SEO

Wie hoch sollte die Keyworddichte sein? Der Mythos vom Idealwert

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Wie hoch sollte die Keyworddichte sein?

Die Keyworddichte ist der Anteil, den ein Zielbegriff an der Gesamtzahl der Wörter eines Textes hat, und Google nennt dafür keinen idealen Prozentwert. Deshalb gibt es keine einzige richtige Zahl. Der Begriff sollte natürlich vorkommen, das Thema klar benennen und Leser nie durch ständige Wiederholung ermüden.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Messen lohnt sich trotzdem. Wir bei Talha Aslan und Team jagen keinem Zielwert hinterher. Stattdessen nutzen wir die Zahl nach dem Schreiben, um zwei Extreme zu erkennen: Entweder taucht der Hauptbegriff gar nicht auf, oder er steckt in jedem zweiten Satz. Mit unserem kostenlosen Tool zur Keyworddichte prüfen Sie einen Text in wenigen Sekunden. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie das Ergebnis richtig lesen.

Kurz gesagt lautet die eigentliche Frage nicht „wie hoch muss sie sein“, sondern „was sagt mir diese Zahl“. Zunächst klären wir, woher der Mythos stammt. Danach folgen die offizielle Haltung von Google, eine Beispielrechnung und eine gesunde Methode für den Alltag.

Woher stammt der Mythos von der idealen Keyworddichte?

In den frühen Jahren der Suchmaschinen arbeiteten Rankingsysteme deutlich einfacher als heute. Damals war die Häufigkeit eines Wortes ein starker Hinweis darauf, worum es auf einer Seite ging. Folglich sprachen viele Webseitenbetreiber über magische Schwellen wie „drei Prozent“ oder „fünf Prozent“, und diese Zahlen verbreiteten sich schnell.

Allerdings stammte keine dieser Schwellen aus einer offiziellen Quelle einer Suchmaschine. Meist handelte es sich um Verallgemeinerungen aus wenigen beobachteten Seiten. Zudem begannen Suchmaschinen, das gezielte Wiederholen von Begriffen als Manipulation einzustufen, sobald immer mehr Seiten damit ranken wollten.

Dass sich der Mythos hält, hat drei Gründe:

  • Einfache Messbarkeit: Ein Prozentwert ist viel leichter zu berechnen als eine Antwort auf die Frage, ob ein Inhalt gut ist.
  • Farbige Pluginwerte: Manche Plugins zeigen Ampeln für die Keyworddichte an, und ein grünes Licht wirkt dann wie eine Regel.
  • Kopierte Ratschläge: Tipps aus alten Artikeln wandern bis heute unverändert in neue Texte.

Das heißt, das Problem liegt nicht in der Zahl selbst, sondern in der Bedeutung, die man ihr gibt. Eine Pluginampel ist keine Rankingformel von Google.

Was sagt Google offiziell zur Keyworddichte?

In der Dokumentation von Google taucht kein idealer Wert auf. Dennoch gibt es einige klare Aussagen, die das Thema berühren, und sie beenden die Diskussion weitgehend.

  • Die Seite von Google zur Funktionsweise der Suche beschreibt als grundlegendstes Relevanzsignal, dass ein Inhalt dieselben Begriffe wie die Suchanfrage enthält. Stehen diese Begriffe in Überschriften oder im Fließtext, kann die Information relevanter sein.
  • Der SEO Leitfaden für Einsteiger von Google Search Central hält fest, dass ständiges Wiederholen derselben Wörter, auch in Varianten, Nutzer ermüdet und unter die Spamrichtlinien fällt. Andererseits betont er, dass abwechslungsreiche, natürliche Formulierungen die Chancen in der Suche erhöhen.
  • Die Spamrichtlinien von Google definieren Keyword Stuffing als das Füllen einer Seite mit Begriffen oder Zahlen, um Rankings zu manipulieren. Als Beispiel nennen sie Wörter oder Phrasen, die so oft vorkommen, dass es unnatürlich klingt.
  • Der Leitfaden zu hilfreichen Inhalten sagt ausdrücklich, dass Google keine bevorzugte Wortanzahl hat.

Legen Sie diese vier Quellen nebeneinander, entsteht ein klares Bild. Ihre Begriffe sollten im Text vorkommen, denn Google schaut zunächst auf Wörter, um ein Thema zu verstehen. Einen bestimmten Prozentwert zu erreichen, ist dagegen kein Ziel, und übermäßige Wiederholung ist ein klares Risiko.

Wie berechnet man die Keyworddichte?

Die Grundformel ist einfach. Sie teilen die Anzahl der Vorkommen durch die Gesamtzahl der Wörter und multiplizieren das Ergebnis mit 100. Kommt ein Begriff zum Beispiel 6 Mal in einem Text mit 800 Wörtern vor, ergibt 6 ÷ 800 × 100 also 0,75 %.

Knifflig wird es bei Phrasen aus zwei oder drei Wörtern. Manche Tools zählen eine Phrase als eine Einheit. Andere multiplizieren die Vorkommen mit der Wortzahl der Phrase. Deshalb zeigen zwei Tools für denselben Text oft unterschiedliche Werte:

  1. Einheitsmethode: (Vorkommen ÷ Wörter gesamt) × 100.
  2. Multiplikationsmethode: (Vorkommen × Wörter der Phrase ÷ Wörter gesamt) × 100.

Bei einer Phrase aus drei Wörtern zeigt die zweite Methode folglich den dreifachen Wert. Die Frage, welche Methode „richtig“ ist, führt allerdings ins Leere. In der Praxis beschreiben beide dieselbe Realität in verschiedenen Einheiten. Entscheidend ist, dass Sie immer mit demselben Tool und derselben Methode vergleichen.

Unser Tool nutzt die Einheitsmethode und multipliziert Phrasen nicht mit ihrer Wortzahl. Behalten Sie diesen Unterschied daher im Hinterkopf, wenn Sie ein Ergebnis mit dem Wert eines anderen Tools vergleichen.

Beispielrechnung: Welche Keyworddichte hat eine Leistungsseite?

Schauen wir uns ein konkretes Beispielszenario an. Die Zahlen stammen nicht von einem echten Kunden, wir haben sie nur zur Veranschaulichung gewählt. Eine Heizungsfirma hat eine Leistungsseite mit 1.200 Wörtern, und der Zielbegriff lautet „Heizungswartung“.

  • „Heizungswartung“ kommt 9 Mal vor: 9 ÷ 1.200 × 100 = 0,75 %.
  • Das Wort „Heizung“ als eigenes Wort kommt 22 Mal vor: 22 ÷ 1.200 × 100 = 1,83 %.
  • Die Phrase „Heizung warten“ kommt 3 Mal vor: 3 ÷ 1.200 × 100 = 0,25 %.

Hier zeigt sich eine deutsche Besonderheit. Ein Tool zählt Wörter, die durch Leerzeichen getrennt sind. Das zusammengesetzte Wort „Heizungswartung“ ist für das Tool also ein eigenes Wort und taucht in der Zählung für „Heizung“ nicht auf. Im Englischen wäre das anders, denn dort stünden zwei getrennte Wörter.

Ist die Seite damit gut? Die Zahlen allein beantworten das nicht, denn ihnen fehlt der Kontext. Sie zeigen allerdings, dass der Hauptbegriff sichtbar genug ist und die Wiederholung auf den ersten Blick nicht übertrieben wirkt. Die eigentliche Entscheidung treffen Sie beim Lesen. Stehen drei der neun Nennungen im selben Absatz, klingt dieser Absatz gezwungen, auch wenn der Gesamtwert passt.

Warum zeigen verschiedene Tools unterschiedliche Werte?

Denselben Text in drei Tools einzufügen und drei Ergebnisse zu erhalten, passiert ständig. Die Tools sind deshalb nicht fehlerhaft. Sie folgen lediglich unterschiedlichen Zählregeln, und die folgende Tabelle zeigt, woher die Abweichungen kommen.

ZählregelIn einem ToolIn einem anderen ToolWirkung auf den Prozentwert
PhrasenrechnungPhrase zählt als eine EinheitVorkommen mal WortzahlZweite Methode zeigt den doppelten oder dreifachen Wert
Stoppwörter„und, mit, für“ bleiben in der SummeAus der Summe entferntKleinerer Nenner erhöht den Wert
Umfang der SeiteNur FließtextMenü, Fußzeile und Seitenleiste inklusiveZusätzlicher Text senkt den Wert
WortformenNur die exakte Form zähltAuch Plural und Fälle zählenIm Deutschen deutliche Unterschiede
KompositaNur das ganze Wort zähltWortteile zählen mit„Heizung“ in „Heizungswartung“ zählt mal mit, mal nicht

Daher führt ein Vergleich zwischen den Werten zweier Tools meist in die Irre. Misst zum Beispiel ein Plugin die ganze Seite und ein Checker nur den eingefügten Text, entsteht der Unterschied durch den Umfang und nicht durch den Inhalt.

In der Praxis ist die Lösung einfach: Wählen Sie ein Tool, bereiten Sie den Text immer gleich vor und vergleichen Sie Ihre eigenen Seiten untereinander.

Warum sollte man die Keyworddichte prüfen, wenn es keinen festen Wert gibt?

Der Wert der Messung liegt in der Diagnose, nicht im Zielwert. Ein Arzt misst Fieber, strebt aber keine bestimmte Temperatur an; die Zahl zeigt nur, ob etwas nicht stimmt. Ebenso funktioniert die Keyworddichte bei einem Text.

Wir nutzen die Messung, um zwei Fragen zu beantworten:

  1. Gibt es übermäßige Wiederholung? Taucht der Hauptbegriff oder ein einzelnes Wort so oft auf, dass der Lesefluss leidet?
  2. Ist die Themenverteilung ausgewogen? Spiegeln die häufigsten Wörter das eigentliche Thema wider, oder hat sich ein Nebenthema nach vorne geschoben?

Die erste Frage schützt also vor Risiken, die zweite zeigt Chancen. Vor allem bei langen Texten mit mehreren Autoren oder bei Seiten, die über Jahre Stück für Stück gewachsen sind, lohnt sich das. Die Liste der häufigsten Begriffe zeigt dann schnell, wohin der Text abgedriftet ist.

Außerdem macht die Messung Redaktionsgespräche konkreter. Der Satz „dieser Begriff steht viermal in diesem Absatz“ hilft deutlich mehr als „ich habe das Gefühl, es wiederholt sich“, und die Korrektur fällt somit leichter.

Wie erkennen Sie übermäßige Wiederholung bei der Messung?

Das zuverlässigste Zeichen für Übertreibung ist nicht ein hoher Gesamtwert. Entscheidend ist vielmehr, ob sich die Wiederholung an bestimmten Stellen ballt. Ein Text kann einen vernünftigen Wert zeigen, während ein einzelner Absatz voller Nennungen steckt. Deshalb sollten Sie nach dem Blick auf die Gesamtzahl Abschnitt für Abschnitt lesen.

Bei der Prüfung achten wir auf diese Zeichen:

  • Derselbe Begriff steht in zwei oder drei aufeinanderfolgenden Sätzen.
  • Ein Satz ist grammatisch verbogen, damit der Begriff hineinpasst, etwa mit falscher Endung oder seltsamer Wortstellung.
  • Städte, Regionen oder Produktnamen stehen als lange Kommaketten im Text.
  • Alttexte von Bildern und Zwischenüberschriften folgen alle demselben Muster.

Einige dieser Zeichen nennt Google in den Spamrichtlinien direkt als Beispiel. Wo die Grenze verläuft und welche Muster riskant sind, erklären wir ausführlich im Beitrag was ist Keyword Stuffing. Hier geht es nur darum, wie die Messung dieses Risiko sichtbar macht.

Zudem hilft ein schneller Test: Lesen Sie den Text laut vor. Sätze, die wie ein Werbeslogan klingen, enthalten sehr wahrscheinlich erzwungene Wiederholungen.

Wie lesen Sie die Themenverteilung aus den häufigsten Begriffen?

Der am häufigsten übersehene Teil eines Dichtetools ist die Liste der häufigsten Wörter und Phrasen. Konkret liefert sie eine grobe Landkarte dessen, was der Text tatsächlich behandelt. Denn die Absicht des Autors und der echte Schwerpunkt des Textes liegen nicht immer an derselben Stelle.

Ein Beispielszenario: Ein Möbelhändler schreibt einen Ratgeber für seine Kategorie „Esstische“. In der Liste der Phrasen aus zwei Wörtern stehen ganz oben „kostenlose Lieferung“ und „Rückgabe innerhalb“. Das heißt, der Text ist von der Auswahl eines Esstisches zur Logistik abgerutscht. Leser suchen dagegen nach Maßen, Material und Sitzplätzen.

Gehen Sie die Liste am besten in dieser Reihenfolge durch:

  1. Prüfen Sie, ob die zehn häufigsten Einzelwörter zum Thema gehören.
  2. Notieren Sie in den Listen mit zwei und drei Wörtern, welche Begleitbegriffe neben dem Hauptbegriff auftauchen.
  3. Schreiben Sie Begriffe auf, die Leser erwarten würden, die aber nie vorkommen. Das sind Ihre Inhaltslücken.

Die Sprachsysteme von Google verstehen, wie eine Seite mit vielen Suchanfragen zusammenhängt, auch jenseits exakter Treffer. Folglich sind verwandte Begriffe viel wertvoller als die Wiederholung eines einzigen Begriffs. Diesen Zusammenhang behandeln wir im Beitrag zur Keyword Relevanz.

Was bedeutet ein gesunder Bereich statt eines Zielwerts?

Ein breites Warnband statt eines festen Ziels ist die Methode, die sich bei uns in der Praxis am besten bewährt. Unser Tool zeigt dieses Band als 0,5 bis 2,5 %. Dieser Bereich ist keine Regel von Google, sondern ein Startbereich aus unserer Praxiserfahrung und keine Garantie.

Wir lesen das Band so:

  • Unter 0,5 %: Der Begriff ist für die Textlänge selten. Prüfen Sie, ob er klar im Titel und in der Einleitung steht.
  • 0,5 bis 2,5 %: Meist ist nichts zu tun. Lesen Sie den Text; fließt er natürlich, lassen Sie ihn so.
  • Über 2,5 %: Die Wiederholung ermüdet Leser womöglich. Reduzieren Sie sie mit Pronomen, Synonymen und zusammengeführten Sätzen.

Die Stärke dieses Ansatzes liegt in seiner Flexibilität. Ein Text innerhalb des Bandes kann schwach sein, ein Text außerhalb dagegen hervorragend. Eine Produktbeschreibung mit 150 Wörtern, die den Produktnamen zweimal nennt, liegt zum Beispiel schnell über 2,5 %, wirkt aber überhaupt nicht gezwungen. Bei kurzen Texten ist der Nenner klein, also springt der Prozentwert schnell.

Betrachten Sie das Band daher als Alarm und nicht als Zeugnisnote. Schlägt der Alarm an, lesen Sie den Text. Bleibt er stumm, lesen Sie den Text trotzdem.

Wie ändert sich der Blick je nach Seitentyp?

Dieselbe Keyworddichte bedeutet auf verschiedenen Seitentypen etwas anderes. Eine Produktseite, eine Leistungsseite und ein langer Ratgeber erfüllen unterschiedliche Erwartungen. Deshalb sollten Sie die Zahl am Zweck der Seite messen.

  • Produktseite: Der Text ist kurz, der Produktname womöglich lang. Selbst bei hohem Wert lautet die eigentliche Frage, ob technische Daten und Hinweise zur Nutzung vollständig sind.
  • Leistungsseite: Der Name der Leistung steht natürlich im Titel, in der Einleitung und in der Ablaufbeschreibung. Lange Listen mit Städtenamen sind hier der häufigste Fehler.
  • Kategorieseite: Der Einleitungstext außerhalb des Produktrasters ist oft kurz. Messen Sie also nur diesen Text.
  • Ratgeber oder Blogbeitrag: In langen Texten sinkt der Anteil des Hauptbegriffs ganz natürlich. Verwandte Begriffe und Zwischenüberschriften tragen dann das Thema.

Bei Leistungsseiten achten wir vor allem auf einen Punkt. Zielen mehrere Seiten mit derselben Leistung auf denselben Begriff, liegt das Problem nicht in der Keyworddichte, sondern im Wettbewerb dieser Seiten untereinander. Wie Sie das erkennen, zeigt unser Beitrag zur Keyword Kannibalisierung.

Schritt für Schritt: Wie prüfen Sie die Keyworddichte mit dem Tool?

Richtig messen ist die Voraussetzung dafür, die Zahl richtig zu deuten. Die folgenden Schritte gelten für neue Entwürfe ebenso wie für Seiten, die schon online sind.

  1. Text vorbereiten: Kopieren Sie nur Überschrift und Fließtext. Menü, Fußzeile, Kommentare und Blöcke mit ähnlichen Beiträgen verzerren das Ergebnis.
  2. Tool öffnen und Text einfügen: Öffnen Sie den Keyword Dichte Checker und fügen Sie den Text in das Feld ein. Die Ergebnisse aktualisieren sich beim Tippen.
  3. Ziel Keyword eingeben: Tragen Sie die Hauptanfrage ein, auf die die Seite antwortet, zum Beispiel „Heizungswartung“. Groß und Kleinschreibung spielt keine Rolle.
  4. Prozentwert und Abzeichen lesen: Grün, Gelb und Rot zeigen, wo Sie im Band liegen. Darunter steht die Rechnung als eigene Zeile.
  5. Reiter für Phrasen nutzen: Schauen Sie sich die zehn häufigsten Begriffe in den Listen mit 1, 2 und 3 Wörtern an. Notieren Sie dann jede themenfremde Phrase weit oben.
  6. Stoppwörter einstellen: Die Voreinstellung entfernt Wörter wie „und, mit, für“ aus den Tabellen. Die Gesamtzahl der Wörter bleibt allerdings gleich.
  7. Zurück zum Text: Lesen Sie die Absätze, auf die die Zahl hinweist, laut vor und korrigieren Sie sie bei Bedarf.

Danach fügen Sie den überarbeiteten Text erneut ein und vergleichen. Vertrauliche oder unveröffentlichte Entwürfe sollten Sie allerdings nicht über den Teilen Link weitergeben, denn kurze Texte landen dabei direkt in der Adresse.

Wie beeinflussen Komposita, Fälle und Wortformen die Messung?

Im Deutschen ist die Messung schwieriger als im Englischen, weil Wörter sich verbinden und ihre Form ändern. Ein Thema kann als „Heizungswartung“, „Wartung der Heizung“, „Heizung warten“ oder „Wartungen“ im Text stehen. Sucht ein Tool nur die exakte Form, zählt es diese Varianten getrennt oder übersieht sie ganz.

Daraus folgen zwei praktische Konsequenzen:

  • Ein niedriger Wert heißt nicht immer, dass das Thema fehlt. Der Begriff kann in anderen natürlichen Formen vorkommen; prüfen Sie diese Varianten also ebenfalls.
  • Den exakten Begriff gegen die Grammatik in jeden Satz zu zwingen, etwa „Heizungswartung günstig Heizungswartung schnell“, schadet dem Text. Leser merken das nämlich sofort, denn es klingt unnatürlich.

Auch die Schreibweise selbst spielt eine Rolle. Viele Menschen suchen nach „keyworddichte prüfen“, andere nach „Keyword Dichte“ in zwei Wörtern. Für ein Tool sind das zwei verschiedene Zeichenketten, für Leser und Google aber dasselbe Thema.

Die Sprachsysteme von Google verstehen, wie eine Seite mit unterschiedlich formulierten Anfragen zusammenhängt. Zudem sagt der Leitfaden für Einsteiger, dass Sie nicht jede denkbare Variante vorwegnehmen müssen. Ihr Ziel ist somit, den Begriff in seiner natürlichen, grammatisch korrekten Form zu verwenden.

Wie korrigieren Sie einen Text, wenn der Wert zu hoch ist?

Die Lösung bei einer hohen Keyworddichte ist nicht, Wörter zufällig zu löschen. Stattdessen übernehmen andere sprachliche Mittel die Aufgabe der Wiederholung. Meist liest sich der Text nach der Überarbeitung sogar flüssiger.

  • Pronomen nutzen: Verweisen Sie im nächsten Satz mit „diese Leistung“ oder „sie“ zurück, statt den Begriff zu wiederholen.
  • Sätze zusammenführen: Verbinden Sie zwei kurze Sätze, die mit demselben Begriff beginnen.
  • Synonyme und verwandte Begriffe wählen: Ersetzen Sie „Heizungswartung“ gelegentlich durch „jährliche Inspektion“ oder „Wartungstermin“.
  • Listen vereinfachen: Nicht jeder Listenpunkt braucht den Hauptbegriff, denn die Überschrift der Liste setzt den Kontext.
  • Zwischenüberschriften variieren: Folgen alle Überschriften demselben Muster, leiden Leser und Zahlen gleichermaßen.

Wiederholung abzubauen und das Thema trotzdem stark zu halten, ist eine eigene Fähigkeit. Wie Sie ein Thema mit verwandten Begriffen erweitern, zeigen wir konkret im Beitrag Thema stärken ohne Keyword Wiederholung.

Messen Sie danach erneut. Sinkt der Wert, während die Lesbarkeit steigt, sind Sie auf dem richtigen Weg.

Was tun Sie, wenn der Wert zu niedrig ist?

Eine niedrige Keyworddichte ist oft kein Problem, manchmal zeigt er aber eine echte Lücke. Stellen Sie sich zunächst eine Frage: Erkennen Leser auf dem ersten Bildschirm, dass sie hier finden, was sie suchen?

Lautet die Antwort nein, prüfen Sie diese Punkte:

  1. Enthalten Title Tag und Hauptüberschrift den Begriff, nach dem Leser suchen, oder eine klare Entsprechung?
  2. Nennt die Einleitung das Thema beim Namen, oder beginnt sie mit etwas Allgemeinem?
  3. Benennen wenigstens einige Zwischenüberschriften das Thema klar?
  4. Verwendet der Text ständig einen internen Markenbegriff statt des Begriffs, den Menschen wirklich suchen?

Der letzte Punkt begegnet uns in der Praxis häufig. Ein Beispielszenario: Eine Firma gibt ihrer Leistung einen eigenen Markennamen und nutzt im ganzen Text nur diesen Namen. Leser suchen jedoch mit dem allgemeinen Begriff. Auf einer solchen Seite liegt der Wert nahe null, und das Problem ist echt, denn das grundlegendste Relevanzsignal ist das Vorkommen der Suchbegriffe im Inhalt.

Die Lösung besteht also darin, den allgemeinen Begriff an natürlichen Stellen zu nutzen. Für den Aufbau des ganzen Textes rund um Leser ist unser Leitfaden SEO Texte schreiben ein guter Startpunkt.

Verändern Wörter in Titel, Beschreibung und URL den Wert?

Das hängt davon ab, was Sie in das Tool einfügen. Die meisten Checker messen nur den eingefügten Text. Wörter im Title Tag, in der Meta Description oder in der URL zählen also nur, wenn Sie sie selbst hinzufügen. Deshalb ist es sinnvoller, diese Felder getrennt zu bewerten.

  • Title Tag: Enthält er den gesuchten Begriff, hilft das Lesern bei der Entscheidung zum Klick. Hier zählt Klarheit, nicht Wiederholung.
  • Meta Description: Sie wirkt nicht wie ein Anteil in einer Rankingformel, sondern als kurze Zusammenfassung, die Leser in den Suchergebnissen überzeugt.
  • URL: Laut dem Leitfaden für Einsteiger von Google haben Begriffe im Domainnamen oder im URL Pfad für sich allein kaum Wirkung auf das Ranking.
  • Meta Keywords Tag: Die Google Suche nutzt ihn nicht. Details lesen Sie im Beitrag ist der Meta Keywords Tag noch relevant.

Begriffe in die URL oder in versteckte Tags zu schreiben, ist somit keine Abkürzung zu einem besseren Wert. Sichtbarer Text ist der Bereich, den Leser sehen und Google bewertet.

Einen ähnlichen Mythos gibt es beim Verhältnis von Code zu Text. Was diese Kennzahl wirklich aussagt, erklären wir im Beitrag zur Text to HTML Ratio.

Wie gehen Sie bei der Aktualisierung einer alten Seite vor?

Alte Seiten wachsen mit der Zeit Stück für Stück. Ein Jahr kommt ein Absatz dazu, im nächsten ein FAQ Block, dann ein Aktionshinweis. Dann ist jede Ergänzung für sich sinnvoll. Zusammen sagt der Text allerdings irgendwann dasselbe mehrmals mit verschiedenen Stimmen.

Vor einer Aktualisierung empfehlen wir diesen kurzen Check:

  1. Messen Sie den aktuellen Fließtext und notieren Sie das Ergebnis.
  2. Listen Sie die häufigsten Phrasen aus zwei und drei Wörtern auf.
  3. Suchen Sie Absätze, die denselben Punkt an zwei Stellen erklären, und führen Sie sie zusammen.
  4. Entfernen Sie veraltete Angaben, denn alte und neue Version nebeneinander erhöhen nur die Wiederholung.
  5. Messen Sie danach erneut und vergleichen Sie beide Ergebnisse.

Diese Methode hat außerdem einen schönen Nebeneffekt: Die Seite wird gleichzeitig kürzer und klarer. Leser finden ihre Antwort schneller, und Sie sehen, welche Abschnitte wirklich Wert tragen. Ein Beispielszenario: Eine Leistungsseite wiederholt das Versprechen „Service am selben Tag“ in drei Abschnitten. Fassen Sie es in einem klaren Absatz zusammen, sinkt der Wert und die Botschaft wird stärker.

Kurz gesagt bedeutet Aktualisieren weniger Neues hinzufügen als Altes aufräumen. Die Messung zeigt Ihnen, wo Sie anfangen.

Häufige Fehler beim Prüfen der Keyworddichte

Selbst mit dem richtigen Tool kann man zu falschen Schlüssen kommen. Diese Fehler sehen wir am häufigsten:

  • Die ganze Seite messen: Wiederkehrende Texte aus Menü und Fußzeile verzerren den Wert, vor allem auf kurzen Seiten.
  • Werte verschiedener Tools vergleichen: Zwei Tools mit unterschiedlichen Zählregeln messen nicht dasselbe.
  • Ein Einzelwort als Ziel nehmen: Häufige Einzelwörter stecken auch in Phrasen und liegen daher fast immer hoch.
  • Die Mitte des Bandes anpeilen: Begriffe einzufügen, um auf 1,5 % zu kommen, heißt für eine Zahl zu schreiben und nicht für Leser.
  • Den Wert eines Wettbewerbers kopieren: Ein Wettbewerber rankt wegen vieler anderer Faktoren, nicht wegen seiner Keyworddichte.
  • Nach der Messung nicht lesen: Die Zahl zeigt nur, wohin Sie schauen sollten; die Entscheidung fällt beim Lesen.

Allen Fehlern gemeinsam ist, dass die Zahl zum Ziel wird. Solange die Messung ein Werkzeug bleibt, hilft sie. Sobald sie zum Ziel wird, beginnt sie dem Text zu schaden.

Welche Signale sind wichtiger als die Keyworddichte?

Die Keyworddichte allein entscheidet nicht über das Ranking einer Seite. Google beschreibt in der eigenen Dokumentation, dass hilfreiche, verlässliche Inhalte für Menschen im Vordergrund stehen. In diesem Rahmen halten wir diese Bereiche für deutlich wichtiger:

  • Passung zur Suchintention: Will der Leser Informationen, einen Vergleich oder einen Kauf, und antwortet die Seite darauf?
  • Abdeckung: Beantwortet die Seite die Folgefragen, die Leser haben werden?
  • Eigenständigkeit und Erfahrung: Bietet der Text mehr als eine Zusammenfassung anderer Seiten?
  • Struktur: Helfen Überschriften, Listen und Tabellen beim schnellen Finden?
  • Technischer Zugang: Lässt sich die Seite crawlen, indexieren und mobil bequem lesen?

Wenn Sie diese Signale schnell auf einer einzelnen Seite prüfen möchten, gibt Ihnen unser Leitfaden SEO Check einer Seite in 10 Minuten eine praktische Reihenfolge. Die Keyworddichte ist dabei also nur ein kleiner Baustein.

Keyworddichte kurz zusammengefasst

Zusammengefasst entstand der Mythos vom idealen Prozentwert, weil eine leicht messbare Zahl mit Qualität verwechselt wurde. Google nennt keinen festen Wert. Allerdings sagt Google, dass Suchbegriffe im Inhalt ein grundlegendes Relevanzsignal sind und starke Wiederholung als Spam gelten kann.

Unsere Empfehlung ist deshalb klar:

  1. Schreiben Sie zuerst für Leser und nutzen Sie den Hauptbegriff natürlich im Titel, in der Einleitung und in einigen Zwischenüberschriften.
  2. Messen Sie erst, wenn der Entwurf fertig ist, und prüfen Sie mit einem breiten Warnband beide Extreme.
  3. Schauen Sie auf die häufigsten Phrasen, damit das Thema nicht abdriftet.
  4. Senken Sie einen hohen Wert mit Pronomen, Synonymen und zusammengeführten Sätzen; heben Sie einen niedrigen Wert, indem Sie das Thema an natürlichen Stellen benennen.

So wird die Keyworddichte zu einem Kompass, der Sie leitet, und nicht zu einem Ziel, dem Sie hinterherlaufen. Ein Text, der Lesern wirklich hilft, landet sehr wahrscheinlich ohnehin im gesunden Bereich.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Empfiehlt Google eine ideale Keyworddichte?
Nein, Google empfiehlt keinen Wert. Die Dokumentation beschreibt Suchbegriffe im Inhalt als grundlegendes Relevanzsignal, ständiges Wiederholen derselben Wörter dagegen als ermüdend und als möglichen Verstoß gegen die Spamrichtlinien. Deshalb raten wir zu natürlicher Verwendung und einem breiten Warnband statt eines festen Prozentwerts als Ziel.
Führt eine Keyworddichte über 2,5 % zu einer Abstrafung?
Ein Prozentwert allein führt nicht zu einer Abstrafung, denn Google nennt keine feste Schwelle. Das Risiko entsteht durch unnatürliche Wiederholung mit dem Ziel, Rankings zu manipulieren. Eine kurze Produktbeschreibung liegt schnell darüber, ohne dass es stört. In einem langen Artikel kann derselbe Wert dagegen auf erzwungene Wiederholung hindeuten.
Wie berechnet man die Dichte einer Phrase aus zwei Wörtern?
Es gibt zwei Methoden. Entweder teilen Sie die Vorkommen durch die Gesamtzahl der Wörter und multiplizieren mit 100, oder Sie multiplizieren zusätzlich mit der Wortzahl der Phrase. Die zweite Methode zeigt den doppelten Wert. Vergleichen Sie daher immer mit demselben Tool, sonst kommt der Unterschied aus der Methode.
Sollte ich die ganze Seite in den Checker einfügen?
Nein, fügen Sie nur Überschrift und Fließtext ein. Menü, Fußzeile, Kommentare und Blöcke mit ähnlichen Beiträgen wiederholen sich auf jeder Seite und verzerren den Wert. Gerade auf kurzen Seiten erhöht dieser Zusatztext die Gesamtzahl der Wörter und lässt den Zielbegriff seltener erscheinen, als er wirklich ist.
Ist die Keyworddichte für SEO noch relevant?
Ja, aber nur als Diagnosewerkzeug und nicht als Rankingziel. Sie hilft Ihnen, starke Wiederholung zu erkennen und zu prüfen, ob die häufigsten Begriffe zum Thema passen. Suchintention, Abdeckung, Eigenständigkeit, Struktur und technischer Zugang wiegen für das Ranking deutlich mehr. Prüfen Sie damit fertige Entwürfe und entscheiden Sie beim Lesen.
Warum rankt meine Seite nicht, obwohl die Dichte passt?
Weil die Dichte nur ein kleiner Teil des Rankings ist. Passung zur Suchintention, Tiefe, eigene Erkenntnisse, Struktur und technischer Zugang wiegen viel schwerer. Zudem kann eine andere Seite Ihrer Website mit demselben Begriff die Rankings aufteilen. Prüfen Sie deshalb zuerst Intention und interne Konkurrenz, bevor Sie den Text umschreiben.
  • Keyworddichte
  • Keyword Dichte prüfen
  • Keyword Stuffing
  • SEO Texte
  • OnPage SEO
  • SEO Tools
Teilen:
Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

Nächstes Projekt

Angebot für Ihr Projekt.

Ihre Anfrage geht direkt an Talha Aslan und Team: Strategie von Talha, Umsetzung durch ein erfahrenes Team. Wir melden uns am selben Tag und senden Umfang, Zeitplan und Preis innerhalb von 1 Werktag als schriftliches Angebot.