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App Store Datenschutzangaben vorbereiten: So gelingt es Schritt für Schritt

Talha Aslan 17 Minuten Lesezeit 2 Aufrufe

Kurze Antwort

Was sind App Store Datenschutzangaben und wie bereiten Sie sie vor?

App Store Datenschutzangaben sind die Offenlegungen zur Datennutzung, die Sie im Bereich App Privacy von App Store Connect eintragen und die Nutzer auf Ihrer Produktseite sehen. Zur Vorbereitung beantworten Sie für jede Datenart, die Ihre App und eingebundener Fremdcode erheben, den Zweck, den Personenbezug und die Frage nach Tracking.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Apple nennt die App Store Datenschutzangaben in der offiziellen Dokumentation "Privacy Nutrition Labels". Nutzer sehen die Zusammenfassung vor dem Download direkt auf der Produktseite. Deshalb gehören die Angaben sowohl zur App Prüfung als auch zum Vertrauen der Nutzer. Außerdem brauchen Sie diese Informationen, um neue Apps und Updates einzureichen; Apple schreibt das auf der Seite App privacy details ausdrücklich.

In diesem Leitfaden zeigen Talha Aslan und Team die Reihenfolge, der wir in Store Projekten folgen. Zunächst klären wir die Begriffe. Danach erstellen wir ein Dateninventar. Erst dann wechseln wir zu App Store Connect. So entsteht von Anfang an eine korrekte Offenlegung statt eines hastigen Formulars am Veröffentlichungstag.

Wer ist für die App Store Datenschutzangaben verantwortlich?

Kurz gesagt: das Entwicklerkonto, das die App veröffentlicht. Apple erwartet, dass Ihre Antworten Ihre eigene Praxis abdecken und zudem die Praxis aller Drittanbieter, deren Code Sie einbinden. Gemeint sind Analysetools, Werbenetzwerke, SDKs von Drittanbietern (Software Development Kits) und andere externe Dienstleister. Also gehören auch die Daten, die ein Analysekit erhebt, in Ihre Angaben.

In App Store Connect können Nutzer mit den Rollen Account Holder, Admin oder App Manager diese Antworten eintragen. Die Rolle Marketing darf zudem die URL der Datenschutzerklärung bearbeiten. Arbeiten Sie mit einer Agentur oder einem freien Entwickler, legen Sie daher schriftlich fest, wer die Antworten einträgt und wer sie freigibt.

Für Apples eigene Frameworks gilt allerdings eine eigene Regel. Erhalten Sie über Frameworks oder Dienste von Apple Daten zu Ihrer App, geben Sie an, was Sie erheben und wie Sie es nutzen. Für Daten, die Apple selbst erhebt, sind Sie dagegen nicht verantwortlich. Diese Unterscheidung beseitigt viel Verwirrung, etwa bei Apps mit Anmeldung über Apple.

Wie erstellen Sie vorab ein Dateninventar?

Vor allem hängt die Qualität der Angaben von der Vorarbeit ab, die Sie vor dem Formular leisten. Ein Dateninventar ist eine einfache Tabelle. Sie zeigt jede Information, die die App vom Gerät sendet, das Ziel und den Zweck. Wir füllen sie gemeinsam mit Entwicklung, Produktverantwortung und Marketing aus, denn jede Rolle kennt einen anderen Datenfluss.

  • Gehen Sie jeden Bildschirm der App durch und notieren Sie alle Eingabefelder.
  • Listen Sie die API Aufrufe an Ihre Server und die mitgesendeten Kennungen auf.
  • Exportieren Sie alle Abhängigkeiten, also jede eingebundene Bibliothek.
  • Fragen Sie das Marketing nach Werbung, Retargeting und Newsletterplänen.
  • Prüfen Sie Webansichten in der App und die Formulare darin gesondert.

Diese Arbeit kostet einige Stunden. Trotzdem beschleunigt sie jeden weiteren Schritt. Zudem nutzen Sie dieselbe Tabelle für Ihre Datenschutzerklärung, Ihre Einwilligungstexte und Ihre Angaben bei Google Play. Kurz gesagt: Eine Quelle hält drei Dokumente stimmig.

Was meint Apple genau mit "Datenerhebung"?

Laut Apple bedeutet Erheben, Daten so vom Gerät zu übertragen, dass Sie oder Ihre Partner länger darauf zugreifen können, als zur Beantwortung der Anfrage in Echtzeit nötig ist. Diese Definition zieht also die Grenze Ihrer Liste. Folglich braucht nicht jede Netzwerkanfrage automatisch eine Angabe.

  • Daten, die Sie nur auf dem Gerät verarbeiten, gelten nicht als erhoben und brauchen keine Angabe.
  • Ein Anmeldetoken oder eine IP Adresse, die mit einem Serveraufruf übertragen, aber nicht gespeichert bleibt, braucht keine Angabe.
  • Webtraffic aus einer Webansicht geben Sie an, es sei denn, Sie lassen Nutzer nur frei im Web surfen.
  • Bei IP Adressen wählen Sie je nach Nutzung die passende Art, etwa genauer Standort, ungefährer Standort, Gerätekennung oder Diagnose.

Ein Beispielszenario: Ihr Wetterbildschirm liest den genauen Standort, rundet ihn sofort grob ab und speichert den genauen Wert nie. In diesem Fall empfiehlt Apple die Angabe Coarse Location, also ungefährer Standort. Genau solche feinen Unterschiede machen die Angaben korrekt. Lesen Sie den Begriff deshalb im Sinne von Apples Definition, nicht im Alltagssinn.

Welche Datenarten müssen Sie auswählen?

Konkret ordnet Apple Datenarten in Kategorien, und jede Kategorie enthält engere Optionen. Die folgende Liste fasst die Hauptpunkte der offiziellen Seite zusammen:

  • Kontaktdaten: Name, E-Mail Adresse (auch gehasht), Telefonnummer, Postanschrift und weitere Kontaktdaten.
  • Gesundheit und Fitness: Gesundheitsdaten sowie Fitness und Bewegungsdaten.
  • Finanzdaten: Zahlungsinformationen, Kreditinformationen und weitere Finanzdaten.
  • Standort: genauer Standort und ungefährer Standort.
  • Sensible Daten: besondere Kategorien wie ethnische Herkunft, religiöse Überzeugungen oder biometrische Daten.
  • Kontakte: das Adressbuch des Telefons oder ein sozialer Graph.
  • Nutzerinhalte: Nachrichten, Fotos oder Videos, Audiodaten, Spielinhalte, Kundensupport und weitere Inhalte.
  • Browserverlauf und Suchverlauf.
  • Kennungen: Nutzerkennung (User ID) und Gerätekennung (Device ID).
  • Käufe, Nutzungsdaten (Produktinteraktion, Werbedaten) und Diagnose (Absturzdaten und Leistungsdaten).
  • Umgebung und Körper sowie weitere Datenarten für alles ohne passende Kategorie.

Bei Zahlungen gibt es allerdings eine wichtige Ausnahme. Geben Nutzer ihre Zahlungsdaten außerhalb Ihrer App bei einem Zahlungsdienst ein und haben Sie nie Zugriff darauf, wertet Apple das nicht als Erhebung. Freie Textfelder markieren Sie außerdem als "Other User Content", Sprachaufnahmen als "Audio Data". Fragt ein Formular jedoch konkret nach Name oder E-Mail, wählen Sie diese Daten zusätzlich unter ihrer eigenen Art aus.

Wie unterscheiden Sie personenbezogene von nicht verknüpften Daten?

Laut Apple sind Daten oft mit der Identität des Nutzers verknüpft. Haben Sie vor der Erhebung keine Schutzmaßnahmen zur Pseudonymisierung oder Anonymisierung eingerichtet, markieren Sie die Daten als verknüpft. Für die Option "nicht verknüpft" zählen vor allem zwei Bedingungen.

Erstens entfernen Sie direkte Kennungen wie Nutzerkennung oder Name vor der Erhebung. Zweitens versuchen Sie später nicht, die Daten dem Nutzer wieder zuzuordnen, und Sie kombinieren sie nicht mit anderen Datensätzen, die die Identität verraten. Zudem betrachtet Apple alles, was Datenschutzgesetze als personenbezogene Daten einstufen, als mit dem Nutzer verknüpft.

In der Praxis taucht der häufigste Fehler so auf: Das Team hält Analysedaten für "anonym", doch dieselben Ereignisse erreichen den Server mit einer Kontokennung. Dann sind die Daten verknüpft. Stellen Sie Ihrem Entwicklungsteam daher vorab eine einfache Frage: Mit welcher Kennung reist dieses Ereignis? Lautet die Antwort Kontokennung oder E-Mail, wählen Sie verknüpft.

Nicht verknüpfte Daten wirken auf der Produktseite zwar beruhigender. Wählen Sie diese Option trotzdem nicht aus Bequemlichkeit. Sie beschreiben mit den Angaben die Realität, nicht ein Wunschbild, und die App Prüfung achtet auf diese Stimmigkeit.

Was bedeutet Tracking und wie hängt es mit ATT zusammen?

Nach Apples Definition bedeutet Tracking, Nutzerdaten oder Gerätedaten aus Ihrer App mit Daten Dritter für gezielte Werbung oder Werbemessung zu verknüpfen. Auch die Weitergabe dieser Daten an einen Datenhändler (Data Broker) zählt dazu. Daten Dritter stammen aus Apps, Websites oder Offlinequellen, die Ihnen nicht gehören.

  • Gezielte Werbung in Ihrer App auf Basis von Daten aus Apps und Websites anderer Unternehmen ist Tracking.
  • Eine E-Mail Liste oder Werbekennung für Retargeting oder ähnliche Zielgruppen an ein Werbenetzwerk zu geben, ist Tracking.
  • Ein SDK einzubinden, das Ihre App Daten mit Daten anderer Apps kombiniert, ist ebenfalls Tracking, auch wenn Sie es selbst nicht dafür nutzen.

Eine Verknüpfung, die ausschließlich auf dem Gerät stattfindet und das Gerät nie identifizierbar verlässt, zählt dagegen nicht. Auch die Nutzung eines Datenhändlers nur zur Betrugsabwehr oder Sicherheit fällt nicht darunter.

Wenn Sie tracken, verlangt Richtlinie 5.1.2 der App Store Review Guidelines eine ausdrückliche Erlaubnis über App Tracking Transparency (ATT). Wie sich die ATT Abfrage auf die Werbemessung auswirkt, erklären wir in unserem Beitrag zu App Tracking Transparency (ATT). Hier konzentrieren wir uns nur auf die Seite der Datenschutzangaben.

Wie wählen Sie die Zwecke für jede Datenart?

Für jede Datenart wählen Sie einen oder mehrere Zwecke. Apples Liste umfasst sechs Punkte:

  1. Werbung durch Dritte: Anzeigen anderer Unternehmen in Ihrer App oder Weitergabe an Stellen, die solche Anzeigen ausspielen.
  2. Werbung oder Marketing des Entwicklers: eigene Anzeigen oder direkte Marketingnachrichten an Ihre Nutzer.
  3. Analyse: Nutzerverhalten bewerten, die Wirkung von Funktionen verstehen und die Größe der Zielgruppe messen.
  4. Produktpersonalisierung: Inhalte für den Nutzer anpassen, etwa empfohlene Produkte oder Beiträge.
  5. App Funktionalität: Anmeldung, Betrugsabwehr, Sicherheit, Serververfügbarkeit, weniger Abstürze und Kundensupport.
  6. Sonstige Zwecke: jede Nutzung, die nicht in der Liste steht.

Vor allem zahlt sich hier Ehrlichkeit aus. Nutzen Sie die E-Mail Adresse zum Beispiel für die Anmeldung und für einen Werbenewsletter, wählen Sie beide Zwecke. Wählen Sie nur App Funktionalität und verschweigen den Newsletter, bildet Ihre Produktseite die Realität nicht ab. Zudem bemerkt ein Prüfer den Widerspruch, sobald er in der App ein Kontrollkästchen für den Newsletter sieht.

Noch ein Hinweis: Sie wählen Zwecke pro Datenart, nicht pro App. Der Satz "unsere App macht Analysen" genügt also nicht; Sie markieren, welche Daten in die Analyse fließen. Eine Datenart kann mehrere Zwecke haben, und derselbe Zweck kann bei mehreren Arten auftauchen. Diese Wiederholung ist normal und gibt Nutzern ein klareres Bild.

Wann ist eine Angabe optional?

Apple macht die Angabe nur in wenigen, engen Fällen optional. Die allgemeine Ausnahme greift allerdings nur, wenn Sie alle folgenden Bedingungen gleichzeitig erfüllen:

  • Sie nutzen die Daten nicht für Tracking.
  • Sie nutzen sie nicht für Werbung durch Dritte, eigene Werbung oder eigenes Marketing oder sonstige Zwecke.
  • Die Erhebung erfolgt selten, gehört nicht zur Hauptfunktion der App und ist für Nutzer freiwillig.
  • Der Nutzer gibt die Daten selbst in der Oberfläche ein, sieht klar, was übertragen wird, sieht seinen Namen oder Kontonamen deutlich im Formular und entscheidet sich jedes Mal aktiv für das Senden.

Ein Beispielszenario: Ein gelegentlich genutztes Formular "Feedback senden" in der App kann diese Beschreibung erfüllen. Daten, die Sie nach einer ersten Erlaubnis laufend erheben, fallen dagegen nicht unter die Ausnahme; Apple verlangt dafür eine Angabe.

Zudem nennt Apple eigene Bedingungen für Programme zur Produktverbesserung, regulierte Finanzdienstleistungen und genehmigte Forschungsstudien. Fallen Sie in eine dieser Gruppen, prüfen Sie jede Bedingung auf der offiziellen Seite. Fehlt auch nur eine, geben Sie die Daten an. Kurz gesagt: Im Zweifel ist die Angabe immer sicherer als das Weglassen.

Wie beeinflussen SDKs von Drittanbietern Ihre Angaben?

Jede eingebundene Bibliothek kann in Ihrem Namen Daten erheben. Apples Seite zu den Anforderungen an SDKs von Drittanbietern sagt es deutlich: Wenn Sie ein SDK nutzen, sind Sie für den gesamten Code verantwortlich, den es in Ihre App bringt. Daher gehört jedes Kit für Analyse, Absturzberichte, Werbung, Pushnachrichten und Zahlungen in Ihr Inventar.

In der Praxis ist unsere Routine einfach. Wir exportieren die Liste der Abhängigkeiten, öffnen die Datenschutzdokumentation und das Privacy Manifest jedes SDK und tragen die erhobenen Datenarten in die Tabelle ein. Somit verschwindet der Irrtum "diese Daten erheben wir nicht", denn der erhebende Code läuft in Ihrer App.

Dasselbe SDK kann je nach Einstellung außerdem unterschiedliche Daten erheben. Schalten Sie zum Beispiel in einem Analysekit die Erfassung der Werbekennung ab, ändert sich womöglich Ihre Antwort zur Gerätekennung. Dokumentieren Sie SDK Einstellungen deshalb im Code und gleichen Sie sie mit den Angaben ab.

Entwickeln Sie eine neue App, ist dieses Inventar von Anfang an viel leichter aufzubauen. Bei Talha Aslan und Team planen wir in Projekten zur App Entwicklung die Auswahl der SDKs zusammen mit den Datenschutzangaben, und wir übernehmen auch die Veröffentlichung im Store. Fordern Sie gern ein Angebot für Ihr Projekt an.

Was ist ein Privacy Manifest?

Ein Privacy Manifest ist eine Property List Datei, die festhält, welche Datenarten eine App oder ein SDK erhebt und welche Required Reason APIs sie nutzt. Die Datei muss PrivacyInfo.xcprivacy heißen. Apple beschreibt den Aufbau in der Dokumentation Privacy manifest files.

Auf oberster Ebene enthält das Manifest vier zentrale Schlüssel:

  • NSPrivacyTracking: ein Wahrheitswert, der angibt, ob App oder SDK Daten für Tracking im Sinne von ATT nutzen.
  • NSPrivacyTrackingDomains: die Liste der Internetdomains, die Tracking betreiben. Hat der Nutzer keine Erlaubnis zum Tracking erteilt, schlagen Anfragen an diese Domains fehl.
  • NSPrivacyCollectedDataTypes: Einträge, die die erhobenen Datenarten von App oder SDK beschreiben.
  • NSPrivacyAccessedAPITypes: Einträge, die die genutzten API Kategorien mit Begründungspflicht und die Gründe auflisten.

Das Manifest ersetzt die Angaben in App Store Connect nicht. Dennoch hängen beide direkt zusammen: Bei der Vorbereitung der Verteilung fasst Xcode die Manifeste Ihrer SDKs in einem einzigen Bericht zusammen. Dieser Bericht hilft Ihnen, die Fragen genauer zu beantworten. Anders gesagt: Das Manifest dient als verlässliche Checkliste für die Angaben.

Warum sind Required Reason APIs wichtig?

Manche APIs nutzen Sie für gewöhnliche Funktionen. Allerdings können dieselben APIs Fingerprinting ermöglichen, also den Versuch, ein Gerät oder eine Person über Gerätesignale zu erkennen. Apples Dokumentation ist eindeutig: Fingerprinting ist nicht erlaubt, auch wenn der Nutzer Tracking zustimmt.

Nutzen Sie eine dieser API Kategorien, tragen Sie deshalb einen passenden, von Apple genehmigten Grund im Manifest ein. Laut Dokumentation nimmt App Store Connect Apps nicht an, die solche APIs ohne Begründung im Manifest nutzen. Fehlt der Grund, schickt Apple Ihnen außerdem eine Erinnerung per E-Mail.

Zudem ist ein weiteres Detail wichtig. Ein SDK muss seine eigene Nutzung im eigenen Manifest melden; es kann sich nicht auf das Manifest Ihrer App stützen. Apple veröffentlicht zudem eine Liste häufig genutzter SDKs. Fügt eine neue App oder ein Update ein gelistetes SDK hinzu, liefern Sie dessen Manifest mit, bei Einbindung als Binärabhängigkeit auch dessen Signatur. Prüfen Sie die aktuelle Liste auf der offiziellen Seite.

Wie tragen Sie App Store Datenschutzangaben Schritt für Schritt in App Store Connect ein?

Der Ablauf auf Apples Seite App Store Connect Help folgt dieser Reihenfolge. Menünamen können sich ändern; sehen Sie eine andere Bezeichnung, richten Sie sich nach der offiziellen Hilfeseite.

  1. Öffnen Sie Apps und wählen Sie Ihre App.
  2. Wechseln Sie in der Seitenleiste zu App Privacy.
  3. Starten Sie den Ablauf rechts mit Get Started.
  4. Beantworten Sie, ob Sie oder Ihre Drittanbieter Daten erheben. Wenn nicht, wählen Sie diese Option und speichern.
  5. Wenn ja, wählen Sie alle Datenarten, die Sie und Ihre Partner erheben, und speichern Sie.
  6. Klicken Sie im Bereich Data Types auf jede Datenart und beantworten Sie die Fragen zu Zweck, Verknüpfung und Tracking.
  7. Prüfen Sie in Product Page Preview, wie die Produktseite aussieht.
  8. Klicken Sie oben rechts auf Publish und bestätigen Sie im Dialog die Richtigkeit.

Ist Ihre App bereits im Store, wählen Sie laut Apple nur die Daten, die diese Version erhebt. Geben Sie also heute nichts für eine Funktion an, die erst im nächsten Monat erscheint. Aktualisieren Sie die Angaben stattdessen mit der Version, die die Funktion bringt.

Beispielszenario: Wie sehen die Angaben einer Bestell App aus?

Die folgende Tabelle zeigt ein Beispielszenario für eine erfundene App zur Essensbestellung. Sie gehört zu keinem echten Kunden und zeigt nur die Denkweise.

DatenartQuelleZweckVerknüpft?Tracking?
Name, E-Mail, TelefonRegistrierung und BestellungApp FunktionalitätJaNein
PostanschriftLieferungApp FunktionalitätJaNein
Ungefährer StandortRestaurants in der NäheProduktpersonalisierungJaNein
KaufhistorieBestellverlaufFunktionalität, PersonalisierungJaNein
ProduktinteraktionAnalysekitAnalyseJe nach AufbauNein
AbsturzdatenKit für AbsturzberichteApp FunktionalitätNein, ohne KennungenNein
GerätekennungWerbekitWerbung durch DritteJaJa, ATT Erlaubnis nötig

Die letzte Zeile verändert allerdings den Ton der gesamten App Store Datenschutzangaben. Kombiniert das Werbekit die Gerätekennung mit Daten anderer Apps, erhält Ihre Produktseite einen eigenen Abschnitt für Trackingdaten, und die ATT Erlaubnis ist Pflicht. Besprechen Sie diese Folge daher mit dem Produktteam, bevor Sie ein Werbekit einbinden.

Beeinflussen die Angaben die Downloadentscheidung?

Die Angaben erscheinen auf Ihrer Produktseite, und Nutzer können sie vor dem Download prüfen. Somit wirken sie wie ein Teil Ihres Store Eintrags. Eine lange Datenliste, vor allem mit gefülltem Trackingbereich, lässt manche Nutzer zögern. Allerdings gibt es keine offiziellen Zahlen zu diesem Effekt, und wir behaupten auch keine.

Der richtige Weg besteht darin, unnötige Daten gar nicht erst zu erheben, statt die Angaben künstlich zu kürzen. Entfernen Sie etwa ein ungenutztes Analyseereignis, werden die Angaben schlanker und die App leichter. Außerdem stärken Sie Screenshots, Beschreibung und Keywords mit dem Ansatz aus unserem Leitfaden zur App Store Optimierung (ASO).

Wie passen Angaben und Datenschutzerklärung zusammen?

Richtlinie 5.1.1 verlangt, dass jede App ihre Datenschutzerklärung im Metadatenfeld von App Store Connect und leicht erreichbar in der App verlinkt. Die URL der Datenschutzerklärung ist Pflicht. Eine URL, auf der Nutzer ihre Datenschutzoptionen verwalten, ist optional.

Stimmigkeit ist hier also entscheidend. Zeigen die Angaben eine Kaufhistorie, die Ihre Erklärung nie erwähnt, lesen Nutzer und Prüfer zwei verschiedene Geschichten. Deshalb sollten Angaben, Erklärung und Berechtigungstexte in der App aus demselben Dateninventar stammen.

Für Nutzer in der EU kommen die Pflichten der DSGVO zu Information und Einwilligung hinzu. Grundlagen dazu finden Sie in unserem Leitfaden zum datenschutzkonformen Auftritt nach DSGVO. Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung; stimmen Sie Ihre Texte mit Ihrer Rechtsberatung ab.

Welche Fehler sehen wir bei App Store Datenschutzangaben am häufigsten?

In den Store Projekten, die wir begleiten, wiederholen sich dieselben Fehler. Die Liste zeigt, was wir zuerst prüfen:

  • SDKs vergessen: nur die Daten angeben, die Ihr eigener Server erhält, und Analysekits oder Absturzkits auslassen.
  • "Nicht verknüpft" ohne technische Grundlage wählen.
  • E-Mail nur für die Anmeldung angeben und Marketingversand verschweigen.
  • Daten aus Formularen in Webansichten übersehen.
  • Widersprüche zwischen Angaben und Datenschutzerklärung stehen lassen.
  • Neue Funktionen einführen und die Angaben nie anpassen.

Einige dieser Fehler können in der Prüfung zu einem Ablehnungsgrund führen. Den Gesamtüberblick finden Sie in unserem Beitrag zu den häufigsten Gründen für eine Ablehnung. Bietet Ihre App eine Kontoerstellung, lesen Sie zudem über Apples Pflicht zur Kontolöschung, weil der Löschablauf eng mit Ihrer Seite für Datenschutzoptionen zusammenhängt.

Wann sollten Sie App Store Datenschutzangaben aktualisieren?

Apple macht Sie dafür verantwortlich, dass Ihre Antworten korrekt und aktuell bleiben. Ändert sich Ihre Praxis, passen Sie die Antworten in App Store Connect an. Die gute Nachricht: Dafür brauchen Sie kein App Update. Sobald Sie bearbeiten und auf Publish klicken, ändern sich auch die Informationen auf der Produktseite.

Einen Unterschied gibt es allerdings. Änderungen an den URLs zur Datenschutzerklärung gehen erst mit der nächsten App Version live. Zudem verlangt Richtlinie 2.3, dass alle Metadaten samt Datenschutzinformationen das Kernerlebnis korrekt abbilden und mit neuen Versionen aktuell bleiben. Typische Anlässe sind:

  • Sie haben ein neues SDK eingebunden, oder eine neue Version eines SDK erhebt andere Daten.
  • Sie fragen eine neue Datenart ab, etwa ein Profilfoto oder den Standort.
  • Der Zweck vorhandener Daten hat sich erweitert; Analysedaten steuern jetzt zum Beispiel auch die Personalisierung.
  • Sie haben eine Werbekampagne oder Retargeting gestartet.
  • Sie haben eine Funktion oder ein SDK entfernt und erheben diese Daten nicht mehr.

Wir empfehlen eine kurze Zeile "Auswirkung auf den Datenschutz" in jeder Versionsnotiz. So zeigt sich der Bedarf zur Aktualisierung ganz von selbst bei der Vorbereitung. Steht in der Notiz etwa "neues Analysekit eingebunden", sehen Sie in derselben Zeile die betroffene Datenart und öffnen vor dem Start rechtzeitig App Privacy.

Worin unterscheidet sich das vom Google Play Formular zur Datensicherheit?

Beide Stores stellen ähnliche Fragen, allerdings nicht auf dieselbe Weise. Haben Sie auch eine Android Version, bereiten Sie beide Offenlegungen am besten aus einem Dateninventar vor. Die Google Seite erklären wir Schritt für Schritt in unserem Leitfaden zum Google Play Formular zur Datensicherheit.

Der Kernunterschied liegt in der Begrifflichkeit. Apple stellt Tracking und verknüpfte Daten in den Mittelpunkt, Google nutzt in seinem Formular eigene Definitionen. Übernehmen Sie Ihre Apple Antworten deshalb nicht einfach, sondern lesen Sie jede Frage mit den Definitionen des jeweiligen Stores. Das Inventar bleibt dennoch gemeinsam; nur die Form der Antworten ändert sich.

Welche Checkliste sollten Sie vor der Veröffentlichung nutzen?

Folgen Sie vor dem Einreichen dieser Reihenfolge, dann sprechen Angaben, Manifest und Erklärung dieselbe Sprache:

  1. Exportieren Sie die Abhängigkeiten und prüfen Sie das Privacy Manifest jedes SDK.
  2. Erstellen Sie das Manifest Ihrer App und tragen Sie jede Required Reason API mit Grund ein.
  3. Notieren Sie, mit welcher Kennung jedes Ereignis Ihren Server erreicht.
  4. Tragen Sie Zwecke, Verknüpfung und Tracking für jede Datenart in die Tabelle ein.
  5. Testen Sie bei Tracking die ATT Abfrage und das Verhalten nach einer Ablehnung.
  6. Gleichen Sie die Datenschutzerklärung mit der Tabelle ab und lösen Sie Widersprüche.
  7. Tragen Sie die Antworten in App Store Connect ein, prüfen Sie Product Page Preview und veröffentlichen Sie dann.

Zudem erleichtern Tests auf echten Geräten diesen Schritt. Um einen Build vor dem Einreichen mit internen Testern auszuprobieren, lesen Sie unseren Leitfaden zu TestFlight. Außerdem hilft es, während der Tests den Netzwerkverkehr zu beobachten; so entdecken Sie einen unerwarteten SDK Aufruf früh.

Wie unterstützen Talha Aslan und Team Sie beim Datenschutz Ihrer App?

Die Vorbereitung der Angaben ist im Grunde ein Nebenprodukt der App Architektur. Welche SDKs Sie wählen, welche Kennung jedes Ereignis begleitet und wann Sie welche Erlaubnis abfragen, entscheidet über das Ergebnis. Deshalb verschieben wir den Datenschutz nicht auf den Veröffentlichungstag, sondern erstellen das Dateninventar schon in der Konzeptphase mit Ihnen.

Planen Sie eine neue App oder möchten Sie eine bestehende App storefertig machen, übernehmen wir im Rahmen unserer App Entwicklung Entwicklung, Datenschutzangaben und Einreichung im Store zusammen. Schildern Sie uns den Umfang Ihres Projekts, dann erstellen wir ein passendes Angebot. Store Regeln können sich ändern, daher prüfen wir in jedem Projekt die aktuelle Dokumentation von Apple erneut; nichts hier garantiert eine Freigabe.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich ein neues App Update, um App Store Datenschutzangaben zu ändern?
Nein, das brauchen Sie nicht. Laut Apple können Sie Ihre Antworten jederzeit in App Store Connect ändern, ohne ein App Update einzureichen. Sobald Sie die Änderung veröffentlichen, passt sich die Produktseite an. Eine neue URL zur Datenschutzerklärung geht allerdings erst mit der nächsten Version live, deshalb gehört sie in Ihre Versionsplanung.
Muss ich die Angaben ausfüllen, wenn meine App gar keine Daten erhebt?
Ja, den Ablauf schließen Sie trotzdem ab. Im Bereich App Privacy von App Store Connect wählen Sie die Option, dass Sie keine Daten erheben, und speichern sie. Prüfen Sie vorher allerdings jedes eingebundene SDK. Analysekits oder Kits für Absturzberichte senden womöglich Daten ohne Ihr Wissen, und Apple rechnet diese Daten Ihren Angaben zu.
Sind Privacy Manifest und App Store Datenschutzangaben dasselbe?
Nein, beides ist verschieden. Das Privacy Manifest ist die Datei PrivacyInfo.xcprivacy in einer App oder einem SDK; sie hält erhobene Datenarten, Trackingdomains und die Nutzung von Required Reason APIs fest. Die Angaben tragen Sie dagegen in App Store Connect ein, und Nutzer sehen sie auf der Produktseite. Der Bericht aus Xcode hilft Ihnen beim korrekten Ausfüllen.
Soll ich Absturzberichte als mit dem Nutzer verknüpft markieren?
Das hängt vom Inhalt der Berichte ab. Hängen Sie Nutzerkennung, E-Mail oder Kontodaten an Absturzberichte an, sind die Daten verknüpft. Senden Sie keine direkten Kennungen und ordnen Sie die Daten nie einem Nutzer zu, kommt die Option nicht verknüpft in Frage. Prüfen Sie Einstellungen und Felder Ihres Kits für Absturzberichte vorher mit Ihrem Entwicklungsteam.
Muss bei einem Werbekit Tracking in meinen Angaben erscheinen?
Nicht immer, aber meist braucht es genaue Prüfung. Kombiniert das Kit Ihre App Daten mit Daten anderer Apps und Websites für gezielte Werbung oder Messung, ist das Tracking, und Sie müssen es angeben. Dann brauchen Sie außerdem die Erlaubnis der Nutzer über ATT. Lesen Sie Dokumentation und Privacy Manifest des Kits, um jede Einstellung zu verstehen.
Was passiert, wenn ich meine Datenschutzangaben falsch ausfülle?
Falsche oder unvollständige Antworten können in der Prüfung Probleme verursachen und schaden dem Vertrauen der Nutzer. Apple macht Entwickler für korrekte Antworten verantwortlich und lässt Sie die Richtigkeit beim Veröffentlichen bestätigen. Entdecken Sie einen Fehler, korrigieren Sie die Antworten in App Store Connect und veröffentlichen Sie sie erneut. Gleichen Sie zudem Ihre Datenschutzerklärung an.
  • App Store Datenschutzangaben
  • App Store Connect
  • Privacy Manifest
  • ATT
  • iOS App
  • App Entwicklung
  • SDK
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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