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Grad Minuten Sekunden in Dezimalgrad umrechnen: Formel und Beispiele

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Wie rechnen Sie Grad Minuten Sekunden in Dezimalgrad um?

Um Grad Minuten Sekunden in Dezimalgrad umzurechnen, übernehmen Sie die Grad, teilen die Minuten durch 60 und die Sekunden durch 3600 und addieren alles. Zum Beispiel ergibt 52°30'58.6" also 52 + 30/60 + 58,6/3600 = 52,51628. Südliche Breiten und westliche Längen erhalten ein Minuszeichen.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Diese eine Zeile ist bereits die ganze Formel. Allerdings entstehen die meisten Fehler in der Praxis nicht in der Rechnung, sondern bei Vorzeichen, Trennzeichen und Rundung. Wir sind Talha Aslan und Team, und wir rechnen Koordinaten häufig um, wenn wir Standortdaten auf Firmenseiten einbauen, Karteneinträge bereinigen oder Adresslisten für Kunden ordnen. Deshalb finden Sie in diesem Ratgeber Formel, Himmelsrichtungen, Minuszeichen, Rechenbeispiele und den Zusammenhang zwischen Nachkommastellen und Metern an einem Ort.

Wenn Sie nicht selbst rechnen möchten, nutzen Sie unser kostenloses Tool zum Koordinaten umrechnen. Es wandelt zwischen Dezimalgrad, Grad Minuten Sekunden, Dezimalminuten und UTM um. Zudem läuft die Rechnung vollständig in Ihrem Browser; Ihre Koordinate erreicht also keinen Server. Trotzdem lohnt es sich, die Formel zu kennen, denn so prüfen Sie jedes Ergebnis in wenigen Sekunden.

Was beschreibt das Format Grad Minuten Sekunden genau?

Grad Minuten Sekunden, kurz GMS oder international DMS (degrees, minutes, seconds), teilt einen Winkel so auf wie eine Uhr die Stunde. Ein Grad hat also 60 Minuten, eine Minute hat 60 Sekunden. Ein Grad enthält somit 3600 Sekunden. Breite und Länge sind Winkel, die vom Erdmittelpunkt aus gemessen werden; daher passt diese Sechzigerteilung gut zu ihnen.

Eine typische Angabe sieht so aus: 52°30'58.6"N 13°22'39.7"O. Das Gradzeichen (°) steht für Grad, der einfache Strich (') für Minuten und der doppelte Strich (") für Sekunden. Am Ende steht N für Nord und O für Ost. Der erste Wert ist die Breite, der zweite Wert die Länge.

  • Breite: Sie zeigt, wie weit nördlich oder südlich des Äquators ein Punkt liegt, von 0 bis 90 Grad.
  • Länge: Sie zeigt, wie weit östlich oder westlich des Nullmeridians ein Punkt liegt, von 0 bis 180 Grad.
  • Minuten und Sekunden: Beide liegen zwischen 0 und 59; ein Wert von 60 oder mehr deutet auf einen Tippfehler hin.

Seekarten, Luftfahrtunterlagen, ältere Papierkarten und Vermessungsunterlagen nutzen dieses Format bis heute. Wenn Ihnen also ein Lageplan, ein Logbuch oder eine gedruckte Karte vorliegt, steht die Koordinate dort sehr wahrscheinlich in Grad Minuten Sekunden.

Warum sind Dezimalgrad die gemeinsame Sprache digitaler Karten?

Dezimalgrad, kurz DD (decimal degrees), schreiben den Winkel als eine einzige Zahl, etwa 52.51628. Dabei gibt es keine Aufteilung in Minuten und Sekunden; der Nachkommateil gehört direkt zum Grad. Software kann eine Koordinate deshalb als eine einfache Zahl speichern, vergleichen und weiterverarbeiten.

Zum Beispiel beschreibt RFC 5870, das Dokument zur geo URI für Standortangaben im Internet, Breite und Länge in Dezimalgrad auf Basis des Bezugssystems WGS84. Dasselbe Dokument kennzeichnet südliche Breiten und westliche Längen mit einem vorangestellten Minus. Webkarten, Standortdienste im Smartphone und strukturierte Daten folgen weitgehend derselben Logik.

Außerdem brauchen Dezimalgrad keine Buchstaben. Nord und Ost sind positiv, Süd und West negativ; ein Paar wie 52.51628, 13.37769 trägt die Richtung also schon in sich. Daher sorgen Dezimalgrad beim Datenaustausch zwischen Systemen für die wenigsten Überraschungen. Kurz gesagt: Grad Minuten Sekunden sind für Menschen gut lesbar, Dezimalgrad für Maschinen.

Was sind Dezimalminuten, und warum verwechselt man sie mit GMS?

Dezimalminuten, kurz GMM oder international DDM (degrees decimal minutes), lassen die Grad ganzzahlig, schreiben statt Sekunden aber einen Bruchteil der Minute. Zum Beispiel bedeutet N 52° 30.977' also 52 Grad und 30,977 Minuten. GPS Geräte, manche Navigationsanzeigen auf Booten und Geocaching Apps verwenden dieses Format gern.

Die Verwechslung liegt deshalb nahe. Nehmen Sie 52° 30.5' und 52° 30' 05". Beide sehen ähnlich aus, beschreiben allerdings nicht denselben Punkt. Im ersten Fall entspricht die halbe Minute 30 Sekunden. Im zweiten Fall sind es dagegen nur 5 Sekunden. Diese Differenz von 25 Bogensekunden in der Breite ergibt im Gelände mehrere hundert Meter.

Dezimalminuten in Dezimalgrad umzurechnen ist sogar noch einfacher: Sie addieren die Minuten geteilt durch 60 zu den Grad. Rechenbeispiel: 52 + 30,977 / 60 = 52,51628. So erreichen Sie denselben Punkt auf einem dritten Weg. Achten Sie deshalb bei diesem Format auf das fehlende Sekundenzeichen und auf den Dezimalpunkt innerhalb der Minuten.

FormatBeispielWo es Ihnen begegnetWorauf Sie achten sollten
Dezimalgrad (DD)52.51628, 13.37769Webkarten, Software, strukturierte DatenDie Richtung steckt im Vorzeichen
Grad Minuten Sekunden (GMS)52°30'58.6"N 13°22'39.7"OPapierkarten, Vermessung, SeekartenMinuten und Sekunden bleiben unter 60
Dezimalminuten (GMM)N 52° 30.977 E 013° 22.662GPS Geräte, NavigationsanzeigenKeine Sekunden, Minuten mit Nachkommastellen
UTM33U 389918 5819700Geländearbeit, IngenieurwesenOhne Zone und Band nicht eindeutig

Wie lautet die Formel für Grad Minuten Sekunden in Dezimalgrad?

Die Formel für Grad Minuten Sekunden passt in eine Zeile: Dezimalgrad = Grad + Minuten / 60 + Sekunden / 3600. Die Minuten teilen Sie durch 60, weil ein Grad 60 Minuten hat. Ebenso teilen Sie die Sekunden durch 3600, denn ein Grad hat 60 × 60 = 3600 Sekunden.

Danach folgt als letzter Schritt das Vorzeichen. Liegt der Punkt auf der Südhalbkugel oder westlich des Nullmeridians, machen Sie das Ergebnis negativ. Heben Sie sich diesen Schritt bis ganz zum Schluss auf. Das Minus gehört nämlich zur ganzen Zahl, nicht nur zu den ganzen Grad. Mit dieser Reihenfolge vermeiden Sie die meisten Fehler:

  1. Notieren Sie Grad, Minuten und Sekunden getrennt und halten Sie den Richtungsbuchstaben fest.
  2. Teilen Sie die Minuten durch 60.
  3. Teilen Sie die Sekunden durch 3600.
  4. Addieren Sie die drei Werte.
  5. Steht dort S oder W, setzen Sie ein Minus vor die Summe.
  6. Runden Sie auf die nötige Genauigkeit; fünf oder sechs Nachkommastellen reichen meist.

Sobald Ihnen diese Reihenfolge in Fleisch und Blut übergeht, kommen Sie selbst mit einem einfachen Taschenrechner in Sekunden ans Ziel. Haben Sie dagegen Dutzende Punkte, lesen Sie weiter unten den Abschnitt zur Tabellenkalkulation.

Rechenbeispiel: Wie rechnen Sie einen Punkt in Berlin Schritt für Schritt um?

Als Beispielszenario nehmen wir 52°30'58.6"N 13°22'39.7"O. Zunächst rechnen wir die Breite um, danach die Länge. Beide Richtungen sind Nord und Ost; daher bleiben beide Ergebnisse positiv.

Breite: 52 + 30 / 60 + 58,6 / 3600. Dabei ergibt 30 / 60 genau 0,5. Außerdem ergibt 58,6 / 3600 etwa 0,0162778. Die Summe beträgt 52,5162778; auf fünf Stellen gerundet erhalten Sie 52.51628.

Länge: 13 + 22 / 60 + 39,7 / 3600. Hier ergibt 22 / 60 etwa 0,3666667. Dann ergibt 39,7 / 3600 etwa 0,0110278. Die Summe beträgt 13,3776944; auf fünf Stellen gerundet sind das 13.37769.

Die Koordinate in Dezimalgrad lautet somit 52.51628, 13.37769. Fügen Sie sie in das Suchfeld einer Karte ein, landen Sie am selben Ort. Falls nicht, gibt es meist zwei Ursachen: vertauschte Breite und Länge oder ein Komma als Dezimalzeichen. Beachten Sie konkret: In der deutschen Rechnung oben steht ein Komma, im Kartenfeld dagegen immer ein Punkt.

Wohin gehört das Minuszeichen bei südlichen und westlichen Koordinaten?

Das Minus steht immer vor der ganzen Zahl. Nehmen Sie als Beispielszenario 22°54'30"S 43°10'45"W. Für die Breite ergibt 22 + 54 / 60 + 30 / 3600 den Wert 22,908333. Die Richtung ist Süd, also lautet das Ergebnis -22.908333. Für die Länge ergibt 43 + 10 / 60 + 45 / 3600 den Wert 43,179167; wegen West schreiben Sie -43.179167.

Der häufigste Fehler: Man setzt das Minus nur vor die Grad und addiert Minuten und Sekunden positiv. Dann entsteht -22 + 0,908333 = -21,091667. Dieser Wert liegt etwa 1,8 Grad weiter nördlich und damit weit über hundert Kilometer entfernt. Deshalb berechnen Sie zuerst den Betrag und setzen das Vorzeichen erst am Ende.

Manche Quellen schreiben das Minus auch in die GMS Angabe, etwa -22°54'30". Die Regel bleibt gleich: Das Minus gilt für die Grad samt Minuten und Sekunden. Zudem droht ein doppeltes Minus, wenn eine Angabe sowohl ein Minus als auch S oder W enthält. In diesem Fall sollten Sie bei der Quelle nachfragen, was gemeint ist.

Was bedeuten N, S, O, E und W bei Koordinaten?

Die Buchstaben ersetzen also das Vorzeichen. Für die Breite stehen N für Nord und S für Süd. Für die Länge stehen O oder E für Ost und W für West. In deutschen Unterlagen finden Sie häufig O für Ost, in internationalen Unterlagen dagegen E für East.

  • N: Nordhalbkugel, Breite positiv.
  • S: Südhalbkugel, Breite negativ.
  • O oder E: Östlich des Nullmeridians, Länge positiv.
  • W: Westlich des Nullmeridians, Länge negativ.

Allerdings lauert hier eine kleine Falle. Ein internationales Programm kennt das deutsche O oft nicht und liest es womöglich als Fehler. Umgekehrt verwechseln manche Nutzer O mit der Ziffer 0. Wenn Sie Koordinaten also an ein anderes System weitergeben, verwenden Sie entweder die internationalen Buchstaben oder gleich Dezimalgrad mit Vorzeichen.

Eine schnelle Faustregel hilft beim Prüfen: Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen vollständig nördlich des Äquators und östlich des Nullmeridians. Folglich sind dort Breite und Länge immer positiv. Sehen Sie bei einer Adresse in diesen Ländern ein Minus, steckt fast sicher ein Fehler in der Umrechnung.

Wie rechnen Sie Dezimalgrad zurück in Grad Minuten Sekunden?

Der Rückweg kehrt die Schritte um und gelingt in drei Zügen. Zuerst nehmen Sie die ganze Zahl als Grad. Danach multiplizieren Sie den Nachkommateil mit 60; die ganze Zahl dieses Ergebnisses sind die Minuten. Schließlich multiplizieren Sie den Rest erneut mit 60 und erhalten die Sekunden.

Rechenbeispiel: Wir rechnen 52.51628 zurück. Die ganze Zahl ist 52, also 52 Grad. Dann ergibt 0,51628 × 60 = 30,9768, also 30 Minuten. Der Rest 0,9768 × 60 ergibt 58,608; gerundet sind das 58,6 Sekunden. Das Ergebnis lautet 52°30'58.6"N, und wir sind wieder am Ausgangspunkt.

Bei einem negativen Wert trennen Sie zuerst das Vorzeichen ab. Für -43.179167 rechnen Sie mit 43.179167 und hängen am Ende W an. Multiplizieren Sie dagegen direkt den Nachkommateil einer negativen Zahl, entstehen leicht Vorzeichenfehler. Brauchen Sie nur Dezimalminuten, hören Sie einfach nach dem zweiten Schritt auf: 52° 30.977'.

Wie rechnen Sie Koordinaten mit unserem Tool um?

Die Rechnung von Hand ist lehrreich; im Alltag ist ein Tool allerdings schneller und sicherer. Mit unserem Rechner gehen Sie so vor:

  1. Öffnen Sie das Tool Koordinaten umrechnen und bleiben Sie im Modus "Umrechnen".
  2. Tippen oder fügen Sie Ihren Wert in das Feld ein, zum Beispiel 52°30'58.6"N 13°22'39.7"O.
  3. Das Tool erkennt das Format und zeigt Dezimalgrad, Grad Minuten Sekunden, Dezimalminuten und UTM gleichzeitig an.
  4. Lesen Sie in der Zeile zur Genauigkeit ab, auf wie viele Meter Ihre Quelle ungefähr genau ist.
  5. Kopieren Sie das gewünschte Format oder prüfen Sie den Punkt über "In Karte öffnen".

Der Rechner liest auch N, S, O, W, das Komma als Dezimalzeichen und Kartenlinks. Außerdem weist er darauf hin, wenn die Breite über 90 liegt und Breite und Länge vertauscht sein könnten. Solche kleinen Hinweise bewahren Sie vor einer Markierung im falschen Land. Beachten Sie jedoch: Das Tool rechnet mit WGS84; amtliche Katasterkoordinaten wie Gauß Krüger deckt es nicht ab.

Wie viele Nachkommastellen brauchen Sie für welche Genauigkeit?

Die Zahl der Nachkommastellen bestimmt, wie klein die Fläche ist, auf die eine Koordinate zeigt. Laut der Antwort des USGS zu Gradabständen entspricht ein Breitengrad etwa 69 Meilen, also rund 111 km. Dieselbe Quelle nennt für eine Minute etwa 6.068 Fuß (rund 1,85 km) und für eine Sekunde etwa 101 Fuß (rund 31 m). Die folgende Tabelle leitet daraus ungefähre Werte ab:

NachkommastellenBeispielEtwa in Nord Süd RichtungReicht grob für
152.511 kmRegion
252.521,1 kmOrt
352.516111 mViertel, großes Gelände
452.516311 mGebäude, Grundstück
552.516281,1 mTür, Baum
652.51627811 cmVermessungspunkt

In der Praxis genügen fünf Stellen, um einen Ladeneingang zu markieren. Allerdings erinnert RFC 5870 daran, dass die Zahl der Stellen allein nichts über die Genauigkeit aussagt. Hat Ihr Smartphone den Standort nur auf 20 Meter genau bestimmt, macht eine achte Nachkommastelle den Punkt nicht besser.

Warum ist ein Längengrad nicht überall gleich lang?

Die Längenkreise, also die Meridiane, treffen sich an den Polen. Daher ist der Abstand zwischen zwei Meridianen am Äquator am größten, schrumpft nach Norden und Süden und erreicht an den Polen null. Auch das USGS hält fest: Ein Breitengrad bleibt recht konstant, ein Längengrad ändert sich zu den Polen hin dagegen stark.

Für eine schnelle Schätzung multiplizieren Sie die Länge eines Breitengrads mit dem Kosinus der Breite. Rechenbeispiel: Berlin liegt bei etwa 52,5 Grad Nord, und cos 52,5° beträgt etwa 0,61. Ein Längengrad misst dort somit rund 111 × 0,61 ≈ 68 km. Bei 60 Grad gilt cos 60° = 0,5; dann schrumpft derselbe Längengrad auf etwa 56 km.

Praktisch heißt das: Die Meterwerte der Tabelle gelten in Nord Süd Richtung. In Ost West Richtung beschreibt dieselbe Stellenzahl eine etwas kleinere Strecke. Für eine Kartenmarkierung spielt das also kaum eine Rolle. Für Entfernungsrechnungen ist es hingegen wichtig; deshalb bietet unser Rechner einen eigenen Modus für zwei Punkte.

Wie viele Stellen brauchen strukturierte Daten auf einer Firmenseite?

In der Dokumentation zu strukturierten Daten für lokale Unternehmen verlangt Google für Breite und Länge der Eigenschaft geo mindestens fünf Nachkommastellen. Ein gekürzter Wert wie 52.516 erfüllt diese Vorgabe also nicht, 52.51628 dagegen schon. Die Eigenschaft ist empfohlen, nicht verpflichtend. Wenn Sie sie nutzen, dann aber korrekt.

Liegt Ihre Koordinate in Grad Minuten Sekunden vor, rechnen Sie sie zunächst mit der Formel oben in Dezimalgrad um und runden dann auf mindestens fünf Stellen. Konkret gilt jedoch: Ein Wert mit ganzen Sekunden, etwa 58", ist nur auf rund 31 Meter genau. Fünf Nachkommastellen sehen dann präzise aus, verbessern den Punkt aber nicht. Besser setzen Sie die Markierung direkt auf den Eingang und kopieren die Koordinate neu.

Den größeren Zusammenhang erklären wir in unserem Ratgeber Was ist Schema Markup. Das Markup selbst erstellen Sie bequem mit unserem Schema Generator. Bedenken Sie zudem, dass Ihre Sichtbarkeit auf der Karte von weit mehr abhängt als von einer Koordinate; mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Google Maps SEO.

Welche Koordinatenformate akzeptiert Google Maps?

Die Google Maps Hilfe zu Koordinaten zeigt drei Formate für das Suchfeld: Grad, Minuten und Sekunden; Grad und Dezimalminuten; Dezimalgrad. Zudem nennt die Seite einige Schreibregeln. Verwenden Sie einen Punkt als Dezimaltrennzeichen und kein Komma. Geben Sie die Breite vor der Länge ein. Schließlich muss die erste Zahl der Breite zwischen -90 und 90 liegen und die erste Zahl der Länge zwischen -180 und 180.

Gerade im deutschsprachigen Raum ist das Komma die häufigste Stolperfalle. Eine Angabe wie 52,51628, 13,37769 kann sich für die Karte in vier einzelne Zahlen verwandeln. Ersetzen Sie daher vor dem Einfügen die Dezimalkommas durch Punkte und lassen Sie nur ein Komma zwischen den beiden Werten stehen.

Für den umgekehrten Weg, also die Koordinaten eines Punktes aus der Karte zu kopieren, lesen Sie unseren Beitrag Koordinaten in Google Maps finden. Den dort kopierten Dezimalwert rechnen Sie mit der Methode aus diesem Ratgeber in jedes andere Format um.

Welche Fehler passieren beim Umrechnen am häufigsten?

Beim Bereinigen von Kundendaten sehen wir immer wieder dieselben Fehler. Die folgende Liste hilft Ihnen zu verstehen, warum ein umgerechneter Punkt am falschen Ort landet:

  • Vertauschte Breite und Länge: Mit 13.37769, 52.51628 landet die Markierung an einem völlig anderen Ort.
  • Minus nur vor den Grad: Bei südlichen und westlichen Werten verschiebt das den Punkt sehr weit.
  • Minuten durch 100 geteilt: 30'58" als 0,3058 zu lesen, ist ein klassischer Fehler aus dem Dezimaldenken.
  • GMS und GMM verwechselt: 30,5 Minuten als 30 Minuten und 5 Sekunden zu lesen, verschiebt den Punkt.
  • Komma als Dezimalzeichen: Die meisten Karten und Programme erwarten einen Punkt.
  • Zu früh gerundet: Wer mitten in der Rechnung auf zwei Stellen rundet, verfälscht das Ergebnis im Kilometerbereich.

Am einfachsten entdecken Sie solche Fehler, wenn Sie das Ergebnis auf einer Karte öffnen und hinschauen. Landet etwa die Markierung eines Berliner Büros in der Ostsee oder in einer anderen Stadt, steckt fast sicher einer der Punkte oben dahinter.

Was tun Sie, wenn die Sekunden auf 60 aufrunden?

Beim Rückweg von Dezimalgrad zu Grad Minuten Sekunden kommen manchmal 59,99 Sekunden heraus. Auf eine Stelle gerundet ergibt das 60,0; Sekunden können aber nicht 60 betragen. In diesem Fall setzen Sie die Sekunden auf 0 und erhöhen die Minuten um eins. Erreichen dann die Minuten 60, setzen Sie diese auf 0 und erhöhen die Grad um eins.

Rechenbeispiel: Sie rechnen 52.0166664 zurück. Der Nachkommateil ergibt 0,0166664 × 60 = 0,999984 Minuten, also 0 Minuten. Danach ergibt 0,999984 × 60 = 59,99904 Sekunden, auf eine Stelle gerundet 60,0. Richtig lautet die Angabe somit 52°01'00.0" und nicht 52°00'60.0".

Das klingt nach einer Kleinigkeit, bringt automatische Systeme aber oft aus dem Takt. Manche Programme lehnen einen Wert mit 60 Sekunden als ungültig ab. Andere lesen ihn dagegen stillschweigend falsch, also ohne Warnung. Erzeugt Ihre eigene Tabelle oder Ihr Skript also Werte in Grad Minuten Sekunden, prüfen Sie diesen Übertrag unbedingt. Runden Sie außerdem immer erst im letzten Schritt.

Ist jede Koordinate WGS84, und warum zählt das Bezugssystem?

Nein, nicht jede Koordinate bezieht sich auf dasselbe System. Webkarten, Smartphones und GPS Empfänger nutzen in der Regel WGS84, und auch RFC 5870 legt WGS84 als Standard für geo URIs fest. Vermessungsunterlagen, Grundbuch oder Katasterauszüge und Ingenieurpläne können allerdings andere Bezugssysteme und Kartenprojektionen verwenden.

Warum ist das wichtig? Derselbe Wert in Grad Minuten Sekunden kann in einem anderen Bezugssystem auf einen leicht anderen Punkt im Gelände zeigen. Ihre Formel mag fehlerfrei sein; nehmen Sie aber das falsche System an, liegt das Ergebnis auf der Karte trotzdem daneben. Zudem ist diese Abweichung nicht überall gleich groß.

Unser Rat ist daher einfach. Prüfen Sie, welches System ein Dokument verwendet, entweder im Dokument selbst oder bei der ausstellenden Stelle. Bei amtlichen Vermessungen und Grundstücksfragen lassen Sie das Ergebnis von einer Vermessungsstelle bestätigen. Anders gesagt: Die Formel in diesem Ratgeber ändert das Winkelformat, nicht das Bezugssystem. Auch unser Rechner arbeitet ausschließlich mit WGS84.

Wie rechnen Sie viele Koordinaten in Excel oder Google Tabellen um?

Bei Dutzenden Filialen oder Punkten wird das Umrechnen einzeln schnell mühsam. Legen Sie Grad, Minuten und Sekunden in getrennte Spalten, schreiben Sie die Formel einmal und ziehen Sie sie nach unten. Stehen zum Beispiel die Grad in Spalte A, die Minuten in Spalte B und die Sekunden in Spalte C, lautet die Formel =A2+B2/60+C2/3600.

Wir empfehlen eine eigene Spalte für den Richtungsbuchstaben. Steht dort S oder W, multiplizieren Sie das Ergebnis mit -1. So müssen Sie das Minus nicht in jeder Zeile von Hand setzen. Außerdem verhindert eine Richtungsspalte den Fehler, das Minus nur auf die Grad anzuwenden.

  • Nutzt Ihre Tabelle deutsche Ländereinstellungen mit Dezimalkomma, prüfen Sie das Trennzeichen vor dem Export.
  • Formatieren Sie die Ergebnisspalte so, dass sie mindestens fünf Nachkommastellen zeigt.
  • Prüfen Sie einige zufällige Zeilen einzeln mit dem Tool oder auf der Karte.

So entsteht ein Ablauf, der schnell und gut nachprüfbar ist. Zum Beispiel bereinigen Sie damit die Standortliste eines Unternehmens mit mehreren Filialen an einem Nachmittag.

Wie prüfen Sie eine umgerechnete Koordinate?

Verwenden Sie einen umgerechneten Wert nie ungeprüft. Das dauert zudem nicht lange; die folgende kurze Checkliste findet die meisten Fehler in wenigen Minuten:

  1. Liegt die Breite zwischen -90 und 90 und die Länge zwischen -180 und 180?
  2. Sind bei einem Punkt in Deutschland, Österreich oder der Schweiz beide Werte positiv?
  3. Steht die Breite vorne und die Länge hinten?
  4. Ist das Dezimaltrennzeichen ein Punkt?
  5. Landet die Markierung auf der Karte auf dem erwarteten Gebäude?
  6. Erhalten Sie beim Zurückrechnen wieder den ursprünglichen Wert in Grad Minuten Sekunden?

Der letzte Punkt ist eine besonders starke Probe. Wenn Sie den Dezimalwert zurückrechnen und mit der Quelle vergleichen, fallen Formel und Vorzeichenfehler sofort auf. Geben Sie das Ergebnis außerdem an andere weiter, nennen Sie immer Format und Bezugssystem dazu.

Warum sollte das Umrechnen von Koordinaten zur Routine werden?

Koordinaten umzurechnen wirkt wie eine Kleinigkeit. Eine falsche Markierung kann jedoch Kunden in die falsche Straße schicken, eine Lieferung verzögern oder den Standort auf einer Firmenseite widersprüchlich wirken lassen. Deshalb lohnt es sich, die Formel einmal zu verstehen und sie dann jedes Mal in derselben Reihenfolge anzuwenden.

Zusammengefasst gelten drei Regeln. Teilen Sie Minuten durch 60 und Sekunden durch 3600. Setzen Sie das Minus am Ende vor die ganze Zahl. Runden Sie zuletzt und behalten Sie mindestens fünf Nachkommastellen. Prüfen Sie das Ergebnis außerdem stets auf der Karte.

Wenn Sie eine Karte in Ihre Website einbauen möchten, haben wir die Folgen für die Ladezeit im Beitrag Macht Google Maps einbetten die Website langsam untersucht. Denken Sie Standortdaten, strukturierte Daten und Sichtbarkeit auf der Karte zusammen, wird eine korrekt umgerechnete Koordinate zu einem kleinen, aber soliden Baustein Ihrer Website.

Häufig gestellte Fragen

Mit welcher Formel rechnen Sie Grad Minuten Sekunden in Dezimalgrad um?
Sie nutzen Dezimalgrad = Grad + Minuten / 60 + Sekunden / 3600. Zum Beispiel ergibt 52°30'58.6" also 52 + 30/60 + 58,6/3600 = 52,51628. Liegt der Punkt im Süden oder Westen, machen Sie die Summe ganz am Ende negativ. Runden Sie außerdem erst im letzten Schritt und behalten Sie mindestens fünf Nachkommastellen.
Warum haben südliche und westliche Koordinaten ein Minus?
Dezimalgrad ersetzen den Richtungsbuchstaben durch ein Vorzeichen: Nord und Ost sind positiv, Süd und West negativ. Auch RFC 5870 schreibt südliche Breiten und westliche Längen mit vorangestelltem Minus. Entscheidend ist, das Minus nach dem Addieren von Minuten und Sekunden auf die ganze Zahl anzuwenden, nicht nur auf die Grad.
Wie viele Nachkommastellen reichen aus?
Für einen Ladeneingang genügen meist fünf Nachkommastellen; das entspricht in Nord Süd Richtung etwa einem Meter. Google verlangt zudem für geo Werte in strukturierten Daten lokaler Unternehmen mindestens fünf Stellen. Mehr Stellen machen einen Punkt allerdings nicht genauer, wenn Ihre Quelle nur auf einige Meter genau war.
Akzeptiert Google Maps ein Komma als Dezimalzeichen?
Die Google Maps Hilfe empfiehlt einen Punkt als Dezimaltrennzeichen und zeigt Dezimalkommas als falsches Beispiel. Schreiben Sie daher 52.51628 statt 52,51628. Zwischen beiden Werten steht dann ein einzelnes Komma, also 52.51628, 13.37769. Geben Sie außerdem immer zuerst die Breite und danach die Länge ein.
Sind Dezimalminuten dasselbe wie Grad Minuten Sekunden?
Nein, die Formate unterscheiden sich. Dezimalminuten haben keine Sekunden, sondern einen Bruchteil der Minute, etwa 52° 30.977'. Grad Minuten Sekunden enthalten einen eigenen Sekundenwert, etwa 52°30'58.6". Wer beide verwechselt, verschiebt den Punkt leicht um mehrere hundert Meter; achten Sie deshalb auf das Sekundenzeichen und den Punkt in den Minuten.
Kann ich Koordinaten aus Katasterunterlagen so umrechnen?
Die Formel ändert das Winkelformat, nicht das Bezugssystem. Kataster und Vermessungsunterlagen können andere Bezugssysteme oder Projektionen als das WGS84 der Webkarten verwenden. Prüfen Sie daher zuerst das System im Dokument. Bei amtlichen Vorgängen lassen Sie das Ergebnis von einer Vermessungsstelle bestätigen; unser Rechner arbeitet nur mit WGS84.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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