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www oder ohne www? So leiten Sie Ihre Domain auf eine Adresse weiter

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

www oder ohne www: welche Variante sollte Ihre Domain nutzen?

Kurz gesagt bringt keine der beiden Varianten bei Google einen Rankingvorteil. Bei der Frage www oder ohne www zählt allein die Konsistenz: Sie legen eine bevorzugte Adresse fest und leiten die drei übrigen Varianten mit einer einzigen dauerhaften Weiterleitung dorthin. Richtig ist die Variante, die Ihr Hosting gut unterstützt und die Sie über Jahre behalten.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Wie viele Adressen Ihre Website heute beantwortet, sehen Sie mit unserem Redirect Checker, den viele auch als Redirect Tester suchen. Wir, Talha Aslan und Team, beginnen die meisten technischen SEO Audits genau mit dieser Prüfung. Denn sobald auch nur eine der vier Varianten eigenständig lädt, zerfallen Linksignale und Berichte.

In diesem Leitfaden zeigen wir, wie Sie die bevorzugte Domain wählen, alle vier Varianten testen, die Weiterleitung mit einem Canonical Tag absichern und das Ergebnis in der Search Console kontrollieren. Alle Beispiele sind Beispielszenarien, als Domain verwenden wir durchgehend example.com.

Warum verhalten sich Adressen mit und ohne www wie zwei Websites?

Zunächst gilt: Technisch sind www.example.com und example.com zwei verschiedene Hostnamen. Browser und Suchmaschinen sehen daher zwei unterschiedliche Adressen. Lädt derselbe Inhalt also unter beiden, entsteht von jeder Seite eine Kopie. Was www überhaupt bedeutet, erklären wir im Beitrag Was ist www; hier geht es nur um die Weiterleitung.

Außerdem kommt das Protokoll hinzu. HTTP und HTTPS sind zwei getrennte Schemata, also verdoppelt sich jeder Hostname noch einmal. Somit zeigt eine einzige Website nach außen vier verschiedene Startadressen.

Google schreibt in seiner Dokumentation ausdrücklich, dass etwas doppelter Inhalt normal ist und nicht gegen die Spamrichtlinien verstößt. Allerdings nennt dieselbe Seite zwei Nachteile: Duplikate können die Nutzererfahrung verschlechtern, und sie erschweren die Auswertung Ihrer Inhalte in der Suche. Den größeren Zusammenhang finden Sie in unserem Beitrag zu Duplicate Content. Es geht also nicht um Angst vor einer Strafe, sondern um die Bündelung der Signale auf einer Adresse.

Welche vier Varianten gibt es, und warum müssen alle auf eine URL führen?

Konkret hat jede Domain vier öffentliche Grundvarianten. Die Tabelle zeigt für ein Beispielszenario mit der bevorzugten Adresse https://www.example.com, wie sich jede Variante verhalten sollte.

VarianteBeispieladresseErwartetes VerhaltenErwarteter Statuscode
HTTP, ohne wwwhttp://example.com/Führt in einem Schritt zur bevorzugten Adresse301 oder 308
HTTP, mit wwwhttp://www.example.com/Führt in einem Schritt zur bevorzugten Adresse301 oder 308
HTTPS, ohne wwwhttps://example.com/Führt in einem Schritt zur bevorzugten Adresse301 oder 308
HTTPS, mit www (bevorzugt)https://www.example.com/Liefert die Seite direkt aus200

Bevorzugen Sie die Variante ohne www, drehen Sie die Tabelle einfach um. Dann antwortet https://example.com mit 200, und die anderen drei leiten dorthin. Entscheidend sind zwei Punkte. Erstens erreicht jede Variante dieselbe Zieladresse. Zweitens gelangt sie in genau einem Schritt dorthin.

Warum nur ein Schritt? Weil eine Kette entsteht, wenn http://example.com zuerst auf https://example.com und erst danach auf die Adresse mit www springt. Warum solche Ketten Crawling verschwenden und Besucher bremsen, lesen Sie in unserem Beitrag zur Weiterleitungskette.

Welche technischen Unterschiede gibt es bei www oder ohne www?

Für SEO gibt es keinen Unterschied, für die Infrastruktur dagegen schon. Deshalb empfehlen wir, die Entscheidung an DNS und Hosting auszurichten und nicht am Geschmack.

  • Flexibilität im DNS: Der DNS Standard RFC 1034 sagt, dass an einem Knoten mit einem CNAME keine weiteren Daten stehen sollen. An der Stammdomain liegen ohnehin Einträge vom Typ SOA und NS, also passt dort kein klassischer CNAME. Die Subdomain www dagegen verbinden Sie bequem per CNAME mit einem CDN oder Hoster.
  • Reichweite von Cookies: Ein Cookie auf der Stammdomain kann je nach Attribut Domain auch an Subdomains gehen. Liefern Sie statische Dateien über eine eigene Subdomain aus, trennt eine Struktur mit www die Cookies sauberer.
  • Kürze und Marke: Eine Adresse ohne www wirkt kürzer und lässt sich leichter aussprechen. Auf Visitenkarten und in Anzeigen ist das ein Vorteil.
  • Gewohnheit: Zudem tippen manche Menschen www weiterhin mit. Mit korrekter Weiterleitung ist das kein Problem.

Andererseits bieten viele moderne DNS Anbieter inzwischen Lösungen, die einem CNAME an der Stammdomain ähneln. Folglich funktioniert die Variante ohne www heute in den meisten Umgebungen problemlos. Prüfen Sie zunächst die Dokumentation Ihres Anbieters und entscheiden Sie dann.

Hat die Wahl direkten Einfluss auf das Google Ranking?

Nein. Mit oder ohne www zu arbeiten bringt für sich genommen keinen Rankingvorteil. Googles Leitfaden zum Zusammenfassen doppelter URLs nennt keine Präferenz zwischen beiden. Stattdessen rät er, eine URL als kanonisch zu wählen und die übrigen per Weiterleitung dorthin zu schicken.

Die indirekten Folgen sind allerdings real. Zum Beispiel wirken Linksignale geteilt, wenn Backlinks auf beide Varianten zeigen, bis Google sich für eine kanonische Version entscheidet. Zudem zeigt die Search Console Klicks unter Umständen unter zwei Adressen. Dadurch deuten Sie einen Trafficrückgang leicht falsch.

Google betont außerdem, dass eine kanonische Angabe ein Hinweis ist und keine Regel. Wenn Sie also https://www.example.com angeben, interne Links, Sitemap und Weiterleitungen aber woanders hinzeigen, folgt Google Ihrer Angabe womöglich nicht. Am stabilsten ist es daher, alle Signale in dieselbe Richtung zu lenken.

Anders gesagt: Die Wahl selbst ist neutral, teuer ist nur die Inkonsistenz. Diese Kosten enden auch nicht bei der Suche. Ihre Webanalyse listet dieselbe Seite doppelt, Werbeplattformen speichern unterschiedliche Zielseiten, und Ihr Team führt Berichte von Hand zusammen.

Wie legen Sie Ihre bevorzugte Domain fest?

Beantworten Sie daher am besten diese Fragen der Reihe nach. Jede Antwort schiebt Sie etwas weiter in eine Richtung.

  1. Unter welcher Variante läuft die Website am längsten? Wo liegen die meisten alten Backlinks und indexierten Seiten? Den bestehenden Zustand beizubehalten ist meist am risikoärmsten.
  2. Unterstützt Ihr Hoster oder CDN die Stammdomain direkt? Falls nicht, erleichtert Ihnen www die Arbeit.
  3. Welche Adresse steht auf Drucksachen, in Anzeigen und in der Signatur jeder E-Mail? Würde eine Änderung Geld oder Aufwand kosten?
  4. Betreiben Sie eigene Anwendungen auf Subdomains? Ist die Trennung von Cookies wichtig, bietet www die sauberere Lösung.

Bei einer neuen Website sind beide Optionen in Ordnung. Trotzdem raten wir davon ab, eine etablierte Website nur deshalb umzustellen, weil eine Variante moderner aussieht. Denn jeder Umzug bedeutet, dass Google die neuen URLs erst verarbeiten muss, und das dauert.

Halten Sie die Entscheidung dann schriftlich fest. So nutzen Entwickler, Redaktion und Anzeigenteam dieselbe Adresse. Später verlinkt dann auch bei einer neuen Kampagne niemand versehentlich die falsche Variante.

Welchen Statuscode sollte die Weiterleitung verwenden?

Nutzen Sie eine dauerhafte Weiterleitung, also 301 oder 308. Laut Googles Dokumentation zu Weiterleitungen und der Google Suche bedeuten beide Codes einen dauerhaften Umzug der Seite. Dieselbe Seite erklärt, dass Google eine dauerhafte Weiterleitung als Signal nutzt, das Ziel als kanonisch zu behandeln.

Die Codes 302 und 307 sind dagegen vorübergehend. Bei einem temporären Code zeigt Google womöglich weiter die Ausgangsseite in den Ergebnissen. Ein temporärer Code bei der Zusammenführung von www sagt somit das Gegenteil dessen, was Sie meinen. Alle vier Codes vergleichen wir ausführlich im Beitrag 301, 302, 307 und 308 im Vergleich.

Der Unterschied zwischen 301 und 308 liegt in der Anfragemethode. Der HTTP Standard RFC 9110 vermerkt, dass ein Browser nach 301 oder 302 aus historischen Gründen eine POST Anfrage in GET umwandeln darf. Ein 308 behält die Methode bei. Für eine einfache Unternehmensseite genügt beides. Landen allerdings Formulare auf alten Varianten, ist 308 die sicherere Wahl.

Richten Sie die Weiterleitung zudem auf dem Server ein. Laut Google hat eine serverseitige Weiterleitung die höchste Chance, richtig verstanden zu werden. Eine Weiterleitung per JavaScript empfiehlt Google nur, wenn keine andere Möglichkeit besteht.

Wie richten Sie die Weiterleitung Schritt für Schritt ein?

Wo Sie die Regel anlegen, hängt von Ihrer Umgebung ab: Hostingpanel, Serverkonfiguration oder Regeln im CDN. Wir bleiben hier auf der Ebene des Konzepts, weil sich die genauen Schritte je nach System unterscheiden.

  1. Einträge im DNS vorbereiten: Legen Sie für die Stammdomain und für www jeweils einen Eintrag an. Eine Variante ohne Eintrag löst nie auf, also greift auch keine Weiterleitung.
  2. Alle Varianten mit Zertifikat abdecken: Wer https://example.com aufruft, sieht das Zertifikat dieses Hostnamens noch vor jeder Weiterleitung. Deckt das Zertifikat nur www ab, zeigt der Browser eine Warnung.
  3. Eine einzige Regel schreiben: Entspricht Schema oder Hostname nicht der bevorzugten Variante, schickt die Regel die Anfrage direkt zur Zieladresse. Pfad und Parameter bleiben dabei erhalten.
  4. Pfad erhalten: http://example.com/leistungen/ gehört auf https://www.example.com/leistungen/ und nicht auf die Startseite.
  5. Einstellung der Anwendung angleichen: Die Adresse der Website im CMS muss dieselbe Variante nennen wie die Serverregel. Sonst schicken sich beide Ebenen die Besucher gegenseitig zurück.
  6. Cache leeren, dann testen: Ein CDN oder Servercache hält das alte Verhalten unter Umständen noch eine Weile.

Allerdings übersehen viele den fünften Schritt. Schickt der Server auf www und die Anwendung zurück auf die Variante ohne www, entsteht eine Endlosschleife. Die Lösung beschreiben wir im Beitrag zum Fehler zu viele Weiterleitungen.

Wie testen Sie alle vier Varianten mit dem Redirect Checker?

Vertrauen Sie nach dem Einrichten der Messung und nicht dem Gedächtnis. Ihr Browser speichert alte Weiterleitungen, daher täuscht ein Test im eigenen Browser leicht. Ein Tool, das jeden Schritt neu beim Server anfragt, liefert ein klareres Bild.

  1. Öffnen Sie den Redirect Checker und tragen Sie Ihre Domain in das Feld Adresse (URL) ein, zum Beispiel example.com.
  2. Wählen Sie den Modus "4 Varianten". Dann vergleicht das Tool die Versionen mit HTTP und HTTPS, jeweils mit und ohne www, nebeneinander.
  3. Klicken Sie auf Prüfen. Das Tool schickt bei jedem Schritt eine neue Anfrage und folgt der Kette höchstens 10 Schritte weit.
  4. Lesen Sie jede Zeile: Statuscode, Adresse und Antwortzeit. Kontrollieren Sie, dass alle vier Varianten auf derselben Adresse mit 200 enden.
  5. Meldet das Badge einen temporären Code, eine Kette, eine Schleife oder einen Sprung von HTTPS auf HTTP, korrigieren Sie die Regel und prüfen erneut.

Danach sollten Sie nicht bei der Startseite aufhören. Testen Sie im Modus "Einzelne URL" auch einige Unterseiten, etwa eine Leistungsseite, einen Blogbeitrag und eine Adresse ohne Schrägstrich am Ende. Manche Regeln funktionieren auf der Startseite und verlieren auf tieferen Seiten den Pfad.

Welche Testergebnisse weisen auf ein Problem hin?

Ein gesunder Aufbau wirkt fast langweilig: Drei Varianten enden mit genau einer 301 oder 308, die bevorzugte Variante antwortet sofort mit 200. Jedes andere Muster sagt Ihnen etwas.

  • Zwei Weiterleitungen: Springt HTTP erst auf HTTPS und dann auf www, besteht Ihre Regel aus zwei Teilen. Fassen Sie beide Bedingungen in einer Regel zusammen.
  • Code 302 oder 307: Hostingpanels setzen oft standardmäßig einen temporären Code. Stellen Sie ihn auf einen dauerhaften um.
  • Abweichende Zieladresse: Endet eine Variante woanders, bleibt das Risiko doppelter Seiten bestehen.
  • Zertifikatsfehler: Kommt bei einer Variante mit HTTPS keine Verbindung zustande, deckt das Zertifikat diesen Hostnamen vermutlich nicht ab.
  • Am Ende ein 404: Die Regel zerstört wahrscheinlich den Pfad oder nennt den falschen Host.

Nehmen wir als Beispielszenario an, http://www.example.com leitet mit 302 auf https://www.example.com. Die Zieladresse stimmt, doch der temporäre Code sagt Google, dass der Umzug nicht dauerhaft ist. In der Praxis genügt die richtige Zieladresse also nicht; auch Code und Pfad müssen stimmen.

Die Seite von HTTP zu HTTPS beleuchten wir ausführlich im Leitfaden HTTP zu HTTPS Weiterleitung prüfen. Hier geht es nur um die Schnittmenge mit www.

Wie arbeiten Canonical Tag und Weiterleitung zusammen?

Eine Weiterleitung bringt Besucher und Crawler tatsächlich auf eine Adresse. Mit dem Canonical Tag erklärt die Seite dagegen selbst, welche URL die Hauptversion ist. Googles Dokumentation nennt beides starke Signale und sagt, dass sich die Methoden ergänzen und kombiniert wirksamer sind.

Der richtige Aufbau sieht deshalb so aus. Die Weiterleitung bündelt alle vier Varianten auf einer Adresse, und jede Seite dort nennt ihre eigene bevorzugte URL als kanonisch. Zum Beispiel sollte das Canonical von https://www.example.com/leistungen/ genau diese URL sein und keine Version ohne www oder mit HTTP.

Google warnt zudem vor einem bestimmten Fehler: Geben Sie für dieselbe Seite nicht über verschiedene Methoden verschiedene kanonische URLs an. Zeigt die Weiterleitung auf www, das Canonical Tag aber auf die Variante ohne www, schwächen sich beide Signale gegenseitig. Außerdem rät Google davon ab, die robots.txt zur Kanonisierung zu nutzen.

Wie Sie das Tag allgemein einsetzen, erklärt unser Beitrag Canonical Tag richtig setzen. Konkret zählt hier nur eine Regel: Das Canonical muss mit der Adresse übereinstimmen, auf der die Weiterleitung landet.

Welche Adresse gehört in Sitemap und interne Links?

Sitemap und interne Links verwenden ausnahmslos die bevorzugte Adresse. Google bewertet die Sitemap zwar nur als schwaches Signal, doch auch ein schwaches Signal stiftet Verwirrung, wenn es in die andere Richtung zieht.

Am häufigsten sehen wir folgendes Muster. Die Weiterleitungsregel funktioniert, aber Menülinks, ältere Blogbeiträge oder die Sitemap zeigen noch auf die andere Variante. Folglich läuft jeder Klick über eine unnötige Weiterleitung, und der Googlebot folgt ihr bei jedem Crawl erneut.

  • Beginnen Sie jede Adresse in der Sitemap mit dem bevorzugten Schema und Hostnamen.
  • Schreiben Sie Links in Menü, Footer und Text relativ oder mit der vollständigen bevorzugten URL.
  • Nutzen Sie dieselbe Variante in strukturierten Daten, Open Graph und hreflang.
  • Aktualisieren Sie Zielseiten von Anzeigen, Profile in sozialen Netzwerken und die Vorlage für jede ausgehende E-Mail.

Diese Bereinigung ist genauso wichtig wie die Regel selbst. Eine Weiterleitung verdeckt den Fehler, saubere interne Links beseitigen dagegen seine Ursache. Zudem entlasten Sie Ihren Server von vielen überflüssigen Anfragen.

Welchen Property Typ sollten Sie in der Search Console nutzen?

Die Search Console bietet zwei Typen. Laut Googles Hilfeseite zum Hinzufügen einer Property fasst eine Property vom Typ Domain die Daten aller Subdomains, Protokolle und Unterpfade zusammen. Sie umfasst automatisch die Präfixe mit und ohne www und setzt eine Bestätigung über das DNS voraus.

Eine Property vom Typ URL Präfix enthält dagegen nur Adressen, die mit genau diesem Präfix beginnen, Protokoll eingeschlossen. Eine Präfixproperty für https://www.example.com zeigt also keine Daten für https://example.com. Genau diese Lücke erklärt viele vermeintliche Trafficverluste nach einer Umstellung.

Deshalb empfehlen wir für das tägliche Monitoring die Property vom Typ Domain. Möchten Sie eine Variante zusätzlich einzeln beobachten, legen Sie daneben eine Präfixproperty an. Die Unterschiede erklären wir im Vergleich Domain oder URL Präfix in der Search Console.

Beachten Sie: Der Property Typ entscheidet nicht darüber, welche URL Google als kanonisch wählt. Eine Property ist also nur ein Berichtsfenster. Die Entscheidung entsteht durch Weiterleitungen, Canonical Tags und interne Links.

Wie bestätigen Sie die Wahl zwischen www oder ohne www in der Search Console?

Nach der Einrichtung prüfen Sie mit dem Prüftool für URLs, ob Google Ihre Wahl übernimmt. Laut Googles Hilfe zeigt das Tool die vom Nutzer angegebene und die von Google ausgewählte kanonische URL getrennt an.

  1. Prüfen Sie eine wichtige Seite unter Ihrer bevorzugten Adresse.
  2. Kontrollieren Sie, dass die vom Nutzer angegebene kanonische URL diese Adresse zeigt.
  3. Vergleichen Sie sie mit der von Google ausgewählten. Stimmen beide überein, hat Google Ihre Wahl übernommen.
  4. Prüfen Sie auch die andere Variante. Im Bericht zur Seitenindexierung ist für sie ein Status wie "Seite mit Weiterleitung" normal.

Die Hilfeseite weist zudem darauf hin, dass der Wert der von Google ausgewählten URL dem Index einige Stunden hinterherhinken kann. Außerdem gibt es keine Garantie, dass Google Ihre Angabe übernimmt. Ziehen Sie daher nach einer einzigen Prüfung keine Schlüsse, sondern beobachten Sie einige Beispielseiten über mehrere Wochen.

Warum weitergeleitete Adressen im Bericht eine eigene Zeile bekommen, erklärt unser Beitrag zum Status Seite mit Weiterleitung. Bei der Zusammenführung von www oder ohne www ist dieser Status das erwartete Ergebnis und kein Fehler.

Hilft das Tool zur Adressänderung beim Wechsel auf www?

Nein. Googles Hilfeseite zum Tool zur Adressänderung rät ausdrücklich davon ab, das Tool für einen Wechsel zwischen www und ohne www innerhalb derselben Domain zu nutzen. Stattdessen verweist sie auf Canonical Tags und Weiterleitungen. Auch für den Wechsel von HTTP zu HTTPS ist das Tool laut derselben Seite nicht gedacht.

Das ist wichtig, weil viele Websitebetreiber den Wechsel wie einen Domainumzug behandeln und nach dem falschen Werkzeug suchen. In diesem Szenario erkennt Google die Änderung selbst, indem es Weiterleitungen und kanonischen Signalen folgt. Ihre Aufgabe besteht also darin, diese Signale sauber und widerspruchsfrei zu halten.

Bei einem vollständigen Domainwechsel sieht es dagegen anders aus. Ziehen Sie von example.com auf eine völlig neue Domain um, kommt das Tool zur Adressänderung durchaus zum Einsatz. Die Zusammenführung von www bleibt hingegen innerhalb derselben Domain.

Zusammengefasst brauchen Sie hier von der Search Console keine Umzugsfunktion, sondern Kontrolle und Monitoring. Dieses Wissen spart Zeit und eine erfolglose Suche in den Einstellungen.

Welche Fehler bei der Weiterleitung passieren am häufigsten?

Konkret sammeln wir unten die Fehler, die uns in Audits immer wieder begegnen. Einzeln wirken sie allerdings klein. Zusammen senden sie Google jedoch widersprüchliche Signale.

  • Nur die Startseite weiterleiten: Liefert example.com/kontakt/ weiterhin 200, ist die Zusammenführung nur halb erledigt.
  • Alles auf die Startseite schicken: Besucher verlieren die gesuchte Seite. Erhalten Sie stattdessen den Pfad.
  • Parameter verlieren: Fallen Kampagnenparameter bei der Weiterleitung weg, stimmt Ihre Anzeigenmessung nicht mehr.
  • Widersprüchliche Regeln auf zwei Ebenen: Schickt das CDN auf www und der Server zurück, entsteht eine Schleife.
  • Zertifikat nur für eine Variante: Zeigt https://example.com eine Warnung, greift die Weiterleitung gar nicht erst.
  • Weiterleitung von HTTPS auf HTTP: Laut Google führt das dazu, dass Google die HTTP Version sehr stark bevorzugt.

Nutzen Sie diese Liste gern als Checkliste für Ihre eigene Website. Wiederholen Sie außerdem nach jeder Änderung den Test aller vier Varianten. So finden Sie Fehler, bevor Ihre Besucher sie bemerken.

Wie passt HSTS zu Ihrer bevorzugten Domain?

HSTS (HTTP Strict Transport Security) ist ein Sicherheitsheader, der Browser anweist, eine Domain nur noch über HTTPS zu laden. Die Definition liefert RFC 6797. Auch Googles Leitfaden zur Kanonisierung nennt HSTS als Mittel, die Version mit HTTPS zu stärken.

Die Verbindung zu Ihrer Entscheidung beginnt bei einer Direktive. Enthält die Richtlinie includeSubDomains, gilt sie auch für Subdomains. Daher sollten Sie vor dem Aktivieren sicherstellen, dass jede Subdomain, www eingeschlossen, sauber über HTTPS lädt. Sonst ist eine Subdomain ohne HTTPS im Browser womöglich nicht mehr erreichbar.

Wir empfehlen folgende Reihenfolge. Zunächst führen Sie die vier Varianten zusammen und prüfen die Zertifikate. Dann beobachten Sie einige Wochen lang. Danach starten Sie HSTS mit kurzer Dauer und verlängern sie, wenn nichts bricht. Die aktuellen Empfehlungen zur Dauer prüfen Sie in offiziellen Quellen.

Allerdings ersetzt HSTS die Weiterleitung nicht. Beim ersten Besuch kennt der Browser den Header noch nicht, also erreicht die Anfrage über HTTP trotzdem Ihren Server. Die dauerhafte Weiterleitungsregel bleibt deshalb in jedem Fall bestehen.

Worauf achten Sie beim Umzug einer bestehenden Website auf die andere Variante?

Manchmal lässt sich ein Wechsel nicht vermeiden. Zum Beispiel unterstützt ein neues Hosting vielleicht nur www, oder eine Markenentscheidung ändert die Adresse. In beiden Fällen sollten Sie den Umzug planen statt improvisieren.

  1. Exportieren Sie die aktuell indexierten URLs und die Seiten mit dem meisten Traffic.
  2. Schalten Sie die neue Variante auf einer Testumgebung oder in einem ruhigen Zeitfenster frei.
  3. Legen Sie seitengenaue Weiterleitungen mit erhaltenem Pfad an und starten Sie den Test aller vier Varianten.
  4. Aktualisieren Sie Canonical Tags, Sitemap und interne Links am selben Tag.
  5. Beobachten Sie die Property vom Typ Domain. Arbeiten Sie mit Präfixproperties, legen Sie eine für die neue Variante an.

Während der Übergangszeit tauchen manche alten URLs noch eine Weile in den Ergebnissen auf. Laut Googles Dokumentation zu Weiterleitungen erscheinen alte URLs nach einem Umzug teils noch als alternative Namen, und das lässt mit der Zeit von selbst nach.

Wie lange die Regeln aktiv bleiben sollten, lesen Sie im Beitrag Wie lange 301 Weiterleitungen behalten. Unsere Empfehlung für www ist einfach: Lassen Sie die Regel für die gesamte Lebensdauer der Website bestehen.

Beispielszenario: Wie sieht die Einrichtung für example.com aus?

Machen wir es an einem Beispielszenario konkret. Ein kleiner Dienstleister nutzt die Domain example.com. Die Website läuft seit Jahren mit www, auch auf den Visitenkarten steht www. Die Entscheidung fällt daher leicht: Bevorzugt ist https://www.example.com.

Der erste Test zeigt folgendes Muster. http://example.com springt auf https://example.com und erst dann auf www, also eine Kette mit zwei Schritten. Gleichzeitig erreicht https://example.com die Adresse mit www über einen 302. Hinzu kommt, dass die halbe Sitemap Adressen ohne www enthält.

Die Korrektur läuft in dieser Reihenfolge. Zunächst fasst der Entwickler zwei Regeln zu einer zusammen, sodass jede Variante direkt mit 301 auf https://www.example.com führt. Danach stellt er den temporären Code im Panel auf einen dauerhaften um. Anschließend erstellt er die Sitemap neu und kontrolliert jedes Canonical Tag.

Im letzten Test enden drei Varianten mit genau einer 301, die bevorzugte Adresse antwortet mit 200. Dann beobachtet das Team einige Beispielseiten mit dem Prüftool für URLs. Das ist ein typischer Ablauf und kein gemessener Fall; bei Ihnen kann die Reihenfolge abweichen.

Mit welcher Checkliste schließen Sie den Wechsel auf eine Adresse ab?

Zum Schluss haben wir den Leitfaden in eine Liste übersetzt, die Sie nach der Einrichtung abhaken. Wenn jeder Punkt stimmt, ist die Frage www oder ohne www technisch erledigt.

  • Sie haben bevorzugtes Schema und Hostnamen schriftlich festgehalten.
  • Alle vier Varianten haben einen Eintrag im DNS und ein gültiges Zertifikat.
  • Drei Varianten erreichen das Ziel in einem Schritt, mit dauerhaftem Code und erhaltenem Pfad.
  • Einstellung der Anwendung und Serverregel nennen dieselbe Variante.
  • Canonical Tags, Sitemap und interne Links verwenden die bevorzugte URL.
  • In der Search Console läuft eine Property vom Typ Domain, und Sie beobachten Beispielseiten regelmäßig.

Somit ist diese Prüfung ein solider Ausgangspunkt für Ihr weiteres technisches SEO. Denn Crawling, Indexierung und Berichte setzen voraus, dass Ihre Website unter genau einer Adresse lebt. Wir, Talha Aslan und Team, empfehlen, dieses Fundament vor jeder Arbeit an Inhalten oder Links zu sichern.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Ist www oder ohne www besser für SEO?
Keine der beiden Varianten rankt besser, denn Google bevorzugt keine davon. Wichtig ist, dass Sie eine bevorzugte Domain wählen und alle anderen Varianten dauerhaft dorthin weiterleiten. Unterstützt Ihr Hoster die Stammdomain schlecht, ist www oft einfacher. Möchten Sie eine kurze, einprägsame Adresse, passt die Variante ohne www gut. Danach sollten Sie nicht erneut wechseln.
Sollte ich für die Weiterleitung 301 oder 308 nutzen?
Beide Codes stehen für eine dauerhafte Weiterleitung, und Google liest beide als starkes Signal für die kanonische URL. Der Unterschied liegt in der Anfragemethode. Nach einem 301 darf ein Browser POST in GET umwandeln, ein 308 behält die Methode. Für eine einfache Website genügt 301. Landen Formulare auf alten Varianten, wählen Sie 308.
Brauche ich trotz Weiterleitung noch ein Canonical Tag?
Ja, wir empfehlen beides zusammen. Die Weiterleitung bringt Besucher und Crawler auf eine Adresse, und das Canonical Tag nennt dort die Hauptversion jeder Seite. Laut Google wirken diese Methoden kombiniert stärker. Einzige Bedingung ist Konsistenz. Das Canonical muss genau der Adresse entsprechen, auf der die Weiterleitung landet, sonst widersprechen sich die Signale.
Verliere ich Rankings, wenn ich von www auf ohne www wechsle?
Bei einem sauberen Wechsel erwarten wir keinen dauerhaften Verlust, eine Garantie gibt es allerdings nicht. Google braucht Zeit für die neuen URLs, und manche alten Adressen bleiben eine Weile sichtbar. Nutzen Sie deshalb Weiterleitungen in einem Schritt mit erhaltenem Pfad. Aktualisieren Sie Canonical und Sitemap am selben Tag und beobachten Sie Beispielseiten in der Search Console.
Brauche ich in der Search Console getrennte Properties für mit und ohne www?
Nein. Eine Property vom Typ Domain umfasst automatisch die Varianten mit und ohne www sowie HTTP und HTTPS; die Bestätigung erfolgt über das DNS. Eine Property vom Typ URL Präfix zeigt dagegen nur Daten für genau das eingegebene Präfix. Für das tägliche Monitoring reicht daher eine Domain Property. Zusätzlich können Sie eine Präfixproperty anlegen.
Woran erkenne ich, dass alle vier Varianten korrekt weiterleiten?
Testen Sie alle vier Startadressen mit einem Redirect Checker, der jeden Schritt neu beim Server anfragt. Im gesunden Ergebnis erreichen drei Varianten die bevorzugte Adresse mit genau einer 301 oder 308, und diese antwortet direkt mit 200. Sehen Sie eine Kette, einen temporären Code, einen Zertifikatsfehler oder ein abweichendes Ziel, korrigieren Sie die Regel.
  • www Weiterleitung
  • bevorzugte Domain
  • 301 Weiterleitung
  • Canonical Tag
  • Search Console
  • technisches SEO
  • Duplicate Content
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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