URL Shortener Vergleich: Welches Tool zum Link kürzen passt zu Ihnen?

Kurze Antwort
Was bedeutet Link kürzen?
Link kürzen bedeutet, eine lange Webadresse in eine kurze, gut teilbare Adresse umzuwandeln, die jeden Klick per Weiterleitung zur Originalseite schickt. Die meisten Tools bieten zudem Klickstatistiken, QR Codes und eigene Kurzdomains. Welches davon zu Ihnen passt, hängt von den folgenden Kriterien ab.
Wir, Talha Aslan und Team, bauen jede Woche Kampagnen für Werbung, Social Media und E-Mail. Link kürzen gehört dabei fest zum Alltag. Dieser Artikel ist deshalb ein unabhängiger Vergleich aus unserer Praxis. Wir haben Bitly, Rebrandly, TinyURL, Short.io, Dub und YOURLS betrachtet, also auch eine Open Source Lösung für den eigenen Server. Jede Angabe stammt von der offiziellen Seite des jeweiligen Anbieters. Was wir dort nicht bestätigen konnten, kennzeichnen wir offen mit „auf der offiziellen Seite prüfen“.
Außerdem gleich vorweg: Preise finden Sie hier nicht. Tarife und Gebühren für Dienste zum Link kürzen ändern sich häufig. Daher bleiben wir bei „kostenloser Tarif vorhanden“ und „kostenpflichtige Tarife vorhanden“. Den aktuellen Preis prüfen Sie also am besten immer direkt beim Anbieter.
Wie sind wir bei diesem URL Shortener Vergleich vorgegangen?
Zunächst haben wir die Fragen gesammelt, die ein Kampagnenteam vor der Wahl eines Tools tatsächlich stellt. Danach haben wir für jedes Tool die offizielle Preisseite, Funktionsseite oder Hilfedokumentation geöffnet und dort nach Antworten gesucht. Nutzerbewertungen, fremde Ranglisten und eigene Vermutungen haben wir bewusst ausgelassen. Unsere Kriterien:
- Können Sie Ihre eigene Kurzdomain verbinden?
- Lässt sich das Linkziel nach dem Erstellen noch ändern?
- Erklärt das Tool den Weiterleitungstyp (dauerhaft oder vorübergehend), oder können Sie ihn wählen?
- Wie tief gehen die Klickstatistiken, und in welchem Tarif?
- Erzeugt das Tool QR Codes?
- Gibt es eine Programmierschnittstelle (API) für Entwickler?
- Lassen sich Teammitglieder und Rollen verwalten?
- Können Sie Ihre Daten exportieren?
- Was sagt der Anbieter zu Datenschutz, Auftragsverarbeitung und Speicherort?
- Was passiert mit Ihren Links, wenn Sie kündigen oder den Tarif herabstufen?
Steht in einer Zelle „prüfen“, haben wir auf der offiziellen Seite keine klare Antwort gefunden. Das heißt nicht, dass die Funktion fehlt. Andererseits ändern sich Tarife, sodass eine Funktion inzwischen in einen anderen Tarif gewandert sein kann. Prüfen Sie deshalb vor der Entscheidung die aktuelle Seite.
URL Shortener Vergleichstabelle: Wie unterscheiden sich die Grundfunktionen?
Die erste Tabelle stellt die vier meistgefragten Funktionen nebeneinander. „Begrenzt“ bedeutet zum Beispiel, dass es die Funktion im kostenlosen Tarif mit Kontingent oder Einschränkung gibt.
| Tool | Kostenloser Tarif | Eigene Domain | Ziel später ändern | QR Codes | API |
|---|---|---|---|---|---|
| Bitly | Ja | Kostenpflichtige Tarife | Kostenpflichtige Tarife | Ja, kostenlos begrenzt | Ja, Kontingent je nach Tarif |
| Rebrandly | Ja | Auch kostenlos möglich | Nicht kostenlos, nur in bezahlten Tarifen | Kostenlos mit Wasserzeichen | Ja |
| TinyURL | Ja | Kostenpflichtige Tarife | Kostenpflichtige Tarife | Automatisch für jeden Link | Vorhanden, Umfang prüfen |
| Short.io | Ja | In jedem Tarif | Ja | Ja | Ja |
| Dub | Ja | Auch kostenlos enthalten | Prüfen | Ja | Auch kostenlos offen |
| YOURLS | Software kostenlos, Server bei Ihnen | Pflicht, läuft auf Ihrer Domain | Prüfen | Pluginangebot prüfen | Ja |
Behalten Sie beim Lesen einen Punkt im Kopf. Ein kostenloser Tarif bedeutet nicht, dass er für Ihre Kampagne reicht. Denn Kontingente wie Linkanzahl, QR Codes und Speicherdauer der Statistiken unterscheiden sich von Tarif zu Tarif deutlich.
Wo unterscheiden sich die Tools bei Daten, Teams und Kontrolle?
Die zweite Tabelle konzentriert sich auf Punkte, die im Unternehmen besonders zählen: Statistik, Teamverwaltung, Datenexport und Hostingmodell.
| Tool | Klickstatistik | Teams und Rollen | Datenexport | Hosting |
|---|---|---|---|---|
| Bitly | Kostenpflichtige Tarife | Prüfen | Prüfen | Cloud des Anbieters |
| Rebrandly | Kostenlos grundlegend, Details bezahlt | Teammitglieder und Rollenrechte in bezahlten Tarifen | Bezahlte Tarife | Cloud des Anbieters |
| TinyURL | Kostenpflichtige Tarife | Prüfen | Prüfen | Cloud des Anbieters |
| Short.io | Ja, kostenlos mit Monatsgrenze | Kostenlos ein Nutzer, mehr in bezahlten Tarifen | Linkexport über den Support; Rohdaten der Klicks in höheren Tarifen | Cloud des Anbieters |
| Dub | Ja, Speicherdauer je nach Tarif | Rollenbasierter Zugriff in bezahlten Tarifen | Prüfen | Cloud oder eigene Infrastruktur (Open Source) |
| YOURLS | Ja (Klickverlauf, Verweisquellen, Standort) | Prüfen | Datenbank liegt ohnehin bei Ihnen | Nur Ihr eigener Server |
Kurz gesagt: Tiefe Statistiken und Teamverwaltung hängen bei fast jedem Cloudtool an einem bezahlten Tarif. Open Source Lösungen geben Ihnen dagegen die Hoheit über die Daten. Allerdings übernehmen Sie damit auch die Wartung.
Für wen eignet sich Bitly?
Bitly ist ein gehosteter Dienst zum Link kürzen. Das Angebot reicht über kurze Links hinaus: QR Codes, Linkseiten und Statistiken liegen in einer Oberfläche. Laut Bitly Preisseite und der Erklärung zum kostenlosen Tarif im offiziellen Blog enthält der Gratistarif kurze Links, eine begrenzte Zahl an QR Codes und ein frei wählbares Linkende.
Stärken: Viele kennen den Dienst bereits, deshalb geht die Einarbeitung im Team schnell. Außerdem ist es praktisch, QR Codes und Kurzlinks an einem Ort zu verwalten, vor allem für Teams mit Druckmaterial. Zudem bietet Bitly eine API für Entwickler.
Grenzen: Laut offiziellen Seiten gibt es eigene Markendomains und das nachträgliche Ändern des Ziels erst in bezahlten Tarifen. Auch Klickstatistiken fehlen im Gratistarif. Ein Team, das jetzt drucken und das Ziel später anpassen möchte, stößt also im kostenlosen Tarif an eine Grenze. Teamverwaltung und Export prüfen Sie am besten im Tarifvergleich.
Passend für: Teams, die für Social Media und Kampagnen ein bekanntes Tool suchen und mit einem bezahlten Tarif Statistik und Markendomain unter einem Dach bündeln möchten.
Was bietet Rebrandly Teams mit eigener Markendomain?
Wie der Name schon sagt, setzt Rebrandly auf gebrandete Kurzlinks. Die Rebrandly Preisseite nennt die Möglichkeit, schon im kostenlosen Tarif eine eigene Domain zu verbinden; zusätzlich gibt es eine Rebrandly Domain.
Stärken: Eine Markendomain kostenlos zu testen, ist für kleine Unternehmen ein guter Einstieg. Außerdem stehen API, QR Codes und grundlegende Klickdaten auf Länderebene auch kostenlos bereit. Der Anbieter nennt auf der Seite zudem Konformität mit DSGVO und CCPA sowie eine SOC 2 Type 2 Zertifizierung. Genau danach fragen Einkaufsabteilungen meist zuerst.
Grenzen: Im kostenlosen Tarif sind keine Zieländerungen vorgesehen. Kostenlose QR Codes tragen außerdem ein Wasserzeichen. Teammitglieder, Rollenrechte und Exporte gehören ebenso zu bezahlten Tarifen. Zusätzliche Zieländerungen gibt es teils als Zusatzpaket, daher lohnt ein genauer Abgleich mit der Tarifseite.
Passend für: Unternehmen, die ihre Marke in jedem Kurzlink zeigen, die Domain früh verbinden und später Team und Statistik ausbauen möchten.
Reicht TinyURL für einen einmaligen Kurzlink?
TinyURL ist seit Langem eine bekannte Wahl für schnelles, schlichtes Kürzen. Laut Erklärung zum kostenlosen TinyURL Tarif können Sie dort den Linknamen anpassen, erhalten automatisch einen QR Code für jeden Kurzlink und sehen eine Liste Ihrer erstellten Links.
Stärken: Laut derselben Seite sind kostenlose Links dauerhafte Weiterleitungen und laufen nicht ab. Für einmaliges Teilen oder private Nutzung ist das eine wichtige Zusage. Zudem bietet der Dienst eine API für Kurzlinks. Welche Felder im Gratistarif funktionieren, prüfen Sie in der Entwicklerdokumentation.
Grenzen: Klickstatistik, nachträgliches Bearbeiten oder Löschen von Links und eigene Domains gibt es nur in bezahlten Tarifen. Im Gratistarif können Sie folglich weder messen noch ein falsches Ziel korrigieren. Teamfunktionen und Export prüfen Sie auf der offiziellen Tarifseite.
Passend für: Private Links ohne Messung, einen einzelnen Link in einer Präsentation oder eine schnelle Notiz. Für Kampagnenmessung brauchen Sie dagegen einen bezahlten Tarif oder ein anderes Tool.
Für welche Teams ist Short.io gedacht?
Short.io stellt die eigene Domain in den Mittelpunkt. Die Short.io Preisseite sagt, dass jeder Tarif eigene Domains enthält. Außerdem können Sie dort laut Anbieter die Zieladresse Ihrer gebrandeten Links jederzeit aktualisieren.
Stärken: Eigene Domains schon im Gratistarif sind für kleine Teams ein echter Vorteil. Detaillierte Statistiken gibt es kostenlos bis zu einer monatlichen Grenze. Die Seite erwähnt zudem den Weiterleitungscode 301 als Option, was technische Teams interessiert. Außerdem erklärt der Anbieter, als Auftragsverarbeiter die DSGVO einzuhalten.
Grenzen: Der Gratistarif umfasst nur einen Nutzer, mehrere Teams gibt es erst im Enterprise Tarif. Passwortschutz und Ablaufdatum für Links setzen ebenso einen bezahlten Tarif voraus. Ihre Links können Sie über den Support exportieren lassen, den automatischen Export der Klickrohdaten gibt es dagegen erst in höheren Tarifen. Zum Speicherort der Daten fanden wir auf der Seite nichts Klares. Prüfen Sie daher die Datenschutzerklärung.
Passend für: Kleine und mittlere Marketingteams, die von Anfang an eine Markendomain, Zieländerungen und Statistiken brauchen.
Was ändert das Open Source Modell von Dub?
Dub ist eine Linkplattform, die Sie als Clouddienst nutzen oder aus dem offenen Quellcode selbst betreiben können. Die offizielle Anleitung zum Selbsthosting nennt die Lizenz AGPLv3 und bestätigt den Betrieb auf eigenen Servern. Die Dub Tarifseite für Links zeigt, dass der Gratistarif API Zugang, eigene Domains, QR Codes und UTM Vorlagen enthält.
Stärken: Dub ist klar auf Entwickler ausgerichtet: API, Webhooks und SDKs stehen deutlich auf der Tarifseite. Bezahlte Tarife ergänzen Conversion Tracking, A/B Tests, Geräte und Standortsteuerung, Passwortschutz und Ablaufdaten. Weil der Code offen ist, können Sie zudem nachvollziehen, wie die Software arbeitet.
Grenzen: Der Gratistarif hat nur einen Nutzer und eine kurze Speicherdauer für Statistiken. Auch das Selbsthosting ist kein leichtes Projekt. Laut Anleitung braucht Dub mehrere externe Clouddienste (Datenbank, Cache, Analysedatenbank, Hosting und Dateispeicher), und Docker unterstützt das Projekt derzeit nicht. Zudem verpflichtet die AGPLv3 Sie, den Quellcode Ihrer Änderungen offenzulegen, wenn Sie veränderten Code Nutzern bereitstellen.
Passend für: Produktteams mit API Fokus, Startups, die Conversions an Kurzlinks koppeln möchten, und technische Teams, die den Code selbst prüfen wollen.
Lohnt es sich, Links mit YOURLS auf dem eigenen Server zu kürzen?
YOURLS entstand aus der Idee „betreiben Sie Ihren eigenen URL Shortener“. Konkret handelt es sich um Open Source Software in PHP. Die offizielle YOURLS Dokumentation nennt die MIT Lizenz und den Betrieb auf Ihrer eigenen Domain oder Subdomain. Außerdem erwähnt sie ausführliche Statistiken, Plugins und eine Entwickler API.
Stärken: Ihre Daten bleiben auf Ihrem Server. Deshalb sind Sie unabhängig von Risiken wie einem auslaufenden Abo oder geänderten Regeln eines Anbieters. Dank der Pluginarchitektur ergänzen Sie zudem Funktionen nach Bedarf. Die offizielle Website nennt Klickverlauf, Verweisquellen und Standort der Besucher als Teil der Statistik.
Grenzen: Den Server richten Sie selbst ein und halten ihn aktuell. Laut Dokumentation brauchen Sie einen Apache Server mit aktivem mod_rewrite, PHP sowie eine MySQL oder MariaDB Datenbank; HTTPS empfiehlt das Projekt aus Sicherheitsgründen. Die aktuellen Versionsanforderungen prüfen Sie in der offiziellen Dokumentation. Sicherheitsupdates, Backups und Schutz vor Missbrauch liegen ebenso bei Ihnen. Für QR Codes, Teamrollen und Zieländerungen prüfen Sie das Pluginangebot und die Doku.
Passend für: Technische Teams mit eigener Serverbetreuung und Organisationen, deren Linkdaten das Haus nicht verlassen sollen.
Welches Tool zum Link kürzen passt zu welchem Bedarf?
Einen absoluten Sieger gibt es hier nicht. Stattdessen hängt das richtige Tool von Ihrem Bedarf ab. Die folgende Tabelle zeigt die sechs Szenarien, die uns in der Praxis am häufigsten begegnen, und die Kandidaten, die jeweils hervorstechen.
| Szenario | Kandidaten | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Privates oder einmaliges Teilen | TinyURL, Bitly | Kostenlos keine Zieländerung und keine Statistik |
| Social Media und Kampagnen | Bitly, Short.io, Rebrandly | Prüfen, ab welchem Tarif Statistiken offen sind |
| Unternehmen mit eigener Kurzdomain | Rebrandly, Short.io, Dub | Domainanbindung auch kostenlos; Teams und Rollen kosten extra |
| Entwickler und API Nutzung | Dub, Short.io, Bitly | API Kontingente und Ratenlimits in der Doku prüfen |
| Organisation mit Fokus auf Datenhoheit | YOURLS, selbst gehostetes Dub | Wartung, Sicherheit und Backups liegen bei Ihnen |
| Technisches Team mit eigenem Server | YOURLS, Dub | Dub braucht externe Clouddienste; YOURLS einen klassischen PHP Server |
Ein Café zum Beispiel, das nur einen festen Link für den Menü QR Code braucht, kommt mit dem einfachsten Tool aus. Ein E-Commerce Team mit vielen Kampagnen pro Monat gerät dagegen ohne Zieländerung, Markendomain und Teamrollen schnell an Grenzen.
Warum und wie richten Sie eine eigene Kurzdomain ein?
Eine eigene Kurzdomain bedeutet, dass am Anfang des Links Ihre Marke steht und nicht die des Anbieters. Ihr Kampagnenlink beginnt dann zum Beispiel mit einer Subdomain wie „go.example.com“ statt mit einer geteilten Kürzerdomain. So sehen Leser vor dem Klick, wem der Link gehört.
Die Einrichtung folgt meist diesen Schritten:
- Wählen Sie eine eigene Kurzdomain oder eine Subdomain Ihrer Hauptdomain.
- Öffnen Sie dann im gewählten Tool den Bereich für eigene Domains.
- Legen Sie den geforderten DNS Eintrag (meist CNAME oder A Eintrag) bei Ihrem Domainanbieter an.
- Warten Sie, bis die Prüfung abgeschlossen und das SSL Zertifikat aktiv ist.
- Legen Sie schließlich fest, wohin Besucher der Startadresse oder unbekannter Kurzlinks gelangen.
Bei der Wahl der Kurzdomain zählen Merkbarkeit und einfache Schreibweise. Dabei hilft unser Ratgeber zum Thema Domain auswählen und den passenden Domainnamen finden. Außerdem ist eine auf Ihr Konto registrierte Domain die Voraussetzung dafür, Links bei einem Toolwechsel mitzunehmen.
Schadet Link kürzen der SEO?
Technisch ist ein Kurzlink eine Weiterleitung. Laut der Dokumentation von Google Search Central zu Weiterleitungen signalisieren dauerhafte Weiterleitungen (301, 308) Google, dass das Ziel die bevorzugte Seite ist. Bei vorübergehenden Weiterleitungen (302, 307) kann dagegen die Ausgangsseite in den Suchergebnissen bleiben. Google empfiehlt dort, nach Möglichkeit eine dauerhafte, serverseitige Weiterleitung zu nutzen.
Was heißt das in der Praxis? Kurzlinks nutzen Sie meist in sozialen Netzwerken, im E-Mail Versand, per SMS und auf Druckmaterial. In diesen Kanälen geht es um Messung und Komfort, nicht um Rankings. Richtig eingesetzt, schadet Link kürzen der Sichtbarkeit Ihrer Website also nicht.
Trotzdem empfehlen wir drei Regeln:
- Nutzen Sie für interne Links Ihrer Website keine Kurzlinks, sondern die echte Adresse.
- Wählen Sie für dauerhafte Inhalte eine Lösung mit dauerhafter Weiterleitung.
- Bauen Sie hinter einem Kurzlink keine Kette aus mehreren Weiterleitungen.
Die Unterschiede der Weiterleitungstypen erklären wir ausführlich im Artikel Was ist eine 302 Weiterleitung und wie unterscheidet sie sich von 301, 307 und 308.
Warum zählt der Unterschied zwischen 301 und 302 bei Kurzlinks?
Das Ziel eines Kurzlinks später ändern zu können, ist für Marketingteams sehr bequem. Allerdings hängt an dieser Flexibilität auch eine technische Entscheidung über den Weiterleitungstyp. Manche Dienste lassen Sie den Code einstellen, andere nutzen einen eigenen Standard. Die Short.io Seite nennt zum Beispiel ausdrücklich den Code 301. Bei den anderen Tools prüfen Sie das in der Dokumentation.
In der Praxis hilft eine einfache Unterscheidung. Für einen Link zu einer stabilen Seite, der sich nie ändert, passt eine dauerhafte Weiterleitung. Andererseits ist für einen Kampagnenlink mit wechselndem Ziel eine vorübergehende Weiterleitung oft die natürlichere Wahl. Denn Browser können dauerhafte Weiterleitungen zwischenspeichern. Dann landet jemand, der früher geklickt hat, womöglich trotz Änderung noch beim alten Ziel.
Welchen Code Ihr Kurzlink tatsächlich liefert, zeigt unser Redirect Checker. Das Tool listet jeden Schritt der Kette samt Statuscode auf.
Noch ein Tipp: Leitet die Zielseite selbst weiter, etwa weil eine alte Kampagnenseite umgezogen ist, braucht der Besucher zwei oder drei Sprünge. Folglich lädt die Seite langsamer, und Ihre Daten verlieren an Klarheit. Tragen Sie deshalb als Ziel immer die endgültige, aktuelle Adresse ein.
Welche Risiken haben Kurzlinks?
Kurzlinks sind praktisch, aber nicht risikofrei. Diese Risiken sehen wir am häufigsten:
- Abhängigkeit vom Anbieter: Schließt der Dienst oder sperrt er Ihr Konto, funktionieren die Links nicht mehr.
- Verborgenes Ziel: Leser sehen vor dem Klick nicht, wohin der Link führt, und vertrauen ihm deshalb weniger.
- Ruf geteilter Domains: Auch Betrüger nutzen öffentliche Kurzdomains.
- Tarifwechsel: Ein Link mit bezahlter Funktion verhält sich nach einer Herabstufung womöglich anders.
- Messlücken: Ist das Kontingent der Statistik erschöpft, sehen Sie unter Umständen keine Daten mehr.
Die meisten dieser Risiken senken Sie mit einer Gewohnheit: Erstellen Sie Kurzlinks auf Ihrer eigenen Domain und führen Sie zusätzlich eine Liste, wohin jeder Link zeigt. Dann haben Sie bei einem Toolwechsel alles vollständig zur Hand. Außerdem lohnt es sich, wichtige Kampagnenlinks regelmäßig selbst anzuklicken. So bemerken Sie Fehler, bevor Ihre Kunden sie bemerken.
Was passiert mit Ihren Links, wenn ein Dienst zum Link kürzen schließt?
Das lehrreichste Beispiel stammt von Google selbst. Laut Ankündigung im Google Developers Blog nahm Google bei seinem eigenen Kürzer goo.gl zunächst keine neuen Links mehr an, bestehende Links funktionierten aber weiter. Danach kündigte Google an, wenig genutzte Links abzuschalten. Andere Links sowie Links aus Google Apps, etwa beim Teilen in Maps, sollten laut Ankündigung weiter funktionieren. Zudem empfiehlt Google dort den Wechsel zu einem anderen Kürzungsdienst.
Die Lehre daraus ist einfach: Selbst der Dienst eines sehr großen Unternehmens kann sich ändern. Wenn Sie Kurzlinks auf Katalogen, Verpackungen oder langlebigen Dokumenten drucken, sichern Sie daher zwei Dinge ab. Erstens gehört die Domain Ihnen. Zweitens wählen Sie eine Lösung, mit der Sie Ihre Linkliste exportieren können.
Links auf Ihrer eigenen Domain ziehen mit Ihnen zu einem anderen Tool oder auf Ihren eigenen Server um. Links auf der geteilten Domain eines Anbieters bleiben dagegen an diesen Anbieter gebunden. Zusammengefasst ist eine eigene Kurzdomain für langlebige Nutzung kein Luxus, sondern eine Versicherung.
Wie beeinflussen geteilte Kurzdomains die E-Mail Zustellbarkeit?
Öffentliche Kurzdomains sind Adressen, die Betrüger ebenso für Phishing (gefälschte Seiten zum Datendiebstahl) und Spam nutzen können. Deshalb gehen manche E-Mail Filter und Sicherheitstools mit geteilten Kurzdomains vorsichtiger um. Selbst wenn Ihr Link harmlos ist, kann das Verhalten anderer Nutzer derselben Domain deren Ruf beeinflussen.
Unser praktischer Rat lautet daher: Verlinken Sie in Newslettern nach Möglichkeit die volle Adresse auf Ihrer eigenen Domain. Brauchen Sie einen Kurzlink, dann nutzen Sie Ihre eigene Kurzdomain. So erkennen Leser schon an der Adresse, dass der Link von Ihnen kommt.
Weitere Faktoren wie Authentifizierungseinträge, Absenderruf und Listenpflege behandelt unser Leitfaden zur E-Mail Zustellbarkeit. Sperrt ein soziales Netzwerk einen geteilten Link, hilft unser Artikel zu einem Facebook Link, der gegen die Gemeinschaftsstandards verstößt.
Beispielszenario: Ein Shop nutzt im Newsletter eine geteilte Kürzerdomain und bemerkt einen unerklärlichen Rückgang der Interaktion. Als erster Test hilft es dann, denselben Newsletter mit vollen Links auf der eigenen Domain zu senden. So trennen Sie ein Linkproblem von anderen Ursachen.
Wie prüfen Sie vor dem Klick, wohin ein Kurzlink führt?
Diese Frage betrifft beim Link kürzen Leser und Marketingteams gleichermaßen. Trauen Sie einem zugeschickten Kurzlink nicht, sehen Sie das Ziel auf diesen Wegen, ohne den Link zu öffnen:
- Fahren Sie mit der Maus über den Link und lesen Sie die Adresse in der Statusleiste; allerdings sehen Sie dort nur die Kurzadresse.
- Manche Dienste zeigen eine Vorschauseite, wenn Sie ein bestimmtes Zeichen an den Kurzlink anhängen; ob und wie das geht, steht in der Hilfe des Dienstes.
- Nutzen Sie einen Redirect Checker, der jeden Sprung auflistet, ohne die Zielseite zu laden.
- Im Unternehmen leiten Sie verdächtige Links zuerst an Ihre IT weiter.
Im Marketing testen Sie jeden Kurzlink vor der Veröffentlichung selbst. Mit unserem Redirect Checker bestätigen Sie zum Beispiel, dass der Kurzlink in einem Schritt und ohne Umwege die richtige Seite erreicht.
Auch Vertrauen können Sie gezielt aufbauen. Sagen Sie im Text neben dem Kurzlink in einem Satz, wohin er führt, etwa „hier gelangen Sie zum Anmeldeformular“. Mit einer eigenen Kurzdomain sehen Leser zudem Ihre Marke am Anfang der Adresse.
Wie kombinieren Sie Kurzlinks mit UTM Parametern?
UTM Parameter sind Kennzeichen, die Ihrem Analysetool sagen, aus welcher Quelle, welchem Medium und welcher Kampagne ein Besuch stammt. Dadurch wirken Adressen lang und unübersichtlich. Genau hier hilft ein Kurzlink: Er kürzt die markierte Adresse und hält Ihren Beitrag sauber.
Für Link kürzen mit UTM empfehlen wir diese Reihenfolge:
- Ergänzen Sie zunächst Quelle, Medium und Kampagne einheitlich mit unserem UTM Generator.
- Kürzen Sie danach die lange Adresse mit dem gewählten Tool.
- Klicken Sie dann den Kurzlink an und prüfen Sie, ob die Kennzeichen korrekt in der Analyse erscheinen.
- Führen Sie schließlich eine Tabelle, welcher Kurzlink zu welchen UTM Werten gehört.
So verbinden Sie zwei Messungen: die Klickzahl des Kürzers und die Sitzungsdaten Ihrer Website. Abweichungen sind normal, weil Bots, Vorschauabrufe und abgebrochene Besuche beide Zählungen unterschiedlich beeinflussen. Die UTM Logik erklärt unser Artikel zu UTM Parametern und Kampagnentracking. Sehen Sie in der Analyse Traffic ohne klare Quelle, hilft unser Beitrag zu Unassigned Traffic in GA4.
Warum passen QR Codes und Kurzlinks so gut zusammen?
Ein QR Code verbindet Gedrucktes mit einer digitalen Seite. Ist der Code allerdings einmal gedruckt, können Sie die enthaltene Adresse nicht mehr ändern. Deshalb legen viele statt der Zielseite einen Kurzlink mit änderbarem Ziel in den QR Code.
Beispielszenario: Ein Restaurant druckt Menü QR Codes für seine Tische. Jeder Code enthält einen Kurzlink auf der eigenen Domain. Zieht die Menüseite um, passt das Restaurant nur das Ziel des Kurzlinks an, und die gedruckten Karten bleiben gleich. Entscheidend ist also, dass Ihr Tarif Zieländerungen tatsächlich erlaubt.
Außerdem ergibt eine kurze Adresse im QR Code ein einfacheres Muster. Ein einfaches Muster lässt sich in kleinen Drucken und aus größerer Entfernung leichter scannen. Somit hilft der Kurzlink nicht nur bei der Flexibilität, sondern auch bei der Lesbarkeit. Trotzdem sollten Sie den Code vor dem Druck mit mehreren Handys testen.
Für einen einfachen, statischen Code nutzen Sie unseren QR Code Generator. Lässt sich Ihr gedruckter Code nicht scannen, finden Sie Ursachen wie Kontrast, Größe und Ruhezone in unserem Artikel QR Code wird nicht erkannt.
Worauf achten Sie bei Datenschutz und Speicherort?
Bei jedem Klick verarbeitet der Dienst Daten wie Browser, Gerät, ungefähren Standort und Verweisquelle. Deshalb zählen im Unternehmen Datenschutzerklärung und Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Fallen Sie unter die DSGVO, prüfen Sie die Zusagen des Anbieters vor dem Kauf.
Diese Punkte empfehlen wir vor allem zu prüfen:
- Bietet der Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung an?
- Wo speichert er die Daten, und steht das in der offiziellen Dokumentation?
- Wie lange bewahrt er Statistikdaten auf?
- Können Sie bei Kontoschließung die Löschung verlangen?
Auf den geprüften Seiten nennt Rebrandly Konformität mit DSGVO und CCPA, Short.io die Einhaltung der DSGVO als Auftragsverarbeiter. Brauchen Sie beim Speicherort Gewissheit, ist eine selbst gehostete Lösung der sicherste Weg. Zur allgemeinen Konformität Ihrer Website lesen Sie unseren Leitfaden für eine datenschutzkonforme Website. Dieser Abschnitt ist keine Rechtsberatung; wenden Sie sich für Ihren Fall an eine Anwältin oder einen Anwalt.
Was passiert mit Ihren Kurzlinks nach einer Kündigung?
Dieses Thema kommt in Vergleichen am kürzesten weg, sorgt aber für die meisten Probleme. Auf den meisten geprüften Preisseiten fanden wir keinen klaren Satz dazu, wie sich bestehende Links nach Ende eines Abos oder einer Herabstufung verhalten. Daher steht dieser Punkt bei jedem Tool auf „prüfen“.
Stellen Sie dem Anbieter oder seinem Hilfecenter vor dem Kauf diese Fragen:
- Funktionieren Links auf meiner Markendomain nach einer Herabstufung weiter?
- Wie verhalten sich Links mit bezahlten Funktionen wie Zieländerung, Ablaufdatum oder Passwort?
- Behalte ich Zugriff auf frühere Statistiken?
- Kann ich alle Links samt Zielen exportieren?
Die einzige klare Aussage fanden wir in der Erklärung zum kostenlosen TinyURL Tarif: Gratislinks laufen nicht ab. YOURLS und ein selbst gehostetes Dub machen die Frage überflüssig, denn es gibt kein Abo. Dafür tragen Sie jedoch Serverkosten und Wartung selbst.
Link kürzen: Checkliste für die Wahl des passenden Tools
Gehen Sie diese Liste vor der Entscheidung gemeinsam mit Ihrem Team durch. Können Sie jede Frage klar mit Ja oder Nein beantworten, fällt die Wahl deutlich leichter.
- Nutzen wir die Links im Druck? Dann ist die Zieländerung Pflicht.
- Soll unsere Marke im Kurzlink stehen? Dann achten Sie auf Unterstützung eigener Domains.
- Wie viele Personen teilen das Konto? Bei mehreren brauchen Sie eine Rollenverwaltung.
- Müssen die Daten im Haus bleiben? Dann rücken selbst gehostete Lösungen nach vorn.
- Binden wir das Tool an eigene Software an? Dann prüfen Sie Umfang und Kontingent der API.
- Betreut jemand im Team Server? Falls nicht, machen Clouddienste weniger Aufwand.
Danach gehen Sie zurück zur Bedarfstabelle oben. Meist bleiben zwei oder drei Kandidaten übrig. Die endgültige Entscheidung treffen Sie am besten mit einem echten Kampagnenlink im Gratistarif oder in der Testphase.
Über diesen Vergleich
Dieser Vergleich ist unabhängig. Wir erhalten von keinem der genannten Anbieter Gebühren, Provisionen oder Partnereinnahmen, und die Links in diesem Artikel sind keine Affiliate Links. Die Angaben stammen von den offiziellen Seiten der Tools und können sich ändern. Sind Sie Anbieter und halten eine Angabe für veraltet, schreiben Sie uns gern über unsere Kontaktseite. Korrekturen, die wir prüfen können, nehmen wir auf.
Die Tabellen überprüfen wir, sobald Anbieter ihre Tarifseiten ändern. Fällt Ihnen als Leser eine veraltete Angabe auf, nutzen Sie gern denselben Weg.
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