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404 Seiten auf die Startseite weiterleiten: Sinnvoll oder Soft 404 Risiko?

Talha Aslan 16 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Sollten Sie 404 auf Startseite weiterleiten?

Nein. Pauschal jede 404 auf Startseite weiterleiten ist in den meisten Fällen falsch. Google empfiehlt, viele alte URLs nicht auf ein einziges irrelevantes Ziel wie die Startseite umzuleiten, denn das verwirrt Nutzer und kann als Soft 404 gelten. Leiten Sie jede URL auf das passende Gegenstück, oder lassen Sie sie 404 liefern.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Auf Ihrer Website haben sich Hunderte 404 Fehler angesammelt, und jemand schlägt eine schnelle Lösung vor: alles auf die Startseite schicken. Das klingt sauber. Allerdings rät Google ausdrücklich davon ab. In diesem Leitfaden zeigen wir, warum es riskant ist, jede 404 auf Startseite weiterleiten zu lassen, wie Sie eine saubere Zuordnung aufbauen und wann der Statuscode 410 sinnvoll ist.

Das ist nicht nur unsere Meinung. Der Leitfaden von Google Search Central zum Umzug mit URL Änderungen sagt genau das. Anders gesagt: Die Startseite ist kein Ersatz für eine verschwundene Seite. Sie sendet Suchmaschinen und Menschen ein falsches Signal.

Es gibt eine Ausnahme. Wenn Sie mehrere alte Seiten tatsächlich zu einer neuen Seite zusammengeführt haben, dürfen Sie die alten URLs auf diese Seite leiten. Kurz gesagt: Das Ziel muss der echte Nachfolger der alten Seite sein.

Deshalb stellen wir im weiteren Verlauf eine Methode vor, die die Entscheidung für jede alte URL erleichtert. Sie besteht aus vier Phasen: Inventar, Zuordnung, Test und Beobachtung.

Was tun Sie zuerst, wenn die Regel schon aktiv ist?

Ist die Pauschalregel bereits live, reißen Sie nicht hektisch alles heraus. Messen Sie zunächst, dann korrigieren Sie schrittweise. Die folgende Reihenfolge nutzt unser Team in Kundenprojekten.

  1. Halten Sie den Umfang der Regel fest: welche URLs, welcher Statuscode, welches Ziel.
  2. Öffnen Sie in der Search Console den Bericht zur Seitenindexierung und prüfen Sie die Zahl der Soft 404.
  3. Exportieren Sie alte URLs mit Traffic oder Backlinks in eine eigene Liste.
  4. Ordnen Sie diese Liste passenden Zielen zu und lassen Sie den Rest mit 404 oder 410 antworten.
  5. Testen Sie die neuen Regeln auf einer Testumgebung und gehen Sie dann live.

So vermeiden Sie Fehler, die sich nicht mehr umkehren lassen. Außerdem hilft eine saubere Dokumentation, später nachzuvollziehen, was sich geändert hat.

Der häufigste Fehler in Panik ist, eine Sammelregel durch eine andere zu ersetzen. Zum Beispiel verschiebt eine Weiterleitung auf die Blogübersicht statt auf die Startseite das Problem nur an eine andere Adresse. Bleiben Sie also beim Prinzip: erst messen, dann zuordnen.

Was ist ein Soft 404, und was hat er mit Pauschalweiterleitungen zu tun?

Ein Soft 404 liegt vor, wenn der Server einen Erfolgscode wie 200 liefert, die Seite aber wie ein Fehler oder eine leere Seite wirkt. Die Google Dokumentation zu HTTP Statuscodes erklärt, dass die Search Console einen Soft 404 meldet, wenn der Inhalt auf einen Fehler oder eine leere Seite hindeutet.

Bei Pauschalweiterleitungen läuft es etwas anders. Ein Nutzer sucht eine alte Produktseite und landet auf der Startseite. Hält Google dieses Ziel nicht für ein Gegenstück zum alten Inhalt, kann es die Weiterleitung wie einen Soft 404 behandeln. Folglich überträgt die Weiterleitung nicht die Signale, die Sie erwarten.

Die technischen Details erklären wir in unserem Leitfaden zu Soft 404 Fehlern. Hier geht es um die Entscheidung für oder gegen die Pauschalregel.

Zudem wirkt die Einstufung als Soft 404 wie ein Warnsignal. Google teilt Ihnen mit, dass es für diese URL kein echtes Gegenstück sieht. Daher ist dieser Hinweis ein guter Anlass, Ihre Strategie zu überprüfen.

Warum lassen so viele Websites jede 404 auf Startseite weiterleiten?

Dafür gibt es nachvollziehbare Gründe. Erstens bieten Plugins und Themes diese Option per Klick an. Zweitens beunruhigen rote Zahlen in Berichten viele Betreiber. Außerdem hält sich ein alter Mythos: 404 Fehler würden die Website abstrafen.

  • Ein fertiger Schalter im Plugin, der alle 404 Seiten zur Startseite schickt.
  • Zeitdruck und eine unvollständige URL Liste beim Relaunch.
  • Die Angst, Linkkraft zu verlieren.
  • Die Zahl der 404 Fehler als Gesundheitswert zu deuten.

Trotzdem bringt keiner dieser Gründe ein Ergebnis. Google akzeptiert, dass eine nicht mehr vorhandene Seite 404 liefert. Daher sollten Sie nicht die Zahl der Fehler auf null drücken, sondern die richtigen URLs an die richtigen Stellen leiten.

Eine weitere Ursache sind Prüfwerkzeuge von Drittanbietern. Manche machen aus der Zahl der 404 Fehler einen Gesundheitswert. Allerdings ist dieser Wert keine Bewertung durch Google, deshalb lesen Sie ihn immer im Zusammenhang.

Schadet ein 404 Fehler Ihrer Website?

Nicht für sich genommen. Laut der HTTP Dokumentation von Google meldet ein 4xx Code dem nachfolgenden System, dass der Inhalt nicht existiert, und die Crawlfrequenz dieser URLs sinkt allmählich. Eine gelöschte Seite mit 404 ist also normales Verhalten.

Schwierig wird es bei Seiten, die eigentlich kein 404 liefern sollten. Zum Beispiel ist eine kaputte URL eines Produkts, das noch im Verkauf ist, ein echter Verlust. Deshalb gehören nicht alle 404 Fehler in denselben Topf.

Zur Unterscheidung hilft unsere Anleitung zu nicht indexierten Seiten in der Search Console. So trennen Sie echte Verluste von gewöhnlichen Aufräumadressen.

Außerdem haben große Websites immer einige 404 Fehler. Produkte verschwinden, Aktionen enden, Inhalte verschmelzen. Entscheidend ist, dass diese Fehler unter Kontrolle bleiben und wertvolle URLs nicht verloren gehen.

Wie bauen Sie eine korrekte Zuordnung auf?

Eine korrekte Zuordnung beantwortet für jede alte URL eine Frage: Was suchte der Nutzer wahrscheinlich, als er sie öffnete? Gibt es eine klare Seite, leiten Sie mit 301 dorthin. Fehlt ein klares Gegenstück, lassen Sie die Seite 404 oder 410 liefern.

  1. Bestimmen Sie Thema und Zweck der alten URL.
  2. Suchen Sie auf der neuen Website eine Seite mit demselben Zweck.
  3. Fehlt ein direktes Gegenstück, prüfen Sie die nächstliegende Unterkategorie.
  4. Passt auch die Unterkategorie nicht, verzichten Sie auf die Weiterleitung.
  5. Notieren Sie die Entscheidung in der Zuordnungstabelle.

Von Hand ist das mühsam. Deshalb erstellt unser Werkzeug zum Zuordnen von Weiterleitungen aus alten und neuen URL Listen einen ersten Entwurf nach Ähnlichkeit. Die letzte Entscheidung treffen trotzdem Sie.

Noch ein Tipp zur Zuordnung: Achten Sie bei der Zielwahl auf den eigentlichen Zweck der Seite, nicht auf den Titel. Zum Beispiel passt eine alte Preisliste womöglich eher zu einer Angebotsseite als zu einer Produktseite. So treffen Sie die Suchabsicht genauer.

Wie sieht eine Tabelle für die Weiterleitungen aus?

Die folgende Tabelle zeigt eine Zuordnung für ein Beispielszenario. Als Domain nutzen wir example.com. Jede Zeile steht für eine Entscheidung.

Alte URLSituationEntscheidungZiel
example.com/produkt/blaue-jackeGleiches Produkt, neue URL301example.com/jacken/blaue-jacke
example.com/blog/alter-ratgeberInhalt aktualisiert301example.com/ratgeber/neuer-ratgeber
example.com/sommeraktionAktion beendet, kein Nachfolger410Keins
example.com/produkt/altes-modellProdukt weg, Kategorie bleibt301example.com/jacken
example.com/testseiteHätte nie live sein dürfen404Keins
example.com/ueber-uns-altDrei Seiten zusammengeführt301example.com/ueber-uns

Beachten Sie: In keiner Zeile ist die Startseite das Ziel. Zudem taucht eine Kategorie nur dort auf, wo das Produkt dort wirklich ein Gegenstück hat. Somit gibt jede Weiterleitung eine sinnvolle Antwort auf das, was der Nutzer wollte.

Wir empfehlen, diese Tabelle in einer Tabellenkalkulation zu führen. Ergänzen Sie dann zu jeder Zeile das Datum und die verantwortliche Person. Somit können Sie Entscheidungen auch nach einem Personalwechsel leicht erklären.

Wann ist der Statuscode 410 die bessere Wahl?

Der Statuscode 410 sagt ausdrücklich, dass ein Inhalt dauerhaft entfernt ist. Er passt zu Aktionsseiten, abgelaufenen Veranstaltungen und Inhalten, die Sie bewusst gelöscht haben.

Allerdings beschreibt die HTTP Dokumentation von Google keinen klaren Unterschied in der Verarbeitung von 404 und 410. Beide gehören zur Klasse 4xx und melden, dass der Inhalt nicht existiert. Sehen Sie 410 also als klares Signal Ihrer Absicht, nicht als Trick für mehr Tempo.

  • Nutzen Sie 410, wenn die Entfernung endgültig ist.
  • Bleiben Sie bei 404, wenn Sie unsicher sind; das lässt Ihnen mehr Spielraum.
  • Für Spam oder versehentliche URLs genügt 404.
  • Prüfen Sie bei ausgelaufenen Produkten zuerst eine nahe Alternative.

Für Entscheidungen rund um den Lagerbestand lesen Sie unseren Beitrag zu 404, 410 und 301 bei ausverkauften Produktseiten.

Wie wirkt es auf Nutzer, wenn Sie 404 auf Startseite weiterleiten?

Menschen kommen mit einem konkreten Ziel. Zum Beispiel klicken sie auf ein Suchergebnis mit dem Titel "rote Laufschuhe". Dann landen sie auf der Startseite und verstehen nicht, was passiert ist. Die Seite zeigt keinen Fehler, aber das Gesuchte fehlt.

Diese Verwirrung endet meist mit einem Absprung. Zudem halten Besucher die Website womöglich für kaputt. Eine gut gestaltete 404 Seite sagt dagegen ehrlich, was los ist, und bietet Suche oder passende Kategorien an.

Kurz gesagt ist eine ehrliche 404 Seite oft das bessere Erlebnis als eine verwirrende Weiterleitung zur Startseite. Genau darauf zielt auch die Warnung im Google Leitfaden, dass solche Weiterleitungen Nutzer verwirren können.

Für die Nutzererfahrung können Sie sogar einen Schritt weitergehen. Ergänzen Sie die 404 Seite um einen Block, der anhand der Wörter in der angefragten URL passende Seiten vorschlägt. So führen Sie Besucher ganz ohne Weiterleitung.

Wie vermeiden Sie Pauschalweiterleitungen beim Relaunch?

Pauschale Weiterleitungen zur Startseite entstehen meist beim Relaunch. Das Team arbeitet gegen die Uhr, und die Liste alter URLs bleibt lückenhaft. Danach schreibt jemand eine bequeme Sammelregel für alles, was übrig bleibt.

Die Lösung ist ein vollständiges URL Inventar vor dem Umzug. Auch der Google Leitfaden betont, alte URLs den neuen zuzuordnen, und empfiehlt dauerhafte serverseitige Weiterleitungen.

  1. Sammeln Sie alte URLs aus Sitemaps, Serverlogs und Daten der Search Console.
  2. Setzen Sie URLs mit Traffic oder Backlinks auf eine Prioritätenliste.
  3. Ordnen Sie jede priorisierte URL einzeln zu.
  4. Verzichten Sie auf eine allgemeine Ersatzregel; lassen Sie nicht zugeordnete URLs 404 liefern.

Alle Schritte finden Sie in unserer SEO Checkliste für die Website Migration.

Auch der Zeitpunkt zählt. Die Zuordnungstabelle sollte fertig sein, bevor die neue Website live geht. Weiterleitungen, die erst danach entstehen, lassen viele URLs in der ersten Crawlphase fehlerhaft erscheinen.

Welche 404 URLs lohnen die Rettung?

Nicht jede 404 URL hat denselben Wert. Manche brachten früher Traffic, manche erhielten Links von anderen Websites. Andere sind sinnlose Adressen, die Bots erzeugt haben.

  • URLs mit externen Backlinks: Sie tragen Wert, also ordnen Sie diese zuerst zu.
  • Seiten mit früherem organischem Traffic: Menschen suchen sie womöglich noch.
  • Adressen, die interne Links noch aufrufen: Korrigieren Sie zuerst den internen Link.
  • Bot oder Spam URLs: Lassen Sie diese bei 404.

Gerade die letzte Gruppe sorgt in der Search Console für Verwirrung. Wir behandeln sie in unserem Beitrag zu unbekannten Spam URLs und 404. Kurz gesagt: Investieren Sie Ihre Energie in URLs mit Wert.

Wann ist eine Weiterleitung auf die Kategorie vertretbar?

Eine Kategorieweiterleitung wirkt wie eine klügere Version der Startseitenweiterleitung. Allerdings trägt sie dasselbe Risiko in kleinerem Maßstab. Sucht der Nutzer ein bestimmtes Produkt, hilft ihm eine breite Kategorie oft auch nicht.

Vertretbar ist sie in einem Fall: Das Produkt ist weg, aber ähnliche Produkte stehen weiterhin in derselben Kategorie. Zum Beispiel ergibt die Weiterleitung Sinn, wenn ein Jackenmodell ausläuft und die Kategorie Jacken ähnliche Modelle zeigt.

Andererseits verzichten Sie auf die Weiterleitung, wenn das Produkt einer anderen Art angehörte oder die Kategorie ebenfalls entfiel. Das Kriterium bleibt also gleich: Gibt es eine Antwort nahe an dem, was der Nutzer wollte?

Und wenn mehrere Kategorien passen? Dann wählen Sie den Kontext, in dem das Produkt am meisten verkauft oder gesucht wurde. Fällt die Wahl trotzdem schwer, hat die URL womöglich gar kein klares Gegenstück.

Drohen Weiterleitungsketten und Schleifen?

Ja, vor allem wenn neue Regeln auf alte gestapelt sind. Zum Beispiel entsteht eine Kette, wenn URL A auf B und B auf C zeigt. Eine pauschale Startseitenregel hängt sich dann still an das Ende dieser Ketten.

Deshalb sollten Sie nach der Zuordnung jede Weiterleitung direkt auf ihr Endziel richten. Prüfen Sie außerdem die Reihenfolge der Regeln; läuft eine allgemeine Regel vor den spezifischen, ist die ganze Zuordnung wertlos.

Ketten finden Sie mit unserem Redirect Checker. Die Hintergründe erklären wir im Leitfaden zu Weiterleitungsketten.

Berücksichtigen Sie außerdem Wechsel von Protokoll und Domain. Springt eine alte URL zum Beispiel erst auf die sichere Version und dann auf den neuen Pfad, entstehen zwei Sprünge. Fassen Sie die Regeln zusammen, dann bleibt nur ein Sprung.

Wie lange sollten Weiterleitungen bestehen bleiben?

Richten Sie eine dauerhafte Weiterleitung nur ein, wenn Sie sie nicht zurücknehmen wollen. Die Google Dokumentation zu Weiterleitungen empfiehlt für dauerhafte serverseitige Weiterleitungen die Codes 301 oder 308.

Zur Dauer verfolgen wir einen einfachen Ansatz: Weiterleitungen mit Wert bleiben lange bestehen. Denn externe Links können noch Jahre auf die alte URL zeigen.

Die ausführliche Antwort steht in unserem Beitrag zur Dauer von 301 Weiterleitungen. Wichtig ist hier: Eine schlechte Pauschalregel länger zu behalten, verlängert nur das Problem.

Wie entfernen Sie eine bestehende Pauschalregel sicher?

Löschen Sie die Pauschalregel auf einen Schlag, liefern über Nacht Hunderte URLs 404. Technisch ist das nicht falsch, doch Sie könnten wertvolle URLs verlieren. Gehen Sie daher in Etappen vor.

  1. Bereiten Sie zuerst Zuordnungen für wertvolle URLs vor.
  2. Setzen Sie diese spezifischen Regeln vor die Pauschalregel.
  3. Entfernen Sie danach die Pauschalregel.
  4. Prüfen Sie, dass die übrigen URLs 404 oder 410 liefern.
  5. Beobachten Sie einige Wochen lang die Berichte der Search Console.

So bleiben wertvolle URLs geschützt, und der Rest wechselt zu einem ehrlichen Statuscode. Wenn wir das auf Ihrer Website übernehmen und die Ergebnisse verfolgen sollen, fordern Sie ein Angebot über unsere SEO Beratung an.

Sie brauchen zudem einen Plan für den Notfall. Sichern Sie die alte Regeldatei und notieren Sie das Datum der Änderung. Dann kehren Sie bei unerwarteten Problemen schnell zum vorherigen Stand zurück.

Welche Signale in der Search Console sollten Sie beobachten?

Lesen Sie nach der Korrektur mehrere Berichte gemeinsam. Eine einzelne Zahl kann täuschen, der Verlauf zeigt jedoch, ob Sie auf dem richtigen Weg sind.

  • Die Entwicklung der Soft 404 im Bericht zur Seitenindexierung.
  • Die Art der URLs mit dem Status Nicht gefunden (404).
  • URLs mit dem Status Seite mit Weiterleitung (Page with redirect).
  • Impressionen alter URLs im Leistungsbericht.

Allerdings aktualisieren sich diese Berichte nur langsam. Google sieht den neuen Zustand erst, wenn es die URLs erneut crawlt. Folglich sind klare Ergebnisse nach wenigen Tagen nicht realistisch.

Zusätzlich lohnt sich das Tool zur URL Prüfung für einige Beispieladressen. Es zeigt, wie Google jede URL zuletzt gesehen hat. Somit bestätigen Sie den allgemeinen Trend der Berichte im Einzelfall.

Beispielszenario: Pauschalweiterleitung in einem Onlineshop

Beispielszenario: Ein Modeshop unter example.com wechselt das Shopsystem. Das alte System enthält rund zweitausend Produkt URLs. Unter Zeitdruck schreibt das Team eine Regel, die alle nicht zugeordneten URLs zur Startseite schickt.

Einige Wochen später steigt die Zahl der Soft 404 in der Search Console. Zudem verlassen Besucher, die über alte Produkt URLs kommen, die Startseite sofort. Genau davor warnt Google.

Zur Korrektur trennt das Team zunächst URLs mit Backlinks und Traffic. Dann ordnet es sie Produkten oder Kategorien zu. Die übrigen URLs liefern 404 oder 410. Alle Zahlen in diesem Szenario sind ein Beispiel, keine echten Kundendaten.

Die Lehre ist eindeutig: Zeitdruck ist kein guter Grund für eine Sammelregel. Stattdessen ordnen Sie zuerst die wichtigen URLs zu und lassen den Rest mit einem ehrlichen Fehlercode stehen.

Wann werden Plugins gefährlich, die 404 auf Startseite weiterleiten?

Für Content Management Systeme gibt es viele Plugins für Weiterleitungen. Die meisten bieten nützliche Funktionen; allerdings enthalten manche eine Einstellung, die jede 404 automatisch auf ein Ziel lenkt.

Bleibt diese Einstellung aktiv, landet auch jeder neu entstandene kaputte Link still auf der Startseite. Das heißt, sie versteckt das Problem, löst es aber nicht. Außerdem bemerken Sie echte Fehler später schwerer.

  • Schalten Sie automatische 404 Weiterleitungen in den Plugineinstellungen ab.
  • Verwalten Sie Weiterleitungen an einem Ort; mischen Sie keine Server und Pluginregeln.
  • Nutzen Sie das 404 Protokoll des Plugins zur Beobachtung, nicht zur Weiterleitung.

Warum kommen interne Links vor den Weiterleitungen?

Zeigt ein Link auf Ihrer eigenen Website auf eine kaputte URL, ist die eigentliche Lösung, diesen Link zu aktualisieren. Weiterleitungen sind für Traffic von außen gedacht.

Zum Beispiel erzeugen veraltete Links im Menü oder in alten Blogbeiträgen bei jedem Besuch einen zusätzlichen Sprung. Deshalb ist es für Crawling und Nutzer sauberer, intern direkt auf die neue URL zu verlinken.

Zusammengefasst lautet die Reihenfolge: zuerst interne Links korrigieren, dann URLs mit externem Wert zuordnen, schließlich den Rest mit einem ehrlichen Fehlercode belassen.

Prüfen Sie außerdem die interne Suche. Auch alte Produktlinks in den Suchergebnissen können auf kaputte URLs zeigen. Anders gesagt endet die Pflege interner Links nicht beim Menü.

Selbst erledigen oder Unterstützung holen?

Auf einer kleinen Website können Sie einige Dutzend URLs selbst zuordnen. Mit Tabelle, Werkzeug und etwas Geduld ist das machbar. In einem Shop mit Tausenden URLs oder auf einer mehrsprachigen Website wird es dagegen kompliziert.

Dann besteht das größte Risiko darin, unter Zeitdruck wieder eine allgemeine Regel zu schreiben. Unser Team übernimmt in solchen Projekten Inventar, Zuordnung, Tests und Beobachtung gemeinsam. Rankings garantieren wir nicht, aber jede Entscheidung bleibt begründet und messbar.

Möchten Sie den Umgang Ihrer Website mit 404 Fehlern und Weiterleitungen prüfen lassen, fordern Sie auf der Seite unserer SEO Beratung ein Angebot an.

Am Ende des Projekts übergeben wir Ihnen zudem die Zuordnungstabelle, die Testergebnisse und unsere Notizen zur Beobachtung. Dann wissen Sie bei der nächsten Änderung genau, wo Sie anfangen.

Welche Daten stützen Ihre Entscheidungen?

Treffen Sie jede Zuordnung auf Basis von Daten, nicht aus dem Bauch. Dafür haben Sie drei Hauptquellen: Search Console, Serverlogs und Ihr Analysetool. Jede beantwortet eine andere Frage.

  • Die Search Console zeigt, welche URLs Google kennt und wie es sie einordnet.
  • Serverlogs zeigen, welche URLs Bots und Nutzer tatsächlich anfragen.
  • Das Analysetool zeigt, wie viele Besuche alte URLs früher hatten.
  • Linkdaten zeigen, welche URLs Links von anderen Websites erhalten.

Führen Sie diese Quellen in einer Tabelle zusammen, ergibt sich die Priorität fast von selbst. Zum Beispiel rückt eine URL mit Backlinks und Traffic nach oben. Andererseits lohnt eine URL ohne Wert in allen Quellen keine Zuordnung.

Kurz gesagt zeigen Daten, wo sich Aufwand lohnt. Somit schrumpft eine Liste mit Tausenden Zeilen auf einige Hundert überschaubare Einträge.

Vereinheitlichen Sie beim Zusammenführen die Schreibweise der URLs. Abschließende Schrägstriche, Großbuchstaben oder Parameter können dieselbe URL in mehreren Zeilen erscheinen lassen. So bleibt Ihre Tabelle frei von Dubletten.

Wie testen Sie Weiterleitungen vor dem Livegang?

Neue Regeln direkt live zu schalten, ist riskant. Ein fehlerhaftes Muster kann Tausende URLs an den falschen Ort schicken. Deshalb empfehlen wir eine kleine Testroutine.

  1. Wählen Sie eine Stichprobe aus der Zuordnungstabelle.
  2. Öffnen Sie jede URL auf der Testumgebung und prüfen Sie den Statuscode.
  3. Bestätigen Sie, dass das Ziel 200 liefert und den richtigen Inhalt zeigt.
  4. Prüfen Sie, dass eine nicht zugeordnete URL auf der 404 Seite landet, nicht auf der Startseite.
  5. Stellen Sie sicher, dass keine Ketten oder Schleifen entstehen.

Diese Liste wirkt einfach, in der Praxis fällt sie aber am häufigsten weg. Testen Sie außerdem dieselben Beispiele nach dem Livegang erneut. Denn Caching oder Serverkonfiguration verhalten sich manchmal anders als die Testumgebung.

Wie viele Stichproben genügen? Eine feste Zahl gibt es nicht, aber einige Beispiele je Art der Weiterleitung sind ein guter Anfang. Konkret testen Sie bei musterbasierten Regeln die Grenzfälle gesondert.

Wie sollte Ihre 404 Seite Besucher führen?

Für URLs ohne Weiterleitung ist eine gute 404 Seite der ehrlichste Weg, verlorene Besucher zurückzugewinnen. Die Seite muss den richtigen Statuscode liefern, also tatsächlich 404.

Zudem sollte die Seite in klaren Worten erklären, was passiert ist. Ein Suchfeld, beliebte Kategorien und ein deutlicher Link zur Startseite sind ein guter Anfang. So entscheidet der Besucher selbst.

  • Prüfen Sie, dass die Seite 404 liefert und nicht 200.
  • Schreiben Sie eine kurze, verständliche Erklärung.
  • Ergänzen Sie ein Suchfeld und Links zu passenden Kategorien.
  • Leiten Sie die Seite nicht automatisch weiter.

Der letzte Punkt zählt besonders. Eine 404 Seite, die nach wenigen Sekunden zur Startseite springt, wiederholt dasselbe Problem in neuer Verkleidung.

Was ändert sich auf mehrsprachigen Websites?

Auf mehrsprachigen Websites wird der Fehler mit Pauschalweiterleitungen noch unübersichtlicher. Zum Beispiel ist eine alte deutsche URL, die auf der englischen Startseite landet, sprachlich und inhaltlich falsch.

Daher sollten Sie jede Sprache getrennt zuordnen. Jede alte URL gehört zum Gegenstück in derselben Sprache. Fehlt eines, landet sie auf der 404 Seite dieser Sprache.

Prüfen Sie außerdem die Verknüpfungen zwischen den Sprachversionen. Ist eine Seite in einer Sprache entfernt, verweisen andere Versionen aber noch darauf, landen Nutzer und Crawler an der falschen Adresse. Also prüfen Sie nach einem Umzug alle Sprachversionen gemeinsam.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Wird meine Website abgestraft, wenn ich alle 404 auf die Startseite leite?
Nein, eine direkte Abstrafung folgt daraus nicht. Allerdings rät Google davon ab, viele alte URLs auf ein einziges irrelevantes Ziel zu lenken, weil solche Weiterleitungen als Soft 404 gelten können. Statt einer Strafe riskieren Sie also, erwartete Signale zu verlieren und Besucher zu verwirren. Eine Zuordnung je URL ist der sicherere Weg.
Ist 404 oder 410 besser für entfernte Seiten?
Beide melden, dass der Inhalt nicht existiert, und die HTTP Dokumentation von Google beschreibt keinen klaren Unterschied in der Verarbeitung. Der Code 410 sagt deutlich, dass die Entfernung endgültig ist. Wählen Sie 410, wenn Sie sicher sind, sonst 404. Wichtiger ist, wertvolle URLs vorher den richtigen Seiten zuzuordnen.
Darf ich ein gelöschtes Produkt auf die Kategorie leiten?
Ja, wenn die Kategorie wirklich ähnliche Produkte bietet. Zum Beispiel ist das sinnvoll, wenn ein Jackenmodell ausläuft und die Kategorie Jacken ähnliche Modelle zeigt. Ist die Produktart jedoch völlig anders oder fehlt die Kategorie ebenfalls, verzichten Sie darauf. Entscheidend ist, ob eine Antwort nahe am Bedürfnis des Nutzers existiert.
Wann sinkt die Zahl der Soft 404?
Eine feste Frist gibt es nicht. Google erkennt den neuen Zustand erst, wenn es die betroffenen URLs erneut crawlt, und die Crawlfrequenz für 404 URLs nimmt allmählich ab. Beobachten Sie deshalb die Berichte der Search Console über mehrere Wochen. Folgen Sie dem Trend und schreiben Sie keine neuen Regeln wegen täglicher Schwankungen.
Sollte ich Spam URLs mit 404 weiterleiten?
Nein, sinnlose URLs von Bots oder Spamseiten müssen Sie nicht weiterleiten. Für diese Adressen ist ein 404 das erwartete und richtige Verhalten. Leiten Sie sie zur Startseite, werden Ihre Berichte nur unübersichtlicher. Investieren Sie Ihre Energie stattdessen in wertvolle URLs mit Backlinks oder Traffic.
Sollte ich meine Pauschalregel sofort löschen?
Gehen Sie lieber schrittweise vor, statt sie sofort zu löschen. Bereiten Sie zuerst Zuordnungen für wertvolle URLs vor und setzen Sie diese Regeln vor die Pauschalregel. Entfernen Sie dann die Pauschalregel und prüfen Sie, dass der Rest 404 oder 410 liefert. So schützen Sie wertvolle URLs und wechseln beim Rest zu einem ehrlichen Statuscode.
  • 404 Fehler
  • Soft 404
  • 301 Weiterleitung
  • Statuscode 410
  • Technisches SEO
  • Website Relaunch
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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