Welche Seiten sollten noindex sein? Entscheidungshilfe für saubere Indexqualität

Kurze Antwort
Welche Seiten sollten noindex sein?
Noindex ist eine Regel, mit der Google eine Seite crawlen darf, sie aber nicht in den Suchergebnissen zeigt. Interne Suchergebnisse, Dankeseiten, Konto, Warenkorb und Checkout, dünne Tag und Datumsarchive sowie Testseiten eignen sich meist dafür. Seiten mit Traffic und eigenständigem Inhalt lassen Sie dagegen im Index.
Wir, Talha Aslan und Team, hören in fast jedem technischen SEO Audit dieselbe Frage: „Soll diese Seite im Index bleiben oder nicht?“ Eine einzelne Plugin Einstellung liefert darauf keine Antwort. Denn jeder Seitentyp erfüllt einen anderen Zweck, und eine falsche Entscheidung kostet viel. Setzen Sie die Regel zum Beispiel versehentlich auf eine Kategorieseite mit Traffic, kann diese Seite nach einigen Crawls komplett aus den Suchergebnissen fallen.
In diesem Leitfaden gehen wir die Seitentypen einzeln durch. Außerdem zeigen wir mit einer Tabelle, wie Sie zwischen noindex, robots.txt und Canonical wählen. Schließlich erhalten Sie eine Checkliste gegen versehentliches Deindexieren. Zunächst allerdings ein ehrlicher Hinweis: Niemand kontrolliert die Rankings von Google. Dieser Beitrag ist also kein Rankingversprechen, sondern ein praktischer Rahmen für einen sauberen Index.
Was bewirkt die Regel noindex genau?
Laut Google Search Central entfernt Google eine Seite mit der Regel noindex vollständig aus den Suchergebnissen, selbst wenn andere Websites auf sie verlinken. Sie setzen die Regel auf zwei Wegen. Erstens über ein Robots Meta Tag im head Bereich der Seite. Zweitens über den HTTP Header X-Robots-Tag in der Serverantwort, was sich vor allem für Dateien ohne HTML wie PDFs eignet.
Ein Detail ist dabei entscheidend. Diese Regel blockiert das Crawling nicht. Im Gegenteil: Google muss die Seite crawlen, um die Regel überhaupt zu sehen. Der Googlebot ruft die Seite auf, liest das HTML, erkennt die Anweisung und nimmt die Seite dann aus dem Index. Zudem unterstützt Google keine noindex Zeile in der robots.txt. Deshalb wirkt die Regel nur auf der Seite selbst oder in ihrer HTTP Antwort.
Die vollständige Beschreibung finden Sie in Googles Dokumentation zum Blockieren der Indexierung mit noindex. Den Unterschied zu nofollow erklären wir in unserem Vergleich von noindex und nofollow. Hier wiederholen wir das nicht, denn dieser Leitfaden dreht sich um eine Entscheidung: welche Seiten außerhalb des Index bleiben.
Was unterscheidet noindex, robots.txt und Canonical?
Viele Websitebetreiber verwechseln diese drei Werkzeuge, dabei beantwortet jedes eine andere Frage. Die robots.txt sagt „diese URL nicht crawlen“. Noindex sagt „crawlen, aber nicht anzeigen“. Ein Canonical Tag sagt „diese Seite dupliziert jene, also bündle die Signale dort“. Daher müssen Sie zuerst das eigentliche Problem der Seite benennen, bevor Sie ein Werkzeug wählen.
| Situation | Empfohlenes Werkzeug | Begründung |
|---|---|---|
| Nützlich für Besucher, aber sinnlos in der Suche (Dankeseite, Konto) | Noindex | Google sieht die Seite, zeigt sie aber nicht an. |
| Filter URLs mit tausenden Varianten | Crawling per robots.txt einschränken | Google empfiehlt diesen Weg für Filter URLs, die eine Website in der Suche nicht braucht. |
| Parameterversion oder Duplikat desselben Inhalts | Canonical | Die Signale sammeln sich auf der bevorzugten URL. |
| Dauerhaft entfernte Seite | Statuscode 404 oder 410 | Google wertet einen 404 als starkes Signal, die URL nicht erneut zu crawlen. |
| Private oder vertrauliche Inhalte | Passwortschutz | Noindex verhindert keinen Zugriff, es blendet die Seite nur in der Suche aus. |
Die Zeilen zu Filtern und Duplikaten stützen sich auf Googles eigene Empfehlungen. Google rät davon ab, mit noindex die Wahl der kanonischen Seite innerhalb einer Website zu steuern. Außerdem sollen Sie die robots.txt nicht zur Kanonisierung nutzen. Wie Canonical Tags funktionieren, zeigen wir in unserem Leitfaden zum Canonical Tag.
Warum sollten interne Suchergebnisseiten aus dem Index bleiben?
Eine interne Suchergebnisseite ist die Liste, die Ihre Website zeigt, wenn ein Besucher einen Begriff in Ihr Suchfeld eingibt. Solche Seiten sind praktisch unbegrenzt, weil jeder neue Begriff eine neue URL erzeugt. Zudem sind die meisten nur schwache Kopien Ihrer Kategorieseiten. Verlinkt jemand zufällige Such URLs Ihrer Website, kann Google diese entdecken und crawlen wollen.
Für interne Suchseiten sehen wir zwei vernünftige Wege. Erstens setzen Sie noindex, damit Google die Seiten sieht, aber nicht anzeigt. Zweitens sperren Sie den Suchpfad per robots.txt für das Crawling. Allerdings sollten Sie nicht beides gleichzeitig tun. Mit einer Sperre in der robots.txt sieht Google die Regel noindex nie.
Stehen Suchseiten bereits im Index, bereinigen Sie sie also zuerst mit noindex. Ist die Crawllast danach noch hoch, prüfen Sie eine Einschränkung per robots.txt. Ein Beispielszenario: Im Shop example.com zeigt die Search Console hunderte URLs mit „?s=“ im Index. Sie ergänzen das Suchtemplate um die Regel und beobachten, wie die URLs in den Status „URL als „noindex“ markiert“ wechseln. Erst dann ist eine Crawlsperre der sicherere nächste Schritt.
Wann ist noindex für Tag und Kategoriearchive richtig?
Tagseiten entstehen in Content Management Systemen wie WordPress ganz von selbst. Bekommt jeder Beitrag fünf oder sechs Tags, haben Sie schnell hunderte dünne Seiten mit jeweils ein oder zwei Beiträgen. Diese Seiten bieten weder Besuchern noch Google einen Mehrwert. Deshalb sind dünne Tagarchive starke Kandidaten für noindex.
Bei Kategorieseiten sieht es anders aus. Eine gut geplante Kategorieseite ist das Eingangstor zu einem Thema und rankt oft für allgemeine Suchanfragen. Statt alle Kategorien pauschal auszublenden, prüfen Sie sie daher einzeln. Hat eine Kategorie eine eigene Beschreibung, regelmäßig neue Inhalte und interne Links, bleibt sie im Index.
Stellen Sie sich vor der Entscheidung diese Fragen:
- Hat diese Archivseite zuletzt organische Klicks erhalten?
- Listet sie mehrere unterschiedliche, aktuelle Inhalte?
- Wiederholt sie weitgehend die Liste eines anderen Tags oder einer Kategorie?
- Besitzt sie einen eigenen Beschreibungstext oder eine Einleitung?
Fallen die meisten Antworten negativ aus, ist noindex sinnvoll. Wie schwache Seiten einen Index aufblähen, behandeln wir in unserem Beitrag zu Index Bloat.
Welche Methode passt zu Filter und Sortierseiten?
Filterseiten sind URLs, die Auswahlen wie Farbe, Größe oder Preisspanne kombinieren. In Onlineshops gefährden sie die Indexqualität am stärksten. Schon wenige Filter ergeben in Kombination tausende URLs. Googles Dokumentation zur facettierten Navigation empfiehlt deshalb, das Crawling dieser URLs per robots.txt zu untersagen, wenn eine Website sie in der Suche nicht braucht.
Warum ist noindex hier also nicht die erste Wahl? Weil die Regel voraussetzt, dass Google jede einzelne URL crawlt. Auch Googles Leitfaden zum Crawl Budget rät davon ab, noindex zum Sparen von Crawling einzusetzen. Google ruft die Seite trotzdem ab, verwirft sie dann, und das kostet Zeit. Kurz gesagt passt die robots.txt bei hoher Crawllast, noindex dagegen bei einigen unerwünschten Seiten im Index.
Andererseits bedienen manche Filterseiten echte Nachfrage, etwa die Kombination „schwarze Lederstiefel“. Solche Seiten können Sie mit eigenem Titel und eigener Beschreibung aufwerten und im Index lassen. Die technische Seite erklären wir in unserem Beitrag zur Facettennavigation. Ob das Crawl Budget für Ihre Website überhaupt zählt, lesen Sie in unserem Leitfaden zum Crawl Budget.
Warum gehören Danke und Bestätigungsseiten nicht in die Suche?
Eine Dankeseite sieht ein Besucher, nachdem er ein Formular abgeschickt oder einen Kauf abgeschlossen hat. In der Suche nützt sie niemandem. Außerdem verursacht sie im Index zwei Probleme. Erstens verfälschen Besucher, die ohne Formular dort landen, Ihre Conversionmessung. Zweitens sieht ein Suchender, der von Google kommt, eine „Danke“ Meldung ohne jeden Zusammenhang.
Deshalb empfehlen wir noindex für Danke, Bestätigungs, Newsletteranmelde und Downloadabschlussseiten. Sperren Sie diese Seiten dabei nicht in der robots.txt, denn Google muss sie crawlen, um die Regel zu sehen. Entfernen Sie sie zudem aus Ihrer XML Sitemap. Eine Sitemap listet die URLs, die Sie im Index haben möchten; eine noindex URL darin sendet also ein widersprüchliches Signal.
Noch ein Hinweis: Conversion Tags funktionieren auf der Dankeseite weiter. Die Regel betrifft nur die Suchergebnisse. Sie verhindert weder das Laden der Seite noch das Auslösen von Werbe oder Analysetags. Ihr Messsetup bleibt von dieser Änderung also unberührt.
Was tun Sie mit Konto, Warenkorb und Checkout?
Login, Registrierung, Mein Konto, Passwort zurücksetzen, Warenkorb und Checkout sind für Nutzer unverzichtbar, für die Suche aber bedeutungslos. Niemand sucht nach „example.com mein Warenkorb“, um auf dieser Seite zu landen. Folglich bringt es keinen Nutzen, diese Seiten in den Suchergebnissen zu zeigen.
Eine wichtige Unterscheidung müssen Sie allerdings treffen. Noindex schützt keine Seiten mit personenbezogenen Daten, etwa Bestelldetails oder Profilangaben. Die Regel bittet Suchmaschinen nur, die Seite nicht anzuzeigen; wer die URL kennt, kann sie trotzdem öffnen. Solche Inhalte brauchen eine Anmeldepflicht und eine serverseitige Berechtigungsprüfung. Auch Google verweist bei privaten Inhalten auf den Passwortschutz.
- Setzen Sie noindex auf Login und Registrierungsseiten.
- Versehen Sie Warenkorb und Checkout mit noindex oder sperren Sie diese Pfade für das Crawling.
- Zeigen Sie Seiten mit personenbezogenen Daten nur angemeldeten Nutzern.
- Nehmen Sie keine dieser URLs in die Sitemap auf.
Bei WooCommerce Shops sind indexierte „In den Warenkorb“ URLs ein eigenes Problem. Die Lösung beschreiben wir in unserem Beitrag zu Add to Cart URLs.
Sind Autoren, Datums und andere dünne Archive Kandidaten für noindex?
In einem Blog mit nur einem Autor ist das Autorenarchiv eine exakte Kopie der Blogübersicht. Ähnlich verhält es sich mit Datumsarchiven, also Monats und Jahreslisten, nach denen kaum jemand sucht. Diese beiden Archivtypen führen die Liste der dünnen Seiten an, die Content Management Systeme automatisch erzeugen.
Bei Publikationen mit vielen Autoren ändert sich das Bild allerdings. Profilseiten von Fachautoren zeigen Lesern und Google, wer die Inhalte erstellt hat. Enthält eine solche Seite eine kurze Biografie, ein Fachgebiet und eine Beitragsliste, sollte sie im Index bleiben. Anders gesagt entscheiden Sie nach dem Inhalt des Archivs, nicht nach seinem Typ.
Paginierungsseiten wie „Seite 2“ und „Seite 3“ brauchen die Regel meist nicht. Sie tragen Links zu älteren Inhalten, und ein Ausblenden kann die Linkentdeckung erschweren. Zudem ist es ein häufiger Fehler, das Canonical jeder paginierten Seite auf Seite eins zu setzen, denn ihre Inhalte unterscheiden sich.
Die allgemeine Wirkung dünner Inhalte behandeln wir in unserem Beitrag zu Thin Content. Hier bleiben wir bei der Entscheidung für Archivtypen.
Wann ist Zusammenführen besser als Ausblenden?
Nicht jede schwache Seite muss aus der Suche verschwinden; manche brauchen nur eine Zusammenführung. Haben Sie zum Beispiel drei kurze Beiträge, die dasselbe Thema aus ähnlichen Blickwinkeln behandeln, fassen Sie sie besser in einem gründlichen Beitrag zusammen, statt alle drei auszublenden. Dann leiten Sie die alten URLs per dauerhafter Weiterleitung auf den neuen Beitrag. So behalten Links auf die alten Adressen ihren Wert.
Googles Dokumentation zum Zusammenführen doppelter URLs nennt die Methoden, die die Wahl der kanonischen Seite beeinflussen, nach ihrer Stärke: Weiterleitungen, rel="canonical" Linkangaben und die Aufnahme in die Sitemap. Existiert der Inhalt einer Seite also bereits anderswo, ist eine Weiterleitung oder ein Canonical oft gesünder als das Ausblenden.
Bei dieser Entscheidung prüfen wir drei Kriterien:
- Hat die Seite externe Links? Dann bewahrt eine Weiterleitung deren Wert.
- Überschneidet sich der Inhalt stark mit einer anderen Seite? Dann ist Zusammenführen sinnvoll.
- Sollen Besucher sie innerhalb der Website weiter erreichen? Wenn ja und sie in der Suche keinen Platz hat, passt das Ausblenden.
Kurz gesagt sind Ausblenden, Zusammenführen und Entfernen keine Alternativen zueinander, sondern Lösungen für verschiedene Probleme. Unser Beitrag zum Status Alternative Seite mit richtigem kanonischen Tag ergänzt die Seite des Canonicals.
Welche Seiten sollten niemals noindex bekommen?
Die Kehrseite der Entscheidung zählt genauso viel. Nach unserer Praxiserfahrung beginnen die meisten Indexverluste mit einem einzigen Tag auf der falschen Seite. Deshalb prüfen wir in jedem Audit die folgenden Seitentypen gesondert:
- Startseite sowie Leistungs und Produktkategorieseiten.
- Blogbeiträge und Ratgeber mit organischen Klicks.
- Produktseiten für vorrätige Artikel.
- Kontakt, Über uns und Standortseiten.
- Entsprechende Seiten in anderen Sprachen.
Seien Sie vor allem bei mehrsprachigen Websites vorsichtig. Blenden Sie eine Sprachversion aus, fällt sie aus den Suchergebnissen, und die Sprachsignale der anderen Versionen verlieren ihr Ziel. Ebenso widersprüchlich ist die Regel auf einer Seite, die Sie als kanonisches Ziel angeben. Einerseits sagen Sie „das ist die Hauptseite“, andererseits „zeige sie nicht an“.
Diese Regel ist also keine Standardlösung für Seiten, bei denen Sie unsicher sind. Zweifeln Sie am Wert einer Seite, schauen Sie zuerst auf ihre Daten.
Wie treffen Sie eine noindex Entscheidung in fünf Fragen?
Unser Team nutzt eine einfache Entscheidungsreihenfolge, die für jeden Seitentyp funktioniert. Beantworten Sie die Fragen der Reihe nach; das erste „Ja“ zeigt meist das richtige Werkzeug.
- Enthält die Seite private oder personenbezogene Daten? Dann nutzen Sie Passwortschutz und Berechtigungen.
- Haben Sie die Seite dauerhaft entfernt? Dann liefern Sie einen 404 oder 410.
- Ist die Seite eine Kopie oder Parameterversion einer anderen Seite? Dann setzen Sie ein Canonical.
- Nützt die Seite Besuchern, ist aber in der Suche wertlos? Dann setzen Sie noindex.
- Erzeugt der Seitentyp tausende URLs und hohe Crawllast? Dann prüfen Sie eine Einschränkung per robots.txt.
Hinter dieser Reihenfolge steckt eine Logik. Sicherheit kommt zuerst, denn Ausblenden verhindert keinen Zugriff. Danach folgt das dauerhafte Entfernen, weil ein 404 Google die klarste Botschaft sendet. Bei Duplikaten bündelt ein Canonical die Signale, ohne sie zu verlieren. Das Ausblenden schließlich ist für Seiten gedacht, die Besuchern dienen, aber in der Suche keinen Platz haben.
Nehmen Sie zum Beispiel eine Kampagnenseite nur für Werbetraffic, die in der organischen Suche mit einer anderen Seite konkurriert. Bei Frage vier erhalten Sie ein „Ja“. Dann verhindert die Regel zusätzlich, dass sich beide Seiten für dieselbe Suchanfrage gegenseitig schwächen.
Wie dokumentieren Sie Indexentscheidungen im Team?
Indexentscheidungen leben oft nur im Gedächtnis einer Person. Verlässt diese Person das Unternehmen oder zieht die Website auf eine neue Plattform um, weiß niemand mehr, welches Template warum ausgeblendet ist. Deshalb empfehlen wir ein einfaches Entscheidungsprotokoll. Es nennt Seitentyp, gewähltes Werkzeug, Begründung, Datum und verantwortliche Person.
Bei Websitemigrationen zahlt sich dieses Protokoll besonders aus. Geht etwa ein neues Theme live, sieht der Entwickler im Protokoll sofort, welche Archivtypen ausgeblendet bleiben müssen. Ebenso haben Sie eine Vergleichsbasis, wenn ein neues Plugin alte Einstellungen zurücksetzt.
Prüfen Sie das Protokoll außerdem jedes Quartal. Eine Tagseite kann mit der Zeit gehaltvoller geworden sein und Suchnachfrage gewonnen haben; dann kehren Sie die Entscheidung um. Zudem fehlt vielleicht ein neuer Seitentyp im Protokoll, etwa Vergleichs oder Merklistenseiten. Regelmäßige Durchsichten sorgen dafür, dass Ihr Index mit Ihrer Website mitwächst.
Wo genau setzen Sie die Regel noindex?
Auf HTML Seiten setzen Sie die Regel über ein Robots Meta Tag im head Bereich. Lautet der name Wert robots, spricht das Tag alle Suchmaschinen an; lautet er googlebot, nur Google. Laut Googles Dokumentation zum Robots Meta Tag lassen sich mehrere Regeln durch Kommas kombinieren. Widersprechen sich Regeln, gilt die strengere. Zudem entspricht der Wert none der Kombination aus noindex und nofollow.
Bei Dateien ohne HTML, etwa PDF Katalogen oder Downloads, können Sie kein Meta Tag einfügen. Stattdessen ergänzen Sie die Serverantwort um den Header X-Robots-Tag. Das erledigen Sie meist in der Serverkonfiguration oder in den Einstellungen Ihres Content Management Systems. Welcher Weg zu Ihrer Infrastruktur passt, klären Sie am besten mit Ihrem Entwickler.
Nutzen Sie WordPress, bieten SEO Plugins diese Einstellung pro Seite, Template oder Archivtyp. Allerdings betrifft das Kästchen „Suchmaschinen davon abhalten“ in den Leseeinstellungen die gesamte Website. Fälle, in denen dieses Kästchen aktiv bleibt, beschreiben wir in unserem Beitrag zur WordPress Sichtbarkeit. Prüfen Sie nach jeder Änderung, ob die Regel tatsächlich im Quelltext steht.
Wie verfolgen Sie noindex Ergebnisse in der Search Console?
Die Wirkung verfolgen Sie im Bericht zur Seitenindexierung der Search Console. Laut der Search Console Hilfe zu diesem Bericht erscheinen Seiten, auf denen Google die Regel gefunden hat, unter „URL als „noindex“ markiert“. Per robots.txt gesperrte Adressen stehen dagegen unter einem eigenen Status für robots.txt Sperren.
Besonders aufmerksam sollten Sie den Status beobachten, der eine Indexierung trotz robots.txt Sperre meldet (englisch „Indexed, though blocked by robots.txt“). Er bedeutet, dass Google die URL ohne Crawling indexiert hat, meist weil andere Seiten auf sie verlinken. Möchten Sie eine solche URL aus dem Index holen, müssen Sie die Sperre in der robots.txt aufheben und noindex setzen. Der Status „Alternative Seite mit richtigem kanonischen Tag“ ist dagegen meist kein Problem; Ihr Canonical funktioniert dann.
Für eine einzelne URL nutzen Sie das Tool zur URL Prüfung (URL Inspection). Es zeigt das HTML, das der Googlebot erhalten hat, sodass Sie bestätigen können, dass Google die Regel tatsächlich gelesen hat. Was die noindex Liste in diesem Bericht bedeutet, erklären wir in unserem Beitrag zum Status durch noindex Tag ausgeschlossen.
Wie verhindern Sie ein versehentliches noindex?
Ein versehentliches noindex gehört zu den leisesten SEO Fehlern. Die Website läuft, Besucher öffnen die Seiten, und trotzdem schmilzt der organische Traffic binnen Wochen. Die häufigsten Ursachen sind Einstellungen aus der Staging Umgebung, eine Templateänderung, die das Tag über eine ganze Kategorie verteilt, und Pluginupdates, die Standardwerte zurücksetzen.
Um dieses Risiko zu senken, nutzt unser Team folgende Checkliste:
- Prüfen Sie vor jedem Release das Robots Meta Tag im Quelltext der Startseite und einiger Schlüsselseiten.
- Schützen Sie die Staging Umgebung per Passwort statt mit noindex, damit keine versteckte Regel live geht.
- Beobachten Sie die Anzahl der noindex Seiten im Bericht zur Seitenindexierung wöchentlich; ein plötzlicher Anstieg ist ein Alarmsignal.
- Kontrollieren Sie auch die HTTP Header, denn ein X-Robots-Tag erscheint nicht im Quelltext.
- Halten Sie jedes Template mit dieser Regel in einem Änderungsprotokoll fest.
Diese Kontrollen kosten Zeit. Verliert Ihre Website Seiten aus dem Index oder können Sie nicht entscheiden, welche Seiten bleiben sollen, übernehmen wir das im Rahmen unserer SEO Beratung: Wir finden das Problem auf Ihrer Website, beheben es und verfolgen die Entwicklung danach weiter.
Warum ist die Kombination aus noindex und robots.txt ein Fehler?
Dieser Fehler ist so verbreitet, dass er einen eigenen Abschnitt verdient. Die Überlegung lautet meist: „Ich sperre die Seite für das Crawling und setze zusätzlich noindex, dann bin ich doppelt sicher.“ Das Ergebnis ist allerdings das Gegenteil. Laut Google sieht der Crawler die Regel noindex nie, wenn die robots.txt eine Seite sperrt, und die Seite kann weiter in den Suchergebnissen erscheinen.
Außerdem stellt Googles Einführung in die robots.txt klar, dass die robots.txt kein Mittel ist, um eine Seite aus Google herauszuhalten. Eine gesperrte URL kann ohne Beschreibung in den Ergebnissen auftauchen. Die robots.txt steuert also den Crawltraffic, nicht den Index.
Die richtige Reihenfolge ist einfach. Zunächst setzen Sie noindex und warten, bis Google die Seiten crawlt und entfernt. Dann, sobald der Bericht sie als noindex zeigt, ergänzen Sie bei weiterhin hoher Crawllast eine Sperre in der robots.txt. Einen Entwurf erstellen Sie mit unserem robots.txt Generator. Häufige Fehler finden Sie außerdem in unserem Beitrag zu robots.txt Fehlern.
Beispielszenario: Wie bereinigt example.com seinen Index?
Machen wir den Ablauf an einem hypothetischen Beispiel greifbar. Angenommen, example.com ist ein Shop für Heimtextilien mit einigen hundert Produkten. In der Search Console liegt die Zahl der indexierten Seiten weit über der Zahl der Produkte und Kategorien. Ein erster Blick zeigt, dass der Überschuss aus internen Such, Tag, Filter und Konto URLs stammt.
In diesem Beispielszenario geht das Team so vor:
- Es gruppiert die indexierten URLs nach Seitentyp.
- Danach trennt es Tag und Filterseiten mit organischen Klicks ab und lässt sie unverändert.
- Interne Suche, Konto und Dankeseiten erhalten auf Templateebene noindex.
- Auch dünne Tagarchive bekommen die Regel und verlassen die Sitemap.
- Für wertlose Filterkombinationen plant das Team eine Sperre per robots.txt, sobald sie als noindex erscheinen.
- Den Bericht zur Seitenindexierung prüft es wöchentlich.
Schritt zwei verlangt die meiste Sorgfalt. Bei Sammelentscheidungen übersieht man leicht die einzelne Seite, die Traffic bringt. Deshalb schaut das Team für jede Gruppe zuerst in den Leistungsbericht und ändert erst dann ein Template. Somit enthält der Index am Ende die Seiten, die den echten Wert der Website abbilden.
Wie lange müssen Sie nach einer noindex Änderung warten?
Die Wirkung zeigt sich nicht sofort, denn Google muss die Seite erst erneut crawlen. Laut Googles Dokumentation kann es bei weniger wichtigen Seiten Monate dauern, bis der Googlebot sie wieder besucht. Ein unbedeutendes Tagarchiv verlässt den Index daher womöglich viel später als eine wichtige Kategorieseite.
Um den Vorgang zu beschleunigen, können Sie im Tool zur URL Prüfung für einzelne URLs ein erneutes Crawling anfordern. Für hunderte URLs ist dieser Weg allerdings unpraktisch, zudem gibt es ein Tageskontingent. In dringenden Fällen, etwa bei einer versehentlich veröffentlichten Seite, nutzen Sie Googles Tool zum Entfernen. Es blendet die Seite nur vorübergehend aus; die dauerhafte Lösung bleibt die Regel selbst oder das Löschen der Seite.
Seien Sie auch in die andere Richtung geduldig. Heben Sie eine versehentliche Regel auf, braucht die Seite Zeit, um in den Index zurückzukehren und sich ihrer alten Position zu nähern. Planen Sie deshalb nach jeder Änderung auf Seitentypebene mindestens einige Crawlzyklen zur Beobachtung ein. Eine feste Dauer gibt es dafür nicht; sie hängt von der Größe und Crawlfrequenz Ihrer Website ab.
Wie setzen wir diesen Prozess auf Ihrer Website um?
Wir, Talha Aslan und Team, beginnen jede Arbeit an der Indexqualität mit Daten. Zunächst erfassen wir alle Seitentypen anhand der Search Console Daten und eines Website Crawls. Danach bewerten wir für jeden Typ die organische Leistung, die interne Verlinkung und die inhaltliche Tiefe. Schließlich dokumentieren wir jede Entscheidung, ob noindex, Canonical, robots.txt oder 404, pro Seitentyp und mit Begründung.
Mit der Umsetzung endet unsere Arbeit nicht. Wir berichten regelmäßig über Statuswechsel im Bericht zur Seitenindexierung, über versehentlich aus dem Index gefallene Seiten und über Veränderungen beim organischen Traffic. Außerdem prüfen wir die Robots Regeln erneut, sobald neue Templates oder Pluginupdates kommen.
Rankings versprechen wir nicht, denn das kann niemand. Ein sauberer Index erleichtert es Google jedoch, sich auf die wertvollen Seiten Ihrer Website zu konzentrieren. Möchten Sie Ihre Indexstruktur gemeinsam angehen, fordern Sie über unsere Seite zur SEO Beratung ein Angebot an. Dann erstellen wir einen Arbeitsplan passend zum Stand Ihrer Website.
Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.



