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SEO Briefing erstellen: So entsteht eine Vorlage für Texter

Talha Aslan 18 Minuten Lesezeit 1 Aufrufe

Kurze Antwort

Was ist ein SEO Briefing?

Ein SEO Briefing ist ein kurzes Arbeitsdokument, das dem Texter die Zielanfrage, die Suchintention, eine Gliederung, die zu beantwortenden Fragen, interne Linkziele und verlässliche Quellen nennt. Es soll sicherstellen, dass schon der erste Entwurf die Frage des Suchenden vollständig beantwortet und zur übrigen Website passt.

Alle Details und Beispiele finden Sie weiter unten im Beitrag

Ein SEO Briefing macht aus einem vagen Thema einen klaren Auftrag, den ein Texter im ersten Anlauf umsetzen kann. In diesem Leitfaden zeigen Talha Aslan und Team, wie wir dabei in Kundenprojekten vorgehen. Es geht um Suchintention, SERP Analyse, Gliederung, Fragenliste, interne Links und Quellen. Am Ende finden Sie zudem eine Vorlage zum Ausfüllen.

Kurz gesagt ist das Briefing eine Vereinbarung zwischen Redaktion und Texter. Die Redaktion hält fest, was die Seite leisten soll. Der Texter weiß dann vorab, was er liefern muss. Dadurch sinkt die Zahl der Korrekturschleifen, denn die Diskussion findet vor dem Schreiben statt und nicht danach.

Außerdem hält ein Briefing die Qualität stabil, wenn ein Team wächst. Mehrere Texter schreiben auf derselben Website sonst jeweils in ihrem eigenen Stil. Eine gemeinsame Vorlage bringt dagegen Ton, Tiefe und Aufbau näher zusammen. Wir sehen das Briefing deshalb als Denkwerkzeug und nicht als Formular. Beim Ausfüllen prüft die Redaktion zugleich, ob sie das Thema wirklich verstanden hat.

Allerdings schreibt ein Briefing den Text nicht. Ein gutes Briefing gibt die Richtung vor und überlässt die Sätze dem Texter. Das heißt, es lenkt seine Expertise, statt sie einzuschränken.

Warum liefert ein SEO Briefing bessere Texte als ein bloßes Thema?

Wenn Sie einem Texter nur ein Thema schicken, schreibt er für den Leser in seinem Kopf. Suchende kommen jedoch mit einer konkreten Frage und einer konkreten Erwartung. Weichen diese beiden Leser voneinander ab, tut sich selbst ein guter Text in der Suche schwer.

Google bittet Websitebetreiber, Inhalte vor allem für Menschen zu erstellen. Zum Beispiel fragen die Selbsteinschätzungsfragen auf der Seite über hilfreiche, zuverlässige und nutzerorientierte Inhalte, ob Leser ihr Ziel erreichen. Sie fragen auch, ob Leser danach erneut suchen müssen. Mit einem Briefing beantworten Sie diese Fragen, bevor der erste Absatz entsteht.

Aus unserer Praxis kennen wir drei Probleme, die ohne Briefing immer wieder auftreten:

  • Der Text bedient die falsche Intention, also landet ein Leser auf Werbetext, obwohl er einen Ratgeber sucht.
  • Eine zweite Seite für dieselbe Anfrage entsteht, und beide Seiten konkurrieren miteinander.
  • Der Text hat keinen klaren Platz auf der Website, deshalb fehlen interne Links oder sie wirken zufällig.

Betrachten Sie das Briefing daher als Investition, die Korrekturkosten senkt, und nicht als zusätzliche Bürokratie. Eine Stunde Vorbereitung erspart oft tagelange Abstimmung.

Worin unterscheidet sich ein SEO Briefing von einem Webdesign Briefing?

Beide Dokumente tragen ähnliche Namen, erfüllen aber andere Aufgaben. Ein Webdesign Briefing beschreibt eine ganze Website: Zielgruppe, Seitenstruktur, Gestaltung, Budget und Zeitplan. Dieses Thema behandeln wir in unserem Leitfaden zum Webdesign Briefing gesondert.

Ein SEO Briefing betrifft dagegen eine einzelne Seite, meist einen einzelnen Artikel. Es dreht sich um Suchintention und inhaltlichen Umfang, nicht um Gestaltung. Also schreiben Sie ein Webdesign Briefing einmal pro Projekt, ein Inhaltsbriefing dagegen für jeden Text neu.

Verwirrung entsteht meist bei einem Relaunch. Das Team verfasst dann für jede Seite ein langes Projektdokument und nennt es Briefing. Ohne Zielanfrage, SERP Notizen und Fragenliste gibt dieses Dokument dem Texter allerdings kaum echte Orientierung. Umgekehrt gehören Markenfarben oder Menüstruktur nicht in ein Inhaltsbriefing.

Der schnelle Test lautet: Beschreibt das Dokument die Website oder die Seite? Beschreibt es die Website, ist es ein Projektbriefing. Beschreibt es eine Seite und ihren Platz in den Suchergebnissen, ist es ein SEO Briefing. Getrennte Dateien erleichtern zudem spätere Aktualisierungen.

Welche Informationen sammeln Sie, bevor Sie ein Briefing schreiben?

Statt mit einer leeren Seite zu beginnen, sammeln Sie zunächst das Rohmaterial. Konkret dauert dieser Schritt meist etwa eine halbe Stunde und beschleunigt alles Weitere. Wir arbeiten mit dieser Liste:

  1. Gibt es auf der Website bereits eine Seite zum Thema? Brauchen Sie dann einen neuen Text oder eine Aktualisierung?
  2. Welches Geschäftsziel hat die Seite: informieren, Anfragen gewinnen oder zu einem Produkt führen?
  3. Wer ist der Zielleser, und wie viel weiß er bereits?
  4. Welches Wissen aus erster Hand haben Sie: Kundenfragen, Notizen aus dem Vertrieb, eigene Erfahrung?
  5. Welche offiziellen oder primären Quellen behandeln das Thema?

Den ersten Punkt überspringen Teams allerdings am häufigsten. Existiert zum Beispiel schon ein ähnlicher Artikel, kann eine neue Seite dazu führen, dass zwei URLs um dieselbe Anfrage konkurrieren. Dieses Problem erklären wir in unserem Beitrag zur Keyword Kannibalisierung.

Wissen aus erster Hand ist zudem der wertvollste Teil eines Briefings. Eine Beobachtung, die in Konkurrenztexten fehlt, bietet Lesern etwas Neues. Führen Sie deshalb eine Datei mit Fragen aus Kundengesprächen. Beim nächsten Briefing greifen Sie dann auf diese Datei zurück.

Wie halten Sie die Suchintention im Briefing fest?

Die Suchintention beschreibt, was eine Person mit ihrer Anfrage tatsächlich erreichen will. Lassen Sie dieses Feld im Briefing nicht bei einem einzigen Wort. "Informational" reicht nicht aus. Beschreiben Sie stattdessen in ein oder zwei Sätzen, mit welcher Frage der Leser kommt und was er danach tun können soll.

Eine solche Aussage könnte zum Beispiel lauten: "Der Leser ist Marketingverantwortlicher und beauftragt zum ersten Mal Texte. Er weiß nicht, was er einem Texter schicken soll. Nach der Lektüre soll er seine eigene Vorlage ausfüllen können." Dieser eine Satz klärt viele Entscheidungen auf einmal, vom Ton bis zur Tiefe.

Die vier klassischen Typen liefern einen brauchbaren Rahmen: informational, kommerziell, transaktional und navigational. In der Praxis ist die Intention allerdings oft gemischt. Beschreiben Sie daher die Situation des Lesers und nicht nur das Etikett. Mehr dazu finden Sie in unserem Leitfaden zur Suchintention.

Verknüpfen Sie schließlich Intention und Geschäftsziel in derselben Zeile. Sucht der Leser Informationen, planen Sie einen sanften Übergang zu einer passenden Leistung oder einem nächsten Schritt. Vermeiden Sie dagegen einen harten Verkaufsaufruf am Ende. So dient der Text dem Leser und dem Unternehmen.

Wie wählen Sie Zielanfrage und Nebenanfragen aus?

Die Zielanfrage ist die Suchanfrage, die die Seite in erster Linie beantwortet. Nebenanfragen sind andere Formulierungen derselben Intention. Nennen Sie im Briefing eine Zielanfrage und nur wenige Nebenanfragen. Eine lange Keywordliste zerstreut den Fokus des Texters.

Stellen Sie sich bei der Auswahl drei Fragen. Erstens: Erscheinen für diese Anfrage Ratgeberseiten in den Ergebnissen? Zweitens: Ist die Anfrage auf Ihrer Website schon einer anderen Seite zugeordnet? Drittens: Wollen die Nebenanfragen wirklich dieselbe Antwort, oder verdienen sie einen eigenen Artikel?

Die dritte Frage ist dabei entscheidend, denn hier entstehen die meisten Überschneidungen. Zum Beispiel lassen sich "was ist ein Content Briefing" und "Briefing Vorlage" oft auf einer Seite beantworten. "Textagentur auswählen" ist dagegen eine ganz andere Intention. Wenn Sie vorab festlegen, welche Anfrage zu welcher URL gehört, vermeiden Sie diese Vermischung. Die Methode zeigt unsere Anleitung zum Keyword Mapping.

Googles Startleitfaden weist darauf hin, dass Leser dasselbe mit unterschiedlichen Wörtern suchen. Zugleich wertet er Keyword Stuffing als Verstoß gegen die Spamrichtlinien. Notieren Sie Nebenanfragen folglich als Formulierungen, die der Text beantwortet, und nicht als Wörter, die er möglichst oft wiederholt.

Wie analysieren Sie die SERP für ein Briefing?

Die SERP ist die Ergebnisseite einer Suchmaschine. Suchen Sie vor dem Briefing selbst nach der Zielanfrage und notieren Sie, was die erste Seite zeigt. Es geht nicht darum, Konkurrenztexte zu kopieren. Vielmehr wollen Sie verstehen, welche Art von Antwort Google für diese Anfrage passend findet.

Achten Sie bei der Analyse auf diese Fragen:

  • Welche Seitentypen dominieren: Ratgeber, Listen, Tools, Produktseiten oder Videos?
  • Welches gemeinsame Versprechen wiederholen die Titel: eine Vorlage, Beispiele, eine Zahl von Schritten?
  • Zeigt die Ergebnisseite zusätzliche Elemente wie Fragenboxen oder ähnliche Suchanfragen?
  • Welche Unterthemen teilen die vorderen Ergebnisse, und welches Thema behandeln alle nur oberflächlich?

Der letzte Punkt ist also das Herzstück des Briefings. Wer nur wiederholt, was alle sagen, erreicht bestenfalls Gleichstand. Beantworten Sie dagegen eine Frage, die alle auslassen, geben Sie Lesern einen echten Grund für Ihre Seite. Ergänzen Sie deshalb im Briefing eine eigene Zeile mit dem Titel "was wir hinzufügen".

Halten Sie außerdem Datum und Gerät jeder SERP Analyse fest. Ergebnisse können sich je nach Standort und Zeitpunkt unterscheiden. Vermerken Sie also im Briefing, dass Ihre Beobachtung eine Momentaufnahme ist.

Wie fließen Search Console Daten in ein SEO Briefing ein?

Wenn die Website schon online ist, sind Ihre eigenen Daten die wertvollste Grundlage. Der Leistungsbericht der Search Console zeigt Ihnen auf den Tabs Abfragen und Seiten, wo Sie erscheinen. Klicks, Impressionen, Klickrate und Durchschnittliche Position liefern dem Briefing einen konkreten Ausgangspunkt.

Zum Beispiel erhält eine Seite vielleicht Impressionen für eine Anfrage, auf die Sie nie gezielt haben. Das zeigt, dass Suchende diese Antwort von Ihnen erwarten. Wenn Sie ein neues SEO Briefing vorbereiten, übernehmen Sie solche Anfragen deshalb in die Fragenliste.

Bei Aktualisierungen ist der Bericht zudem noch wichtiger. Hat eine Seite viele Impressionen, aber eine niedrige Klickrate, liegt das Problem oft bei Titel oder Beschreibung. Sinken die Impressionen einer Seite über die Zeit, ist der Inhalt womöglich veraltet. Wenn Sie das Tool neu nutzen, beginnen Sie mit unserer Search Console Anleitung für Einsteiger.

Ein Hinweis gehört allerdings dazu. Die Search Console zeigt nicht jede einzelne Anfrage, und manche Anfragen bleiben aus Datenschutzgründen verborgen. Nutzen Sie die Daten daher als Richtung und nicht als endgültiges Urteil.

Wie bauen Sie die Gliederung im Briefing auf?

Die Gliederung zeigt die Struktur des Artikels mit H1, H2 und H3. Geben Sie sie als Entwurf vor und lassen Sie dem Texter Spielraum. In unserer Praxis klärt eine gute Gliederung etwa die Hälfte aller Entscheidungen im Voraus.

Gehen Sie dabei in dieser Reihenfolge vor. Machen Sie die erste H2 zur Hauptfrage, die die Zielanfrage direkt beantwortet. Danach liefert der Absatz direkt darunter eine kurze Definition oder Antwort, ohne einleitenden Satz. Dann folgen Sie der natürlichen Fragenfolge des Lesers: was, warum, wie, wann und welche Fehler.

Googles Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung sagt, dass Überschriften Lesern helfen, sich in langen Inhalten zu orientieren. Laut demselben Leitfaden beeinflusst die Reihenfolge der Überschriften das Ranking nicht direkt. Eine sinnvolle Reihenfolge hilft dennoch Menschen, die Screenreader nutzen. Regeln dazu finden Sie in unserem Beitrag zur Überschriftenhierarchie.

Halten Sie zum Schluss fest, wie H1 und Title Tag zusammenhängen. Sie müssen nicht wortgleich sein. Sie sollten allerdings dasselbe Versprechen tragen. Sonst findet der Leser auf der Seite nicht, wofür er geklickt hat.

Wie erstellen Sie die Liste der Fragen, die der Text beantwortet?

Die Fragenliste nennt die Teilfragen, die der Artikel wirklich beantworten muss. Sie unterscheidet sich deshalb von der Gliederung. Die Gliederung zeigt die Abschnitte; die Fragenliste klärt, welche Neugier jeder Abschnitt stillen soll.

Sammeln Sie Fragen aus vier Quellen:

  1. Fragen, die Ihre Kunden und Ihr Vertrieb tatsächlich hören.
  2. Fragenboxen und ähnliche Suchanfragen auf der Ergebnisseite.
  3. Anfragen in Frageform, für die die Seite in der Search Console bereits erscheint.
  4. Themen, die Konkurrenztexte auslassen oder nur oberflächlich streifen.

Danach priorisieren Sie die Liste. Markieren Sie jede Frage als "Pflicht", "wünschenswert" oder "eigener Artikel". Fragen mit der Markierung "eigener Artikel" sind Keime für neue Briefings. Somit bauen Sie ein Themencluster auf, statt einen einzelnen Beitrag aufzublähen.

Vor allem sollten Sie die Zahl der Pflichtfragen begrenzen. Ein Artikel, der alles abdecken will, beantwortet nichts gründlich. Leser sollen nach einem Ratgeber nicht erneut suchen müssen. Der Weg dorthin führt jedoch über die richtige Fragenauswahl und nicht über reine Länge.

Wie ergänzen Sie interne Linkziele im Briefing?

Ein interner Link verbindet eine Seite Ihrer Website mit einer anderen. Laut Googles Startleitfaden findet Google die meisten neuen Seiten über Links. Deshalb gehören interne Links ins Briefing, statt dem Gedächtnis des Texters überlassen zu bleiben.

Teilen Sie den Abschnitt in zwei Teile. Der erste Teil nennt die Seiten, auf die dieser Artikel verlinkt: passende Ratgeber, die Leistungsseite und relevante Tools. Der zweite Teil nennt ältere Seiten, die nach der Veröffentlichung auf den neuen Artikel verlinken sollen. Allerdings vergessen viele Teams die zweite Liste. Dabei hängt die Auffindbarkeit des neuen Artikels genau davon ab.

Notieren Sie für jeden Link zudem den vorgeschlagenen Kontext und den Ankertext. Der Ankertext sollte also die Zielseite beschreiben. Allgemeine Formulierungen wie "hier klicken" sagen weder Lesern noch Suchmaschinen etwas. Die Strategie dahinter erklären wir in unserem Beitrag zur internen Verlinkung.

Noch ein Tipp: Begrenzen Sie im Briefing die Zahl der Links auf dasselbe Ziel. Zwei natürliche Links auf die Leistungsseite reichen zum Beispiel aus. Mehr wirkt wie Verkaufsdruck und stört den Lesefluss.

Warum sollte ein Quellenabschnitt Pflicht sein?

Der Quellenabschnitt zeigt dem Texter, wo er jede Aussage prüfen kann. Bleibt er leer, raten Texter oder übernehmen Fakten aus Konkurrenztexten. Beides erhöht somit das Fehlerrisiko und senkt den eigenständigen Wert.

Nennen Sie im Briefing drei Arten von Quellen. Erstens offizielle Dokumentation, also die Hilfeseiten und Entwicklerdokumente der Plattform. Zweitens Daten aus erster Hand, etwa eigene Messungen, Kundenfragen und Teamnotizen. Drittens Expertenwissen, zum Beispiel aus einem kurzen Gespräch mit jemandem, der das Thema in echten Projekten betreut.

Ergänzen Sie außerdem eine klare Regel: keine Zahl ohne Quelle. Braucht der Text ein Zahlenbeispiel, kennzeichnen Sie es als Beispielrechnung. Diese Regel entspricht direkt einer von Googles Selbsteinschätzungsfragen, nämlich ob ein Inhalt leicht überprüfbare Sachfehler enthält.

Expertise und Vertrauenssignale behandeln wir ausführlich in unserem Leitfaden zu E-E-A-T und Vertrauen. Für das Briefing gilt kurz gesagt: Halten Sie fest, auf wessen Erfahrung der Artikel beruht, damit der Text das zeigen kann.

Leserprofil, Tonalität und Erfahrungsnotizen

Dieser Teil des Briefings legt fest, mit wem der Texter spricht und wie. Beschreiben Sie den Leser in einem Satz: wer er ist, was er weiß und warum er gerade jetzt sucht. Zum Beispiel genügt "Inhaber eines kleinen Unternehmens, der zum ersten Mal Texte extern vergibt und nicht alle Begriffe kennt".

Die Tonalität geben Sie am besten mit einem Beispiel vor. Formulierungen wie "freundlich, aber professionell" versteht jeder anders. Fügen Sie stattdessen einen Absatz von Ihrer Website ein, der Ihnen gefällt, und schreiben Sie "in diesem Rhythmus". Listen Sie zudem Formulierungen auf, die der Text vermeiden soll: übertriebene Versprechen, Rankinggarantien und vage Superlative.

Vor allem Erfahrungsnotizen unterscheiden den Artikel von allgemeinem Wissen. Halten Sie hier in kurzen Stichpunkten echte Situationen fest, die Ihr Team zu diesem Thema erlebt hat. Der Texter macht daraus dann Beispielszenarien. Kundennamen, vertrauliche Zahlen oder Informationen ohne Freigabe gehören allerdings nicht ins Briefing.

Denken Sie außerdem an das Gerät des Lesers. Lange Tabellen und dichte Absätze lesen sich auf dem Smartphone schwer. Ergänzen Sie daher Formathinweise wie kurze Absätze, klare Listen und einen Kasten mit Zusammenfassung. Legen Sie schließlich fest, wie der Text mit Fachbegriffen umgeht. Kennt der Leser einen Begriff vielleicht nicht, erklärt ihn der Texter beim ersten Auftreten.

Vorlage für ein SEO Briefing zum Ausfüllen

Die folgende Tabelle können Sie in Ihr eigenes Dokument übernehmen. Die linke Spalte nennt das Feld, die mittlere beschreibt den Inhalt, und die rechte zeigt ein kurzes Beispiel. Die Beispiele beziehen sich auf eine fiktive Website, example.com.

FeldInhaltBeispiel
ZielanfrageDie eine Formulierung, die die Seite in erster Linie beantwortetContent Briefing erstellen
NebenanfragenWenige andere Formulierungen derselben IntentionBriefing Vorlage, Briefing für Texter
SuchintentionSituation des Lesers und was er danach tun kannWer zum ersten Mal Texte beauftragt, kann eine Vorlage ausfüllen
GeschäftszielBeitrag der Seite zum GeschäftNatürlicher Übergang zur passenden Leistungsseite
SERP NotizenDominanter Seitentyp, gemeinsames Versprechen, fehlendes ThemaRatgeber dominieren; die meisten bieten Vorlagen, lassen aber die Abnahme aus
GliederungEntwurf für H1, H2 und H3Erste H2: Was ist ein Content Briefing?
FragenlisteMarkiert als Pflicht, wünschenswert oder eigener ArtikelWie lang sollte ein Briefing sein? (Pflicht)
Interne LinksAusgehende und eingehende Links mit AnkertextRatgeber zur Suchintention; von einem älteren SEO Beitrag auf diese Seite
QuellenOffizielle Dokumente, Daten aus erster Hand, ExpertenwissenSeite von Google Search Central über hilfreiche Inhalte
Leser und TonLeserprofil in einem Satz, BeispielabsatzKlare Sprache, die Begriffe beim ersten Auftreten erklärt
Nicht im UmfangThemen, die dieser Artikel nicht behandeltWebdesign Briefing, Agenturauswahl
AbnahmekriterienPrüfliste und AbgabeterminErster Absatz antwortet direkt; keine Zahl ohne Quelle

Auf die Zeile "Nicht im Umfang" legen wir besonderen Wert. Dem Texter zu sagen, was er nicht behandeln soll, ist genauso wertvoll wie die Aufgabe selbst. Somit bleibt der Artikel beim Thema und überschneidet sich nicht mit verwandten Beiträgen.

Wie sieht ein ausgefülltes Briefing für example.com aus?

Beispielszenario: example.com ist ein Onlineshop für Büromöbel. Das Team wünscht sich einen Ratgeber zur Anfrage "ergonomischen Bürostuhl auswählen". So könnten Sie das Briefing ausfüllen.

  • Zielanfrage: ergonomischen Bürostuhl auswählen.
  • Intention: Jemand arbeitet viele Stunden am Schreibtisch und will einen Stuhl kaufen, weiß aber nicht, welche Merkmale zählen. Nach der Lektüre soll er eine eigene Checkliste erstellen können.
  • SERP Notizen: Die erste Seite mischt Ratgeber und Produktlisten. Ratgeber erklären Einstellmöglichkeiten, lassen aber das Abmessen aus.
  • Was wir hinzufügen: Schritte, mit denen der Leser einen Stuhl an seinem eigenen Schreibtisch abmisst.
  • Fragenliste: welche Einstellungen nötig sind, wovon Preisunterschiede abhängen, warum eine Testphase hilft.
  • Nicht im Umfang: Gesundheitsratschläge und Lob für eine bestimmte Marke.
  • Interne Links: Kategorieseite für Stühle, Ratgeber zur Tischhöhe, Seite mit den Rückgabebedingungen.

Die wichtigste Zeile in diesem Beispiel lautet "was wir hinzufügen". Ein einziger praktischer Schritt, den Konkurrenten auslassen, bestimmt den Wert des Artikels. Zudem hält die Zeile "Nicht im Umfang" den Texter von Anfang an von Gesundheitsaussagen fern.

Natürlich handelt es sich nur um ein Beispielszenario. In einem echten Briefing führen Sie die SERP Analyse mit Ihrer eigenen Suche durch. Dennoch sehen Sie: Ein ausgefülltes Briefing passt fast immer auf eine Seite.

Welche Fehler passieren beim SEO Briefing am häufigsten?

Aus unserer Praxis kennen wir Fehler, die in ganz unterschiedlichen Teams auftreten. Wenn Sie sie vorab kennen, bauen Sie eine stabilere Vorlage.

  1. Eine Keywordliste für ein Briefing halten. Zwanzig Keywords erklären keine Intention und lassen den Text künstlich klingen.
  2. Die Wortzahl zum einzigen Ziel machen. Länge ist ein Ergebnis, kein Ziel. Wählen Sie die richtigen Fragen, dann ergibt sich die Länge.
  3. Überschriften der Konkurrenz kopieren. Der Artikel wird dann zum Durchschnitt der Konkurrenz und sagt nichts Neues.
  4. Das Feld "Nicht im Umfang" leer lassen. Der Texter versucht, alles abzudecken, und überschneidet sich mit anderen Beiträgen.
  5. Interne Links auf die Zeit nach dem Launch verschieben. Danach ergänzt sie meist niemand mehr.

Ein weiterer häufiger Fehler: Das Briefing existiert nur im Kopf einer Person. Die Redaktion weiß alles und schreibt deshalb ein dünnes Briefing. Der Texter kennt diesen Kontext allerdings nicht. Schreiben Sie das Briefing daher so, als läse es jemand, der das Thema noch nicht kennt.

Auch ein für jeden Artikel neu erfundenes Briefing macht Probleme. Ohne gemeinsame Vorlage füllt jede Redakteurin andere Felder aus. Texter müssen sich dann jedes Mal an ein neues Format gewöhnen. Halten Sie die Vorlage also fest und ändern Sie nur den Inhalt. Schließlich ist es ein Fehler, das Briefing ohne kurzes Gespräch zu verschicken. Zehn Minuten am Telefon verhindern oft, dass ein Entwurf in die falsche Richtung läuft.

Wie prüfen Sie einen gelieferten Text anhand des Briefings?

Ein Briefing leitet nicht nur den Texter. Es gibt der Redaktion außerdem eine Prüfliste. Wenn der Entwurf eintrifft, öffnen Sie das Briefing daneben und vergleichen Zeile für Zeile. So beruht Ihr Feedback auf vorab vereinbarten Kriterien und nicht auf persönlichem Geschmack.

Stellen Sie bei der Prüfung diese Fragen:

  • Beantwortet der erste Absatz die Zielanfrage direkt?
  • Beantwortet der Entwurf alle Pflichtfragen?
  • Stehen die internen Links aus dem Briefing im richtigen Kontext und mit beschreibendem Ankertext?
  • Hat jede Zahl eine Quelle, und tragen Beispiele die Kennzeichnung Beispielszenario?
  • Geben Title Tag und Meta Description das Versprechen der Seite ehrlich wieder?

Wie der Titel in den Ergebnissen aussehen könnte, prüfen Sie mit unserer Google SERP Vorschau. Auch Googles Leitfaden zu Titellinks verlangt beschreibende, knappe Titel ohne Keyword Stuffing. Warum Google Titel manchmal umschreibt, erklärt unser Beitrag warum Google Ihren Title Tag ändert.

Wenn Sie Wiederholungen messen möchten, liefert unser Tool zur Keyword Dichte einen schnellen Eindruck. Sehen Sie die Dichte jedoch als Alarm für Übertreibung und nicht als Zielwert.

Wie aktualisieren Sie das Briefing nach der Veröffentlichung?

Ein Briefing sollte nach dem Launch nicht im Archiv verschwinden. Im Gegenteil: Es ist das erste Dokument, das Sie öffnen, wenn Sie die Seite beobachten. Das Briefing hält fest, worauf der Artikel zielte. Deshalb können Sie die Leistung an genau diesem Ziel messen.

Prüfen Sie einige Wochen nach dem Launch in der Search Console, für welche Anfragen die Seite erscheint. Stimmen sie mit den Anfragen im Briefing überein? Falls nicht, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder haben Sie die Intention falsch eingeschätzt, oder Google ordnet die Seite einer unerwarteten Frage zu.

In beiden Fällen ergänzen Sie im Briefing eine Zeile "Beobachtung". Dann nehmen Sie bei Bedarf neue Fragen in den Artikel auf oder legen ein neues Briefing für einen eigenen Beitrag an. Das Briefing wird somit zu einem lebenden Dokument.

Wenn Sie zeitlose Inhalte veröffentlichen, tragen Sie außerdem ein Prüfdatum ein. Plattformoberflächen, Richtlinien und Leserfragen ändern sich mit der Zeit. Regelmäßige Kontrollen halten den Artikel für jeden nützlich, der später mit derselben Frage kommt. Statt veränderliche Werte als feste Zahl zu schreiben, verweisen Sie besser auf die offizielle Quelle für den aktuellen Wert.

Wann sollten Sie den SEO Briefing Prozess an Fachleute abgeben?

Wenn Sie wenige Artikel im Monat veröffentlichen, reicht es oft, Briefings intern zu erstellen. Steigt die Menge allerdings, braucht der Prozess eigene Expertise. Das gilt auch, wenn Sie mit mehreren Textern arbeiten oder wenn unklar wird, welche Anfrage zu welcher Seite gehört.

Diese Anzeichen sprechen dafür, dass externe Unterstützung sinnvoll sein kann:

  • Sie haben mehrere Seiten zum selben Thema und wissen nicht, welche ranken soll.
  • Artikel gehen online, erscheinen in der Search Console aber nicht für die erwarteten Anfragen.
  • Jeder Text durchläuft mehrere Korrekturschleifen, und die Texter verstehen den Auftrag nicht.

In solchen Fällen gehört der Briefing Prozess in Ihre gesamte Websitestrategie. In unserer SEO Beratung erstellen wir Ihre Themenkarte, schreiben für jeden Artikel ein Briefing und verfolgen die Ergebnisse nach dem Launch. Rankings garantieren wir nicht, denn darüber entscheidet Google. Wir sorgen allerdings für einen transparenten und messbaren Prozess.

Was eine Beratung im Allgemeinen umfasst, lesen Sie in unserem Beitrag was eine SEO Beratung umfasst. Für einen Plan, der zu Ihrer Website passt, können Sie auf unserer Seite zur SEO Beratung ein Angebot anfordern.

Grundlagen: Was ist Online Marketing? Arten, Beispiele und Vorgehen auf einer Seite, mit einem interaktiven Film durch das Gehirn.

Häufig gestellte Fragen

Wie lang sollte ein SEO Briefing sein?
Für die meisten Artikel reicht eine Seite. Das Briefing soll den Texter leiten und den Text nicht vorwegnehmen. Sind Zielanfrage, Intention, Gliederung, Fragenliste, interne Links und Quellen klar, wird die Länge zweitrangig. Ein sehr langes Briefing kann dazu führen, dass der Texter die wichtigsten Zeilen übersieht. Streichen Sie daher alles, was keine Entscheidung beeinflusst.
Sollte ein Briefing eine Wortzahl vorgeben?
Sie können einen groben Rahmen nennen, sollten ihn aber nicht zum einzigen Ziel machen. Die Länge ergibt sich aus der Beantwortung der richtigen Fragen. Die Tiefe der Ratgeber in den Suchergebnissen gibt Ihnen einen ersten Anhaltspunkt. Streckt der Texter den Text nur für eine Zahl, leidet allerdings das Leseerlebnis. Stellen Sie daher die Fragenliste vor die Wortzahl.
Wer schreibt das Briefing, Redaktion oder Texter?
Meist erstellt die Redaktion oder die SEO Verantwortliche das Briefing, weil sie die Verteilung der Anfragen auf der Website kennt. Trotzdem lohnt es sich, den Entwurf gemeinsam mit dem Texter durchzugehen, denn so fließt sein Fachwissen ein. Ein kurzes Gespräch ergänzt eigene Erfahrung und reduziert spätere Korrekturschleifen spürbar.
Darf man ein Briefing mit KI vorbereiten?
KI kann bei einer ersten Fragenliste oder einem Gliederungsentwurf Zeit sparen. SERP Analyse, Search Console Daten und Erfahrung aus erster Hand müssen Sie allerdings selbst ergänzen. Google empfiehlt Transparenz darüber, wie Inhalte entstehen, wo Leser das erwarten. Deshalb sollte immer ein Mensch die letzten Entscheidungen treffen und die Fakten prüfen.
Braucht man auch für Aktualisierungen ein Briefing?
Ja, wobei eine kürzere Fassung genügt. Notieren Sie zunächst, für welche Anfragen die Seite in der Search Console erscheint und wie sich die Leistung verändert hat. Dann listen Sie fehlende Fragen, veraltete Fakten und neue interne Links auf. So verfolgt die Aktualisierung ein klares Ziel statt einer Reihe zufälliger Änderungen.
Garantiert ein SEO Briefing bessere Rankings?
Nein, keine Methode garantiert Rankings, denn darüber entscheiden die Systeme von Google. Ein Briefing erhöht die Chance, dass der Artikel zur Suchintention passt, das Thema vollständig abdeckt und sich in die Website einfügt. Zudem senkt es Korrekturkosten und hält ein Team auf derselben Qualitätslinie, was langfristig zu beständigeren Ergebnissen führt.
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Talha Aslan

Google Partner und Experte für digitales Marketing. Seit 2012 praktisch in SEO, Google Ads, Webdesign und E-Commerce Projekten; jeder Beitrag hier stammt aus dieser Erfahrung.

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