?
Wie wir Title und Description gemeinsam schreiben, zeigen wir mit Beispielen im Beitrag Meta Title und Meta Description schreiben. In dieser Minute genügen drei Fragen: Ist sie da, ist sie eindeutig, ergibt sie Sinn?
Minute 6: Ist die H1 klar und die Gliederung logisch?
Die H1 ist zunächst die sichtbare Hauptüberschrift einer Seite. Googles Dokumentation zu Titellinks empfiehlt, den Haupttitel als auffälligsten Text der Seite zu gestalten. Konkret kann er größer gesetzt sein oder in der ersten sichtbaren H1 stehen. Das zeigt Lesern und Google auf einen Blick, worum es geht.
In dieser Minute prüfen Sie drei Dinge. Erstens, ob die Seite eine lesbare Hauptüberschrift hat. Zweitens, ob das Theme das Logo oder den Seitennamen als H1 ausgibt und die eigentliche Überschrift zur H2 macht. Drittens, ob die Zwischenüberschriften einer logischen Ordnung folgen. Eine H3 unter einer H2 ist natürlich. Ein Sprung von H2 direkt zu H5 ist dagegen ein Zeichen für Unordnung.
Mehrere H1 auf einer Seite sind für sich genommen keine Katastrophe. Dennoch ist eine einzige, klare Hauptüberschrift für Barrierefreiheit und Verständlichkeit der sauberste Weg. Diese Frage behandeln wir ausführlich im Beitrag Mehrere H1 Überschriften auf einer Seite.
Ein praktischer Test hilft dabei: Lesen Sie nur die Überschriften untereinander. Wirken sie wie ein Inhaltsverzeichnis, funktioniert die Struktur. Andernfalls tun sich Leser und Suchmaschinen schwer, dem Thema zu folgen.
Minute 7: Passt der Inhalt zur Suchintention?
Auch eine technisch perfekte Seite hält keinen Besucher, der nicht findet, was er sucht. In dieser Minute lesen Sie die Seite also mit den Augen eines Nutzers. Was erwartet jemand, der nach dem Fokus Keyword sucht: eine Definition, ein Angebot oder eine Anleitung Schritt für Schritt?
- Taucht das Fokus Keyword oder eine nahe Variante im ersten Absatz auf?
- Beantwortet der erste Bildschirm die Frage des Besuchers direkt?
- Konkurriert die Seite mit einer anderen Seite Ihrer Website um dasselbe Thema?
- Steht der wichtige Text als echter Text da und nicht als Teil eines Bildes?
Zählen Sie hier daher keine Keywords. Es genügt, das Fokus Keyword an natürlichen Stellen zu verwenden. Wer dasselbe Wort immer wieder erzwingt, verschlechtert die Lesbarkeit und nähert sich Mustern, die Google als Spam einstuft. Die eigentliche Frage lautet: Erledigt diese Seite die Aufgabe der suchenden Person?
Auf einer Leistungsseite wollen Besucher zum Beispiel meist wissen, was Sie anbieten, wie Sie arbeiten und wie sie Sie erreichen. Stehen diese drei Informationen ganz unten, verfehlt die Seite die Erwartung, egal wie gut Title und H1 sind. Notieren Sie diesen Fund, aber verschieben Sie die Überarbeitung auf die Zeit nach dem Check.
Minute 8: Stärken interne Links die Seite?
Ein interner Link verbindet zwei Seiten derselben Website. Googles Dokumentation zu crawlbaren Links sagt, dass Google einem Link in der Regel nur folgen kann, wenn er ein a Element mit href Attribut ist. Schaltflächen, die nur über Klickereignisse funktionieren, oder span Elemente zählen also womöglich nicht als Links.
Dieselbe Dokumentation verlangt außerdem, dass jede Seite, die in den Index soll, von mindestens einer anderen Seite Ihrer Website einen Link erhält. Daher schauen Sie in dieser Minute in zwei Richtungen: Welche Seiten verlinken auf diese Seite, und wohin verlinkt sie selbst?
- Verlinken Hauptmenü, passende Kategorie oder Blogbeiträge auf diese Seite?
- Beschreibt der Ankertext das Ziel, statt „hier klicken“ zu sagen?
- Führen Links auf der Seite zu defekten oder weitergeleiteten URLs?
Eine Seite ohne eingehende interne Links heißt verwaiste Seite. Selbst wenn Google sie findet, hält Google sie womöglich nicht für wichtig. Wie wir eine interne Verlinkung planen, beschreiben wir im Beitrag Interne Verlinkung als SEO Strategie. Hier geht es allerdings nicht um Strategie, sondern nur darum, dass die Seite nicht vom Rest der Website abgeschnitten ist.
Minute 9: Sind die Alt Texte der Bilder beschreibend?
Der Alt Text ist das Attribut, das in Worten beschreibt, was ein Bild zeigt. Vor allem Nutzer von Screenreadern verstehen das Bild über diesen Text. Die Google Dokumentation zur Bildersuche nennt den Alt Text das wichtigste Attribut für Metadaten eines Bildes. Laut Google nutzt die Suchmaschine ihn zusammen mit maschinellem Sehen und dem Seiteninhalt, um Bilder zu verstehen.
Dieselbe Dokumentation warnt davor, Alt Attribute mit Keywords zu füllen. Das sorgt für eine schlechte Nutzererfahrung und kann Ihre Website wie Spam wirken lassen. Ein guter Alt Text ist deshalb kurz, konkret und genau auf das Bild bezogen.
- Haben Bilder, die ein Produkt, eine Leistung oder einen Ablauf zeigen, einen Alt Text?
- Beschreibt der Alt Text das Bild oder ist er eine Keywordliste?
- Beschreibt der Alt Text eines verlinkten Bildes die Zielseite?
- Haben rein dekorative Bilder ein leeres Alt Attribut?
Der letzte Punkt ist wichtig: Für eine Zierlinie oder ein Hintergrundmuster ist ein leeres Alt Attribut richtig, denn dann überspringt der Screenreader es. Wie wir Alt Texte schreiben, zeigen wir mit Beispielen im Beitrag Alt Text: Was ist das und wie schreiben Sie ihn richtig?
Minute 10: Lädt die Seite schnell und funktioniert sie am Handy?
In der letzten Minute des SEO Checks prüfen Sie, wie sich die Seite für Nutzer anfühlt. Laut Googles Dokumentation zu Core Web Vitals auf web.dev braucht eine gute Nutzererfahrung drei Werte. Largest Contentful Paint (LCP) liegt bei höchstens 2,5 Sekunden. Interaction to Next Paint (INP) liegt bei höchstens 200 Millisekunden. Cumulative Layout Shift (CLS) liegt bei höchstens 0,1. Die Dokumentation misst diese Werte am 75. Perzentil der Seitenaufrufe, getrennt für Mobilgeräte und Desktop.
Für Mobilgeräte gilt außerdem: Google nutzt die mobile Version einer Seite für Indexierung und Ranking. Der Google Leitfaden zur Mobile First Indexierung verlangt deshalb auf Mobilgeräten denselben Inhalt, dieselben Überschriften, dieselben Meta Robots Tags und dieselben Alt Texte wie auf dem Desktop.
- Lesen Sie den Text am Handy ohne Zoomen?
- Springen Schaltflächen oder Texte beim Laden der Seite?
- Fehlt ein Abschnitt, der auf dem Desktop sichtbar ist, am Handy komplett?
Für einen schnellen Blick auf die Handyansicht nutzen Sie unseren Test auf Mobilfreundlichkeit. Was die Kennzahlen bedeuten, erklären wir im Beitrag Core Web Vitals: LCP, INP und CLS erklärt.
Wie beschleunigt ein SEO Check Tool diesen Ablauf?
Die meisten der zehn Schritte schaffen Sie auch mit einem Blick in den Quelltext. Wiederholen Sie denselben SEO Check aber jede Woche auf mehreren Seiten, spart ein Tool spürbar Zeit. So arbeitet unser Team im Alltag:
- Öffnen Sie den SEO Check und tragen Sie die URL der Seite ein. https:// können Sie weglassen, denn das Tool ergänzt es.
- Schreiben Sie das Fokus Keyword in das optionale Feld. Das Tool sucht es dann in Title, H1, Meta Description, URL und den ersten 100 Wörtern.
- Klicken Sie auf Prüfen. Das Tool lädt die Seite und liest danach robots.txt und Sitemap.
- Lesen Sie die Aufgabenliste. Die Korrektur mit der größten Wirkung steht ganz oben.
- Öffnen Sie die Reiter Meta, Inhalt, Technik und Social, um zu sehen, was jeder Check gefunden hat und wie Sie es beheben.
Das Tool fasst Statuscode, noindex, robots.txt, Canonical, Title, Description, H1, Alt Texte, Antwortzeit und Viewport in einem Bericht zusammen. Damit sehen Sie den Großteil der ersten neun Minuten in wenigen Sekunden. Andererseits brauchen Schritte mit Urteilsvermögen, etwa die Suchintention oder das Gefühl am Handy, weiterhin Ihren eigenen Blick.
Beispielszenario: Wie läuft ein 10 Minuten Check auf einer Leistungsseite ab?
Der folgende Fall ist zunächst ein Beispielszenario und stammt von keinem echten Kunden. Ein Malerbetrieb hat die Seite https://example.com/leistungen/malerarbeiten/. Sie ist seit einigen Monaten online, erscheint aber nie in der Suche.
- Minute 1: Die Seite liefert 200, Besucher erreichen sie von der http Adresse aber über zwei Weiterleitungen. Notiz: interne Links auf die finale Adresse ändern.
- Minute 2: Kein noindex im Quelltext, robots.txt sperrt nichts. Bestanden.
- Minute 3: Der Canonical zeigt auf die Startseite. Das ist das eigentliche Problem, denn die Vorlage schreibt die Startseite in jede Leistungsseite.
- Minute 4 und 5: Der Title lautet „Leistungen | Example“, die Description ist überall gleich. Warnung.
- Minute 6 und 7: Das Logo ist die H1, die echte Überschrift eine H2. Der Inhalt beantwortet das Thema.
- Minute 8 bis 10: Das Menü verlinkt die Seite, zwei Bildern fehlt der Alt Text, die Mobilansicht ist sauber.
Somit ist die Priorität klar: zuerst der Canonical in der Vorlage, dann Title und Description, danach die H1. Beachten Sie, dass eine einzige Korrektur an der Vorlage alle Leistungsseiten auf einmal verbessert. Genau so wächst die Wirkung eines Checks auf nur einer Seite oft auf die ganze Website.
Wie bestätigen Sie das Ergebnis in der Search Console?
Die Tags auf der Seite zeigen nur die Hälfte davon, wie Google die Seite sieht. Die andere Hälfte zeigt das URL Prüftool in der Search Console. Laut Googles Hilfeseite berichtet das Tool über die indexierte Version der Seite. Außerdem stellt es den von Ihnen angegebenen Canonical neben den Canonical, den Google ausgewählt hat.
Zudem bietet das Tool einen Livetest. Dieser ruft die Seite in Echtzeit ab und zeigt Ihnen, ob eine Korrektur wirkt. Allerdings weist die Hilfeseite darauf hin, dass der Livetest nicht jede Bedingung prüfen kann, zum Beispiel die Auswahl des Canonicals.
- Stimmen angegebener und von Google ausgewählter Canonical überein?
- Steht die URL laut Tool auf Google, oder meldet es ein Problem?
- Liefert der Livetest nach Ihrer Korrektur ein sauberes Ergebnis?
Nach einer wichtigen Korrektur können Sie die Indexierung beantragen. Google betont allerdings, dass ein Antrag keine Aufnahme in den Index garantiert und dass ein Tageslimit für Anträge gilt. Nutzen Sie die Funktion deshalb nur nach sinnvollen Korrekturen.
Welche Fehler übersieht ein schneller SEO Check am häufigsten?
Wir arbeiten seit Jahren mit dieser Liste, und manche Fehler rutschen immer wieder durch. Der Grund ist einfach: Wer die Seite ansieht, bemerkt nichts, weil diese Fehler nur im Quelltext oder in der Serverantwort stecken.
- noindex im Server Header: Der Quelltext wirkt sauber, aber ein X-Robots-Tag Header sperrt die Seite.
- Ein Canonical aus der Vorlage: Alle Seiten nennen dieselbe URL als Hauptversion.
- Reste aus der Testumgebung: Die Einstellung, die Suchmaschinen abhält, bleibt nach dem Start aktiv.
- Doppelte Titles: Produkt oder Leistungsseiten teilen sich einen Standardtitle.
- Elemente, die wie Links aussehen, aber keine sind: Menüpunkte funktionieren nur über Klickereignisse und tragen kein href.
- Am Handy versteckte Inhalte: Wichtiger Text vom Desktop fehlt am Smartphone komplett.
Alle sechs haben also eines gemeinsam: Sie fallen beim Öffnen der Seite im Browser nicht auf. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf das Gefühl, dass die Seite gut aussieht. Gehen Sie die Liste jedes Mal vollständig durch.
Wie oft sollten Sie den SEO Check wiederholen?
Einen festen Rhythmus gibt es allerdings nicht. Stattdessen lohnt es sich, den Check bei bestimmten Anlässen zu wiederholen. Wir empfehlen einen neuen Durchlauf in diesen Fällen:
- Wenn eine Seite online geht oder sich ihre URL ändert.
- Nach einem Update von Theme, Plugin oder Vorlage.
- Wenn die Website auf einen anderen Server oder eine andere Plattform umzieht.
- Wenn die Search Console einen unerwarteten Rückgang bei Impressionen oder Klicks der Seite zeigt.
Ein Themeupdate kann zum Beispiel den Canonical oder die Gliederung unbemerkt verändern. Nach größeren Änderungen hilft es daher, Ihre fünf bis zehn wichtigsten Seiten mit dieser Liste durchzugehen. So entdecken Sie Probleme, bevor Google sie bemerkt.
Andererseits bringt es nichts, dieselbe Seite jeden Tag zu prüfen. Hat sich auf der Seite nichts geändert, ändert sich auch das Ergebnis nicht. Konzentrieren Sie Ihre Energie also auf die Stellen mit Änderungen. Dann wird der SEO Check keine lästige Pflicht, sondern zielt auf die Momente, in denen Probleme wirklich wahrscheinlich sind.
Wann brauchen Sie nach dem SEO Check eine tiefere Analyse?
Die Liste für zehn Minuten misst die Grundgesundheit. In manchen Fällen reicht der Blick auf eine einzelne Seite allerdings nicht. Besteht zum Beispiel jeder Prüfpunkt und die Seite erscheint seit Monaten trotzdem nicht, liegt das Problem vermutlich bei der Konkurrenz, der inhaltlichen Tiefe oder der Gesamtstruktur der Website.
Ebenso gilt: Sehen Sie denselben Fehler auf vielen Seiten, prüfen Sie die Vorlage, statt Seite für Seite zu korrigieren. Ein Umzug der Website, eine mehrsprachige Struktur oder ein großer Katalog im E-Commerce sprengen zudem den Rahmen einer Liste für eine einzelne Seite.
Kurz gesagt ist diese Liste ein Erste Hilfe Kasten. Sie stoppt die Blutung und zeigt, wo das Problem sitzt, ersetzt aber keinen langfristigen Behandlungsplan. Auch unser Team beginnt jede tiefe Analyse mit diesem Check, denn einen Grundfehler sollten Sie beheben, bevor teurere Arbeit beginnt.
Schließlich ein letzter Tipp: Bewahren Sie die Notizen jedes SEO Checks auf. Notieren Sie Datum, URL und ob jedes Problem zur Seite oder zur Vorlage gehört. Kehren Sie nach einigen Monaten zur selben Seite zurück, finden Sie durch den Vergleich viel leichter heraus, wann ein Problem begonnen hat.
Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.



