Eine Website für Ärzte begegnet Patienten selten über den Namen. Patienten kommen mit einer Beschwerde oder einer Diagnose, prüfen dann, ob die Ärztin oder der Arzt hinter der Seite fachlich passt, und suchen zuletzt, wo und wann eine Sprechstunde möglich ist. Beantwortet die Website diese drei Fragen in dieser Reihenfolge und im Rahmen des Berufsrechts, kommen Terminanfragen.
In diesem Ratgeber beschreiben Talha Aslan und Team die Entscheidungen, die wir bei der Planung einer Arztwebsite treffen: welche Krankheitsbilder eigene Seiten bekommen, wie eine solche Seite aufgebaut ist, Werdegang und Bezeichnungen, Sprache und Bilder, mehrere Standorte, Impressum und Gesundheitsdaten, Suche, Messung und die Wahl des Partners. Medizinische Inhalte entscheidet immer die Ärztin oder der Arzt; wir bauen Struktur, Sprache und Technik.
01In welcher Reihenfolge Patienten eine Arztpraxis kennenlernen
Patienten prüfen eine Arztpraxis online mit drei Fragen: Versteht man hier mein Problem, ist die Qualifikation passend, und wie komme ich an einen Termin. Jede Seite sollte eine dieser Fragen klar beantworten und den Weg zur nächsten leicht machen.
Die erste Frage beantworten die Seiten zu Krankheitsbildern und Behandlungen; dort landen Patienten meist direkt aus der Suche, ohne die Startseite je zu sehen. Die zweite beantwortet der Werdegang, den Patienten aber nur aufrufen, wenn die Seite zum Krankheitsbild überzeugt hat. Die dritte steht im Bereich Standorte und Kontakt. Die Startseite ist deshalb eher Verteiler als Schaufenster.
- Seite zum Krankheitsbild: endet mit einer kurzen Vorstellung, einem Link zum Werdegang und dem Button für die Terminanfrage.
- Werdegang: verlinkt zurück auf die behandelten Krankheitsbilder, damit Patienten zu ihrem Thema zurückfinden.
- Standorte: von jeder Seite mit zwei Fingertipps erreichbar, Telefonnummer und Karte auf demselben Bildschirm.
- Startseite: kurze Wege zu den vier oder fünf häufigsten Themen und eine Übersicht der Sprechzeiten.
Ein schneller Test für Ihre jetzige Website: Öffnen Sie Ihre Seite zu einem Krankheitsbild auf dem Smartphone und zählen Sie die Fingertipps bis zur Telefonnummer. Sind es mehr als drei, verliert die Struktur Patienten unterwegs.
02Vom Fachgebiet zur Seitenstruktur der Arztwebsite
Welche Krankheitsbilder und Behandlungen eine eigene Seite bekommen, bestimmen zwei Dinge gemeinsam: was Patienten tatsächlich fragen und was Sie tatsächlich anbieten. Eine Seite für jeden Begriff des Fachgebiets verwässert die Inhalte und erzeugt mehr Freigabearbeit, als eine volle Sprechstunde zulässt.
Vor dem ersten Gespräch bitten wir Sie und Ihr Praxisteam, die häufigsten Fragen am Telefon und am Empfang zu sammeln; diese Notizen sind die ehrlichste Quelle. Danach engen wir die Liste in dieser Reihenfolge ein:
- Notieren Sie die Beschwerden und Diagnosen, mit denen Patienten am häufigsten kommen, in der Orthopädie etwa Bandscheibenvorfall, Meniskusriss oder Schulterengpass.
- Ergänzen Sie die Behandlungen und Eingriffe, die Sie selbst durchführen; was Sie nicht anbieten, bekommt keine Seite.
- Fassen Sie Themen zusammen, die Patienten unter zwei Namen mit derselben Frage suchen.
- Legen Sie Prioritäten fest: acht bis zwölf Seiten zum Start, weitere nach einem monatlichen Plan.
- Halten Sie fest, zu welchem Standort jede Seite führt; eine Operation führt vielleicht in die Klinik, die Nachkontrolle in die Praxis.
Das Fachgebiet prägt die Liste. In der Dermatologie oder Kardiologie besteht sie aus Beschwerden wie Juckreiz oder Herzstolpern; in der Gynäkologie lesen sich lange Abläufe wie die Schwangerschaftsvorsorge besser als kurze, verknüpfte Reihe statt als eine einzige Seite.
03Aufbau einer Seite zum Krankheitsbild am Beispiel Meniskusriss
Eine gute Seite zum Krankheitsbild beantwortet die Fragen des Patienten in der Reihenfolge, in der sie entstehen, und sagt am Ende, was als Nächstes zu tun ist. Am Beispiel Meniskusriss sieht das Gerüst so aus:
- Kurze Erklärung: was der Meniskus ist und wie ein Riss entsteht, in zwei oder drei einfachen Sätzen.
- Beschwerden: in der Sprache der Patienten, etwa blockierendes Knie, Schmerzen beim Treppabgehen, Schwellung.
- Diagnostik: worauf die Untersuchung achtet und wann eine Bildgebung wie das MRT sinnvoll ist.
- Behandlungsmöglichkeiten: Physiotherapie und Arthroskopie, für wen was infrage kommt und für wen nicht.
- Heilungsverlauf: die Schritte zurück in den Alltag, ohne feste Zeitversprechen.
- Häufige Fragen und nächster Schritt: vier bis sechs Fragen, danach eine kurze Vorstellung und die Standorte.
Dieser Aufbau wirkt doppelt. Patienten vertrauen einer Seite mehr, wenn sie auch sagt, dass eine Operation nicht für jeden passt; ausgewogene Information entspricht ohnehin dem Gebot sachlicher Darstellung. Suchmaschinen erkennen eine Seite, die ein Thema gründlich behandelt.
Eine feste Wortzahl geben wir nicht vor. Ein Thema mit vielen Fragen wie Rückenschmerzen braucht eine lange Seite, eine Seite zu einer einzelnen Untersuchung bleibt kurz. Jede Zwischenüberschrift sollte wie die Frage des Patienten klingen, damit man auf dem Smartphone direkt an die richtige Stelle springt.
04Ratgeber vor und nach der Operation in operativen Fächern
Auf der Website eines operativ tätigen Facharztes geht es Patienten vor allem darum, die Entscheidung für oder gegen einen Eingriff gut informiert zu treffen. Deshalb gehören zu den Seiten über Krankheitsbilder Ratgeber, die den Ablauf Schritt für Schritt erklären und die Patienten vor und nach dem Eingriff wieder aufrufen.
Der Ratgeber zur Vorbereitung nennt mitzubringende Befunde, Fragen zur Medikation, die mit der Ärztin oder dem Arzt zu klären sind, den Klinikaufenthalt und die Heimfahrt. Der Ratgeber für die Zeit danach behandelt Wundpflege, Belastung, Kontrolltermine und vor allem die Warnzeichen, bei denen sofort angerufen werden sollte. Diesen Teil formuliert die Ärztin oder der Arzt am besten selbst.
- Druckfreundlich: Ratgeber werden auf dem Smartphone gelesen, aber oft ausgedruckt; die Seite liefert einen sauberen Ausdruck.
- Risiken und Komplikationen: klar und ruhig benannt, ohne Angst zu machen und ohne zu verharmlosen.
- Erreichbarkeit außerhalb der Sprechzeiten: am Ende jedes Ratgebers steht, wen Patienten dann kontaktieren.
- Allgemeine Information: Ratgeber sind öffentlich; alles, was einen einzelnen Patienten betrifft, gehört in die ärztliche Kommunikation, nicht auf die Website.
Gut vorbereitete Patienten nutzen das Aufklärungsgespräch für ihre Entscheidung statt für Grundlagen. Das Praxisteam muss dieselben Erklärungen außerdem seltener am Telefon wiederholen.
05Werdegang und Bezeichnungen nach der Berufsordnung
Der Werdegang soll Ausbildung und Erfahrung nachvollziehbar zeigen und Bezeichnungen genau so verwenden, wie sie geführt werden dürfen. Nach § 27 der Musterberufsordnung dürfen Weiterbildungsbezeichnungen nur in der zulässigen Form geführt werden, und Tätigkeitsschwerpunkte dürfen nicht mit ihnen verwechselt werden können.
Genau hier entstehen die meisten Unklarheiten. Ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mag sich besonders mit der Schulter beschäftigen; das als Tätigkeitsschwerpunkt zu nennen ist Information, es wie eine eigene Facharztbezeichnung darzustellen nicht. Wir bauen die Seite so auf:
- Bezeichnung: die Facharztbezeichnung und gegebenenfalls Zusatzbezeichnungen exakt in der Form der Weiterbildungsordnung Ihrer Kammer.
- Ausbildung: Studium, Weiterbildung und Stationen mit Einrichtungen und Jahren.
- Tätigkeitsschwerpunkte: eine kurze Liste unter eigener Überschrift, verlinkt mit den Seiten zu Krankheitsbildern.
- Publikationen und Vorträge: Titel, Zeitschrift oder Kongress und Jahr, wenn möglich mit Quelle.
- Sprachen: in welchen Sprachen ein Gespräch möglich ist, was für viele Praxen in Großstädten wichtig ist.
In Österreich und der Schweiz gelten eigene standesrechtliche Regeln; dort prüfen wir die Bezeichnungen gemeinsam mit Ihnen anhand der Vorgaben Ihrer Kammer bzw. Ihres Berufsverbands. Zum Werdegang gehört außerdem ein aktuelles, echtes Foto statt Stockbildern oder generierter Porträts, denn Patienten erkennen das Gesicht im Sprechzimmer wieder.
06Sachliche Sprache, Bilder und Patientenstimmen im Rahmen von HWG
Jeder Satz einer Arztwebsite sollte sachlich informieren, denn die Berufsordnung erlaubt berufsbezogene Information und untersagt anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung. Dazu kommt das Heilmittelwerbegesetz: § 11 HWG verbietet für operative Eingriffe der plastischen Chirurgie vergleichende Darstellungen mit Vorher und Nachher Bildern.
Diese Grenzen sollten von Anfang an in die Gestaltung einfließen; eine Galerie nach dem Livegang wieder abzubauen ist mühsamer als sie gar nicht zu planen. Beim Schreiben prüfen wir anhand dieser Liste:
- Ablauf statt Versprechen: beschreiben, wie ein Eingriff abläuft und was Patienten erwartet, statt schmerzfrei oder perfekte Ergebnisse zu versprechen.
- Keine Vergleiche: Formulierungen vermeiden, die die eigene Praxis über andere stellen.
- Bilder mit Zweck: anatomische Illustrationen, Praxisräume und Ausstattung statt Ergebnisfotos.
- Patientenstimmen mit Vorsicht: Äußerungen Dritter wie Dankschreiben sind nach HWG unzulässig, wenn sie missbräuchlich, abstoßend oder irreführend erfolgen; im Zweifel verzichten.
- Keine Verkaufssprache: Rabatte, Aktionen und zeitlich begrenzte Angebote passen nicht auf eine Arztwebsite.
Wir bereiten Texte und Bilder in diesem Rahmen vor und markieren Zweifelsfälle. Die rechtliche Bewertung liegt bei Ihnen und Ihrem Anwalt, was besonders in ästhetischen Fächern vor dem Start sinnvoll ist.
07Autor, Stand der Information und Kontakt im Patientenratgeber
Jeder Patientenratgeber sollte zeigen, wer ihn verfasst hat, wann er zuletzt geprüft wurde und wie man zu Rückfragen Kontakt aufnimmt. Patienten schätzen daran die Aktualität ein, und Suchmaschinen achten bei Gesundheitsthemen auf die fachliche Quelle.
Statt diese Angaben klein am Seitenende zu verstecken, setzen wir eine Zeile direkt unter den Titel: Name, Fachgebiet und Stand der Information. Der Name verlinkt auf den Werdegang, sodass Patienten und Suchmaschinen die Quelle mit einem Klick bestätigen können.
Ein Datum hat nur Wert, wenn tatsächlich geprüft wird. Wir schlagen diese Routine vor:
- Legen Sie für jede Seite zu einem Krankheitsbild mindestens einen Prüftermin im Jahr fest.
- Prüfen Sie dabei Behandlungsmöglichkeiten, Standorte und häufige Fragen.
- Ändern Sie das Datum nur, wenn sich inhaltlich etwas geändert hat; ein neues Datum auf altem Text führt in die Irre.
- Führen Sie eine einfache Liste, was wann geändert wurde.
Vor der Veröffentlichung lohnt ein Test mit unserer Lesbarkeitsanalyse: Lange Sätze und dichte Fachsprache fallen sofort auf. Gerade bei Ratgebern für ältere Patienten macht eine einfache Sprache den Unterschied zwischen gelesen und überblättert.
08Praxis, Klinik oder MVZ: mehrere Standorte führen
Wer an mehreren Orten Sprechstunde hält, braucht eine Website, die jeden Patienten am richtigen Tag zur richtigen Adresse mit der richtigen Telefonnummer schickt. Deshalb bekommt jeder Standort einen eigenen Bereich, eine eigene Nummer und einen eigenen Weg zur Terminbuchung.
Der größte Unterschied zwischen eigener Praxis und Klinik liegt darin, wer die Termine vergibt. In der Praxis organisiert Ihr Team die Termine; in der Klinik laufen sie oft über eine Ambulanz, ein Sekretariat oder ein eigenes Buchungssystem. Die Website sollte Patienten zu dem Kanal führen, der für den jeweiligen Standort wirklich funktioniert.
- Sprechzeitenübersicht: eine Tabelle, an welchem Tag Sie wo sind, dazu eine kurze Hinweiszeile für Urlaub und Kongresse.
- Buttons je Standort: nutzt die Klinik ein eigenes Buchungssystem, führt der Button dieses Standorts direkt dorthin.
- Einheitliche Angaben: die Arztseite auf der Website der Klinik und Ihre eigene Website zeigen dieselben Adressen und Tage.
- Hinweise zur Anfahrt: Parken, Eingang und Etage der Ambulanz erleichtern den ersten Besuch in einem großen Haus.
- Kasse und Privat: sachlich angeben, ob Sie gesetzlich Versicherte, Privatversicherte oder Selbstzahler behandeln.
Sollen Patienten in der Praxis selbst einen Termin wählen, bauen wir für diesen Standort eine Website mit Terminbuchung; die Kliniktage bleiben im Ablauf der Klinik. Für ein MVZ mit mehreren Fachrichtungen planen wir einen eigenen Aufbau.
09Terminanfrage, Gesundheitsdaten und Impressum nach DDG
Ein Anfrageformular sollte nur das abfragen, was für die Terminvergabe nötig ist, denn Gesundheitsdaten gehören nach Art. 9 DSGVO zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten. Ein großes Freitextfeld für die Beschwerden sammelt sensible Daten, die Sie für einen Termin meist gar nicht brauchen.
Name, Telefonnummer, gewünschter Standort und ein Zeitfenster genügen in der Regel. Möchten Sie den Anlass kennen, ist eine kurze Themenauswahl aus Ihrem Fachgebiet besser als Freitext: weniger Daten und zugleich ein klarer Hinweis, von welcher Seite die Anfrage kam.
- Datenschutzhinweise: sichtbar am Formular verlinkt, mit Zweck und Empfänger der Daten.
- Keine Uploads: Befunde und Bilder nicht über das Formular annehmen, sondern im Termin oder über einen sicheren Kanal.
- Dienstleister: für Formular, Hosting oder Terminbuchung einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO abschließen.
- Cookies: nicht notwendige Cookies und Statistik erst nach Einwilligung, wie es § 25 TDDDG verlangt.
- Impressum: nach § 5 DDG mit Kammer, gesetzlicher Berufsbezeichnung samt verleihendem Staat und den berufsrechtlichen Regelungen.
Der WhatsApp Button folgt derselben Logik: Die vorbereitete Nachricht fragt nur nach Termin und Standort, Beschwerden werden nicht abgefragt. Ob WhatsApp für Ihre Praxis überhaupt infrage kommt, klären Sie am besten mit Ihrer Datenschutzberatung. Wir sehen alle Angaben im Aufbau vor; die Inhalte prüft Ihr Anwalt.
10Damit Suchmaschinen die Arztpraxis richtig erkennen
Damit Suchmaschinen eine Arztpraxis richtig zuordnen, müssen Name, Fachgebiet, Adressen und Sprechzeiten auf der Website, im Google Unternehmensprofil und in den strukturierten Daten übereinstimmen. Strukturierte Daten sind Code, der Angaben auf der Seite für Suchmaschinen eindeutig kennzeichnet; was nicht auf der Seite steht, wird nicht ausgezeichnet.
Im Google Unternehmensprofil muss der Name dem realen Namen entsprechen, ohne zusätzliche Suchbegriffe. Ein Eintrag wie „Dr. Muster Knie Sportverletzungen Arthroskopie“ verstößt gegen die Richtlinien und wirkt weniger vertrauenswürdig. Adresse, Telefon und Sprechzeiten im Profil gleichen exakt dem Standortbereich der Website.
- Auszeichnung: passende Schematypen für Arzt, Fachgebiet, Standorte und Sprechzeiten, prüfbar mit unserem Tool für strukturierte Daten.
- Ladezeit: LCP, die Zeit bis zur Anzeige des größten Elements, sollte bei 2,5 Sekunden oder darunter liegen.
- Reaktion: INP, die Reaktionszeit auf einen Fingertipp, sollte 200 Millisekunden oder weniger betragen.
- Stabilität: CLS, das Verrutschen von Inhalten beim Laden, bleibt bei 0,1 oder darunter, damit niemand den falschen Button trifft.
- Smartphone Check: der Test zur mobilen Nutzbarkeit zeigt in wenigen Minuten, wie Ihre jetzige Website auf dem Telefon wirkt.
Stützen sich Seiten zu Krankheitsbildern, Standortseiten und Profil gegenseitig, steigen die Chancen, sowohl bei der Suche nach dem Krankheitsbild als auch bei Suchen in der Nähe zu erscheinen. Die laufende Arbeit daran übernimmt unsere Suchmaschinenoptimierung.
11Inhalte von einer vollen Sprechstunde: Interview und Freigabe
Eine Arztwebsite verzögert sich meist nicht am Design, sondern an der Freigabe der Inhalte; deshalb planen wir von Anfang an einen Ablauf, der möglichst wenig ärztliche Zeit bindet. Zwischen Sprechstunde und OP Texte zu schreiben ist unrealistisch, ein kurzes Gespräch dagegen nicht.
- Sammeln Sie mit Ihrem Praxisteam die Patientenfragen zu jedem Krankheitsbild; wir ergänzen sie aus Suchdaten.
- Wir vereinbaren Gespräche von zwanzig bis dreißig Minuten per Videocall zu jeweils ein oder zwei Themen und notieren Ihre Formulierungen.
- Aus den Notizen entsteht ein Entwurf in einfacher Sprache, medizinische Aussagen sind gesondert markiert.
- Sie erhalten den Entwurf als ein gemeinsames Dokument und kommentieren direkt im Text.
- Freigegebene Seiten gehen online; Datum und freigebende Person werden dokumentiert.
So bleibt Ihre Stimme erhalten. Patienten merken, dass die Erklärung im Sprechzimmer und der Text auf der Website aus derselben Quelle stammen. Ein wöchentlicher Freigaberhythmus macht den Starttermin planbar.
Vorhandene Texte, Vortragsfolien und Patientenbroschüren sind ebenfalls gutes Ausgangsmaterial; oft muss nur die Sprache für Laien vereinfacht werden.
12Messen, welche Seite Terminanfragen bringt
Auf einer Arztwebsite zählt nicht die Besucherzahl, sondern welche Seite zu einem Krankheitsbild Anfragen für welchen Standort bringt. Nur damit lässt sich begründet entscheiden, welche Themen ausgebaut und welche Seiten neu geschrieben werden.
Die Messung richten wir ab dem ersten Tag ein, denn nachträglich eingerichtete Messung holt die Monate davor nicht zurück. Diese Ereignisse erfassen wir, jeweils im Rahmen der Einwilligung:
- Anrufe per Klick: auf welcher Seite und für welchen Standort.
- Formularanfragen: gewählter Standort und Seite, von der das Formular abgeschickt wurde, ohne Gesundheitsangaben.
- WhatsApp Klicks: auf welcher Seite das Gespräch begonnen wurde.
- Weiterleitungen zur Klinik: Klicks auf das Buchungssystem der Klinik als eigenes Ereignis.
Ein kurzer Monatsbericht reicht: die fünf Seiten mit den meisten Anfragen, Seiten mit Besuchen, aber ohne Anfragen, und die Verteilung nach Standort.
Eine Seite mit Besuchen, aber ohne Anfragen hat meist eines von zwei Problemen: Sie beantwortet die Frage des Patienten nicht, oder der Weg zum Termin geht am Seitenende verloren. Beides lässt sich getrennt testen und beheben.
13Sechs häufige Fehler auf Arztwebsites
Die meisten Fehler auf Arztwebsites entstehen nicht aus Absicht, sondern weil ein allgemeines Firmentemplate auf eine Arztpraxis übertragen wurde. Die folgenden sechs Punkte, jeweils mit der besseren Alternative, eignen sich als Prüfliste für Ihre jetzige Website.
- Alle Schwerpunkte auf einer Seite: weder Patienten noch Suchmaschinen finden das Thema; geben Sie den häufigsten Krankheitsbildern eigene Seiten.
- Schwerpunkt als Facharzttitel dargestellt: führen Sie Bezeichnungen exakt nach Weiterbildungsordnung und nennen Sie Tätigkeitsschwerpunkte gesondert.
- Vorher und Nachher Galerie: für Eingriffe der plastischen Chirurgie unzulässig; erklären Sie den Ablauf mit Illustrationen und Bildern der Praxis.
- Eine Telefonnummer für alles: geben Sie jedem Standort eigene Nummer und Sprechzeiten.
- Freitext für Beschwerden im Formular: begnügen Sie sich mit Kontaktdaten und einer Themenauswahl.
- Impressum aus der Vorlage: ein allgemeines Impressum ohne Kammer und Berufsbezeichnung reicht nicht; ergänzen Sie die Angaben nach § 5 DDG.
Schon einer dieser Fehler schwächt Glaubwürdigkeit und Sichtbarkeit. Gehen Sie die Liste mit Ihrer jetzigen Website durch, bevor Sie einen Neuaufbau planen; so sehen Sie, was an der Struktur und was am Inhalt liegt.
14Den passenden Partner wählen und das erste Gespräch vorbereiten
Wählen Sie das Team für Ihre Arztwebsite nach den Fragen, die es zu medizinischen Inhalten und Berufsrecht stellt, nicht nur nach Designbeispielen. Ein gutes Team spricht im ersten Gespräch über Fachgebiet, Standorte und Freigabeprozess, nicht über Farben.
Fragen, die Sie jeder Agentur stellen können: Wie entscheiden Sie, welche Krankheitsbilder eigene Seiten bekommen? Wer prüft Texte und Bilder auf Berufsordnung und HWG? Was erfasst das Formular und wer sieht es? Welche Ereignisse werden gemessen? Wer pflegt die Website nach dem Start?
In diesem Bereich haben wir noch kein Kundenprojekt online; eine Demo, die zeigt, wie wir eine Arztwebsite aufbauen, ist auf dieser Seite verlinkt. Unsere Arbeiten aus anderen Branchen finden Sie bei unseren Referenzen, den Umfang unseres Webdesign Angebots auf der Leistungsseite. Die Zusammenarbeit mit Praxen in Deutschland, Österreich und der Schweiz läuft vollständig per Videocall und schriftlicher Freigabe.
Das erste Gespräch wird besonders ergiebig, wenn Sie mitbringen:
- Die acht bis zwölf Themen, nach denen Patienten in Ihrem Fachgebiet am häufigsten fragen.
- Ihre Standorte, Sprechzeiten und den Buchungsweg je Standort.
- Einen aktuellen Werdegang und die Fotos, die Sie verwenden möchten.
- Ihre jetzige Domain und die Zugangsdaten zur Website, falls vorhanden.
Festpreispakete finden Sie bei den Webdesign Preisen; für ein schriftliches Angebot nach Ihrem Umfang erreichen Sie uns über die Kontaktseite.