Social Media für Arztpraxen und Kliniken: Welche Regeln gelten?

Kurze Antwort
Welche Regeln gelten bei Social Media für Arztpraxen und Kliniken?
Social Media für Arztpraxen und Kliniken folgt drei Regelwerken zugleich: Datenschutz, Heilmittelwerberecht und den Werberichtlinien der Plattformen. Konkret schützen Sie die Identität Ihrer Patienten, versprechen keine Ergebnisse, setzen Vorher/Nachher Bilder nur im erlaubten Rahmen ein und beantworten Bewertungen, ohne ein Behandlungsverhältnis zu bestätigen.
Wir sind Talha Aslan und Team und haben diesen Leitfaden für Praxisinhaber, Klinikleitungen und Praxismanager geschrieben. Unser Ziel ist es, Ihnen die häufigsten Fehler zu zeigen und Ihnen zudem ein sicheres Redaktionssystem an die Hand zu geben. Dieser Beitrag ist allerdings keine Rechtsberatung; klären Sie Einzelfälle deshalb mit einer Kanzlei für Medizinrecht.
Die gute Nachricht: Die Regeln sollen Sie nicht zum Schweigen bringen. Ein gut geplanter Kanal schafft Vertrauen, beantwortet häufige Fragen und macht Ihre Expertise sichtbar. Außerdem zögert Ihr Team nicht mehr bei jedem Beitrag, sobald es die Grenzen kennt.
Warum ist Werbung für Gesundheitsleistungen ein Sonderfall?
Gesundheitsleistungen bewerben Sie nicht wie Turnschuhe oder Kaffee. In Deutschland setzt vor allem das Heilmittelwerbegesetz (HWG) den Rahmen. Hinzu kommen die Berufsordnungen der Ärztekammern und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Andere Länder haben ähnliche Regeln.
Die Grundidee ist überall gleich. Sie dürfen Patienten nicht irreführen. Sie dürfen sie nicht zu einer Behandlung drängen. Und Sie müssen medizinische Informationen sachlich darstellen.
Deshalb bergen Wörter wie "die Beste", "Aktion" oder "nur noch heute" in einem Praxisbeitrag ein echtes Risiko. Zudem ändern sich Gesetze und Kammerregeln. Prüfen Sie also den aktuellen Wortlaut bei Ihrer Kammer oder auf den offiziellen Gesetzesportalen.
Wir empfehlen eine einfache Einteilung für jede Idee:
- Information: allgemeines, belegbares Wissen zu einer Erkrankung oder einem Ablauf.
- Vorstellung: Adresse, Sprechzeiten, Team und Leistungsbereiche.
- Druck: Preiskampf, Erfolgsversprechen und künstliche Eile. Meiden Sie diese Gruppe.
Welche Formulierungen sind in Praxisbeiträgen riskant?
Das Risiko steckt oft in einem einzigen Wort. Beispielsweise versprechen "garantiertes Ergebnis", "schmerzfreie Behandlung" oder "in einer Sitzung erledigt" etwas, das niemand sicher zusagen kann. Ebenso schwer belegbar sind Aussagen wie "die beste Praxis der Stadt".
Auch Preise und Rabatte sind heikel. Statt "diese Woche 20 Prozent günstiger" veröffentlichen Sie daher lieber Inhalte, die den Ablauf erklären. Zudem setzt eine Formulierung wie "nur noch drei Termine frei" Patienten unter Druck.
Diese Muster raten wir Ihnen zu vermeiden:
- Zusagen bestimmter Ergebnisse oder Erfolgsquoten.
- Vergleiche mit anderen Praxen oder Überlegenheitsbehauptungen.
- Preisaktionen, Pakete und Gratisbehandlungen.
- Patientenlob, das wie Werbetext inszeniert ist.
- Botschaften, die mit Angst oder Scham arbeiten.
Schreiben Sie stattdessen informierend. Erklären Sie, für wen eine Behandlung infrage kommen kann, wie der Ablauf aussieht und welche Fragen die Ärztin im Gespräch stellt. Somit bleibt die Entscheidung dort, wo sie hingehört: im Sprechzimmer.
Dürfen Praxen Vorher/Nachher Bilder posten?
Vorher/Nachher Bilder sind das umstrittenste Thema der Gesundheitskommunikation. Das HWG schränkt solche Darstellungen unter anderem bei operativen plastischen Eingriffen ein. Ob Ihr konkreter Fall erlaubt ist, ist allerdings eine juristische Frage; wir geben deshalb kein pauschales Ja oder Nein.
Bei Anzeigen sind die Regeln von Meta eindeutig. Laut den Werberichtlinien von Meta zu Gesundheit und Wellness sind Gegenüberstellungen zur Gewichtsabnahme nicht erlaubt. Dasselbe gilt für Vergleichsbilder bei Faltenbehandlungen wie Fillern. Außerdem müssen solche Anzeigen Erwachsene ab 18 Jahren ansprechen.
Stellen Sie auch bei organischen Beiträgen zuerst drei Fragen:
- Liegt eine schriftliche, ausdrückliche Einwilligung vor, die Social Media abdeckt?
- Könnte jemand die Person an Gesicht, Tattoo, Schmuck oder Hintergrund erkennen?
- Ist das Bild realistisch, oder erzeugen Filter und Licht einen falschen Eindruck?
Ist auch nur eine Antwort unklar, veröffentlichen Sie das Bild nicht.
Wie schützen Sie die Privatsphäre bei Social Media für Arztpraxen?
Gesundheitsdaten zählen nach der DSGVO zu den besonders geschützten Kategorien personenbezogener Daten. Daher kann schon der Hinweis, dass jemand Ihr Patient ist, ein Datenschutzverstoß sein. Der häufigste Fehler, den wir sehen, ist ein gut gemeintes Foto mit dem Titel "unsere glückliche Patientin".
Ein Video aus dem Wartezimmer zeigt zum Beispiel schnell eine Person im Hintergrund. Ebenso tauchen Terminlisten auf Bildschirmen oder Akten auf dem Tresen auf. Räumen Sie deshalb den Bereich vor dem Dreh auf und schalten Sie Monitore aus. Legen Sie zudem schriftlich fest, dass Mitarbeitende aus der Praxis nichts über private Konten posten.
Für Einwilligungsbanner und Datenschutzhinweise auf Ihrer Website lesen Sie unseren Leitfaden zur datenschutzkonformen Website. Kurz gesagt: Social Media ist das sichtbarste Schaufenster Ihrer Datenschutzkultur, und Fehler dort fallen sofort auf.
Wie holen Sie Einwilligungen ein und wie bewahren Sie sie auf?
Eine Einwilligung ist kein beiläufiges "passt schon". Die Person sollte wissen, wo ihr Bild erscheint, wie lange und zu welchem Zweck. Dann unterschreibt sie. Außerdem braucht sie einen klaren Weg, die Einwilligung später zu widerrufen.
Wir empfehlen deshalb, das Formular gemeinsam mit einer Kanzlei oder einem Datenschutzbeauftragten zu erstellen. Folgende Punkte gehören hinein:
- Welches Foto oder Video Sie nutzen.
- Auf welchen Kanälen es erscheint, etwa Instagram, Website oder Flyer.
- Ob das Gesicht sichtbar ist und ob Sie einen Namen nennen.
- Wie der Widerruf funktioniert und dass Sie den Inhalt danach entfernen.
Bewahren Sie die Formulare getrennt von der Patientenakte in einem Ordner mit eingeschränktem Zugriff auf. Notieren Sie zudem das Datum, an dem Sie Inhalte nach einem Widerruf gelöscht haben. So können Sie bei einer Beschwerde genau zeigen, was Sie wann getan haben.
Wie antworten Sie auf Bewertungen und Nachrichten von Patienten?
Bei Antworten verletzen Praxen den Datenschutz am leichtesten. Angenommen, jemand schreibt: "Meine Behandlung wurde nie abgeschlossen." Antworten Sie dann "Wir haben Ihre Akte geprüft, Sie haben den Termin am 12. März verpasst", bestätigen Sie personenbezogene Daten und das Behandlungsverhältnis.
Halten Sie Antworten also allgemein und ruhig und verlagern Sie das Gespräch in einen privaten Kanal. Ein Beispiel: "Ihre Erfahrung ist uns wichtig. Bitte kontaktieren Sie unser Praxisteam direkt, damit wir das vertraulich besprechen können." Diese Antwort bestätigt nicht einmal, dass die Person Patientin ist.
Diese Regeln helfen Ihrem Team:
- Nennen Sie in einer Antwort nie Namen, Termine, Behandlung oder Diagnose.
- Stellen Sie in Kommentaren keine Diagnose, sondern laden Sie zur Untersuchung ein.
- Fragen Sie auch in Direktnachrichten keine Gesundheitsdaten ab und nutzen Sie einen sicheren Kanal.
Bei unfairen oder gefälschten Bewertungen hilft Ihnen zudem unser Beitrag gefälschte Bewertungen melden und auf Kritik antworten.
Was tun, wenn eine negative Bewertung zur Krise wird?
Manchmal verbreitet sich ein einzelner Kommentar über Shares und Screenshots rasend schnell. Der erste Impuls ist Verteidigung. Allerdings bedeutet Verteidigung im Gesundheitswesen oft, Patientendaten preiszugeben. Halten Sie daher zunächst inne und lassen Sie jede Antwort von einer verantwortlichen Person freigeben.
Wir empfehlen diese Reihenfolge:
- Löschen Sie den Kommentar nicht, sondern sichern Sie einen Screenshot mit Datum.
- Veröffentlichen Sie eine kurze, empathische und allgemeine erste Antwort.
- Nehmen Sie über einen sicheren, privaten Kanal Kontakt auf.
- Sprechen Sie bei rechtlichen Fragen erst mit Ihrer Kanzlei, bevor Sie nachlegen.
- Halten Sie danach fest, was Ihr Team künftig anders machen kann.
Einen vollständigen Ablauf finden Sie in unserem Beitrag zum Krisenmanagement in Social Media. Gegen beleidigende oder Spam Kommentare helfen außerdem die Filter der Plattform; das erklären wir im Beitrag über verborgene Wörter bei Instagram.
Welche Inhalte sind für Praxen sicher?
Sichere Inhalte erweitern das Wissen, ohne eine Entscheidung zu erzwingen. Zudem erzielen solche Beiträge oft viele Speicherungen und Weiterleitungen, die Algorithmen belohnen. Die sichere Wahl ist also häufig auch die wirksame.
Diese Formate funktionieren gut:
- Häufige Fragen, etwa "Was bringe ich zum ersten Termin mit?"
- Ablauferklärungen vom Termin bis zur Nachsorge, ohne Ergebnisversprechen.
- Teamvorstellungen mit Fachgebiet, Ausbildung und Arbeitsweise.
- Praxisrundgänge zu Hygiene, Sterilisation und Barrierefreiheit.
- Mythos und Fakt, allgemein gehalten und mit Quellen belegt.
- Praktisches wie Parken, Anfahrt, Sprechzeiten und Terminbuchung.
Kurze Videos, in denen eine Ärztin ein Thema in die Kamera erklärt, schaffen ebenfalls Vertrauen. Vermeiden Sie darin allerdings individuelle Diagnosen und Aussagen wie "hilft bei allen". Kurz gesagt: Teilen Sie Wissen und überlassen Sie die Entscheidung dem Gespräch zwischen Patient und Arzt.
Wie unterscheiden sich riskante und sichere Beiträge?
Die folgende Tabelle hilft Ihrem Team, vor dem Posten schnell zu entscheiden. Sie ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.
| Inhaltsart | Riskante Nutzung | Sicherere Alternative |
|---|---|---|
| Vorher/Nachher Bild | Ohne Einwilligung, erkennbar, gefiltert, mit Ergebnisversprechen | Nach rechtlicher Prüfung, mit schriftlicher Einwilligung, realistisch und erläutert |
| Patientenbewertung | Lob als Werbetext inszeniert | Allgemeiner Dank ohne Patientendaten |
| Preise | Rabatte und befristete Aktionen | Neutraler Hinweis, dass Kosten im Gespräch geklärt werden |
| Behandlungserklärung | Aussagen wie schmerzfrei, sicher, eine Sitzung | Ablaufschritte und mögliche Zielgruppe |
| Video aus der Praxis | Patienten und Bildschirme im Hintergrund | Leerer Raum, Monitore aus, nur Team |
| Antwort auf Bewertung | Termine, Behandlung oder Aktendetails | Allgemeiner Dank und Einladung in einen privaten Kanal |
Somit kann Ihr Team jede neue Idee in Sekunden einordnen.
Welche Meta Regeln gelten für Anzeigen bei Social Media für Arztpraxen?
Organische Beiträge und Anzeigen folgen unterschiedlichen Regeln. Sobald Sie Anzeigen schalten, gelten die Werberichtlinien von Meta, und Meta prüft jede Anzeige vor der Auslieferung. Deshalb kann ein Bild, das organisch unproblematisch ist, als Anzeige abgelehnt werden.
Nach der Richtlinie zu Gesundheit und Wellness müssen Anzeigen für Gewichtsabnahme, kosmetische Eingriffe und Nahrungsergänzung Personen ab 18 Jahren ansprechen. Zudem dürfen Anzeigen kein negatives Körperbild vermitteln oder Unsicherheiten ausnutzen.
Eine weitere wichtige Regel betrifft persönliche Merkmale. Die Richtlinie von Meta zu Datenschutzverletzungen und persönlichen Merkmalen beanstandet Anzeigentexte, die andeuten, dass Sie den Gesundheitszustand der Person kennen. Schreiben Sie also statt "Haben Sie Diabetes?" lieber "Informationen rund um die Diabetesbehandlung". Kurz gesagt: Der Text spricht das Thema an, nicht den Zustand des Lesers.
Wie bringen Sie organische Beiträge und Anzeigen ins Gleichgewicht?
Organische Inhalte bauen Vertrauen auf, Anzeigen tragen es zu mehr Menschen. Allerdings steigt mit dem Budget auch das Risiko von Richtlinienproblemen. Deshalb empfehlen wir, zuerst die organische Routine zu festigen und dann zu werben.
Ein Beispielszenario: Eine Augenarztpraxis veröffentlicht drei Monate lang Wissensbeiträge und beobachtet, welche Themen gespeichert werden. Dann macht sie den meistgespeicherten allgemeinen Beitrag zur Anzeige, ohne Ergebnisversprechen und nur für Erwachsene. Somit basiert die Anzeige auf einer Botschaft, die bereits funktioniert.
Beachten Sie beim Anzeigentext drei Regeln:
- Stellen Sie keine Fragen, die Wissen über den Gesundheitszustand andeuten.
- Verzichten Sie auf Körpervergleiche, die das Selbstbild verletzen.
- Leiten Sie Klicks auf eine informierende Seite, nicht auf ein drängendes Formular.
Kurz gesagt: Ihr organischer Kanal ist das Labor, und Anzeigen skalieren, was Sie getestet haben.
Welche Fehler passieren in Stories, Reels und Livevideos?
Kurze Videoformate belohnen Tempo, und Tempo schwächt die Kontrolle. Dreht eine Mitarbeiterin beispielsweise für eine Story die Kamera, steht plötzlich eine Patientin aus dem Wartezimmer im Bild. Legen Sie daher fest, in welchen Bereichen der Praxis Sie filmen.
Livevideos bergen ein eigenes Risiko. Zuschauer schreiben ihre Beschwerden in den Chat und erwarten sofortige Antworten. Sagen Sie deshalb vor dem Start: "Wir geben hier allgemeine Informationen. Für Ihre persönliche Situation vereinbaren Sie bitte einen Termin."
Diese Fehler sehen wir am häufigsten:
- Stories aus Behandlungsräumen ohne Einwilligung.
- Trendmusik, die eine ernste Behandlung verharmlost.
- Individuelle Diagnosen für Zuschauer im Livevideo.
- Ein vergessener Bildschirm mit Patientendaten im Hintergrund.
Zudem verschwinden Stories nach einem Tag, doch jeder kann einen Screenshot machen. Ein kurzlebiges Format bedeutet also keine kurzlebige Verantwortung.
Wie erstellen Sie einen Redaktionsplan für die Praxis?
Ein regelkonformer Kanal lässt sich mit Planung viel leichter führen. Sie prüfen jeden Beitrag vorab, und Fehler in letzter Minute nehmen ab. Daher empfehlen wir einen Monatsplan statt hektischer Wochenplanung.
Als Beispielszenario könnte eine Zahnarztpraxis diesen Vierwochenzyklus nutzen:
- Erste Woche: häufige Fragen und Tipps zur Vorbereitung.
- Zweite Woche: Teamvorstellungen und kurze Arztvideos.
- Dritte Woche: Praxisumgebung, Hygiene und Ausstattung.
- Vierte Woche: Mythos und Fakt sowie saisonale allgemeine Hinweise.
Ergänzen Sie Spalten wie "Einwilligung nötig?" und "ärztlich geprüft?". Markieren Sie außerdem Gesundheitsaktionstage frühzeitig. Die allgemeinen Schritte erklären wir im Beitrag Social Media Redaktionsplan erstellen.
Wie sollte der Freigabeprozess aussehen?
Im Gesundheitswesen ist das Modell "eine Person schreibt und veröffentlicht" riskant. Wir empfehlen daher mindestens zwei Personen im Ablauf. Das Redaktionsteam erstellt den Entwurf, und die verantwortliche Ärztin prüft die medizinische Richtigkeit. Heikle Beiträge gehen zusätzlich an eine juristische Prüfung.
Ein Beispielablauf:
- Das Redaktionsteam legt Entwurf und Quellen in einem gemeinsamen Ordner ab.
- Die verantwortliche Ärztin prüft die Formulierungen und vermerkt ihre Freigabe.
- Ihre Datenschutzverantwortliche sucht in Fotos und Videos nach Patientenspuren.
- Ihr Social Media Team plant den freigegebenen Beitrag ein.
- Alle Beteiligten beobachten in den ersten Stunden die Kommentare.
Somit wissen Sie jederzeit, wer welchen Beitrag freigegeben hat. Außerdem schützt Sie diese Dokumentation bei einer späteren Beschwerde.
Auf welche Quellen stützen Sie Gesundheitsinformationen?
Wissensbeiträge schaffen nur Vertrauen, wenn sie auf soliden Quellen beruhen. Jede medizinische Aussage sollte sich deshalb auf eine Behörde, eine Patienteninformation einer Fachgesellschaft oder das aktuelle Fachwissen Ihrer Ärzte stützen. Übernehmen Sie keine Zahlen, deren Herkunft unklar ist.
Ein Beispielszenario: Ihr Team findet eine Statistik, doch die Quelle ist ein Forenbeitrag. Der richtige Schritt ist, die Zahl zu streichen oder bei einer offiziellen Quelle zu prüfen. Somit verbreiten Sie keine Fehler und geraten bei Rückfragen nicht in Erklärungsnot.
Wir empfehlen diese einfachen Quellenregeln:
- Notieren Sie Quelle und Link unter jedem Entwurf.
- Lassen Sie jeden Satz mit einer Zahl ärztlich freigeben.
- Prüfen Sie ältere Inhalte einmal im Jahr.
- Weisen Sie darauf hin, dass es um allgemeine Informationen geht und der Einzelfall eine Untersuchung braucht.
Zudem entsteht ein Themenpool, der zugleich korrekt und gefragt ist, wenn Sie häufige Patientenfragen mit verlässlichen Quellen verknüpfen.
Warum lohnt sich die Schulung von Team und Ärzten?
Selbst die beste Checkliste hilft nicht, wenn das Team sie nicht kennt. Deshalb empfehlen wir mindestens einmal im Jahr eine kurze interne Schulung. Nutzen Sie dabei realistische, aber anonymisierte Beispielszenarien.
Fragen Sie etwa am Empfang: "Eine Patientin fragt in einem Instagram Kommentar nach ihrem Termin und nennt ihren Namen. Was tun Sie?" Die richtige Antwort lautet: in einen sicheren Kanal wechseln und öffentlich nichts preisgeben. So versteht das Team die Logik und lernt nicht nur eine Regel auswendig.
Behandeln Sie in der Schulung diese Themen:
- Datenschutz und Regeln für Foto und Video.
- Antwortvorlagen für Kommentare und Nachrichten.
- Wen Sie im Krisenfall informieren.
- Grenzen für Praxisinhalte auf privaten Konten.
Geben Sie diese Schulung außerdem jeder neuen Kollegin in der ersten Woche. Sie wird also fester Teil der Einarbeitung.
Was prüfen Sie vor jedem Beitrag?
Diese Checkliste können Sie ausdrucken und ins Team geben. Das Abhaken dauert wenige Minuten und verhindert dennoch Probleme, deren Behebung Monate dauern kann.
- Verspricht der Beitrag Ergebnisse, Garantien oder Erfolgsquoten?
- Gibt es Vergleiche mit anderen Praxen oder die Behauptung, die Beste zu sein?
- Nennt er Preise, Rabatte oder Aktionen?
- Zeigt ein Foto oder Video eine Patientin, eine Akte oder einen Bildschirm?
- Liegen bei einem Vorher/Nachher Bild Einwilligung und rechtliche Prüfung vor?
- Hat die verantwortliche Ärztin die medizinischen Inhalte geprüft?
- Arbeitet der Text mit Angst, Scham oder Zeitdruck?
- Entspricht der Beitrag als Anzeige der Gesundheitsrichtlinie von Meta?
Aktualisieren Sie die Liste zudem mindestens einmal im Jahr und bei jeder Regeländerung. Kurz gesagt: Behandeln Sie sie als lebendes Dokument.
Ein Beispielszenario: Eine Physiotherapiepraxis wendet die Liste erstmals an und entdeckt Gesichter von Patienten in alten Beiträgen. Das Team archiviert diese Beiträge und bittet um neue Einwilligungen. Dann entfernt es die Bilder aller, die ablehnen. Somit wächst der Kanal ab sofort auf einer sauberen Grundlage.
Wie führen Ärzte ihre privaten Konten?
In vielen Praxen erzielt das Konto der Ärztin selbst die meiste Interaktion. Allerdings gelten auch für private Konten die beruflichen und ethischen Regeln, und die Kammern haben dazu teils eigene Hinweise. Daher lohnt es sich, Ton und Grenzen von Praxiskonto und Arztkonto abzustimmen.
Postet ein Arzt etwa aus dem Behandlungsraum oder dem OP, gelten dieselben Datenschutzregeln. Zudem sollten Ärzte in Direktnachrichten keine Ferndiagnosen stellen. Stattdessen geben sie allgemeine Hinweise und empfehlen einen Termin.
Unser Rat: Schreiben Sie ein einseitiges Dokument mit Social Media Grundsätzen für Praxis und Ärzte. Lassen Sie es dann von jedem neuen Teammitglied unterschreiben. Somit kennen alle dieselben Grenzen, und Fehler werden selten.
Was unterscheidet Zahnarztpraxen, Ästhetik und Psychotherapie?
Jedes Fachgebiet hat eigene Empfindlichkeiten. Zahnarztpraxen arbeiten zum Beispiel stark mit Fotos vom Lächeln, daher stehen Einwilligung und Realismus an erster Stelle. Unseren Ansatz beschreiben wir auf der Seite Social Media für Zahnärzte.
In der Ästhetik und bei Haarkliniken sind Körperbild und Vorher/Nachher Bilder das größte Risiko. Setzen Sie deshalb auf Ablaufinhalte ohne Body Shaming. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite Social Media für Haarkliniken.
In der Psychotherapie zählt Vertraulichkeit noch mehr. Selbst eine anonyme Fallgeschichte kann erkennbare Details enthalten. Allgemeine Aufklärung und Ablauferklärungen sind somit die sicherste Wahl. Unsere Seite Social Media für Psychologen behandelt dieses Feld. Außerdem empfehlen wir einen angehefteten Hinweis auf offizielle Krisentelefone.
Wie messen Sie den Erfolg von Social Media für Arztpraxen?
Den Erfolg von Social Media für Arztpraxen sollten Sie nicht an Likes messen. Im Gesundheitswesen zählt vielmehr, dass die richtigen Patienten Sie mit den richtigen Informationen finden. Achten Sie deshalb auf Speicherungen, Profilbesuche, Klicks zur Website und Terminanfragen.
Verfolgen Sie zum Beispiel monatlich diese Signale:
- Speicher und Teilrate als Hinweis auf den Wert von Wissensbeiträgen.
- Klicks vom Profil zur Website als Zeichen echten Interesses.
- Fragearten im Postfach, die Themenlücken zeigen.
- Negative Kommentare und Beschwerden als Risikosignal.
Halten Sie eingehende Fragen außerdem regelmäßig fest, entstehen neue Themenideen fast von selbst. Messung speist also Ihren Redaktionsplan.
Selbst betreuen oder mit einer Agentur arbeiten?
Eine kleine Praxis kann ihren Kanal mit klarer Checkliste und Freigabeprozess selbst führen. Kommen allerdings mehrere Ärzte, Standorte und ein Werbebudget hinzu, wächst der Aufwand schnell. Zudem müssen Sie Gesetze, Plattformregeln und Contentproduktion gleichzeitig im Blick behalten.
Prüfen Sie bei einer Agentur diese Punkte:
- Kennt die Agentur die Grenzen im Gesundheitswesen und zeigt einen Beispielablauf?
- Bleibt die finale Freigabe medizinischer Inhalte bei der Ärztin?
- Läuft die Arbeit ohne Weitergabe von Patientendaten?
- Gibt es einen schriftlichen Leitfaden für Antworten auf Kommentare und Nachrichten?
Als Talha Aslan und Team übernehmen wir diese Arbeit für Sie. Redaktionsplan, Freigabeprozess, Visuals und Community Management laufen in einem System. Umfang und Angebot finden Sie auf der Seite unserer Social Media Betreuung.
Wo fängt Ihre Praxis am besten an?
Beginnen Sie mit einer Durchsicht Ihrer bisherigen Beiträge. Enthalten ältere Posts Patientenbilder ohne Einwilligung, Ergebnisversprechen oder Preisaktionen, archivieren oder überarbeiten Sie sie. So wachsen Sie auf einer sauberen Basis.
Gehen Sie dann drei Schritte:
- Schreiben Sie Ihre einseitigen Social Media Grundsätze und lassen Sie das Team unterschreiben.
- Richten Sie einen Monatsplan und einen Freigabeprozess mit zwei Personen ein.
- Erstellen Sie datenschutzsichere Vorlagen für Antworten auf Kommentare und Nachrichten.
Fehlt Ihnen dafür die Zeit, planen wir den gesamten Prozess gern mit Ihnen, vom Aufbau bis zur täglichen Betreuung. Für einen passenden Umfang fordern Sie ein Angebot für die Social Media Betreuung an. Denken Sie daran: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung; klären Sie rechtliche Fragen mit einer Kanzlei für Medizinrecht.
Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.



