Google Ads Customer Match (Kundenabgleich): Voraussetzungen, Upload und DSGVO Einwilligung

Was ist Customer Match in Google Ads?
Customer Match (deutsch: Kundenabgleich) ist eine Ausrichtungsfunktion in Google Ads, die Ihre eigenen Kundendaten wie Mailadressen, Telefonnummern, Namen und Anschriften mit angemeldeten Google Nutzern abgleicht. So erreichen Sie bestehende Kunden in der Suche, im Tab Shopping, in Gmail, auf YouTube und im Displaynetzwerk oder schließen sie gezielt aus.
In diesem Leitfaden betrachte ich Customer Match zuerst von der Richtlinienseite. Wer darf die Funktion nutzen? Wie bereiten Sie die Liste vor, und wie laden Sie sie hoch? Und welche Einwilligung brauchen Sie nach DSGVO? Ich betreue Werbekonten seit 2012. Das größte Problem bei dieser Funktion ist dabei selten technisch. Meist geht es um Listen ohne klare Einwilligung oder um unsaubere Exporte.
Die vergleichbare Lösung bei Meta beschreibe ich im Beitrag über Meta Custom Audiences. Hier geht es dagegen nur um Google Ads, denn die Regeln unterscheiden sich deutlich. Alle Grenzwerte und Daten stammen aus den offiziellen Hilfeseiten von Google.
Wie funktioniert Customer Match?
Der Ablauf hat drei Schritte. Zunächst bereiten Sie Ihre Kundenliste in einem festen Format vor. Danach laden Sie die Datei in Google Ads hoch. Schließlich vergleicht Google die Angaben mit den eigenen Kontodaten und fügt passende Personen einem Zielgruppensegment hinzu.
Ein Detail ist dabei wichtig. Sie können die Daten vor dem Versand mit dem Algorithmus SHA256 hashen. Falls Sie das nicht tun, übernimmt Google Ads diesen Schritt für Sie. Das heißt, rohe Mailadressen tauchen in den Kampagneneinstellungen nicht auf; der Abgleich läuft über Hashwerte.
Laut Google dauert der Abgleich zudem bis zu 48 Stunden. Erwarten Sie daher direkt nach dem Upload noch keine Größenangabe. Außerdem liegt die Zahl der Treffer immer unter der Zahl Ihrer Zeilen, denn:
- manche Personen nutzen mit dieser Adresse kein Google Konto,
- manche Nutzer haben personalisierte Werbung deaktiviert,
- manche Zeilen verletzen die Formatregeln und fallen heraus,
- wer in den letzten 30 Tagen keine Google Dienste genutzt hat, zählt nicht als aktiv.
Wo lassen sich Customer Match Listen einsetzen?
Die Hilfeseite von Google nennt Suche, den Tab Shopping, Gmail, YouTube und das Displaynetzwerk als Inventar. Folglich kann eine einzige Liste dieselben Kunden über mehrere Kanäle mit unterschiedlichen Botschaften ansprechen.
In der Praxis nutzen Sie eine Liste auf drei Arten:
- Ausrichtung: Sie zeigen Anzeigen nur Personen auf der Liste. Zum Beispiel bieten Sie Kunden, die seit einem Jahr nicht bestellt haben, einen Anreiz zur Rückkehr.
- Beobachtung: Die Kampagne bleibt für alle offen. Sie verfolgen die Liste aber getrennt und passen Gebote an.
- Ausschluss: Sie nehmen Bestandskunden aus einer Kampagne zur Neukundengewinnung heraus. So fließt das Budget zu neuen Personen.
In automatisierten Kampagnen wie Performance Max und Demand Gen dient eine Liste meist als Zielgruppensignal. Anders gesagt: Sie gibt dem System den Hinweis, ähnliche Personen zu suchen. Den Wechsel im Displaybereich erkläre ich im Beitrag zur Umstellung der Displaykampagnen auf Demand Gen.
Welche Voraussetzungen gelten für Customer Match?
Google gibt diese Funktion nicht jedem Konto im gleichen Umfang frei. Die offizielle Richtlinie verlangt eine gute Historie bei der Einhaltung der Richtlinien und eine gute Zahlungshistorie. Für den vollen Zugriff braucht das Konto zudem 90 Tage Historie in Google Ads und insgesamt mehr als 50.000 US-Dollar Ausgaben.
Konten unter dieser Schwelle verlieren allerdings nicht alles. Laut Richtlinie dürfen sie Listen weiterhin für Beobachtung und Ausschlüsse nutzen. Also kann auch ein kleines Konto Bestandskunden aus Neukundenkampagnen herausnehmen oder ihre Leistung getrennt beobachten.
| Voraussetzung | Erwartung von Google | Bedeutung in der Praxis |
|---|---|---|
| Richtlinien | Gute Historie bei der Einhaltung | Häufige Ablehnungen und Sperren erhöhen das Risiko |
| Zahlungen | Gute Zahlungshistorie | Verspätete Zahlungen können den Zugriff beeinflussen |
| Kontoalter | 90 Tage Historie in Google Ads | Neue Konten haben noch keinen vollen Zugriff |
| Gesamtausgaben | Mehr als 50.000 US-Dollar | Darunter bleiben Beobachtung und Ausschlüsse |
| Listengröße | Mindestens 100 Mitglieder, in 540 Tagen hinzugefügt oder aktualisiert | Alte Listen verlieren ohne Aktualisierung die Eignung |
Wo Ihr Konto steht, prüfen Sie schnell mit unserem Google Ads Audit Tool.
Was verbietet die Customer Match Richtlinie?
Die Richtlinie zieht einige klare Grenzen. Erstens dürfen Sie Kundendaten nicht nutzen, um nach sensiblen Interessenkategorien auszurichten oder solche Kategorien zu erkennen. Gesundheit, religiöse Überzeugung und sexuelle Orientierung gehören dazu.
Zweitens dürfen Sie keine Daten von Personen unter 13 Jahren hochladen. Drittens darf Ihr Anzeigentext nicht andeuten, dass Sie persönliche Details über den Nutzer kennen. Ein Satz wie „Anna, ist Ihr Medikament von letzter Woche schon aufgebraucht?“ verstößt zum Beispiel gegen beide Regeln.
Außerdem dürfen Sie Daten nur über die freigegebene Oberfläche oder API von Google senden. Dazu kommt ein Punkt für Europa: Im EWR, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz ist der Abgleich über IP Adresse und Zeitstempel nicht erlaubt. Kurz gesagt macht Customer Match nicht jede vorhandene Information zu Werbematerial.
- Ausrichtung nach sensiblen Kategorien: nicht erlaubt.
- Daten von Kindern unter 13 Jahren: tabu.
- Anzeigentext mit Anspielung auf persönliche Daten: ein Verstoß.
- Uploads außerhalb freigegebener Kanäle: ausgeschlossen.
Wie bereiten Sie die Customer Match Datei vor?
Sie erstellen die Liste als Datei im CSV Format. Konkret muss laut Formatleitfaden von Google die Kodierung ASCII oder UTF8 sein; UTF16 funktioniert nicht. Die Spaltenüberschriften schreiben Sie exakt auf Englisch: Email, Phone, First Name, Last Name, Country und Zip.
Telefonnummern folgen dem Standard E.164 mit Ländervorwahl, also etwa +49 für Deutschland. Bei Mailadressen entfernen Sie Leerzeichen am Anfang und am Ende und schreiben alles klein. Bei gmail.com und googlemail.com entfernen Sie zusätzlich die Punkte vor dem Domainnamen.
Bevor wir eine Liste für einen Kunden hochladen, gehen mein Team und ich so vor:
- Wir löschen doppelte Zeilen.
- Testbestellungen und interne Adressen fliegen raus.
- Wir entfernen alle Personen ohne Einwilligung oder mit widerrufener Einwilligung.
- Telefonnummern bringen wir ins Format E.164.
- Zuletzt prüfen wir, ob die Datei mindestens 100 Datensätze enthält.
Falls Sie selbst hashen, testen Sie das Ergebnis mit unserem Hash Generator. Die Bereinigung wirkt klein. Trotzdem beeinflusst sie Trefferquote und rechtliche Sicherheit zugleich.
Wie laden Sie eine Kundenliste in Google Ads hoch?
Die aktuelle Hilfeseite von Google beschreibt folgende Schritte. Sie klicken auf das Symbol Tools, öffnen im Abschnittsmenü die gemeinsam genutzte Bibliothek und wählen den Zielgruppenmanager. Dann klicken Sie auf das Pluszeichen und wählen Kundenliste.
Danach vergeben Sie einen Namen für das Segment und laden Ihre CSV Datei hoch. An dieser Stelle erscheint ein Kästchen. Damit bestätigen Sie, dass Sie die Daten gemäß den Customer Match Richtlinien von Google erhoben haben und teilen. Dieses Kästchen ist keine Formalität. Mit dem Häkchen übernehmen Sie die Verantwortung für die Einwilligung.
Anschließend legen Sie die Mitgliedschaftsdauer fest. Laut Google beträgt sie allerdings höchstens 540 Tage. Dann schließen Sie den Upload ab. Sobald Google die Liste verarbeitet hat, fügen Sie sie auf Kampagnen oder Anzeigengruppenebene als Zielgruppe hinzu.
Neben dem manuellen Upload gibt es die Google Ads API, Partner für den Upload und den Data Manager. Für neue Integrationen empfiehlt Google deshalb den Data Manager. Laut Fachpresse mussten Uploads über die API bis zum 1. April 2026 auf die Data Manager API umziehen. Der manuelle Upload in der Oberfläche funktioniert dagegen unverändert.
Welche Einwilligung braucht Customer Match nach DSGVO?
Das ist der wichtigste Teil dieses Leitfadens. Die Richtlinie von Google verlangt eine Einwilligung, wo das Gesetz sie vorschreibt. Zudem muss Ihre Datenschutzerklärung offenlegen, dass Sie Daten an Dritte wie Google weitergeben.
Wenn Sie die Adresse eines Kunden für Werbung an Google senden, geht das über den ursprünglichen Zweck hinaus. Meist haben Sie die Adresse ja für die Abwicklung einer Bestellung erhalten. Deshalb reicht ein allgemeiner Satz in der Datenschutzerklärung beim Checkout oft nicht aus. Nennen Sie den Werbezweck klar und holen Sie die Zustimmung möglichst separat ein.
In der EU läuft das in der Regel auf eine Einwilligung nach DSGVO hinaus. Ich gebe hier allerdings keine Rechtsberatung. Wenn mein Team eine Liste für einen Kunden vorbereitet, bitten wir daher immer zuerst die Rechtsberatung des Kunden um Bestätigung. Für die Website selbst hilft mein Leitfaden zur datenschutzkonformen Website.
Ein einfacher Test hilft: Können Sie für jede Zeile zeigen, wann und wie die Person zugestimmt hat? Falls nicht, gehört die Zeile nicht in die Datei.
Was verlangt die EU Richtlinie zur Nutzereinwilligung?
Enthält Ihre Liste Personen im EWR, im Vereinigten Königreich oder in der Schweiz, greift die EU Richtlinie zur Nutzereinwilligung von Google. Laut der Hilfeseite zur Einwilligung verarbeitet Google Daten dieser Nutzer ohne die nötige Einwilligung nicht und nutzt sie auch nicht für personalisierte Werbung.
In der API stehen dafür zwei Signale: ad_user_data für das Senden von Nutzerdaten zu Werbezwecken und ad_personalization für personalisierte Werbung. Seit März 2024 müssen beide Felder den Wert GRANTED tragen, damit Listen in Europa ausspielen. Beim manuellen Upload sehen Sie diese Feldnamen allerdings nicht. Stattdessen gilt das Kästchen als Ihre Erklärung, dass die Einwilligung vorliegt.
Eine weitere Änderung betrifft das Inventar. Seit Anfang März 2024 laufen Customer Match Listen im EWR, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz nicht mehr auf Google Partner Inventory und auf Börsen von Drittanbietern. Ein Shop mit Kunden in Europa plant seine Listen also rund um die eigenen Plattformen von Google. Die Details finden Sie auf der Hilfeseite zur Einwilligung.
Wie gestalten Sie Ihre Einwilligungsformulare?
Die Einwilligung in den Newsletter und die Einwilligung in die Weitergabe an Werbeplattformen sind zwei verschiedene Dinge. Jemand abonniert vielleicht gern Ihren Newsletter. Diese Zustimmung deckt aber nicht automatisch die Übermittlung der Adresse an Google ab. Umgekehrt gilt dasselbe.
Deshalb empfehle ich getrennte Fragen in Ihren Formularen. Ein bewährter Aufbau sieht so aus:
- Ein freiwilliges, separates Kästchen für personalisierte Werbung.
- Eine Datenschutzerklärung, die Werbepartner wie Google nennt und den Zweck erklärt.
- Im CRM ein Feld für Datum und Quelle jeder Einwilligung.
- Zuletzt eine Routine, die Widerrufe vor dem nächsten Upload entfernt.
Mit diesem Aufbau setzen Sie das Häkchen bei Google mit gutem Gewissen. Zudem können Sie belegen, woher die Daten stammen, falls ein Kunde nachfragt. Vor allem schützt diese Antwort Ihre Marke weit mehr als jede zusätzliche Reichweite.
Warum ist die Trefferquote bei Customer Match so niedrig?
Diese Frage höre ich am häufigsten. Eine Liste mit 10.000 Zeilen, die im Zielgruppenmanager deutlich kleiner erscheint, ist normal. Google nennt die Hauptgründe: Der Nutzer ist auf Google Plattformen nicht aktiv, hat personalisierte Werbung abgelehnt, oder die Daten verletzen die Formatregeln.
In den Listen, die ich prüfe, tauchen außerdem diese Probleme immer wieder auf:
- Geschäftliche Mailadressen, denn die meisten Menschen nutzen für Google eine private Adresse.
- Telefonnummern ohne Ländervorwahl oder mit führender Null.
- Kaputte Umlaute und versteckte Leerzeichen aus Tabellenexporten.
- Alte Adressen, die seit Jahren niemand mehr nutzt.
Eine zusätzliche Spalte mit Telefonnummern hebt die Trefferquote meist an. Allerdings brauchen Sie auch für diese Daten eine Einwilligung. Zudem zeigt der Uploadbildschirm Fehlermeldungen, die fehlerhafte Zeilen und die Gründe nennen. Lesen Sie diese daher, bevor Sie es erneut versuchen.
Warum zählen Listengröße und die 540 Tage?
Google empfiehlt eine Listengröße von mindestens 100 Nutzern, damit Anzeigen ausspielen. Jede Datei muss außerdem mindestens 100 Datensätze enthalten. Im Suchnetzwerk brauchen Kundenlisten mindestens 100 aktive Nutzer in den letzten 30 Tagen.
Auch die Dauer ist klar geregelt. Customer Match Listen haben eine maximale Mitgliedschaftsdauer von 540 Tagen. Ältere Mitgliedschaften zählen also nicht mehr. Damit eine Liste geeignet bleibt, braucht sie mindestens 100 Mitglieder, die in diesem Zeitraum hinzugekommen sind oder eine Aktualisierung erhalten haben.
Die praktische Folge lautet: Wer eine Liste einmal hochlädt und dann vergisst, hat nach etwa anderthalb Jahren eine stille Leiche im Konto. Deshalb aktualisiert mein Team die Listen in betreuten Konten monatlich oder wöchentlich. So kommen neue Kunden rechtzeitig hinein, und Widerrufe fallen rechtzeitig heraus.
Worin unterscheidet sich Customer Match von Remarketing?
Beide Methoden erreichen Menschen, die Sie bereits kennen. Die Quelle ist allerdings eine andere. Remarketing sammelt Besucher von Website oder App über Tags und Cookies. Customer Match startet dagegen bei Ihren eigenen Kundendaten; ein aktueller Besuch ist nicht nötig.
| Merkmal | Customer Match | Remarketing |
|---|---|---|
| Datenquelle | CRM, Shopsystem, Mitgliederlisten | Tag auf Website oder App |
| Wen es abdeckt | Kunden, die Ihnen Daten gegeben haben | Aktuelle Besucher |
| Einfluss von Cookie Blockern | Geringer | Höher |
| Einwilligungsfrage | Weitergabe von Daten | Cookies und Tracking |
| Typischer Einsatz | Rückgewinnung, Cross Selling, Ausschlüsse | Warenkorb, Produkterinnerung |
Die beiden Methoden ergänzen sich. Die andere Hälfte beschreibe ich im Beitrag darüber, wie Sie mit Remarketing den Sales Funnel stärken.
Ist Customer Match dasselbe wie erweiterte Conversions?
Nein. Beide nutzen gehashte Kundendaten, deshalb verwechseln viele sie. Erweiterte Conversions hashen Angaben wie die Mailadresse im Moment der Conversion und verbessern so die Messung. Ihr Ziel ist also die richtige Zuordnung, nicht die Ausrichtung.
Customer Match ist dagegen ein reines Werkzeug für Ausrichtung und Ausschluss. Sie laden eine Liste hoch und nutzen sie als Zielgruppe. Auf die Messung wirkt die Funktion somit nicht direkt.
Trotzdem lohnt sich der gemeinsame Einsatz. Ohne saubere Messung wissen Sie nicht, ob eine Listenkampagne tatsächlich wirkt. Die Schritte finden Sie in meiner Anleitung, wie Sie erweiterte Conversions in Google Ads einrichten. Beide Funktionen setzen zudem Daten mit Einwilligung voraus; Ihre Vorarbeit zum Datenschutz dient somit beiden.
Welche Customer Match Segmente sollten Sie anlegen?
Mehrere kleine Listen mit klarem Ziel schlagen meist eine große Sammelliste. Allerdings braucht jede Liste mindestens 100 aktive Nutzer, sonst laufen keine Anzeigen. Planen Sie die Segmente daher passend zur Größe Ihres Kundenstamms.
Aus meiner Erfahrung bewähren sich diese Grundsegmente:
- Käufer der letzten 90 Tage: zum Ausschluss aus Neukundenkampagnen.
- Kunden ohne Kauf seit einem Jahr: für Angebote zur Rückgewinnung.
- Kunden mit hohem Wert: für Premiumprodukte oder Cross Selling.
- Interessenten mit Angebot, aber ohne Abschluss: zur Unterstützung im B2B Vertrieb.
- Abonnenten des Newsletters: für Interessierte, die noch nicht gekauft haben.
Vor dem Aufbau der Segmente sollten Sie Ihre Kunden zudem gut kennen. Dabei helfen die Schritte aus meinem Beitrag zur Zielgruppenanalyse.
Wie nutzen Sie Kundenlisten in Suchkampagnen?
In Suchkampagnen setze ich Listen vor allem auf zwei Arten ein. Die erste ist die Beobachtung. Die Kampagne bleibt offen, aber Sie sehen Klicks und Conversions von Bestandskunden in einer eigenen Zeile. Dadurch erkennen Sie, wie viel Budget bei Markensuchen auf Menschen entfällt, die ohnehin bei Ihnen kaufen.
Die zweite ist der Ausschluss. Zum Beispiel nehmen Sie Bestandskunden aus einer Kampagne für Neukunden heraus. Gerade bei Markenbegriffen beantwortet diese Trennung eine unbequeme Frage: Zahlen wir für Klicks von Menschen, die sowieso kämen?
Eine reine Ausrichtung auf Listenmitglieder steht nur Konten mit vollem Zugriff offen. Dann können Sie breitere Keywords nutzen, denn die Zielgruppe ist ohnehin schmal. Trotzdem bedeutet eine kleine Liste auch wenige Impressionen.
Wenn Sie Kontostruktur und Budgetverteilung gemeinsam planen wollen, übernehmen wir das im Rahmen der Google Ads Verwaltung.
Wie profitieren Onlineshops von Customer Match?
Im E-Commerce liegt der größte Nutzen darin, Budget zu Neukunden statt zu Stammkunden zu lenken. Viele Shops erzielen einen großen Teil ihrer Conversions aus Shopping und Performance Max bereits mit treuen Kunden. Die Berichte zeigen diese Trennung aber selten.
Sobald Sie eine Kundenliste als Beobachtung oder Signal hinzufügen, erkennen Sie den Unterschied. Dann stellen Sie zwei Fragen. Was kostet ein Neukunde wirklich? Und bringen die Ausgaben für Bestandskunden zusätzlichen Umsatz, oder würden sie ohnehin kaufen?
Auch saisonale Listen funktionieren gut. Ein Shop für Winterausrüstung kann zum Beispiel die Käufer vom letzten November Ende Oktober erneut ansprechen. Solche Datenstrukturen prüfen wir in der E-Commerce Beratung. Saubere Daten im Shopsystem erleichtern dann jeden späteren Schritt.
Wie setzen B2B Unternehmen Kundenlisten ein?
B2B Listen sind meist klein. Beobachtung und Ausschluss sind daher realistischer als reine Ausrichtung. Zum Beispiel legen Sie Ansprechpartner von Firmen mit Angebot, aber ohne Vertrag, in ein eigenes Segment. Dann beobachten Sie ihr Suchverhalten und zeigen ihnen bei Markensuchen Fallstudien.
Einen Haken gibt es allerdings. Die meisten Adressen in B2B Listen sind geschäftlich, und geschäftliche Adressen passen selten zu einem Google Konto. Deshalb kann die Frage nach einer Telefonnummer im Formular, natürlich mit passender Einwilligung, die Trefferquote deutlich erhöhen.
Außerdem würde ich Bestandskunden aus Neukundenkampagnen ausschließen. Im B2B suchen bestehende Kunden oft nach Ihrem Markennamen, weil sie Support oder Rechnungen brauchen. Für diese Klicks zu zahlen, kostet Geld und bringt keinen Umsatz.
Wie halten Sie Kundenlisten aktuell?
Für kleine Unternehmen reicht zunächst der manuelle Upload. Allerdings gerät eine monatliche Routine leicht ins Stocken. Legen Sie daher zuerst eine verantwortliche Person und einen Rhythmus fest. Danach richten Sie im CRM oder Shopsystem einen festen Export ein, der nur Kontakte mit gültiger Einwilligung enthält.
Google bietet auch automatisierte Wege wie die Google Ads API, Partner für den Upload und den Data Manager. Für neue Integrationen empfiehlt Google den Data Manager. Wenn mein Team das automatisiert, achten wir auf drei Punkte:
- Wer widerruft, fällt beim nächsten Abgleich aus der Liste.
- Test und Personaldatensätze bleiben automatisch draußen.
- Jeder Upload hinterlässt einen Eintrag mit Datum und Zeilenzahl.
So stoßen Sie nie versehentlich an die Grenze von 540 Tagen. Zudem können Sie jederzeit zeigen, welche Daten wann an Google gingen.
Wie schreiben Sie Anzeigen für Listenzielgruppen?
Der Vorteil einer Listenkampagne liegt darin, dass Sie die Botschaft an die Kundenbeziehung anpassen können. Allerdings verbietet die Richtlinie Anzeigen, die Kenntnis persönlicher Details andeuten. Sie schreiben also für die Gruppe, nicht für den Einzelnen.
Statt „Sie haben letzten Monat dieses Produkt gekauft“ nutzen Sie zum Beispiel eine allgemeine Formulierung wie „Neue Saison für unsere Stammkunden“. Ebenso gehören Namen, Städte und Kaufhistorie nicht in Anzeigentitel.
Mein bevorzugter Ansatz ist einfach. Bestandskunden sehen Neuheiten, passende Ergänzungen oder Serviceerinnerungen. Kunden ohne Kauf seit langem bekommen einen klaren Grund zur Rückkehr. Diese Trennung erhöht zudem die Relevanz, ohne jemanden zu verunsichern. Vor dem Start hilft im Team eine Frage: Deutet diese Zeile etwas Persönliches an?
Welche Fehler passieren bei Customer Match am häufigsten?
Über die Jahre sehe ich in vielen Konten zudem immer dieselben Fehler. Die meisten entstehen nicht aus fehlendem Fachwissen, sondern aus Prozessen ohne klare Verantwortung.
- Listen mit unklarer Einwilligung: Messelisten, gekaufte Daten und alte Kampagnenexporte bergen das höchste Risiko.
- Einmal hochladen und vergessen: Nach 540 Tagen verliert die Liste still ihre Eignung.
- Keine Ausschlüsse: Neukundenkampagnen geben weiter Geld für Bestandskunden aus.
- Eine riesige Sammelliste: Kunden mit sehr unterschiedlichem Wert sehen dieselbe Botschaft.
- Persönliche Anzeigentexte: Sie führen zu Verstößen gegen die Richtlinie.
Nutzen Sie diese Liste als Checkliste. Vor allem den ersten Punkt sollten Sie ernst nehmen. Fragt ein Kunde, wer Google seine Daten gegeben hat, brauchen Sie eine fertige Antwort. Den vollständigen Text finden Sie in der Customer Match Richtlinie.
Wie messen Sie den Erfolg von Customer Match?
Gute Messung beginnt vor allem mit einem vergleichbaren Aufbau. Sonst wissen Sie nicht, ob ein Anstieg von der Liste oder von der Saison kommt.
Ich verfolge drei Werte: die Conversion Rate der Listenzielgruppe, die Kosten pro Akquisition im Vergleich zu Personen außerhalb der Liste und den Anteil neuer Kunden nach den Ausschlüssen. Außerdem notiere ich jeden Monat die aktive Zielgruppengröße, denn eine schrumpfende Liste erklärt oft schwächere Ergebnisse.
Eine weitere Gewohnheit hilft. Sammeln Sie daher vor dem Einsatz einer Liste zwei bis drei Wochen Vergleichsdaten. Dann ist Ihr Vorher und Nachher tatsächlich aussagekräftig. Für die Grundbegriffe eignet sich die Hilfeseite von Google zu Customer Match als Nachschlagewerk.
Sind Sie bereit für Customer Match?
Zusammengefasst ist Customer Match ein starkes Werkzeug. Es braucht aber zuerst rechtliche und technische Vorarbeit. Beantworten Sie vor dem Start diese Fragen:
- Erfüllt mein Konto die Vorgaben zu Richtlinien, Zahlungen und Ausgaben?
- Liegt für jede Person auf der Liste eine Einwilligung zur Weitergabe für Werbung vor?
- Nennt meine Datenschutzerklärung Werbepartner wie Google?
- Folgt meine Datei dem Formatleitfaden von Google?
- Wer aktualisiert die Liste, und wie oft?
Wenn Sie alle Fragen mit Ja beantworten, starten Sie mit einem kleinen Test zum Ausschluss. Er birgt wenig Risiko und zeigt schnell, wie viele Ihrer Kunden bereits auf Ihre Anzeigen klicken. Danach entscheiden Sie, ob eine volle Ausrichtung mehr Budget verdient.




