Die Website einer Sprachschule trägt eine Struktur, die sich jedes Semester ändert: Gruppen öffnen und füllen sich, Lehrkräfte wechseln, Niveaus verschieben sich. Eine starre Firmenwebsite veraltet in diesem Tempo, und sobald Interessenten einen überholten Starttermin sehen, greifen sie zum Telefon oder schauen bei der nächsten Schule.
Dieser Leitfaden geht die Entscheidungen der Reihe nach durch, die Sie bei der Planung einer Website für eine Sprachschule, eine Musikschule, eine Kunstschule oder ein Nachhilfeinstitut treffen. Jeder Abschnitt enthält ein Kriterium oder eine Checkliste, die Sie direkt anwenden können.
01Die Seitenstruktur aus dem Kursangebot ableiten
Das Gerüst einer Kurswebsite entsteht aus einer Bestandsaufnahme des Angebots, die vor jedem Entwurf steht. Sie legt fest, welches Angebot eine eigene Seite bekommt, welches als Abschnitt einer übergeordneten Seite bleibt und mit welchen Feldern der Kalender arbeitet.
Gehen Sie bei der Bestandsaufnahme so vor:
- Tragen Sie alle Angebote in eine Tabelle ein: Sprache, Instrument, Atelierkurs oder Gruppe zur Prüfungsvorbereitung.
- Ergänzen Sie zu jedem Angebot Niveaus und Altersgruppe; Englisch für Erwachsene und Englisch für Kinder sind getrennte Zeilen.
- Markieren Sie die Form: Gruppenunterricht vor Ort, Einzelunterricht oder Onlinekurs.
- Notieren Sie, wie oft im Jahr eine neue Gruppe startet; ein Sommerworkshop, der einmal jährlich läuft, braucht eher eine saisonale Ankündigung als eine feste Seite.
- Schreiben Sie zu jeder Zeile, wie Menschen danach suchen, etwa „Spanischkurs Anfänger abends“ oder „Gitarrenunterricht am Samstag“.
Eine praktische Regel für eigene Seiten: Ein Angebot bekommt eine eigene Seite, wenn danach eigenständig gesucht wird und es sich inhaltlich genug unterscheidet. Spanisch A1 und A2 können als Abschnitte auf einer Seite stehen; ein Englisch Konversationskurs und die Vorbereitung auf Cambridge Prüfungen brauchen getrennte Seiten, weil Zielgruppe, Dauer und Erwartungen verschieden sind.
Diese Tabelle speist später den Kalender, die Auswahlfelder im Anmeldeformular und die Auswertung. Eine leere Zelle darin ist eine Frage, auf die Interessenten auf der Website keine Antwort finden werden.
02Welche Fragen eine Angebotsseite beantworten muss
Eine Angebotsseite erfüllt ihren Zweck, wenn sie jede Frage beantwortet, die sonst zu einem Anruf oder einer Nachricht führen würde. Zwei Absätze aus dem Prospekt leisten das nicht; der Aufbau der Seite folgt den Fragen, die Interessenten vor der Entscheidung stellen.
Jede Angebotsseite sollte enthalten:
- Für wen: Alter, Ziel und Einstiegsniveau, und auch, für wen der Kurs nicht passt, etwa warum ein Konversationskurs ohne Grundkenntnisse zu früh kommt.
- Unterrichtsrhythmus: Termine pro Woche, Dauer einer Stunde, Wochen pro Niveau und maximale Gruppengröße.
- Material: Ob Lehrbuch, Instrument oder Arbeitsmaterial gestellt wird oder selbst zu besorgen ist.
- Am Ende des Niveaus: Was Teilnehmende danach können sollen, nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen beschrieben und als Inhalt formuliert, nicht als Erfolgsversprechen.
- Fragen: Drei bis fünf Fragen zu genau diesem Angebot, etwa „Was passiert, wenn ich eine Stunde verpasse?“
Oben auf der Seite stehen die nächste Gruppe und der Button zur Anmeldung, damit Interessenten den Termin finden, ohne den ganzen Text zu lesen. Weiter unten führen Links zum Lehrerprofil und zum Einstufungstest.
Schreiben Sie in der Sprache Ihrer Teilnehmenden. „Im Unterricht wird überwiegend gesprochen“ sagt mehr als „kommunikativer Ansatz“ und hilft Suchmaschinen, die Seite der passenden Suche zuzuordnen. Wie Angebotsseiten in der Suche funktionieren, behandeln wir ausführlich in unserer Suchmaschinenoptimierung.
03Den Kurskalender als Daten anlegen, nicht als Plakat
Der Kurskalender sollte eine Datenstruktur sein, in der jede Gruppe ein eigener Eintrag ist. Ein Kalender als Bild oder PDF lässt sich weder durchsuchen noch auf den passenden Angebotsseiten anzeigen.
Jeder Gruppeneintrag braucht diese Felder:
- Angebot und Niveau, damit die Gruppe automatisch auf der richtigen Angebotsseite erscheint.
- Starttermin, Wochentage und Uhrzeit, klar geschrieben, etwa „Dienstag und Donnerstag, 19 bis 21 Uhr“.
- Lehrkraft, Form (vor Ort oder online) und Raum.
- Freie Plätze: offen, wenige Plätze, ausgebucht; bei einer vollen Gruppe wird aus der Anmeldung eine Warteliste.
- Status: Anmeldung offen, begonnen, abgeschlossen; abgeschlossene Gruppen verschwinden von selbst aus der Liste.
Das häufigste Problem im Kalender sind vergangene Termine. Eine Gruppe, die im September begonnen hat und im November noch als „demnächst“ erscheint, lässt die ganze Website ungepflegt wirken. Legen Sie eine Regel fest, die eine Gruppe nach dem Starttermin auf „begonnen“ setzt und sie nach einer bestimmten Zeit archiviert.
Klären Sie früh, wer den Kalender pflegt. Wenn die Person am Empfang beim Eröffnen einer Gruppe die Website nicht anfasst, ist der Kalender nach einem Monat veraltet; der Verwaltungsbereich muss so einfach sein, dass er sich während eines Telefonats bedienen lässt. Lassen Sie Ihr Team vor dem Livegang eine Woche lang echte Gruppen eintragen; das Feld, an dem es hakt, muss vereinfacht werden.
04Den Einstufungstest als Werkzeug zur Zuordnung bauen
Ein Einstufungstest online ist keine Prüfung, sondern ein Werkzeug, das Interessenten in die passende Gruppe führt. Sein Ziel ist eine Anmeldung in der richtigen Gruppe, keine exakte Note; ein so geplanter Test bleibt kurz und wird zu Ende gebracht.
Bauen Sie den Test in diesen Schritten:
- Wählen Sie wenige Fragen, die jedes Niveau vom nächsten trennen; ein kurzer, trennscharfer Satz Fragen genügt, eine Datenbank mit Hunderten Aufgaben ist unnötig.
- Ordnen Sie die Fragen von leicht nach schwer und prüfen Sie selbst, ob der Test auf dem Smartphone in wenigen Minuten machbar ist.
- Zeigen Sie das Ergebnis als Niveau mit Gruppenvorschlag, nicht als Punktzahl: „Ein Einstieg in eine Gruppe auf Niveau B1 passt; die nächste beginnt an diesem Termin.“
- Führen Sie vom Ergebnis mit einem Tippen zur Anmeldung und übernehmen Sie das Ergebnis automatisch ins Formular.
- Bieten Sie bei Grenzfällen die Option „Einstufungsgespräch anfragen“ an.
Manche Fähigkeiten zeigen sich erst im Gespräch: Sprechen, in der Musikschule Gehör und Rhythmus, in der Kunstschule die Hand. Hier ist eine Anfrage für eine Probestunde der ehrlichere Weg; sollen Interessenten Tag und Uhrzeit selbst wählen, passt eine Website mit Terminbuchung. Wird dafür ein externes Buchungstool genutzt, brauchen Sie mit dem Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO.
Die Fragen erstellt Ihr pädagogisches Team; wir bauen, wie sie auf dem Bildschirm erscheinen, wie das Ergebnis berechnet wird und wie es in die Anmeldung übergeht.
05Was in ein Lehrerprofil gehört
Ein Lehrerprofil soll Interessenten zeigen, wer unterrichtet und ob diese Person zu ihrem Niveau passt. Wer Einzelunterricht an der Musikschule oder eine kleine Gruppe an der Sprachschule wählt, entscheidet oft vor allem nach der Lehrkraft.
Ein brauchbares Lehrerprofil enthält:
- Fächer und Niveaus: Welche Angebote, welche Niveaus und welche Altersgruppen die Lehrkraft unterrichtet.
- Ausbildung und Erfahrung: Studium, Zertifikate und Jahre im Unterricht; Titel, die sich nicht belegen lassen, bleiben weg.
- Unterrichtsstil: Zwei oder drei Sätze dazu, wie eine Stunde abläuft, in den Worten der Lehrkraft.
- Offene Gruppen: Die Gruppen dieser Lehrkraft mit freien Plätzen, automatisch aus dem Kalender übernommen.
Planen Sie, was passiert, wenn eine Lehrkraft geht. Wird das Profil gelöscht, brechen die verknüpften Gruppen und Links auf den Angebotsseiten; besser ist eine Funktion im Verwaltungsbereich, die das Profil deaktiviert und seine Gruppen an die neue Lehrkraft übergibt.
Fotos und ein kurzes Video schaffen Vertrauen, setzen aber die schriftliche Einwilligung der Lehrkraft voraus; die veröffentlichten Angaben sollte sie selbst freigeben. Nutzen Sie für alle Profile dieselbe Vorlage, damit nicht eine Lehrkraft drei Zeilen und eine andere zwei Bildschirmseiten bekommt.
06Anmeldeformular und erste Rückmeldung
Das Anmeldeformular sollte kurz sein; die eigentliche Arbeit beginnt in den Stunden nach dem Absenden. Interessenten müssen wissen, dass ihre Anfrage angekommen ist, und Ihr Team muss sehen, wen es wann anruft.
Fragen Sie nur ab, was das erste Gespräch braucht:
- Name, Telefon und E-Mail; Geburtsdatum, Anschrift und Bankverbindung folgen erst bei der verbindlichen Anmeldung.
- Angebot, Niveau und Gruppe; wer aus dem Kalender kommt, findet die Gruppe bereits ausgewählt.
- Das Ergebnis des Einstufungstests, automatisch übernommen, falls vorhanden.
- Bei Kindern ein Feld, das bestätigt, dass ein Elternteil das Formular ausfüllt, und das Alter des Kindes.
- Gewünschter Rückweg: Anruf, WhatsApp oder E-Mail.
Neben das Formular gehört ein Link zu den Datenschutzhinweisen. Wollen Sie Werbung per E-Mail verschicken, braucht es dafür ein eigenes, nicht vorab angekreuztes Kästchen.
Sagen Sie nach dem Absenden auf dem Bildschirm und per E-Mail, wie es weitergeht: für welche Gruppe die Anfrage gilt, wann sich jemand meldet und was für die verbindliche Anmeldung nötig ist. Intern sollten Formular, WhatsApp und Anrufe in einer Liste mit Quelle und Status landen, damit in den vollen Wochen vor Semesterbeginn niemand vergessen wird.
07Onlinekurse, Vertragsinformationen und Fotos
Sobald Teilnehmende sich online anmelden oder Kurse online stattfinden, bestimmen rechtliche Vorgaben drei Bereiche der Website: Vertragsinformationen, Anmeldeweg und Galerie. Bei Onlinekursen kommt in Deutschland das Fernunterrichtsschutzgesetz hinzu.
Diese Punkte sollten Sie vorab klären:
- FernUSG: Nach § 1 FernUSG ist Fernunterricht die entgeltliche Vermittlung von Kenntnissen bei überwiegender räumlicher Trennung, wenn der Lehrende den Lernerfolg überwacht; nach § 12 bedürfen solche Fernlehrgänge der Zulassung, reine Freizeitkurse sind nur anzuzeigen. Klären Sie die Einordnung bezahlter Onlinekurse vorab mit Ihrem Anwalt.
- Vertragsinformationen: Kursgebühren, Rücktritt, Widerrufsbelehrung und AGB stehen vor dem Absenden sichtbar und kommen zusätzlich mit der Bestätigung per E-Mail; die Texte liefern Sie oder Ihr Anwalt.
- Impressum: Die Anbieterkennzeichnung folgt in Deutschland § 5 DDG, der seit dem 14. Mai 2024 das frühere TMG ersetzt; das Impressum muss von jeder Seite aus leicht erreichbar sein.
- Fotos: Bilder von Teilnehmenden setzen deren Einwilligung voraus, bei Kindern die der Eltern; dokumentieren Sie die Zustimmung und verzichten Sie ohne sie auf Namen.
Statt namentlicher Erfolgsgeschichten zeigen Sie den Kurs selbst: Räume, Material, Lehrkräfte und wie Fortschritte überprüft werden. Ein Nachhilfeinstitut kann etwa beschreiben, dass Probearbeiten regelmäßig stattfinden und Ergebnisse mit jeder Familie einzeln besprochen werden.
Österreich und die Schweiz haben eigene Regeln zu Anbieterkennzeichnung und Verbraucherverträgen; wer dort Teilnehmende anspricht, lässt die Texte für das jeweilige Land prüfen. Vor dem Livegang markieren wir Ihnen alle Stellen, die uns zweifelhaft erscheinen.
08Wenn Eltern entscheiden
Bei Kindern und Jugendlichen entscheiden die Eltern; deshalb brauchen Nachhilfeinstitut, Musikschule oder Kindersprachkurs einen eigenen, gut sichtbaren Bereich mit den Informationen, die Eltern suchen. Eltern achten weniger auf Unterrichtsinhalte als auf Ablauf, Betreuung und Kommunikation.
Für Eltern zählen vor allem diese Punkte:
- Wochenablauf: Unterrichtszeiten im Verhältnis zum Schulschluss und wo Kinder zwischen zwei Stunden warten.
- Lernstand: Bei Nachhilfe und Prüfungsvorbereitung die Termine für Probeprüfungen und wie Ergebnisse an Eltern gehen.
- Kommunikation: Über welchen Weg Eltern Fehlzeiten, Stundenänderungen und Mitteilungen erhalten.
- Alter: Ab welchem Alter ein Angebot möglich ist und wie Altersgruppen aufgeteilt werden.
In der Nachhilfe recherchieren Schüler mit, angemeldet wird aber meist von den Eltern. Angebotsseiten nach Klassenstufe sollten deshalb die Inhalte, die Schüler interessieren, und den Wochenplan, den Eltern sehen wollen, auf derselben Seite in getrennten Abschnitten zeigen.
Eltern haben noch eine Frage: wie die Daten ihres Kindes geschützt werden. Fragen Sie nur ab, was nötig ist; Gesundheitsangaben oder Notfallkontakte gehören in die verbindliche Anmeldung, nicht ins Formular auf der Website. Ein Elternbereich für Mitteilungen und Unterlagen lässt sich später ergänzen, er muss nicht in die erste Version.
09Mobile Geschwindigkeit und ein lesbarer Kalender
Die meisten Besucher einer Kurswebsite kommen über das Smartphone; Angebotsseiten und Kalender werden deshalb zuerst für den kleinen Bildschirm gestaltet, die Ansicht für den Desktop leitet sich davon ab. Eine breite Kalendertabelle, die am Laptop ordentlich aussieht, wird auf dem Smartphone zu einem seitlich scrollenden Streifen, den niemand liest.
Nutzen Sie diese Kriterien für die mobile Ansicht:
- Jede Gruppe erscheint als Karte: Angebot, Niveau, Tag und Uhrzeit, freie Plätze und Button zur Anmeldung.
- Karten lassen sich nach Angebot, Niveau und Wochentag filtern; wer „Wochenende“ wählt, sieht nur Gruppen am Wochenende.
- Anruf und WhatsApp stehen als feste Buttons am unteren Rand, ohne Inhalte zu verdecken.
- Prospekte und Lehrpläne stehen als Text auf der Seite, nicht als PDF zum Herunterladen.
Messen Sie die Geschwindigkeit an den Grenzwerten der Core Web Vitals von Google. LCP, die Zeit bis zum Laden des größten Elements, sollte bei höchstens 2,5 Sekunden liegen; INP, die Reaktionszeit auf ein Tippen, bei höchstens 200 Millisekunden; CLS, das Verrutschen des Layouts beim Laden, bei höchstens 0,1. Google wertet eine Seite als gut, wenn diese Werte bei 75 Prozent der Besuche erreicht werden.
Fotos aus den Kursräumen und Imagevideos bremsen Kurswebsites am häufigsten. Verkleinern Sie Bilder passend zum Bildschirm und laden Sie Videos erst beim Antippen. Ein Test auf Mobilfreundlichkeit zeigt in wenigen Minuten, wie sich Ihre aktuelle Website auf dem Smartphone verhält.
10Sichtbar bei lokalen Suchen und Suchen nach Kursen
Wer einen Kurs sucht, vergleicht meist Angebote in der Nähe; Angebotsseiten, Kontaktseite und Google Unternehmensprofil sollten deshalb als drei Teile aufgebaut werden, die sich gegenseitig stützen. In allen dreien stehen dieselben Angaben in derselben Form.
Für die lokale Sichtbarkeit Ihrer Sprachschule gehen Sie so vor:
- Tragen Sie im Unternehmensprofil den Namen ein, unter dem Ihre Sprachschule tatsächlich auftritt; die Richtlinien von Google erlauben keine Zusätze wie „Englischkurse“ im Namen.
- Wählen Sie die Hauptkategorie nach Ihrer Haupttätigkeit und nutzen Sie weitere Kategorien für zusätzliche Angebote.
- Schreiben Sie Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten genau so wie auf der Kontaktseite.
- Ergänzen Sie auf der Kontaktseite Anfahrt, Parkmöglichkeiten und öffentliche Verkehrsmittel; für Eltern beeinflusst das oft die Entscheidung.
- Bitten Sie Teilnehmende zum Semesterende um eine Google Bewertung und antworten Sie kurz und ohne persönliche Angaben.
Auch Angebotsseiten stützen die lokale Suche. Für die Suche „Gitarrenunterricht am Samstag“ ist die Seite des Gitarrenangebots die richtige; zeigt sie Stadtteil, Anfahrt und Karte, erhalten Suchmaschinen und Interessenten dasselbe Signal. Leere Seiten für jeden Nachbarort bringen dagegen nichts und senken die Qualität der gesamten Website.
11Kampagnen zum Semesterstart und passende Zielseiten
Die Werbung einer Sprachschule folgt dem Semester, und jede Kampagne sollte auf eine Seite zu einem Angebot und seinen kommenden Gruppen führen, nicht auf die Startseite. Wer auf eine Anzeige für „Englisch Abendkurse ab September“ klickt, verliert sich auf einer Startseite mit allen Kursen.
Eine Kampagnenseite funktioniert gut mit diesem Aufbau: Angebot und Semester in der Überschrift, darunter die kommenden Gruppen, ein kurzer Link zum Einstufungstest, die Lehrkraft und ein einziges Anmeldeformular. Eine solche Landingpage mit einem Ziel geht online, ohne das Hauptmenü zu verändern, und wird nach Semesterbeginn wieder entfernt.
Wenn Sie Google Ads nutzen: Der Qualitätsfaktor hat drei Komponenten, die erwartete Klickrate, die Anzeigenrelevanz und die Nutzererfahrung mit der Zielseite. Google beschreibt ihn als Diagnosewerkzeug, nicht als direkte Eingabe in der Auktion; trotzdem hilft es allen drei Komponenten, wenn Anzeige und Seite dasselbe Angebot behandeln. Die Kampagnenstruktur bauen wir im Rahmen unserer Betreuung von Google Ads auf.
Auch Werbung auf Papier sollte messbar sein:
- Lassen Sie QR Codes auf Plakaten und Flyern auf einen Link mit erkennbarer Quelle zeigen.
- Nutzen Sie für jeden Aushangort oder jede Verteilaktion eine eigene Kennung; ein UTM Link Generator reicht dafür aus.
- Kennzeichnen Sie auch den Link im Instagram Profil, damit Anmeldungen aus sozialen Netzwerken getrennt erscheinen.
- Archivieren Sie die Seite nach der Kampagne oder leiten Sie sie zum nächsten Semester weiter; vergangene Termine führen Interessenten in die Irre.
12Messen, welches Angebot Anmeldungen bringt
Ziel der Messung ist nicht die Zahl der Besuche, sondern zu sehen, welches Angebot, welcher Kanal und welche Kampagne Anfragen bringt und wie viele davon zu verbindlichen Anmeldungen werden. Deshalb wird die Messung vor dem Livegang eingerichtet.
Richten Sie sie in dieser Reihenfolge ein:
- Legen Sie Conversions fest: abgeschicktes Anmeldeformular, abgeschlossener Einstufungstest, Klicks auf Anruf und WhatsApp.
- Hängen Sie Angebot und Gruppe an jede Conversion, damit der Bericht auf der Ebene „Englisch B1, Abendgruppe“ lesbar ist.
- Richten Sie die Einwilligung ein: Nach § 25 TDDDG dürfen nicht notwendige Cookies erst nach Zustimmung gesetzt werden, und Google verlangt für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum den Consent Mode.
- Führen Sie zu jeder Anfrage einen Status: kontaktiert, Einstufung erfolgt, angemeldet, abgesprungen.
- Gleichen Sie zum Semesterende die Anmeldungen mit ihren Quellen ab und sehen Sie, welcher Kanal tatsächlich Teilnehmende gebracht hat.
Der vierte Schritt wird am häufigsten ausgelassen, und dann bleibt der Bericht lückenhaft. Bringt eine Anzeige viele Formulare, aber keine Anmeldungen, liegt das Problem vielleicht bei der Einstufung oder der Reaktionszeit, nicht bei der Anzeige; sehen können Sie das nur mit gepflegtem Status.
Prüfen Sie die Ergebnisse jedes Semester zusammen mit dem Kalender. Ein Zeitfenster ohne Anfragen oder ein Niveau mit Warteliste ist die konkreteste Grundlage für die Planung des nächsten Semesters.
13Häufige Fehler auf Kurswebsites
Die meisten Fehler auf Kurswebsites entstehen nicht im Design, sondern weil niemand durchdacht hat, wie die Website im laufenden Semester lebt. Diese sehen wir am häufigsten, jeweils mit dem besseren Weg:
- Kalender als Bild hochladen: Ein Plakat lässt sich weder durchsuchen noch pflegen; tragen Sie jede Gruppe als eigenen Eintrag im Verwaltungsbereich ein.
- Niveaus nicht erklären: „Elementary“ oder „Stufe 3“ sagt Interessenten wenig; schreiben Sie zu jedem Niveau einen Satz, was man dort bereits kann.
- Mit Namen und Fotos werben: Ohne dokumentierte Einwilligung entsteht ein Risiko; werben Sie mit Angebot, Lehrkräften und der Art, wie Fortschritt überprüft wird.
- Vertragsinformationen verstecken: AGB und Widerruf nur im Footer führen zu Streit; zeigen Sie sie vor dem Absenden und verlinken Sie sie in jedem Formular.
- Formulare überladen: Ein Formular, das Anschrift und Bankverbindung verlangt, wird abgebrochen; diese Angaben gehören in die verbindliche Anmeldung.
- Jede Anzeige auf die Startseite schicken: Verknüpfen Sie jede Kampagne mit der Seite ihres Angebots oder Semesters und kennzeichnen Sie die Quelle.
Die gemeinsame Lösung: Planen Sie die Website zusammen mit dem Semesterkalender. Spielen Sie vor dem Livegang ein ganzes Semester auf Papier durch: Eine Gruppe öffnet, füllt sich, beginnt und endet. Notieren Sie bei jedem Schritt, was sich auf der Website ändert und wer es ändert; ein leerer Schritt ist ein Problem, das Ihnen mitten im Semester begegnet.
14Den richtigen Partner wählen und nächste Schritte
Achten Sie bei der Wahl eines Teams für die Website Ihrer Sprachschule weniger auf Designbeispiele als darauf, ob es erklären kann, wie Kalender, Test und Anmeldung funktionieren und wie die Website durch ein Semester kommt. Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben und stellen Sie diese Fragen:
- Können wir Kalender und Gruppen selbst im Verwaltungsbereich pflegen, und was passiert bei einer vollen Gruppe?
- Wie erreicht uns das Ergebnis des Einstufungstests zusammen mit der Anmeldung?
- Wie werden Vertragsinformationen, Impressum und Einwilligungen für Fotos im Aufbau berücksichtigt?
- Welcher Bericht zeigt uns, welches Angebot und welche Anzeige Anmeldungen bringt?
- Auf wessen Namen laufen Website, Domain und Inhalte?
In diesem Bereich haben wir noch kein Kundenprojekt online; unseren Ansatz zeigen wir auf der Demo Website, die auf dieser Seite verlinkt ist. Unsere Arbeiten aus anderen Branchen finden Sie unter unseren Referenzen.
Für die Entscheidung brauchen Sie drei Dinge: die Übersicht Ihres Kursangebots, den Semesterkalender und die Klärung, wer eingehende Anmeldungen bearbeitet. Liegen sie vor, nehmen Sie Kontakt mit uns auf; wir legen den Umfang gemeinsam fest und schicken Ihnen ein schriftliches Angebot. Festpreispakete und ihren Umfang finden Sie unter Preise für Webdesign. Muss die Website Ihrer Sprachschule vor einem Semesterstart stehen, sagen Sie es im ersten Gespräch, damit wir vom Stichtag rückwärts planen.