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Warum ist mein SEO Score niedrig? Automatische SEO Scores richtig lesen

Talha Aslan 19 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Warum ist mein SEO Score niedrig?

Ein SEO Score ist eine Kennzahl, die ein automatisches Prüftool aus seinen eigenen Tests und Gewichtungen berechnet. Ein niedriger SEO Score bedeutet, dass das Tool mehrere Prüfpunkte als Fehler oder Warnung markiert hat. Er zeigt allerdings nicht, wie Google Ihre Seite rankt, sondern nur, wo Sie genauer hinsehen sollten.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

In diesem Leitfaden zeigen Talha Aslan und Team, wie wir automatische SEO Berichte bei Kundenprojekten jede Woche lesen. Zunächst klären wir, was der Score ist und was nicht. Danach trennen wir Warnungen, die tatsächlich Traffic kosten, von solchen, die nur die Zahl drücken. Wenn Sie parallel eine Seite testen möchten, prüft unser kostenloser SEO Check Title, Meta Description, Canonical, robots.txt und Ladezeit und liefert eine klare Aufgabenliste.

Am Ende haben Sie drei Dinge in der Hand: eine Prioritätentabelle, eine Reihenfolge für die Korrekturen und einen Weg, die Ergebnisse mit echten Daten zu prüfen. So jagen Sie keiner Zahl mehr hinterher, sondern verbessern die Auffindbarkeit der Seite.

Ist der SEO Score eine offizielle Bewertung von Google?

Nein. Google veröffentlicht keinen SEO Score für Websites und erklärt Rankings nicht mit einer einzigen Zahl. Die Zahl im Prüftool stammt vielmehr aus den Tests und Gewichtungen, die die Entwickler des Tools gewählt haben. Deshalb können zwei Tools derselben Seite völlig unterschiedliche Werte geben.

Die Dokumentation von Google ist hier zudem eindeutig. Der SEO Leitfaden für Einsteiger von Google Search Central sagt, dass es keine Geheimnisse gibt, die eine Website automatisch auf Platz eins bringen. Zudem hält der Leitfaden fest, dass die Länge eines Inhalts allein für das Ranking keine Rolle spielt. Außerdem gibt es laut Google keine ideale Anzahl von Überschriften.

Beim Thema Nutzererfahrung sieht es ebenso aus. Die Dokumentation von Google zur Nutzerfreundlichkeit betont, dass es kein einzelnes Signal gibt. Stattdessen betrachten die Rankingsysteme viele Signale gemeinsam. Google versucht zudem immer, die relevantesten Inhalte zu zeigen, auch wenn die Nutzererfahrung schwach ist.

Kurz gesagt: Eine 58 im Tool heißt nicht, dass Google Ihnen eine 58 gibt. Der Score fasst also nur eine Checkliste zusammen. Das Ranking hängt dagegen von einem viel größeren Bild ab: Inhalt, Relevanz, Links und dem, was Suchende wirklich brauchen.

Wie berechnen automatische SEO Tools ihren Score?

Die meisten Tools arbeiten nach einer ähnlichen Logik. Zunächst laden sie die Seite herunter. Dann geben sie jedem Test ein Gewicht und teilen das Gewicht der bestandenen Tests durch das Gesamtgewicht. Manche Tools setzen außerdem eine Obergrenze, sobald sie ein kritisches Problem finden.

Konkret sieht das in unserem eigenen Tool so aus: In unserer Formel bringt ein bestandener Test das volle Gewicht, eine Warnung die Hälfte und ein Fehler null. Auf einer HTTPS Seite liegt das Gesamtgewicht bei 105. Liefert die Seite nicht Status 200, trägt sie noindex oder sperrt die robots.txt den Googlebot, liegt der Score bei höchstens 49.

  • Statuscode, noindex und robots.txt: jeweils Gewicht 10.
  • Title: 8. HTTPS, Meta Description, Canonical, Viewport, H1 und Server Antwortzeit: je 6.
  • Wortanzahl 5, Alt Texte 4, Seitensprache 3.
  • Komprimierung, Sitemap, Mixed Content, Open Graph und strukturierte Daten: je 3.
  • Reihenfolge der Überschriften und HTML Größe: je 2.

Diese Verteilung ist eine Designentscheidung, keine allgemeine Regel. Ein anderes Tool gewichtet vielleicht die Wortanzahl höher und die Antwortzeit niedriger. Daher empfehlen wir, nicht auf die Zahl selbst zu schauen, sondern auf die Liste der Punkte, die den Score gesenkt haben.

Warum bekommt dieselbe Seite in verschiedenen Tools einen anderen Score?

Der erste Grund ist vor allem die Gewichtung. Ein Tool wertet eine fehlende Meta Description als schweren Fehler, ein anderes zeigt nur einen Hinweis. Zudem nutzt jedes Tool eigene Schwellen; ein Title mit 60 Zeichen wirkt in einem Tool ideal und im nächsten zu lang.

Der zweite Grund ist der Messort. Die Ladezeit hängt vom Standort des Testservers, vom Netz und von der Last im jeweiligen Moment ab. Unser Tool misst die Antwortzeit zum Beispiel von unserem eigenen Server aus. Der Wert umfasst Weiterleitungen und den Download des HTML, deshalb liegt er oft etwas über der reinen Serverantwort.

Der dritte Grund ist schließlich der aktuelle Zustand der Seite. Wechselnde Werbeflächen, Popups oder ein laufender A/B Test verschieben Ergebnisse zwischen zwei Durchläufen. Die Dokumentation zur Lighthouse Leistungsbewertung erklärt ebenfalls, dass ein Großteil der Schwankung aus den Bedingungen stammt, nicht aus dem Tool. Als Ursachen nennt sie unter anderem geänderte Anzeigen, Routing im Netz, unterschiedliche Geräte und Browsererweiterungen.

Entscheiden Sie also nie auf Basis eines einzigen Durchlaufs. Lassen Sie stattdessen dasselbe Tool mehrmals über dieselbe Seite laufen und konzentrieren Sie sich auf die Warnungen, die bleiben.

Welche Warnungen sind wirklich wichtig?

Wichtig sind die Warnungen, die Google daran hindern, die Seite zu finden, zu crawlen oder zu indexieren. Zudem kosten sie die meisten Punkte. Ihr eigentlicher Schaden liegt allerdings nicht im Score, sondern darin, dass die Seite aus der Suche verschwindet.

  1. Ein Statuscode ungleich 200. Liefert die Seite 404, 500 oder eine Weiterleitungsschleife, landet sie nicht im Index, egal wie gut der Inhalt ist.
  2. Ein vergessenes noindex. Nach einem Relaunch wandert ein noindex aus der Testumgebung manchmal auf die Live Seite. Diese eine Zeile nimmt die ganze Seite aus der Suche.
  3. Eine Sperre in der robots.txt. Eine Regel, die Googlebot das Crawlen verbietet, verhindert, dass Google den Inhalt liest.
  4. Ein Canonical auf eine andere URL. Zeigt der Canonical auf die falsche Adresse, wählt Google womöglich diese statt Ihrer Seite.
  5. Ein kaputtes mobiles Layout. Ohne Viewport Tag öffnet sich die Seite am Handy wie eine verkleinerte Desktopseite, und Leser springen ab.

Details finden Sie in unseren Beiträgen zu noindex, nofollow und robots.txt sowie zum Canonical Tag. Kurz gesagt: Steht einer dieser Punkte im Bericht, stellen Sie alles andere zurück.

Welche Warnung sollten Sie zuerst beheben?

In der Praxis sortiert unser Team Probleme mit einer einfachen Frage. Verhindert dieses Problem, dass die Seite in der Suche erscheint, oder schwächt es nur ihre Darstellung dort? Die folgende Tabelle ordnet die Warnungen, die wir in automatischen Berichten am häufigsten sehen, nach genau dieser Frage.

WarnungTatsächliche WirkungPrioritätWas Sie tun sollten
Statuscode nicht 200Seite kommt nicht in den IndexSofortURL reparieren oder per 301 auf die richtige Seite leiten
noindex vorhandenSeite fällt aus der SucheSofortTag entfernen, wenn die Seite ranken soll
Sperre in der robots.txtGoogle kann den Inhalt nicht lesenSofortSperrende Regel eingrenzen
Canonical zeigt woandershinGoogle wählt evtl. die falsche URLHochCanonical auf die richtige URL setzen
Kein Viewport, sehr langsame AntwortMobile Leser springen abHochMobiles Template und Serverantwort verbessern
Title fehlt oder doppeltSchwaches SuchergebnisMittelFür jede Seite einen eigenen Title schreiben
Meta Description fehltGoogle wählt das Snippet selbstMittelFür wichtige Seiten eine Beschreibung schreiben
Mehrere H1Meist ohne WirkungNiedrigBei sauberem Template so lassen
Geringe WortanzahlLänge allein wirkt nichtNiedrigNur ergänzen, wenn die Antwort unvollständig ist
Open Graph fehltVorschau beim TeilenNiedrigBei oft geteilten Seiten ergänzen

Ein Hinweis zum Lesen der Tabelle: Niedrige Priorität heißt nicht „nie erledigen“. Es heißt nur, dass Sie zuerst die kritischen Punkte abschließen und danach Darstellung und Nutzererfahrung angehen.

Welche SEO Warnungen können Sie getrost ignorieren?

Manche Warnungen senken den Score, messen aber etwas, das Google nach eigener Aussage nicht beachtet. Die Arbeit daran kostet deshalb nur Zeit. Schlimmer noch: Eine unbedachte Korrektur kann den Inhalt beschädigen.

  • Fehlendes Meta Keywords Tag. Google Suche nutzt dieses Tag nicht. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Meta Keywords Tag.
  • Übersprungene Überschriftenebenen. Laut SEO Leitfaden spielt die Reihenfolge der Überschriften aus Sicht der Google Suche keine Rolle. Für Screenreader bleibt eine saubere Reihenfolge trotzdem sinnvoll.
  • Geringe Wortanzahl. Dem Leitfaden zufolge zählt die Länge allein nicht für das Ranking.
  • Niedrige Text to HTML Ratio. Diese Kennzahl haben Tools erfunden; wir erklären sie im Beitrag zur Text to HTML Ratio.
  • Ein Title mit ein paar Zeichen zu viel. Die Google Dokumentation zu Titellinks nennt keine Längengrenze für das Title Element. Die Suche kürzt nur, was nicht auf den Bildschirm passt.

Verstehen Sie eine Warnung trotzdem, bevor Sie sie abhaken. So weist ein Hinweis auf geringe Wortanzahl manchmal auf eine tatsächlich unvollständige Antwort hin. Bewerten Sie die Seite also danach, ob sie die Frage der Leser beantwortet, nicht nach der Zahl.

Wie ernst sind Warnungen zu Title und Meta Description?

Kurz gesagt: Sie sind mittelschwer. Beide Felder beeinflussen eher, wie Ihr Suchergebnis aussieht und ob Menschen klicken, als Ihre Position. Ein fehlender Title oder derselbe Title auf allen Seiten ist ein echtes Problem. Ein paar Zeichen zu viel sind es dagegen meist nicht, denn die Suche kürzt einfach.

Die Google Dokumentation zu Titellinks beschreibt deren Erstellung als vollständig automatisiert. Beschreibt Ihr Title Element die Seite schlecht, kann Google aus Seitentext oder Ankertexten einen besseren Titel bilden. Bei der Meta Description verhält es sich ähnlich: Google erstellt Snippets vor allem aus dem Seiteninhalt und nutzt die Beschreibung dann, wenn sie die Seite genauer beschreibt.

Meldet ein Tool also „Title hat 64 Zeichen, zu lang“, kürzen Sie nicht sofort. Stellen Sie sich zuerst diese Fragen:

  • Nennt der Title die Suchanfrage, die die Seite beantwortet, ganz vorne?
  • Nutzt eine andere Seite der Website denselben Title?
  • Geht der Sinn verloren, wenn die Suche den Title kürzt?

Fallen alle drei Antworten gut aus, lassen Sie die Warnung stehen. Regeln zum Schreiben finden Sie in unserem Leitfaden zu Meta Title und Meta Description.

Wie stark sollte die Ladezeit den SEO Score drücken?

Ladezeit ist zunächst ein echtes Nutzerproblem. Ein einzelner automatischer Test kann es allerdings übertreiben oder verdecken. Ein Labortest ist eine Momentaufnahme; die echte Nutzererfahrung ist dagegen eine Verteilung von Daten aus vielen Geräten und Verbindungen.

Google sagt, dass die Rankingsysteme Core Web Vitals nutzen. Dieselbe Seite betont aber auch, dass gute Werte allein keine Top Platzierung garantieren und relevante Inhalte Vorrang haben. Anders gesagt: Gehen Sie nicht davon aus, dass der Traffic steigt, weil der Ladezeitwert von 70 auf 95 springt.

In der Praxis gehen wir so vor. Zuerst prüfen wir die Server Antwortzeit, denn eine langsame Antwort verzögert alles andere. In unserem Tool gilt eine Antwort bis 0,8 s als bestanden, 0,8 bis 1,8 s ergeben eine Warnung und alles über 1,8 s einen Fehler. Danach vergleichen wir Lighthouse mit echten Nutzerdaten.

Für mehr Tiefe lesen Sie unseren Leitfaden zu Core Web Vitals und den Beitrag zum Lighthouse Test. Messen Sie außerdem nie nur einmal, sondern schauen Sie auf den Median mehrerer Durchläufe.

Warum sind HTTPS, Mixed Content und Sitemap wichtig?

Diese drei Warnungen wirken klein, haben aber einen echten Bezug zu Sicherheit und Auffindbarkeit. Browser kennzeichnen Seiten ohne HTTPS als nicht sicher. Sieht ein Leser diesen Hinweis, verlässt er die Seite womöglich, bevor er ein Formular ausfüllt. Der Schaden zeigt sich also zuerst bei den Anfragen.

Danach kommt Mixed Content: Das bedeutet, dass eine HTTPS Seite ein Bild, ein Stylesheet oder eine andere Ressource über http:// lädt. Der Browser blockiert solche Ressourcen unter Umständen, und die Seite wirkt kaputt. Meist steckt eine alte Bildadresse oder ein fest eingetragener Link dahinter. Die Lösung ist einfach: Sie stellen diese Adressen auf HTTPS um.

Schließlich ist eine Sitemap eine Liste, die Google beim Finden Ihrer Seiten hilft. Bei einer kleinen, gut verlinkten Website kostet eine fehlende Sitemap selten viel. Bei einer großen Website beschleunigt sie dagegen das Auffinden, vor allem bei neuen Seiten. Unser Tool gewichtet jeden dieser drei Punkte mit 3, ihr Einfluss auf den SEO Score ist also gering. Dennoch sind die Korrekturen meist schnell erledigt.

Setzen Sie diese Warnungen deshalb auf Ihre Liste schneller Erfolge. Sind die kritischen Punkte erledigt, schließen Sie alle drei oft an einem Nachmittag.

Wie verbessern Sie Ihren SEO Score Schritt für Schritt?

Der richtige Weg zu einer höheren Zahl führt über die Probleme, nicht über die Zahl. Die folgende Reihenfolge beginnt mit den Korrekturen, die am meisten Traffic schützen, und endet mit den unwichtigsten.

  1. Öffnen Sie den SEO Check und geben Sie die vollständige URL der Seite ein, die Sie prüfen möchten. Bleiben Sie nicht bei der Startseite; testen Sie auch eine Leistungs oder Produktseite, die Umsatz bringt.
  2. Tragen Sie im optionalen Feld die Suchanfrage ein, auf die die Seite zielt. Das Tool sucht diesen Begriff dann in Title, H1, Meta Description, URL und den ersten 100 Wörtern.
  3. Starten Sie die Prüfung und schauen Sie zuerst auf die Zahl der Fehler. Ist die Zeile für Statuscode, noindex oder robots.txt rot, stellen Sie alles andere zurück.
  4. Prüfen Sie dann Canonical und Viewport. Ist einer davon falsch, wählt Google womöglich die falsche URL, oder mobile Leser springen ab.
  5. Bewerten Sie Warnungen zu Title und Meta Description mit den drei Fragen von oben. Schreiben Sie nur die wirklich schwachen neu.
  6. Beheben Sie die übrigen Warnungen, wenn sie für Leser zählen. Ein Produktbild ohne Alt Text lohnt zum Beispiel die Korrektur; ein dekoratives Bild kann warten.
  7. Lassen Sie das Tool nach den Änderungen erneut über dieselbe URL laufen und notieren Sie das Ergebnis.

Halten Sie diese Reihenfolge ein, steigt der Score ganz von selbst. Der Unterschied: Die höhere Zahl steht jetzt für eine Seite, die tatsächlich besser geworden ist.

Rechenbeispiel: eine Leistungsseite mit 68 Punkten

Das folgende Beispiel ist ein Beispielszenario, keine echte Kundenseite. Stellen Sie sich eine Leistungsseite unter HTTPS vor. Das Tool findet zwei Fehler: kein Viewport Tag und eine Serverantwort von 2,1 s. Außerdem meldet es vier Warnungen: Title zu lang, keine Meta Description, kein Canonical und mehrere H1.

Zudem liegt die Wortanzahl unter 300, ein Bild hat keinen Alt Text, das Tool findet keine Sitemap und Open Graph fehlt. Strukturierte Daten gibt es ebenfalls nicht, was das Tool als Info markiert. Die Rechnung sieht so aus:

PunktErgebnisVerlorenes Gewicht
Viewport und AntwortzeitFehler6 + 6 = 12
Title, Meta Description, Canonical, H1Warnung4 + 3 + 3 + 3 = 13
Wortanzahl, Alt TextWarnung2,5 + 2 = 4,5
Sitemap, Open Graph, strukturierte DatenWarnung und Info1,5 + 1,5 + 1,5 = 4,5

Der Verlust beträgt insgesamt 34. Somit ergibt sich (105 - 34) ÷ 105 × 100 = 67,6, gerundet 68, und die Seite erhält die Bewertung „Schwach“.

Nehmen wir an, Sie beheben nur die ersten beiden Zeilen: Viewport, Antwortzeit, Title, Description, Canonical und H1. Dann bleibt ein Verlust von 9, und der Score steigt auf (105 - 9) ÷ 105 × 100 = 91,4, also 91. Ohne einen einzigen kleinen Punkt anzufassen, landet die Seite im Bereich „Gut“.

Warum erhält eine Seite mit noindex nur 49 Punkte?

Weil alle anderen bestandenen Tests nichts nützen, wenn die Seite nie in den Index kommt. Der Deckel bei kritischen Fehlern bildet genau das in der Zahl ab. Ohne ihn hätte im Beispielszenario eine Seite mit noindex, aber sonst ohne Fehler, (105 - 10) ÷ 105 × 100 = 90,5 Punkte erreicht und „Gut“ ausgesehen.

Das zeigt somit die irreführendste Seite solcher Scores. Ein hoher Wert beweist nicht, dass die Seite bei Google ist. Ebenso beweist ein niedriger Wert nicht, dass sie schlecht rankt. Deshalb schauen Sie in jedem Bericht zuerst auf die kritischen Zeilen, nicht auf die Summe.

Diese Prüfung empfehlen wir vor allem nach einem Relaunch. Wandert eine Einstellung, die Suchmaschinen in der Testumgebung aussperrt, auf die Live Seite, kann die ganze Website über Nacht aus der Suche fallen. Dieses Risiko und verwandte Prüfungen haben wir im Beitrag zu robots.txt Fehlern gesammelt.

Kurz gesagt: Ist eine kritische Zeile rot, diskutieren Sie nicht über den Score, sondern beheben Sie diese Zeile. Alles andere zählt erst wieder, wenn die Seite zurück im Index ist.

Hoher SEO Score, aber kein Traffic: Woran liegt das?

Automatische Tools messen nur das technische Gerüst einer Seite, weil sie HTML lesen. Ob der Inhalt die Suchanfrage beantwortet, können sie nicht beurteilen. Daher kann auch eine Seite mit 95 Punkten gar keinen Traffic bekommen. Das Problem liegt meist dort, wo der Score nicht hinsieht.

  • Die Suchintention passt nicht. Suchen Menschen nach Informationen und die Seite will verkaufen, wählt Google eine andere Seite.
  • Der Inhalt bleibt oberflächlich. Seiten, die die Frage nicht vollständig beantworten, fallen zurück, auch wenn sie technisch perfekt sind. Mehr dazu im Beitrag zu Thin Content.
  • Die Konkurrenz ist stark. Andere Seiten zur selben Suche bieten mehr Tiefe und erhalten mehr Verweise.
  • Die Seite steht allein. Eine Seite ohne interne Links kann Google nicht vermitteln, dass sie wichtig ist.

Das beantwortet auch die häufige Frage „Ich habe alles gemacht, warum passiert nichts?“. Technische Prüfungen öffnen die Tür. Hineinkommen muss die Seite, indem sie liefert, wonach Menschen suchen. Eine breitere Liste finden Sie im Beitrag warum SEO nicht funktioniert.

Wie prüfen Sie den Score mit echten Daten?

Ein automatischer Score ist eine Schätzung, also prüfen Sie ihn mit den Daten von Google selbst. Die verlässlichste Quelle dafür ist die Google Search Console. Als Websitebetreiber erhalten Sie kostenlosen Zugang, und Sie sehen direkt, wie Google Ihre Seiten wahrnimmt.

Der Bericht zur Seitenindexierung in der Search Console zeigt, welche Seiten Google auf Ihrer Website finden und indexieren kann und auf welche Probleme es dabei stößt. Der Bericht sagt zudem klar, dass Sie nicht erwarten sollten, jede URL im Index zu sehen; entscheidend ist, dass die wichtigen Seiten dort sind.

Für die Prüfung helfen drei Fragen:

  1. Hat das Tool noindex oder eine Sperre in der robots.txt gemeldet, und zeigt die Search Console die Seite tatsächlich als nicht indexiert?
  2. Bewertet das Tool die Seite gut, und erhält sie im Leistungsbericht auch Impressionen?
  3. Gibt es Impressionen, aber keine Klicks, und liegt das Problem dann vielleicht bei Title und Description?

Diese Fragen zeigen schnell die Lücke zwischen automatischem Bericht und echtem Verhalten. Folglich investieren Sie Zeit in Arbeit, die Traffic bewegt, statt nur in die Zahl.

Welche Seiten sollten Sie testen?

Zum Beispiel testen die meisten Menschen nur die Startseite. Dabei ist sie meist die am sorgfältigsten gepflegte Seite und verdeckt so Probleme. Die eigentlichen Risiken stecken in Unterseiten, die aus Templates entstehen.

Bei jedem Audit testen wir mindestens diese vier Seitentypen einzeln:

  • Eine Leistungs oder Produktseite, die Umsatz bringt.
  • Eine Kategorie oder Übersichtsseite.
  • Einen Blogbeitrag.
  • Eine URL, die über Filter, interne Suche oder Parameter entsteht.

Seiten mit demselben Template teilen meist auch dasselbe Problem. Fehlt zum Beispiel auf einer Kategorieseite der Canonical, fehlt er vermutlich auf Hunderten weiteren. Beheben Sie das Problem deshalb im Template, dann vervielfacht sich die Wirkung.

Andererseits muss nicht jede Seite denselben Score haben. Eine Dankeseite oder der Warenkorb soll nicht ranken, dort ist noindex die richtige Wahl. Lassen Sie es stehen, auch wenn das Tool es als Fehler markiert.

Welche Korrekturen für den Score können schaden?

Allerdings macht, wer dem Score hinterherjagt, die Seite manchmal schlechter. Diese falschen Korrekturen sehen wir in der Praxis am häufigsten:

  • Keyword Stuffing. Einen Begriff ständig zu wiederholen, um eine Warnung zur Keyworddichte zu beseitigen, macht den Text schwer lesbar. Auch der SEO Leitfaden von Google sagt, dass übermäßige Wiederholung Nutzer ermüdet.
  • Ein richtiges noindex entfernen. Wer noindex auf Filter, Warenkorb oder Dankeseiten für Punkte löscht, füllt den Index mit Seiten, die niemand braucht.
  • Den Canonical erzwungen auf sich selbst setzen. Eine doppelte Seite sollte per Canonical auf die Hauptseite zeigen. Zeigt sie auf sich selbst, wird das Duplikatproblem größer.
  • Einen aussagekräftigen Title kürzen. Wer den wichtigen Teil der Suchanfrage für eine Zeichenwarnung streicht, verliert Klicks.
  • Die Seite künstlich aufblähen. Fülltext für eine höhere Wortanzahl vertreibt Leser.

Im Bericht färben solche Korrekturen Zeilen grün. In den Suchergebnissen wirken sie allerdings gegen Sie. Fragen Sie sich daher vor jeder Änderung, ob sie Lesern etwas bringt. Lautet die Antwort nein, ist es besser, die Warnung stehen zu lassen.

In welcher Reihenfolge lesen wir einen SEO Bericht?

Wenn unser Team einen automatischen Bericht öffnet, schaut es zuletzt auf den Score. Die Reihenfolge lautet: zuerst Erreichbarkeit und Index, dann Canonical und mobile Darstellung, danach die Vorschau im Suchergebnis und schließlich Inhalt und kosmetische Punkte.

Im ersten Schritt klären wir, ob Google die Seite finden kann. Statuscode, noindex und robots.txt gehören hierher. Im zweiten Schritt prüfen wir, ob Google die richtige URL wählt; Canonical, Weiterleitungen und mobiles Layout gehören dazu.

Danach folgt der dritte Schritt: das Schaufenster in den Suchergebnissen. Title, Meta Description und strukturierte Daten prägen dieses Schaufenster. Im vierten Schritt behandeln wir Alt Texte, Überschriftenfolge und Open Graph je nach Zweck der Seite.

Der Vorteil dieser Reihenfolge: Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Den Title einer Seite zu polieren, die nie in den Index kommt, ist verlorene Mühe. Wenn Sie diesen Ansatz mit einer breiteren technischen Checkliste verbinden möchten, sind unsere Tipps zum technischen SEO ein guter Einstieg.

Was können automatische SEO Tools nie messen?

Tools lesen HTML, wenden Regeln an und liefern dann ein Ergebnis. Viele Dinge, die Google für das Ranking betrachtet, tauchen im HTML aber gar nicht auf. Wer diese Grenzen kennt, ordnet den Score richtig ein.

  • Die Richtigkeit und Fachkenntnis hinter dem Inhalt.
  • Wie gut die Seite die Suchintention erfüllt.
  • Die Qualität der Links von anderen Websites.
  • Was konkurrierende Seiten zur selben Suche bieten.
  • Ob Besucher zufrieden wieder gehen.

Selbst wenn ein Tool „alles in Ordnung“ meldet, brauchen Sie also trotzdem eine Konkurrenzanalyse und eine inhaltliche Prüfung. Umgekehrt kann eine Seite mit starkem Inhalt trotz niedrigem Score gut ranken, sofern sie im Index ist.

Betrachten Sie einen automatischen Bericht also wie ein Röntgenbild. Es zeigt einen Knochenbruch, aber nicht die allgemeine Gesundheit, die Muskelkraft oder den Lebensstil. Für das ganze Bild brauchen Sie zusätzlich andere Daten.

Wie oft sollten Sie einen SEO Check machen?

Wir empfehlen einen ereignisbasierten Rhythmus statt eines festen Kalenders. Wiederholen Sie den Test in diesen Situationen auf jeden Fall:

  • Wenn Sie Theme, Template oder Plugins wechseln.
  • Bei einem Umzug auf einen neuen Server oder eine neue Domain.
  • Sobald ein neues Seitentemplate live geht.
  • Falls indexierte Seiten oder Impressionen in der Search Console unerwartet sinken.

Abseits dieser Ereignisse reicht für kleine und mittlere Websites meist eine monatliche Prüfung. Testen Sie jedes Mal dieselben Seiten und halten Sie die Ergebnisse in einer Tabelle fest. Somit erkennen Sie, ob eine Änderung des Scores von einer Korrektur oder von den Testbedingungen kommt.

Zudem empfehlen wir, die Ergebnisse nach Seitentyp zu gruppieren. Zeigen alle Produktseiten dieselbe Warnung, liegt das Problem im Template, nicht in einer einzelnen Seite. Mit diesem Blick schrumpft ein Bericht mit Hunderten Zeilen auf drei oder vier konkrete Aufgaben.

Fazit: Wie reagieren Sie richtig auf einen niedrigen SEO Score?

Ein niedriger SEO Score ist eine Aufgabenliste, kein Alarm. Beginnen Sie mit den kritischen Zeilen: Statuscode, noindex, robots.txt und Canonical. Sind diese sauber, folgen mobile Darstellung und Antwortzeit. Danach bewerten Sie Title und Description aus Sicht der Leser.

Denken Sie daran, dass nicht Google den Score vergibt; Tools berechnen ihn mit eigenen Gewichtungen. Unterschiedliche Zahlen in verschiedenen Tools sind daher normal. Der echte Maßstab ist, ob die Seite im Index der Search Console steht, Impressionen erhält und die Frage der Leser beantwortet.

Wägen Sie schließlich jede Korrektur danach ab, was sie Lesern bringt. Keyword Stuffing, ein gelöschtes notwendiges noindex oder ein gekürzter aussagekräftiger Title heben den Score, schwächen aber die Seite. Arbeiten Sie in der richtigen Reihenfolge, steigt der Score von allein. Diesmal steht die höhere Zahl dann für eine wirklich bessere Seite.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es einen offiziellen SEO Score von Google?
Nein, Google veröffentlicht keinen SEO Score für Websites. Die Zahl im Prüftool fasst die Tests und Gewichtungen zusammen, die dessen Entwickler gewählt haben. Laut Google beruht das Ranking nicht auf einem einzelnen Signal, und relevante Inhalte haben Vorrang. Lesen Sie den Score deshalb wie eine Checkliste, nicht wie eine Rankingprognose.
Welcher SEO Score ist gut?
Einen allgemeinen Zielwert gibt es nicht, denn jedes Tool rechnet anders. In unserem Tool gelten 90 und mehr als Gut, 70 bis 89 als Mittel. Entscheidend sind allerdings saubere kritische Zeilen: Status 200, kein noindex, keine Sperre in der robots.txt und ein korrekter Canonical. Sind diese erfüllt, können kleinere Warnungen warten.
Warum zeigen verschiedene Tools unterschiedliche SEO Scores?
Jedes Tool nutzt andere Tests, andere Gewichtungen und andere Schwellen. Zudem schwanken Ladezeiten je nach Testserver, Netz und aktuellem Zustand der Seite. Es ist daher sinnvoller, dasselbe Tool mehrmals über dieselbe Seite laufen zu lassen und sich auf bleibende Warnungen zu konzentrieren, als zwei Tools miteinander zu vergleichen.
Verbessert ein höherer SEO Score das Ranking?
Nicht direkt. Eine Korrektur, die eine Indexierungssperre aufhebt, kann viel bewirken, weil die Seite zurück in die Suche kommt. Korrekturen wie ein Meta Keywords Tag oder künstlich mehr Wörter heben dagegen nur die Zahl. Für das Ranking zählen Inhaltsqualität, passende Suchintention und interne Links deutlich mehr.
Welche SEO Warnung sollte ich zuerst beheben?
Beginnen Sie mit Warnungen, die die Seite aus der Suche halten: ein Statuscode ungleich 200, ein ungewolltes noindex und eine Sperre in der robots.txt. Danach folgen Canonical, Viewport und Server Antwortzeit. Title und Meta Description kommen an dritter Stelle. Überschriftenfolge, Open Graph und Wortanzahl können zuletzt kommen.
Ist der Lighthouse SEO Score dasselbe wie ein Toolscore?
Nein, beide sind getrennte Messungen mit eigener Checkliste. Lighthouse ist das quelloffene Prüftool von Chrome, und seine SEO Kategorie deckt grundlegende Prüfungen zu Crawling und Indexierung ab. Andere Tools ergänzen weitere Tests und gewichten anders. Keiner der beiden ist ein Google Rankingwert, also prüfen Sie Ergebnisse mit Daten aus der Search Console.
  • SEO Score
  • SEO Check
  • Technisches SEO
  • Search Console
  • Lighthouse
  • noindex
  • Canonical
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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