Synonyme und verwandte Begriffe im SEO: Thema stärken statt wiederholen

Kurze Antwort
Wie stärken Synonyme und verwandte Begriffe ein Thema?
Synonyme und verwandte Begriffe sind unterschiedliche, aber treffende Wörter für denselben Gegenstand und seine Teilaspekte. Damit decken Sie ein Thema breiter ab, ohne dass Sie ein Keyword ständig wiederholen. Google findet auch Seiten, die die exakten Suchwörter nicht enthalten. Deshalb liefert abwechslungsreiche, natürliche Sprache Lesern und Suchmaschinen mehr Information.
Bei Talha Aslan und Team sehen wir in Content Audits selten ein fehlendes Keyword. Viel häufiger taucht stattdessen dasselbe Wort so oft auf, dass der Text ermüdet. In diesem Leitfaden zeigen wir, wie Sie Wiederholungen abbauen, welche Begriffe Sie ergänzen und wie Sie das Ergebnis messen. Zudem können Sie schon den ersten Entwurf in unseren kostenlosen Keyword Dichte Checker einfügen und die Wiederholungen sofort sehen.
Wie hoch die Dichte sein sollte, ist eine eigene Frage; diese beantworten wir im Beitrag Wie hoch sollte die Keyworddichte sein. Hier geht es dagegen um die Sprache, die ein Thema stärkt und zugleich Wiederholungen reduziert.
Warum müssen Sie bei Google nicht dasselbe Keyword wiederholen?
Die offizielle Google Seite zur Bewertung von Suchergebnissen sagt es deutlich: Google nutzt ein System für Synonyme. Dieses findet relevante Dokumente auch dann, wenn sie die exakten Suchwörter nicht enthalten. Eine gute Seite über Zahnaufhellung kann also auch jemanden erreichen, der nach "Zähne heller machen" sucht.
Dieselbe Seite nennt außerdem ein weiteres Beispiel. Wer nach "Hunde" sucht, möchte vermutlich keine Seite, auf der dieses Wort hundertfach steht. Stattdessen prüfen die Algorithmen, ob die Seite über das Keyword hinaus weitere relevante Inhalte bietet. Bilder, Videos oder eine Liste von Rassen zeigen zum Beispiel, dass die Seite das Thema wirklich behandelt.
Außerdem beschreibt Googles Leitfaden zu den Rankingsystemen RankBrain als KI System, das hilft zu verstehen, wie Wörter mit Konzepten zusammenhängen. Kurz gesagt gleicht die Suche Bedeutungen ab, statt Wörter zu zählen. Also bauen Sie den Text um die Frage des Lesers, nicht um eine Zielzahl.
Das heißt allerdings nicht, dass Keywords unwichtig sind. Laut derselben Seite ist das einfachste Relevanzsignal, dass ein Inhalt dieselben Keywords wie die Suchanfrage enthält, etwa in Überschriften oder im Fließtext. Die Balance entsteht daher so: Sie nutzen den Hauptbegriff an wenigen wichtigen Stellen, und den Rest trägt ein reicher Wortschatz.
Worin unterscheiden sich Synonym, verwandter Begriff und Variante?
Diese drei Begriffe geraten oft durcheinander, weil sie sich ähneln. Allerdings erfüllt jeder im Text eine andere Aufgabe. Ein Synonym sagt dasselbe mit einem anderen Wort. Ein verwandter Begriff gehört dagegen zum selben Thema, bedeutet aber nicht dasselbe. Eine Variante wiederum ist eine gebeugte Form, ein Plural oder eine andere Wortstellung desselben Ausdrucks.
| Typ | Definition | Beispiel (Seite einer Zahnarztpraxis) | Aufgabe im Text |
|---|---|---|---|
| Synonym | Anderes Wort mit gleicher Bedeutung | Zahnarzt, Zahnmediziner | Bricht Wiederholungen auf und trifft andere Suchanfragen. |
| Bedeutungsnahes Wort | Überschneidet sich weitgehend, ist aber nicht identisch | Praxis für Zahngesundheit | Erweitert die Abdeckung; mit Vorsicht einsetzen. |
| Verwandter Begriff | Konzept, das Teil des Themas ist | Wurzelbehandlung, Füllung, Termin, Betäubung | Zeigt die Tiefe des Themas. |
| Variante | Gebeugte Form oder Plural | beim Zahnarzt, Zahnärzte | Hält Sätze natürlich. |
| Frageform | So fragen Leser tatsächlich | Wie lange dauert eine Füllung? | Liefert Stoff für Zwischenüberschriften und FAQ. |
Die Zeilen der Tabelle sind also nicht austauschbar. "Wurzelbehandlung" ist zum Beispiel ein verwandter Begriff, kein Synonym. Setzen Sie ihn anstelle von "Zahnarzt" ein, ergibt der Satz keinen Sinn mehr. Deshalb empfehlen wir, jedes Wort zunächst dem richtigen Typ zuzuordnen.
Gibt es "LSI Keywords" wirklich?
Der Ausdruck "LSI Keywords" stammt aus dem Marketingjargon. Konkret steht LSI für Latent Semantic Indexing, ein älteres Verfahren aus dem Information Retrieval. Googles offizieller Leitfaden zu den Rankingsystemen beschreibt allerdings kein System unter diesem Namen.
Stattdessen nennt die offizielle Dokumentation Systeme wie BERT, Neural Matching und RankBrain. Der Leitfaden beschreibt BERT zum Beispiel als KI System, mit dem Google versteht, wie Wortkombinationen unterschiedliche Bedeutungen und Absichten ausdrücken. Neural Matching wiederum hilft, Darstellungen von Konzepten in Suchanfragen und Seiten zu verstehen.
In der Praxis ändert diese Unterscheidung eines: Eine gekaufte "LSI Liste" über den Text zu streuen, ist keine Methode. Die eigentliche Aufgabe besteht darin, die Begriffe zu nutzen, die ein Fachmann ganz natürlich verwenden würde, und zwar an der passenden Stelle. Zusammengefasst zählt nicht das Etikett, sondern ob der Begriff dem Leser etwas erklärt.
Ab wann wird eine Keyword Wiederholung zum Problem?
Eine Wiederholung stört, sobald der Leser den Satz als ermüdend empfindet. Googles SEO Leitfaden für Einsteiger hält fest, dass es Nutzer ermüdet, dieselben Wörter immer wieder zu wiederholen, selbst in Varianten. Synonyme der Reihe nach abzuwechseln, ist somit auch keine Lösung.
Das ernstere Ende ist Keyword Stuffing, wie es Googles Spamrichtlinien beschreiben. Konkret versteht die Richtlinie darunter, eine Seite mit Keywords oder Zahlen zu füllen, um Rankings zu manipulieren. Zu den Beispielen zählen Ausdrücke, die so oft vorkommen, dass sie unnatürlich klingen, sowie Textblöcke mit Städten, für die eine Seite ranken möchte.
Dieses Thema behandeln wir ausführlich im Beitrag Was ist Keyword Stuffing. Für den Moment genügt ein einfacher Test: Lesen Sie einen Satz laut vor. Klingt das Keyword hineingezwungen, ist die Wiederholung also zu viel.
Wie hängen Themenabdeckung und Keyword Wiederholung zusammen?
Themenabdeckung beschreibt, wie vollständig eine Seite die Fragen der Leser zu einem Thema beantwortet. Googles Leitfaden zu hilfreichen Inhalten nennt dazu eine Frage für die Selbstprüfung: Bietet der Inhalt eine umfassende, vollständige oder gründliche Beschreibung des Themas?
Eine Seite mit breiter Abdeckung nutzt ganz von selbst einen reicheren Wortschatz. Eine Seite über Heizungswartung sagt zum Beispiel nicht nur ständig "Heizungswartung". Sie erwähnt außerdem Brenner, Wärmetauscher, Abgasweg, jährliche Inspektion und Fehlercodes. Diese Begriffe erscheinen somit wegen des Themas, nicht wegen SEO.
Umgekehrt gilt dasselbe. Texte, die ein Keyword oft wiederholen, decken ihr Thema meist dürftig ab. Statt neue Fakten zu liefern, formulieren sie denselben Satz leicht abgewandelt neu. Folglich ergänzen Sie beim Beheben von Wiederholungen meist auch fehlende Informationen. Derselbe Leitfaden bestätigt zudem, dass Google keine bevorzugte Wortanzahl hat; das Ziel ist also, die fehlende Frage zu beantworten, nicht den Text aufzublähen.
Wo finden Sie verwandte Begriffe?
Für verwandte Begriffe brauchen Sie keine teure Liste. Die besten Quellen sind vor allem die Wörter, die Leser und Suchmaschinen bereits verwenden. Daher empfehlen wir, die folgenden Quellen zu kombinieren.
- Google Autocomplete: Die Vorschläge beim Tippen zeigen, welche Wörter Menschen kombinieren. Die Methode erklären wir unter Keyword Recherche mit Google Autocomplete.
- Frageformen: Anfragen mit wie, warum oder wie viel sind die ergiebigste Quelle für Zwischenüberschriften. Mehr dazu im Beitrag W Fragen Keywords finden.
- Suchanfragen in der Search Console: Ausdrücke, für die Ihre Seite Impressionen erhält, die aber nirgends im Text stehen, zeigen, was Leser von Ihnen erwarten.
- Sprache der Kunden: Gesprächsnotizen, Kundenanfragen und Verkaufsgespräche übersetzen Fachjargon in Alltagssprache.
- Produkt und Leistungsunterlagen: Datenblätter, Anleitungen und offizielle Definitionen helfen Ihnen, den präzisen Begriff zu wählen.
Kippen Sie diese Wörter nicht direkt in den Text. Notieren Sie sie zunächst in einer Datei. Dann entscheiden Sie, zu welcher Zwischenüberschrift jedes Wort gehört.
Wie wählen Sie Synonyme und verwandte Begriffe ohne Bedeutungsverschiebung?
Nicht jedes Synonym passt in jeden Zusammenhang. Zwei Wörter, die im Wörterbuch gleich wirken, sprechen in der Suche womöglich unterschiedliche Menschen an. "Billig" und "günstig" scheinen zum Beispiel ähnlich. Allerdings klingt das erste nach einem rein preisorientierten Leser, das zweite eher nach jemandem, der Preis und Qualität abwägt.
Bei Berufsbezeichnungen zeigt sich ebenso dasselbe Problem. "Anwalt" und "Kanzlei" sind nicht dasselbe; das eine ist eine Person, das andere eine Organisation. Ebenso unterscheiden sich "Buchhalter" und "Steuerberater" in ihrer rechtlichen Stellung. In solchen Fällen führt das falsche Synonym deshalb den Leser in die Irre.
Mit drei einfachen Tests vermeiden Sie eine Bedeutungsverschiebung:
- Der Austauschtest: Ersetzen Sie das Wort im Satz durch sein Synonym. Sagt der Satz danach etwas anderes, ist das Wort kein echtes Synonym.
- Der Ergebnistest: Suchen Sie beide Ausdrücke getrennt. Sehen die Ergebnisseiten sehr unterschiedlich aus, ordnet Google sie womöglich verschiedenen Suchabsichten zu.
- Der Lesertest: Lassen Sie den Text von jemandem ohne Fachwissen lesen. Glaubt diese Person, Sie sprächen von verschiedenen Dingen, bleiben Sie bei einem Begriff.
Wo gehören Hauptkeyword und Synonyme auf die Seite?
Das Hauptkeyword ist der Ausdruck, der am klarsten sagt, worum es auf der Seite geht. Zunächst nutzen Sie es offen an wenigen wichtigen Stellen. Danach verteilen Sie Synonyme und verwandte Begriffe über den restlichen Text. Somit hilft diese Aufteilung Lesern und Suchmaschinen gleichermaßen.
| Bereich | Hauptkeyword | Synonyme und verwandte Begriffe |
|---|---|---|
| Seitentitel (Title) | Am Anfang, einmal | Bei Bedarf eine Variante in der zweiten Hälfte |
| Hauptüberschrift (H1) | Einmal | Ein bedeutungsnahes Wort, wenn es natürlich passt |
| Erster Absatz | Einmal in den ersten Sätzen | Ein verwandter Begriff in der kurzen Definition |
| Zwischenüberschriften (H2) | In einigen, nicht in allen | In den übrigen Frageformen und verwandte Begriffe |
| Fließtext | Nur wenn der Satz es verlangt | Überwiegend hier |
| Linktexte | Je nach Thema der Zielseite | Unterschiedliche, aber beschreibende Texte für dasselbe Ziel |
Diese Tabelle ist ein Rahmen für den Einstieg, keine Regel. Auch Googles Leitfaden für Einsteiger sagt, dass es keine magische ideale Anzahl von Überschriften gibt. Entscheidend ist, dass jeder Bereich dem Leser den Weg erleichtert.
Wie verteilen Sie Begriffe auf Überschriften und Zwischenüberschriften?
Zwischenüberschriften sind der wirksamste Ort, um verwandte Begriffe zu verteilen, denn jede steht für eine andere Leserfrage. Statt dasselbe Keyword in jede H2 zu setzen, schreiben Sie die Überschriften in der Reihenfolge, in der ein Leser fragen würde.
Beispielszenario: Sie planen eine Seite zur Dachdämmung. Beginnt jede Überschrift mit "Dachdämmung", wirkt die Seite allerdings eintönig. Eine Verteilung wie die folgende liest sich natürlicher:
- Was ist eine Dachdämmung, und welche Häuser brauchen sie?
- Worin unterscheiden sich Wärmedämmung und Luftdichtheit?
- Welche Materialien eignen sich: Mineralwolle, Holzfaser oder Polyurethan?
- Wie lange dauert die Ausführung, und welche Jahreszeit passt?
- Welche Faktoren bestimmen die Kosten einer Dachdämmung?
In dieser Liste steht der Hauptbegriff nur in zwei Überschriften. Die anderen tragen dagegen verwandte Begriffe wie Luftdichtheit, Mineralwolle, Holzfaser und Jahreszeit. Zur technischen Seite der Überschriftenstruktur lesen Sie unseren Beitrag zur Überschriftenhierarchie.
Wie finden Sie Wiederholungen Schritt für Schritt mit dem Dichte Tool?
Wiederholungen mit bloßem Auge zu erkennen, ist schwer, weil Sie sich an Ihre eigenen Sätze gewöhnen. Ein Messwerkzeug zeigt dagegen in Sekunden, welche Wörter und Wortgruppen hervorstechen. Die folgenden Schritte können Sie direkt mit Ihrem Text durchgehen.
- Öffnen Sie den Keyword Dichte Checker und fügen Sie Ihren Text in das Textfeld ein. Der Text bleibt in Ihrem Browser; das Tool sendet ihn an keinen Server.
- Tragen Sie Ihren Hauptbegriff in das Feld für das Ziel Keyword ein. Das Tool zählt dann, wie oft er vorkommt, und berechnet seine Dichte separat.
- Lassen Sie die Option zum Ausschließen von Stoppwörtern aktiviert. Stoppwörter sind Füllwörter wie "und, mit, für"; die Tabelle zeigt somit nur bedeutungstragende Begriffe.
- Prüfen Sie zuerst den Reiter 1 Wort, dann die Reiter 2 Wörter und 3 Wörter. Wiederholungen verstecken sich oft in Wortgruppen aus zwei und drei Wörtern, nicht in Einzelwörtern.
- Notieren Sie die Wortgruppen ganz oben in der Liste. Wiederholt sich neben Ihrem Hauptkeyword eine andere Gruppe ständig, stammt sie vermutlich aus Füllsätzen.
- Markieren Sie dann im Text die Sätze mit diesen Gruppen. Entscheiden Sie für jeden Satz, ob Sie ein Synonym, ein Pronomen oder einen verwandten Begriff einsetzen oder den Satz streichen.
- Fügen Sie den überarbeiteten Text erneut ein und vergleichen Sie beide Ergebnisse.
Der ideale Bereich, den das Tool anzeigt, ist sein eigener Richtwert, keine offizielle Schwelle von Google. Lesen Sie das Ergebnis daher als Warnlampe, nicht als Zielwert.
Beispielszenario: Wie überarbeiten Sie eine Leistungsseite voller Wiederholungen?
Beispielszenario: Ein Teppichreinigungsbetrieb unter example.com hat eine Leistungsseite mit 600 Wörtern. Der Ausdruck "Teppichreinigung" kommt 18 Mal vor. Beispielrechnung: 18 Vorkommen ÷ 600 Wörter × 100 = 3 %. Das Dichte Tool markiert das deshalb als zu hoch. Wichtiger noch: Jeder Leser spürt die Wiederholung.
Zunächst beginnen Sie die Überarbeitung Satz für Satz. Aus "Unsere Teppichreinigung reinigt Ihre Teppiche mit Maschinen für die Teppichreinigung" wird "Wir waschen Ihre Teppiche in unserer Halle mit einem Reinigungsmittel, das zur Faserart passt." Die Wiederholung sinkt, und der Leser erfährt zudem etwas über Reinigungsmittel und Faserart.
Danach ergänzen Sie die fehlenden Themen: Wolle gegenüber Kunstfaser, Trocknungszeit, Fleckenarten, Abholung und Lieferung. Diese Abschnitte bringen verwandte Begriffe wie Schurwolle, Viskose, Trockenraum und Fleckentfernung ganz von selbst mit.
Beispielrechnung: Der neue Text wächst auf 900 Wörter, und "Teppichreinigung" erscheint 9 Mal. 9 ÷ 900 × 100 = 1 %. Entscheidend ist dabei nicht die kleinere Zahl, sondern dass die Seite jetzt die Fragen der Leser beantwortet. Die Zahlen veranschaulichen nur die Rechnung; sie sind keine Rankinggarantie.
Wie beeinflussen Komposita und Beugung die Zählung?
Das Deutsche bildet zahlreiche Wortformen und zusammengesetzte Wörter. "Zahnarzt", "Zahnärzte", "Zahnarztes" und "Zahnarztpraxis" gehören für den Leser zu einem Konzept. Ein einfacher Zähler behandelt sie allerdings als getrennte Wörter.
Das hat zwei Folgen. Erstens zeigt das Dichte Tool Ihr Hauptkeyword womöglich seltener an, als es tatsächlich vorkommt, weil sich die Formen auf mehrere Zeilen verteilen. Zweitens übersehen Sie die echte Wiederholung, wenn Sie diese Formen nicht zusammenzählen.
Die Lösung ist einfach. Betrachten Sie im Reiter 1 Wort alle Zeilen mit demselben Wortstamm gemeinsam. Zählen Sie zum Beispiel "Zahnarzt" und "Zahnärzte" im Kopf zusammen. Tragen Sie außerdem im Feld für das Ziel Keyword die Form ein, die Sie im Text am häufigsten verwenden.
Komposita haben auch einen Vorteil: Ein Wort wie "Zahnarzttermin" bringt das Thema unter, ohne den Grundbegriff erneut allein zu nennen. Auch die Beugung sorgt für Abwechslung, etwa in "beim Zahnarzt" und "vor dem Zahnarztbesuch". Diese Vielfalt verringert das Gefühl der Wiederholung bereits deutlich.
Wie ersetzen Pronomen und Verweise eine Wiederholung?
Sie müssen nicht jede Wiederholung durch ein Synonym ersetzen. Oft ist die natürlichste Lösung, den Begriff einmal zu nennen und dann auf ihn zu verweisen. Ausdrücke wie "diese Methode", "dieser Service" oder schlicht "sie" kürzen Wiederholungen, ohne den Leser zu verlieren.
Ein Beispiel mit zwei Sätzen: "Die Heizungswartung sollte jährlich stattfinden. Bei der Heizungswartung prüft der Techniker den Druck." Stattdessen könnten Sie schreiben: "Lassen Sie Ihre Heizung einmal im Jahr warten. Bei diesem Termin prüft der Techniker auch den Druck." Die zweite Fassung ist kürzer und liest sich flüssiger.
Übertreiben Sie es trotzdem nicht mit Verweisen. Enthält ein Absatz mehrere Konzepte, macht das Wort "dies" Ihre Aussage unklar. Die Regel lautet: Erkennt der Leser aus dem vorherigen Satz sofort, worauf "dies" verweist, funktioniert der Verweis. Andernfalls schreiben Sie den Begriff erneut.
Was passiert, wenn sich Synonyme mit einer anderen Seite überschneiden?
Wenn Sie Ihre Formulierungen variieren, geraten Sie womöglich in das Thema einer anderen Seite Ihrer Website. Nutzt Ihre Webdesign Seite zum Beispiel ständig den Ausdruck "Onlineshop erstellen" und gibt es dafür eine eigene Seite, konkurrieren beide Seiten womöglich um dieselbe Suchanfrage.
Das nennt sich Keyword Kannibalisierung; wie Sie sie erkennen, erklären wir unter Keyword Kannibalisierung erkennen und beheben. Die Lösung beginnt meist mit einer Entscheidung: Welcher Hauptbegriff und welche verwandten Begriffe gehören zu welcher Seite?
Hier hilft der Ansatz eines Topic Clusters. Die zentrale Seite behandelt das übergeordnete Konzept mit einem breiten Begriffsspektrum, die unterstützenden Seiten gehen jeweils tief in ein Unterthema. Den Aufbau finden Sie in unserem Leitfaden zum Topic Cluster. So unterstützen sich Synonyme über Seiten hinweg, statt zu konkurrieren.
Wann schaden Synonyme und verwandte Begriffe eher?
Gut eingesetzt bereichern Synonyme und verwandte Begriffe eine Seite. Einige Gewohnheiten machen sie jedoch zu einem neuen Problem. Diese Fehler begegnen uns in Audits am häufigsten:
- Wörter aus dem Thesaurus ziehen: Automatische Umschreibtools setzen seltsame Wörter ein, die nicht in den Satz passen, und schwächen das Vertrauen der Leser.
- In jedem Satz einen neuen Namen verwenden: Nennen Sie dasselbe Produkt erst "Gerät", dann "Maschine" und dann "Einheit", vermuten Leser drei verschiedene Produkte.
- Fachbegriffe verwässern: Ersetzen Sie einen Begriff mit präziser rechtlicher oder fachlicher Bedeutung durch ein Alltagswort, stimmt die Information nicht mehr.
- Synonyme aneinanderreihen: Ketten wie "Zahnarzt, Zahnmediziner, Zahndoktor, Experte für Mundgesundheit" erzeugen genau das unnatürliche Listenmuster, das Google in seinen eigenen Beispielen beschreibt.
- Versteckte oder winzige Begriffsblöcke einfügen: Diese Praxis fällt unter die Spamrichtlinien.
All diese Fehler haben eine gemeinsame Ursache: Das Synonym dient der Suchmaschine, nicht dem Leser. Daher genügt eine Frage als Filter: Macht dieses Wort den Satz verständlicher?
Wann sollten Sie bei einem Begriff bleiben, statt ihn zu variieren?
In manchen Texten ist Einheitlichkeit wertvoller als Abwechslung. Bedienungsanleitungen, Vertragszusammenfassungen, technische Dokumentationen und Schrittanleitungen gehören zu dieser Gruppe. Hier erwarten Leser, dass derselbe Gegenstand jedes Mal denselben Namen trägt.
Nennt eine Installationsanleitung eine Ansicht zum Beispiel erst "Verwaltungsbereich" und im nächsten Schritt "Kontrollansicht", suchen Leser nach zwei verschiedenen Ansichten. Bei Oberflächennamen, Produktnamen, Berufsbezeichnungen und Normbezeichnungen halten Sie den Begriff deshalb fest.
Das Gefühl der Wiederholung verringern Sie dort auf anderen Wegen. Variieren Sie den Satzbau, streichen Sie doppelte Erklärungen und gehen Sie nach der Definition des Begriffs in nummerierten Schritten vor. So bleibt der Begriff stabil, und der Text bleibt dennoch lesbar.
Wie erstellen Sie vor dem Schreiben eine Begriffskarte?
Eine Begriffskarte ist ein einfacher Plan, der Hauptbegriff, Synonyme, verwandte Begriffe und Leserfragen für eine Seite in einer Tabelle sammelt. Eine halbe Stunde dafür vor dem Schreiben spart später viel Überarbeitung.
- Notieren Sie den Hauptbegriff und einen Satz dazu, was die Seite wem verspricht.
- Schreiben Sie echte Synonyme und bedeutungsnahe Wörter in getrennte Spalten; streichen Sie alle, die den Austauschtest nicht bestehen.
- Gliedern Sie die Unterthemen und ergänzen Sie unter jedem die verwandten Begriffe, die dort natürlich vorkommen.
- Sammeln Sie Leserfragen und markieren Sie sie als Kandidaten für H2.
- Prüfen Sie, ob eine andere Seite Ihrer Website denselben Begriff anvisiert; falls ja, legen Sie die Grenze zwischen beiden fest.
Diese Karte ist die Seitenversion eines Keyword Mappings. Beim Schreiben schauen Sie darauf, müssen aber nicht jeden Begriff verwenden. Anders gesagt ist die Karte eine Erinnerung, keine Checkliste.
Wie beobachten Sie die Wirkung nach der Veröffentlichung?
Nach der Überarbeitung prüfen Sie die Daten in der Search Console. Filtern Sie den Leistungsbericht nach der Seite und sehen Sie sich die Suchanfragen an; so erkennen Sie, für welche Ausdrücke die Seite Impressionen erhält. Haben Sie Synonyme und verwandte Begriffe gut verteilt, dürfen Sie mit der Zeit Impressionen für vielfältigere Anfragen erwarten.
Ergebnisse kommen allerdings nicht über Nacht, und eine einzelne Änderung als Ursache zu nennen, wäre falsch. Rankings hängen zudem von vielen Faktoren ab. Deshalb empfehlen wir, das Datum der Änderung zu notieren und einige Wochen Daten mit dem vorherigen Zeitraum zu vergleichen.
Achten Sie dabei auf diese Signale:
- Neue Suchanfragen: Tauchen die ergänzten verwandten Begriffe in der Liste der Anfragen auf?
- Klickrate: Hat sich bei geändertem Titel oder geänderter Beschreibung auch die Klickrate verändert?
- Verschiebungen zwischen Seiten: Erscheint plötzlich eine andere Ihrer Seiten für dieselbe Anfrage, liegt womöglich eine Überschneidung vor.
Welche Prüfungen sollten Sie vor der Veröffentlichung durchführen?
Vor der Veröffentlichung hilft Ihnen die folgende kurze Liste. Jeder Punkt kostet nur wenige Minuten, und zusammen fangen sie die meisten Wiederholungsprobleme ab.
- Steht der Hauptbegriff im Titel, im ersten Absatz und in einigen Zwischenüberschriften?
- Zeigt das Dichte Tool neben dem Hauptkeyword eine Wortgruppe, die sich ständig wiederholt?
- Bestehen Ihre Synonyme den Austauschtest?
- Trägt derselbe Gegenstand verschiedene Namen und verwirrt so die Leser?
- Beantworten die Zwischenüberschriften die häufigsten Leserfragen?
- Zielt eine andere Seite Ihrer Website auf denselben Begriff?
Einen breiteren Rahmen zum Schreiben bietet unser Beitrag SEO Texte schreiben. Ob Ihre Begriffe zur Suchabsicht passen, klären Sie mit dem Beitrag zur Keyword Relevanz im SEO.
Wie bauen Sie mit Synonymen und verwandten Begriffen eine starke Seite?
Kurz gesagt ist eine starke Seite nicht die, die ein Keyword am häufigsten wiederholt, sondern die, die das Thema am besten erklärt. Den Hauptbegriff nutzen Sie offen an wenigen wichtigen Stellen. Den Rest tragen echte Synonyme, verwandte Begriffe, Frageformen und klare Verweise.
Der größte Vorteil dieses Ansatzes ist die Reichweite. Die Seite hat die Chance, nicht nur für eine einzige Anfrage zu erscheinen, sondern für viele Anfragen, die dasselbe Bedürfnis beschreiben. Zudem erhalten Leser einen flüssigeren und informativeren Text.
Unser Rat bei Talha Aslan und Team: Arbeiten Sie in dieser Reihenfolge. Zuerst die Begriffskarte, dann das Schreiben, danach die Messung und schließlich der Lesertest. In dieser Reihenfolge löst sich das Wiederholungsproblem meist schon beim Schreiben.
Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.



