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cPanel Reseller Hosting: Was ist das und für wen lohnt es sich?

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Was ist cPanel Reseller Hosting?

cPanel Reseller Hosting ist ein Hostingmodell, bei dem ein Anbieter Ihnen WHM Zugang auf seinem Server gibt. Damit teilen Sie Ihr Kontingent in mehrere unabhängige cPanel Konten für verschiedene Kunden auf. Den Server selbst betreibt der Anbieter. Sie legen Pakete an, eröffnen Konten und betreuen Kunden unter Ihrer eigenen Marke.

Kurz gesagt mieten Sie mit einem Reseller Konto eine Verwaltungsebene eines Servers. Rootrechte erhalten Sie also nicht. Allerdings dürfen Sie Kundenkonten anlegen, sperren und löschen und Ressourcen verteilen. Deshalb wählen Agenturen und Freelancer dieses Modell häufig, wenn sie mehrere Kundenwebsites zentral verwalten möchten.

Zunächst eine klare Einordnung: Wir sind ein Team für digitales Marketing und Webprojekte, kein Hostinganbieter. Unsere Darstellung stützt sich daher auf die offizielle cPanel Dokumentation und auf den Text der DSGVO. Zudem nennen wir keine Preise und empfehlen keinen bestimmten Anbieter. Unser Ziel: Sie sollen genau sehen, was Sie mit einem Reseller Konto übernehmen.

Die allgemeine Hostingwahl behandeln wir in unserem Leitfaden zur Auswahl von Webhosting. Dieser Beitrag konzentriert sich dagegen auf eine Frage: Was gewinnen Sie, und was schulden Sie, wenn Sie fremde Websites unter Ihrem eigenen Konto hosten?

Wie funktioniert die Hierarchie aus WHM und cPanel?

cPanel arbeitet mit drei Ebenen. Ganz oben steht der Benutzer root, dem der Server gehört. In der Mitte steht der Reseller. Er meldet sich mit eigenem Benutzernamen in WHM an, sieht dort aber nur die Rechte, die root ihm freigibt. Ganz unten liegt das cPanel Konto des Endkunden.

  • Root: verwaltet Betriebssystem, cPanel Lizenz, Serversicherungen und Firewall. Beim Reseller Tarif bleibt diese Ebene beim Anbieter.
  • Reseller: legt in WHM Pakete an und eröffnet, sperrt oder löscht Konten. Die Rechteliste von root setzt die Grenzen.
  • cPanel Konto: Hier liegen Dateien, Datenbanken, Postfächer und Domains eines einzelnen Kunden.

Die praktische Folge ist also einfach. Aufgaben auf Kontoebene, etwa der Wechsel der PHP Version einer Website, erledigen Sie oder der Kunde. Zum Beispiel zeigen wir diesen Schritt in unserem Beitrag zur PHP Version in cPanel. Andererseits liegen Kernelupdates, Hardwaredefekte und serverweite Ausfälle außerhalb Ihrer Kontrolle. Außerdem unterscheidet sich die Rechteliste von Anbieter zu Anbieter. Lassen Sie sich diese Liste deshalb vor dem Kauf schriftlich geben.

Wozu dient ein WHM Paket im Reseller Konto?

Ein WHM Paket ist eine Vorlage für Ressourcen und Funktionen, die für jedes zugeordnete cPanel Konto gilt. Statt für jeden Kunden Grenzwerte einzeln einzutragen, definieren Sie Pakete wie „Start“ oder „Business“. Beim Anlegen eines Kontos wählen Sie dann einfach das passende Paket. So laufen ähnliche Kunden nach denselben Regeln.

Laut cPanel Dokumentation umfasst ein Paket Einstellungen wie Speicherplatz, monatliches Datenvolumen, maximale Anzahl an FTP Konten, E-Mail Konten, SQL Datenbanken, Subdomains, geparkten und zusätzlichen Domains sowie ein stündliches Limit für weitergeleitete Nachrichten. Zudem verknüpfen Sie jedes Paket mit einer Funktionsliste. Sie bestimmt, welche Werkzeuge der Kunde in cPanel sieht. Die vollständige Liste finden Sie in der offiziellen cPanel Dokumentation zum Anlegen von Paketen.

Ein Detail ist dabei vor allem wichtig. Root entscheidet, ob Reseller die Paketverwaltung überhaupt öffnen dürfen. Das heißt: Bei manchen Anbietern nutzen Sie nur vorgefertigte Pakete. Wenn Sie eine eigene Paketstruktur planen, fragen Sie also früh nach, ob diese Funktion freigeschaltet ist.

Unser Rat: Beginnen Sie mit wenigen, klar unterscheidbaren Paketen. Konkret decken drei Tarife den Bedarf der meisten Agenturen ab. Zehn Tarife machen es dagegen nach einigen Monaten schwer, den Überblick zu behalten.

Wie begrenzen Ressourcenlimits ein Reseller Konto?

Root kann einen Reseller auf drei Arten begrenzen. Die cPanel Dokumentation zu Reseller Rechten nennt ein Gesamtlimit für Konten, ein Limit nach Ressourcenverbrauch und ein Limit nach Paketen. Wenn Sie wissen, welche Variante Ihr Anbieter nutzt, wissen Sie auch, was Sie Kunden zusagen können.

  1. Gesamtlimit für Konten: begrenzt die Zahl der cPanel Konten. Die Ressourcenverteilung bleibt somit unberührt.
  2. Limit nach Ressourcen: gibt Ihnen eine Gesamtmenge an Speicherplatz und Datenvolumen. Jedes neue Konto zieht seinen Anteil davon ab.
  3. Limit nach Paketen: Sie eröffnen Konten nur mit Paketen, die root erlaubt. Zusätzlich kann root die Kontenzahl pro Paket begrenzen.

Allerdings betreffen diese Limits vor allem Speicher und Traffic. CPU und Arbeitsspeicher steuern meist andere Werkzeuge auf Serverebene. Viele Shared Umgebungen setzen dafür eine Schicht wie CloudLinux ein. Daher bedeutet „ich habe 50 GB Speicher“ noch lange nicht „meine Websites laden schnell“. Tempo und Stabilität hängen auch von allen anderen Nutzern auf demselben Server ab.

Beispielrechnung: Root gibt Ihnen 100 Einheiten Speicher, und jedes Kundenpaket belegt 10 Einheiten. Bei einem strikten Limit eröffnen Sie also höchstens 10 Konten. Diese einfache Rechnung zeigt, warum das nächste Thema so wichtig ist.

Was bedeutet Overselling und warum ist es riskant?

Overselling heißt: Die Summe der Kontingente, die Sie an Kunden vergeben, darf Ihr eigenes Gesamtkontingent übersteigen. In cPanel kann root bei Ressourcenlimits die Option „Allow Overselling“ getrennt für Speicherplatz und Datenvolumen aktivieren. Dann zählt das System den tatsächlichen Verbrauch statt der Summe der zugeteilten Kontingente.

Die Logik ist nachvollziehbar, denn die meisten Kunden schöpfen ihr Kontingent nie aus. Beispielrechnung: Sie haben 100 Einheiten und vergeben an 15 Kunden je 10 Einheiten. Auf dem Papier sind das 150 Einheiten. Liegt der echte Verbrauch bei 60 Einheiten, fällt nichts auf. Laden allerdings mehrere Kunden im selben Monat große Medienarchive hoch, ist der zugesagte Platz für alle gleichzeitig weg.

Das Risiko hat somit zwei Ebenen. Zunächst geht es um Ihr eigenes Overselling, mit dem Sie ein Versprechen an Kunden brechen. Dazu kommt die Belegungsdichte beim Anbieter auf Serverebene, die Sie nicht sehen. Fragen Sie deshalb, wie viele Reseller und Konten sich einen Server teilen und wie der Anbieter Ressourcen isoliert. Bekommen Sie keine klare Antwort, werten Sie das als Warnsignal.

Unsere Haltung ist daher eindeutig. Bauen Sie eine Struktur auf, die das zugesagte Kontingent wirklich liefern kann. Overselling sieht auf dem Papier nach Gewinn aus, kostet aber beim ersten Kapazitätsengpass Vertrauen.

Wann lohnt sich cPanel Reseller Hosting für Agenturen?

cPanel Reseller Hosting lohnt sich, wenn eine Agentur mehrere Kundenwebsites hosten, aber keinen Server betreiben möchte. Typisch ist vor allem eine Agentur, die neben Webdesign auch Wartung, Domains und E-Mail aus einer Hand anbietet.

  • Mehrere Kundenwebsites: Jeder Kunde erhält ein eigenes cPanel Konto, Dateien und Datenbanken bleiben getrennt.
  • Hosting unter eigener Marke: Der Kunde sieht Ihre Marke auf Rechnungen und Nameservern.
  • Trennung pro Kunde: Gelangt das Passwort einer Website nach außen, kommt ein Angreifer nicht ohne Weiteres an fremde Kundendateien.
  • Einfache Übergabe: Endet ein Projekt, sichern Sie ein einzelnes Konto und übergeben es an den Kunden oder einen neuen Anbieter.

Trotzdem ist ein Reseller Konto ein Geschäftsmodell und nicht nur eine technische Entscheidung. Sobald Sie Hosting verkaufen, liegen Ausfälle, E-Mail Probleme und Verlängerungen bei Ihnen. Möchten Sie diese Verantwortung neben dem Webdesign nicht tragen, buchen Kunden ihr Hosting besser selbst. In unseren Webdesign Projekten klären wir diese Frage deshalb gleich zu Beginn offen mit dem Kunden.

Brauchen Freelancer ein Reseller Konto?

Die meisten Freelancer brauchen keines, in manchen Fällen spart es jedoch viel Aufwand. Entscheidend ist meist nicht die Zahl der Kunden. Entscheidend ist, ob Sie eine laufende Wartung zusagen. Übergeben Sie eine Website und ziehen weiter, schützt Hosting auf den Namen des Kunden beide Seiten.

Wann sollten Sie also über Reseller Hosting nachdenken? Zum Beispiel dann, wenn Sie monatliche Wartungspakete verkaufen, Updates und Sicherungen selbst übernehmen und Kunden mit wenig Technikwissen betreuen. Außerdem führt die Verwaltung vieler einzelner Zugänge, Laufzeiten und Rechnungen irgendwann zu Fehlern.

Das größte Risiko für Freelancer ist allerdings eine Infrastruktur, die an einer einzigen Person hängt. Fallen Sie krankheitsbedingt aus oder geben Sie das Geschäft auf, bleiben Kundenwebsites in Ihrem Konto. Dokumentieren Sie daher für jeden Kunden Zugangsdaten, Domaininhaber und einen Ausstiegsplan. Diese Seite der Debatte beleuchten wir im Beitrag Webdesign Agentur oder Freelancer.

Eine Regel gilt immer: Registrieren Sie die Domain auf den Namen des Kunden. Das Hosting kann bei Ihnen liegen, die Domain gehört dem Kunden. Sonst endet eine einfache Trennung schnell im Streit.

Wie funktionieren White Label und eigene Nameserver?

White Label bedeutet, dass der Kunde Ihre Marke sieht und nicht die des Anbieters. Praktisch heißt das: Rechnungen kommen von Ihnen, Supportanfragen landen bei Ihnen, und die Domain zeigt auf Ihre Nameserver. Wie weit Sie die Oberfläche des Panels selbst anpassen können, hängt von den Rechten ab, die Ihr Anbieter freigibt.

Laut cPanel Dokumentation erhalten neue Konten eines Resellers Standard Nameserver. Root kann festlegen, ob der Reseller die Nameserver von root übernimmt oder ob eigene Nameserver ausdrücklich hinterlegt sind. Für eigene Nameserver brauchen Sie zwei Schritte. Zunächst erhalten Sie die IP Adressen vom Anbieter. Danach legen Sie bei Ihrem Domainregistrar sogenannte Glue Records für diese Namen an.

ns1.example.com.   IN  A   192.0.2.10
ns2.example.com.   IN  A   192.0.2.11

Im Beispiel steht example.com für Ihre Agenturdomain und 192.0.2.x für die Adressen des Anbieters. Nach dem Eintragen prüfen Sie die Verbreitung mit unserer DNS Abfrage. Behalten Sie allerdings eines im Blick: Ein eigener Nameserver ist nur ein Name. DNS Anfragen beantworten weiterhin die Server des Anbieters. Fällt dessen Server aus, schweigt also auch der Nameserver mit Ihrer Marke.

Warum ist die Trennung zwischen Kundenkonten wichtig?

Auf einem geteilten Server ist das größte Risiko, dass eine Lücke in einem Konto auf andere übergreift. Für eine Agentur wiegt dieses Risiko schwerer, weil alle Kunden unter demselben Reseller Dach liegen. Ein veraltetes Plugin bei einem Kunden kann dann auch dem Ruf eines anderen Kunden schaden.

cPanel gibt jedem Kunden einen eigenen Benutzer und ein eigenes Home Verzeichnis. Das ist eine grundlegende Trennung. Zudem setzen viele Anbieter CageFS von CloudLinux ein, um Nutzer strenger voneinander abzuschirmen. CageFS gibt jedem Nutzer ein eigenes virtuelles Dateisystem und blendet andere Nutzer aus. Details erklären wir im Beitrag Was ist CageFS, daher wiederholen wir sie hier nicht.

Diese Fragen sollten Sie Ihrem Anbieter stellen:

  • Trennen Sie das Dateisystem zwischen Konten, und mit welcher Technik?
  • Begrenzen Sie CPU und Arbeitsspeicher pro Konto?
  • Wer verwaltet die Firewall des Servers und den Schutz gegen Brute Force Angriffe?

Einen Einstieg in die Firewall bietet unser Leitfaden zur CSF Firewall. Im Reseller Tarif gehören diese Einstellungen zu root. Ihre Aufgabe ist es, einen Anbieter zu wählen, der sie sauber umsetzt.

Was brauchen Sie für Abrechnung und Automatisierung?

Mit wachsender Kundenzahl wird es mühsam, Verlängerungen, Zahlungen und Sperrungen von Hand zu verfolgen. Viele Reseller wechseln dann zu einem Abrechnungssystem mit WHM Anbindung; eines der bekanntesten Beispiele ist WHMCS. Solche Systeme eröffnen ein Konto bei Zahlungseingang und sperren es bei Zahlungsverzug.

Einrichtung und Abläufe von WHMCS behandeln wir in einem eigenen Beitrag. Deshalb gehen wir hier nicht ins Detail. Für Ihre Reseller Entscheidung zählt ein Punkt: Ein Reseller Konto funktioniert auch ohne Automatisierung. Bei fünf oder zehn Kunden reichen oft eine einfache Tabelle und Kalendererinnerungen. Automatisierung lohnt sich erst, wenn die Kundenzahl Kosten und Pflege rechtfertigt.

Ein Hinweis noch: Richten Sie automatische Sperrregeln in Agenturbeziehungen mit Bedacht ein. Wenn die Website eines Firmenkunden offline geht, weil eine Zahlung einen Tag zu spät kam, kostet das schnell mehr als die Rechnung. Planen Sie also Erinnerungen und eine Kulanzfrist vor jeder Sperrung ein.

Denken Sie außerdem an die Buchhaltung. Stellen Sie Hosting unter Ihrem eigenen Unternehmen in Rechnung, klären Sie die richtige Einordnung mit Ihrer Steuerberatung. Zudem gehören Hostingverlängerungen in denselben Kalender wie Domainverlängerungen, denn zwei getrennte Kalender laufen mit der Zeit auseinander.

Wer ist für Backups verantwortlich?

Die kurze Antwort: Gegenüber dem Kunden stehen Sie in der Verantwortung, für die Sicherung der Infrastruktur sorgt der Anbieter. Ihr Anbieter sichert den Server womöglich, doch Häufigkeit, Aufbewahrung und Wiederherstellung richten sich nach seinem Vertrag. Ihr Kunde ruft dagegen Sie an, wenn eine Website verschwindet, nicht den Anbieter.

Verlassen Sie sich deshalb nicht allein auf die Sicherungen des Anbieters. Diese Routine empfehlen wir:

  1. Lassen Sie sich die Backup Richtlinie des Anbieters schriftlich geben: Häufigkeit, Aufbewahrung, mögliche Gebühren für Wiederherstellungen.
  2. Laden Sie für jedes Kundenkonto regelmäßig eine vollständige Sicherung über die Backup Oberfläche von cPanel herunter oder senden Sie sie an einen externen Speicher.
  3. Sichern Sie Datenbanken zusätzlich und testen Sie mindestens einmal im Monat eine Wiederherstellung.
  4. Halten Sie Umfang und Dauer der Wiederherstellung im Kundenvertrag fest.

Den allgemeinen Rahmen beschreiben wir in unserer Backup Strategie für Websites. Für Reseller kommt eine Regel hinzu. Entscheidend ist nicht, dass ein Backup existiert, sondern dass Sie seine Wiederherstellung nachweislich getestet haben. Denn ein ungetestetes Backup ist im Ernstfall nur eine Annahme.

Wer kümmert sich in der Supportkette um was?

Im Reseller Modell läuft Support über eine Kette mit zwei Gliedern. Zunächst schreibt der Kunde Ihnen. Übersteigt das Problem Ihre Rechte, schreiben Sie dann dem Anbieter. Der Kunde kennt den Anbieter nicht, folglich landet jede Verzögerung bei Ihnen.

Art des ProblemsErster KontaktWer löst es
Passwort zurücksetzen, neues PostfachSieSie oder der Kunde
Fehler auf der Website, PluginkonfliktSieSie (Webteam)
SSL verlängert sich nicht, DNS löst nicht aufSieOft der Anbieter
Serverausfall, HardwaredefektSieDer Anbieter
IP Adresse auf einer SperrlisteSieAnbieter und Sie gemeinsam

Das Ergebnis ist eindeutig: Sie sind immer der erste Ansprechpartner. Klären Sie daher vorab, welche Supportkanäle der Anbieter bietet, wie schnell er antwortet und ob er nachts und am Wochenende erreichbar ist. Für SSL Fragen liefert unser Beitrag Was ist ein SSL Zertifikat die Grundlagen.

Worin unterscheidet sich cPanel Reseller Hosting von einem VPS mit cPanel?

Der Kernunterschied liegt bei den Rootrechten und der Grenze der Verantwortung. Beim cPanel Reseller Hosting gehört der Server dem Anbieter, und Sie verwalten nur Ihren Anteil. Installieren Sie cPanel auf einem VPS, gehört Ihnen der ganze Server. Sie sind root, folglich sind Updates und Sicherheit Ihre Aufgabe.

KriteriumReseller HostingVPS mit cPanel
RootrechteNeinJa
Updates des BetriebssystemsAnbieterSie oder ein Managed Service
cPanel LizenzLizenz des AnbietersIhre eigene Lizenz
RessourcenAnteil an einem geteilten ServerDem VPS zugewiesene Ressourcen
Nötiges FachwissenMittelHoch
Eigene SoftwareEingeschränktFrei

Die verschiedenen Servertypen vergleichen wir im Beitrag VPS oder Cloud Server. Als Faustregel gilt: Starten Sie mit Reseller Hosting, wenn niemand im Team einen Server betreuen kann. Planen Sie dann den Umstieg auf einen VPS, sobald Kunden eigene Dienste, eine andere Datenbank oder Anpassungen auf Serverebene brauchen.

Wer ist Verantwortlicher und wer Auftragsverarbeiter?

Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung; klären Sie Ihre konkrete Situation mit einer Anwältin oder einem Anwalt. Nach der DSGVO entscheidet der Verantwortliche über Zwecke und Mittel der Verarbeitung personenbezogener Daten. Der Auftragsverarbeiter verarbeitet Daten im Auftrag des Verantwortlichen. Artikel 28 verlangt zudem einen Vertrag zwischen beiden und regelt, wann ein Auftragsverarbeiter weitere Auftragsverarbeiter einbinden darf.

In der Reseller Kette sieht das typische Bild so aus: Für Formulareingaben und Bestelldaten auf seiner Website ist meist Ihr Kunde der Verantwortliche. Da Sie das Hosting stellen, können Sie Auftragsverarbeiter sein. Ihr Infrastrukturanbieter wird dann zu einem weiteren Glied, häufig als Unterauftragsverarbeiter. Den Verordnungstext finden Sie auf der offiziellen Rechtsdatenbank der EU. Betreuen Sie Kunden in der Türkei, kennt auch das dortige KVKK eine ähnliche Aufteilung.

Konkret heißt das: Ihr Kundenvertrag sollte Hosting, Sicherungen, Zugriffe und die Meldung von Vorfällen regeln. Außerdem sollten Sie wissen, in welchem Land der Server steht, denn Übermittlungen in Drittländer werfen eigene Fragen auf. Die Seite der Website fassen wir in unserem DSGVO Leitfaden für Websites zusammen.

Welche Fragen sollten Sie einem Reseller Anbieter stellen?

Die halbe Reseller Entscheidung ist die Wahl des richtigen Anbieters, denn seine Infrastruktur wird zu Ihrem Versprechen. Vergleichen Sie also nicht zuerst Angebote, sondern beginnen Sie mit den folgenden Fragen. Ein Anbieter, der klar und schriftlich antwortet, arbeitet meist auch im Betrieb klar.

  • Welche WHM Rechte erhalten Reseller, und darf ich Pakete anlegen?
  • Arbeiten Sie mit Ressourcenlimits oder Kontolimits, und erlauben Sie Overselling?
  • Wie trennen Sie Konten, und begrenzen Sie CPU und Arbeitsspeicher pro Konto?
  • Wie oft sichern Sie den Server, und wie beantrage ich eine Wiederherstellung?
  • Welche Möglichkeiten habe ich bei eigenen Nameservern und beim Branding?
  • Wo stehen Ihre Server, und schließen Sie einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung ab?
  • Kann ich bei einem Wechsel alle Kontosicherungen gesammelt exportieren?

Die letzte Frage überspringen viele Agenturen, dabei gehört sie zu den wichtigsten. Sind Sie mit einem Anbieter unzufrieden, müssen Sie alle Kunden reibungslos umziehen können. Wer den Umzugsweg vor dem Kauf kennt, vermeidet eine Abhängigkeit.

Prüfen Sie zudem, ob der Anbieter eine Statusseite führt und Wartungsarbeiten ankündigt. Kennen Sie geplante Arbeiten im Voraus, informieren Sie auch Ihre Kunden rechtzeitig.

Was richten Sie in einem neuen Reseller Konto zuerst ein?

Bevor der erste Kunde umzieht, schaffen Sie die Grundordnung. Denn spätere Korrekturen kosten immer mehr Aufwand als ein sauberer Start. Diese Reihenfolge empfehlen wir:

  1. Ändern Sie das WHM Passwort in ein starkes Passwort und aktivieren Sie die zweistufige Anmeldung.
  2. Legen Sie die Einträge für Ihre eigenen Nameserver an und prüfen Sie die DNS Verbreitung.
  3. Definieren Sie zwei oder drei Pakete und prüfen Sie jede Funktionsliste.
  4. Eröffnen Sie ein separates Konto für Ihre eigene Agenturwebsite und trennen Sie es von Kundenkonten.
  5. Legen Sie ein Testkonto an und prüfen Sie E-Mail, SSL und Backups von Anfang bis Ende.
  6. Speichern Sie die Zugangsdaten jedes Kunden in einem sicheren Passwortmanager.

Viele Teams lassen das Testkonto weg. Dabei nimmt es der ersten Woche alle Überraschungen, wenn Sie vorher sehen, dass sich SSL selbst verlängert, Nachrichten nicht im Spam landen und ein Backup sauber zurückkommt. Kurz gesagt: Testen Sie alles zuerst an sich selbst und öffnen Sie es dann für Kunden.

Welche Sicherheitsgewohnheiten zählen im Reseller Konto?

Auch ohne Rootrechte liegt ein großer Teil der Sicherheit bei Ihnen. Den Server schützt der Anbieter. Schwache Passwörter, alte Plugins und vergessene Testinstallationen in Kundenkonten fallen jedoch in Ihren Bereich. Führen Sie deshalb von Anfang an einige Gewohnheiten ein.

  • Nutzen Sie für jedes Kundenkonto ein starkes, eigenes Passwort und speichern Sie es nie in einer gemeinsamen Datei.
  • Löschen Sie ungenutzte Testinstallationen und alte Kopien von Websites.
  • Aktualisieren Sie Content Management Systeme und Plugins nach festem Plan.
  • Geben Sie Kunden nur den Zugang, den sie brauchen, und nutzen Sie nach Möglichkeit SFTP statt FTP.

Achten Sie außerdem auf weitreichende Rechte. Die cPanel Dokumentation beschreibt das umfassendste Recht „All Features“ als vollständigen Zugriff auf das gesamte System. Deshalb sollten nur vollständig vertrauenswürdige Reseller es erhalten. Details finden Sie in der cPanel Dokumentation zu Reseller Rechten. Gibt Ihnen ein Anbieter dieses Recht, wirft das Fragen zum Schutz seiner übrigen Kunden auf.

Was gehört in den Hostingvertrag mit Kunden?

Sobald Sie Websites über ein Reseller Konto hosten, braucht die Beziehung zu jedem Kunden einen Dienstleistungsvertrag. Eine mündliche Absprache führt beim ersten Ausfall oder Datenverlust zu unterschiedlichen Erwartungen. Halten Sie den Umfang also von Beginn an schriftlich fest.

Mindestens diese Punkte gehören hinein: Ressourcen des Pakets und Folgen bei Überschreitung, Häufigkeit der Sicherung und Dauer der Wiederherstellung, Supportkanäle und Zeiten, Ankündigung geplanter Wartung, Sperrregeln bei Zahlungsverzug und die Herausgabe der Daten bei einer Trennung. Zudem sollte der Vertrag festhalten, dass die Domain auf den Kunden registriert bleibt.

Schreiben Sie zum Beispiel nicht „wir sichern täglich“, sondern „wir sichern täglich, bewahren die letzten sieben Tage auf und reagieren auf Wiederherstellungsanfragen innerhalb eines Werktags“. So weiß der Kunde, was er bekommt. Gleichzeitig versprechen Sie nicht mehr, als Ihr Anbieter Ihnen zusichert. Anders gesagt: Ihr Vertrag darf nie über die Garantien Ihres Anbieters hinausgehen.

Wann sollten Sie auf cPanel Reseller Hosting verzichten?

Ehrlich gesagt passt cPanel Reseller Hosting nicht zu jedem. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, buchen Kunden ihr Hosting besser selbst, oder Sie überlassen die Aufgabe einem Managed Anbieter.

  • Niemand kann bei einem Ausfall nachts oder am Wochenende auf Kunden reagieren.
  • Ihre Kunden betreiben Onlineshops mit viel Traffic und brauchen garantierte Ressourcen.
  • Projekte benötigen eigene Serversoftware, eine andere Datenbank oder lang laufende Hintergrundprozesse.
  • Sie erwarten keine Einnahmen aus dem Hosting und suchen nur Bequemlichkeit.

Der letzte Punkt ist vor allem wichtig. Wer einen Reseller Tarif nur kauft, damit alles in einem Panel liegt, betreibt am Ende ein Hostinggeschäft, das er nie wollte. Haben Sie außerdem wenige Kunden und keine Wartungszusage, ist eine klarere Trennung besser. Dann hat jeder Kunde sein eigenes Hostingkonto, und Sie treten nur als technischer Ansprechpartner auf. Somit ist auch die Grenze der Verantwortung im Vertrag eindeutig.

Nach welchen Kriterien treffen Sie die Reseller Entscheidung?

Wir empfehlen, die Entscheidung an wenigen konkreten Kriterien festzumachen und nicht am Bauchgefühl. Je mehr der folgenden Fragen Sie mit Ja beantworten, desto sinnvoller wird das Reseller Modell für Sie.

  • Betreuen Sie dauerhaft mehr als eine Kundenwebsite?
  • Können Sie Supportanfragen auch außerhalb der Geschäftszeiten beantworten?
  • Haben Sie Ihren Prozess für Sicherung und Wiederherstellung schriftlich festgelegt?
  • Enthalten Ihre Kundenverträge Klauseln zu Hosting und Auftragsverarbeitung?

Antworten Sie überwiegend mit Nein, bauen Sie zuerst die Prozesse auf und kaufen Sie danach den Reseller Tarif. Sonst steht die Infrastruktur, aber das Geschäft ist nicht bereit. Können Sie dagegen alles mit Ja beantworten, ist ein Reseller Konto ein vernünftiger Weg zu einem geordneten Service.

Fazit: Ein Reseller Konto ist Verantwortung, nicht nur Infrastruktur

cPanel Reseller Hosting ermöglicht Agenturen und Freelancern, viele Kunden zu hosten, ohne einen Server zu betreiben. WHM Pakete, Ressourcenlimits und eigene Nameserver sorgen für eine geordnete Struktur. Gegenüber Ihren Kunden tragen jedoch Sie die Verantwortung für Backups, Support und Datenschutz, während der Anbieter nur die Infrastruktur stellt.

Unser Rat: Legen Sie zuerst die Grenzen der Verantwortung fest, wählen Sie dann den Anbieter und definieren Sie zuletzt die Pakete. Verzichten Sie auf Overselling, testen Sie Ihre Backups und lassen Sie die Domain immer auf den Kunden registriert. Mit dieser Routine wird ein Reseller Konto zu einem soliden Baustein Ihres Angebots aus Webdesign und Wartung.

Schauen Sie vor der Entscheidung trotzdem ehrlich auf die tatsächliche Kapazität Ihres Teams. Können Sie auf einen nächtlichen Ausfall nicht reagieren, ist der beste Dienst am Kunden der Hinweis auf einen guten Hostinganbieter.

Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet cPanel Reseller Hosting von Shared Hosting?
Der Unterschied liegt in den Verwaltungsrechten. Shared Hosting gibt Ihnen ein einzelnes cPanel Konto. Reseller Hosting gibt Ihnen dagegen WHM Zugang, damit Sie Ihr Kontingent in mehrere unabhängige cPanel Konten aufteilen. Beide Modelle können auf derselben Art von geteiltem Server laufen, doch beim Reseller Tarif legen Sie Konten und Pakete selbst an.
Erhalte ich mit einem Reseller Konto Rootrechte?
Nein, ein Reseller Konto enthält keine Rootrechte. Betriebssystem, cPanel Lizenz und Firewall bleiben beim Anbieter. Sie arbeiten nur mit den WHM Rechten, die root Ihnen freigibt. Brauchen Sie Rootrechte, installieren Sie cPanel auf einem VPS oder dedizierten Server und übernehmen zusätzlich die gesamte Serververwaltung.
Sehen Kunden, welchen Anbieter ein Reseller nutzt?
Meist nicht direkt, vollständig verborgen ist der Anbieter allerdings nicht. Eigene Nameserver und Ihre eigenen Rechnungen stellen Ihre Marke in den Vordergrund. Technische Spuren wie eine IP Abfrage, WHOIS Daten oder der Hostname des Servers können den Anbieter dennoch zeigen. Verstehen Sie White Label daher als Markenauftritt, nicht als Versteck.
Kann ich Kunden über Reseller Hosting auch E-Mail anbieten?
Ja, jedes cPanel Konto kann eigene Postfächer enthalten, und über die Paketeinstellungen begrenzen Sie deren Anzahl. Allerdings hängt die Zustellbarkeit auch vom Ruf der geteilten IP Adresse ab. Für geschäftskritische Kommunikation sollten Sie einen eigenen E-Mail Dienst prüfen und SPF, DKIM und DMARC korrekt einrichten.
Ist ein Wechsel weg vom Reseller Anbieter schwierig?
Mit Vorbereitung bleibt der Wechsel gut machbar. Sie erstellen für jeden Kunden eine vollständige cPanel Sicherung, spielen sie auf dem neuen Server ein und passen danach Nameserver oder DNS Einträge an. Schwierig wird es meist durch die Zahl der Kunden und den Umzug der Postfächer. Fragen Sie deshalb vorab nach Unterstützung für Sammelumzüge.
Entstehen für Agenturen durch Reseller Hosting Pflichten nach der DSGVO?
Das ist möglich, die genaue Antwort hängt jedoch von Vertrag und Rolle ab; dies ist keine Rechtsberatung. Für personenbezogene Daten auf seiner Website ist meist Ihr Kunde der Verantwortliche. Stellen Sie das Hosting, können Sie Auftragsverarbeiter sein. Regeln Sie deshalb Sicherheit, Backups und Meldung von Vorfällen gemäß Artikel 28 DSGVO vertraglich.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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