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Plesk oder cPanel: Welches Hosting Panel passt zu Ihnen?

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Plesk oder cPanel: Worin liegt der eigentliche Unterschied?

Plesk oder cPanel ist die Wahl zwischen zwei Hosting Control Panels, mit denen Sie Websites, E-Mail, Datenbanken und DNS auf einem Server im Browser verwalten. Der Kernunterschied: cPanel läuft nur unter Linux und trennt die Verwaltung in WHM und cPanel. Plesk läuft dagegen auf Linux und Windows Servern und bietet eine einzige Oberfläche.

In diesem Ratgeber vergleichen wir beide Panels nach Oberfläche, Betriebssystem, WordPress Werkzeugen, Sicherheit, Backups, API, Lizenzmodell und Umzug. Wir sind ein Team für digitales Marketing und Webprojekte, kein Hostinganbieter. Deshalb stützen sich alle technischen Aussagen auf die offizielle Dokumentation von cPanel und Plesk, nicht auf eigenen Serverbetrieb.

Die kurze Antwort lautet so: Brauchen Sie Windows, IIS oder klassisches ASP.NET, bleibt von beiden praktisch nur Plesk. Bei Linux Shared Hosting legt meist Ihr Anbieter das Panel fest. Richten Sie dagegen einen eigenen VPS ein, entscheiden die Gewohnheiten Ihres Teams, das Lizenzmodell und Ihr Umzugsplan.

Wer entwickelt Plesk und cPanel, und warum sind beide so verbreitet?

Beide Panels gehören seit vielen Jahren zum Hostingmarkt. Heute entwickelt das Unternehmen WebPros beide Produkte. Auch die Fußzeile der cPanel Dokumentation nennt WebPros International als Inhaber der Marken cPanel und WHM. Es geht also nicht um zwei rivalisierende Hersteller, sondern um zwei Produktphilosophien unter einem Dach.

Dieses gemeinsame Dach hat praktische Folgen. Zum Beispiel läuft das WordPress Werkzeug WP Toolkit inzwischen in beiden Panels. Daher sind einige früher wichtige Unterschiede kleiner geworden. Allerdings unterscheiden sich die Logik der Oberfläche, die unterstützten Betriebssysteme und die Lizenzgrundlage nach wie vor deutlich.

Der Grund für die Verbreitung ist einfach. Hostinganbieter können mit beiden Panels Konten anlegen und verkaufen, und Kunden finden eine vertraute Oberfläche vor. Zudem gibt es für beide umfangreiche offizielle Dokumentation, eine große Community und viele Erweiterungen. Unabhängige, aktuelle Daten zum Marktanteil kennen wir nicht, daher nennen wir keine Prozentzahlen.

Wie unterscheiden sich Oberfläche und täglicher Arbeitsablauf?

cPanel arbeitet mit zwei Ebenen. WHM (WebHost Manager) ist die Oberfläche für Serveradministratoren und Reseller. Dort legen Sie Konten an, definieren Pakete und ändern Servereinstellungen. cPanel selbst ist die Oberfläche für den Inhaber eines einzelnen Kontos. Er verwaltet dort Dateien, Postfächer, Datenbanken und Domains.

Plesk bietet eine einzige Oberfläche, und die sichtbaren Menüs hängen von Ihrer Rolle ab. Administrator, Reseller und Kunde nutzen dasselbe Panel mit unterschiedlichen Rechten. Außerdem können Sie in Plesk zwischen der Ansicht "Service Provider" für Hostingfirmen und der Ansicht "Power User" für Betreiber eigener Websites wechseln.

  • In cPanel ist die Grundeinheit das Konto, und jedes Konto startet mit einer Hauptdomain.
  • Bei Plesk ist die Grundeinheit das Abonnement, das einem Serviceplan als Vorlage folgt.
  • cPanel öffnet sich meist über den HTTPS Port 2083, WHM über Port 2087 und Plesk über Port 8443.
  • Nutzen Sie jedoch immer die Adresse und den Port, die Ihr Hostinganbieter Ihnen nennt.

Im Alltag zeigt sich der Unterschied so: In cPanel meldet sich jeder Kunde in seinem eigenen Konto an und sieht nur dieses. Bei Plesk überblickt ein Administrator viele Abonnements in einer Ansicht. Was sich leichter anfühlt, hängt davon ab, wie Sie über Hosting denken.

Welche Betriebssysteme unterstützen Plesk oder cPanel?

Die Unterstützung der Betriebssysteme ist der greifbarste Unterschied. Die offiziellen Systemanforderungen von cPanel nennen AlmaLinux, CloudLinux, Rocky Linux und Ubuntu. Windows steht nicht auf dieser Liste. Somit kommt cPanel nur für Linux Server infrage.

Die Softwareanforderungen von Plesk Obsidian zeigen dagegen zwei Familien. Auf der Linux Seite stehen Ubuntu, Debian, AlmaLinux, Rocky Linux, CloudLinux und Red Hat Enterprise Linux. Auf der Windows Seite unterstützt Plesk verschiedene Versionen von Windows Server. Sie können dasselbe Produkt also sowohl unter Linux als auch unter Windows betreiben.

Zudem ändern sich die unterstützten Versionen mit der Zeit. Alte Versionen fallen heraus, neue kommen hinzu. Prüfen Sie deshalb vor der Installation die offizielle Liste und stellen Sie sicher, dass das Betriebssystemabbild Ihres Anbieters darauf steht. Planen Sie außerdem, cPanel auf einem frisch installierten Betriebssystem einzurichten, wie es die offizielle Installationsanleitung empfiehlt.

Ein Panel nachträglich auf einen Server mit laufenden Diensten zu setzen, macht oft Ärger. Denn das Panel möchte Webserver, Mail und DNS mit seiner eigenen Konfiguration steuern. Am saubersten wählen Sie das Panel also, bevor Sie den Server aufbauen.

Welches Panel passt zu Windows und .NET Projekten?

Betreiben Sie ein Projekt auf Windows Basis, wird die Auswahl schnell kleiner. cPanel unterstützt Windows nicht, deshalb kommen Windows Hostingpakete meist mit Plesk. Die Windows Ausgabe von Plesk nutzt Microsoft IIS als Webserver und kann Datenbanken in Microsoft SQL Server verwalten.

Das zählt vor allem bei klassischen Anwendungen auf Basis von ASP.NET Framework und bei älterer Unternehmenssoftware, die an MSSQL hängt. Zum Beispiel lässt sich ein vor Jahren für Windows geschriebenes Händlerportal nicht direkt auf einen Linux Server mit cPanel verschieben. Für so ein Projekt sind Plesk für Windows oder ein Windows Server ohne Panel die realistischen Optionen.

Andererseits laufen moderne .NET Versionen auch unter Linux. Allerdings ist es kein übliches Szenario, solche Anwendungen in einer normalen cPanel Shared Hosting Umgebung zu betreiben. Für solche Projekte funktioniert es meist besser, Dienste direkt auf einem VPS einzurichten oder den Supportumfang vorher mit dem Anbieter zu klären.

Kurz gesagt: Taucht Windows, IIS oder MSSQL irgendwo in Ihren Anforderungen auf, fällt die Entscheidung fast von selbst auf Plesk. Besteht Ihr Stack nur aus PHP und MySQL, erfüllen beide Panels die Aufgabe.

Was ändert sich bei PHP, Webserver und Datenbanken?

cPanel setzt unter Linux auf einen Stack mit Apache und verwaltet PHP Versionen über EasyApache 4. Möchten Sie pro Domain eine andere PHP Version, nutzen Sie den MultiPHP Manager. Wie das Schritt für Schritt funktioniert, zeigen wir in unserer Anleitung zum Ändern der PHP Version in cPanel.

Die Linux Ausgabe von Plesk kann Apache und nginx gemeinsam betreiben. Dabei steht nginx vorne und liefert statische Dateien aus, dann bearbeitet Apache dahinter die dynamischen Anfragen. Zudem wählen Sie pro Domain die PHP Version und den Handler, etwa PHP-FPM, in den PHP Einstellungen.

Bei den Datenbanken arbeiten beide Panels mit MySQL oder MariaDB und unterstützen zusätzlich PostgreSQL. Die Windows Ausgabe von Plesk bringt außerdem die Verwaltung von Microsoft SQL Server mit. Welche Versionen genau unterstützt sind, hängt von der Panelversion ab, also prüfen Sie die aktuelle Liste auf der offiziellen Anforderungsseite.

Ist Ihnen die Wahl des Webservers selbst wichtig, lohnt auch ein Blick auf Alternativen mit LiteSpeed. Diesen Vergleich behandeln wir in unserem Artikel über OpenLiteSpeed und Nginx im Vergleich. So trennen Sie die Panelentscheidung sauber von der Entscheidung für einen Webserver.

Plesk oder cPanel: Was ist besser für die WordPress Verwaltung?

Bei WordPress ist der Abstand zwischen beiden Panels kleiner geworden. Denn WP Toolkit läuft inzwischen sowohl in Plesk als auch in cPanel. Damit installieren Sie WordPress, steuern Updates für Kern, Plugins und Themes in einer Ansicht und führen Aktionen für viele Plugins gleichzeitig aus.

WP Toolkit kann außerdem eine Website klonen und eine Testkopie (Staging) anlegen. So testen Sie ein Update zuerst in der Kopie und übertragen es dann auf die Live Website, wenn nichts bricht. Zudem schlägt das Werkzeug Maßnahmen zur Härtung vor, und Dateirechte sowie einige Standardeinstellungen korrigieren Sie mit einem Klick.

  • Manche erweiterten Funktionen hängen von der Lizenzstufe oder vom Paket Ihres Anbieters ab.
  • Viele Anbieter mit cPanel bieten neben WP Toolkit auch Installer von Drittanbietern wie Softaculous an.
  • Bequeme Sammelupdates ersetzen nicht das Backup vor jedem Update.

In der Praxis liegt der Vorteil von Plesk für Agenturen darin, dass ein Administrator WordPress Seiten aus vielen Abonnements in einer Ansicht sieht. Mit cPanel erhalten Sie zwar einen Überblick über WHM, die tägliche Arbeit passiert aber meist im jeweiligen Konto. Egal mit welchem Werkzeug: Wenige Plugins und Updates zuerst in der Testkopie bleiben die wirksamste Gewohnheit.

Welches Panel bietet die stärkeren Sicherheitsfunktionen?

Die ehrliche Antwort auf die Frage nach mehr Sicherheit lautet: Konfiguration und Update Disziplin zählen mehr als das Panel. Trotzdem unterscheiden sich die mitgelieferten Werkzeuge, und es hilft, sie zu kennen.

Bei cPanel blockiert cPHulk Brute Force Protection in WHM wiederholte fehlgeschlagene Anmeldeversuche. Außerdem steuern Sie mit ModSecurity die Regeln einer Web Application Firewall, aktivieren die zweistufige Anmeldung und beziehen Zertifikate automatisch über AutoSSL. Viele Administratoren ergänzen zudem die CSF Firewall.

Bei Plesk basiert die Sperre von IP Adressen auf Fail2Ban und erkennt verdächtige Anmeldeversuche in den Logdateien. Wie Fail2Ban arbeitet, erklären wir in unserer Anleitung zur Einrichtung von Fail2Ban. Zudem bringt Plesk eine Web Application Firewall auf Basis von ModSecurity, eine Firewall Erweiterung und Unterstützung für Let's Encrypt mit.

Egal welches Panel Sie wählen, drei Gewohnheiten bleiben gleich. Halten Sie Panel und Betriebssystem aktuell, aktivieren Sie die zweistufige Anmeldung für Administratoren und schalten Sie ungenutzte Dienste ab. Ihr Zertifikat prüfen Sie dann von außen mit unserem SSL Check Werkzeug.

Wie funktionieren Kontoisolierung und Ressourcenlimits?

Beim Shared Hosting darf eine Lücke in einer Website die anderen nicht gefährden. Diese Trennung hängt stark von der Betriebssystemebene unter dem Panel ab. Zum Beispiel bietet CloudLinux mit CageFS und Ressourcenlimits eine Trennung der Nutzer, und beide Panels laufen auf CloudLinux.

Was CageFS genau leistet, erklären wir im Artikel CageFS und Kontoisolierung im Shared Hosting. Kurz gesagt sieht jeder Nutzer nur sein eigenes Dateisystem und erreicht keine Dateien anderer Konten.

Auf Panelebene betreiben beide Produkte jedes Konto oder Abonnement unter einem eigenen Systembenutzer. Auch die PHP Pools laufen in den meisten Setups getrennt pro Nutzer. Allerdings kommen Grenzen für CPU, Arbeitsspeicher und gleichzeitige Prozesse meist aus zusätzlichen Schichten. Fragen Sie Ihren Anbieter daher direkt, welche Isolierung er einsetzt.

Wie funktionieren Backup und Wiederherstellung?

In cPanel planen Sie Backups auf Serverebene über die Seite Backup Configuration in WHM. Dort wählen Sie Backuptyp, Aufbewahrung und externe Ziele, mit komprimierten, unkomprimierten und inkrementellen Varianten. Der Kontoinhaber lädt zudem über Backup und Backup Wizard in cPanel seine eigenen Dateien, Datenbanken und Maileinstellungen herunter.

Bei Plesk laufen Backups über den Backup Manager. Der Administrator sichert den ganzen Server, ein Kunde sein eigenes Abonnement. Es gibt vollständige und inkrementelle Sicherungen sowie externe Speicherorte; FTP Speicher ist eingebaut, Cloudspeicher kommen über Erweiterungen hinzu.

Allerdings ist ein Panelbackup allein noch keine Backup Strategie. Liegt die Sicherung auf demselben Server, kann ein Plattendefekt oder eine Kontoübernahme sie zusammen mit der Website vernichten. Halten Sie daher mindestens eine Kopie außerhalb des Servers und testen Sie die Wiederherstellung regelmäßig. Wie Sie das aufbauen, zeigt unser Ratgeber zur Backup Strategie für Websites.

Kurz gesagt sind beide Backupwerkzeuge ausgereift. Der eigentliche Unterschied liegt darin, wo die Sicherungen liegen und ob Sie die Wiederherstellung tatsächlich testen.

Welches Panel ordnet Reseller und mehrere Kunden besser?

Hosten Sie Websites für mehrere Kunden, wird das Rechtemodell wichtig. In cPanel legen Sie Resellerkonten über WHM an. Der Reseller erstellt dann cPanel Konten für seine eigenen Kunden, definiert Pakete und steuert mit dem Feature Manager, welche Funktionen sichtbar sind. Reseller Hosting mit cPanel behandeln wir in einem eigenen Artikel.

Plesk deckt denselben Bedarf mit den Rollen Administrator, Reseller und Kunde ab. Serviceplans dienen als Vorlagen für Ressourcen und Rechte, und Abonnements hängen an diesen Plänen. Somit wirkt eine Änderung an einem Plan auf alle verknüpften Abonnements gleichzeitig.

Beide Modelle funktionieren also, sie denken aber unterschiedlich. In cPanel ist jeder Kunde klar ein eigenes Konto mit eigenem Login. Bei Plesk kann ein Kunde mehrere Abonnements und Domains bündeln. Melden sich Ihre Kunden selbst an, sollten Sie also auch berücksichtigen, welche Oberfläche sie bereits kennen.

Welche API und Automatisierung bieten beide Panels?

Möchten Sie wiederkehrende Aufgaben wie Konten anlegen, Domains hinzufügen oder Postfächer einrichten automatisieren, entscheidet die API viel. cPanel bietet zwei Haupt APIs: UAPI für Aufgaben auf Kontoebene und WHM API 1 für Aufgaben auf Server und Resellerebene. Details finden Sie in der offiziellen API Dokumentation von cPanel.

Diese APIs rufen Sie per HTTPS mit einem API Token auf oder nutzen sie direkt auf der Kommandozeile des Servers. Zum Beispiel listen Sie als root zunächst alle Konten auf und sehen dann die Datenbanken eines Kontos mit diesen Befehlen:

whmapi1 listaccts
uapi --user=beispielnutzer Mysql list_databases

Plesk bietet drei Wege: eine REST API, die ältere und umfangreichere XML API sowie Kommandozeilenwerkzeuge, die mit "plesk bin" beginnen. Damit steuern Sie Abonnements, Kunden und Domains per Skript. Welche Aktion welche Schnittstelle unterstützt, prüfen Sie in der offiziellen Plesk Dokumentation.

Außerdem lassen sich beide Panels an Abrechnungs und Automatisierungssysteme anbinden. Abläufe wie ein automatisch angelegtes Konto nach der Zahlung eines Kunden sind also auf beiden Seiten möglich.

Plesk oder cPanel: die Vergleichstabelle

Die folgende Tabelle fasst die Unterschiede zwischen Plesk oder cPanel auf Basis der offiziellen Dokumentation zusammen, damit Sie sie auf einen Blick sehen. Versionsdetails ändern sich, prüfen Sie daher vor der endgültigen Installation die offiziellen Seiten.

KriteriumcPanel und WHMPlesk
BetriebssystemNur Linux (AlmaLinux, CloudLinux, Rocky Linux, Ubuntu)Linux und Windows Server
Aufbau der OberflächeZwei Oberflächen: WHM (Admin, Reseller) und cPanel (Kontoinhaber)Eine Oberfläche, Menüs je nach Rolle
GrundeinheitKonto und PaketAbonnement und Serviceplan
WebserverAuf Apache basierend (EasyApache 4)Apache und nginx unter Linux, IIS unter Windows
Windows und MSSQLNeinJa, in der Windows Ausgabe
WordPress WerkzeugWP Toolkit (je nach Anbieter weitere Installer)WP Toolkit
Schutz vor Brute ForcecPHulkIP Sperre auf Basis von Fail2Ban
BackupsWHM Backup Configuration, cPanel Backup WizardBackup Manager
APIUAPI, WHM API 1REST API, XML API, Kommandozeile
LizenzgrundlageAnzahl der Konten auf dem ServerEdition, Anzahl der Domains und Funktionsumfang
UmzugswerkzeugTransfer ToolPlesk Migrator

Wie unterscheidet sich das Lizenzmodell?

Die beiden Panels zählen bei der Lizenz unterschiedliche Dinge. cPanel Lizenzen staffeln sich nach der Anzahl der cPanel Konten auf dem Server. Plesk gibt es dagegen in Editionen; Web Admin, Web Pro und Web Host unterscheiden sich nach der Zahl der Domains und nach einigen Funktionen. Preise ändern sich oft und variieren je nach Anbieter, deshalb nennen wir hier keine Zahlen.

Dieser Unterschied hängt von Ihrem Szenario ab. Verwalten Sie zum Beispiel viele Domains für ein einziges Unternehmen, bündeln Sie diese in cPanel in wenigen Konten. Haben Sie dagegen viele kleine Kunden mit je einer Website, prüfen Sie getrennt, wie schnell Sie bei Plesk an die Domaingrenze und bei cPanel an die Kontogrenze stoßen.

  • Klären Sie, ob Sie die Lizenz beim Hersteller oder über Ihren VPS Anbieter beziehen.
  • Schreiben Sie Ihren Wachstumsplan als Zahl der Konten und als Zahl der Domains auf.
  • Fragen Sie nach, ob Zusatzfunktionen wie erweiterte WordPress Werkzeuge extra kosten.

Die Plesk Editionen und die Faktoren für den Preis behandeln wir in einem eigenen Artikel zur Plesk Lizenz, daher wiederholen wir sie hier nicht.

Welches Panel bieten Hostinganbieter häufiger an?

Diese Frage beantworten wir nicht mit einem genauen Anteil, denn dazu kennen wir keine unabhängigen, aktuellen Daten. Trotzdem zeigt sich auf Paketseiten ein allgemeines Bild: Linux Shared Hosting kommt häufig mit cPanel, Windows Hosting meist mit Plesk.

Bei VPS Angeboten ist es flexibler. Viele Anbieter führen beide Panels als Zusatzlizenz und stellen fertige Abbilder bereit. Die Unterschiede der Servertypen erklären wir in unserem Vergleich VPS oder Cloud Server und VDS.

Bei der Wahl des Anbieters zählen diese Fragen mehr als der Name des Panels. Wer aktualisiert das Panel? Ist die Lizenz im Preis enthalten? Wo liegen die Backups, und kümmert sich der Support um Probleme mit dem Panel? Diese Kriterien vertiefen wir im Ratgeber Webhosting richtig auswählen.

Wie ziehen Sie von cPanel zu Plesk um, oder umgekehrt?

Auf der Plesk Seite heißt das offizielle Umzugswerkzeug Plesk Migrator. Laut Migrationsleitfaden von Plesk zählen cPanel, die Linux und Windows Ausgaben von Plesk sowie einige ältere Panels zu den unterstützten Quellen. Das Werkzeug überträgt Abonnements samt Domains, Dateien, Mail und Datenbanken.

Derselbe Leitfaden nennt bekannte Einschränkungen. Zum Beispiel erhält bei PostgreSQL Datenbanken aus cPanel nur der Hauptbenutzer der Datenbank Zugriff. Außerdem scheitert der Umzug von Domainaliasen mit bestimmten Zeichen, die cPanel akzeptiert, etwa dem Unterstrich, unter Umständen. Lesen Sie die Liste der Einschränkungen also vor dem Start.

Auf der cPanel Seite ist das Transfer Tool in WHM der offizielle Weg, Konten von einem anderen cPanel Server zu holen. Der Weg von Plesk zu cPanel kann von den beteiligten Panelversionen abhängen. Klären Sie daher die aktuelle Methode in der cPanel Dokumentation und mit Ihrem Hostinganbieter, denn viele Anbieter nennen auf ihren Paketseiten, ob sie beim Umzug helfen.

Auch wenn Ihre Adresse gleich bleibt, birgt ein Umzug Risiken für die Sichtbarkeit in der Suche. Um Probleme mit Weiterleitungen, Ausfällen und Indexierung zu vermeiden, nutzen Sie zusätzlich unsere SEO Checkliste für die Website Migration.

Was sollten Sie vor dem Umzug prüfen?

Beim Wechsel des Panels entstehen die meisten Probleme aus einer unvollständigen Bestandsaufnahme, nicht aus dem Werkzeug. Deshalb empfehlen wir vor dem Start diese Reihenfolge.

  1. Erfassen Sie alle Domains, Subdomains und Aliase in einer Liste.
  2. Notieren Sie Postfächer, Weiterleitungen und Abwesenheitsnotizen.
  3. Halten Sie Datenbanken, deren Benutzer und die Verbindungsdaten jeder Anwendung fest.
  4. Listen Sie geplante Aufgaben (Cronjobs) und die jeweils genutzte PHP Version auf.
  5. Prüfen Sie, ob PHP Versionen und Erweiterungen auf Quell und Zielserver übereinstimmen.
  6. Senken Sie den TTL Wert Ihrer DNS Einträge vor dem Umzug und exportieren Sie die aktuellen Einträge.
  7. Testen Sie die Website auf dem neuen Server über die hosts Datei Ihres Rechners, dann stellen Sie DNS um.
  8. Lassen Sie den alten Server laufen, bis die DNS Änderung überall angekommen ist und Mail auf dem neuen Server eingeht.

Die DNS Einträge vor und nach dem Umzug vergleichen Sie mit unserer DNS Abfrage. Fehlen Einträge vom Typ MX, SPF oder DKIM, verschwinden Nachrichten womöglich unbemerkt. Vergessen Sie außerdem nicht, das SSL Zertifikat auf dem neuen Server neu auszustellen.

Was ist für Agenturen und Freelancer sinnvoller?

Hostet Ihre Agentur viele Kundenwebsites auf einem eigenen Server, erleichtern die zentrale Ansicht und die Abonnementlogik von Plesk die Arbeit. Vor allem bei einem Portfolio mit viel WordPress spart es Zeit, alle Seiten über WP Toolkit an einem Ort zu überwachen.

Melden sich Ihre Kunden dagegen selbst an, um Postfächer anzulegen oder Dateien hochzuladen, wirkt das separate Panel pro Konto in cPanel oft klarer. Viele Kunden kennen eine cPanel Oberfläche außerdem schon. Diese Vertrautheit senkt daher den Supportaufwand.

Unsere Sicht ist folgende: Wir gestalten und entwickeln Websites, also geht es bei der Panelfrage für uns darum, wer die Website wie betreut. Zu Beginn eines Webdesign Projekts betrachten wir das bestehende Hosting, die Fähigkeiten des Kundenteams und die Verantwortung für die Wartung gemeinsam. Erst dann ist die Wahl des Panels sinnvoll.

Arbeiten Sie als Freelancer mit wenigen Websites, ist ein verwaltetes Hostingpaket auf den Namen des Kunden oft ein sichererer Start als ein eigener Server.

Mit welchem Panel kommen Einsteiger leichter zurecht?

Für jemanden, der zum ersten Mal Hosting bucht, sind beide Panels erlernbar. Die Startseite von cPanel gruppiert Werkzeuge unter Symbolen, und online gibt es zahlreiche Anleitungen. Plesk bietet stattdessen eine Übersicht pro Website; klicken Sie auf eine Domain, sehen Sie alle Aktionen für diese Website an einem Ort.

Tatsächlich lautet die eigentliche Frage für Einsteiger nicht, welches Panel, sondern welche Grundaufgaben Sie lernen sollten. Unabhängig vom Panel geben Ihnen diese fünf Fähigkeiten einen soliden Start:

  • Dateien über den Dateimanager oder per FTP hochladen.
  • Ein E-Mail Konto anlegen und ein Mailprogramm einrichten.
  • Eine Datenbank und einen Datenbankbenutzer erstellen.
  • Ein SSL Zertifikat aktivieren und die Verlängerung prüfen.
  • Ein Backup erstellen, herunterladen und bei Bedarf zurückspielen.

Beherrschen Sie diese fünf Aufgaben in einem Panel, braucht der Wechsel zum anderen meist nur ein paar Stunden Eingewöhnung. Machen Sie Ihre Wahl also nicht allein davon abhängig.

Wann sollten Sie das Panel nicht selbst verwalten?

Plesk oder cPanel auf dem eigenen VPS zu installieren, ist technisch möglich, aber nicht immer die richtige Entscheidung. Ein Panel erleichtert die Serververwaltung, nimmt Ihnen aber die Verantwortung nicht ab. Updates des Betriebssystems, Sicherheitspatches, der Ruf Ihrer Mailserver und Backups bleiben Ihre Aufgabe.

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, empfehlen wir, das Panel Ihrem Hostinganbieter zu überlassen, also verwaltetes Hosting oder einen verwalteten VPS zu nutzen:

  • Niemand in Ihrem Team hat echte Erfahrung mit dem Betrieb von Linux oder Windows Servern.
  • Ihnen fehlt die Zeit, Sicherheitsupdates regelmäßig zu verfolgen.
  • Auf Ihrer Website läuft ein Onlineshop mit Zahlungen oder personenbezogenen Daten.
  • Ihre geschäftliche E-Mail liegt auf demselben Server, und die Zustellbarkeit ist kritisch.
  • Für Ausfälle in der Nacht haben Sie keinen Bereitschaftsdienst.

In diesen Fällen wirken Lizenz und Server zwar günstig, doch ein Sicherheitsvorfall oder Datenverlust kostet deutlich mehr. Trennen Sie daher technische Neugier von geschäftlichem Risiko. Bauen Sie einen eigenen Server zum Testen und Lernen, dann vertrauen Sie produktive, umsatzrelevante Websites einem fähigen Anbieter an.

Ist ein Betrieb ganz ohne Panel auch eine Option?

Ja, und viele Entwicklerteams bevorzugen genau das. Hosten Sie eine einzelne Anwendung, verbraucht die direkte Installation von Nginx, Anwendungsserver und Datenbank weniger Ressourcen und kostet keine Lizenz. Allerdings richten Sie Mail, DNS und die Verwaltung mehrerer Nutzer dann selbst ein.

Außerdem gibt es Wege dazwischen. Kostenlose Panels wie CyberPanel, aaPanel und Webmin decken andere Bedürfnisse ab, und wir behandeln sie in eigenen Artikeln. Für containerbasierte Projekte bieten PaaS Werkzeuge wie Coolify auf dem eigenen Server eine weitere Möglichkeit.

Kurz gesagt sind Plesk und cPanel ausgereifte, umfassende Lösungen für klassisches Webhosting. Passt Ihr Projekt aber nicht in dieses Muster, prüfen Sie vor dem Kauf einer Panellizenz, ob ein schlankerer Aufbau genügt.

Plesk oder cPanel: Wie treffen Sie die endgültige Entscheidung?

Um die Wahl zu klären, filtern Sie Ihre Anforderungen der Reihe nach. Zunächst kommt das Betriebssystem, danach das Verwaltungsmodell, die Lizenzgrundlage und der Aufwand für den Umzug. Die folgende Übersicht weist in den meisten Fällen die Richtung.

  • Brauchen Sie Windows, IIS, ASP.NET Framework oder MSSQL, wählen Sie Plesk.
  • Kaufen Sie Linux Shared Hosting, starten Sie mit dem Panel Ihres Anbieters; meist ist das cPanel.
  • Für viele WordPress Seiten in einer Ansicht spricht Plesk, doch WP Toolkit läuft auch in cPanel.
  • Wollen Sie Kunden ein eigenes, vertrautes Panel geben, hat die Struktur aus cPanel und WHM die Nase vorn.
  • Läuft Ihr Server bereits mit einem Panel, ziehen Sie nicht nur aus Vorliebe um; das Risiko kann den Nutzen übersteigen.

Schließlich ist ein Panel nur ein Werkzeug. Geschwindigkeit, Sicherheit und Suchleistung hängen viel stärker von der Konfiguration ab als vom Panel. Ist die Frage Plesk oder cPanel geklärt, investieren Sie Ihre Energie in aktuelle Software, regelmäßige Backups und einen überwachten Server.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Plesk und cPanel auf demselben Server installieren?
Nein, beide Panels sollten Sie nicht auf demselben Server installieren. Jedes Panel möchte Webserver, E-Mail, DNS und Datenbanken mit seiner eigenen Konfiguration steuern, deshalb kommt es zu Konflikten. Möchten Sie beide ausprobieren, richten Sie zwei getrennte Testserver ein. Den produktiven Server bauen Sie dann nach Ihrer Entscheidung mit einer sauberen Installation auf.
Läuft cPanel auf Windows Servern?
Nein, cPanel läuft nicht auf Windows Servern. Die offiziellen Systemanforderungen nennen nur Linux Distributionen wie AlmaLinux, CloudLinux, Rocky Linux und Ubuntu. Brauchen Sie Windows, IIS oder MSSQL, sind die Windows Ausgabe von Plesk oder ein Windows Server ohne Panel die passenderen Optionen. Prüfen Sie vor der Installation die aktuell unterstützten Versionen auf der offiziellen Seite.
Ist Plesk oder cPanel besser für WordPress?
Beide Panels eignen sich gut für WordPress, denn WP Toolkit läuft inzwischen in Plesk und in cPanel. Der Unterschied liegt vor allem in der Verwaltung. Wollen Sie viele Websites in einer Ansicht überwachen, ist Plesk angenehm. Möchten Sie jede Website in einem eigenen Konto mit eigenem Kundenlogin führen, ist die Struktur von cPanel leichter nachvollziehbar.
Gehen meine Websites beim Umzug von cPanel zu Plesk offline?
Bei guter Planung bleiben Ihre Websites erreichbar, oder der Ausfall ist sehr kurz. Sie kopieren die Konten mit Plesk Migrator auf den neuen Server, testen die Website über die hosts Datei und stellen danach die DNS Einträge um. Lassen Sie den alten Server laufen, bis die Änderung überall angekommen ist. Ein vorher gesenkter TTL Wert senkt das Risiko deutlich.
Wonach richten sich die Lizenzen von Plesk und cPanel?
Lizenzen für cPanel staffeln sich nach der Anzahl der cPanel Konten auf dem Server. Plesk gibt es in Editionen wie Web Admin, Web Pro und Web Host, die sich nach Domainanzahl und Funktionsumfang unterscheiden. Preise ändern sich oft und variieren je nach Anbieter, daher klären Sie die aktuellen Kosten beim Hersteller oder bei Ihrem Hostinganbieter.
Kann ich beim Shared Hosting das Panel selbst wählen?
Meist wählen Sie beim Shared Hosting das Panel nicht selbst, sondern der Anbieter legt es fest. Linux Pakete kommen häufig mit cPanel, Windows Pakete häufig mit Plesk. Manche Anbieter bieten dasselbe Paket mit beiden Panels an. Achten Sie beim Vergleich zudem auf Backups, Supportumfang, verfügbare PHP Versionen und Grenzen für E-Mail, nicht nur auf den Panelnamen.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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