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Alternative Seite mit richtigem Canonical Tag: Was bedeutet das?

Talha Aslan 16 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Kurze Antwort

Was bedeutet alternative Seite mit richtigem Canonical Tag?

Alternative Seite mit richtigem Canonical Tag ist ein Status in der Search Console, der eine URL als nicht indexiert markiert, allerdings ohne Fehler. Die Seite verweist per Canonical Tag auf eine Hauptseite, und Google hat diese Hauptseite indexiert. In den meisten Fällen müssen Sie also nichts tun.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Bevor Sie etwas ändern, machen Sie zunächst diese kurze Prüfung. Danach erklären wir jeden Schritt einzeln.

  1. Öffnen Sie einige URLs aus dem Bericht und prüfen Sie, auf welche Hauptseite sie verweisen.
  2. Vergleichen Sie im URL Inspection Tool die vom Nutzer angegebene und die von Google ausgewählte kanonische URL.
  3. Bestätigen Sie, dass die Hauptseite indexiert ist.
  4. Steht eine wichtige Seite mit eigenem Suchpotenzial auf der Liste, korrigieren Sie ihr Tag.
  5. Sieht alles wie erwartet aus, beobachten Sie den Bericht weiter und ändern nichts.

Wir sind Talha Aslan und Team und haben diesen Leitfaden auf Basis von Fragen geschrieben, die uns in Projekten oft begegnen. Die Beispiele sind Beispielszenarien, als Domain nutzen wir example.com. Zudem können sich Bezeichnungen in der Search Console ändern. Deshalb nennen wir den englischen Namen des Status (Alternate page with proper canonical tag) und konzentrieren uns auf die Logik statt auf exakte Schaltflächen.

Welche Aufgabe hat das Canonical Tag in diesem Fall?

Das Canonical Tag teilt Google mit, welche Version unter sehr ähnlichen Seiten die Hauptversion ist. Es steht im Kopfbereich der Seite und nennt die vollständige URL der Hauptversion. Somit bündelt Google die Signale auf einer URL, statt jede nahezu identische Kopie zu indexieren.

Die Grundlagen haben wir bereits in unserem Beitrag Canonical Tag: was ist das und wie setzen Sie ihn ein erklärt. Hier geht es daher nur um diesen einen Status. Kurz gesagt ist das Tag ein Hinweis. Auch der Leitfaden von Google Search Central zum Zusammenführen doppelter URLs beschreibt rel canonical als starkes Signal, allerdings nicht als verbindlichen Befehl.

Allerdings entscheidet Google selbst, ob Seiten wirklich ähnlich sind. Deshalb kann Google auch ein korrektes Tag übergehen, wenn der Inhalt stark abweicht. In diesem Fall ändert sich auch der Status im Bericht.

In der Praxis ist das Tag also nur die halbe Arbeit. Die andere Hälfte besteht darin, dass interne Links, Sitemap und Weiterleitungen dieselbe Haupt URL stützen. Stimmen diese Signale überein, akzeptiert Google Ihre Wahl sehr wahrscheinlich.

Warum wertet die Search Console diesen Status nicht als Fehler?

Die Dokumentation von Google ist hier eindeutig. Die Hilfeseite der Search Console zum Bericht über die Seitenindexierung sagt, dass die Seite korrekt auf die kanonische Seite verweist, die indexiert ist, und dass Sie nichts tun müssen. Somit handelt es sich um eine Berichtszeile, nicht um eine Warnung.

Außerdem weist der Bericht darauf hin, dass nicht indexierte Seiten nicht unbedingt wegen eines Fehlers dort stehen. Daher ist eine wachsende Zahl in dieser Zeile allein kein Problem. Zum Beispiel steigt die Zahl, sobald Sie neue Filterseiten anlegen.

Die eigentliche Frage lautet also: Sind die gelisteten URLs tatsächlich Nebenversionen? Wenn ja, funktioniert das System genau wie gewünscht. Wenn nein, liegt das Problem nicht im Status, sondern in Ihrer Canonical Struktur.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Viele Betreiber reagieren auf diese Zeile mit unnötigen Änderungen. Beispielsweise entfernen sie Tags massenhaft oder wollen Nebenversionen indexieren lassen. Solche Schritte können jedoch eine funktionierende Struktur beschädigen. Verstehen Sie deshalb zuerst, und korrigieren Sie nur bei Bedarf.

Welche Seiten erscheinen normalerweise unter alternative Seite mit richtigem Canonical Tag?

Hier sind die normalen Fälle, die wir am häufigsten sehen. Tauchen diese Seiten auf, erfüllt Ihre Struktur ihren Zweck.

  • Parameter URLs: Adressen mit Sortier, Filter oder Tracking Parametern, etwa example.com/schuhe?sortierung=preis.
  • Separate Mobilversionen: mobile Seiten auf einer eigenen Subdomain wie m.example.com.
  • AMP Versionen: schnelle Fassungen, die auf den Hauptartikel verweisen.
  • Druck und Teilen Versionen: schlichte Kopien desselben Inhalts.
  • Schreibvarianten: dieselbe Seite mit Groß und Kleinschreibung oder Schrägstrich am Ende.
  • Produktvarianten: Farb oder Größenseiten mit eigener URL, die auf das Hauptprodukt verweisen.

Allerdings ist eine Seite auf dieser Liste nicht automatisch eine Nebenversion. Deshalb empfehlen wir, die Liste einmal mit eigenen Augen durchzugehen. Steht dort etwa eine Leistungsseite oder Ihr bestverkauftes Produkt, ist das keine Information mehr, sondern ein Problem, das Sie beheben sollten.

Warum landen Parameter URLs auf dieser Liste?

Eine Parameter URL ist eine Adresse mit Variablen nach einem Fragezeichen. Websites nutzen sie zum Filtern, Sortieren oder für Kampagnentracking. Da der Inhalt weitgehend gleich bleibt, verweisen diese URLs auf einer gut gebauten Website auf die saubere Hauptseite.

Ein Shop erzeugt zum Beispiel eine eigene URL für die Preissortierung. Google crawlt diese URL, liest das Tag und indexiert dann die Kategorieseite. Folglich erscheint die Parameter URL in dieser Zeile. Den größeren Zusammenhang erklären wir in unserem Beitrag zu URL Parametern und SEO.

Kampagnenlinks funktionieren ebenso. Tracking Parameter in Anzeigen und Newslettern erzeugen zusätzliche URLs. Auf einer sauber gebauten Website verweisen auch diese auf die Hauptseite. Daher steigt die Zahl in Kampagnenphasen häufig, und das ist normal.

Andererseits wächst die Liste schnell, wenn es sehr viele Parameter gibt. Dann lohnt sich zudem ein Blick auf das Crawl Budget. Trotzdem macht das den Status selbst nicht zum Fehler.

Was bedeutet der Status für Mobil und AMP Versionen?

Bei Websites mit separaten mobilen URLs verweist die mobile Seite meist auf die Desktopseite als kanonische Version. Der Leitfaden von Google empfiehlt dann auf der Desktopseite einen rel alternate Link mit media Attribut. So entsteht die Beziehung zwischen beiden Seiten in beide Richtungen.

Mobile URLs auf dieser Liste sind also ein erwartetes Ergebnis. Ebenso erscheinen AMP Versionen hier, weil sie auf den Hauptartikel verweisen. Auf News und Blogseiten sind viele AMP URLs in dieser Zeile daher nicht überraschend.

Eine vollständig responsive Website sollte allerdings keine separaten mobilen URLs haben. Sehen Sie dennoch Adressen mit m. am Anfang, handelt es sich vermutlich um Reste einer alten Struktur. Prüfen Sie dann, wohin diese alten Adressen weiterleiten.

Ist der Status bei Sprachversionen richtig oder falsch?

Bei Sprachversionen ist dieser Status meist ein Warnsignal. Jede Sprachversion sollte nämlich ihre eigene kanonische Seite sein. Ihre deutsche Seite sollte auf sich selbst verweisen, und Ihre englische Seite ebenfalls auf sich selbst.

Der Leitfaden von Google empfiehlt für Sprach und Länderversionen rel alternate Links mit hreflang statt Canonical Tags. Zudem soll die kanonische Seite in derselben Sprache sein. Verweist Ihre deutsche Seite also auf die englische Seite als kanonisch, kann die deutsche Seite aus dem Index fallen.

Ein Beispielszenario: Die deutsche Seite unter example.com/de/ verweist auf die englische Seite unter example.com/ als kanonisch. Folglich landet die deutsche Seite in dieser Zeile, und deutsche Nutzer sehen die englische Seite. Die Lösung lautet, jeder Seite ein selbstreferenzierendes Canonical zu geben und die Sprachen per hreflang zu verbinden.

Die hreflang Struktur erklären wir in unserem Beitrag Was ist das hreflang Tag. Um die Tags fehlerfrei zu erstellen, können Sie außerdem unseren hreflang Generator nutzen.

Welche Anzeichen deuten auf eine fehlerhafte Canonical Struktur hin?

Der Status ist an sich kein Fehler. Dennoch kann der Inhalt der Liste ein Problem verraten. Schauen Sie deshalb genauer hin, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken.

  • Wichtige Kategorie oder Leistungsseiten mit eigenem Suchpotenzial stehen auf der Liste.
  • Alle paginierten Seiten verweisen auf die erste Seite als kanonisch.
  • Verschiedene Produkte verweisen auf ein einziges Produkt oder auf die Startseite.
  • Sprachversionen verweisen auf eine einzige Sprache.
  • Die angegebene Haupt URL leitet weiter, liefert einen 404 Fehler oder trägt noindex.
  • Die Zahl wächst weit über die tatsächliche Seitenzahl Ihrer Website hinaus.

Diese Anzeichen haben ein gemeinsames Muster. Das Tag versucht, unterschiedliche statt ähnliche Inhalte zusammenzuführen. Somit können einzigartige Seiten ihre Sichtbarkeit verlieren. Außerdem kann ein einziges falsches Tag in einer Vorlage Hunderte Seiten gleichzeitig betreffen.

Wie prüfen Sie die Liste Schritt für Schritt?

Wir empfehlen, mit einer kleinen Stichprobe zu arbeiten. Statt Hunderte Zeilen einzeln zu öffnen, gruppieren Sie die URLs nach Mustern. So erhalten Sie deutlich schneller Antworten.

  1. Öffnen Sie in der Search Console den Bericht zu den Seiten und klicken Sie auf die betreffende Zeile.
  2. Exportieren Sie die Beispiel URLs aus der Liste.
  3. Ordnen Sie die URLs Mustern zu: Parameter, Mobil, Sprache, Varianten und Sonstiges.
  4. Öffnen Sie pro Muster zwei oder drei Beispiele und lesen Sie das Canonical Tag im Quelltext.
  5. Prüfen Sie dieselben Beispiele im URL Inspection Tool und notieren Sie die von Google gewählte URL.
  6. Tragen Sie unerwartete Muster in eine Tabelle ein und legen Sie eine Reihenfolge fest.

Am Ende haben Sie also zwei Listen: erwartet und unerwartet. Bei erwarteten Mustern tun Sie nichts. Bei unerwarteten Mustern suchen Sie die zugrunde liegende Vorlage und korrigieren sie.

Worauf achten Sie im URL Inspection Tool?

Das URL Inspection Tool zeigt, wie Google eine einzelne URL sieht. Zwei Felder sind dabei wichtig: die vom Nutzer angegebene kanonische URL und die von Google ausgewählte kanonische URL. Stimmen beide überein, hat Google Ihre Struktur akzeptiert.

Weichen sie ab, ändert sich das Bild. Die Seite steht dann vermutlich in einer anderen Zeile, in der Google eine andere kanonische Seite als der Nutzer gewählt hat. Die Hilfeseite empfiehlt in diesem Fall, beide URLs zu vergleichen. Folglich ist das womöglich die Zeile, die Sie wirklich prüfen sollten.

Zudem zeigt der Live Test die aktuelle Fassung der Seite. Somit sehen Sie direkt nach einer Korrektur, ob Google das Tag richtig liest.

Achten Sie außerdem auf das Datum des letzten Crawls. Ist es alt, hat Google Ihre neueste Fassung womöglich noch nicht gesehen. Dann spiegelt der Bericht noch den Zustand vor der Korrektur. Warten Sie deshalb einen neuen Crawl ab, bevor Sie Schlüsse ziehen.

Wie unterscheidet sich dieser Status von ähnlichen Zeilen?

Die Search Console kennt mehrere Zeilen zu doppelten Inhalten, und sie werden oft verwechselt. Die folgende Tabelle fasst die Unterschiede anhand der offiziellen Hilfeseite zusammen.

Status (englischer Name)Was er aussagtFehler?Was Sie tun
Alternate page with proper canonical tagDie Seite verweist korrekt auf die Hauptseite, die Hauptseite ist indexiertNeinListe einmal sichten, unerwartete Muster korrigieren
Duplicate without user selected canonicalKein Tag auf der Seite, Google hat selbst gewähltNeinBei falscher Wahl ein eindeutiges Tag setzen
Duplicate, Google chose different canonical than userGoogle hält Ihre angegebene Hauptseite nicht für ähnlichJa, der Bericht nennt es einen FehlerBeide URLs vergleichen, Tag oder Inhalt korrigieren
Page with redirectDie URL leitet auf eine andere URL weiterMeist neinPrüfen, ob die Weiterleitung das richtige Ziel erreicht

Die Zeile zu Weiterleitungen behandeln wir in einem eigenen Beitrag. Details finden Sie in unserem Leitfaden zur Search Console Seite mit Weiterleitung. So verwechseln Sie die beiden Fälle nicht.

Was tun Sie, wenn eine wichtige Seite auf dieser Liste steht?

Wird eine wichtige Seite versehentlich als Nebenversion behandelt, verlieren Sie echte Sichtbarkeit. Finden Sie deshalb zuerst heraus, woher das Tag stammt. Meist liegt das Problem nicht auf einer Seite, sondern in einer Vorlage oder einer Plugineinstellung.

  1. Zählen Sie die Canonical Tags im Quelltext und entfernen Sie überzählige.
  2. Prüfen Sie, ob der HTTP Header zusätzlich ein Canonical sendet.
  3. Stellen Sie sicher, dass das Tag die vollständige eigene URL nennt.
  4. Bestätigen Sie, dass die Haupt URL in der Sitemap steht.
  5. Prüfen Sie, ob interne Links auf die Haupt URL zeigen.
  6. Starten Sie nach der Korrektur einen Live Test und beantragen Sie die Indexierung.

Der Leitfaden von Google rät ausdrücklich davon ab, für dieselbe Seite über verschiedene Methoden unterschiedliche kanonische URLs anzugeben. Zudem empfiehlt er ein selbstreferenzierendes Canonical auf der Hauptseite. Diese zwei Regeln verhindern die meisten Fehler, die wir in der Praxis sehen.

Prüfen Sie nach der Korrektur außerdem andere Seiten mit derselben Vorlage. Ein Vorlagenfehler betrifft selten nur eine Seite. Stammen etwa alle Leistungsseiten aus einer Vorlage, verweisen womöglich alle auf dieselbe falsche URL.

Wer sollte diese Struktur auf Ihrer Website korrigieren und überwachen?

Eine einzelne Seite zu korrigieren ist einfach. Sobald jedoch Vorlagen, Plugins, Sprachversionen und Filter zusammenspielen, wächst der Aufwand. Zudem zeigt sich die Wirkung nicht sofort, denn Google braucht Zeit für den erneuten Crawl.

Hier setzt unsere SEO Beratung an. Wir finden solche Canonical Probleme auf Ihrer Website, erstellen die Korrekturliste und verfolgen die Ergebnisse in der Search Console. Rankings garantieren wir nicht. Stattdessen sorgen wir dafür, dass Ihre technische Struktur den offiziellen Empfehlungen von Google entspricht.

Welche Canonical Fehler kommen am häufigsten vor?

Der Leitfaden von Google zu doppelten URLs nennt klar einige Praktiken, die Sie vermeiden sollten. Wir prüfen jede davon in unseren Audits.

  • Die robots.txt zur Festlegung kanonischer URLs nutzen.
  • Das Tool zum Entfernen von URLs dafür nutzen, denn es blendet alle Versionen aus der Suche aus.
  • Relative Pfade statt vollständiger URLs schreiben.
  • Ein URL Fragment als kanonische URL angeben.
  • Noindex verwenden, um innerhalb einer Website die Hauptversion zu wählen.
  • Einen Link mit hreflang, media oder type Attribut für ein Canonical Tag halten.

Auch HTTPS spielt eine Rolle. Laut Leitfaden bevorzugt Google in der Regel die HTTPS Version. Allerdings können ungültige Zertifikate oder Weiterleitungen von HTTPS auf HTTP diese Präferenz ändern. Somit beeinflussen auch Ihre Sicherheitseinstellungen die Canonical Auswahl.

Sollten Sie sich sorgen, wenn alternative Seite mit richtigem Canonical Tag plötzlich steigt?

Ein plötzlicher Anstieg ist nicht immer eine schlechte Nachricht. Fügen Sie zum Beispiel einen neuen Filter hinzu oder laufen mehr Kampagnenlinks, steigt die Zahl ganz natürlich. Überlegen Sie deshalb zuerst, was sich in den letzten Wochen auf der Website geändert hat.

Dafür empfehlen wir ein einfaches Änderungsprotokoll. Notieren Sie Themeupdates, neue Plugins, neue Kategorien oder Kampagnenstarts mit Datum. Dann können Sie jeden Ausschlag im Diagramm einem Ereignis zuordnen.

Verdoppelt sich die Zahl dagegen, obwohl sich nichts geändert hat, hat womöglich ein Vorlagen oder Pluginupdate Ihre Tags verändert. Nutzen Sie in diesem Fall die oben beschriebene Stichprobe für die neuen URLs. So grenzen Sie die Ursache schnell ein.

Kurz gesagt: Achten Sie auf Muster, nicht auf die Zahl. Wächst ein erwartetes Muster, ist alles in Ordnung. Taucht ein neues unerwartetes Muster auf, ist eine Korrektur fällig. Erscheint etwa ein unbekannter Parametername hundertfach, prüfen Sie, ob er von einem Plugin, einem externen Link oder einem Trackingtool stammt.

Beispielszenario: Wie lesen Sie die Liste eines Onlineshops?

Nehmen wir ein Beispielszenario. Ein Shop unter example.com zeigt einige Hundert URLs in dieser Zeile. In der Stichprobe tragen die meisten URLs Sortier und Filterparameter, und alle verweisen auf die saubere Kategorieseite. Dieser Teil ist also völlig erwartet.

Allerdings stehen auch einige Produktseiten auf der Liste. Wegen einer alten Plugineinstellung verweisen diese Produkte auf die Kategorieseite als kanonisch. Folglich können sie nicht eigenständig in der Suche erscheinen. Die Lösung besteht darin, die Einstellung zu ändern und jeder Produktseite ein selbstreferenzierendes Canonical zu geben.

Mit dem Tag endet die Korrektur jedoch nicht. Prüfen Sie zudem die internen Links zu diesen Produkten und die URLs in der Sitemap. Sonst erhält Google weiterhin widersprüchliche Signale.

Dieses Szenario zeigt also, dass die Zahl allein wenig aussagt. Die eigentliche Erkenntnis liegt in den Mustern innerhalb der Liste.

Welche Struktur ist für Produktvarianten und Paginierung sicherer?

Bei Produktvarianten hängt die Entscheidung davon ab, wie stark sich die Varianten unterscheiden. Ändert sich nur die Farbe, kann der Verweis auf das Hauptprodukt sinnvoll sein. Hat dagegen jede Variante eigene Suchnachfrage, passt ein selbstreferenzierendes Canonical oft besser.

Bei der Paginierung ist der Verweis aller Seiten auf Seite eins ein häufiger Fehler. Denn ab Seite zwei werden andere Produkte gelistet, der Inhalt ist also nicht ähnlich. Deshalb ist ein selbstreferenzierendes Canonical auf jeder paginierten Seite meist sicherer. Das übergeordnete Thema behandeln wir in unserem Beitrag zu Duplicate Content.

Wie lange sollten Sie nach einer Korrektur warten?

Dafür gibt es keinen festen Zeitraum. Google besucht Seiten nach eigenem Crawlrhythmus erneut. Für einige wichtige Seiten können Sie im URL Inspection Tool die Indexierung beantragen. Allerdings ist auch das keine Zusage für einen Zeitpunkt.

Notieren Sie deshalb das Datum der Korrektur und beobachten Sie den Bericht einige Wochen lang. Stellen Sie zudem sicher, dass die korrigierten URLs in der Sitemap stehen. So senden Sie Google ein einheitliches Signal zu den Hauptversionen.

Vermeiden Sie in dieser Zeit außerdem neue Änderungen an denselben URLs. Häufig wechselnde Tags senden widersprüchliche Signale und erschweren die Auswertung. Kurz gesagt: einmal richtig korrigieren, dann geduldig beobachten.

Schadet alternative Seite mit richtigem Canonical Tag Ihren Rankings?

Nein, der Status selbst ist keine Abstrafung. Ist die Hauptseite indexiert, senkt eine nicht indexierte Nebenversion Ihre Rankings nicht. Im Gegenteil wird die Struktur sauberer, weil sich die Signale ähnlicher Seiten auf einer URL bündeln.

Wird jedoch die falsche Seite als Nebenversion behandelt, verliert diese Seite ihre Sichtbarkeit für eigene Suchanfragen. Das Risiko liegt somit in der falsch markierten Seite, nicht im Status. Um solche Fälle zu finden, können Sie zudem die Methode aus unserem Beitrag Canonical Fehler in der Search Console erkennen nutzen.

Wie testen Sie Ihre eigene Canonical Struktur?

Für diesen Test brauchen Sie kein teures Tool. Wählen Sie zunächst einige Seitentypen: die Startseite, eine Kategorie, eine Produkt oder Leistungsseite, einen Blogbeitrag und eine Parameter URL. Lesen Sie dann bei jeder Seite das Canonical Tag im Quelltext.

Stellen Sie anschließend eine Frage: Soll diese Seite eigenständig ranken? Wenn ja, sollte das Tag auf die eigene URL zeigen. Wenn nein, sollte es auf die ähnlichste Hauptseite zeigen. Diese einfache Regel fängt die meisten Fehler ab, bevor sie live gehen.

Prüfen Sie außerdem, dass Weiterleitungen und Tags sich nicht widersprechen. Leitet etwa die kanonische URL weiter, erhält Google zwei unterschiedliche Signale. Tragen Sie deshalb das endgültige Weiterleitungsziel direkt ins Tag ein. Zudem sollte Ihre Sitemap nur Haupt URLs enthalten, denn der Leitfaden nennt die Sitemap ein schwaches, aber echtes Signal.

Worauf achten Sie bei WordPress und gehosteten Shopsystemen?

WordPress, Shopify und ähnliche Systeme erzeugen Canonical Tags oft automatisch. Das spart Zeit. Fügen allerdings zwei Plugins gleichzeitig Tags ein, kann eine Seite zwei verschiedene Canonicals erhalten. Da Google von widersprüchlichen Angaben abrät, entsteht so ein unnötiges Risiko.

Nutzen Sie also ein SEO Plugin, prüfen Sie, ob Ihr Theme noch ein eigenes Tag ausgibt. Öffnen Sie dazu den Quelltext und suchen Sie nach dem Wort canonical. Finden Sie mehr als einen Treffer, deaktivieren Sie eine Quelle. Achten Sie außerdem darauf, dass mehrsprachige Plugins jeder Sprache ein eigenes Canonical geben.

In E-Commerce Systemen lässt sich ein Produkt oft über mehrere Kategoriepfade öffnen. Das System behandelt dann meist eine Produkt URL als Hauptversion und verweist die anderen Pfade darauf. Auch diese Pfade erscheinen in dieser Zeile, und das ist völlig erwartet.

Wie überwachen Sie den Bericht dauerhaft?

Für die meisten Websites genügt ein monatlicher Blick auf diese Zeile. Bei großen Shops oder häufigen Vorlagenänderungen ist eine wöchentliche Prüfung sicherer. Wichtig ist dabei, jedes Mal dieselbe Methode zu verwenden.

  • Tragen Sie die Zahl und den Vorzeitraum in eine Tabelle ein.
  • Notieren Sie neue URL Muster.
  • Prüfen Sie, ob wichtige Seiten auf der Liste stehen.
  • Protokollieren Sie Änderungen an der Website mit Datum.

Wie Sie weitere nicht indexierte Seiten finden, erklären wir zudem in unserem Leitfaden nicht indexierte Seiten in der Search Console finden. So bewerten Sie diese Zeile gemeinsam mit dem restlichen Bericht.

Teilen Sie Ihre Notizen außerdem mit dem Team. Aktualisiert dann ein Entwickler das Theme, weiß das Marketing bereits, dass sich der Bericht verändern kann. Diese kleine Gewohnheit verhindert, dass Probleme wochenlang unbemerkt bleiben.

Wann lohnt es sich, diese Prüfung einem Team zu übergeben?

Ist Ihre Website klein, führen Sie diese Prüfung problemlos selbst durch. Bei mehrsprachigen, gefilterten oder großen Shops entsteht die Canonical Struktur jedoch dort, wo viele Systeme zusammentreffen. Dort rutscht ein Fehler leicht durch.

In diesem Fall können Sie ein Angebot für unsere SEO Beratung anfragen und Ihre Canonical, hreflang und Indexierungsberichte regelmäßig überwachen lassen. Wir beheben das Problem auf Ihrer Website, verfolgen die Änderungen und liefern Ihnen einen verständlichen Bericht.

Zusammengefasst zeigt der Status alternative Seite mit richtigem Canonical Tag meist, dass Ihre Website korrekt arbeitet. Dennoch ist eine einmalige Sichtung der Liste eine gute Gewohnheit. Mit der richtigen Methode reichen somit wenige Minuten, um Normales von echten Fehlern zu trennen.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Ist alternative Seite mit richtigem Canonical Tag ein Fehler?
Nein, dieser Status ist kein Fehler. Laut Hilfeseite der Search Console verweist die Seite korrekt auf ihre kanonische Seite, die indexiert ist, deshalb müssen Sie nichts tun. Prüfen sollten Sie das Tag nur, wenn eine wichtige Seite oder eine Sprachversion auf der Liste erscheint.
Sollte ich für Seiten auf dieser Liste die Indexierung beantragen?
Nein, das ist in der Regel nicht nötig. Diese Seiten sind bewusst als Nebenversionen markiert, und Google hat die Hauptversion bereits indexiert. Ist eine Seite jedoch versehentlich auf der Liste gelandet, korrigieren Sie zuerst ihr Canonical Tag und beantragen dann die Indexierung im URL Inspection Tool.
Meine Sprachversionen erscheinen auf dieser Liste. Was nun?
Prüfen Sie Ihre Tags sofort. Google empfiehlt für Sprach und Länderversionen rel alternate Links mit hreflang, und die kanonische Seite soll in derselben Sprache sein. Jede Sprachseite sollte daher auf sich selbst als kanonisch verweisen und die anderen Sprachen über hreflang verknüpfen.
Schadet dieser Status meinen Rankings?
Nein, der Status ist keine Abstrafung und senkt Ihre Rankings nicht. Ist die Hauptseite indexiert, bündeln sich die Signale ähnlicher Versionen auf dieser URL. Ein Risiko entsteht nur, wenn die falsche Seite als Nebenversion gilt, denn diese Seite kann dann aus ihren eigenen Suchanfragen verschwinden.
Warum ist die Zahl in dieser Zeile plötzlich gestiegen?
Die Zahl steigt meist, weil neue URL Muster auf der Website entstanden sind. Neue Filter, Kampagnenparameter oder neue Sprachversionen sind häufige Gründe. Haben Sie nichts geändert, hat womöglich ein Vorlagen oder Pluginupdate Ihre Tags verändert, öffnen Sie deshalb einige neue URLs und prüfen Sie diese.
Warum ignoriert Google womöglich mein gewähltes Canonical?
Google behandelt das Canonical Tag als starkes Signal, nicht als verbindlichen Befehl. Ist Ihre angegebene Hauptseite inhaltlich nicht ähnlich, kann Google eine andere URL wählen. Die Seite erscheint dann in einer anderen Zeile, und Sie vergleichen beide URLs im URL Inspection Tool.
  • Search Console
  • Canonical Tag
  • Indexierung
  • technisches SEO
  • hreflang
  • Duplicate Content
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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